StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE

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StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
93

StadtZeit                        KASSEL
                                 M AG A Z I N
                                 Informations- und
                                 Kommunikationsforum für
                                 Kassels innovative Seiten
                                 No. 93 • Jahrgang 16
                                 AugSep 2019

 Von der Holzkohle    Den öffentlichen Raum
 zur Grilloase        gerecht verteilen

FREI WIE EIN VOGEL   DIE MARBACHSHÖHE
StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
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                                                                                                   EDITORIAL
                                                                                         Liebe Leserinnen, liebe Leser!

                                                                                         Da hat das Redakteursleben dem Zeilenschreiber wieder eine
                                                                                         fulminante Anregung für ein gepflegtes Vorwort präsentiert.
                                                                                         Und das kam so: Es galt, vom Gesprächspartner die Zitate in ei-
                                                                                         ner Niederschrift autorisieren zu lassen, worüber der Redakteur
                                                                                         mit seinem Gegenüber leicht zeitversetzt hin und her schrieb.
                                                                                         Einer seiner Kommentare zum Text war: „Das Wort ‚XY‘ finde
                                                                                         ich für diesen Text zu umgangsprachlich und meine Mutter wür-
                                                                                         de nicht verstehen, was damit gemeint ist. Ich schlage vor, es
                                                                                         durch ‚Z‘ zu ersetzen“
                                                                                         Kurze Zeit später ploppte die Rückmeldung dazu auf. „Wenn Ih-
       Alleegria Schmuck-Atelier                                                         nen ‚XY‘ zu umgangssprachlich ist, können Sie das gern erset-
                                                                                         zen. Meine Mutter würde ‚Z‘ allerdings nicht verstehen.“
                                                                                         Dazu leuchtete ein fett lächelndes Strichgesicht auf dem Bild-
Die Goldschmiede für individuellen und kreativen Schmuck.                                schirm.
                                                                                         Soweit also dazu, was ziemlich ausgewachsene Söhne meinen,
Mit viel Freude an meinem Handwerk, dem Umgang mit edlen Mate-                           wie weit das mütterliche Verständnis reicht.
rialien und dem herzlichen Kontakt zu meinen Kunden bin ich in mei-                      Dabei verstehen Mütter meistens ziemlich viel – auch ganz oh-
nem kleinen aber feinen Schmuck-Atelier mit eigener Goldschmiede                         ne dass Sohn (oder Tochter) immer was sagen müsste. Schließ-
für Sie da. Bei mir finden Sie neben den beliebten Märchen- und Berg-                    lich kennen sie einen schon vom ersten Augenblick an, da wir
parkkollektionen viele besondere Schmuckstücke aus Gold und Silber,                      das Licht der Welt erblicken.
oft bestückt mit schönen Edelsteinen. Schmuck für den großen und                         Und, wie fast alle Forschungen sagen, ist der pränatale Teil da-
den kleinen Anlass oder einfach mal für zwischendurch, weil es Freude                    bei ebenfalls keine zu vernachlässigende Größe.
macht. Gerne berate ich Sie bei der Suche nach dem richtigen                             Wie auch immer: Jedenfalls wissen Mütter im Regelfall sehr gut
Schmuckstück oder bei dem Entwurf Ihrer eigenen Wünsche, den ich                         Bescheid, auch wenn sie es nicht immer so plakativ zur Schau
dann in meiner Werkstatt für Sie umsetze.                                                stellen, wie andere Artgenossen der Spezies Mensch.
Besuchen Sie mich in meinem Geschäft,                                                    Gerade in Zeiten, da immer mehr und immer durchgeknalltere
bei mir sind Sie immer willkommen zum                                                    Typen, sagen – wir mit Bezug zum 1. Buch Mose – mal etwas sa-
Stöbern und Entdecken!                                                                   lopp als die Krone der Erschöpfung das Sagen haben oder mei-
Alleegria Schmuck-Atelier I Anja Schmidt                                                 nen, die öffentlichen Diskurse bestimmen zu müssen, ist dies ei-
Wilhelmshöher Allee 286 I 34131 Kassel                                                   ne sehr, sehr angenehme Eigenschaft.
Tel. 0561 - 40 08 68 22
schmuck@alleegria.de I www.alleegria.de                                                  Apropos „angenehme Eigenschaft“: Mit der vorliegenden Aus-
                                                                                         gabe durfte das StadtZeit-Team in Richtung „Mutterschoß“ bli-
                                                                                         cken – in diesem Falle auf die Marbachshöhe, wo einst die Wie-
                                                                                         ge und die Kinderstube des „Kommunikationsforums für Kassels
                                                                                         innovative Seiten“, wie es auf der Titelseite vermerkt ist, stand.
                                                                                         Ab 2003 kreierte das Redaktions- und Gestaltungsteam in die-
                                                                                         sem Labor für zeitgemäßen Städtebau die Vorläufer der heuti-
                                                                                         gen Publikation und auch viele Ausgaben des StadtZeit Kassel
                                                           Foto: © Freiwilligenzentrum

                                                                                         Magazins selbst; bis dann mit dem Erwachsenwerden eines Ta-
                                                                                         ges der Auszug anstand und die Redaktionstube in einer Büro-
                                                                                         gemeinschaft mit anderen Kreativen ein neues Zuhause fand.
                                                                                         Umso schöner, dass die Redaktion, angeregt und unterstützt
                                                                                         von der Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH, nochmals
                                                                                         den Blick in und auf die Höhe richten durfte.

                                                                                         Das StadtZeit-Team wünscht Ihnen eine erkenntnisreiche Lek-
                                                                                         türe und einen sensationellen Spätsommer.
    Camen Muresan und Frank Gerhold                                                      Wir lesen uns dann wieder im Herbst!

    18. Freiwilligentag und World                                                        Verständigen Sie sich mal wieder mit Ihrer Mutter ! Und bleiben
                                                                                         Sie stark!
    Cleanup Day
    Der 21. September 2019 gilt es wieder aktiv mit anzupacken, ob beim                  Klaus Schaake
    Welt-Aufräumtag oder in einem sozialen Projekt mitmachen. Es gibt
    viele Möglichkeiten aktiv zu werden. Weil für beide Aktionen das En-
    gagement aller gefragt ist, haben sich die regionalen Planungsteams                  P.S.: Wer Rechtschreibfehler findet, blicke mit ihnen in die Höhe.
    zusammengetan, um möglichst viele Interessierte zu erreichen und
    die Region gemeinsam noch liebenswerter und sauberer zu machen“,
    erklärten Carmen Muresan (World Clean Day) und Frank Gerhold
    (Freiwilligenzentrum) diese gemeinsame Initiative.

    Infos und Anmeldung: www.freiwillig-in-kassel.de/de/aktuelles/
    freiwilligentag-2019

                                                                                                                                         StadtZeit Kassel Nr. 93
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StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
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  18. Freiwilligentag
                                                                     DIE MENSCHHEIT
                                                                     BEREICHERN
  IMPRESSUM
  Die Welt ist bunt
  Die Kult-Kaffeemaschine                                           UNTERWEGS               22
  Pablo Neruda                                                      FREI WIE EIN VOGEL
  Kasseler Atelierrundgang
  Literarische Landschaften von
  Michael Lampe
  Cibeplex Capitol Kassel: Opern...
  Feierabendmarkt 2019
  Mittelalterliches Spectaculum in
  der Sababurg
                                                                                                                 8
                                                                                                 DIE MARBACHSHÖHE
                                                                                            26
                                                                     ALTER NEUER                                  46
                                                                     SCHLACHTHOF
                                                                                                 TERMINE         53
     IMPRESSUM
                                                                    DRAUSSEN                30   VERANSTALTUNGEN
     Herausgeber: Dipl.Ing. Klaus Schaake
                                                                    VON DER HOLZKOHLE
     printsenrolle - verlag & medien GmbH
     Friedrich-Ebert-Str. 48 • 34117 Kassel
                                                                    ZUR GRILLOASE
     StadtZeit Kassel erscheint 6 Mal jährlich
                                                                    ES WERDE LICHT
     Auflage: 10.000
     Druck: Grafische Werkstatt von 1980 GmbH
     Erscheinungstermin: Mitte der geraden Monate
     Anzeigenpreisliste: 2017                                        ESSEN & GENIESSEN 34
     Redaktion: Klaus Schaake I Fon: 0561/475 10 11
     redaktion@stadtzeit-kassel.de
                                                                     VOM BAUERNHOF
     Grafik/Layout: Günter Benedix I Fon: 0561/475 10 12
                                                                     DIREKT ZUM KUNDEN
     layout@stadtzeit-kassel.de
     Titelbild/Foto: Segelfliegen am Dörnberg,
     Klaus Schaake
     Autoren
     Günter Benedix (gb), Klaus Schaake (sc),
                                                                     KULTUR                 40
     Laura Löslein (LL), Johanna Groß (jg), Gastautoren              EINWURF SUDOKU
     Fotos/Grafiken:
     Günter Benedix, Klaus Schaake
                                                                     KINO THEATER
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                                                                                                                48
                                                                                                 ENERG IE & U MWELT
  SIE HABEN FRAGEN                                    •   Einkommen absichern
                                                      •   Für Familie und Alter vorsorgen        Zukunft Stadtgrün
  ZU FINANZEN.                                        •   Immobilie finanzieren                  Den öffentlichen Raum
  UND WIR PASSENDE                                    •   Vermögen anlegen oder vererben         gerecht verteilen
  ANTWORTEN.                                          •   Betriebliche Risiken absichern
                                                      •   Mitarbeiter versorgen

