SCHWEIZ IMMOBILIA - SVIT ...

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SCHWEIZ IMMOBILIA - SVIT ...
# 07 — JULI 2021 — 88. Jahrgang / Erscheint monatlich / CHF 7.– / www.svit.ch

 SC HW E IZ     IMMOBILIA
         CAMPUS
      13. & 14.09.2021
      svit.ch / campus

FOKUS
INTERVIEW MIT
DAMIAN GORT

   04
IMMOBILIEN-
WIRTSCHAFT
HÖHERE
ANSPRÜCHE
AM BÜROMARKT           ENERGIEOPTIMIERUNG
   12                  DER GEBÄUDEHÜLLE
BAU & HAUS
BEGRÜNTE FAS-
SADEN GEGEN
­­KLIMAWANDEL

   40
SCHWEIZ IMMOBILIA - SVIT ...
EDITORIAL
56
                                                     ANZEIGE

VON—ANDREAS INGOLD

                                                           Du musst nicht
                                                           Edison heissen, damit
GESCHÄFTSMIETE:                                            dir beim Stichwort
KEIN POLITISCHER                                           Energiesparen
HANDLUNGSBEDARF                                            ein Licht aufgeht.
    Der Bundesrat hat den zweiten Monitoring­
 bericht Geschäftsmiete veröffentlicht. Dieser             Mit «NeoVac myEnergy» behalten Bewohner
 zeigt, dass in der zweiten Welle anteilmässig             ihren Energie­ und Wasserverbrauch immer unter
 mehr Mieter Schwierigkeiten hatten, ihre ver­
 traglich vereinbarten Mieten zu bezahlen. Gleich­         Kontrolle – ohne fachspezifisches Wissen.
 zeitig ging die Zahl der von der behördlichen
 Schliessung betroffenen Unternehmen gegen­
 über der ersten Welle zurück. Die Verhandlungs­
 lösung stellt weiterhin eine trag­fähige Lösung
dar: Rund die Hälfte der Antwortenden (49%)                                                         technology
­sowohl auf Mieter- als auch auf Vermieterseite                                                             2020

  POLEMIK UND FAKTEN
  ZEICHNEN GANZ
  UNTERSCHIEDLICHE
  BILDER.

  ANDREAS INGOLD

geben an, dass sie um ein Entgegenkommen bei
der Miete angefragt oder ein Entgegenkommen
angeboten hätten, bzw. sich noch in Verhandlun­
gen befinden würden (erste Welle: 60%). Der
leichte Rückgang ist vor allem auf die Härtefall­
gelder zurückzuführen. Mehr als die Hälfte dieser
Verhandlungen führten zu einem Entgegenkom­
men. 29% aller betroffenen Unternehmen geben
an, dass eine Einigung mit den Vermietern erzielt
wurde.                                                     Energie- und Wasserkostenabrechnung mit NeoVac:
   Ist das nun viel oder wenig? Eine rechtliche            Mehrwert für Bewohner, weniger Aufwand für
Grundlage für eine Mietzinsreduktion gibt es aus           Verwaltungen.
der Sicht unseres Verbands weiterhin nicht. Es
                                                           Für über 400’000 Wohnungen erstellt NeoVac die Abrech­
handelt sich also um ein einseitiges Entgegen­
kommen, einen Beitrag zur Pandemiebewältigung              nungen zum Energie­ und Wasserverbrauch. Als Marktleader
und die Wahrung der Interessen der Eigentümer              mit einem schweizweiten Vertriebsnetz überzeugen wir
angesichts drohender Leerstände.                           mit umfassenden Leistungspaketen inklusive Messung,
   Mich erstaunt, dass gemäss Bericht 40% der              Abrechnung und Monitoring.
betroffenen Unternehmen keinerlei Unterstüt­               Die praktische App «NeoVac myEnergy» liefert allen Hausbe­
zungsmassnahmen des Bundes (Kurzarbeitsent­                wohnern aktuelle Informationen zum Verbrauch und macht
schädigung, Erwerbsersatz, Überbrückungskre­               die Energie­ und Wasserkostenabrechnungen direkt abrufbar.
dite) und 80% keine Härtefallhilfen der Kantone            So kann man gezielt sparen, die Umwelt schonen und den
beantragt haben. 75% haben überdies mit keinem             Verwaltungsaufwand verringern.
anderen Gläubiger verhandelt, also Banken, Lea­
singgebern usw. Umso weniger sehe ich eine                 neovac.ch/myenergy
Pflicht der Vermieter. Für den SVIT Schweiz, der
sich von Anfang an für die Verhandlungslösung
                                                                        HOME OF METERING
stark gemacht hat, ergibt sich aus dem Bericht
kein weiterer Handlungsbedarf auf politischer
Ebene.

  2                                                                                                          IMMOBILIA / Juli 2021
SCHWEIZ IMMOBILIA - SVIT ...
INHALT
IMMOBILIA —INHALT NR. 07 JULI 2021
                                                                FOKUS
                                                           04 «MAN SOLLTE MIT DER GEBÄUDEHÜLLE BEGINNEN»
                                                                Damian Gort, Geschäftsführer der Flumroc AG, erklärt, warum die

                                             10                 ­Verschärfung der Bauvorschriften wichtig ist und es von Vorteil ist, wenn
                                                                 Bauherren etwas von Bau­materialien verstehen.
                                                                IMMOBILIENWIRTSCHAFT
                                                           14 NUTZERBEDÜRFNISSE IM WANDEL
                                                                Spürbar war der Wirtschaftseinbruch bei der Vermietung von Büroflächen.­
                                                                Während der Konjunkturaufschwung nun bevorsteht, verändern sich
                                                                ­vermehrt die Anforderungen an Büro- und Arbeitsplatzkonzepte.
                                                           16 BÜROSUCHE WIRD IMMER SCHWIERIGER
                                                                Für viele Firmen wird es immer schwieriger, geeignete Räumlich­keiten zu
                        IMMOBILIENPOLITIK
                                                                finden. Dies zeigt der ­Büromieter-Monitor 2020 von der Hochschule Luzern.
       MIETRECHT: GROSSE                                        ­Aber auch die Vermieter tun sich mit den veränderten Ansprüchen schwer.
                                                           18 PFLANZEN SORGEN FÜR WOHLBE­FINDEN IN BÜROS
         ZUFRIEDENHEIT                                          Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft aus? Darauf gibt es keine richtige­
    DIE AKTEURE SIND GRÖSSTENTEILS ZUFRIEDEN                    ­Antwort, aber eines ist sicher: Er wird grüner. Wieso Pflanzen für die
    MIT DEM GELTENDEN RECHT. REVISIONSBEDARF                     ­Arbeitswelt 4.0 von grosser Bedeutung sind.
          ­BESTEHT ALLENFALLS PUNKTUELL.                   20 DER MONAT IN DER IMMOBILIENWIRTSCHAFT

