Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich

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Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich
Herbst 2022
­GESCHICHTE • LITERATUR- UND SPRACHWISSENSCHAFT • MUSIK- UND THEATER­W ISSENSCHAFT • BIOGRAFIEN • PHILOSOPHIE

                                                                                                                                 Chronos Verlag
                                                                                                                  Zeltweg 27 • CH-8032 Zürich
                                                                                                                     Tel. + 41 / 44 / 265 43 43
                                                                                                                       info@chronos-verlag.ch
                                                                                                                        www.chronos-verlag.ch
Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich
Inhaltsverzeichnis

Prolog: Kaum der Rede wert. Die Drogenthematik in der
Schweiz bis Mitte der 1960er-Jahre

Teil 1:       Die Produktion eines Problems (1965–1975)

   1          Vom Aufbruch um 1968 zur Prohibition der
              1970er-Jahre
   2          Drogen in der Gegenkultur
   3          Erklärungsversuche im Spannungsfeld zwischen
              Individuum und Gesellschaft

Teil 2:       Eskalation und Lösungsansätze
              (Mitte der 1970er- bis Mitte der 1980er-Jahre)

   4          Zweifel am Prohibitionsregime und
              die Jugendbewegung
   5          Handel und Szenen im Wandel
   6          Das Lavieren zwischen Krankheit und Devianz

Teil 3:       «Offene Drogenszenen», Grabenkämpfe und die
              Einführung der Schadenminderung (Mitte der 1980er-
              bis Ende der 1990er-Jahre)

   7          Auf der Suche nach Auswegen
   8          Alltag und Aktivismus, alte und neue Szenen
   9          Vom kompromisslosen Dissens
              zum konsenslosen Kompromiss

Teil 4: Das 21. Jahrhundert

  10          Grosse Ideale und harzige Kompromisse
  11          Suchtmanagement und Medikalisierung
  12          Die Prohibition auf dem Prüfstand
  13          Das Ende eines Zeitalters?

          2
Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich
Ungelöste Probleme

                   PETER-PAUL BÄNZIGER, MICHAEL HERZIG,
                                                                 Drogen und Drogenpolitik waren ein
             CHRISTIAN KOLLER, JEAN-FÉLIX SAVARY, FRANK ZOBEL
                                                                 gesellschaftlicher Brennpunkt in der
                                                                 zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, von
                  DIE                                            den Auseinandersetzungen um 1968 und

                SCHWEIZ                                          1980 über die «offenen Drogenszenen»
                                                                 der 1990er-Jahre bis zum Hin und Her
                  AUF                                            zwischen Schadenminderung und Repres-
                DROGEN                                           sion um die Jahrtausendwende. Wurde es
                                                                 danach ruhig um diese Themen, kommt
                   SZENEN, POLITIK UND
                       SUCHTHILFE                                seit einigen Jahren wieder Bewegung
                             1965–2022                           in die Debatte, besonders in Bezug auf
                                                                 die Prohibition. Die Frage der Cannabis-
                                                                 Legalisierung steht im Raum, in der Medi-
                                                                 zin werden Halluzinogene therapeutisch
                                                                 verwendet.
                    Peter-Paul Bänziger
 Dr. habil., ist Privatdozent für neuere          Das Buch zieht eine vorläufige Bilanz, zeigt die Konstanten auf, die
         allgemeine Geschichte an der             den Drogendiskurs bis heute prägen, und leistet einen Beitrag zur
                       Universität Basel.
                                                  ­Versachlichung. Neben den offenen Drogenszenen beleuchten
                       Michael Herzig              die Autoren die Herausbildung der Problematik in den Jahrzehn­
      Dozent für soziale Arbeit. In den            ten davor und die Veränderungen danach. Sie nehmen nicht nur
   1990er-Jahren Drogenbeauftragter
 der Stadt Zürich, später leitete er die           die grossen Städte der Deutschschweiz in den Blick, sondern auch
               städtische Drogenhilfe.             die Romandie und ländliche Regionen. Dabei zeigt sich, wie stark
                        Christian Koller
                                                   die Thematik mit dem Kalten Krieg und der sich herausbildenden
 Prof. Dr. phil., Direktor des Schweize­           Migrations­gesellschaft verbunden war. Ebenso wird deutlich, dass
       rischen Sozialarchivs in Zürich.            Produktion und Handel von Rauschmitteln durch die Räumung
                   Jean-Félix Savary               der offenen Drogenszenen keine grundlegenden Veränderungen
MPA, Generalsekretär des westschwei-               erfuhren und dass die Repression trotz sozialer und medizinischer
  zerischen Verbandes der Suchtfach-
leute (GREA). Heute ist er Direktor der
                                                   Innovationen die tragende Säule geblieben ist. Zudem werden die
         Hochschule für Soziale Arbeit             Diskurse dargestellt, welche die Arbeit von Medizin, Sozialarbeit,
                               in Genf.            Polizei und Justiz prägten und prägen. Von einer kohärenten Dro­
                           Frank Zobel             genpolitik, so das Fazit, kann nicht die Rede sein.
    MSc, ist Co-Leiter der Forschungs­
        abteilung von Sucht Schweiz.

                          September 2022          Peter-Paul Bänziger, Michael Herzig, Christian Koller,
                     Gebunden ca. 368 S.,
           ca. 50 Farbabb., ca. 35 Abb. sw.       Jean-Félix Savary, Frank Zobel
                   ca. CHF 38 / ca. EUR 38        Die Schweiz auf Drogen
                 ISBN 978-3-0340-1683-4
                                                  Szenen, Politik und Suchthilfe, 1965–2022
             ISBN 978-3-0340-1683-4

              9 3783034 016834
Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich
Die Sicht der Opfer

                                                                               Fürsorgerische Zwangsmassnahmen in der
                       Historischer Verein des Kantons Schaffhausen
                                                                               Schweiz werden seit einigen Jahren inten-
                       Marlon Rusch                                            siv erforscht. Doch es gibt blinde Flecken:
                       Versorgt                                                Schaffhausen blieb bis anhin von der For-
                       59 Opfer fürsorgerischer
                                                                               schung unberührt. Dabei lässt sich die
                       Zwangsmassnahmen                                        Thematik im kleinen Kanton wie in einem
                       im Kanton Schaffhausen
                                                                               Brennglas bündeln.
                                                                                Auch in Schaffhausen wurden Menschen auf unter­
                                                                                schiedliche Arten versorgt: Sie wurden in den Land­
                                                                                gemeinden auf Bauernhöfen verdingt, in Familien in der
                                                                                Stadt oder in Heimen und Anstalten p­ latziert. Vereinzelt
                                                                                kam es zu Einweisungen in die psychiatrische Klinik. Nun
                                                                                geben die Schicksale von 59 Betroffenen erstmals Einblick
                                                                                in ein Zwangssystem, das sich über ganz Schaffhausen
                                                                                spannte.
                                                                                Ein Laufmeter Akten im Staatsarchiv Schaffhausen birgt
                                                                                einen wertvollen Bestand: 59 Personendossiers von Men­
                     Marlon Rusch                           schen, die als Kinder oder Jugendliche bis 1981 Opfer von fürsorgerischen
 geboren 1987, ist Historiker und
                                                            Zwangsmassnahmen wurden. Die vor wenigen Jahren zusammengestellten
Journalist. Er leitet die Redaktion
der «Schaffhauser AZ» und arbei-                            Dossiers sollten es den Betroffenen ermöglichen, beim Bund Anspruch auf
            tet als freier Reporter.                        Entschädigungszahlungen zu erheben. Zum einen beinhalten sie behörd­
                                                            liche Akten aus der Zeit der Zwangsmassnahmen. Zum anderen umfassen sie
                                                            Gesprächsprotokolle, in denen die Betroffenen ihre Geschichte aus heutiger
                                                            Perspektive erzählen. Die Dossiers erlauben es, verschiedene Sichtweisen zu
                                                            konfrontieren. Dabei zeichnen sich Strukturen ab, und mancher Abgrund tut
                                                            sich auf.
                                                            Die Fallstudie entstand im Auftrag des Kantons Schaffhausen, der sich damit
                                                            einem dunkeln Kapitel seiner jüngsten Geschichte stellt.

                      Oktober 2022                          Marlon Rusch
               Gebunden ca. 160 S.,
                     ca. 15 Abb. sw.                        Versorgt
              Schaffhauser Beiträge                         59 Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen im Kanton Schaffhausen
            zur Geschichte, Band 94
             ca. CHF 32 / ca. EUR 32
        ISBN  978-3-0340-1697-1
           ISBN  978-3-0340-1697-1

             4
        9 783034 016971
Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich
Vom Umgang mit
                                                         Bedürftigen und Kranken

                      Thomas Meier | Sabine Jenzer | Martina Akermann
                      Birgit Christensen | Judith Kälin | Valérie Bürgy
                                                                               Diese Studie zum Kanton Zug beleuchtet
                                                                               nicht nur die problematischen Seiten der so-
                      FÜRSORGEN                         Soziale Fürsorge
                                                        im Kanton Zug          zialen Fürsorge. Zwar werden diese ebenfalls
                      VORSORGEN                         von der Mitte des
                                                        19. Jahrhunderts       in den Blick genommen, doch gilt das Inter-
                      VERSORGEN                         bis in die Gegenwart
                                                                               esse grundsätzlich allen von der Gesellschaft
                                                                               bereitgestellten Angeboten, zugesicherten
                                                                               Leistungen und verordneten Massnahmen für
                                                                               Menschen in Notlagen oder in Situationen,
                                                                               die als prekär eingestuft wurden.
                                                                               Das untersuchte Spektrum umfasst materielle Unterstüt­
                                                                               zung für Hilfsbedürftige und Versicherungsleistungen
                                                                               ebenso wie einschlägige Beratungsangebote und Vermitt­
                                                                               lungsdienste oder freiwillige bzw. erzwungene ambulante
                                                                               und stationäre Betreuung. Wer geriet in den Fokus der
                                                                               das Sozial- und Gesundheitswesen umfassenden sozialen
                                                                               Fürsorge? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen wur­
                                                                               den gesetzt? Welche Institutionen und Einrichtungen gab
                          Thomas Meier                   es, und welche öffentlichen und privaten Trägerschaften und Akteure waren
  Dr. phil., Historiker, Geschäftsführer
                                                         involviert? Wie erlebten Betroffene und Beteiligte die soziale Fürsorge, und
Beratungsstelle für Landesgeschichte.
                                                         wie gestaltete sich der Alltag in Fürsorgeeinrichtungen?
                          Sabine Jenzer                  Diese breite Herangehensweise an die Thematik ist der erstmalige Versuch,
 Dr. phil., Historikerin, Projektleiterin
 und wissenschaftliche Mitarbeiterin                     anhand eines überschaubaren Gemeinwesens, wie es der Kanton Zug dar­
    der Beratungsstelle für Landesge-                    stellt, soziale Fürsorge als komplexes, sich im Verlauf von 170 Jahren verän­
           schichte und der PH Luzern.
                                                         derndes Dispositiv von Nachfrage und Angeboten, von Akteurinnen und Ak­
                      Martina Akermann                   teuren und Handlungsoptionen zu fassen. Dass dabei nicht auf methodische
lic. phil., Historikerin, wiss. Archi­varin              Vorbilder zurückgegriffen werden kann, macht das Vorhaben gleichermassen
      im Staatsarchiv des Kantons Zug.
                                                         anspruchsvoll wie innovativ.
                      Birgit Christensen
       Dr. phil., lic. iur., freischaffende
              Philosophin und Juristin.