                HARALD KOLLE Finanzwirt (twi), Coach EASC und IHK
                Druseltalstraße 150 • 34131 Kassel • Telefon 0561 93 55-234
                h.kolle@plansecur.de • www.h-kolle.plansecur.de

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StadtZeit Kassel Nr. 93
                                                                                                                         3
StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
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                                              Modelle 2019
                                              Hier probefahren!
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                                              Fahrradhof VSF GmbH                    Ausstellung zum 20-jährigen Jubiläum der
                                              Wilhelmshöher Allee 261                Kasseler Kinder- und Jugendkunstschule
                                              34131 Kassel                           7. September, 11 Uhr, Mo bis Fr von 15.30-18 Uhr
                                              T.: +49 561 471132                     Friedrich-Ebert-Straße 87, 34119 Kassel
                                              www.fahrradhof.de
                                                                                     „Die Welt ist bunt - bunt gegen Rassismus“ ist das Motto der Geburts-
                                                                                     tagsausstellung der Kasseler Kinder- und Jugendkunstschule, einer
                                                                                     festen Institution der Kasseler Kunst- und Kulturbildung.
                                                                                     Mit einer Ausstellung von Schülerarbeiten will das Team um Christiane
                                                                                     Dahlmeier ein Zeichen setzen. „Wir wollen der in Deutschland - und in
                                                                                     vielen europäischen Ländern - aufkommenden Fremdenfeindlichkeit,
                                                                                     etwas entgegensetzen“, so die Begründerin der kunstpädagogischen
                                                                                     Einrichtung.

                                                                                     Info: www.kasseler-kinderkunstschule.de

                                                                                               Hän                    t e ?
                                                                                    Bei uns!
                                                                                                                gemat
                                                                                    ... auch für Apfelbäume                                  KAFÉ
                                                                                    Mo - Fr: 10-18 Uhr, Sa: 10-16 Uhr
                                                                                    Oberste Gasse 30 · Kassel · www.karibu-kassel.de

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StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
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                                                                                                             „Was ich fürchte ist die
                                                                                                             Gedankenlosigkeit“

  Die Kult-Kaffeemaschine
  Wer eine hochwertige und langlebige Filterkaffeemaschine sucht, wird
                                                                                                         „Begib dich auf vages Terrain!“
  bei der Firma Koch in der Frankfurter Straße fündig: Hier bekommt                                      Jens Andres stellt in der 23. Ausstellung „Artist in Residence“ im
  man die komplette Modellpalette von Moccamaster, dem holländi-                                         Kreishaus des Landkreises Kassel aus.
  schen Hersteller mit der ikonischen KBG 741 im Mittelpunkt. Dieser                                     Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 25.9., 18 Uhr
                                                                              Info: www.jens-andres.de
  Klassiker der Kaffeezubereitung ist mittlerweile in 21 Farben erhältlich.                              Kreishaus des Landkreises Kassel, Wilhelmshöher Allee 19-21, Kassel
  Das kompetente Team der Koch KG berät Interessierte fundiert über                                      26. September bis 18. Oktober, Mo-Fr, 7-18 Uhr
  die Kult-Kaffeemaschine und vieles mehr. Das seit 1902 bestehende
                                                                                                         Jens Andres provoziert den Betrachter, um ihm gleich den Spiegel
                  Traditions-Haushaltswarengeschäft ist der Moccamas-
                                                                                                         vorzuhalten. Er ist ein Fallensteller, der den Betrachter in die Irre führt,
                  ter-Fachhändler in Kassel!
                                                                                                         um ihn zum Mitdenken zu verführen. Mit Bedacht sind die einzelnen
                   KOCH KG I Frankfurter Str. 57 I 34121 Kassel I                                        Bildelemente gewählt und in ihrem Symbolgehalt für den Künstler
                   Tel. 0561-21019 I www.eisenwaren-koch.de                                              von elementarer Wichtigkeit. Andres vermeidet in der Gestaltung ei-
                                                                                                         nen illusionistischen Raum, beharrt auf der Zweidimensionalität des
                                                                                                         gemalten Bildes. „Denkzeichen“ zeichnen seine Kunst aus,
                                                                                                         die Bilder sind mitunter bissige und immer nachdenkliche
                                                                                                         Kommentare zur Lage der Welt und der Gesellschaft.

                                                                                                                   Im Vorderen Westen
                                                                                                                       feiert sich’s
                                                                                                                        am besten

                                                                                                 Auch in diesem Jahr öffnen 60
                                                                                                 Händler, Gastronomen, Dienstleis-
         PABLO NERUDA                                                                            ter und Kulturschaffende entlang
                                                                                                 der mittleren Friedrich-Ebert-
         Kulturwoche Kassel                                                                      Straße und rund um den Bebel-                 Abend lang aus ungewohnter Per-
         23. bis 29. September                                                                   platz die Türen ihrer Geschäfte.              spektive zu erkunden: Für einen
                                                                                                 Sie laden herzlich dazu ein, einen            ganz entspannten Festgenuss
         Der Beginn der Kulturwoche fällt auf den 23. September, den
                                                                                                 sommerlich- beschwingten Abend                wird diesmal der gesamte Bereich
         Todestag des Literaturnobelpreisträgers vor 46 Jahren.
                                                                                                 auf der Hauptstraße des Kasseler              autofrei sein.
         Die Kulturwoche ist eine Hommage an den größten latein-
                                                                                                 Vorderen Westens zu verbringen.
         amerikanischen Dichter Pablo Neruda und sein gewaltiges                                                                               Quartierfest 2019
                                                                                                 Neben zahlreichen Events, Aktio-
         Versepos „Canto General“, das er vor 70 Jahren vollendete.                                                                            Samstag, 24. August, 17 bis 23 Uhr
                                                                                                 nen und kulinarisch- musikali-
         Poesie und Politik waren für Neruda kein Widerspruch. Poe-                                                                            Friedrich-Ebert-Straße und
                                                                                                 schen Angeboten ‚für jung und
         sie sei für ihn wie Brot, das von allen geteilt werden muss.                                                                          Bebelplatz
                                                                                                 alt’ bietet das Fest die Gelegen-
         Seine Werke gelten als Symbol für eine gerechte und friedli-
                                                                                                 heit, die teilnehmenden Geschäf-
         che Welt.
                                                                                                 te und ihren Stadtteil einen                  Info/Programm: www.quartierfest.de
         Info/Programm: www.bernd-pr-winter.de

StadtZeit Kassel Nr. 93
                                                                                                                                                                                   5
StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
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                                                                                                        KASSELER ATELIERRUNDGANG
                                                                                                        28. und 29. September, 11 bis 19 Uhr
                                                                                                        Kunst entdecken, wo sie entsteht: An zwei Ta-
                                                                                                        gen öffnen im gesamten Stadtgebiet rund 100
                                                                                                        Kasseler Künstlerinnen und Künstler ihre Ate-
                                                                                                        liers. Sie zeigen aktuelle Arbeiten, stellen ihre Ar-
                                                                                                        beitsweisen vor und freuen sich, mit dem Publi-
                                                                                                        kum ins Gespräch zu kommen. Die Bandbreite
                                                                                                        umfasst Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Foto-
                                                                                                        grafie, Installation, Performance, Klangkunst, Vi-
                                                                                                        deo, Neue Medien und mehr.
                                                                                                        In den 15 Jahren seines Bestehens ist der Ate-
                                                                                                        lierrundgang zu einer festen Größe im Kasseler
                                                                                                        Kulturprogramm geworden, die das vielfältige
                                                                                                        künstlerische Schaffen in der documenta-Stadt
                                                                                                        einem breiten Publikum zugänglich macht.

