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Nr. 9/9.3.2018
Schaufenster
Doppelspitze
Das Modeduo Proenza
Schouler im Gespräch.
IN Puristin
NEUEM de luxe
Rückblick auf das
GEWAND
Schaffen von Jil Sander.
Nordische
Lust auf Frühling: Proteine
Die Keylooks der Saison im Reportage aus dem
großen Trendheft. wiedereröffneten Noma.
sfen 09.03.18 sfen-Covermontage.indd 201 01.03.2018 17:39:36EDITORIAL
Daniel Kalt,
Chefredakteur
Bild der Woche
V ielleicht – hoffentlich – ist es Ihnen gleich aufge-
fallen: Im „Schaufenster“ hat sich etwas getan.
Zur Feier des Tages begrüße ich Sie übrigens einmal
Als „Ein-Mann-Manufaktur“ wird der in Lugano lebende Fotograf – oder treffender:
Bildermacher – Christian Tagliavini in einem Text beschrieben. Und das trifft seinen
Ansatz ausgezeichnet, denn Tagliavini fotografiert nicht nur, er gestaltet auch Kos-
ohne Brille, um zu unterstreichen: Hier weht ein fri-
tüme, Dekor, baut ganze Bilderwelten. Noch bis 17. März widmet ihm Camera Work
scher Wind. An der Windmaschine steht Art Direc-
in Berlin eine Ausstellung, ein Bildband erschien im Verlag TeNeues.
tor Matthias Eberhart, der über alle gestalterischen
Dinge in unserem Magazin wacht. Um unseren
Refresh, wie das in der Layoutersprache heißt,
umzusetzen, hat er neue Schriftarten durchforstet,
bis ihm die Buchstaben vor den Augen tanzten. Und
neue Seitenlayouts gebaut, bis die Überhitzung sei-
nes Computers drohte. Entwürfe stapelten sich Im Netz
turmhoch in seinem Büro! Das Ergebnis halten Sie In der Mode kommt alles wieder. Ein
nun in Händen, und ich hoffe brillenloserweise, es Blick zurück lohnt sich also, auch
Cover: Arton Sefa. Fotos: Elsa Okazaki, Carolina Frank, C. Tavagliani/teNeues, Loewe.
kann sich sehen lassen. Neu sind neben dem klaren wenn man angesichts der Texte und
Layout auch die Fixseite „Schaufensterbummel“ Werbeanzeigen in der „Presse“ vor
statt der „Atelier“-Rubrik. (Kunstvolles Handwerk 50 Jahren öfter einmal schmunzeln
bleibt freilich ein wichtiges Thema im Heft.) Es gibt muss. Die Highlights finden Sie auf:
fortan eine regelmäßige Schmuckseite, und wenn
Fundstück
Schaufenster.DiePresse.com
Sie unsere Kolumnisten gern in der Straßenbahn Facebook.com/diepresseschaufenster
erkennen würden: Ab sofort zeigen wir ihre Porträt- Instagram: @diepresseschaufenster
fotos. Etwas aufgeräumter präsentiert sich das Kul- Tennisprofis werden unwei-
turprogramm, und aus dem Zitat auf der letzten gerlich an das knifflige
Seite ist ein Mini-Popquiz geworden. Abgesehen von Neuumwickeln von Racket-
so viel Neuem bleibt dem „Schaufenster“ das, was griffen denken, und auch
Sie an ihm schätzen, erhalten: Die Leidenschaft für Radsportfans dürften sich
unsere Themen, die Freude, Ihnen von unseren Ent- von der Tasche „Puzzle Wrap“
deckungen zu berichten. Auch unsere Liebe zum angesprochen fühlen: die
Detail, die sich unter anderem an dem Punkt äußert, neue Version des von Jona-
zu dem ich nun vorgedrungen bin: beim neuen than Anderson für Loewe ent-
Schlusszeichen am Ende jedes Texts. s worfenen Taschen-Bestsellers.
6 Schaufenster1 K U LT 3
Neue Hülle
4
5
2
7
BOSS
8
Redaktion: Barbara Zach. Fotos: Beigestellt, AFP.
6 9
1. DAMENLOOK von Balmain, www.balmain.com 2. DAMENLOOK von Chanel, Kohlmarkt 5, 1010 Wien. 3. TASCHE von MM6, 325 Euro, über www.net-a-
porter.com 4. BRILLE von Marni, 310 Euro, www.marni.com 5. MANSCHETTENKNÖPFE von Rozet & Fischmeister, Kohlmarkt 11, 1010 Wien. 6. SANDALE von
Yeezy, 565 Euro, www.stylebop.com 7. STUHL „Louis Ghost Barbie“ von Kartell, Opernring 17, 1010 Wien. 8. FEUCHTIGKEITSCREME „Moisture Surge.
72-Hour Auto-Replenishing Hydrator“ mit Geltextur von Clinique, ab 22 Euro erhältlich. 9. DAMENLOOK von Valentino, Tuchlauben 5/4, 1010 Wien.
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S C H AU
fenster
BUMMEL
KONICHIWA, PARIS. STRASSENTAUGLICH.
Die grenzenlose Liebe Fendis Fantasie ist un-
der Japaner zu Paris ist erschöpflich, wenn es
bekannt. Entsprechend darum geht, Millenni-
sinnvoll ist die (fortge- als zu erreichen: Für
setzte) Kooperation das „Ring of the Futu-
von Uniqlo mit French- re“-Projekt schufen
Chic-Botschafterin sechs Street-Artists ge-
Inès de la Fressange, meinsam ein T-Shirt,
zu beziehen über das an Instagram-
www.uniqlo.com Stars wie Caro Daur
fotografiert wurde.
HEISSE SOHLE. Das ohnehin
schon hippe Label Jimmy
Choo holte sich zuletzt Cool-
ness-Unterstützung und ko-
operierte mit Virgil Abloh, De-
signer von Off-White: Das Er-
gebnis ist (auch) wasserdicht.
Fotos: Karen Bengall Photograhy, BFA, Sandra Kennel, beigestellt
DUFTENDES ACCESSOIRE. Seit Raf schickte er die Models mit den
Simons zum Kreativdirektor aller Flakons des Calvin-Klein-Duftklassi-
Neue Adresse Calvin-Klein-Linien ernannt wurde, kers „Eternity“ als Accessoire über
VIU. Seit Februar unterhält das Schweizer Brillen- zählt die amerikanische Marke wie- den Laufsteg – dies zur Feier des 30.
label eine zweite Dependance in Wien. In dem pu- der zu den interessantesten Anlauf- Geburtstags des Parfums. Bald folgt
ristisch gestalteten Shop können sowohl Korrek- stellen für Modekundige. Bei der die Erweiterung der Linie unter Si-
tur- als auch Sonnenbrillen erworben werden. Präsentation der Sommerkollektion mons’ Leitung als „Eternity Air“.
Bauernmarkt 2a, 1010 Wien.
10 SchaufensterW I E N , T R AT T N E R H O F 1 , 0 1 5 3 3 2 5 3 1 | V E R SAC E . CO M
Salvatore Ferragamo
Kleid aus Seidensatin.
12 SchaufensterFinis
terræ
Die Keylooks der internationalen Maisons, inszeniert inmitten der
beeindruckenden Naturkulisse von Aldeamento do Levante in Portugal.
Fotos: Arton Sefa Produktion: Barbara Zach
Bottega Veneta
Oberteil und Hose aus Lammleder mit Details aus Schlangenleder. Gürtel aus Krokodilleder.
Schaufenster 13Giorgio Armani
Kleid aus Seidenorganza, doppelreihige Jacke mit Dreiviertelärmeln.
14 SchaufensterMiu Miu
Satinbluse und Cardigan aus Wolle, Kopfband aus Nylon mit Glaskristallen.
Schaufenster 15Fendi Dior (Cover-Look)
Schulterfreie Jacke und ausgestellter Rock, Oberteil aus Jacke und Playsuit aus Baumwoll-Seiden-Gemisch, Bluse in Crêpe
Seidenstrick mit Cutouts, Sneakers von Louis Vuitton. Georgette, Tüllrock, Raulederstiefel in Netzoptik mit Schnürung.