                          Judith Kälin
  Doktorandin an der Forschungsstelle
 für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
                der Universität Zürich.

                         Valérie Bürgy
              MA Kulturwissenschaften,
            freischaffende Historikerin.

                           Oktober 2022                  Thomas Meier, Sabine Jenzer, Martina Akermann,
                    Gebunden ca. 576 S.,
                             ca. 50 Abb.                 Birgit Christensen, Judith Kälin, Valérie Bürgy
                 ca. CHF 48 / ca. EUR 48                 Fürsorgen, vorsorgen, versorgen
                ISBN  978-3-0340-1693-3
             ISBN  978-3-0340-1693-3                     Soziale Fürsorge im Kanton Zug
                                                         von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart

             9 783034 016933
                        5
Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich
Fussball als Integration und
                              Identitätsstiftung

                                                 Sportvereine waren nach dem Ersten Welt-
                                                 krieg in der Schweiz eine Möglichkeit für die
                                                 jüdische Bevölkerung, ihre Zugehörigkeit
                                                 zur Schweizer Gesellschaft zu zeigen und zu
                                                 leben. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem
                                                 Zusammenbruch der alten Ordnung handelte
                                                 Europa neue Gesellschaftsmodelle aus. Die
                                                 Vorstellungen waren höchst unterschiedlich,
          FC Hakoah Zürich:                      aber Sport wurde dabei ein wichtiges Ele-
          Hundert Jahre Vielfalt,
         FUSSBALLCLUB
                                                 ment der Identitätsstiftung.
          Offenheit
         HAKOAH ZÜRICH und Toleranz
                                               1921/22 wurde der Fussballclub Hakoah Zürich gegründet.
                                               Die Beiträge zeigen am Beispiel des FC Hakoah, wie in den
                                               hundert Jahren von Vereinen, Verbänden und Verwaltung
                                               Offenheit und Vielfalt gepflegt wurden. Neben der Arbeit
                                               mit Archivquellen für die frühen Jahre wird viel Wert auf
                                               Oral History gelegt. Ein Gespräch mit Hakoahnern ver­
                              schiedener Generationen schliesst den Band ab.

                              Mit Beiträgen von Marc Blumenfeld, Simon Engel, Louis Friedmann,
                              Michael Jucker, Christian Koller, Thomas Metzger, Erik Petry, Simone Sattler,
                              Luca Stoppa

           November 2022      FC Hakoah Zürich (Hg.)
      Gebunden ca. 160 S.,
                ca. 65 Abb.
                              «De Stern ufem Herz, in Züri dihei»
    ca. CHF 32 / ca. EUR 32   Hundert Jahre Vielfalt, Offenheit und Toleranz
  ISBN 978-3-0340-1695-7

ISBN 978-3-0340-1695-7

     6 016957
9 783034
Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich
Der letzte Seminarrabbiner

                 | ROLAND KLEY |
                                                                 Der aus Ungarn stammende Hermann I.
                                                                 Schmelzer (1932−2020) kommt 1968 als
                 | AM RAND |                                     Rabbiner nach St. Gallen. Die jüdische Ge-
                                                                 meinde wurde seit ihrer Gründung 1863 von
                                                                 Kaufleuten geführt und hatte bis dahin bloss
                                                                 drei Rabbiner. Schmelzer entwickelt eine
                                                                 bewusste Politik kommunaler Selbstbehaup-
                                                                 tung. Sie soll die Gemeinde nach innen und
                                                                 aussen stärken. Er versteht sich dabei als
                                                                 «Seminarrabbiner».
                 Der Rabbiner Hermann I. Schmelzer und            Dieser Rabbinertypus hatte seine Anfänge im 19. Jahr­
                 die jüdische Gemeinde St. Gallen, 1968–2012
                                                                  hundert und war die historische Antwort des mittel­
                                                                  europäischen Judentums auf eine neue gesellschaftliche
                                                                  Herausforderung: den Anbruch der Moderne. Der Rab­
                                                                  biner sollte nicht länger bloss Talmud und Tora kennen,
                                                                  sondern akademisch gebildet sein, um die jüdische Ge­
                        Roland Kley               meinschaft beim Eintritt in die moderne, verwissenschaftlichte Welt zu
 Prof. DDr., geboren 1952, Lehrstuhl
                                                  unterstützen. So entstanden in Breslau, Berlin, Budapest und anderswo
 für Internationale Beziehungen an
   der Universität St. Gallen (1996–              besondere Rabbinerseminare. Die Geisteswissenschaften wurden Teil
   2017). Forschungsschwerpunkte:                 der rabbinischen Ausbildung und die «Wissenschaft des Judentums»
politische Theorie sowie Geschichte
      der Geistes- und Sozialwissen­              kam auf.
                            schaften.             Das Buch verknüpft die neuere Vergangenheit der jüdischen Gemeinde
                                                  St. Gallen mit der Biografie ihres langjährigen Rabbiners. Auf diese Weise
                                                  leistet es einen detailreichen Beitrag zur Gegenwartsgeschichte des
                                                  Schweizer Judentums und zum schweizerischen Rabbinat. Es schildert,
                                                  wie sich der Rabbinerberuf allmählich änderte, indem die Rabbinate der
                                                  schweizerischen Einheitsgemeinden eine orthodoxe Richtung nahmen.
                                                  Der europäische Seminarrabbiner verlor an Bedeutung und Schmelzer
                                                  wurde zu einem der Letzten seiner Art.

                          September 2022          Roland Kley
                      Gebunden ca. 288 S.,
                            ca. 18 Abb. sw.
                                                  Am Rand
                   ca. CHF 48 / ca. EUR 48        Der Rabbiner Hermann I. Schmelzer und die jüdische Gemeinde St. Gallen,
St. Galler Kultur und Geschichte, Band 43
                                                  1968–2012
                 ISBN 978-3-0340-1689-6
            ISBN 978-3-0340-1689-6

             9 7783034 016896
Herbst 2022 - Chronos Verlag Zeltweg 27 CH-8032 Zürich
Der weite Horizont eines
                                                      Frühaufklärers

                                                          URS B. LEU    Der Zürcher Universalgelehrte, Naturforscher
                                                                        und Arzt Johann Jakob Scheuchzer (1672–
                                                                        1733) ist hierzulande nahezu vergessen. Die
              Johann Jakob Scheuchzer
                                        (1672–1733)

                                                                        vorliegende Biografie erscheint anlässlich
                                                                        seines 350. Geburtstags. Anhand hunderter
                                                                        handschriftlicher und gedruckter Texte des
                                                                        17. und 18. Jahrhunderts skizziert und wür-
                                                                        digt dieses Buch sein Leben und Werk.
                                                            Scheuchzer machte sich vor allem um die Erforschung
                                                            der Alpen verdient, was sich in zahlreichen Publikationen
                                                            und in einer frühen Schweizer Karte niedergeschlagen
                            Pionier der Alpen- und          hat. Er setzte sich für die Beantwortung verschiedens­
                            Klimaforschung                  ter Fragestellungen aus Botanik, Geologie, Geschichte,
                                                            Glaziologie, Mineralogie, Paläontologie und Zoologie ein
                                                            und war der erste Schweizer, der barometrische Höhen­
                                                            messungen vornahm und ein meteorologisches Netzwerk
                                                            aufzubauen suchte. Aufgrund seiner Ausbildung an fort­
                         Urs B. Leu     schrittlichen Universitäten in Deutschland und Holland sowie seiner Mit­
 geboren 1961, promovierter Histo-
                                        gliedschaft in verschiedenen europäischen wissenschaftlichen Gesellschaf­
 riker und Leiter der Abteilung Alte
 Drucke und Rara der Zentralbiblio-     ten gelang es ihm, als Frühaufklärer das wissenschaftliche Niveau in seiner
thek Zürich sowie Dozent für Buch-      Heimatstadt anzuheben – obschon ihm als Vertreter des kopernikanischen
                        geschichte.
                                        Weltbilds oft ein harscher Wind seitens der orthodoxen Theologen entge­
                                        genblies. Auch seine Deutung der Fossilien, die er nicht mehr als Naturspiele,
                                        sondern als Relikte ehemaliger Lebewesen betrachtete, sowie sein vierbändi­
                                        ger naturwissenschaftlicher Kommentar zur Bibel liessen ihn über die Gren­
                                        zen der Eidgenossenschaft hinaus bekannt werden.

                      August 2022                     Urs B. Leu
             Gebunden ca. 204 S.,
                   ca. 55 Farbabb.                    Johann Jakob Scheuchzer (1672–1733)
           ca. CHF 38 / ca. EUR 38                    Pionier der Alpen- und Klimaforschung
         ISBN 978-3-0340-1690-2

       ISBN 978-3-0340-1690-2

             8
        9 783034 016902
Dokumente der Verbundenheit

                                                                                      Der Band «Eine Freundschaft» enthält im
                                        Jean Gebser
                                                                                      ersten Teil den Briefwechsel zwischen dem
                                        EINE FREUNDSCHAFT                             Philosophen und Dichter Jean Gebser und
                                        Der Briefwechsel mit Jean Rudolf von Salis
                                        Essays und Vorlesungen
                                                                                      dem Historiker Jean Rudolf von Salis. Er be-
                                                                                      ginnt im Jahr 1939, das Gebsers Lebensmitte
                                                                                      markiert, und dokumentiert eine sehr per-
                                                                                      sönliche, nahe Freundschaft bis zu Gebsers
    EINE FREUNDSCHAFT

                                                                                      Tod 1973.
                                                                                         Der Geschichtsprofessor und bestens vernetzte Chro­
                                                                                         nist der Weltgeschichte und Politik zeigt sich dem eher
                                                                                         verborgenen Deuter der Menschheitsgeschichte und
                                                                                         «Geschichtsschreiber des Unsichtbaren», wie Gebser die
                                                                                         Dichter nennt, tief verbunden.
                                                                                         Der zweite Teil umfasst zwei Vorlesungen, «Zur Ge­
                                                                                         schichte von Seele und Geist» (1947) und «Die neue
                                                                                         Weltsicht» (1953), die Gebser am Institut für angewandte
                                                                                         Psychologie in Zürich gehalten hat; die erste vor der Ver­
                         Jean Gebser                              öffentlichung des ersten Bandes seines Hauptwerks «Ursprung und Gegen­
  (1905–1973) hat als Dichter, Über-
                                                                  wart», die zweite unmittelbar nach dem Abschluss des zweiten Bandes. Sie
   setzer und Philosoph ein umfang-
    reiches und vielschichtiges Werk                              zeigen einen Autor, der sein Werk im mündlichen Kontakt mit dem Publi­
  hinterlassen, in dem sich ein durch                             kum entwirft und vergegenwärtigt. Die Distanz, die das Hauptwerk bewusst
tiefgreifende Wandlungen geprägtes
          Jahrhundert widerspiegelt.                              herstellt, fällt hier weg. Gerade darin liegt der heute noch spürbare Reiz dieser
                                                                  lebendigen Vorträge.
                                    Rudolf Hämmerli               Die Einführungen von Elmar Schübl und Rudolf Hämmerli geben dem Band
                         Dr. phil., ist Philosoph und
                                                                  den biografischen und philosophischen Kontext.
                                  Nachlassverwalter
                                     von Jean Gebser.