                                                                                                        Info: www.atelierrundgang.net

                                                                                            Literarische Landschaften
                                                                                            Michael Lampe zeigt Malerei und Grafik.
                                                                                            14. September bis 1. November
                                                                                            Kulturhaus Synagoge Gudensberg, Hintergasse 23
                                                                                            Sa./So., 15 bis 17 Uhr
                                                                                            Vernissage: 14. September, 19 Uhr
                                                                                            Zahlreiche Ausstellungen und Kunstprojekte im In- und Aus-
                                                                                            land hat der freischaffende Maler und Grafiker gemeistert: ei-
                                                                                            nen Studienaufenthalt in Willingshausen, im Egon Schiele Art
                                                                                            Centrum in Tschechien sowie im Saarländischen Künstlerhaus
                                                                                            in Saarbrücken oder in Sevilla. Jede dieser künstlerischen Ent-
                                                                                            deckungsreisen spiegelt sich in den Kunstwerken wieder, die
                                                                                            der Gründer des Kunstraums am Pferdemarkt (Kassel) und Do-
Zehn abwechslungsreiche Opern…                                                              zent für Kunstworkshops in der ehemaligen Künstlerkolonie
                                                                                            Willingshausen zum zweiten Mal in Gudensberg zeigt.
Ab 12. Oktober, Cineplex Capitol Kassel
                                                                                            Info: www.gudensberg.de
Zehn abwechslungsreiche Opern mit den berühmtesten Opernstars der Welt
präsentiert das Cineplex Capitol Kassel in der Saison 2019/20.
Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Publikumsliebling Giacomo Puccini.
Zeffirellis prachtvolle Inszenierung der Rätseloper TURANDOT eröffnet den
Opernreigen. Am Pult steht dabei Jannick Nézét-Séguin, musikalischer Direktor
der Met. Im November gibt es in MADAMA BUTTERFLY ein Wiedersehen mit Plá-
cido Domingo und im April 2020 rundet Anna Netrebko in der Titelpartie der
TOSCA das kleine Puccini-Festival ab.
Als zweite Übertragung im Oktober kehrt Laurent Pellys elegante Inszenierung
von Massenets MANON auf die Leinwand zurück.
Spannend für viele Opernfans dürfte die letzte Übertragung 2019 werden:
AKHNATEN von Philip Glass, einem der wichtigsten Vertreter des musikalischen
Minimalismus.
WOZZECK, inszeniert von William Kentridge, Gershwins PORGY AND BESS,
AGRIPPINA von Georg Friedrich Händel und MARIA STUARDA von Gaetano Do-
nizetti stehen 2020 auf dem Programm.
Interessierte sichern sich schon jetzt ihre Tickets für eine der "MET Opera"-Live-
Übertragungen. Online oder direkt an der Kinokasse.

Info:www.cineplex.de/filmreihen/kassel/

                                                           Social Media WPML Multilingual
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StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
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Nordhessen geschmackvoll!
13. Oktober, 11 bis 17 Uhr, Melsungen
Rund um das Melsunger Rathaus und in den anliegenden Straßen
präsentieren bei der 15. Auflage von „Nordhessen geschmackvoll!“
etwa 50 Stände kulinarische Köstlichkeiten.
Dabei sind Bauern, Metzger, Bäcker, Käser und viele andere Her-
steller von guten Lebensmitteln aus der Region.
Viele Nordhessen wissen dies zu schätzen, besuchen den Markt
jedes Jahr wieder und nutzen die Gelegenheit zum Genießen und
bevorraten sich mit hochwertigen Lebensmitteln. Wie immer wird
das Spezialitätenfestival durch Live-Musik abgerundet.                               Vertraut. Betreut. Gut aufgehoben.
                                                                           Gerade ältere Menschen mit Hilfe- und Pflegebedarf brauchen viel Zuwendung.
Info: www.slowfood.de, Suche: Nordhessen                                   Bei der Tagespflege Westend sind sie gut aufgehoben – und werden persönlich
                                                                           und gleichzeitig fachlich kompetent betreut. Am Abend und nachts sind sie dann
                                                                           in ihrer Familie im vertrauten Umfeld. Nähere Informationen (Öffnungszeiten,
                                                                           Fahrdienst, Finanzierung) erhalten Sie telefonisch (0561) 70 36 86 28
                                                                           oder unter
                                                                                                              www.tagespflege-westend.de

                                                                           Logisch ... Zeitschriften clever mieten - statt kaufen!

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                                                                                                                                     beque
                                                                                                                                     preiswert
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                                                                                                                                           l ä s s ig
15. Mittelalterliches Spectaculum
Tierpark Sababurg
Sa, 7., 10 bis 23 Uhr und So, 8. September, 10 bis 19 Uhr
Im einmaligen Ambiente des kulturhistorischen Mauerparks unterhalb
der Sababurg findet wieder das große Mittelalterliche Spectaculum
statt und versetzt seine Besucher in eine spannende Epoche zwi-
schen Antike und Neuzeit.
Ein großer mittelalterlicher Platz mit Zelten und Ständen ist der Ort,
an dem gelebt, gekämpft und gefeiert, gefeilscht und verkauft wird.
Über 300 historische Figuren tragen dazu bei, dass sich der Besucher            0561/820 868-0
in einer anderen längst vergangenen Welt glaubt.
Heerlager, Gaukler, Hexen und Bogenschützen, Herolde, Kunsthand-
werker und edle Ritter in Kettenhemden, Helmen und Lederzeug mit
Schwertern, Lanzen und Speeren: Sie alle sind an diesem Wochenen-
de dabei.
Für die Veranstaltung wird kein zusätzlicher Eintritt erhoben; lediglich
der normale Tierparkeintritt.

Info: www.tierpark-sababurg.de

StadtZeit Kassel Nr. 93
                                                                                                                                                       7
StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
MA RBACH S H ÖHE

    LIEBLINGS/STÄTTE

Wenn es den perfekten Ort für eine Pause gibt,
dann spürst Du es: Du bist angekommen.
www.die1889.de

                                                 StadtZeit Kassel Nr. 93
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StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
MARBAC H SH ÖH E

                           „Ein zivilisatorisches
                          Musterexemplar“
                          Mittels dialogischer Planung, innovativen Ideen, mutigen Nutzern und Investoren
                          entstand auf dem ehemaligen Kasernenareal der Wittich-, Hindenburg und
                          Lüttichkaserne ein zukunftsfähiges Stadtquartier.