                                                                IMMOBILIENRECHT
                                                               RÜNZONE ALS BAUZONE?
                                                           26 G
                                                              Das Bundesgericht wacht über die Trennung zwischen Bau- und Nicht­
                                                              bauland. Verwässerungen des Trennungsgrundsatzes gilt ­es zu verhindern.
                                                              Darum hat innovative kommunale Zonenplanung oft einen schweren Stand.
                                                               EINE RECHTSÖFFNUNG FÜR GESCHÄFTSMIETEN
                                                           28 K
                                                              Das Bezirksgericht Zürich hat entschieden, dass dem Vermieter eines Ge­
                                                              schäftslokals für ausstehende ­Mietzinse während der Schliessung aufgrund
                                                              der behördlichen Corona-Massnahmen keine Rechtsöffnung erteilt wird.
            12                                                  BAU & HAUS
                                                           30 SAKRALES UND PROFANES ­KIRCHENZENTRUM
                IMMOBILIENWIRTSCHAFT                             Ein gutes Beispiel, wie man Bestehendes und Neues architektonisch,
                                                                 ­funktional und ästhetisch baut und verbindet, ist das evangelische Kirchen­
GUTE NACHFRAGE, ABER                                              zentrum in Ebnat-Kappel.
 ERHÖHTE ANSPRÜCHE                                         34     M  ASSANZUG FÜR KULTUR UND GEMEINDE
                                                                  Dorfkerne in vielen Dörfern entleeren sich. Die Gemeinde Mels hält mit
    TROTZ WIRTSCHAFTLICHER TURBULENZEN UND
 STRUKTURELLER VERÄNDERUNGEN PRÄSENTIERT                          ­ihrem neuen Dorfzentrum mit Kultur- und Kongresshaus sowie mit neuem
   SICH DIE NUTZERNACHFRAGE NACH SCHWEIZER                         Rathaus, Dorfplatz und Tiefgarage dagegen.
 BÜROFLÄCHEN WEITERHIN SEHR STABIL. ENDE DES               42      H   INTER DEM ­GOLDENEN ­VORHANG
 1. QUARTALS 2021 WAREN 6,8% ALLER BÜROFLÄCHEN                     Imposant steht es da, an den Hang ­geschmiegt. Mit seinen umlaufenden­
INSERIERT, WAS NAHE­­ZU DEM SCHNITT DER LETZTEN                 Terrassen und der repräsentativen ­Metallfassade beeindruckt dieses
             FÜNF JAHRE ENTSPRICHT.                             ­Mehr­familienhaus durch seine mondäne Eleganz.
                                                           44      M     IT SONNENSTROM ÜBERWINTERN
                                                                   Bei einer Siedlung in Hausen am Albis setzen die Elektrizitätswerke des
                                                                   ­Kantons Zürich a­­ uf einen der ersten Wasserstoffspeicher der Schweiz.
                                                           45       «      WIR WANDELN WASSERSTOFF IN ENERGIE UM»
                                                                    Die Mehrfamilienhäuser im «Seebrighof» überzeugen mit einer nachhalti­
                                                                    gen Bau- und Energietechnik. Dr. Martin Nicklas, Leiter Energiecontracting
                                                                    bei EKZ, über die zukunftsweisende Bedeutung des Bau­projekts.
                                                                IMMOBILIENBERUF
                                                               ERNE NIE AUS FEHLERN!
                                                           48 L
                                                                Um Vertrauen in Bau- oder Planungsvorhaben aufzubauen, braucht es syste­
        40                                                      matische Kommunikationsarbeit. Die Agentur Furrerhugi hat dafür eine auf
                                                                vier Phasen beruhende Methodik entwickelt.
                           BAU & HAUS                      51 VORSCHAU MAKLERCONVENTION: WACHSTUM – GLÜCKS-

     BEGRÜNTE FASSADEN                                        ODER ­HAMSTERRAD?
                                                           53 SEMINARE UND FACHAUSWEISE
     GEGEN ­­KLIMAWANDEL                                   54 KURSE DER SVIT-MITGLIEDERORGANISATIONEN
     BEGRÜNUNG UND STADTKLIMA IM ZEICHEN DES
                                                                VERBAND
   ­KLIMAWANDELS WAR EIN KERNTHEMA DES 17. IGE-
     SEMINARS AN DER HOCHSCHULE LUZERN. UNTER              56 F  M DAY 2021: «ES IST EIN MARATHON»
     ­ANDEREM GING ES DARUM, WIE DIE STÄDTE DER            58 K    UB: RICHTIG VER­SICHERT BEI DER ­SANIERUNG
  ­ZUKUNFT AUF HITZEWELLEN REAGIEREN KÖNNEN.                   EAL ESTATE AWARD: PREIS FÜR INNOVATIVE PROJEKTE
                                                           61 R

STANDARDS: STELLENMARKT 52 / MARKTPLATZ & PRODUKTE-NEWS 62 / BEZUGSQUELLENREGISTER 70 / ADRESSEN & TERMINE 73 / ZUGUTERLETZT & IMPRESSUM 74

IMMOBILIA / Juli 2021                                                                                                                     3
SCHWEIZ IMMOBILIA - SVIT ...
BEI SANIE­
 RUNGEN
 SOLLTE
 MAN ­MIT
 DER
 GEBÄUDE­
 HÜLLE
­BEGINNEN

4             IMMOBILIA / Juli 2021
SCHWEIZ IMMOBILIA - SVIT ...
FOKUS INTERVIEW
                           GEBÄUDEHÜLLE

                        Damian Gort, Geschäftsführer der
                        Flumroc AG, erklärt, warum die
                        ­Verschärfung der Bauvorschriften
                         wichtig ist und es von Vorteil ist,
                         wenn Bauherren etwas von Bau­
                         materialien verstehen.
                        INTERVIEW—DIETMAR KNOPF*
                        FOTOS—URS BIGLER