                        Elmar Schübl
  Dr. phil., studierte Geschichte und
    Philosophie und ist Privatdozent
 für Wissenschaftsgeschichte an der
                     Universität Graz.

                                        November 2022             Jean Gebser
                                   Gebunden ca. 356 S.,
                                         ca. 30 Abb. sw.          Eine Freundschaft
                                ca. CHF 48 / ca. EUR 48           Der Briefwechsel mit Jean Rudolf von Salis
                        Jean Gebser Reihe (JGR), Band 5
                              ISBN 978-3-0340-1687-2
                                                                  Essays und Vorlesungen
                           ISBN 978-3-0340-1687-2
                                                                  Herausgegeben von Rudolf Hämmerli und Elmar Schübl

                                9
                           9 783034 016872
Liechtenstein – Tschechien:
                                eine komplexe Beziehung

                    ARTHUR BRUNHART (HG.)
                                                    Mit der Aufnahme diplomatischer Be-
                                                    ziehungen zwischen dem Fürstentum
                              und                   Liechtenstein und der Tschechischen

                                            Adler
         Löwe

                                                    Republik im Jahr 2009 war die Einset-
                                                    zung der Liechtensteinisch-Tschechischen
                                                    Historikerkommission verbunden. Sie
                                                    fördert im Interesse des gegenseitigen
                                                    Verständnisses Forschungen, die sich mit
                                                    den geschichtlichen und gegenwärtigen
                                                    Verbindungen zwischen dem Fürstentum
                  Aspekte der böhmischen und        Liechtenstein beziehungsweise dem Haus
                     mährischen Geschichte
                    im europäischen Kontext         Liechtenstein und der Tschechischen Re-
                                                    publik in den Bereichen Wirtschaft, Kultur
                                                    und Gesellschaft befassen.
                                                     Die Kommission hat die thematisch breit gefächerten
                                Forschungserträge bereits in einer Reihe von Publikationen vorgelegt.
                                Die hier versammelten Beiträge gehen auf eine Tagung tschechischer His­
                                toriker in Liechtenstein zurück. Sie spannen einen weiten Bogen. Zur Spra­
                                che kommen etwa die Vorstellungen Kaiser Karls IV. betreffend die Einbin­
                                dung Böhmens in Mitteleuropa um 1348, die europäische Bedeutung des
                                rudolphinischen Manierismus im Prag des frühen 17. Jahrhunderts, der
                                Prager Ständeaufstand von 1618 und die Schlacht am Weissen Berg, die
                                Entstehung der Tschechoslowakei 1918, das Eindringen des Kommunis­
                                mus 1948 oder die Frage nach der heutigen Stellung Tschechiens in und zu
                                Europa.

                                Mit Beiträgen von Lenka Bobková, Tomáš Dvořák, Eliška Fučíková, Pe­
                                ter Geiger, Ondřej Horák, Tomáš Knoz, Ferdinand Trauttmansdorff.

              Oktober 2022      Arthur Brunhart (Hg.)
       Gebunden ca. 160 S.,
   ca. 50 Farbabb. und s/w.
                                Löwe und Adler
    ca. CHF 32 / ca. EUR 32     Aspekte der böhmischen und mährischen Geschichte
  ISBN 978-3-0340-1684-1
                                im europäischen Kontext
ISBN 978-3-0340-1684-1

       10
9 783034 016841
Handel im kalten Krieg

               Christina Lohm
                                CHRISTINA LOHM
                                                               1948, zwei Jahre nach der Wiederaufnahme
                                                               der diplomatischen Beziehungen, schloss
                         GESCHÄFTE                             die Schweiz einen Handelsvertrag mit der
                            MIT                                Sowjetunion, auf dessen Basis sich die Han-
                          MOSKAU                               delsbeziehungen erfolgreich entwickelten. In
                            Die Handelsbeziehungen
                                                               der Breschnew-Zeit, dem Hauptzeitraum der
                                   zwischen
                        der Schweiz und der Sowjetunion        Untersuchung, standen Handels- und Wirt-
                                                               schaftsfragen im Zentrum des schweizerisch-
                                  1964–1982
                                      aus
                             Schweizer Perspektive
                                                               sowjetischen Verhältnisses.
                                                                Sie bildeten ungeachtet des geringen Volumens die
                                                                stabilisierende Grundlage für die Beziehungen der bei­
                                                                den Länder im Ganzen und liessen nach dem Zerfall der
                                                                Sowjetunion schweizerische Unternehmen zu den ersten
                                                                Investoren in Russland werden.
                                                                Die vorliegende Studie basiert auf umfangreichem
                                                                schweizerischem Archivmaterial, im Fokus steht die
                   Christina Lohm           Bedeutung der wirtschaftlichen Beziehungen für die Schweiz. Die Entwick­
   hat an der Universität Zürich all­
                                            lung der Handelsbeziehungen wird chronologisch aufgezeigt und auf der
   gemeine Geschichte mit Schwer-
punkt Osteuropa, Betriebswirtschaft         wirtschaftspolitischen, der unternehmerischen und der personellen Ebene
  und russische Linguistik studiert.        untersucht. Ein Schwerpunkt liegt auf den Besonderheiten und Herausfor­
                                            derungen der Kooperation zweier komplett unterschiedlicher Systeme, der
                                            zentral verwalteten sowjetischen Staatswirtschaft und der liberal organisier­
                                            ten schweizerischen Privatwirtschaft.

                        Dezember 2022       Christina Lohm
                  Gebunden ca. 400 S.,
                         ca. 16 Abb. sw.
                                            Geschäfte mit Moskau
                ca. CHF 58 / ca. EUR 58     Die Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und der Sowjetunion 1964–1982
    Die Schweiz und der Osten Europas,
                                            aus Schweizer Perspektive
                                Band 13
             ISBN978-3-0340-1691-9
           ISBN     978-3-0340-1691-9

               11
           9 783034 016919
Vom Buchstaben zum Bit

                             Theo Mäusli                                   Viele Fachbegriffe und Konzepte der Compu-
           Marcel Behn

                                                                           tertechnik entstammen der Archivtradition.
                                                                           Umgekehrt bietet die Digitalisierung den
                                                   A                       Archiven völlig neue Möglichkeiten und stellt
                                                   R
                                                                           sie vor Herausforderungen. Wissensspeicher
                                                   C
                                                   H                       sind, gewollt oder ungewollt, in fast alle
                                                   I                       Lebensbereiche vorgedrungen. Dieses Buch
        «Aug’ in Auge»

                                                   V                       bietet einen Überblick über Kontinuitäten
                                                   E                       und Brüche der Archivpraktiken von den
                                            Von den Anfängen
                                                bis zu den
                                                                           Anfängen bis zur Gegenwart. Es will damit
                                                 digitalen
                                            Medienplattformen              auch zu einem kritischen Zugang von Ge-
                                                                           schichtswissenschaft und Digital Humanities
                                                                           zu ­neueren Quellen beitragen.
                                                                            Seit den ersten Zivilisationen versprechen Archive
                                                                            ­Authentizität, Integrität und Nachhaltigkeit von Informa­
                          Theo Mäusli                   tion. Sie sind damit unerlässlich für staatliche Ordnung, Identität, Rechtmä­
  Dozent an der Fernuni Schweiz und
                                                        ssigkeit, Kontinuität und wirtschaftliche wie kulturelle Entwicklung. Sie wer­
    der Università della Svizzera itali-
ana. Seit 2002 für die Digitalisierung                  den aber auch mit unheimlichen Kontrollsystemen und mit Macht assoziiert.
 der Archive der SRG tätig. Er ist Vor-                 Spätestens seit der Jahrtausendwende stehen die Archive im Zentrum des
 standsmitglied der Weltorganisation
       der Fernseharchive FIAT/IFTA.                    digitalen Wandels, sowohl als Wegbereiter als auch als Anwender. Auf der ei­
                                                        nen Seite ist das Aufbewahren, Einordnen, Dokumentieren und Zugänglich­
                                                        machen von Daten eine Kernfunktion der Computertechnik. Auf der anderen
                                                        Seite nehmen grundlegende Archivkonzepte der Sicherheit, des Originals
                                                        und des Zugangs zu den Informationen dank neuen Techniken ganz andere
                                                        Dimensionen an, die bislang an Zauberei zu grenzen scheinen. Vermehrt
                                                        kommt auf die Archive die Aufgabe zu, Orientierung im Netz der schier un­
                                                        begrenzt zugänglichen Daten aus der Vergangenheit und der Gegenwart zu
                                                        bieten, damit die befürchtete Inflation der Erinnerung nicht einfach alles zur
                                                        «Wahrheit» erhebt.