                           Offizierswohnheim zum Gesundheitszentrum, von         Strahlkraft weit über die Stadt hinaus
                          der Mannschaftsunterkunft zum Technologie- und
                          Gründerzentrum, vom Sanitätsblock zum Genera-          Die Lektion aus den Großsiedlungen der 1960er-
                          tionen übergreifenden frauen- und familienfreund-      und 1970er-Jahre hatten die Planerinnen und Pla-
                          lichen Wohnen, vom Exerzierplatz zum grünen            ner der Marbachshöhe ebenfalls verstanden. Ihr
                          Quartiersplatz: So lässt sich der ethische Tiefgang    Ziel war es, mittels einer dialogischen Planung, die
                          vieler Projekte – die Umnutzung militärischer Lie-     Investoren- und Nutzerinteressen intelligent zu-
                          genschaften für zivile Zwecke – beschreiben, die ab    sammenbrachte, ein Stück gemischt genutzter
                          Mitte der 1990er-Jahre auf auf dem ehemaligen          Stadt zu entwickeln, in dem Wohnen und Arbeiten
                          Kasernenareal im Kasseler Westen einen neue Hei-       keine Antagonisten sind, sondern sich produktiv
                          mat gefunden haben und dieses Quartier zu einem        ergänzen. Sie schafften damit einen Rahmen, der
                          bunten Stück Stadt machten und machen.                 Vieles ermöglichte, was sie zum Zeitpunkt ihrer
                          Nahtlos an diesen Kanon schließen sich viele der       Planungen so noch gar nicht wissen konnten.
                          Neubauprojekte an, die auf den frei gewordenen         Ganz anders als das Modell einer nach Funktionen
                          Flächen ihre Räume – und Träume –verwirklichten:       wie Wohnen, Arbeiten, Freizeit getrennten und
                          Genossenschaften, die neue Wege für das gemein-        mittels Auto verbundenen Stadt, wie es die Wie-
                          schaftliche Wohnen von Jung und Alt suchten,           deraufbauplanungen vieler Städte, darunter ganz
                          Wohnungsbaugesellschaften, die Reihen- und Pas-        vorn Kassel, seinerzeit postulierten, steht die Mar-
                          sivhäuser im öffentlich geförderten Mietwoh-           bachshöhe für eine lebendige Stadt, die diese
                          nungsbau realisierten, Unternehmen die ihre Be-        Funktionen wieder zusammenbringt und in der
                          triebskitas ansiedelten sowie Gründerinnen und         sich eine Vielzahl unterschiedlichster Wohn- und
                          Gründer, die mit ihren Impulsen, ihren Angeboten       Eigentumsformen finden, die für eine soziale
                          und Dienstleistungen in der gesamten Republik ge-      Durchmischung im Quartier sorgen. Alle großen, in
                          fragt sind.                                            Kassel beheimateten Wohnungsbaugesellschaften
                          All das entstand zu einer Zeit, als Themen wie „Bar-   – die GWG, die Vereinigten Wohnstätten 1889, die
                          rierefreiheit“, „Klimaschutz“ oder das intelligente    GWH sowie dieUnternehmensgruppe Nassauische
                          Miteinander von Wohnen und Arbeiten noch weit          Heimstätte/Wohnstadt engagierten sich dafür und
                          weg davon waren, ganz selbstverständlich auf der       viele der auf der Marbachshöhe darüber hinaus be-
                          Agenda zu stehen und Teil öffentlicher Debatten        heimateten innovativen Projekte, Initiativen und
                          zu sein.                                               Unternehmen entwickelten und entwickeln eine
                          Die Marbachshöhe war ein Experimentierfeld für         Strahlkraft, die weit über die Grenzen dieses Quar-
                          das, was heute, mehr als 20 Jahre später, zum          tiers und der Stadt hinausgehen.
                          Standard geworden ist und viele der aktuellen Dis-     Auch das StadtZeit Kassel Magazin ist ein Kind der
                          kussionen bestimmt – „ein zivilisatorisches Muster-    Marbachshöhe. Sein Vorläufer, die StadtteilZeit
                          exemplar des neuen Jahrtausends“. So beschrieb         Marbachshöhe, entstand ab 2003 in diesem Um-
                          es Zeitzeuge Walter Schulz, dessen Eltern in den       feld und die heutige StadtZeit-Redaktion war lange
                          Wehrmachtsanlagen aus den 1930er-Jahren ein            dort zuhause. Grund genug, sich diesem Teil der
                          Offizierskasino betrieben, während er in der Kaser-    Stadt wieder einmal zuzuwenden, jetzt nachdem
                          ne herumstromerte.                                     auch die Vermarktung des Technologieparks und
                                                                                 auch die Umnutzung bzw. Neubebauung soweit ih-
                                                                                 ren Abschluss gefunden hat. (sc)

StadtZeit Kassel Nr. 93
                                                                                                                                        9
StadtZeit 93 - DIE MARBACHSHÖHE
MA RBACH S H ÖHE

                                                                        Das FiDT - Technologie- und Gründerzentrum in der Ludwig-Erhard-Straße.

                                                               „Ein Innovationsbrennpunkt
                                                               in Deutschland“
                                                               Auf der Marbachshöhe werden Unternehmen für den Markt
                                                               vorbereitet, die hochqualifizierte Arbeitsplätze für Stadt
                                                               und Region schaffen.

       StadtZeit-Gespräch mit Dr. Gerold Kreuter      nen Partnern, zu denen mittlerweile auch       der in die technische Infrastruktur investie-
                                                      der Science Park auf dem Unicampus ge-         ren werden und natürlich auch unsere Ge-
       SZ: Herr Dr. Kreuter, das FiDT war eine        hört, ein Innovationstreiber in Kassel und     bäude und Räume auf einem aktuellen
       wichtige Keimzelle für die Ansiedlung von      sorgt dafür, dass unsere Stadt einer der In-   Stand halten. „Co-Innovation“ ist das Stich-
       jungen, dynamischen Unternehmen auf der        novationsbrennpunkte in Deutschland und        wort für die Schaffung zukünftiger Arbeits-
       Marbachshöhe. Mittlerweile arbeitet die        Europa ist. In den 22 Jahren unseres Beste-    welten, für die wir auch in unserem Hause
       Fördergesellschaft für innovative Dienst-      hens haben wir 400 Unternehmen für den         die Vorraussetzungen schaffen werden.
       leistungen und Techniken seit 22 Jahren an     Markt vorbereitet, die hochqualifizierte Ar-   Im Zusammenhang mit dem Wandel der
       einem Standort, der sich sehr gut entwi-       beitsplätze zur Verfügung stellen. Diese Ar-   Arbeitswelt werden wir nochmals stärker in
       ckelt hat. Wo steht das FiDT heute?            beitsplätze streuen sich in die gesamte Re-    der Verantwortung sein, die im FiDT behei-
       GK: Wir sind selber überrascht und natür-      gion, denn die meisten Firmen, die wir in      mateten Firmen zu begleiten.
       lich auch sehr froh, dass die Attraktivität    der Startphase begleitet haben, bleiben vor    SZ: Welche Rolle spielt es aus Ihrer Per-
       des FiDT immer noch so hoch ist. Dass es in    Ort, wenn sie das FiDT wieder verlassen.       spektive für die Unternehmen, Teil eines
       Deutschland immer weniger Gründer gibt,        SZ: Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?       funktionierenden Quartiers zu sein?
       merken wir hier überhaupt nicht. Wir su-       GK: Es sind die innovativen Netzwerke, die     GK: Für mich strahlt die Marbachshöhe im-
       chen händeringend nach weiteren räumli-        hier entstehen und entstehen können. Jun-      mer noch eine gewisse Aufbruchstimmung
       chen Möglichkeiten für unsere Mieter, die      ge Gründer fangen hier ganz klein an und       aus. Als infrastrukturell gut ausgestattetes
       Alter und Größe erreicht haben, das FiDT       können dann sehr flexibel die weiteren         Quartier funktioniert sie hervorragend und
       gut verlassen zu können, denn als Techno-      Schritte gehen. Der Austausch und das Mit-     bietet tolle Bedingungen, Leben und Arbei-
                               logie- und Gründer-    einander tragen auch dazu bei, dass Grün-      ten auf einer überschaubaren Fläche zu-
                               zentrum brauchen       der nicht die gleichen Fehler machen, wie      sammen zu bringen. Darüber hinaus kön-
                               wir die Fluktuation,   sie andere vor ihnen schon einmal gemacht      nen Sie hier in der Mittagspause in den
                               um die Netzwerke,      haben. Von den 400 Unternehmen, die wir        Marbachsgraben gehen und Frischluft tan-
                               in denen wir uns       begleitet haben, sind keine zehn insolvent     ken – und das mitten in der Stadt mit her-
                               hier bewegen, ste-     gegangen – ein deutlich besserer Wert als      vorragender Anbindung an ICE-Bahnhof
                               tig am Wachsen zu      der Durchschnitt.                              und Autobahn. Aus meiner Perspektive ist
                               halten.                                                               das städtebauliche Konzept voll aufgegan-
                               SZ: Wie schätzen       Städtebauliches Konzept ist voll               gen. (sc)
                               Sie das Umfeld ein,    aufgegangen“
                               das sich hier im
                               Verlauf der vergan-    SZ: Wo sehen Sie das FiDT in zehn Jahren?      Dr. Gerold Kreuter ist Geschäftsführer der
                               genen zwei Jahr-       GK: Wir spüren den Wandel – Stichwort Di-      FiDT Fördergesellschaft für innovative
                               zehnte entwickelt      gitalisierung und neue Arbeitsformen –         Dienstleistungen und Techniken mbH und
                               hat?                   sehr deutlich und wollen auch in Zukunft       der Science Park Kassel GmbH.
                               GK: Das FiDT ist,      ein Netzwerkknoten für neue Technologien
                               zusammen mit sei-      bleiben. Das bedeutet, dass wir immer wie-

                                                                                                                            StadtZeit Kassel Nr. 93
10
MARBAC H SH ÖH E

     Insignio: 360 Grad Digitalisierung
     aus einer Hand
     Was haben der Automobilhersteller Audi, der Audiovisionär
     Sennheiser und die Supermarktkette tegut... gemeinsam? Sie alle
     setzen bei der Entwicklung ihrer Kundenprozesse auf die Unter-
     stützung eines innovativen Partners, der im Technologiepark der
     Kasseler Marbachshöhe angesiedelt ist: Die Agenturgruppe Insignio.