Versace Gucci
Gemustertes Kleid mit betonten Schultern und Strümpfe aus Jacke und Rock aus geblümtem Jacquard, darunter ein Badeanzug
Viskose, Goldohrringe mit bunten Details. aus Lycra, Gürteltasche mit Logoprint in Veloursleder, Moccasins mit
Goldschnalle und breitem Absatz, Strümpfe aus Baumwolle.
16 SchaufensterChanel
Jacke, Rock und Oberteil aus „Fantasy Tweed“, teils mit Einsätzen aus Lackleder. Hut und Stiefel aus PVC mit Details in Ripsband.
18 SchaufensterEtro
Bluse aus Seide, darunter Oberteil mit besticktem Kragen aus Baumwolle.
20 SchaufensterNEU Premium
HIN & ZURÜCK
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USA ab
€ 749
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Es gibt viele Arten zu sitzen. Mit der myAustrian Premium Economy Class
genieße ich die österreichische Art – und fliege so richtig gemütlich mit viel Platz,
besonderem Genuss und jeder Menge Komfort.
the charming way to fly
Preis gültig für Hin- und Rückflug. Besondere Anwendungsbestimmungen.
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Bluse und Hose in Grand-Manège-Druck aus Seide, Einreihiger Blazer, Hose mit Strickbündchen, beides
Sandalen aus Leder. aus Viskose.
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22 SchaufensterFÜR ALLE FÄLLE GUT GERÜSTET Mit den Karten von card complete Alte Globetrotterweisheit: Mit dem richtigen Begleiter wird Reisen umso schöner. Vergessen Sie beim nächsten Urlaub auf keinen Fall Ihre Visa-Karte, Mastercard® Kreditkarte oder Ihre JCB-Balance Karte von card complete. Bei Visa und Mastercard können Sie aus Classic Card (mit und ohne Versicherungsschutz), Gold Card oder Platinum Card wählen. Damit stehen Ihnen weltweit akzeptierte Zahlungsmittel zur Verfügung. Also: Bevor Sie die Koffer packen, schauen Sie doch auf www.cardcomplete.com vorbei.
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Gestreiftes, figurbetontes Strickkleid
mit Rollkragen.
24 SchaufensterDolce & Gabbana
Jumpsuit aus Chiffon mit Spielkarten-Print und Bustier-Top, Jacke aus Wolle
mit Blumenapplikationen, bedruckte Slingbacks aus Kalbsleder.
PRODUKTION & STYLING: Barbara Zach/www.barbarazach.com FOTOS: Arton Sefa/www.sonja-heintschel.com HAAR &
MAKE-UP: Sophie Chudzikowski/www.perfectprops.com MODEL: Nimuë Smit/www.ouimanagement.com ASSISTENZ: Xenia
Trampusch Location: Vielen Dank an www.aldeamento.pt
BEZUGSQUELLEN:
Bottega Veneta, Tuchlauben 5, 1010 Wien Calvin Klein 205W39NYC, www.calvinklein.com Chanel, Tuchlauben 1, 1010 Wien
Dior, Kohlmarkt 6–8, 1010 Wien Dolce & Gabbana, Kohlmarkt 8–10, 1010 Wien Etro, Tuchlauben 5, 1010 Wien Emporio
Armani, Tuchlauben 7a, 1010 Wien Fendi, Kohlmarkt 5, 1010 Wien Giorgio Armani, Kohlmarkt 3, 1010 Wien Gucci, Kohl-
markt 7, 1010 Wien Hermès, Graben 22, 1010 Wien Louis Vuitton, Tuchlauben 3–7, 1010 Wien Miu Miu, Tuchlauben 7, 1010
Wien Prada, Seitzergasse 2, 1010 Wien Salvatore Ferragamo, Kohlmarkt 7, 1010 Wien Versace, Trattnerhof 1–3, 1010 WienTÊTE-À-TÊTE. Lazaro Hernandez
(l.) und Jack McCollough lancier-
ten ihr Label 2002.
Fotos: Peter Lindbergh, beigestellt. Der Autor wurde von L‘Oréal zum Interview in London eingeladen.
„Wir folgen unseren
eigenen Regeln“
Ihr Label Proenza Schouler genießt Kultstatus: ein Gespräch mit Lazaro Hernandez und
Jack McCollough über Pariser Couture, kreative Prozesse und die Wüste von Arizona.
Interview: Daniel Kalt
26 SchaufensterM
it ihrer neuen Vorstellung eines
jugendlich-amerikanischen Looks, der
dem Zeitgeist der frühen Nullerjahre
entsprach, konnten sich Lazaro Her-
nandez und Jack McCollough, zwei
Absolventen der Parsons School of
Design in New York, relativ rasch in
der schnelllebigen Modebranche der USA Gehör verschaffen.
Dass der Tochter von US-„Vogue“-Chefin Anna Wintour, Bee
Shaffer, ihre Entwürfe gefielen, war wohl ebenfalls kein Nachteil.
2002 gründeten Hernandez und McCollough ihre eigene Marke,
die sie nach den Geburtsnamen ihrer Mütter benannten (und
die man am besten von einem der beiden ausgesprochen hören
sollte). Seit Kurzem verzichten die beiden auf das Entwerfen von
Zwischenkollektionen und sind mit ihrem Defilee aus New York
nach Paris übersiedelt. Das „Schaufenster“ traf die Designer in
London, wo sie ihr erstes Parfum präsentierten.
Als Sie 2002 begannen, als Proenza Schouler Mode zu
machen, gab es ein kleines Vakuum in der amerikanischen
Mode: Die coolen Marken der Eighties waren zu Giganten
geworden, der Nachwuchs fehlte. Sind Sie mittlerweile aufge-
rückt und selbst Teil des Establishments geworden?
Lazaro Hernandez: Das kann man wahrscheinlich so sagen,
denn das ist das unabwendbare Ergebnis eines Prozesses, der
unweigerlich abläuft. Genauso, wie man sich als Individuum wei-
terentwickelt und mit Mitte, Ende 30 kein Anfänger mehr in sei-
VON CHRONOGRAPHEN,
nem Job ist, sondern ein Mid-Career-Level erreicht hat. Wenn KILOMETERN UND
wir uns in New York umschauen, dann gibt es heute auf jeden UNENDLICHER HINGABE.
Fall wieder neuen Nachwuchs, der uns nachgefolgt ist. Für uns
ist es hingegen an der Zeit, uns zu überlegen, was wir noch errei-
chen wollen. Der Schritt mit unserer Kollektionspräsentation
nach Paris gehört dazu. Und die Zusammenarbeit mit L’Oréal für
die Lancierung unseres ersten Parfums ist ein anderer Puzzle-
stein in dieser Phase unserer Entwicklung gewesen.
Was hat den Schritt motiviert, die Kollektion nicht in New
York, sondern in Paris und während der Haute-Couture-
Woche zu zeigen? War das ein politisches Statement?
Jack McCollough: Man kann das wohl auf unterschiedliche Arten
deuten. Ich glaube, für uns war es einfach an der Zeit, über Ver-
änderung nachzudenken. Wenn man einmal 15 Jahre lang dem
gleichen Rhythmus unterworfen war und immer am selben Ort
gezeigt hat, bekommt man Lust, ein bisschen auszubrechen. Es
geht darum, nicht zu bequem zu werden. Und der Schritt nach
Paris war eine neue Herausforderung für uns. In der Mode ist
Paris ohnehin ein fast legendärer Ort, und dann die Haute-
Couture-Woche: Sie steht noch immer dafür, dass Paris sich die
Welthauptstadt der Mode schimpfen darf. Als die Chambre syn-
dicale de la haute couture mit ihrer Einladung auf uns zugekom-
men ist, haben wir die Gelegenheit ergriffen, etwas in der Funk-
tionsweise unseres Labels zu verändern.