                                      Oktober 2022      Theo Mäusli
                               Gebunden ca. 160 S.,
                                     ca. 10 Abb. sw.
                                                        Archive
                             ca. CHF 28 / ca. EUR 28    Von den Anfängen bis zu den digitalen Medienplattformen
                           ISBN 978-3-0340-1692-6

                         ISBN 978-3-0340-1692-6

                             12
                         9 783034 016926
Neues Interesse
                                                          an Agrargeschichte

                                       Archiv für Agrargeschichte (AfA)
                                                                             Nach einer längeren Phase der historiogra-
           Marcel Behn

                                           Eigensinnig vernetzt
                                                                             fischen Marginalisierung steht die neuere,
                                                                             transnational ausgerichtete Geschichts-
                                                Spuren sichern und
                                                  Quellen erschliessen
                                                    in der neueren
                                                                             schreibung zum Agrarischen im Zeichen
                                                       Agrargeschichte
                                                                             vielfältiger Aufbrüche. In der Schweiz wurde
                                                                             diese Entwicklung im Wesentlichen vom
                                                                             Archiv für Agrargeschichte (AfA) angestossen
        «Aug’ in Auge»

                                                                             und geprägt.
                                                                             Das AfA hat sich in den letzten zwanzig Jahren zu einem
                                                                             wichtigen Knotenpunkt der historischen Beschäftigung
                                                                             mit der Agrarfrage in den Industriegesellschaften des
                                                                             19. und 20. Jahrhunderts entwickelt. Es wurde zu einer
                                                                             Schlüssel­institution für die Suche, Erschliessung und Ver­
                                                                             mittlung von Quellen und gleichzeitig zu einem Zentrum
                                                                             der Agrar­geschichtsschreibung.
                                                                             Der Band versammelt Beiträge aus zwei Jahrzehnten
                                                                             Quellenerschliessung, historischer Forschung und
                        Juri Auderset                     Wissensvermittlung im AfA. Darüber hinaus bietet er Stellungnahmen zu
 arbeitet als Assistenzdozent für die
                                                          diesen Tätigkeiten und historiografische wie archivhistorische Einordnungen
 Geschichte des 19. und 20. Jahrhun-
   derts am Historischen Institut der                     durch 15 Historiker*innen aus der Schweiz, Europa und den USA.
Universität Bern und ist im Archiv für
 Agrargeschichte mit Peter Moser für
             die Forschung zuständig.

                          Peter Moser
ist Initiant und Leiter des Archivs für
  Agrargeschichte, Vorstandsmitglied
  der European Rural History Organi-
 sation (EURHO) und der Agricultural
     History Society in den USA sowie
Präsident der European Rural History
            Film Association (ERHFA).

                   Claudia Schreiber
 leitet im Archiv für Agrargeschichte
  die Bereiche Archivierung, Records
   Management und Archivrecht. Zu-
dem verantwortet sie die technische
Weiterentwicklung der Onlineportale
                             des AfA.

                                    November 2022         Archiv für Agrargeschichte
                               Gebunden ca. 320 S.,
                                     ca. 13 Abb. sw.
                                                          Eigensinnig vernetzt
                            ca. CHF 48 / ca. EUR 48       Spuren sichern und Quellen erschliessen in der neueren Agrargeschichte
                          ISBN 978-3-0340-1694-0

                         ISBN 978-3-0340-1694-0

                                13
                         9 783034 016940
Ort der gepflegten Freundschaft

                                                            Den Club zur Geduld gründete der Winterthu-
                                                            rer Kunstsammler und Mäzen Oskar Reinhart
           MATTHIAS FREHNER

           Treffpunkt des                                   (1885–1965) vor hundert Jahren als Ort, wo
           Winterthurer Bürgertums                          er mit Gleichgesinnten seine Idee einer auf
           Hundert Jahre Club zur Geduld                    Solidarität und Freundschaft beruhenden
                                                            soziokulturellen Lebensgemeinschaft ver-
                                                            wirklichen konnte. Rasch weitete sich der
                                                            Kreis privater Freunde zu einer Gemeinschaft
                                                            der kulturell aufgeschlossenen Winterthu-
                                                            rer Bürgerfamilien. Der Club ist seit seiner
                                                            Gründung nicht nur privaten Bedürfnissen
                                                            vorbehalten, sondern bietet auch Wirtschaft,
                                                            Kultur und Politik Möglichkeiten, Gäste aus
                                                            dem In- und Ausland zu empfangen.
                                                               Die aus zwei zusammengelegten repräsentativen Wohn­
                    Matthias Frehner      häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert bestehende «Geduld» konzipierte
 geboren 1955, Dr. phil., Kunsthisto-
                                          Reinhart, der sich in London und Indien für das englische Clubleben begeis­
   riker. 2002−2016 Direktor Kunst-
museum Bern, 2016−2018 Direktor           tert hatte, als «Gesamtkunstwerk». Die architektonische Neugestaltung der
     der Sammlungen Kunstmuseum           Räume, selbst entworfene Innenarchitektur sowie erlesene Antiquitäten und
Bern – Zentrum Paul Klee, seit 2018
              als freier Kurator tätig.   Kunstwerke verliehen den jeweiligen Begegnungsorten ein einmaliges Am­
                                          biente. Jeder Raum erhielt so ein seiner Funktion entsprechendes Gepräge.
                    Thomas Telley         Die Publikation beleuchtet den Club zur Geduld, ihren Gründer Oskar Rein­
 geboren 1975, Architekturfotograf.
                                          hart und das vielfältige Clubleben seit den Anfängen. Im ersten Teil wird die
 Zahlreiche Publikationen und Aus-
                      zeichnungen.        Geschichte des Clubs zur Darstellung gebracht: seine Gründung, die Ausstat­
                                          tung der Räume, das Clubleben, die Gäste, die Bedeutung des Clubs im Leben
                                          der Stadt. Sodann ermöglicht der Band einen Rundgang durch die kostbaren
                                          Interieurs, die Thomas Telley in eindringlichen Aufnahmen vergegenwärtigt.
                                          Matthias Frehner erläutert den Gesamtcharakter des jeweiligen Raums und
                                          stellt die enthaltenen Kunstwerke vor.

                         Oktober 2022     Matthias Frehner
                  Gebunden ca. 160 S.,
                      ca. 140 Farbabb.    Treffpunkt des Winterthurer Bürgertums
                ca. CHF 38 / ca. EUR 38   Hundert Jahre Club zur Geduld
              ISBN 978-3-0340-1686-5
           ISBN 978-3-0340-1686-5

            9 783034 016865
                   14
Psychisch kranke Kinder
                                                   kurieren

                                                                        Um 1900 entdeckte nicht nur die Psychia­
         PATRICK BÜHLER

                                           PATRICK BÜHLER
                                                                        trie, sondern auch die Pädagogik psychisch
                                                                        anormale Kinder. Die Schule übernahm
                                           SCHULE ALS                   mehr und mehr auch eine «therapeutische»
                                           SANATORIUM                   Funktion: Schulpsychologen und -psych­ia­
                                           PÄDAGOGIK, PSYCHIATRIE UND
                                           PSYCHOANALYSE, 1880–1940     ter wurden eingestellt, spezielle Klassen
                                                                        für «psychopathische» Kinder eröffnet und
                                                                        Heime für «nervöse» Kinder gegründet.
     SCHULE ALS SANATORIUM

                                                                        So offensichtlich es schien, dass es diese
                                                                        Kinder gab, so unklar war, was ihre Anor-
                                                                        malität ausmachte. Diese Unsicherheit
                                                                        stellte sich jedoch nicht als Hindernis dar,
                                                                        sondern bildete im Gegenteil die Grundlage
                                                                        für höchste professionelle und präventive
                                                                        Ansprüche.
                      Patrick Bühler               Die Psychopathologie wurde Teil der Schule, eine «klinische» Pädagogik
    ist Professor für allgemeine und
                                                   entstand. Dieser Wandel ging mit einschneidenden institutionellen Ver­
historische Pädagogik an der Päda­
  gogischen Hochschule FHNW und                    änderungen, einem neuen psychodiagnostischen und therapeutischen Wis­
Mitglied des Instituts für Bildungs-               sen und den dazugehörigen Praktiken einher. Schulärztliche Dienste führten
     wissenschaften der Universität
                               Basel.              Intelligenztests und Reihenuntersuchungen durch, in schulpsychologischen
                                                   Beratungsstellen wurden Kinderzeichnungen durchleuchtet und mit Eltern
                                                   und Kindern Gespräche geführt, Lehrkräfte stritten leidenschaftlich über Psy­
                                                   choanalyse und Schulkinder unterzogen sich Psychotherapien.

                           Oktober 2022            Patrick Bühler
                    Gebunden ca. 224 S.,
           ca. 2 Farbabb., ca. 2 Abb. sw.          Schule als Sanatorium
                 ca. CHF 38 / ca. EUR 38           Pädagogik, Psychiatrie und Psychoanalyse, 1880–1940
Historische Bildungsforschung, Band 12
              ISBN 978-3-0340-1685-8
          ISBN 978-3-0340-1685-8

                             9 783034
                                 15   016858
Sexarbeit in Szene gesetzt

                                                                                              In vielen zeitgenössischen Drag-Perfor-
           Daniel Inäbnit

                                                                                              mances fällt ein überaus subversiver,
                               MATERIALIEN DES ITW BERN

                                                                                              sexpositiver, aber auch euphemistischer
                                                                                              Umgang mit vestimentären und lingu-
                                                                                              istischen Zeichen auf, die sich im Asso-
                                                                                              ziationsfeld der Prostitution bewegen.
                                                                                              Die Studie geht der Frage nach, wie und
       Angebliche Huren

                                                          Daniel Inäbnit
                                                                                              warum Drag-Performer*innen dergestalt
                               Angebliche Huren                                               häufig Referenzen auf Sexarbeit herstel-
                               Prostitutionskoketterie in zeitgenössischen
                               Drag-Performances                                              len und entsprechend inszenieren.
                                                                                               Damit verbunden ist die Frage, wie sich Drag-­
                                                                                               Performances aktuell überhaupt definieren lassen und
                                                                                               welche etablierten theaterwissenschaftlichen Kon­
                                                                                               zepte sich für eine solche Beschreibung als produktiv
                                                                                               erweisen können. Drag-Performances stellen eine
                                                                                               aussergewöhnliche und oft missverstandene Form der
                    Daniel Inäbnit                                         auf eine Bühne gebrachten Darstellung von Gender dar.
promovierte in Theaterwissenschaft
                                                                           Anhand ausgewählter Aufführungsbeispiele wird veranschaulicht, in­
 und Gender-Studies an der Univer-
                        sität Bern.                                        wiefern Bezugnahmen auf Sexarbeit im Drag keineswegs Inszenierun­
                                                                           gen von misogynen Klischees darstellen, sondern sich vielmehr aus
                                                                           gemeinsamen Marginalisierungserfahrungen speisen. Dabei zeigen
                                                                           sich deutliche Analogien zu Diskursen in Bezug auf weiblich gelesene
                                                                           Bühnendarsteller*innen, wie sie im deutschsprachigen Raum um 1900
                                                                           erstmals als prekär Beschäftigte beschrieben werden.

                        Dezember 2022                                      Daniel Inäbnit
                   Gebunden ca. 426 S.,
                         ca. 41 Farbabb.                                   Angebliche Huren
                ca. CHF 58 / ca. EUR 58                                    Prostitutionskoketterie in zeitgenössischen Drag-Performances
            Materialien des Instituts für
Theaterwissenschaft Bern (ITW), Band 20
           ISBN 978-3-0340-1688-9
              ISBN 978-3-0340-1688-9

                            9 783034
                                16
                                     016889
Abhängig oder eigenständig?