                                                                               ANZEIGE
                        Die Flumroc AG gehört zu den führenden
                        Schweizer Unternehmen in den Bereichen
                        Wärmedämmung sowie Schall- und Brand-
                        schutz. Wie haben Sie das vergangene Jahr
                        unter dem Einfluss der Pandemie erlebt?
                          Damian Gort: Der Zeitpunkt der Pandemie kam für
                          uns auch aus heiterem Himmel. Was mich zudem
                          überrascht hat, war, wie lange es dauert, bis wir
                          wieder unser normales Leben zurückbekommen.
                          Die Baubranche ist zum Glück für uns sehr robust,
                          wir konnten die laufenden Projekte fortsetzen, mit
                          Ausnahme von einem kurzen Lockdown in der

IMMOBILIA / Juli 2021                                                                    5
SCHWEIZ IMMOBILIA - SVIT ...
FOKUS INTERVIEW
      GEBÄUDEHÜLLE

                                                                                  Ist die Wärmedämmung immer die effizien-
                                                                                  teste Massnahme für das Einsparen
                                                                                  von Heizenergie, also die mit dem besten
                                                                                  Aufwand-Nutzen-Verhältnis?
                                                                                    Da gibt es zwar unterschiedliche Ansichten, aber
                                                                                    vom absolut überwiegenden Teil der Fachwelt
  Westschweiz und im Tessin. Innerhalb unseres Be­                                  wird der sogenannte Königsweg empfohlen. Beim
  triebes war es ein ständiges Anpassen der Schutz­                                 Umbau eines Hauses sollte man sich zunächst auf
  massnahmen, damit wir die Steinwolleproduktion                                    die Gebäudehülle konzentrieren. Die ersten Mass­
  aufrechterhalten konnten.                                                         nahmen müssten die Wärmedämmung der Fassa­
Sie verwenden für Ihre Produkte überwie-                                            den, des Daches, der Kellerdecke sowie der Ersatz
gend Gestein aus Graubünden. Wie                                                    der Fenster sein. Denn erst wenn man den Ener­
­verwandelt sich Stein in Steinwolle?                   BIOGRAPHIE                  gieverbrauch seiner Immobilie reduziert hat,
  Nicht jede Gesteinsart eignet sich für die Herstel­   DAMIAN GORT                 macht es Sinn, über die Erneuerung und Dimen­
  lung von Dämmstoffen. Für unsere Steinwolle           (*1980) hat nach seiner     sionierung der Haustechnik nachzudenken.
  verwenden wir grösstenteils Zernezer Amphibo­         kaufmännischen Lehre       Worauf sollten Bauherren und Investoren
  lit sowie Felsberger Diabasgestein, die wir in der    und einem Fachhoch­        bei der Dämmung ihrer Liegenschaften
                                                        schulstudium der Be­
  näheren Umgebung abbauen, miteinander vermi­          triebswirtschaft im       ­besonders achten?
  schen und zu Briketts verarbeiten. Nachdem wir        2006 mit Faszination        Meiner Meinung nach ist das Bewusstsein für die
  die Mischung mit recycelter Steinwolle und Zu­        für die Flumroc Stein­      Wahl der Baustoffe auch für Bauherren und Inves­
                                                        wolle im Finanzbe­
  satzstoffen angereichert haben, schmelzen wir sie     reich der Flumroc ge­       toren sehr wichtig. Verständlicherweise steht für
  bei 1500 Grad unter Zugabe von Kokskohle in ei­       startet. Gerade das         sie oft die Optik und die Materialisierung von
  nem Hochofen. Anschliessend wird die flüssige         Controlling bietet eine     sichtbaren Gebäudeteilen im Vordergrund, wie
                                                        ausgezeichnete Mög­
  Gesteinsmasse mithilfe einer rotierenden Spinn­       lichkeit, die betriebs­
                                                                                    zum Beispiel die Ausstattung der Küche oder der
  maschine zerfasert und zu unterschiedlich dicken      wirtschaftlichen Zu­        Bäder. Dabei sind die verbauten Materialien nicht
  Dämmplatten verarbeitet.                              sammenhänge eines           nur ein entscheidendes Kriterium bezüglich
Welche Innovationen gibt es derzeit im                  Unternehmens ken­           Nachhaltigkeit und Ökologie, sondern auch für
                                                        nenzulernen. Im 2011
Dämmstoff-Bereich?                                      durfte er als kaufmän­      die Sicherheit und den Brandschutz einer Immo­
  Einen grösseren innovativen Schritt konnten wir       nischer Leiter die Ver­     bilie massgebend.
  2016 mit der teilweisen Umstellung der Produk­        antwortung für Finan­     Wie viel Heizkosten können Eigentümer
                                                        zen, Personal und IT
  tion auf ein natürliches Bindemittel erreichen.       übernehmen. Die Freu­     oder Bauherren durch eine effiziente
  Daneben arbeiten wir stetig an der Verbesserung       de für das vielseitige    ­Dämmung ihrer Immobilien einsparen?
  der Wärmeleitfähigkeit unserer Produkte. Unse­        Produkt weckte sein         Die genauen Werte sind abhängig vom Verhalten
  re letzte grosse Innovation konnten wir mit der       Interesse am Markt und      der Nutzer und dem Ausgangszustand der Liegen­
                                                        an der Technik. Seit
  Einführung der neuen Generation der Brand­            2019 ist er Geschäfts­      schaft. Je schlechter die Energiewerte waren, des­
  schutzlösungen für Lüftungskanäle verzeichnen.        führer der Flumroc AG.      to grösser ist das Einsparpotenzial. Man kann von