BELISAR
Hernandez: Wir hatten uns immer wieder darüber unterhalten, CHRONOGRAPH
wie wichtig die Zwischenkollektionen, also Pre-Fall und Cruise MONDPHASE
sind, und wie gut sie sich im Vergleich zur Hauptkollektion ver-
kaufen. Auf der anderen Seite hatten wir keine Lust mehr da-
rauf, uns dem Zwang zu beugen, unbedingt vier Kollektionen
pro Jahr machen zu müssen. Also war das Zeitfenster der Haute
Couture eine gute Gelegenheit, und wir haben uns dazu durch-
gerungen, diesen Schritt zu machen, das Regelwerk der Mode
über den Haufen zu werfen und unsere eigenen Regeln aufzu-
stellen. Darum legten wir die Zwischen- und die Hauptkollektion
zu einer größeren Kollektion zusammen und zeigen diese vor
allen Ready-to-wear-Modewochen im Zeitfenster der Couture. →
w w w. u n i o n - g l a s h u e t t e . c o m→ Ist die handwerkliche Qualität der in Paris gezeigten Kollektion wicklungen eben mitmachen, damit man nicht den Anschluss ver-
zugleich eine Verneigung vor der Welt der Haute Couture? liert. Vieles davon hat mit der Perspektive zu tun, die man einneh-
McCollough: Das könnte man vielleicht so sehen, aber ich denke, men möchte. Man muss sich nur andere Branchen anschauen,
da handelt es sich auch um eine natürliche Weiterentwicklung etwa die Musikindustrie oder die Kommunikationstechnologie: Da
dessen, wofür wir stehen und stehen wollen. Die Zeiten, als man ist es in den vergangenen Jahren zu grundlegenden Veränderun-
sagen konnte: Das ist ein amerikanischer Designer, und seine gen gekommen, und wer überleben wollte, musste seine eigene
Ästhetik ist so und so, das hingegen ist ein Pariser Designer, denn Strategie finden, um mit den veränderten Bedingungen schrittzu-
seine Ästhetik ist anders – diese Zeiten sind vorbei, und wir leben halten. Dasselbe sehen wir heute in der Mode. Das System ist
in einer Phase mit größerer Fluidität. Die Grenzen ver- dabei, sich aus der Vergangenheit, der es in manchen Aspekten
schwimmen und Neues wird möglich, wenn man sich verhaftet blieb, in die Gegenwart zu bewegen. Ähnliche Entwick-
traut. lungen, bezüglich derer manche Beobachter vom „Ende der Mode“
Bedeutet die Lancierung ihres ersten Parfums den gesprochen haben, gab es in der Vergangenheit bereits mehrmals:
Beginn eines neuen Kapitels in der Firmengeschichte? Zum Beispiel, als die Luxuskonfektion, das Prêt-à-Porter aufge-
Hernandez: Auf jeden Fall. Wir haben von Anfang an taucht ist und der Haute Couture den Rang abzulaufen begann.
kontinuierlich an der Weiterentwicklung unserer Oder in den 1990er-Jahren, als Streetwear und Highstreet-Mode in
Marke gearbeitet, zuerst auf unsere Kollektionen Umlauf kamen. Und heute stehen wir eben wieder an so einem
fokussiert, in einem nächsten Schritt auf die Acces- Wendepunkt, an dem die Mode in einen anderen Gang umschaltet.
soires. Mit dem Parfum folgt jetzt eine weitere Etappe, Das sollte aber doch ein Ansporn sein, sich für neue Herausforde-
die uns nochmal einen breiteren Auftritt erlaubt und rungen zu wappnen. s
die Marke für einen größeren Kundenkreis zugänglich
macht. Den Spagat zu schaffen zwischen einem nischi-
gen Auftritt der Modelinie und der größeren Verfügbar-
keit einer Brand, die auch Kosmetik anbietet, ist eine inte-
ressante Herausforderung für uns.
McCollough: Wir sind uns natürlich dessen bewusst, dass
unser Bekanntheitsgrad außerhalb der USA, unseres Hei-
matmarktes, weniger groß ist. Aber gerade deshalb finden
wir das Projekt spannend und sehen darin eine wichtige
Möglichkeit für die Marke, weiter zu wachsen.
Klinken Sie beide sich für den kreativen Prozess noch immer
aus dem Alltag in New York aus und ziehen sich zurück, um
Ideen zu sammeln?
Hernandez: Dadurch, dass wir keine Zwischenkollektionen mehr
machen, ist auch das wieder leichter möglich geworden.
McCollough: Unsere Art zusammenzuarbeiten ist mehr oder
weniger unverändert geblieben. Wir versuchen weiterhin, vom
ersten bis zum letzten Schritt alles gemeinsam zu besprechen
und zu entwerfen. Und dafür ziehen wir uns zurück, meistens
in unser Haus am Land, und reden und skizzieren und ent-
werfen. Über diese Vorstellung der Zusammenarbeit haben
wir auch zueinandergefunden, und eine große Rolle in die-
sem Kontext spielt eben die Vorstellung des Rückzugs.
Auch das Konzept für das Parfum ist so entstanden? STEINWÜSTE. Der Duft „Arizona“ entstand in der Wüste.
McCollough: Unsere Kollektionen entstehen sehr im Jetzt,
sind einem ganz bestimmten Augenblick geschuldet.
Sechs Monate später kommt dann schon wieder etwas In Stein gemeißelt
ganz anderes, das das Vorherige überlagert. Mit dem
Parfum ist das anders, weil wir etwas Zeitloses schaffen Zwei Designer, die ihr erstes Parfum lancieren, und zwei
wollten, und auch etwas Universelleres, das sich an ein Parfumeure, die ihnen dabei helfen, ihre Vorstellungen
breiteres Publikum wenden kann. zum Duft werden zu lassen: Unter diesen Voraussetzun-
Hernandez: Um uns darüber klarzuwerden, was wir gen entstand „Arizona“ von Proenza Schouler, und es
machen wollen, sind wir nach Arizona gefahren und waren die beiden Meisterparfumeure Carlos Benaïm und
haben uns den Freiraum genommen, uns aus allem auszu- Loc Dong, die mit Lazaro Hernandez und Jack McCol-
klinken, einfach nur in uns hineinzuschauen und zu denken. lough an der olfaktorischen Umsetzung ihrer Wüsten-
So einfach das klingen mag, so schwierig ist es, heute etwas fantasien arbeiteten. „Wir haben uns von ihnen sehr gut
Derartiges zu erreichen. In diesem Verzicht liegt doch der verstanden gefühlt, und unsere visuellen Impulse wurden
größte Luxus. Steine, die wir in der Wüste gesammelt haben, nahtlos in etwas übersetzt, das später als Parfum erfahr-
dienten später als Inspiration für die Form des Flakons. bar wurde“, sagt etwa McCollough über die Zusammen-
Man hört immer wieder davon, dass die Mode an ihr Ende arbeit. Die größte Herausforderung bestand darin, einen
gekommen sei. Was halten Sie von derlei Prognosen? Geruch zu finden – die dominierende Note in „Arizona“ –,
Fotos: Beigestellt
Hernandez: Mode ist zwangsläufig etwas, das sich ständig weiter- der dem einer geruchlosen Kaktusblüte entsprach. Das
entwickelt. Ich finde, das darf man nicht aus den Augen verlieren. Ergebnis soll trocken-mineralisch und unaufdringlich-
Wenn man Teil des Systems sein will, dann muss man diese Ent- floral sein: eine gelungene Mischung.
28 SchaufensterWOMEN´S WEAR AND ACCESSOIRES
r i n g C o lle c t i on
S p
2018
ETOTRD´OS
FAY
EOTDREEOH
EET
TRROO ALLUDE
HO RON
ETGA HERNO
EJUTR
VIO
A
ETRO
SCHUMACHER
CLOSED
BRUNEL ELO
TRCO UCINELLI
HARERIS
FRAU
TRWOHARF
EETNRSO
CHUH
TAREA TJA
UENTÜT
RO ZER
RROMON
MEAT LIR
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ESSE
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V O R RAONTW
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ETBRALA
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WIR LADEN SIE HERZLICH ZUR PRÄSENTATION DER NEUEN SOMMERLOOKS 2018 EIN:
SAMSTAG, 17. MÄRZ 2018, 10 -17 UHR
CACHIL FASHION LOFT, WEBEREISTRASSE 9, 2630 TERNITZ; 02630/38708
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Sanders letzte
Kollektion bezog
sich auf Alighie-
ro e Boetti.
GESICHTSFELD. KLARHEIT.
Fotos: Paul Warchol, Peter Lindbergh, Raymond Meier, David Sims, beigestellt. Der Autor reiste auf Einladung von Coty Inc. nach Frankfurt.