                         Dominik Müller, Ralph Müller,
                                                                     Ein Gang durch die Reihe der Schweizer
                         Daniel Rothenbühler, Hubert Thüring (Hg.)
                                                                     Autorinnen und Autoren zeigt, wie facetten-
                                                                     reich, problembehaftet und ambivalent deren
                         Literatur und
                                                                     Beziehungen zu Institutionen sind. Neunzehn
                         Institutionen
                         Deutschschweizer Literatur
                                                                     Beiträge untersuchen die Bandbreite und
                         zwischen                                    Dichte der literarischen Auseinandersetzung
                         Heteronomie und Autonomie
                                                                     und durchmessen die Institutionenlandschaft
                                                                     der modernen Schweiz.
                                                                       Die Beiträge reichen von den Zeitschriften der Helvetik,
                                                                       der Konstituierung der akademischen Literaturwissen­
                                                                       schaft oder der öffentlichen Literaturförderung (Schweize­
                                                                       rische Schillerstiftung) über die Gründung von Berufsver­
                                                                       bänden bis hin zur Herausbildung der Jugendliteratur mit
                                                                       Lisa Tetzner und Kurt Held, und sie beleuchten Fallbei­
                                                                       spiele wie die Auftragslyrik Conrad Ferdinand Meyers, das
                                                                       Verhältnis von Hermann Burger zur Schweizer Armee und
                                                                       von Thomas Hürlimann zur Kirche sowie die Institutio­
                       Dominik Müller             nenkritik bei Emmy Hennings, Carl Albert Loosli, Annemarie Schwarzenbach,
Dr. phil., Literaturwissenschaftler mit
                                                  Friedrich Dürrenmatt oder Walter Matthias Diggelmann. Neben historischen
  den Schwerpunkten Schweizer Lite-
 ratur, Intermedialität und Editionen.            und medientheoretischen Ansätzen, welche die äusseren Verbindungen zu
                                                  Institutionen analysieren, kommen Ansätze zur (kritischen) Performanz und
                           Ralph Müller           (Selbst-)Reflexion von Institutionalität in soziologischer, rechtstheoretischer,
Prof. Dr. phil., ist ordentlicher Profes-
                                                  anthropologischer und psychologischer Hinsicht zum Zug. Und schliesslich
 sor für germanistische Literaturwis-
   senschaft und ihre Didaktik an der             werden, neuen Konzepten folgend, Narrative in funktionaler Analogie zu
        Universität Freiburg/Schweiz.             Institutionen beziehungsweise institutionellem Handeln betrachtet, womit
                                                  Fiktionen selbst als konstitutive Faktoren sozialen und politischen Handelns
                  Daniel Rothenbühler             deutbar werden.
Dr. phil., ist Literaturwissenschaftler
mit Schwerpunkt Schweizer Literatur
       vom 19. Jahrhundert bis in die
                            Gegenwart.

                        Hubert Thüring
 Prof. Dr. phil., ist Universitätsdozent
für neuere deutsche Literaturwissen-
       schaft an der Universität Basel.

                        September 2022            Dominik Müller, Ralph Müller, Daniel Rothenbühler, Hubert Thüring (Hg.)
                    Gebunden ca. 336 S.,
                          ca. 4 Abb. sw.          Literatur und Institutionen
                 ca. CHF 48 / ca. EUR 48          Deutschschweizer Literatur zwischen Heteronomie und Autonomie
                ISBN 978-3-0340-1702-2

             ISBN 978-3-0340-1702-2

             9 783034
                  17  017022
Briefe zwischen
                                         Hoffen und Bangen

                                                                       Ende der 1920er-Jahre erkranken in
                                           Museum für Kommunikation,
                                                                       der Familie Fröhlich aus Oberglatt drei
                                                                       von vier Kindern an Tuberkulose – wie
                                           Kurt Stadelmann (Hg.)

                                                                       ihre Mutter zuvor auch. In der Schweiz
                                                                       herrscht die ­Weisse Pest.
              An                                                   «Wer sagt mir, wie lange ein Mensch leben kann, so
              Tuberkulose                                          wie ich es jetzt tue? Das möchte ich wohl wissen und

              erkrankt                                             wo der Weg endet?», schreibt Emmy Fröhlich nach
                                                                   dem Ausbruch ihrer Krankheit. Und weiter: «Wer mit
                Briefe der Geschwister Fröhlich
                aus dem Sanatorium Davos-Clavadel
                                                                   zwanzig Jahren auf dem toten Punkt angelangt ist, der
                (1928–1935)
                                                                   ist wahrhaftig nicht zu beneiden. Wer so nervös und
                                                                   innerlich zerrissen ist, wie ich es bin, dem die Gedan­
                                                                   ken davonrennen in wilder Hast, dem der Verstand zu
                                                                   schwinden beginnt.» Bruder Hans und Schwester Ger­
                                                                   trud teilen Emmys Schicksal und müssen über Monate
                                                                   und Jahre zur Kur in die Höhenluft nach Clavadel. Nur
                                                                   Gertrud überlebt und verwahrt die zahlreichen Briefe,
                                                                   welche die Geschwister zwischen 1928 und 1935 unter
                  Kurt Stadelmann              sich austauschen, bei sich zu Hause.
Ausstellungskurator am Museum für
                                               Dieser Nachlass zeichnet ein getreues Bild von jungen Menschen, die an
           Kommunikation in Bern.
                                               Tuberkulose erkranken und gezwungen sind, ein Leben zu führen zwi­
                                               schen Hoffen und Bangen.

                      November 2022      Museum für Kommunikation, Kurt Stadelmann (Hg.)
                 Gebunden ca. 288 S.,
                       ca. 30 Abb. sw.
                                         An Tuberkulose erkrankt
               ca. CHF 38 / ca. EUR 38   Briefe der Geschwister Fröhlich
      Schriftenreihe des Museums für
                                         aus dem Sanatorium Davos-Clavadel (1928–1935)
                 Kommunikation, Bern
             ISBN  978-3-0340-1701-5
        ISBN 978-3-0340-1701-5

                18
         9 783034 017015
Intellektuelle Landschaften

                                                                         Korrespondenzen von Autorinnen und Auto-
                                                                         ren lassen sich nicht nur als Zeugnisse eines
                                                                         bilateralen Austauschs, sondern auch als Netz-
                                                                         werke betrachten. Ins Zen­trum der Aufmerk-
                                                                         samkeit rücken Netzwerke durch die digitalen
                                                                         Erschlies­sungsformen und überinstitutionel-
                                                                         len Plattformen, die dynamische Darstellun-
                                                                         gen der Verknüpfung von Briefabsendern und
                                                                         -empfängern und neue Formen der Briefedi-
                                                                         tion ermöglichen.
                                                               Dabei stellt sich die Frage, wie ein Korrespondenznetz­
                                                               werk – etwa gegenüber einer Publikation von «bilateralen»
                                                               Briefwechseln – theoretisch erfasst, editorisch abgebildet
                                                               oder digital visualisiert werden kann.
                                                               In Einzelstudien werden die Konsequenzen der Netzwerk­
                                                               bildung und -abbildung für die Philologien und die Digital
                     Fabien Dubosson                           Humanities reflektiert und ausgewählte Korrespondenz­
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am
                                             netzwerke in der deutschsprachigen und französischsprachigen Literatur des
 Schweizerischen Literaturarchiv und
 Assistent am Institut de langue et de       20. Jahrhunderts analysiert. Gezeigt wird, wie sich Korrespondenznetzwerke
 littérature françaises der Universität      konstituieren, wie Autorinnen und Autoren ihren Platz in diesen finden und
                                 Bern.
                                             welchen (symbolischen und materiellen) Nutzen sie daraus ziehen können.
                    Lucas Marco Gisi
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am
 Schweizerischen Literaturarchiv und
Lehrbeauftragter für neuere deutsche
         Literaturwissenschaft an der
               Universität Neuenburg.

                      Irmgard M. Wirtz
      ist Leiterin des Schweizerischen
  Literaturarchivs und Privatdozentin
        am Institut für Germanistik der
                       Universität Bern.
                                       .

                                Mai 2022     Fabien Dubosson, Lucas Marco Gisi, Irmgard M. Wirtz (Hg.)
           Klappenbrosch. 306 S., 38 Abb.
                               CHF 19.90
                                             Briefe im Netzwerk / Lettres dans la toile
Beide Seiten. ISBN
              Autoren978-3-0340-1681-0
                       und Wissenschaftler   Korrespondenzen in Literaturarchiven (20. Jahrhundert) /
                      im Gespräch, Band 7
                                             Les réseaux épistolaires dans les archives littéraires (XXe siècle)
                 ISBN 978-3-0340-1681-0
                                             Vertrieb in Deutschland über den Wallstein Verlag

             9 783034 016810

                     19
Creative Saga Form

                                                                                                  When the genre of the medieval Icelan-
          11

                                                                                                  dic saga emerged out of the confluence
                 mediävistische perspektiven

                                                                                                  of Latin learned prose and vernacular
                                                                                                  oral traditions during the course of the
                                                                                                  late twelfth and thirteenth centuries, a
                                                                    Judy Quinn

                                                       The Creativity Paradox
                                                       Verse Quotation in the Íslendingasögur
                                                                                                  novel form of prosimetrum was crafted.
        Andrew James Johnston • Beowulf global

                                                                                                    In The Creativity Paradox: Verse Quotation in the
                                                                                                    Íslendingasögur Judy Quinn explores the creative
                                                                                                    ways in which narrators of the Sagas of Icelanders
                                                                                                    exploited traditional oral art forms within the still
                                                                                                    fledgling literary genre of the prose saga.
                                                                                                    The juxtaposition of the convergent flow of prose
                                                                                                    narration with the divergent mode of poetic recita­
                                                                                                    tion by saga figures is to some degree the aesthetic
                                                                                                    hallmark of the saga form, inventively explored by
                                                                                                    different authors, scattered across the island and
                                                                                                    across decades — and indeed centuries — as the
                         Judy Quinn                                           corpus of Íslendingasögur was amassed.
is Professor of Old Norse Literature
                                                                              Because the complexity of dróttkvætt utterance is often at odds with
 in the Department of Anglo-Saxon,
  Norse & Celtic at the University of                                         the linear narrative mode of prose, a variety of paradoxes can arise: of
                         Cambridge.                                           contradiction, of discontinuity and of redundancy and excess. Moreo­
                                                                              ver, once the richly divergent nature of skaldic composition is embed­
                                                                              ded in prose, the divergent energies of the stanzas alter the rhythm
                                                                              of narration and create discursive entanglements of various kinds. It
                                                                              is out of the resultant trope of paradox that the particular creativity of
                                                                              saga narration in the Íslendingasögur can be located, in the innovative
                                                                              merging of two conventions, the learned mode of prose narration with
                                                                              the traditional, oral mode of poetic composition and performance. As
                                                                              saga authors pioneered a new literary genre, the capabilities of each
                                                                              form — of prose narration and of the quoted skaldic stanza — were
                                                                              explored and literary synergies were created.