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SCHWEIZ IMMOBILIA - SVIT ...
einer Grössenordnung von bis zu 80% ausgehen.       produzieren Sie 55 000 Tonnen pro Jahr.
                        Rund 70% des Schweizer Gebäudebe-                     Können Sie uns die Entwicklung des Unter-
                        stands sind vor 1980 gebaut worden und                nehmens kurz beschreiben?
                        entsprechen deshalb nicht mehr dem heu-                 Richtig, die erste Steinwolle ist 1950 im Keller der
                        tigen Stand der Technik. Mit welchen                    Kalziumkarbidfarbik P. & H. Spoerry produziert
                        Massnahmen der Wärmedämmung kann                        worden. Karbid war damals als Leuchtmittel für
                        man am meisten Energie einsparen?                       Lampen ein wichtiger Rohstoff. 1969 wurde ein
                          Das grösste Einsparpotential erzielt man durch        Lizenzabkommen mit dem dänischen Konzern
 AUCH FÜR
                          die Dämmung der Fassade und des Dachs. Durch          Rockwool vereinbart und im Zuge der Industria­
 BAUHERREN                die Dämmung der Kellerdecke kann ebenfalls            lisierung die Karbidproduktion aufgegeben. 1972
 UND INVESTO-             Energie eingespart werden, nur vergleichsweise        ist das Unternehmen zu Flumroc AG umbenannt
 REN SIND                 zu einem etwas kleineren Anteil.                      worden. Im Laufe der Jahre wurden die beiden
 GRUNDKENNT-            Kritiker sagen, dass bei Sanierungen von                heutigen Produktionslinien gebaut und laufend
 NISSE DER              Altbauten die architektonischen Aspekte                 weiterentwickelt. 2017 hat die Rockwool Gruppe
 BAUSTOFFKUN-           zugunsten der Energieoptimierung vernach-               die Anteile der Familienaktionäre von der Flum­
 DE WICHTIG.            lässigt werden. Was ist Ihre Meinung dazu?              roc AG übernommen.
                          Es gibt unzählige Liegenschaften, bei denen ihre    Da der 1983 erbaute Flumroc-Hauptsitz zu
                          Gestaltung und Energieoptimierung sehr präzise      viel Heizenergie verbrauchte, wurde das
                          aufeinander abgestimmt sind. Ein Beispiel dafür     Bürogebäude saniert, das sich unterdes-
                          ist unser Firmensitz, dort harmonieren die Pho­     sen als Plus­energiehaus präsentiert. Was
                          tovoltaikelemente gut mit den horizontalen Fens­    bedeutet das konkret?
                          terbändern und die hohen Dämmstärken beein­           2013/14 haben wir unser 30-jähriges Bürogebäu­
                          trächtigen den Komfort für den Nutzer nicht.          de saniert. Seitdem produzieren die Photovoltaik­
                          Dennoch gibt es Einzelfälle, wo der ursprüngliche     elemente auf dem Dach und an den Fassaden mehr
                          Charakter von Gebäuden nach der Sanierung ver­        Energie, als wir insgesamt brauchen. Die Messun­
                          loren gegangen ist.                                   gen bestätigen: Das Ziel Plusenergiehaus ist er­
                        1950, im Keller des Carbidwerks Spoerry,                reicht. Deshalb ist das Gebäude mit dem Europä­
                        ist die erste Produktionsanlage für Stein-              ischen Solarpreis und dem Norman Foster Solar
                        wolle in Betrieb genommen worden. Heute                 Award ausgezeichnet worden.

IMMOBILIA / Juli 2021                                                                                                           7
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FOKUS INTERVIEW
      GEBÄUDEHÜLLE

                                                                                                     STEINWOLLE IST
                                                                                                     VOLLSTÄNDIG
                                                                                                     ­RECYCELBAR UND
                                                                                                      BLEIBT ­DAMIT IM
                                                                                                      ­MATERIALKREISLAUF.

Ich habe auf Ihrer Website gelesen, dass                 langsamer erfolgt wäre. Ausserdem ist mit dem
sich die Flumroc AG seit vielen Jahren für               Gebäudeprogramm ein finanzieller Anreiz für
die Energiestrategie des Bundes einsetzt.                Hausbesitzer verknüpft, die ihre Immobilien
Wie sieht dieses Engagement konkret aus?                 nach den Vorgaben des Bundes sanieren.
  Wir haben uns im 2017, während der Abstim­           Aufgrund der angespannten Situation auf
  mung, sehr für die Energiestrategie und aktuell      den Rohstoffmärkten haben Sie Ihre Preise
  für eine Annahme des CO2-Gesetzes ausgespro­         per 1. Juni um 2,5% erhöht. Wie haben ­Ihre
  chen. Auch wenn das CO2-Gesetz vom Volk leider       Kunden darauf reagiert?
  abgelehnt wurde, engagieren wir uns weiterhin          Die meisten Kunden haben in der aktuellen Situa­
  für dieses Anliegen. Wir unterstützen mit unserer      tion auf unsere Preiserhöhung mit Verständnis re­
  aktiven Mitgliedschaft Organisationen, die sich        agiert. Andere Anbieter in unserer Branche muss­
  für diese Thematik einsetzen.                          ten ihre Preise zum Teil deutlich mehr anpassen.
Damit der Bund die Ziele seiner Energie-                Seit Dezember sind Sie Geschäftsführer
strategie umsetzen kann, haben die                      der Flumroc AG. Können Sie Ihre wichtigs-
Kantone­ihre Bauvorschriften verschärft.                ten beruflichen Stationen bis dorthin
Daraus folgt, dass sich Hausbesitzer                   ­beschreiben?
an gewisse Sanierungsmassnahmen an                       Nach einer kaufmännischen Lehre habe ich an ei­
der Gebäudehülle halten müssen, wie                      ner Fachhochschule Betriebswirtschaft studiert
­beispielsweise die Dämmung von Dächern                  und bin dann vor genau 15 Jahren direkt zur Flum­
 und Fassaden. Welche Konsequenzen                       roc AG gestossen. Dort war ich zuerst im Finanz­
 hat das für Ihr Unternehmen?                            bereich tätig und bin später kaufmännischer Lei­
  Man darf ehrlich sagen, dass unser Unternehmen         ter geworden. Zwischenzeitlich durfte ich als       *DIETMAR
                                                                                                             KNOPF
  von dieser Entwicklung profitiert. Wir glauben         Bauherrenvertreter unsere Bürosanierung be­
  aber auch, dass eine Verschärfung der Bauvor­          gleiten. Und vor knapp zwei Jahren wurde ich ge­    Der diplomierte
                                                                                                             Architekt ist
  schriften nötig war, weil sonst die positive ener­     fragt, ob ich Interesse hätte, das Amt des Ge­      Chefredaktor der
  getische Entwicklung des Gebäudebestandes              schäftsführers zu übernehmen.                      Zeitschrift Immobilia.