Der androgyne Gegen alle Wi-
Look von Model derstände setzte
Edie Campbell Sander ihre Mo-
sagte Sander zu. devision durch.
CHRONOLOGIE. REDUKTION.
Das erste Parfum Den Flakon zu
lancierte Jil San- „Sander for Men“
der 1979. Es hieß entwarf 1999
„Pure Woman“. Fabien Baron.
Die totale
Gestaltung
Eine große Ausstellung, die der Arbeit von Jil Sander in Frankfurt gewidmet ist, macht
deutlich, wie geradlinig die Visionärin der deutschen Mode ihre Ideen umgesetzt hat.
Text: Daniel Kalt
30 SchaufensterW
ie viele andere Kreative, die
stets darum bemüht sind,
etwas Zukunftsweisendes zu
schaffen, konnte sich auch Jil
Sander, Deutschlands be
kannteste Modedesignerin
und MinimalismusVisionä
rin, lang nicht mit der Vorstellung einer Retrospektive
ihrer Arbeit anfreunden. So heißt es etwa, sie habe ein
diesbezügliches Angebot des Victoria&AlbertMuseums
in London ausgeschlagen. Nun ist es aber doch zu einer
Ausstellung gekommen, die Positionen aus fünf Jahr
zehnten (Sander eröffnete 1968 eine Boutique in Ham
burg und entwarf ergänzend zu der von ihr eingekauften
Ware eigene Kleidungsstücke) versammelt. „Präsens“
heißt die Schau, die derzeit in Frankfurts Museum Ange
wandte Kunst zu sehen ist. Der Titel ist programmatisch, EIN NEUES KAPITEL. Im Frühling 2018
denn eine Verankerung des Œuvres in der Gegenwart wird die von Jil Sander 1979 mit „Pure
bzw. eine Betrachtung von vergangenen Positionen aus Woman“ begonnene Duftgeschichte
aktueller Perspektive ist unbedingt erwünscht. Zurück der Marke fortgesetzt. „Sunlight“ heißt
zuführen ist die Retrospektive, die somit im Eigentlichen der neueste Duft aus dem Haus, und
keine sein will, auf die Überzeugungskünste des mit Susan Sarandon als Testimonial
Museumsdirektors Matthias Wagner K; es handelt sich wendet sich das neue Parfum (auch)
um die 43. Schau des Museums in viereinhalb Jahren. Ein an reifere Frauen (60 ml um 67 Euro).
stattlicher Rhythmus ist das, möglich geworden durch
einen Umbau des Hauses und eine Neukonzeption der
Programmgestaltung, und das Publikum ist dankbar. „Als nach nicht zuletzt auch die Beschaffenheit des
ich die Leitung des Museums übernahm“, so Wagner K, Museums, das 1985 von Richard Meier geplant wurde,
„war es für mich klar, dass ich Jil Sander hier zeigen will. wesentlich dazu beigetragen, dass Jil Sander der Frank
Mit Blick auf Deutschland, aber auch im internationalen furter (Nicht)Retrospektive zustimmte.
Kontext, ist ihre Position einzigartig. Sie ist immer ihrer
Linie treu geblieben.“ Durchsetzungskunst. Ein weiterer Punkt, den die Aus
stellung aufgreift, ist die Annäherung von Kunst und
Blick für das Ganze. Wagner K, der zuvor etwa als künst Mode: Etwa durch eine Zusammenarbeit Sanders mit
lerischer Leiter der Nordic Fashion Biennale in Reykja Mario Merz für die KunstModeBiennale in Florenz oder
vik fungierte, hat in einer 15 Monate währenden Vorbe auch durch die Bezugnahme auf die Arbeit von Alighiero
reitungsphase mit der Designerin geeignete Präsentati e Boetti in Jil Sanders letzter, vor dem Rückzug von ihrer
onsmodi erarbeitet: „Es ist mir zwar in der Zusammen Marke von ihr selbst entworfener Kollektion für das
arbeit gelungen, sie dazu zu bewegen, auch Frühjahr 2014. Viel Raum wird auch dem
einmal zurückzublicken. Doch war ihr Kapitel der JilSanderParfums zugedacht:
immer wichtig, dass dieser Blick aus der „Jil Sander ist eine 1979 nahm diese Duftgeschichte ihren Aus
Gegenwart erfolgt; dass sie also aus heutiger gang, damals lancierte sie ihren ersten
Perspektive auf ihr Werk schaut und es prä Missionarin im Damenduft, „Pure Woman“. Der Flakon –
sentiert.“
Organisiert ist die Ausstellung nun nach ver positivsten Sinne. quadratisch, klar, in gefrostetem Glas – war
unter langwierigen Tüfteleien massenpro
schiedenen Themengebieten: Als Ouvertüre
ist ein Raum mit Videos von Kollektionsprä Es geht ihr immer duktionstauglich gemacht worden.
Jil Sander selbst war das Gesicht ihrer ersten
sentationen aus den Jahren 1984 bis 2014 zu
verstehen. Darauf folgt ein Saal, der – weitge
um alles.“ Kampagne. Und das war wohl gut und wich
tig, denn ein Designerparfum aus Deutsch
hend leer geräumt – das Thema „Backstage“ land, das war zu jener Zeit noch etwas, über
aufgreift. Ebenso großzügig gestaltet ist das Kapitel das man etwa in der Welthauptstadt des Luxus, Paris,
„Werkstatt/Arbeitsraum“, und auch die Präsentation von nur die Nase rümpfen konnte. Dass sich auch in diesem
nicht chronologisch angeordneten Modellen aus Jil San Bereich die Erzeugnisse von Jil Sander durchsetzen
ders Modeschaffen fügt sich harmonisch in die Architek konnten und dass etwa „Sun“ oder „Bath & Beauty“
tur des Museumsbaus ein. Ohnehin sind Räumlichkeit heute als Klassiker anerkannt sind, ist ein weiteres Puz
und Baugestaltung für Jil Sander immer wichtige The zlesteinchen in der Erfolgsgeschichte einer Kreativen,
men gewesen. Ihr umfassender Gestaltungsdrang, der die in ihrer Arbeit zumeist kompromisslos von sich
weit über die Grenzen der Mode hinausgeht, hat immer selbst und ihren eigenen Wünschen ausgegangen ist. 6
auch diesen Aspekt betroffen: „Charakteristisch für sie
ist die absolute Großzügigkeit im Umgang mit der Archi
tektur. So hat sie einmal zu mir gesagt: ,Man muss der
Tipp
Versuchung widerstehen, die Leere aufzufüllen‘“, sagt „JIL SANDER – PRÄSENS“. Die Ausstellung ist noch bis 6. Mai im Museum Ange-
Matthias Wagner K dazu. Übrigens hat dem Vernehmen wandte Kunst in Frankfurt zu sehen. Der Katalog ist im Prestel-Verlag erschienen.
Schaufenster 312
3
1
G
esucht ist der Name einer
griechischen Schönheitsgöt-
tin mit neun Buchstaben.
Erster Buchstabe: A. Dumme
Frage: Wissen Sie natürlich.
Von Einsteiger-Kreuzworträtsel-Kokolores
lassen Sie sich ganz sicher keine Grübelfal-
5 ten einpflügen. Und jetzt fragen Sie bitte
4 einmal Ihre Tagescreme. Na? Sie hat kei-
nen blassen Schimmer? Wir haben es
geahnt. So klug sind die Dinger nämlich gar
nicht. Dabei denken Cremes heutzutage ja
angeblich immer mit. Smarter schmieren,
das heißt: nicht nur Schutz oder Fett oder
Feuchtigkeit spenden, sondern auch noch
ordentlich Gehirnschmalz mitbringen. Wie
genau das funktioniert, unterscheidet sich
Schönheit ist
von Produkt zu Produkt – die Klassenbes-
ten stellen wir heute vor.