  Das mittelständische Unternehmen wurde vor 17 Jahren von Jan Müller in
  Kassel gegründet und vereint gleich mehrere Agentur-Disziplinen unter
  einem Dach. Neben technischen Lösungen im Bereich Kundenbezie-
  hungsmanagement (englisch: Customer Relationship Management, kurz           Eines der vielen erfolgreichen Projektteams
                                                                              von Insignio.
  CRM) bietet Insignio seinen Geschäftskunden auch vielfältige Dienstleis-
  tungen in der Vertriebs- und Unternehmenskommunikation, wie etwa die        nutzern, die in Summe auf weit über 350 Millionen
  Produktion von Mitarbeiterzeitschriften oder auch die Entwicklung indivi-   Datensätze zugreifen.
  dueller digitaler Kommunikationstools. Diese breite Aufstellung mit rund    Kein Wunder also, dass die IT-Spezialisten alle Hände voll zu tun haben.
  100 Spezialisten aus den Bereichen IT, CRM, Digital und Marketing macht     Insignio befindet sich im Wachstum: „Unsere Türen sind immer offen für
  Insignio zu einem exzellent aufgestellten und bundesweit einzigartigen      findige Entwickler, engagierte Projektleiter und sonstige kreative Köpfe,
  Dienstleister.                                                              die sich für unser umfangreiches Tätigkeitsfeld interessieren!“, so die Ge-
                                                                              schäftsführer Mirco Müller und Christoph Elbern. Ein Blick auf die Web-
  In Sachen Kundenmanagement arbeitet Insignio z. B. mit dem kaliforni-       seite von Insignio lohnt sich daher – nicht nur für geschäftliche Interes-
  schen Softwarehersteller SugarCRM zusammen und ist dafür hierzulande        senten und Kunden, sondern auch für potenzielle neue Mitarbeiter!
  als Elitepartner die erste Adresse, wenn es um die Umsetzung von CRM-
  Softwareprojekten bei Unternehmen aller Größen geht. Nicht nur in           Insignio GmbH
  Deutschland sind Kunden von Insignio begeistert – die Mitarbeiter be-       Ludwig-Erhard-Straße 14 I 34131 Kassel I Tel. 0561 31 666 3-0
  treuen mittlerweile weltweit Unternehmen mit annähernd 50.000 Be-           dialog@insignio.de I www.insignio.de

            Innovation mit Tradition verbinden
            Von ihrem Büroneubau im Technologiepark Marbachshöhe aus sind die HAZ-Ingenieure bundesweit tätig. Tragwerksplanung im
            Neubau sowie Tragwerks- und Instandsetzungsplanung für alte, oft denkmalgeschützte Bausubstanz sind ihre Arbeitsschwerpunkte.

    In nahezu allen Räumlichkeiten seiner Innenbereiche zeigt der präg-       wirtschaftlich sinnvolle Ausführungsalternativen. Das HAZ-Leitbild für
    nante Büroneubau in der Johanna-Waescher-Straße Sichtbetonkon-            dauerhafte und wartungsarme Instandsetzungen: vorhandene Trag-
    struktionen. So sind Stützen in runder und rechteckiger Form, Fertig-     strukturen für notwendige Maßnahmen an der historischen Bausub-
    teiltreppen, Decken, Wände mit Wärmedämmverbundsystem, Wände              stanz nutzen, Verbessern statt Ersetzen, Reversibilität, Einbau verträg-
    mit Dämmung und vorgesetzter Klinkerfassade Teil der Konstruktion.        licher Materialien.
    Die tatsächliche Bauweise sichtbar und erlebbar zu machen war den         Um Innovation und Tradition in der tagtäglichen Arbeit zu verbinden
    Experten für Tragwerksplanung ein großes Anliegen für ihren Neubau.       und umzusetzen, begleiten die Mitarbeitenden ihre jeweiligen Projekte
    Mit dieser Form der Ausführung stellt er für die dort arbeitenden Fach-   verantwortungsvoll von Anfang bis Ende und bilden sich ständig weiter.
    leute einen unmittelbaren Bezug zur Tätigkeit des Büros her und bildet    Einige Büromitglieder sind in der Aus- und Weiterbildung im Bereich
    beispielhaft einen der HAZ-Arbeitsschwerpunkte ab: die Tragwerkspla-      Denkmalpflege/Bauwerkserhaltung als Lehrbeauftragte und Dozenten
    nung im Neubau.                                                           tätig.
    Den sensiblen und innovativen Umgang mit denkmalgeschützter histo-
    rischer Bausubstanz praktiziert das Büro HAZ bei seinen laufenden         HAZ Beratende Ingenieure
                                                                              für das Bauwesen GmbH
    Projekten wie dem barocken Herkulesbauwerk im Bergpark Wilhelms-          Johanna-Waescher-Straße 11 I
    höhe sowie der ebenfalls dort beheimateten Löwenburg.                     34131 Kassel I Tel. 0561.707 13 0
    Bei solchen Bauaufgaben bilden die Ergebnisse substanzschonender          office@haz-ingenieure.de I
    Untersuchungen die Grundlage für tragfähige Bauwerksanalysen und          www.haz-ingenieure.de

StadtZeit Kassel Nr. 93
                                                                                                                                                       11
MA RBACH S H ÖHE

     „Urbane Mischung aus Wohnen
     und Arbeiten“
     Aus drei Kasernen-Arealen wurde ein Stadtviertel mit über
     160 einzelnen Grundstücken. Dialogische Planung, Kleinteiligkeit und
     Nutzungsflexibilität bildeten die Grundlage für einen erfolgreichen
     Konversionsprozess.

           StadtZeit-Gespräch mit Christian Geselle         „Enges Netz an Straßen, Wegen und
           (Oberbürgermeister) und Christof Nolda           Platzräumen“
           (Stadtbaurat).
                                                            SZ: Was war aus Ihrer Perspektive der „Mo-
           SZ: Ab Anfang/Mitte der 1990er-Jahre lie-        tor“ für einen erfolgreichen Konversions-
           fen die Planungen für eine zivile Nutzung        prozess?
           der Wittich-, Hindenburg- und Lüttichka-         CN: Bei der Entwicklung der Marbachshöhe
           serne – eine in der Stadtgesellschaft sei-       wurde bewusst auf eine durchgängige
           nerzeit nicht unumstrittene Entscheidung.        städtebauliche Neuordnung des Geländes
           Wie fällt heute, fast 30 Jahre später, ihr Fa-   verzichtet; zu Gunsten eines weitgehenden
           zit aus?                                         Erhalts der Gebäude und der Lage der Stra-
           CG: Aus heutiger Sicht fällt das Fazit positiv   ßen. Diese behutsame Weiterentwicklung          „Frühzeitige Integration der Nutzer“
           aus: Die Marbachshöhe ist ein sehr erfolg-       des Standortes gibt dem durch eine große
           reiches Stadtentwicklungsprojekt. Über           Vielfalt geprägten Stadtquartier eine be-       SZ: Die Bundesanstalt für Immobilienauf-
           700 Wohnungen, eine breite Mischung un-          sondere Identität.                              gaben (BIMA) war für die Vermarktung der
           terschiedlicher Nutzungen und attraktive         SZ: Wie lässt sich so etwas „herstellen“?       Flächen zuständig. Wie lief die Zusammen-
           öffentliche Freiflächen prägen das Stadt-        CN: Ein Grundbaustein für die Zukunftsfä-       arbeit?
           viertel mit seinem vielfältigen wirtschaftli-    higkeit des Quartiers war und ist die Gestal-   CG: Durch die enge und vertrauensvolle Zu-
           chen und sozialen Leben. Hier ist ein Quar-      tung als öffentlicher Stadtraum mit einem       sammenarbeit mit der BIMA konnte die
           tier mit hoher urbaner Qualität und              engen Netz an städtischen Straßen, Wege-        Standortentwicklung in dieser Qualität um-
           eigenständiger Identifikation entstanden.        verbindungen und Platzräumen sowie einer        gesetzt werden. Die BIMA hat mit ihrer
           SZ: Was zeichnet die Marbachshöhe im Be-         kleinteiligen Parzellierung der neuen           Dienststelle in Kassel die neu geschaffenen
           sonderen aus?                                    Grundstücke. Aus den drei Kasernen-Area-        Baugrundstücke in enger Abstimmung mit
           CN: Es ist die urbane Mischung aus Woh-          len wurde ein Stadtviertel mit über 160 ein-    der Stadt auf Grundlage der gemeinsamen
           nen und Arbeiten mit Nahversorgung, so-          zelnen Grundstücken, die sich alle inner-       Planungsziele direkt an einzelne Investoren
           zialen Nutzungen und Gewerbe, dem iden-          halb     des    vorgegebenen       Rahmens      veräußert.
           titätsstiftenden stadträumlichen Konzept         unterschiedlich entwickeln und verändern        SZ: Stichwort „Nutzerbeteiligung“: Wie
           mit dem Mix aus historischer Bebauung            können.                                         wichtig war das für die Planenden und die
           und Neubauten und der Lage in der Stadt          Mit dieser bereits in der Masterplanung for-    Stadt Kassel?
           mit guter Anbindung an das öffentliche           mulierten städtebaulichen Grundhaltung –        CN: Durch eine frühzeitige Integration der
           Verkehrsnetz.                                    insbesondere der Kleinteiligkeit und Nut-       Nachnutzer sowie einen kommunikativen
           CG: Auch der „Technologiepark Marbachs-          zungsflexibilität innerhalb des benannten       Planungsprozess mit Bürgerbeteiligung
           höhe“ hat sich mit engem Bezug zum be-           Rahmens – hat die Stadt seinerzeit die          und frühzeitiger Investorenkoordination
           nachbarten Technologie- und Gründerzen-          Grundlage für die erfolgreiche Entwicklung      konnte ein breites Nutzungsspektrum er-
           trum zu einem erfolgreichen Teil des neuen       gelegt.                                         reicht werden. Gemeinsam haben alle Be-
           Stadtviertels Marbachshöhe entwickelt.           SZ: Welche Rolle kam dem für die Mar-           teiligten ein sehr differenziertes Angebot
           SZ: Woran machen Sie das fest?                   bachshöhe abgeschlossenen Städtebauli-          an nutzbaren Freiräumen aus öffentlichen
           CG: Es haben sich dort sowohl Ingenieur-         chen Vertrag zu?                                Grünflächen, Platzbereichen, Gemein-
           dienstleister und Designer als auch ein          CG: Mit der Unterzeichnung des städtebau-       schaftsflächen und privaten Gärten ge-
           Luftfahrtbetrieb angesiedelt. Entstanden         lichen Vertrages am 25. September 1996          schaffen. Bereits in der Startphase zogen
           sind auch schulische und soziale Einrich-        haben die Bundesrepublik Deutschland, die       viele Familien auf die Marbachshöhe und es
           tungen, wie die Internationale Schule sowie      Stadt Kassel sowie die für die Planung und      entstand ein urbanes lebendiges Stadt-
           Kindertagesstätten von in Kassel ansässi-        Durchführung der Standortentwicklung be-        quartier.
           gen internationalen Firmen. Ich freue mich,      auftragte Arbeitsgemeinschaft aus GWG           SZ: Gibt es etwas, das Sie – mit dem Blick
           dass es dabei auch gelungen ist, die in Kas-     und Wohnstadt (ARGE Marbachshöhe) den           von heute – anders machen würden?
           sel verbliebenen Bundeswehrnutzungen             formalen Grundstein für die kooperative         CG: Der grundsätzlich auf die Entstehung
           und den zum Teil denkmalgeschützten Ge-          und partnerschaftliche Umsetzung des            eines urbanen Stadtquartiers ausgerichte-
           bäudebestand langfristig zu sichern. Insge-      Projektes gelegt. Er hat alle wichtigen         te, in diesem Rahmen aber flexible Entwick-
           samt bietet die Marbachshöhe Standorte           Grundlagen für die Entwicklung des Areals       lungsansatz war erfolgreich. Auch im Rück-
           für 200 Gewerbebetriebe und über 600 Ar-         geregelt und klar definiert, wem welche         blick auf den Projektverlauf gibt das
           beitsplätze.                                     Aufgabe für die Umsetzung der Maßnah-           Ergebnis dem durchgeführten Planungs-
                                                            men zugeordnet ist.                             und Entwicklungsprozess Recht.