                       November 2022                                          Judy Quinn
                   Broschiert ca. 48 S.,
                            ca. 10 Abb.                                       The Creativity Paradox
                      CHF 15 / EUR 15                                         Verse Quotation in the Íslendingasögur
  Mediävistische Perspektiven, Band 14
              ISBN 978-3-0340-1696-4
         ISBN 978-3-0340-1696-4

                                                 9 783034
                                                     20 016964
Die Fremde neu erfahren

                                        Oriana Schällibaum
                                                                                           Ab den 1980er-Jahren sind im deutschen
                                                                                           Sprachraum vermehrt Rewritings histori-
                 Wahre Erfindungen

m ver-

                                                                                           scher Reisen erschienen. Die Texte operieren
  Texte
 vma-
 e-

                                                                                           auf mehreren Zeitebenen, indem sie Archiv-
 hen
 nd
ogi-
                                                   Wahre Erfindungen
r lite-
n setzt
                                                   Medialität und Verschränkung
                                                   in Reisetexten der Gegenwart
                                                                                           material in Form von Expeditionsberichten,
                                                                                           Briefen, Tagebüchern oder Fotografien ein-
 n
 nd
 rmitt-

                                                                                           binden. In den literarischen Nachreisen las-
 istisch
 utiert
Fin-

                                                                                           sen sich Momente der Welthaltigkeit und der
 en
 ser

                                                                                           Authentizität finden, die im Widerstreit zu
                                                                                           poetologischen und metafiktionalen Tenden-
                  Oriana Schällibaum

                                                                                           zen stehen.
                                                                                              Die Studie bietet nicht nur eine Analyse ausgewählter
                                                                                              literarischer Werke zum «Er-Fahren» der Fremde, sondern
                                                                                              setzt die literarisierten Forschungs- und Entdeckungs­
                                                                                              reisen auch zueinander in Beziehung. Die Autorin ver­
                                                                                              folgt einen text- und medienanalytischen Ansatz, da das
                          Oriana Schällibaum                            Ausstellen von Vermittlungsprozessen für diese Texte hochgradig charakte­
           MA, MSc, studierte Physik, deutsche
                                                                        ristisch ist – ein ­Aspekt, der in der Forschung bisher nicht diskutiert wurde.
            Literaturwissenschaft und indoger-
              manische Sprachwissenschaft an                            Die Verschränkung von Archivalischem und Fingiertem verleiht den Texten
            der Universität Zürich. 2014–2017                           einen komplexen medialen Status. Medialität kann als Raum oder Bedingung
           war sie Mitarbeiterin im nationalen
             Forschungsschwerpunkt «Medien-                             dieser Verschränkung gefasst werden.
           wandel – Medienwechsel – Medien-
            wissen. Historische Perspektiven».

                                     August 2022                        Oriana Schällibaum
                            Broschiert ca. 420 S.,
                                    ca. 7 Abb. sw.                      Wahre Erfindungen
                          ca. CHF 58 / ca. EUR 58                       Medialität und Verschränkung in Reisetexten der Gegenwart
                 Medienwandel – Medienwechsel –
                          Medienwissen, Band 44
                        ISBN978-3-0340-1700-8
                     ISBN     978-3-0340-1700-8

                                            21 017008
                                       9 783034
Interessenkonflikte
                                                                            in den Alpen

                                        Histoire des Alpes
                                                                                                        In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
                                        Storia delle Alpi
                                        Geschichte der Alpen
                                                                                                        bestimmten die europäische Einigung und
                                                                                                        die Ökologisierung die Geschichte der Al-
                                                                                                        pen. Die hier vereinten Beiträge nähern sich
                                                                                                        diesen Prozessen über die Untersuchung
       2022/27

                                                                                                        von Konflikten im Spannungsfeld zwischen
                                                                                                        internen und externen Nutzungsansprüchen
                                                                                                        sowie Nutzung und Nichtnutzung alpiner
                                        2022                   Conflits d’usage depuis 1950
  Conflits d’usage depuis 1950
        Conflitti d’uso dal 1950
   Nutzungskonflikte seit 1950

                                        /27                    Conflitti d’uso dal 1950
                                                               Nutzungskonflikte seit 1950
                                                                                                        Regionen.
                                                                                                        Sie thematisieren Fragen nach der gesteigerten Bedeu­
                                                                                                        tung «ungenutzter Natur», den europäischen Ansprü­
                                                                                                        chen an und Einflüssen auf den Alpenraum, den Ver­
                                                                                                        änderungen lokaler Nutzungsformen und den daraus
                                                                                                        resultierenden Dynamiken.

                                   Inhalt

                                   Romed Aschwanden, Maria Buck, Patrick                      Valerie Braun, Andreas Haller: Entste­      dépendances de sentie autour du Lac
                                   Kupper, Kira J. Schmidt: Einleitung:                       hungsverläufe von Naturparks am             d’Émossons (1953–1975)
                                   Nutzungskonflikte im Alpenraum                             Beispiel Tirols in den österreichi­         Fabian Zimmer: Renegotiating the
                                   seit 1950                                                  schen Alpen                                 public interest. EDF’s alpine hydropo­
                                   Jon Mathieu: Mountain Wilderness –                         Christina Pichler-Koban, Michael Jung-      wer constructions and industrial film
                                   mit einem Begriff die Alpen vertei­                        meier: Von der Verlegenheitslösung          (1940s–1960s)
                                   digen                                                      zur internationalen Modellregion. Die       Blaž Komac, Matija Zorn: Hydropower
                                   Elisa Frank, Nikolaus Heinzer: Emotions­                   Nutzungs- und Konfliktgeschichte            landscape in the Slovenian Alps: Pros
                                   praktiken und Relationierungsmodi.                         der Nockberge zwischen Hoteldorf            and Cons for the Construction of
                                   Kulturanthropologische Perspektiven                        und Biosphärenpark (1970 bis 2020)          Hydropower Plants in the Upper Soča
                                   auf Wolfskonflikte im Alpenraum                            Giulia Beltrametti, Vittorio Tigrino:       Valley
                                   Raphael Gerhardt: Bayern und das                           Ridefinizione dei diritti, della località   Romed Aschwanden, Maria Buck, Kira J.
                                   Bergbauernprogramm von 1975.                               e delle fonti naturali attraverso i con­    Schmidt: Dicke Luft in den Alpen. Wi­
                                   Wissenschaftliche Expertise und                            flitti istituzionali. Un caso di studio     derstand gegen den Transitverkehr
                                   subnationale Akteure in der europäi­                       nelle Alpi Marittime                        an Brenner und Gotthard
                                   schen Agrarpolitik                                         Martin Stuber: Milchpipeline und            Emma-Sophie Mouret: Un réseau routier
                                   Martin Zückert: Die Landwirtschaft in                      Schneekanonen. Gemeinschaftliches           sous tension: enjeux et conflictu­
                                   den slowakischen und österreichi­                          Eigentum und integrierte Raumord­           alités de la gestion des routes de
                                   schen Bergregionen. Akteur regiona­                        nung auf den Churer Alpen in Arosa          montagne. L’exemple du Vercors
                                   ler Transformation oder Problemfall                        Sebastian De Pretto: Pas d’espace pour      (1970–2020)
                                   in Nutzungskonflikten?                                     le conflit? Structures de pouvoir et

                   September 2022                                           Romed Aschwanden, Maria Buck, Patrick Kupper, Kira J. Schmidt (Hg.)
              Broschiert ca. 296 S.,
                     ca. 38 Abb. sw.
                                                                            Conflits d’usage depuis 1950
            ca. CHF 38 / ca. EUR 38                                         Conflitti d’uso dal 1950
Geschichte der Alpen – Histoire des
                                                                            Nutzungskonflikte seit 1950
  Alpes – Storia delle Alpi, Band 27
      ISBNISBN978-3-0340-1682-7
                978-3-0340-1682-7
                  ISSN 1660-8070

                                            22
                                   9 783034 016827
Was ist Arbeit?

                                 Monika Dommann, Juan Flores, Kristina Schulz, Simon Teuscher (Hg.)
                                                                                                              Neue technische Möglichkeiten wie digitale
                                 Arbeit im Wandel
                                                                                                              Plattformen oder Roboter verändern derzeit
                                 Technische Umbrüche, soziale Konflikte und
                                 geopolitische Herausforderungen                                              auf radikale Art und Weise die Bedingungen,
                                 Travail en mutation                                                          die Wahrnehmung und die Charakteristiken
                                 Changements technologiques, conflits sociaux et
                                 tensions géopolitiques
                                                                                                              von Arbeit.
                                                                                                              Gleichzeitig hat sich das Verständnis von Arbeit durch
                                                                                                              feministische Kritik am Konzept der Lohnarbeit oder
                                                                                                              durch sozial- und globalhistorische Studien zu Formen
                                                                                                              von unfreier Arbeit gewandelt; die historische Migrations­
                                                                                                              forschung hat gezeigt, dass Arbeitsmigration der histori­
                                                                                                              sche Normal­fall war.
                                                                                                              Die Beiträge im Band orientieren sich an diesen konzep­
                                                                                                              tio­nellen Debatten. Sie untersuchen in historischen
                                                                                                              Fallstudien soziale Konstellationen von Arbeit von der Zeit
                                                                                                              des frühen Kolonialismus und dem Wandel der Agrar­
                                 Schweizerisches Jahrbuch für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
                                 Annuaire suisse d’histoire économique et sociale
                                                                                                              systeme bis zur digitalen Transformation. Dabei gera­
                                                                                                              ten Beziehungen zwischen Menschen und Tieren oder
                                                                                                              ­Maschinen und Menschen genauso ins Blickfeld wie
                                                                                                               Arbeitskämpfe, Geschlechterverhältnisse und die Rolle
                                                                                                               von Wissen in Arbeitsprozessen.