Kopfsache Schön sprechen! Mit nichts Geringerem als
neuester Neurowissenschaft punktet etwa
Shiseido. Das japanische Beautylabel hat
das Zusammenspiel zwischen Gehirn und
Schönsein ist nicht alles: Die neuesten
Fotos: iStock/Jezperklauzen, beigestellt
Haut unter die Lupe genommen und will
so die Zukunft der Hautpflege neu definie-
Vorzeigeprodukte der Kosmetik rühmen sich ren. Mit relativ unvorstellbaren 800.000
damit, besonders klug auf die Bedürfnisse der Sinnesrezeptoren reagiert die Haut auf
alles, womit sie in Kontakt kommt. Über
Haut zu reagieren. das Nervensystem entsteht eine Art
Gespräch mit dem Gehirn. Allerdings kön-
Text: Nicole Spilker nen Umwelteinflüsse und Stress, man
32 Schaufensterkennt das ja, zu kommunikativen Schwie- gemäße Dosierung paradoxerweise den
rigkeiten führen. Trockene Haut oder Pig- gegenteiligen Effekt auslösen kann, näm-
mentflecken sind die unschönen Resultate lich eine Überoxidierung der Zellen. Was
dieser Gesprächsflaute. Die „Essential also tun? Einen Inhaltsstoff (hier: Iris Flo-
Energy“-Serie (Tages-, Gel- und Feuchtig- rentina) ausfindig machen, der dafür sorgt,
keitscreme) soll da frische Impulse liefern. dass der antioxidative Selbstschutz der
Wichtigster Inhaltsstoff ist Ashitaba Alpha, Haut ordentlich angekurbelt wird, die Zel-
ein aus der Heilmedizin bekannter japani- len also wieder allein den sichtbaren Alte-
scher Pflanzenextrakt, der rungserscheinungen trotzen
die Haut mit neuer Energie
versorgen soll, damit sie wie- Sind die können – und zwar, bevor diese
überhaupt entstehen können.
Zellen in
/ sa 10-17uhr
der in „Plauderlaune“ kommt Antizipieren statt korrigieren,
und regenerative biologische so das Motto der Pflegeserie
Prozesse in den Hautzellen in
Plauderlaune, mit Basisprodukt und fünf auf-
10-13uhr
Gang gesetzt werden können. einander abgestimmten Seren:
Nach einem ähnlichen Sys-
tem funktionieren Produkte,
laufen Wo nichts kaputtgeht, muss
nichts repariert werden. Dass
/ sauhr
die die Zellen untereinander regenerative es gar nicht so einfach ist, diese
10-18
besser kommunizieren las- neue Herangehensweise (s)
Prozesse
mo-fruhr
sen. Die Laboratoires Clarins einem Publikum zu verkaufen,
19 10-18
haben sich für diesen Zweck musste Dior übrigens schon bei
den Kurkumaextrakt mit sei- der Haut an. der Präsentation der besagten
ner hohen Tumeron-Konzen- „Capture Youth“-Serie feststel-
533 90mo-fr
tration genauer angeschaut. len: Die französische Marke
Der Ansatz: Tumeron erfüllt maßgebliche zeigte als Testimonial für das Anti-Aging-
Funktionen für das Wachstum und die Ent- Mittel, das eigentlich keines ist, die völlig
90119
wicklung der Pflanzen. Das mitteilsame faltenfreie Cara Delevingne (25) und sorgte
Molekül zieht etwa Insekten an, die durch damit für Verwunderung (wir erinnern
+ 43
ihre Bestäubung zur Fortpflanzung beitra- uns: #thatsnotme).
1 533
gen, oder weist andere Pflanzen auf lebens-
wien
bedrohliche Gefahren hin. Im „Double Jederzeit bereit. Kanebo schließlich hat ein
+ 43
Serum“ soll es nun dafür verantwortlich Pflegesystem entwickelt, das eine optimale
6-8, 1010
sein, die rezeptiven Fähigkeiten der Haut- Versorgung der Haut zu jeder Zeit anbie-
zelle zu bewahren, die Zellkommunikation tet. Und damit sind nicht nur die Stoßzei-
1010 wien
zu fördern und die Vitalfunktionen zu opti- ten abends und morgens gemeint. Die
mieren. Läuft der Talk auf allen Ebenen, neue Schönheitsphilosophie der Marke
strahlt eben auch die Haut. namens Chrono Beauty berücksichtigt dorotheergasse
Zellkommunikation kann kosmetisch aller- nicht nur das allgemeine tagtägliche Rei-
dorotheergasse 6-8, Mezzanin
dings auch ganz anders angepackt wer- fen der Haut, sondern auch den Wechsel
den – etwa indem sie kurzerhand unter- der Jahreszeiten, den persönlichen Bio-
bunden wird. So verfügt der „Dark Spot rhythmus, ja selbst den Monatszyklus, und
Corrector & Glow Amplifier SPF 15“ aus der hält für jeden Zustand ein entsprechendes
www.seitnerschmuckwerkstatt.com/shop/herz
„Total Age Correction“-Linie von Lancaster Basis- und Zusatzpflegeprogramm bereit,
über einen synergetischen Wirkstoffmix, das auf die Veränderungen der Haut abge-
der die Weiterleitung der durch Sonnen- stimmt ist. So kümmert sich das „Bloom
einstrahlung und Luftverschmutzung aus- On Serum“ mit Eibischwurzel und Kokos-
gelösten Signale zwischen den Zellen stört. pilz um ein verquollenes Gesicht, der
Was dazu führen soll, dass von vornherein „Relaxing Brume“-Spray besänftigt unru-
weniger Melanin produziert und einer hige Haut und der Mäusedornwurzel-Ex-
Hyperpigmentierung vorgebeugt wird. trakt im „Smoothing Serum“ fördert die
natürliche Abschuppung für mehr Eben-
www.seitnerschmuckwerkstatt.com
Gar nicht dumm! Im Kampf gegen Haut- mäßigkeit. Wer sich das Ganze als großes
alterung wurden bisher gern unzählige Netzwerk von unterschiedlichsten Beauty-
Arten von Antioxidantien eingesetzt. Die betreuern vorstellen mag, liegt nicht so
Dior-Wissenschaftler entdeckten in Zusam- ganz falsch. Schönes Motto, nicht nur vor
menarbeit mit der Université Pierre et dem Badezimmerspiegel: Gemeinsam sind
Marie Curie nun jedoch, dass eine unsach- wir klüger! s
1. Das „Double Serum“ von Clarins (ab 90 Euro). 2. Die „Moisturizing Gel Cream“ aus der „Essential Energy“-
Serie von Shiseido (74 Euro). 3. Basiscreme (96 Euro) und fünf begleitende Seren (je 96 Euro) aus der „Capture
Youth“-Linie von Dior. 4. Der „Dark Spot Corrector & Glow Amplifier“ aus der „Total Age Correction"-Linie
von Lancaster (67 Euro). 5. Das hautglättende „Smoothing Serum“ zur Chrono-Beauty-Philosophie von
Kanebo (73 Euro).Blasser
Schimmer
Den Frühling durchwehen diese zarten neuen
Parfums der internationalen Modehäuser.
Stillleben: Carolina Frank
4 6
2
3
7
1
5
9 10
8
1. „La Femme Prada l’Eau“ von Prada, Eau de Toilette, 100ml um 199 Euro. 2. „Dolce Garden“ von Dolce & Gabbana, Eau de Parfum, 75ml um 108 Euro.
3. „Sì Passione“ von Giorgio Armani, 100ml um 122 Euro. 4. „Poison Girl Unexpected“ von Dior, 100ml um 113 Euro. 5. „L’Eau Rosée“ von Miu Miu, 100ml
um 101 Euro. 6. „Olympéa Aqua“ von Paco Rabanne, 80ml um 106 Euro. 7. „Magnolia Sensuel“ von Bulgari, 100ml um 132 Euro. 8. „Aura“ von Mugler,
90ml um 119 Euro. 9. „Bloom Acqua di Fiori“ von Gucci, 100ml um 108 Euro. 10. „Eau de Soleil Blanc“ von Tom Ford, 50ml um 132 Euro.
34 SchaufensterU N B E H A N D E LT WOCHE 4 WOCHE 8 WOCHE 12
Effektiv gegen Pigmentflecken
für eine ebenmäßige Haut
g isch
atolo
derm stätig t
be
Einige Formeln behandeln Pigmentflecken wie
Melasma oder Altersflecken nur oberflächlich.