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INNOVATIVE LÖSUNG
FÜR HYGIENESENSIBLE
GEBÄUDEBEREICHE

                                                                           Schüco
                                                                           SmartActive

                                                          Hygieneanforderungen in Krankenhäusern,
                                             Pflegeheimen, Kindergärten und öffentlichen Gebäuden
                                   wachsen mit Blick auf multiresistente Keime. Schüco SmartActive
                                     als antimikrobielle Oberfläche ist flexibel umsetzbar: primär als
                                     Kontaktfläche für Griffe und Türdrücker. Das dabei verwendete
                             rein metallische Mikrosilber ist nanofrei und kann die menschliche Haut
                                                                                   nicht durchdringen.

www.schueco.ch/smartactive
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IMMOBILIENPOLITIK
                    MIETRECHT

                  GROSSE
                                                                                        Im Frühling hat das Bundesamt für Woh-
                                                                                        nungswesen (BWO) eine Umfrage unter Ak-
                                                                                        teuren des Wohnungswesens über die Zu-

                  ZUFRIEDENHEIT                                                         friedenheit mit dem Mietrecht durchführen
                                                                                        lassen. Die nun vorliegenden Ergebnisse zei-

                  DER AKTEURE
                                                                                        gen: Die Befragten sind grösstenteils zufrie-
                                                                                        den mit dem geltenden Recht. Revisionsbe-
                                                                                        darf besteht allenfalls punktuell.
                                                                                        TEXT—IVO CATHOMEN*

                                                                                                                 abgeschlossen werden», konstatiert An­
                                                                                                                 dreas Dürr. «Es ist kein Handlungsbedarf
                                                                                                                 für eine grundlegende Revision erkennbar.
                                                                                                                 Allfällige punktuelle Anpassungen sollen
                                                                                                                 über parlamentarische Vorstösse behan­
                                                                                                                 delt werden.»
                                                                                                                 BUNDESAMT FÜR WOHNUNGSWESEN (HRSG.): HANDLUNGSBE-
                                                                                                                 DARF IM MIETRECHT?, JUNI 2021, WWW.BWO.ADMIN.CH > RUNDER
                                                                                                                 TISCH MIETRECHT

                    Die Zufrieden-
                    heit mit dem
                    Mietrecht ist in
                    der Deutsch-
                    schweiz (65%)                                                                                                   *IVO CATHOMEN
BILD: 123RF.COM

                    deutlich grös-
                                                                                                                                    Dr. oec. HSG, ist Herausgeber der
                    ser als in der
                                                                                                                                    Zeitschrift Immobilia.
                    Romandie
                    (39%).

                                                                                                                     KORRIGENDUM
                    DAS GELTENDE RECHT IST                       recht sehr oder eher unzufrieden seien.            In der Grafik zum Artikel «880 000 mehr
                  BREIT AKZEPTIERT                               Dies ist nicht die Wahrnehmung des SVIT.        Haushalte bis 2050» in der Ausgabe Juni
                      «Wie zufrieden sind Sie mit der heutigen   «Wir interpretieren die punktuelle Unzu­        2021 hat sich ein Fehler eingeschlichen.
                  Situation im Mietrecht?» Darauf hat der        friedenheit eher so, dass sie sich auf die      Die nachfolgende Abbildung gibt nun die
                  SVIT Schweiz in der Umfrage mit «eher zu­      Rechtsprechung und nicht auf das Miet­          korrekten erwarteten Zuwachsraten der
                  frieden» geantwortet. Damit ist der Ver­       recht bezieht,» sagt Andreas Dürr weiter.       Haushalte nach Kantonen wieder. Dem­
                  band in bester Gesellschaft. 59% der Akteu­    Eher repräsentativ für die Vermieterseite       nach wird der grösste Zuwachs in den Kan­
                  re des Wohnungswesens – namentlich             dürften die 71% eher oder sehr Zufriedenen      tonen ZG, AG und VD erwartet. Am Schluss
                  Banken, Gewerbemieter, Versicherungen,         sein, welche die Studie für die Vermieter       rangieren GR und TI.
                  institutionelle Vermieter, Bewirtschafter,     ausweist.
                  Pensionskassen, Verbände, Gerichte, An­                                                           VERÄNDERUNG DER PRIVAT­
                  wälte und Schlichtungsbehörden – sind mit      WENIG BERÜHRUNGSPUNKTE                             HAUSHALTE ZWISCHEN 2020 UND
                  dem geltenden Recht «sehr zufrieden» oder      MIT DEM MIETRECHT                                  2050 IN PROZENT
                  «eher zufrieden». Nur 10% bezeichnen sich          Parallel zu den Akteuren befragte «gfs.        (Quelle: BFS)

                  als «sehr unzufrieden». Dies ist die Haupt­    bern» rund 1000 Privatpersonen zu ihrer
                  erkenntnis der Studie «Handlungsbedarf         Einschätzung als Vermieter oder Mieter.            ZG
                  im Mietrecht?». Andreas Dürr, Mitglied des     Hier fällt nicht nur auf, dass 63% sehr oder       AG
                                                                                                                    VD
                  Präsidiums des SVIT Schweiz und Ressort­       eher zufrieden mit dem gelten Recht sind.          ZH
                  leiter Politik, der den SVIT am runden         Es sticht auch ins Auge, dass ein hoher An­        GE
                                                                                                                    SH
                  Tisch von Bundespräsident Guy Parmelin         teil – je nach Frage zwischen einem Fünftel        TG
                  vom 21. Juni vertrat, bekräftigt: «Die Ver­    und einem Viertel – keine Antwort wissen,          SG
                                                                                                                     SZ
                  tragsparteien haben gelernt, mit dem gel­      ob sie mit dem Mietrecht zufrieden sind              AI
                  tenden Mietrecht zu leben. Die Bekämp­         oder dieses als praxistauglich erachten. Da­        FR
                                                                                                                    SO
                  fung von Missbräuchen im Mietwesen             raus lässt sich nur der Schluss ziehen, «dass      CH
                                                                                                                     LU
                  funktioniert. Missbräuchliche Kündigun­        sie noch nie in Kontakt mit dem Mietrecht           VS
                  gen sind in der Praxis kein brennendes The­    waren», sagt Andreas Dürr. «Und der über­          OW
                                                                                                                    NW
                  ma und der Missbrauchsbereich Mietzins         ragende Teil ist zufrieden.»                       UR
                  ist lediglich in der Rechtsanwendung unbe­         Der SVIT begrüsst die Initiative von           BE
                                                                                                                    AR
                  friedigend. Eine Gesamtrevision ist aus        Bundespräsident Guy Parmelin und des                JU
                  Sicht des SVIT nicht gewünscht und nicht       BWO zur Einladung zum runden Tisch und              BL
                                                                                                                    GL
                  erforderlich.»                                 ist erfreut, dass seine Stimme aus der Pra­        BS
                      Die Studie kommt weiter zum Schluss,       xis angehört wurde. «Mit dem runden Tisch          NE
                                                                                                                    GR
                  dass rund zwei Drittel der Vertreter von       und der Kenntnisnahme der Umfrage­                   TI
                  Vermietern – also namentlich Verbände          ergebnisse kann die Diskussion über eine                  –10       0       10       20           30         40
                  der Immobilienwirtschaft – mit dem Miet­       Gesamtschau zum Mietrecht nun jedoch