                 Inhalt                                                                               Jessica Richter: Wer arbeitet beim      Empirische Evidenzen und soziale
                                                                                                      Bauern eigentlich? Hierarchisierung     Kontexte
                 Juri Auderset: Taylor im Geist, agrari­                                              landwirtschaftlicher Arbeitskräfte in   Jonas Wenger: Producing Oil Wor­
                 sches «Faktorengewirre» vor Augen.                                                   der Krankenversicherung (Niederös­      kers. The Oil Industry in the Photo
                 Konrad von Meyenburg und die He­                                                     terreich, 1918–1938)                    Albums of the Anglo-Persian Oil
                 rausforderungen der landwirtschaft­                                                  Lena Kaufmann: «Today There are         Company
                 lichen Arbeitsforschung, 1890–1950                                                   Ploughing Machines, That’s Qui­         Julian Miguez: Zwangsarbeit und
                 Jennifer Burri: Prekär, mobil, weiblich.                                             cker!» The Transformation of            Abstammung im kolonialen Anden­
                 Migrantische Hausangestellte in                                                      Agricultural Working Knowledge in       raum
                 Basel, 1950–1980                                                                     Post-Reform China                       Séveric Yersin: Le contrôle des mala­
                 Larissa Schüller: Lärm, Lampen und                                                   Mirco Melone: In den Schaltzen­         dies infectieuses sur le lieu de travail
                 Stöpsel. Theoretisch-methodische                                                     tralen der «Informationsgesell­         en Suisse de la fin du XIXe siècle à la
                 Annäherungen an Praktiken und                                                        schaft». Eine Sozialgeschichte der      fin de la Première Guerre mondiale
                 Affekte der Arbeit in den Schweizer                                                  Mediendokumentalist*innen
                 Telefonzentralen am Anfang des                                                       Sandra Ujpétery: Die «Verdienstlosig­
                 20. Jahrhunderts                                                                     keit» nach dem Ende der Handspin­
                 Frédéric Deshusses: Les typographes                                                  nerei Anfang des 19. Jahrhunderts
                 et l’innovation technique autour de                                                  Peter Moser, Hans-Ulrich Schiedt: Ar­
                 1968                                                                                 beitstiere im langen 19. Jahrhundert.

                               November 2022
                         Broschiert ca. 288 S.,                     Monika Dommann, Juan Flores, Kristina Schulz, Simon Teuscher (Hg.)
                ca. 12 Farbabb., ca. 5 Abb. sw.                     Arbeit im Wandel
                       ca. CHF38 / ca. EUR 38
Schweizerisches Jahrbuch für Wirtschafts- und
                                                                    Technische Umbrüche, soziale Konflikte und geopolitische Herausforderungen
 Sozialgeschichte / Annuaire suisse d’histoire                      Travail en mutation
              économique    et sociale, Band 37
                ISBN 978-3-0340-1703-9                              Changements technologiques, conflits sociaux et tensions géopolitiques
                     ISBN 978-3-0340-1703-9

                9 783034
                     23 017039
Schweizerisches Archiv für                                                                                                                     Schweizerisches Archiv                                                                                                                   Schweizerisches Archiv

                                                                                                                                   SAVk ASTP

                                                                                                                                                                                                                                                                            SAVk ASTP
                                                    117:1 (2022)

                                                                                                                                                                                             117:2 (2021)
Volkskunde / Archives suisses des                                                                                                              für Volkskunde
                                                                                                                                               Archives suisses des
                                                                                                                                                                                                                                                                                        für Volkskunde
                                                                                                                                                                                                                                                                                        Archives suisses des
traditions populaires                                                                                                                          traditions populaires                                                                                                                    traditions populaires

Halbjahresschrift im Auftrag der
Schweizerischen Gesellschaft für

                                              SCHWEIZERISCHES ARCHIV FÜR VOLKSKUNDE / ARCHIVES SUISSES DES TRADITIONS POPULAIRES

                                                                                                                                                                                       SCHWEIZERISCHES ARCHIV FÜR VOLKSKUNDE / ARCHIVES SUISSES DES TRADITIONS POPULAIRES
Volkskunde / Semestriel de la Société
suisse des traditions populaires
                                                                                                                                    2022/1                                                                                                                                   2022/2

Herausgegeben von / édité par
Sabine Eggmann, Konrad J. Kuhn

                                                                                                                                               Herausgegeben von / Édité par                                                                                                            Herausgegeben von / Édité par
Die wissenschaftliche Zeitschrift                                                                                                              Sabine Eggmann, Konrad J. Kuhn                                                                                                           Sabine Eggmann, Konrad J. Kuhn

«Schweizerisches Archiv für
Volkskunde» (SAVk) veröffentlicht
Originalarbeiten (Abhandlungen,
                                                                                                                                   Inhalt                                                                                                                                   Inhalt
Debatten, Forschungsberichte
und Miszellen) zu volkskundlich-­                                                                                                  Christine Lötscher: Anders erzählen,                                                                                                     Themenheft «Pop,
alltagskulturellen, kulturanthropo­                                                                                                anders denken. Coming of Age im                                                                                                          empirisch*emphatisch», hg. von
logischen, regionalethnografischen                                                                                                 Anthropozän                                                                                                                              Christian Elster und Maximilian
und kulturwissenschaftlichen                                                                                                                                                                                                                                                Jablonowski
Themen.                                                                                                                            Iris Ritzmann, Eberhard Wolff: Stig­
                                                                                                                                   matisierung durch Stigmata. Die                                                                                                          Christian Elster, Maximilian Jablonowski:
La revue scientifique «Archives                                                                                                    Herstellung und Verstetigung eines                                                                                                       Pop, empirisch*emphatisch. Für eine
                                                                                                                                   Blickregimes der Minderwertigkeit                                                                                                        empirisch-kulturwissenschaftliche
­suisses des traditions populaires»
                                                                                                                                                                                                                                                                            Popforschung
 (ASTP) publie des travaux origi­
                                                                                                                                   Laila Gutknecht: «Wer ich wirklich
 naux (thèses scientifiques, débats,                                                                                               bin». Identitätskonzepte in DNA-                                                                                                         Catharina Rüß: Vom Streetstyle zum
 ­comptes rendus de recherche ou                                                                                                   gestützter Genealogie auf Youtube                                                                                                        Streetfight. Faschismus im Hipster-
  billets) sur des sujets du folklore et ­                                                                                                                                                                                                                                  Gewand
  de la culture du quotidien, d’anthro­                                                                                            Julian Genner, Ulla Schmid: «Normale
  pologie culturelle, d’ethnographie                                                                                               Menschen, die einen Schritt weiter                                                                                                       Julian Schmitzberger: Alles vibriert.
  régionale et des sciences de la                                                                                                  denken». Wie Prepper:innen sich in                                                                                                       ‹Vibes› als Paradigma der Pop- und
  culture.                                                                                                                         Auseinandersetzung mit stereotypen                                                                                                       Clubkultur
                                                                                                                                   Darstellungen als «paranoid» und
                                                                                                                                   «extremistisch» selbst entwerfen                                                                                                         Johannes Müske: Der Schlager als
                                                                                                                                                                                                                                                                            Ausdruck und Feier des ‹Normalen›.
                                                                                                                                   Tabea Buri, Anna Lehninger: Kin­                                                                                                         Eine kulturwissenschaftliche Per­
                                                                                                                                   derzeichnungen im Kontext der                                                                                                            spektive auf ein populäres Genre
                                                                                                                                   Volkskunde. Eine bisher unbekannte
                                                                                                                                   Basler Sammlung                                                                                                                          Silvy Chakkalakal: Body as Relation.
                                                                                                                                                                                                                                                                            Queer-feministischer Pop und afro­
                                                                                                                                   Johanna Rolshoven: Martine Segalen                                                                                                       futuristische Spekulation in Janelle
                                                                                                                                   (1940–2021). Fachpionierin, Europäi­                                                                                                     Monáes Werk
                                                                                                                                   sche Ethnologin, Läuferin

                                                                                                                                   Sabine Eggmann, Konrad J. Kuhn (Hg.)                                                                                                     Sabine Eggmann, Konrad J. Kuhn (Hg.)
                                                                                                                                   Schweizerisches Archiv                                                                                                                   Schweizerisches Archiv
                                                                                                                                   für Volkskunde                                                                                                                           für Volkskunde
                                                                                                                                   Archives suisses des traditions                                                                                                          Archives suisses des traditions
                                                                                                                                   populaires | 2022/1                                                                                                                      populaires | 2022/2

                                                                                                                                   Juni 2022                                            November 2022
Einzelheft CHF 31 / EUR 31                                                                                                         Broschiert ca. 128 S.                                Broschiert ca. 128 S.
(für Mitglieder CHF 25 / EUR 25)                                                                                                   Schweizerisches Archiv für Volkskunde / Archives     Schweizerisches Archiv für Volkskunde / Archives
Jahresabonnement CHF 62 / EUR 62                                                                                                   suisses des traditions populaires, Band 2022/1       suisses des traditions populaires, Band 2022/2
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ISSN 0036-794X                                                                                                                                                                        ISBN 978-3-0340-1699-5
                                             ISBN 978-3-0340-1698-8

       24                                    9 783034 016988                                                                                                                          9 783034 016995
traverse                                                                                                                                                                                        INHALT / TABLE DES MATIÈRES                                                                                                                 ISSN 1420-4355

                                                                                                                                                                                                                                                                                                travers e
                      INHALT / TABLE DES MATIÈRES

                                                                                                              t r aver se
                                                                                                                                           ISSN 1420-4355
                      SCHWERPUNKT / DOSSIER THÉMATIQUE                                                                                                                                          SCHWERPUNKT / DOSSIER THÉMATIQUE
                                                                                                                                                                                                Editorial / Éditorial

Zeitschrift für Geschichte –
                      Editorial / Éditorial                                                               7
                      Alexandre Elsig, Gisela Hürlimann, Sarah-Maria Schober, Isabelle Schürch                                                                                                  Pierre Eichenberger, Matthieu Leimgruber, Roberto Zaugg                                     7

                      Arbeitstiere. Aspekte animalischer Traktion in der Moderne                         27                                                                                     Unternehmen oder Institutionen. Handelsgesellschaften im spätmittelalterlichen
                      Juri Auderset, Hans-Ulrich Schiedt                                                                                                                                        Antwerpen
                                                                                                                                                                                                Ulla Kypta                                                                                20

Revue d’histoire
                                                                                                                                          traverse                                                                                                                                                                                          traverse
                      Das Kreuzkamel als Fortbewegungs- und Transportmittel in Westanatolien.
                      Eine nutztiergeschichtliche Perspektive                                            43                                                                                     Übersetzungsgeschäfte. Die Vermarktung von Feuerlöschtechnik zwischen London
                      Onur İnal                                                                                                                                                                 und Amsterdam um 1700
                                                                                                                                                                                                Christina Brauner                                                                         43
                      Les animaux de rente comme sources pour une histoire de la transhumance
                      en Toscane (XIVe–XVIIIe siècles)                                                   56                                                                                     Ein Klosterbetrieb in Zeiten des Wandels. Das Kloster Muri(-Gries) und die ökonomischen
                      Davide Cristoferi, Mara Visonà                                                                                                                                            Herausforderungen über das lange 19. Jahrhundert hinaus
                                                                                                                                                                                                Nina Flurina Caprez, Pascal Pauli, Annina Sandmeier-Walt                                   77
                      Der Lachs auf der Leiter. Fischwege und Fischwanderungen
                      an norddeutschen Flüssen um 1900                                                   71                                                                                     Pest und Profite. Eine Wirtschaftsgeschichte der Quarantäne im Hafen von Odessa
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            ZEITSCHRIFT FÜR GESCHICHTE • REVUE D‘HISTOIRE