                                                                                                                                  StadtZeit Kassel Nr. 93
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              Privater Wohnungsbau in der Ludwig-Erhard-Straße. Ehemaliges Mannschaftsgebäude in der Marie-Calm-Straße, in dem heu-
                                                                te mehrere Technologie-Unternehmen beheimatet sind.

CN: Lediglich einzelne stadträumliche Si-       CN: Wechseln wir den Begriff Insellage mit     che städtebauliche Akzente zur Entwick-
tuationen bieten sich hier zur Betrachtung      Eigenständigkeit aus, dann wird er diesem      lung von innenstadtnahen Flächen gesetzt.
an.                                             Quartier gerecht. Die Marbachshöhe ist         Ein aktuelles Leuchtturmprojekt für die
SZ: Welche?                                     vielfältig, hat eine gute Ausstattung an An-   Stadt Kassel ist die Umwandlung eines
CN: Die Entree-Situation an der Einfahrt ins    geboten für den täglichen Bedarf sowie         ehemaligen Brauerei-Areals zum Martini-
Quartier gehört zu den wenigen stadträum-       Sport und Bildungsangeboten und das in         Quartier mit Wohnungsangeboten für Bau-
lich unglücklich gelösten Situationen. In der   fast unmittelbarer Entfernung zum neuen        gruppen, soziale Einrichtungen, studenti-
Rahmenplanung war hier ein Quartiersplatz       Zentrum am Bahnhof Wilhelmshöhe. Da            sches Wohnen und einem Angebot an
vorgeschlagen worden, der sich in der da-       gibt es einsamerere Inseln.                    Eigentumswohnungen in zentraler Lage
maligen Investoren- und Projektabstim-          SZ: Warum gab es in Bezug auf mögliche         des Vorderen Westens. Diese Projekte zei-
mung nicht realisieren ließ.                    Wohnnutzungen keinen Brückenschlag in          gen, dass die grundsätzliche Vorgehenswei-
                                                den Technologiepark?                           se in der Marbachshöhe mit mehrstufigen
„Städtische ‚Wildnis“ trifft urbanes            CG: Das Entwicklungsziel für die Lüttich-      Planungsprozessen und einem kleinteiligen
Quartier“                                       Kaserne war ein innerstädtischer Dienst-       gemischten Nutzungskonzept auch für an-
                                                leistungs- und Gewerbestandort als Ergän-      dere Standortentwicklungen angewendet
SZ: Wie schätzen Sie die Anbindung der          zung des neu entstehenden Stadtviertels        werden kann und sollte. Einen besonderen
Wohnbebauung in der „zweiten Reihe“ in          Marbachshöhe – mit engem Bezug zum be-         Aspekt müssen wir zusätzlich noch benen-
Wilhelmine-Halberstadt-, Auguste-Förster-       nachbarten Technologie- und Gründerzen-        nen. Die Zusammenarbeit mit dem Bund
und Julie-von-Kästner-Straße an den Mar-        trum. Gleichzeitig war es Aufgabe, die vor-    als Eigentümer war sehr kooperativ, so dass
bachsgrünzug ein, wo nach unseren Infor-        handenen Bundeswehrnutzungen und den           der Eigentumsübergang erst im Prozess der
mationen seinerzeit eine durchgängige           Gebäudebestand langfristig zu sichern, die     Vermarktung vollzogen wurde. Diese Vorge-
fußläufige Verbindung zwischen Eugen-           als Riegel zwischen der oberen Marbachs-       hensweise der Kooperativen Entwicklung
Richter-Straße und Heinrich-Schütz-Allee        höhe, wo ja Wohnraum geschaffen wurde,         gemeinsam mit dem Grundstückseigentü-
entstehen sollte?                               und den entwicklungsfähigen Flächen des        mer hat die BIMA leider nicht fortgesetzt.
CN: Hier hat die weitere Projektentwicklung     Technologieparks liegen.                       Bei dem nun noch anstehenden Konversi-
aus dem Rahmenplan heraus in das kon-                                                          onsprojekt auf einer ehemaligen Militärka-
kretisierende Bebauungsplan-Verfahren zu        „Beispielhafte Vorgehensweise für              serne der Jägerkaserne I sind wir derzeit in
der heutigen Lösung geführt. Punktuelle         Quartiersentwicklung“                          komplizierten Verhandlungen um gemein-
Zugänge und Trampelpfade in den auch als                                                       sam mit dem Land eine derartige koopera-
Naturraum wichtigen Marbachsgrünzug er-         SZ: War die Entwicklung der Marbachshöhe       tive Handlungsgrundlage ohne den Bund
möglichen eine gelungene Nachbarschaft          beispielgebend für die Entwicklung anderer     zu ermöglichen.
aus urbanem Quartier und städtischer            Quartiere in dieser Stadt?                     SZ: Mit Blick auf die Zukunft: Was wün-
„Wildnis“. Aus heutiger Sicht ermöglicht        CN: Die Vorgehensweise war für die städte-     schen Sie sich für den Standort Marbachs-
dies sogar einen hohen Schutz für den Na-       bauliche Entwicklung einer Konversionsflä-     höhe?
turraum, auf den bei mehr Bauvolumen in         che sehr vorbildlich und Ziel führend. Beim    CG: Die Marbachshöhe ist für die Zukunft
der Stadt eine immer wichtigere, ausglei-       Vorhaben Jägerkaserne III (Obere Bosestra-     gut aufgestellt. Entsprechend lautet der
chende Bedeutung zukommt.                       ße/Park Schönfeld) ist die Stadt ähnlich       Wunsch: Bleibe so lebendig, wie du bist,
SZ: Durch die Druseltalstraße entsteht eine     vorgegangen. Auch mit der Entwicklung          Marbachshöhe!
„Insellage“. Halten Sie die Trennung vom        des Geländes der ehemaligen Bereit-
restlichen Stadtteil Bad Wilhelmshöhe für       schaftspolizei (Samuel Beckett-Anlage so-
problematisch?                                  wie der Unterneustadt hat die Stadt deutli-