Das neue EUCERIN® EVEN BRIGHTER wirkt tiefer,
um Hyperpigmentierungen direkt am Ursprung
Pigmentflecken werden in der Tiefe bekämpft.
entgegenzuwirken:
Die Formel mit hocheffektivem B-Resorcinol sorgt bereits nach 4 Wochen für eine
sichtbar ebenmäßigere und strahlendere Haut. Mit LSF 30 in der Tagespflege – schützt
vor der Bildung neuer Pigmentflecken.
Exklusiv in Apotheken. www.eucerin.at eucerin.pflege
MEDIZINISCHE KOMPETENZ FÜR SCHÖNE HAUTSTILFIGUR
Straßen-
Glätte
von Norbert Philipp
NEUIGKEITEN. Je größer die Mö
belmesse, desto länger die Schat
ten, die sie vorauswirft. Im Fall des
Salone del Mobile (ab 19.4.) gehö
ren „Skylight“ von Henge (o.), der
Stuhl „Iko“ vom Hersteller Alias (l.)
und der Tisch „Torsion“ von Natuzzi
(u.) zu den Vorboten.
Früher, ja, da wellten sich die Werbepla
kate noch, feucht von Wetter und Leim.
Damals waren auch Architekten für das
Stadtbild zuständig. Fassaden waren rau,
Oberflächen gern grob. Technisch und
gestalterisch konnte man oft gar nicht
anders. Heute sind ganze Häuser glatt
wie Displays. Doch die Digitalisierung will
aus dem Hosensack auch ins Stadtbild.
Die Strategie: Passanten anschreien. Rein
visuell. Dafür sind Monolithe, glatt wie
iPhones, im Stadtbild gelandet. Die „Digi
talen City Lights“ sind nur zu ertragen,
wenn sie schwarz sind wie ausgesteckte
Fernseher. Mit cineastischem Willen könn
te man fast jenen Monolithen in ihnen
sehen, der im Film „2001: Odyssee im
Weltraum“ auf der Erde gelandet ist. Die
Im Blickfeld
Monolithisierung der Straße: eine Spät
folgeerscheinung eines Mannes, der zu
Recht nie als wichtigster Stadtdesigner
gefeiert wurde, obwohl er es war: Jean
Claude Decaux. Sein Kunststück: alle
wichtigeren europäischen Städte fast
gleichzeitig gleichzuschalten. Mit kom
merziellem Stadtmobiliar. In den 1960ern
Redaktion: Norbert Philipp. Fotos: Matthias Heschl, Gewista, beigestellt
plakatierte er noch selbst. Irgendwann
baute er in Lyon Bushaltestellen, die auch
etwas transportierten: Werbebotschaften.
Später ließ er diese rollen, durch Wien
etwa, per CityBike. 2016 verstarb Decaux.
In Wien hat er sich unter dem Decknamen
Gewista (Mehrheitseigentümer ist der
europäische Marktführer JCDecaux) ver
BAD ISCHL . Mit den Traditionen allzu zarten Hülle von Gegenwart ummantelt.
ewigt. Angeblich hat JCDecaux auch mit brachial zu brechen, das wäre im kaiserli Aber nur so weit, dass auch die notgedrun
Architekturgranden wie Norman Foster chen Kernland des Salzkammerguts gene Süßlichkeit rund um die Vitrinen voller
kooperiert. Aber das wäre ja so, als würde Themenverfehlung. Der Designer Andi Süßem visuell noch picken bleibt. Eine
man Daniel Kehlmann für den nächsten Lackner hat die ehemalige k.u.k. Zucker simultane Verbeugung sei das Design,
Geschäftsbericht beauftragen. bäckerei Zauner, ihr Stammhaus ist in der sagt Lackner: vor der Region, der Tradition
schaufenster.diepresse.com/stilfigur Ischler Pfarrgasse, gestalterisch mit einer und dem traditionellen Haus.
36 Schaufenster�攀琀稀琀
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䴀혀䈀䔀䰀圀䔀刀䬀⸀攀⸀唀⸀ 簀 ⸀圀椀攀渀 簀 匀愀氀稀琀漀爀最愀猀猀攀渀㈀ 簀 㘀㤀㤀⸀㌀⸀㈀㈀⸀㔀㌀⸀㔀㌀ 簀 洀愀椀氀䀀洀漀攀戀攀氀眀攀爀欀⸀愀琀 簀 眀眀眀⸀洀漀攀戀攀氀眀攀爀欀⸀愀琀 簀 䴀漀ⴀ䘀爀 ⴀ㤀 唀栀爀Ⰰ 匀愀 ⴀ㜀 唀栀爀PATRIZIA MOROSO.
Ihr Unternehmen
steht für Buntheit und
ausgefallene Formen.
G
rau. Mit Tendenz zur Trostlosigkeit. So einen
Winter in Berlin kann man schon fast als
Gegenentwurf zu dem verstehen, was der
Designhersteller Moroso so alles in die Welt
setzt. Die Farben prägnant, die Formen aus-
gefallen. Davon zeugt seit Kurzem auch das
Interieur des Motel One, das direkt neben
dem Fernsehturm in Berlin eröffnet hat.
„Fashion meets art“ hat die Hotelkette dem Innenleben als Motto
verordnet. Da kam das Designverständnis der Chefin des Unter-
nehmens gerade recht. Das „Schaufenster“ traf Patrizia Moroso in
der Lobby des Hotels, das sie ausgestattet hat, zum Gespräch.
Sie haben schon öfters Boutique-Hotels ausgestattet. Dieses Pro-
jekt von Motel One ist das größte, das Sie gestalterisch betreut
haben. Wie viel Moroso steckt hier drin?
Wir haben für dieses Hotel rund 60 unterschiedliche Produkte gelie-
fert. Normalerweise sind es bei größeren Hotelketten vielleicht fünf
bis 25 Produkte. Sie können hier also einen großen Teil der Moroso-
Welt sehen. Darüber hinaus wurde von jedem Produkt eine hohe
Anzahl benötigt. Schließlich waren 708 Gästezimmer auszustatten.
Was ist der Unterschied zwischen der Arbeit für Boutique-
Hotels und Hotelketten?
Bei den Boutique-Hotels kommen die Inhaber mit dem Auftrag auf
uns zu und lassen uns zumeist komplett freie Hand. Die einzige
Vorgabe lautet oftmals, dass jedes Gästezimmer komplett anders
eingerichtet werden soll, sodass der Gast bei einem weiteren
Besuch ein gänzlich anderes Zimmer erleben kann, wenn er
möchte. Bei Hotelketten sind wir hingegen meist nur Lieferant.
Dazu kommen die nach demselben Muster ausgestatteten Zimmer
sowie die großen öffentlichen Räume, die viel stärker definiert
werden müssen. Schließlich will der Gast auch in einem derart gro-
ßen Raum wie einer Hotellounge immer noch das Gefühl der Inti-
mität haben – ganz so, als wäre er allein hier.
Außen
Wie entwickelte sich die Arbeit für dieses Projekt konkret?
Als wir hier in Berlin ins Spiel kamen, stand vieles bereits. Die Bar
war schon eingebaut und es gab klare Vorstellungen, wie die
frostig, innen
Räumlichkeiten ausschauen sollten. Es fehlten nur mehr die
Möbel. Es gab hier allein die Vorgabe: viele unterschiedliche Far-
ben und Produkte.
warm
Nach welchen Kriterien haben Sie dann die entsprechenden
Möbel ausgesucht?
Das orientierte sich an der Atmosphäre, die durch die jeweilige
Fotos: Alessandro Paderni, Stefan Maria Rother
Räumlichkeit vermittelt werden sollte. Ein Beispiel: Berlin gilt als
Patrizia Moroso orientiert sich nicht tendenziell kalte Stadt. Daher sollte das Interieur warm und
kuschelig wirken, wie in einer Lounge eben. Dazu kommen frische
an Trends, sondern lieber an sich Farben, da die Hotelgäste eher jung sind.
Stammen diese Möbel alle aus ihrer aktuellen Kollektion?
selbst. Auch wenn sie etwa Hotels in Nein, wir haben sogar ein Teil aus dem Jahr 1988 dabei. Das geht
Berlin ausstattet. d’accord mit unserer Unternehmensphilosophie. Unser Unterneh-
men steht für eine Designhaltung. Weniger für Trends. Design ist
Interview: Nastasia Achilles uns wichtiger als Trends.