                    10                                                                                                                                     IMMOBILIA / Juli 2021
KURZMELDUNGEN
                                                                   Mehr als nur
                                                                   eine Immobilien-
                                                                   software
                                                                   AbaImmo – die Software für
                                                                   die Immobilienbewirtschaftung
SCHWEIZ

MONITORING­
BERICHT
GESCHÄFTSMIETE
   Der Bundesrat hat den
2. Monitoringbericht
Geschäftsmiete vorgelegt.
29% der Mieter geben an, eine
Einigung mit dem Vermieter
erzielt zu haben. Siehe weite­
re Details und Kommentar
auf Seite 2 dieser Ausgabe.       ­ itte Mai darum beschlossen,
                                  M
                                  auf einen eigenen indirekten
REVIDIERTES                       ­Gegenvorschlag zu verzichten.
ERBRECHT AB
JANUAR 2023                       WIRKSAMKEIT DES
   Der Bundesrat hat ent­         ZWEITWOHNUNGS­
schieden, das revidierte Erb­     GESETZES
recht auf den 1. Januar 2023          Der Bundesrat hat Mitte
in Kraft zu setzen. Mit dem        Mai die Wirkungsanalyse
neuen Recht können Erblas­         zum Zweitwohnungsgesetz
ser künftig über einen grösse­     (ZWG) zur Kenntnis genom­
ren Teil ihres Nachlasses frei    men. Aus seiner Sicht ist es
verfügen.                         nicht notwendig, das Zweit­
                                  wohnungsgesetz anzupassen.
BEURTEILUNG                       Der Bund braucht auch keine
BAUKULTURELLER                    zusätzlichen Massnahmen
QUALITÄT                          zur Standortförderung zu er­
   Das Bundesamt für Kultur       greifen. Allerdings erkennt
hat das gemeinsam mit inter­      der Bundesrat Handlungsbe­
nationalen Partnern erarbei­      darf beim Vollzug, bei den
tete «Davos Qualitätssystem       Wissensgrundlagen sowie
für Baukultur» publiziert. Das    den Schlüsselbegriffen der       Ihr Nutzen mit AbaImmo
System ist die erste Methode      Beherbergungswirtschaft.
zur objektivierten und umfas­     Der Bundesrat hat daher die      Die Software AbaImmo ist eine Gesamtlösung für die
senden Beurteilung von bau­       Departemente für Umwelt,         Liegenschaftsbewirtschaftung. Dank moderner Soft-
kultureller Qualität und bietet   Verkehr, Energie und Kom­        ware-Technologie können Sie jederzeit auf die Daten
eine Hilfestellung für die        munikation und für Wirt­         zugreifen und diese nutzen.
praktische Umsetzung einer        schaft, Bildung und For­
hohen Baukultur.                  schung beauftragt, Mass-
                                                                   AbaImmo ist auf die Bedürfnisse von Liegenschafts-
                                  nahmen umzusetzen, um
GEGENVOR­                         ­diese Mängel zu beheben.        bewirtschaftenden der Schweiz ausgerichtet und
SCHLAG ZUR                                                         deckt alle gesetzlichen Anforderungen des Mietrechts
LANDSCHAFTS­                      REFERENZZINS­                    sowie auch der MWST ab.
INITIATIVE                        SATZ BLEIBT BEI
   Der Bundesrat begrüsst         1,25 PROZENT
den indirekten Gegenvor­              Der hypothekarische Refe­
schlag zur Landschaftsinitia­     renzzinssatz beträgt 1,25%       Weitere Informationen finden Sie unter:
tive der Umweltkommission         und verbleibt damit auf dem­     abacus.ch/abaimmo
des Ständerats (UREK-S). Der      selben Stand wie der letzt­
Vernehmlassungsentwurf der        mals publizierte Satz. Der
Kommission entspricht den         Durchschnittszinssatz, der
Eckwerten, die der Bundesrat      mit Stichtag 31. März 2021
für einen Gegenvorschlag          ­ermittelt wurde, ist gegen­
festgelegt hat. Der Bundesrat      über dem Vorquartal von
hat an seiner Sitzung von          1,28% auf 1,25% gesunken.

IMMOBILIA / Juli 2021
IMMOBILIENWIRTSCHAFT
BÜROFLÄCHEN
                                                                                  Trotz wirtschaftlicher Turbulenzen und

GUTE NACHFRAGE,
                                                                                  struktureller Veränderungen präsentiert
                                                                                  sich die Nutzernachfrage nach Schwei-
                                                                                  zer Büroflächen weiterhin sehr stabil.
ABER ERHÖHTE                                                                      Ende des 1. Quartals 2021 waren 6,8%
                                                                                  aller Büroflächen inseriert, was nahe­­zu

ANSPRÜCHE                                                                         dem Schnitt der letzten fünf Jahre ent-
                                                                                  spricht. ­
                                                                                  TEXT—INES VON DER OHE & ROBERT WEINERT*