StadtZeit Kassel Nr. 93
                                                                                                                                              13
r: Herzlichen Glückwunsch: Symbolisch für die
                                                                                                      anderen Festgäste stößt dieses Trio auf den
                                                                                                      Geburtstag der Marbachshöhe an.
                                                                                                      Foto: UGNHWS / Lothar Koch

                                                                                                            m: Kleine Kunstwerke: In der Druckerwerk-
                                                                                                            statt des Spielmobils Rote Rübe kamen die
                                                                                                            jungen Besucher auf Ihre Kosten.
Alle Generationen unter einem Dach                                                                          Foto: UGNHWS / Lothar Koch

                                                                                                            ol: Musikalischer Ausklang: „Gossis
Von Beginn an bezog das Projekt „Generationen übergreifendes, frauen- und                                   Garagen Blues Band“ zog die Zuhörer
familienfreundliches Wohnen“ seine zukünftigen Mitbewohner auf der Marbachshöhe                             in ihren Bann.
                                                                                                            Foto: UGNHWS / Lothar Koch
ein. Ein Musterbeispiel im Rahmen eines gelungenen Konversionsprozesses.

     „Der Mieterbeirat bitte mal nach vorne“:       Sich im Alltag unterstützen                     Wohnung bei gleichzeitiger räumlicher Nähe
     Heiko Kannenberg hat sich das Mikrofon         Die damalige Wohnstadt, heute Unterneh-         ermöglichen möchte, kann sich temporär
     geschnappt, um die Geburtstagsfeier offi-      mensgruppe Nassauische Heimstätte |             ein solches Mansardenzimmer dazumieten.
     ziell zu eröffnen. Während sich die Mitglie-   Wohnstadt, betrat mit diesem seinerzeit
     der des Mieterbeirats sammeln, um ge-          vom hessischen Sozialministerium geför-         Für’s Wohnquartier verantwortlich
     meinsam mit Nachbarn, Freunden und             derten Projekt Neuland, was das Thema           sein
     Bekannten auf ihre gute Hausgemeinschaft       „Mieterbeteiligung“ anging.                     „Das Konzept hat sich bewährt“, ist Frank
     anzustoßen ist am Rand der Gemein-             Gemeinsam mit ihren zukünftigen Mietern         Jungermann, Kundenbetreuer bei der
     schaftsfläche schon ein fulminantes Ku-        entwickelte die Wohnstadt ein Konzept,          Wohnstadt, überzeugt. „Auch wenn die Kin-
     chenbuffet aufgebaut. „Unsere Mieterbei-       das ein gedeihliches Zusammenleben über         der der ersten Mietergeneration längst er-
     ratsvorsitzende Marwa darf das Buffet          rein nachbarschaftliche Kontakte hinaus         wachsen und ausgezogen sind, kommen
     eröffnen“, schallt es nach dem Klingen der     befördern sollte. Dabei dachte man in ers-      immer wieder neue Familien nach. Und bis
     Gläser aus dem Lautsprecher und als die        ter Linie an alleinerziehende Frauen, für die   heute lässt sich beobachten, dass es unter
     aus Syrien stammende Mutter eines klei-        es besonders schwierig war und ist, Familie     den rund 100 Bewohnern kaum Konflikte
     nen Kindes das Signal gibt, stehen die Be-     und Beruf miteinander zu vereinbaren.           gibt“, stellt er zufrieden fest.
     sucher Schlange, um an diesem lauen Som-       Sie, wie alle anderen Mieter auch, profitie-    Die Verbundenheit mit dieser hausgemein-
     mernachmittag ihre Feier zu starten, die       ren davon, wenn sich Hausbewohnerinnen          schaftlichen Wohnform geht soweit, dass
     am späten Abend bei Livemusik ausklingt.       und -bewohner im Alltag gegenseitig unter-      heute einige Mieter dort leben, die selbst in
     Auch Hanne Schmerbach, ehemalige               stützen und in einer funktionierenden Ge-       diesem Haus aufgewachsen sind und die
     Wohnstadt-Mitarbeiterin und „Geburtshel-       meinschaft leben.                               nun mit ihren Familien unter das große ge-
     ferin“ des Projekts ist an diesem Tag mit      Auch Menschen mit Behinderungen sollten         meinsame Dach zurückgekehrt sind.
     dabei. „Dass ihr Vieles selbst entscheidet,    in der Brandenburger Straße 15 bis 23 ein       Weiteres Anzeichen für eine intakte Ge-
     das habe ich mir immer gewünscht“, sagt        Zuhause finden können, weshalb Teile des        meinschaft: Die Mieter fühlen sich verant-
     die heutige Rentnerin sichtlich gerührt und    Gebäudes barrierefrei gestaltet wurden.         wortlich für ihr Wohnquartier. Sie selbst
     wünscht der Hausgemeinschaft weiterhin         Im Haus finden sich, über die öffentlich ge-    sind es, die die Grünanlagen um das Haus
     „ganz, ganz viel Erfolg.“                      förderten Wohnungen hinaus, als Treff-          herum und die Gemeinschaftsräume in
     Die Bewohnerinnen und Bewohner selbiger        punkt das so genannte „Mietercafé“ sowie        Ordnung halten. Generell „achtet man auf-
     sind so viele, wie in einem kleinen Dorf:      mehrere Gemeinschaftsräume, darunter            einander, nimmt gegenseitig Rücksicht und
     über 100 Menschen leben seit 20 Jahren in      auch ein Partykeller, ein kleines Sportstudio   unterstützt andere Bewohner, wenn diese
     dem ehemaligen Sanitätsgebäude in der          sowie eine Gästewohnung für Besucher.           Hilfe brauchen“, hat Frank Jungermann be-
     Brandenburger Straße 15 bis 23 – in „ihrem“    Die Mansarden unter dem Dach des Hauses         obachtet. Dadurch werde es für die älteren
     Haus unterhalb des ehemaligen Exerzier-        sind als „Schalträume“ konzipiert. Wer ein      Mieter einfacher möglich, in der eigenen
     platzes, der heute ein grüner Quartiersplatz   zusätzliches Arbeitszimmer braucht oder         Wohnung zu bleiben statt die Hausgemein-
     ist.                                           seinem erwachsen werdenden Nachwuchs            schaft verlassen und in eine Seniorenwohn-
                                                    ein bisschen Abstand von der elterlichen        anlage umziehen zu müssen.

                                                                                                                                 StadtZeit Kassel Nr. 93
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MARBAC H SH ÖH E

   „Jetzt ist Sabbat – allerhöchste Auszeit“
   Dr. Sabine Bläsing coacht Menschen, die ihr Leben während einer
   Auszeit verändern wollen.
   Das Bedürfnis nach Auszeiten, verbunden mit dem Gefühl der Freiheit
   jenseits von Pflicht und ständiger Erreichbarkeit, wächst bei vielen Men-
   schen. „Fordern Körper und Seele eine Auszeit ein, müssen wir es spätes-
   tens: Still werden, uns Zeit nehmen und überdenken, was wieder zu mehr
   Lebensqualität führt“, so Dr. phil. Sabine Bläsing. In ihrer Firma EFFECT
   FOR LIFE berät sie seit fast 20 Jahren Menschen in Phasen der Neuori-
   entierung; anfangs mit Fokus auf beruflicher Zielfindung, heute ver-
   mehrt bei gravierenden Lebensumbrüchen. Durch eine bewusste Auszeit
   lassen sich solche Herausforderungen mit neuer Vitalität leichter meistern.