38 SchaufensterSteht hier auch ein „Flaxx Chair“ von Martin Mostböck, dem ers- ZENTRAL. Das
ten österreichischen Designer, der mit Moroso kooperiert hat? Motel One am
Der Stuhl war aufgrund seines speziellen Materials, einer Alexanderplatz in
Mischung aus natürlichen Flachs- und textilen Propylenfasern, Berlin, ausgestat-
sehr interessant für uns. Aber vielleicht war seine Zeit noch nicht tet von Moroso.
ganz reif. Hier in Berlin gehört er nicht zum Inventar, leider.
Was muss ein Designer mitbringen, damit Sie mit ihm gern eine
Kooperation eingehen?
Wir suchen stets Ideen und Objekte, die eine
neue Ästhetik oder neuen Funktionen einbrin-
„Wir folgen
gen. Ich arbeite aber auch nicht jedes Jahr mit
einem neuen Designer zusammen. Mir sind
keinen Trends. des im Sortiment haben. Aber unser absoluter
beständige Beziehungen fast wichtiger. Mit
manchen Designern kooperiere ich schon seit
Wir folgen Bestseller ist seit Jahren ein Sessel aus roter Filz-
wolle. Vielleicht stehen wir hier für eine Nische.
über 20 Jahren. Ich möchte ein solides Team lieber unseren Aber dafür sind wir eben berühmt.
an Leuten haben, die verlässlich sind und die Aber hat nicht auch bei Moroso eine etwas
aus unterschiedlichen Ecken der Welt zusam- Ideen.“ puristischere Linie Einzug gehalten?
menkommen, denn diese bringen dann unter- Vergangenes Jahr ließen wir uns von Nordame-
schiedlichste Herangehensweisen mit. rika, von der Landschaft und der Sonne inspirie-
Das Unternehmen Moroso steht für farbenfrohe Designs. Aktu- ren. Das Ergebnis war etwas zurückhaltender. Die nächste Kollektion
ell scheint hingegen eher puristisches Interieur en vogue? schöpft aus der mexikanischen Kultur. Wir werden wieder bunter.
Ich folge – wie gesagt – keinen Trends, sondern allein meinen eige- Und auf welchen Interior-Stil setzen Sie persönlich: Purismus
nen Vorstellungen. Und ich glaube an die Farbe und daran, dass sie oder Opulenz?
Stimmungen stark beeinflussen kann. Farbe kann ebenso für Ich lebe in einem bunten Haus. Dabei bleiben Wände und Böden
Freude wie auch für Melancholie sorgen. Und laut dem Pantone puristisch, in den Farben also zurückhaltend. Aber mit den Möbel-
Color Institute soll Ultraviolett die Trendfarbe 2018 sein – auch farben spiele ich. In Gelb, Pink und Rot. s
nicht gerade puristisch, oder?
Demnach sind es derzeit keine schwierigen Zeiten für Moroso? Tipp
Nein, wir waren immer schon eine Alternative zu Schwarz und Weiß, FORMDEPOT SALON. Am 9. März von 10 bis 18 Uhr. Um 15 Uhr präsentiert
auch wenn beides durchaus seine Berechtigung hat und wir auch bei- Moroso vor Ort in Wien „The Beauty of Design“. www.formdepot.at
Hästens Platinum
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T: 0316 837 956, E: office@hastens-graz.atSCHMUCK
Glanz & Gloria
von Daniel Kalt
„Eine Medaille, die eine Frau sich selbst
verleihen kann“: Das schwebte Anna Aus-
serladscheider vor, als sie 2010 ihre eigene
Schmuckkollektion zu entwerfen begann.
Zuvor hatte die gebürtige Weißrussin eine
Boutique für Accessoires in Wien betrieben,
später auf Schmuck umgesattelt und dann
in einem miniatürlichen Sechs-Quadrat-
meter-Geschäftslokal in der Seilergasse an
der Lancierung ihrer eigenen Marke gear-
beitet. Die Idee, mit relativ erschwinglichen
und zarten Schmuckstücken Kundinnen
anzusprechen, die sich selbst etwas Gutes
tun wollen, traf offenbar den Nerv der Zeit.
„Damals spielte Instagram noch keine Rol-
le“, erinnert sich Ausserladscheider, die
aber genau rechtzeitig ein Angebot für
jene blutjungen Blogerinnen und Insta-Girls
machte, die man heute als Influencer be-
NEUES GESICHT. Um die Erweiterung der von Zaha Hadid entworfenen „B.zero1“-
zeichnet. Seit 2010 ist viel passiert: Die
Kollektion gebührlich zu feiern (es gibt nun etwa eine Weißgoldversion mit Pavé-
Diamanten), verpflichtete Bulgari Bella Hadid als Testimonial: nomen est omen! Marke „Anna Inspiring Jewellery“ eröffnete
zwei weitere Boutiquen in Wien, außerdem
in München, London und New York. In den
USA lebte Anna Ausserladscheider dann
auch zwei Jahre lang, heute ist sie aber
froh, wieder in Wien zu sein („Ich bin dieser
Hochkarätig Stadt so dankbar!“). In ihrem Flagship-
Store am Kohlmarkt verkauft sie außerdem
High-Jewellery-Kreationen, die bestehen-
de Kundinnen in kostbarere (und höher-
preisige) Dimensionen entführen sollen.
Weitere Texte über Schmuck auf:
Schaufenster.DiePresse.com/jewels
VON A BIS Z. Wer einen
langen Namen hat, kann
sich mit den Bracelets von
Louis Vuitton bis zum Ellbo-
gen vollschreiben. Ergän-
zend gibt es Zahlen und,
WIE TAG UND NACHT. Die „Nu-
natürlich, einen Hasthag.
do“-Kollektion von Pomellato
gibt es seit 2001, und sie erfreut
sich wegen ihrer farbenfrohen
Anmutung großer Beliebtheit.
Die rezenteste Erweiterung des
Sortiments gibt sich verhaltener– INSPIRIERT. Anna Ausserladscheider ist die
Redaktion: Daniel Kalt, Fotos: Beigestellt
und soll, so möchte es der Her- Anna in „Anna Inspiring Jewellery“.
steller, geheimnisvoll wirken. In-
teressant sind die Varianten mit
weißem und schwarzem Mond-
stein, kombiniert mit Titan und
Roségold bzw. Pavé-Diamanten
und Weißgold, allemal.
40 SchaufensterWERBUNG
EIN GELUNGENER AUFTRITT
DER FORMDEPOT SALON: HANDWERK, ARCHITEKTUR UND DESIGN.
A
n drei Tagen werden den Besuchern des
Formdepot Salons in intimem
Ambiente und entspannter Atmosphäre
neue Design-Highlights, Innovationen, ein-
zigartige Materialien, Oberflächen und Der Formdepot Salon:
Kreationen der Mitglieder des Formdepots Eindrucksvolle Bühne für
und deren Markenpartner präsentiert. Das Handwerk, Architektur und
Neue am Salonkonzept ist der Fokus auf das Design sowie Erlebnis und
Werk, den Handwerker, den Künstler und Inspiration für Besucher.
die dahinterstehenden Geschichten, gezeigt
im Rahmen einer kuratierten und inszenier-
ten Erlebniswelt. Mit den Salonschwerpunk-
ten „Innovation durch Kooperation“ und werda gewähren dem Publikum im Rahmen entstehen und eine einzigartige Kultur des
„Die Renaissance der Handwerkskunst im ihrer Liveperformances detaillierte Einbli- Miteinander gelebt wird.
21. Jahrhundert“ möchten die Initiatoren cke in ihre Arbeit und in den Entstehungs-
Impulse für eine neue Dynamik in der prozess außergewöhnlicher Designobjekte.