       STELLENAUFBAU SORGT FÜR STABILE
     FLÄCHENABSORPTION                                               BÜROFLÄCHEN: ANFORDERUNGEN DER MIETER
        Im 2020 ist die Zahl der Beschäftigten in der Schweiz        «Wie wichtig sind die nachfolgenden Faktoren heute für Ihr Unternehmen
     um 17 500 Personen gesunken; dies entspricht einem              bei der ­potenziellen Bürosuche?» Anteil der Unternehmen, die mit «eher
     Rückgang von 0,3%. In den Branchen mit einem gros-              wichtig» oder «sehr wichtig» geantwortet haben.
     sen Anteil an Arbeitsplätzen in Bürogebäuden hinge-             Quelle: Wüest Partner «Büroflächen-Barometer» 2020

     gen resultierte im selben Zeitraum ein Plus von rund
     36 300 Stellen, das heisst 1,7%. Die höchsten Wachs-
     tumsraten verzeichnen die mit Finanz- und Versiche-             Qualität der
     rungsdienstleistungen verbundenen Tätigkeiten – so              Büroarbeitsplätze

     etwa jene von Versicherungsmaklern, aber auch Risi-             Nachhaltigkeit/
     ko- und Schadensbewertungen oder Dienstleistungen               Energieverbrauch

     des Effekten- und Warenhandels. Weitere Wachstums-              Günstige Büromiete
     branchen sind die IT-Branche, das Grundstücks- und
     Wohnungswesen sowie die Unternehmensverwaltung                  Parkmöglichkeiten
     und -beratung.                                                  in der Nähe

                                                                     Gute Erreichbarkeit
                                                                     mit dem Auto
     KONTRÄRER UMGANG MIT DEM
     WACHSTUM                                                        Nähe zum ÖV
        Der Stellenaufbau in den Bürobranchen wird sich              (Bahn- / Bushaltestellen

     jedoch nicht im selben Mass auf den Flächenmärk-                Flexible Nutzung der
     ten niederschlagen. So birgt das vermehrte Arbeiten             Räume möglich

     im Homeoffice ein gewisses Einsparpotenzial. Denn               Gastro-/Einkaufsmöglichkeiten
     der Homeoffice-Anteil am Arbeitspensum in den Bü-               in der Nähe

     rojobs wird steigen – gemäss Umfragen aus dem Som-              Repräsentationswert/Ästhetik/
     mer 2020 wird sich der Vor-Corona-Wert, der sich zwi-           Architektur der Liegenschaft

     schen 10 und 15% bewegte, bei schätzungsweise 25 bis            Zentrale Lage/Zentrumsnähe
     35% einpendeln.
        Von grösseren Flächenreduktionen ist dennoch vor-            Grosszügiger Empfang/
     erst nicht auszugehen, weil es unterschiedliche Her-            Kundenbereich

     angehensweisen an die künftige Büroflächennutzung                                               0%     20%           40%          60%          80%         100%
     gibt: Auf der einen Seite entstehen durch die zuneh-
     mend hybriden Arbeitsweisen «neue» Bürowelten.                      Total

     Mit dem Ziel, das Arbeitsumfeld bedarfsgerechter                    Information/Kommunikation                        Finanz-/Versicherungsdienstleistungen
     und damit den Arbeitsplatz attraktiver zu gestalten –
     um damit die Mitarbeiter zu motivieren, im Büro zu                  Grundstücks-/Wohnungswesen                       Freiberufliche, wissenschaftl., techn. DL

     arbeiten –, müssen anderweitige und zusätzliche Flä-
     chenbedürfnisse gestillt werden. Betreffende Unter-
     nehmen dürften den schwindenden Platzbedarf für die
     eigentlichen Arbeitsplätze kompensieren – zum Bei-           nation mit der Flexibilisierung von Arbeitsplätzen
     spiel durch Besprechungsräume, die speziell auch auf         (Desk-Sharing-Konzepte) effektive Flächen- und da-
     hybride Arbeitsweisen ausgelegt sind, Rückzugsorte,          mit Kosteneinsparungen angehen. Unter anderem Fir-
     Begegnungszonen oder Erholungsräume.                         men im Wachstumsprozess könnten sich dies zunutze
                                                                  machen, um ihren zusätzlichen Arbeitsplatzbedarf zu
     TIEFER ANTEIL DER MIETKOSTEN ­                               decken oder um die Anmietung von weiteren Flächen
     AM UMSATZ                                                    hinauszuzögern.
       Auf der anderen Seite werden einige Unternehmen               Auch wenn sich Homeoffice durchaus für einige­Un-
     angesichts der zunehmenden Heimarbeit in Kombi-              ternehmen eignen könnte, um Mietkosten zu s­ enken,

                            In der Juliausgabe präsentieren wir   ­ eispielsweise in Rückzugsorte oder
                                                                  b                                             lichkeiten zu finden. Zu diesem
                            Ihnen die aktuellen Entwicklungen     Besprechungs- und Erholungsräu-               Ergebnis kommt der Büromieter-
                            am Büromarkt. Trotz steigendem        me (Seite 12). Wie Unternehmen mit            Monitor von der Hochschule Luzern
                            Homeoffice-Anteil in vielen Unter-    hybriden Arbeitsformen auf die neue           (Seite 16). Wie sehen die Büroar-
BÜROMARKT                   nehmen ist dennoch nicht von einer    Normalität reagieren, lesen Sie im            beitsplätze der Zukunft aus? Darauf
                            grösseren Flächenreduktion auszu-     Artikel auf Seite 14. Vor allem für           gibt es keine richtige Antwort, aber
                            gehen, Grund dafür ist eine Umnut-    Kleinunternehmen wird es zuneh-               eines ist sicher: sie werden grüner
                            zung der freigespielten Flächen,      mend schwieriger, geeignete Räum-             (Seite 18).

12                                                                                                                                             IMMOBILIA / Juli 2021
Der Homeoffice-
                                                                                                      Anteil am Ar­
                                                                                                      beitspensum in
                                                                                                      den Bürojobs
                                                                                                      wird steigen – ge-
                                                                                                      mäss Umfragen
                                                                                                      aus dem Sommer
                                                                                                      2020 wird sich
                                                                                                      der Vor-Corona-
                                                                                                      Wert, der sich
                                                                                                      zwischen 10 und