Erscheint dreimal pro Jahr
                      Christian Zumbrägel                                                                                                  Z E I T S C H R I F T F Ü R G E S C H I C H T E • R E V UBoris
                                                                                                                                                                                                     E DBelge
                                                                                                                                                                                                          ‘HISTOIRE                                                                        97

                      Resistenz und Renitenz. Parasiten als ein- und ausgeschlossenes Drittes                                                                                                   Le graal des bonnes institutions. Une critique par l’histoire de la théorie économique
                      zwischen Rindern und Menschen (um 1920–1970)                                       91                                                                                     des institutions
                      Beat Bächi                                                                                                                                                                Jean Rochat                                                                               116

                      Les animaux empoisonnés au cœur des débats sur les risques sanitaires                                                                                                     Gemeinsam «expatriieren». Zur Investitionspolitik der Basler Chemie
                      et environnementaux liés à l’arsenic et au plomb en France (1814–1914)            108                                                                                     nach dem Ersten Weltkrieg
                      Amélie Bonney                                                                                                                                                             Manuel Dür                                                                                136

                      IN MEMORIAM                                                                                                                                     Vormoderne postkolonial?
                                                                                                                                                                                 Manageriale Macht und die Mikropolitik der Raumordnung. Streikprävention
                                                                                                                                                                                 und Städtebau bei Alusuisse in Australien um 1970
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Saisonarbeiter*innen in der Schweiz
                      Marc Vuilleumier (1930–2021), un historien du social                              121
                      Charles Heimberg                                                                                                                                                          Leo Grob                                                                                  151
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Arbeit, Migration, Fremdenfeindlichkeit und Solidarität
                      BILDER / IMAGES                                                                                                                                                           BILDER / IMAGES
                      Ein andines Abendmahl. Oder das cuy in der kolonialen Gesellschaft                126                                                                                     Grèves et mouvements sociaux en photo. Une collection à Genève
                      Jose Cáceres Mardones                                                                                                                                                     Georges Tissot                                                                            166

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Unternehmen, Institutionen, Territorien
                      FREIER ARTIKEL / ARTICLE LIBRE                                                                                                                                            PORTRÄT / PORTRAIT
                      Fremde Arbeit. Kulturelle Differenz, wirtschaftliche Entwicklung und
                                                                                                                                                                      Moyen Âge postcolonial?
                                                                                                                                                                                                Les archives du Musée d’ethnographie de Neuchâtel. Histoire et usages
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             Les saisonniers·ères en Suisse

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Entreprises, institutions, territoires
                      die angewandten Sozial- und Geisteswissenschaften in der Schweiz um 1960          136                                                                                     Bernard Knodel                                                                            174
                      Niki Rhyner
                                                                                                                                                                                                DEBATTE / DÉBAT

                                                                                                              Vormoderne postkolonial?
                      PORTRÄT / PORTRAIT                                                                                                                                                        Changer de nom pour changer de passé? Échange autour de l’Espace Louis-Agassiz                                                                               Travail, migration, xénophobie et solidarité

                                                                                                              Moyen Âge postcolonial?
                      Gotthardbahn, Trans Europ Express und Reisekultur. Quellen zum Bahnland Schweiz                                                                                           à Neuchâtel, devenu Espace Tilo-Frey
                      bei SBB Historic                                                                  150                                                                                     Isaline Deléderray-Oguey, Chantal Lafontant Vallotton
                      Susanne Hofacker, Remo Lütolf                                                                                                                                             Rédacteur: Matthieu Gillabert                                                             183

                      DEBATTE / DÉBAT                                                                                                                                                           Buchbesprechungen / Comptes rendus                                                        192
                      L’animal de rente. Quelle rente?                                                  164
                      Jocelyne Porcher, Chloé Mulier, Félix Jourdan, Vanina Deneux

                      Besprechungen / Comptes rendus                                                    178

                                                                                                                                                                                                                                                                                                             1

                                                                                                                      2                                               2_2022
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            3                                                            3_2022

                                                                                                                                                                                                                                                                                                         2019
                                                                                                                     2022

Die zweisprachige Zeitschrift                                                                                                            Die Geschichtswissenschaft belebt                                                                                                                                                                Das 1931 eingeführte Saisonnierstatut
versteht sich als Forum der Ge­                                                                                                          sich immer wieder durch Ansätze                                                                                                                                                                  war Teil der Schweizer Migrations­
schichtsforschenden in der Schweiz                                                                                                       und Konzepte von aussen und aktu­                                                                                                                                                                politik und zielte darauf ab, der Wirt­
mit ­einem Horizont, der über                                                                                                            elle gesellschaftliche Anliegen verän­                                                                                                                                                           schaft eine flexible Handhabung von
Landes- und Fachgrenzen hin­                                                                                                             dern unseren Blick auf Geschichte. In                                                                                                                                                            Arbeitskräften zu bieten sowie den
ausreicht. «Traverse» ist sowohl                                                                                                         den letzten Jahrzehnten haben inten­                                                                                                                                                             Anteil der ausländischen Wohnbevöl­
eine historische Fachzeitschrift als                                                                                                     sive Debatten um postkoloniale und                                                                                                                                                               kerung im Land zu begrenzen.
auch ein Organ, das einem inter­                                                                                                         intersektionale Perspektivierungen                                                                                                                                                               Aus historischer Perspektive wirft die
essierten Publikum Einblick in die                                                                                                       dazu geführt, das Fach zu erweitern                                                                                                                                                              Problematik der Saisonarbeiter:innen
aktuelle historische Forschung gibt                                                                                                      und im Hinblick auf seine üblichen                                                                                                                                                               ein Schlaglicht auf prekäre Arbeits­
und deren Beitrag zu gesellschaft­                                                                                                       Haupt­akteure zu dezentrieren.                                                                                                                                                                   verhältnisse, aber auch auf Migra­
lich relevanten Fragen diskutiert.                                                                                                       Das Themenheft setzt sich auf drei                                                                                                                                                               tions­bewegungen und unterschied­
Zudem versteht sich die Zeitschrift                                                                                                      Ebenen mit den theoretischen Ange­                                                                                                                                                               liche Reaktionen darauf: von der
als Publikationsorgan für jüngere                                                                                                        boten, gesellschaftspolitischen Heraus­                                                                                                                                                          Fremdenfeindlichkeit der «Schwar­
Forschende.                                                                                                                              forderungen und epistemologischen                                                                                                                                                                zenbach-Jahre» bis zu Solidaritäts­
                                                                                                                                         Komplexitätsforderungen auseinander,                                                                                                                                                             bekundungen mit den ansässigen
Cette revue bilingue se définit                                                                                                          die von den post­colonial studies an die                                                                                                                                                         Arbeitnehmer:innen italienischer,
comme un forum pour les histo­                                                                                                           Geschichts­wissenschaft herangetragen                                                                                                                                                            spanischer, portugiesischer oder jugo­
riennes et historiens suisses et                                                                                                         werden: Erstens fragen wir nach der                                                                                                                                                              slawischer Herkunft in der Schweiz.
s’efforce de dépasser les frontières                                                                                                     Motivation, sich mit ihnen auseinan­                                                                                                                                                             Saisonarbeiter:innen wurden auf ihre
nationales et entre les disciplines.                                                                                                     derzusetzen, und nach der Rolle der                                                                                                                                                              Rolle als ausbeutbare Arbeitskräfte re­
«Traverse» est non seulement une                                                                                                         Historiker*innen in der Gesellschaft.                                                                                                                                                            duziert, die dem schwankenden Bedarf
revue d’histoire mais aussi un or­                                                                                                       Zweitens interessiert uns der konkrete                                                                                                                                                           der Wirtschaft unterworfen waren. Sie
gane qui offre à tout public inté­                                                                                                       Einfluss der postcolonial studies auf                                                                                                                                                            hatten harte Arbeitsbedingungen und
ressé une entrée dans la recherche                                                                                                       die Forschung, den Theorie­transfer, die                                                                                                                                                         waren diskriminierenden Verwaltungs­
historique récente et apporte sa                                                                                                         Erschliessung neuer Perspektiven und                                                                                                                                                             massnahmen und unmenschlichen Le­
contribution à des débats de société.                                                                                                    die Veränderung in der Methodologie.                                                                                                                                                             bensumständen ausgesetzt. Sie wurden
La revue favorise en particulier la                                                                                                      Und drittens kommt die Frage nach der                                                                                                                                                            kaum vor Arbeitsunfällen geschützt. Mit
publication de jeunes chercheuses et                                                                                                     Operationalisierung und didaktischen                                                                                                                                                             der drohenden Ausweisung vor Augen,
chercheurs.                                                                                                                              Vermittlung auf: Wie und wo wird                                                                                                                                                                 hatten Saisonarbeiter:innen auch kein
                                                                                                                                         postkoloniale Theorie angewandt und                                                                                                                                                              Recht auf Familiennachzug und muss­
                                                                                                                                         gelehrt?                                                                                                                                                                                         ten ihre Kinder «im Schrank» verste­
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          cken. Trotz der offiziellen Abschaffung
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          des Saisonnierstatuts im Jahr 2002 hat
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          die Problematik nichts an Aktualität
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          verloren.

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CHF 75 / EUR 60                                                                                                                          Lutz, Isabelle Schürch (Hg.)                                                                                                                                                                     Saisonarbeiter*innen in der Schweiz
(Sie erhalten zusätzlich zur gedruckten                                                                                                  Vormoderne postkolonial?                                                                                                                                                                         Arbeit, Migration, Fremden­
Publikation auch die PDF-Version des Hefts.)                                                                                             Moyen Âge postcolonial?                                                                                                                                                                          feindlichkeit und Solidarität
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Les saisonniers·ères en Suisse
Abonnement digital (PDF)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Travail, migration, xénophobie et
CHF 50 / EUR 45
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          solidarité
Einzelheft
gedruckt: CHF 28 / EUR 24
                                                                                                                August 2022                                                                                                                                                                       November 2022
digital (PDF): CHF 20 / EUR 20
                                                                                                                Broschiert ca. 192 S.                                                                                                                                                             Broschiert ca. 192 S.
                                                                                                                Traverse, Heft 2022/2                                                                                                                                                             Traverse, Heft 2022/3
Abonnemente für Studierende                                                                                                                                                                                                                                                                     ISBN
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  ISBN978-3-905315-87-5
                                                                                                                                                                                                                                                                                                       978-3-905315-87-5
                                                                                                                ISBN978-3-905315-86-8
                                                                                                              ISBN   978-3-905315-86-8
gedruckt plus digital: CHF 54 / EUR 50
digital: CHF 25 / EUR 20

        25                                                                                                                                                                                                                                                                                      9 783905 315875
                                                                                                              9 783905 315868
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