   In- und Outdoor-Coaching                                                        Rechtzeitig das Hamsterrad verlassen
   Gemeinsam mit ihren Coaching-Partnern hat Sabine Bläsing schon viele            Derzeit arbeitet Sabine Bläsing an einem Buch und Konzept über 40 Ta-
   in einen erfüllten Beruf und beim Suchen ihrer Berufung begleitet. Wie          ge Auszeit. Ein sehr ursprünglicher Zeitraum zur Selbstfindung und Sinn-
   das Finden einer Berufung möglich ist, erforschte sie in ihrer Doktorar-        suche und aus ihrer Perspektive ideal. Für viele ist dies sicher eine große
   beit zum Thema „Visionen im Kontext von Beruf und Berufung“. Dafür              Herausforderung – aber machbar. Es müsse nicht gleich ein Sabbat-
   verlagerte sie ihren Coaching-Raum auf die Erlebniswelt der Allgäuer            Jahr sein, doch es sei so wichtig rechtzeitig aus dem Hamsterrad des all-
   Berge und war mit ihren Klienten vier Tage auf Visionssuche unterwegs.          täglichen Wahnsinns auszusteigen, so Bläsing.
   „Es war eine kurze, aber sehr intensive Auszeit mit nachhaltigen Verän-         In seinem Ursprung bedeutet das Wort Sabbat eine Geste der Unterbre-
   derungen“, berichtet sie. Gestärkt in ihrer Zuversicht und für die nächs-       chung des Alltags. „Jetzt ist Sabbat – allerhöchste Auszeit“ impliziert als
   ten Schritte kehrten diese in ihren Alltag zurück – manche auch mit kla-        Titel, dass JETZT Sabbat ist – nicht irgendwann. „Denn letztlich haben
   ren Visionen. „Die Natur und das Bewegen in der Natur bringt einen              wir nur den jetzigen Moment“.
   unmittelbar vom Machen zum Sein und
   vom Denken zum Fühlen. So lässt sich                                            Effect for Life I Institut für individuelles Coaching
   klarer sehen und spüren, was wirklich                                           Dr. phil. Sabine M. Bläsing I Coach für Vitalität
   wichtig ist im Leben. Oft kommen dann                                           Ludwig-Erhard-Str. 10 I 34131 Kassel I 05 61/2 21 44
   ganz neue Aspekte zum Vorschein“.                                               blaesing@effect-coaching.de I www.effect-coaching.de

        Vielfältige Wohnformen, organisatorisches Geschick
        Die GWG war als kommunale Wohnungsbaugesellschaft maßgeblich an dem erfolgreichen
        Konversionsprozess der Kasernenareale im Kasseler Westen beteiligt.

        Der Umbau von ehemaligen Mannschafts-            tierten Planungsprozess, der eine frühzeiti-
        gebäuden zu attraktiven Eigentumswoh-            ge Einbeziehung der zukünftigen Eigentü-
        nungen, der Neubau von Stadtvillen und           mer, Nutzer sowie von Bürgerinnen und
        Reihenhäusern sowie technisch innovati-          Bürgern vorsah. In regelmäßigen Abstim-
        ven Mehrfamilienhäusern im sozialen Woh-         mungsrunden zwischen Bund, Stadt und
        nungsbau: Mit differenzierten Wohnange-          Investoren sorgte die ARGE Marbachshöhe
        boten für alle Einkommensgruppen sorgte          dafür, dass sich Nutzungen ansiedelten,
        die GWG der Stadt Kassel auf dem ehema-          welche die erklärten Planungsabsichten
        ligen Kasernenareal für vielfältige Wohnfor-     unterstützten, dort ein gemischt genutztes
        men und attraktive Nachbarschaften. Ein          Stadtquartier entstehen zu lassen.
        Beispiel sind die mehrfach prämierten Pas-
        sivhäuser in der Auguste-Förster- und Ju-        Die GWG
        lie-von-Kästner-Straße.                          ... ist die Gemeinnützige Wohnungsbauge-
                                                         sellschaft der Stadt Kassel und größter An-
        Dialogisch geplantes Stadtquartier               bieter von Wohnraum in der Stadt. Sie ist
        Über ihr Engagement im klassischen Woh-          eine hundertprozentige Tochter der Kom-             Im Rahmen des bundesweit ersten Modellpro-
        nungsbau hinaus bildete die GWG zusam-           mune. In der Fuldastadt bewirtschaftet das          jektes entstanden 40 Sozialwohnungen in zwei
        men mit der WohnStadt die ARGE Mar-              1918 als „Casseler Wohnungsfürsorge                 mehrgeschossigen Baukörpern, die in sogenann-
        bachshöhe. Als Partner der Bundesrepublik        GmbH“ gegründete Unternehmen gut                    ter Passivbauweise errichtet wurden. Ausge-
        Deutschland und der Stadt Kassel organi-         8.500 Mietwohnungen, etwa 1.250 Garagen             zeichnet mit dem Solararchitektur- und Bauher-
        sierte diese Arbeitsgemeinschaft den ge-         und Stellplätze sowie 93 Gewerbeeinheiten.          renpreis. Foto: Volker Oesterreich
        samten Konversionsprozess und entwickel-
        te das bundesweit erstmalig so praktizierte                     Kontakt:     GWG der Stadt Kassel m.b.H.
        „Kasseler Modell“ – einen sehr dialogorien-                                  Neue Fahrt 2 I 34117 Kassel I Tel. 0561-70001-0
                                                                                     info@gwg-kassel.de I www.gwg-kassel.de

StadtZeit Kassel Nr. 93
                                                                                                                                                            15
MA RBACH S H ÖHE                                                   ZEITSCHIENE
                                                                   Ab 1935: Abschnittsweise Bebauung,         maßnahme; Ende des Jahres erste Be-
                                                                   Auslagerung der Wehrmachtsanlagen          standsaufnahme durch die WohnStadt
                                                                   aus dem Stadtbereich in Richtung Has-
      Marbachshöhengeschichte                                      selweg                                     1994: Aufgabe durch die Bundeswehr
                                                                                                              im Lauf des Jahres
      Zu viele Kasernen am falschen Ort                            Ca. 1955 bis Anfang 1990er-Jahre: Nut-
                                                                   zung durch die Bundeswehr                  1994/95: Masterplanung durch die
      Mit der deutschen Wiedervereinigung verschob                                                            WohnStadt
      sich die Grenze zu den östlichen Nachbarn um ei-             1993: Ankündigung der vollständigen
      nige hundert Kilometer und es gab plötzlich ent-             Räumung infolge militärischer Umstruk-     Juni 1995: Beschluss der Masterpla-
      lang der innerdeutschen Grenze und deren Hinter-             turierungsprozesse; im April Beschluss     nung durch die Stadtverordnetenver-
      land zu viele Kasernen. Anfang der 1990er-Jahre              der städtischen Gremien zur Einleitung     sammlung; erste Umbaumaßnahmen
      gab die Bundeswehr infolge militärischer Umstruk-            einer städtebaulichen Entwicklungs-        im Bestand
      turierungsprozesse die Wittich- und die Hinden-
      burgkaserne auf, in der Lüttichkaserne verblieben
      seinerzeit noch militärische Nutzungen. Damit war
      der Weg frei, auf dem städtebaulich attraktiven
      Areal im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe eine Stadt-
      entwicklungsplanung in Gang zu setzen.

 Individuell arbeiten und leben
 In einem repräsentativen Süd-/West-Haus mit Freisitz und
 Dachterrasse entstehen ökologisch und energieeffiziente,
 individuelle Arbeits- und Lebensräume.

 In zentraler Lage im „Gründer-Viertel“ Marbachshöhe – Teil von Kassel-Bad
 Wilhelmshöhe und Kurbezirk – entstehen auf fünf Ebenen 1.295 Quadrat-
 meter individuelle Wohn- oder Büroflächen. Eine 210 qm große Dachter-
 rasse mit Panorama-Blick ins Kasseler Umland und der Möglichkeit zum
 „urban gardening“ rundet das architektonische Konzept mit seinen lichten
 Räumen und Freisitzen in ruhiger Lage ab.
 Bei der Energieversorgung setzt das Projekt auf Fernwärme. Glasfaser-
 und Kupferkabel sorgen für eine der schnellsten Internetverbindungen in
 Kassel.
 Zehn Geh-Minuten vom ICE-Bahnhof und mit den Tramlinien 3 und 7 so-
 wie der Bushaltestelle Hasselweg optimal an den ÖPNV angebunden er-
 möglicht das architektonische Konzept ein hohes Maß an Flexibilität bei
 gleichzeitigen Wachstumsoptionen durch die Flächen im benachbarten
 Genius-Haus.                                                                Kontakt zu Eigentümer und
                                                                             Entwicklungsteam:
 tegut-Supermarkt mit Biobäcker, Apotheke, Kindergarten, Schul- und Frei-    Jens Peters
 zeiteinrichtungen befinden sich in unmittelbarer Nähe.                      Ludwig-Erhard-Straße 14
 Werden Sie an diesem zukunftsträchtigen Standort mit großem Entwick-        34131 Kassel-Bad Wilhelmshöhe
 lungspotential heimisch.                                                    marbachshoehe@hotelinkassel.de

                                                                                                                                StadtZeit Kassel Nr. 93
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