Zusammenarbeit von Architekten mit Her-
stellern und Handwerkern geben. Zu den GESTALTUNGSKOMPETENZ. Das Form- Aussteller und Unternehmen: Agape, Andreas
besonderen Programm-Highlights am Frei- depot ist der Zusammenschluss aus namhaf- Reimann, Bodenholz, Breitwieser, Diesel
tag gehören die Vorträge von Torben Han- ten Partnerfirmen, die in ihrem Fachgebiet Living, Dornbracht, Extremis, Feiner, Felkel,
sen (Schotten & Hansen), Thomas Hellweg auf höchstem Standard arbeiten. Es sind Geischläger, Gira, Hessl, Inveoo, Karak, Kra-
(Xal) und Patrizia Moroso (Moroso). Der Unternehmen, die zielstrebig Ideen in die mer & Kramer, Lauter, Mafi, Mandl & Bauer,
Formdepot-Salon-Brunch am Samstag stellt Realität umsetzen und das Endergebnis für Matteo Brioni, Mayr & Glatzl, MM Lampada-
die Geschichten über das Material, das den Kunden in den Mittelpunkt stellen. Die ri, Molto Luce, Moroso, Mosa, Mosaico Mi-
Handwerk, die Qualität der Verarbeitung tragenden Ideen hinter der Schaffung des cro, Nero Sicilia, Perludi, Raumsinn, Roda,
und die Menschen, die dahinterstehen, in Formdepots sind die Sichtbarmachung von Schotten & Hansen, Sicis, Stefan Knopp, Stu-
den Fokus. Kulinarische Highlights werden handwerklicher Kompetenz im Bau- und dio Nov24, Sunsquare, Wever & Ducré, Xal.
auf edlen Materialien und Oberflächen, die Designbereich, die Präsentation von kompe-
von ausgesuchten Salonpartnern exklusiv tenten und verlässlichen Umsetzungspart- Formdepot Salon: 9. bis 11. März 2018, täglich:
für den Salon-Brunch produziert wurden, nern und individuelle sowie kollektive Bera- 10 bis 18 Uhr; der Eintritt ist gratis.
inszeniert. Der Sonntag und letzte Tag des tung und Service für Kunden. Das
Fotos: Beigestellt
Formdepot Salons ist den Handwerkskünst- Formdepot hat sich seit seiner Gründung im www.formdepot.at/salon
lern des 21. Jahrhunderts gewidmet. Andreas Jahr 2015 zu einem Raum für Ideen entwi-
Reimann, Stefan Knopp und Matthias Scha- ckelt, in dem neue und innovative Produkte Formdepot, Abelegasse 10, 1160 Wien
Schaufenster 41UHREN
Der Trend zur Individualisierung macht vor der Uhrenbranche nicht halt. Bei Porsche gibt
es zum Sportwagen sogar einen darauf abgestimmten Boliden fürs Handgelenk.
Text: Alexander Pfeffer
DAS AUTO ZUM
CHRONOGRAFEN:
Die Porsche 911 Turbo S
Exclusive Series ist in
9,6 Sekunden von null
auf 200 km/h.
DAS ZIFFERBLATT aus Carbon
W em ein Porsche nicht einzigartig genug
ist, der ist bei der Porsche-Exklusive-Ma-
nufaktur in Stuttgart an der richtigen Adresse:
Funktion hergestellt. Drei Jahre investierte
man in die Entwicklung des Kalibers 01.200,
des ersten Manufaktur-Uhrwerks des Hauses, Fotos: Beigestellt. Der Autor reiste auf Einladung von Porsche nach Stuttgart.
zitiert die markanten Sichtcar-
Gemäß dem Motto „Wir können alles, was Sie das darüber hinaus auch ein Chronometerzer-
bon-Streifen des Sportwagens.
sich vorstellen können“ werden hier vor allem tifikat besitzt. Alle Modelle sind mit fein perfo-
911er veredelt. Doch nun gibt es mit dem Kon- rierten Kalbslederbändern bestückt, aus dem-
zept „Porsche Design für Porsche“ erstmals die selben Leder übrigens wie die Sitze der Flitzer.
Möglichkeit, passend zum Sportwagen-Unikat Für das Carbonzifferblatt stehen die sechs
auch eine eigens darauf abgestimmte Uhr zu Sportwagen-Farben zur Auswahl: Goldgelbme-
erwerben – und zwar dank der Just-in-Time- tallic, Carraraweißmetallic, Achatgraumetallic,
Fertigungsmethoden in der Uhrenproduktion Schwarz, Indischrot und Graphitblaumetallic.
von Porsche Design Timepieces im schweizeri- Der Preis: 9950 Euro – ohne Porsche 911 Turbo
schen Solothurn. Erstes Beispiel ist der Por- S Exclusive Series versteht sich, wobei dieser
sche 911 Turbo S Exclusive Series: Er verfügt die Voraussetzung für die Uhr ist. Der Erfolg
DAS DESIGN des Rotors ist der über 607 PS, ist in 2,9 Sekunden von null auf der Premiere ist vielversprechend: Mit dem
Felge der 911 Turbo S Exclusive 100 km/h und auf 500 Stück limitiert. Dazu „Chronograph 911 GT2 RS“ geht die Zusammen-
Series nachempfunden und werden ebenfalls 500 Exemplare der „Chrono- arbeit von Porsche und Porsche Design bereits
original lackiert. timer“ mit einem neuen Uhrwerk mit Flyback- in die nächste Runde. s
42 SchaufensterGOURMET
Aufgedeckt
GUT GEGEN WUT: Wer keinen Pfeffer zur Hand hat, kann
damit in Gedanken auch etwaige Feinde zwischen den
Handflächen zermalmen. Dieser kleine Tischmörser ist in
verschiedenen Steinarten zu haben.
TISCHMÖRSER VON HEM, 111,20 EURO, www.hem.com
Kostnotiz
Portobello-Pizza mit Büffelmozzarella
S chon der Vorgänger war ein wah-
res Mammutwerk: Das fünfbän-
dige „Modernist Cuisine“ von Nathan
(für 2 Portionen)
Myhrvold, in dem er sich den natur-
Redaktion: Anna Burghardt, Fotos: Brandstätter-Verlag/„Pizza ohne Reue“, Erik Lefvander, Phaidon/„Modernist Bread“
wissenschaftlichen Grundlagen des • 125 g Büffelmozzarella legtes Blech setzen. Mit Olivenöl
Kochens widmet, wiegt 16 Kilo. • 4 Portobello-Pilze einpinseln und für circa 10–15 Minu-
„Modernist Bread“ handelt in den • Olivenöl zum Einpinseln ten im Backrohr braten, bis der
gleichen Dimensionen das Wesen von • 150 g bunte Kirschparadeiser Mozzarella geschmolzen ist.
Brot ab. Neben spektakulären Fotos • 1 Avocado In der Zwischenzeit die Kirschpara-
findet man darin auch so ungefähr • 1/2 Bund Basilikum deiser halbieren. Avocado schälen,
alles, was man jemals über Teig oder • einige Spritzer Crema con Aceto Kern entfernen, in dünne Scheiben
Getreide wissen wollte. Einen Auftritt Balsamico schneiden. Portobello-Pilze aus
hat die Bäckerfamilie Ströck – sie dem Backrohr nehmen und mit
erläuterte Nathan Myhrvold ihr Rog- Backrohr auf 180°C Umluft (200°C Avocadoscheiben, Kirschparadei-
genbrot. Ober-/Unterhitze) vorheizen. Büffel- sern und Basilikum belegen. Mit
mozzarella in Stücke zerteilen, auf Salz und Pfeffer würzen und mit
die Portobello-Pilze geben und die Crema con Aceto Balsamico be-
Pilze auf ein mit Backpapier be- träufelt servieren.
VERTRÄGLICH. Eva Fischer, Autorin von „Life Chan-
ging Food“ und „Super Bowls“, lebt mit der Diagnose
Zöliakie. Nun hat sie sich dem Thema Pizza gewid-
met. Mit Rezepten wie Chia-Mandelmehl-Pizza mit
ALLES ÜBER BROT. „Modernist Bread“
ist (auf Englisch) bei Phaidon als fünf- Pesto und Feigen, Karfiolpizza mit Erbsenhummus
bändiges Werk im Schuber erschienen. oder Wassermelonen-Pizza. Die Fotos kommen wieder
Erhältlich um 567 Euro. von Julia Stix, langjähriger „Schaufenster“-Fotoredak-
teurin. „Pizza ohne Reue“, Brandstätter, 21,90 Euro.
44 SchaufensterSie können auch lesen