                                                                                                                            BILD: 123RF.COM
                                                                                                      15% bewegt hat, ­
                                                                                                      bei schätzungs-
                                                                                                      weise 25 bis 35%
ist das Sparpotenzial in vielen Fällen beschränkt. So                                                 ­einpendeln.
machen die Raumkosten bei Bürounternehmen im
Durchschnitt nur 4 bis 8% ihres Umsatzes aus. Zudem
werden viele Büros auch darauf ausgerichtet sein müs-
sen, zu spezifischen Zeiten Platz für den Grossteil der     erachten Parkmöglichkeiten sowie die Erreichbar-
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bieten (Spitzen-        keit mit dem Auto und dem ÖV als relevant – wohin-
belegungen). Es bedarf also eines gewissen Puffers.         gegen eine zentrale Lage nur bei der Hälfte der befrag-
                                                            ten Unternehmen von Bedeutung ist. Als wesentlich
STABILE ANGEBOTSZAHLEN                                      relevanter als die Zentrumsnähe erweisen sich die Ver-
IN DER SCHWEIZ                                              sorgungsmöglichkeiten durch das Gastronomie- und
   Unabhängig davon, welche Art von Räumlichkei-            Einkaufsangebot vor Ort. Viel Zustimmung findet die
ten die Unternehmen in Zukunft weiter nachfragen            Zentralität der Liegenschaft mit rund 60% der Befrag-
werden, werden die qualitativen Ansprüche an Büro-          ten im Finanz- und Versicherungswesen. Eine grösse-
flächen weiter steigen. Bei einer Umfrage, die sich an      re Rolle als bei anderen Unternehmen im Sample spie-
die Entscheidungsträger von Unternehmen der klas-           len in dieser Branche auch der Repräsentationswert
sischen Bürobranchen richtete, wurde den Anforde-           der Liegenschaft sowie ein grosszügiger Empfang und        *INES VON
rungen an eine Büroliegenschaft im aktuellen Umfeld         Kundenbereich.                                             DER OHE
nachgegangen. Die oberste Priorität hat die Qualität                                                                   Die Autorin ist
der Büroarbeitsplätze. Kaum ein Unternehmen möch-            ÜBERZEUGENDE OBJEKTQUALITÄT                               ­Managerin bei Wüest
te hier Abstriche machen. Dazu gehören etwa Kriterien       ­E RFORDERLICH                                              ­Partner und Leiterin
                                                                                                                         der Umfrage «Büro-
wie ausreichender Platz, Lärmisolation und Helligkeit           Insgesamt sind die Anforderungen an die Büro­            flächen-Barometer»
der Räume. Das Wohlbefinden der Mitarbeiterinnen            liegenschaft hoch; kaum eines der elf Kriterien stell-       2020.
und Mitarbeiter rückt also noch stärker ins Zentrum.        te sich für die befragten Unternehmen bei der Büro-
   Ebenfalls hoch im Kurs stehen die Nachhaltigkeit         suche als eindeutig irrelevant heraus. Die Rangierung
und der Energieverbrauch der Liegenschaft – eine            zeigt jedoch Unterschiede in der Wichtigkeit einzelner
Thematik, die nicht zuletzt aufgrund des Bundesrats-        Faktoren: Während zum Beispiel die Zentrumslage bei
entscheids im August 2019 in den Fokus gerückt ist,         den befragten Unternehmen weniger im Fokus steht,
der unter anderem die Senkung der Treibhausgasemis-         erscheinen die Anforderungen an die Arbeitsplatzqua-
sion im Schweizer Gebäudepark bis ins Jahr 2050 auf         lität mehrheitlich als entscheidungsrelevant. Es kann
null vorsieht. An dritter Stelle liegt in der Umfrage das   davon ausgegangen werden, dass der Bedarf an Büro-         *DR. ROBERT
                                                                                                                       WEINERT
Mietpreiskriterium.                                         flächen künftig stabil bleiben wird. Langfristig dürf-
   Kaum weniger wichtig als die Höhe der Büromiete          ten sich vor allem solche Liegenschaften leichter ver-     Der Autor ist Director
                                                                                                                       bei Wüest Partner
sind die Kriterien, welche die Erreichbarkeit des Ar-       markten lassen, die in Bezug auf die Objektqualität zu     ­und Leiter Immo-­
beitsortes betreffen: Rund vier von fünf Unternehmen        überzeugen wissen.                                         Monitoring.

IMMOBILIA / Juli 2021                                                                                                                         13
IMMOBILIENWIRTSCHAFT
   BÜROMARKT SCHWEIZ
                                                                                                  Trotz Wirtschaftseinbruch bleiben Im-
                                                                                                  mobilienanlagen unverändert begehrt.

NUTZERBEDÜRF-                                                                                     Spürbar betroffen war hingegen die
                                                                                                  Vermietung von Büroflächen. Während

NISSE IM WANDEL
                                                                                                  der Konjunkturaufschwung nun bevor-
                                                                                                  steht, verändern sich vermehrt die
                                                                                                  ­Anforderungen an Büro- und Arbeits-
                                                                                                   platzkonzepte. TEXT—DANIEL STOCKER*

   ABBILDUNG 1: BIP-WACHSTUM UND KONJUNKTURBAROMETER
   Quelle: SECO Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, KOF Konjunkturforschungsstelle

7,5%                                                                                                                                                    160

5,0%                                                                                                                                                    140

2,5%                                                                                                                                                    120

0,0%                                                                                                                                                    100

–2,5%                                                                                                                                                   80

–5,0%                                                                                                                                                   60

–7,5%                                                                                                                                                   40
         2000                   2003                    2006                   2009        2012               2015            2018            2021

                    BIP-Wachstums real, gegenüber Vorquartal (linke Skala, in %)
                    KOF Konjunkturbarometer (rechte Skala)

    NACHFRAGE AUF                                               ZEITGLEICH REZESSION                            lich kritischer beurteilt werden könnten,
­B ESCHEIDENEM NIVEAU                                           UND HÖCHSTSTAND AN                              offenbaren sich ein paar bemerkenswerte
   Die Wirtschaftsentwicklung der zu-                          ­N EUBAUFLÄCHEN                                  Marktentwicklungen. Die üblicherweise
rückliegenden eineinhalb Jahre wur-                               Hinzu kam, dass in den fünf grössten          eher volatilen Spitzenmieten konnten ih-
den massgeblich von der Pandemie beein-                        Marktgebieten nach zuletzt eher «ruhigen         re Niveaus trotz Rezession halten oder sind
flusst. Im zweiten Quartal 2020 brach das                      Jahren» 2020 so viele neue Büroflächen           in Bern, Genf und Zürich gar leicht ange-
BIP-Wachstum in der Schweiz um –6,8%                           fertiggestellt wurden wie zuletzt 2014 (vgl.     stiegen. Dies auch deshalb, weil Angebote
gegenüber dem Vorquartal ein (real; sai-                       Abb. 2). Dazu zählen beispielsweise The          an den zentralen Standorten der grössten
son-, kalender- und Sportevent-bereinigt).                     Circle und Prime 2 in der Region Zürich,         Schweizer Städte entgegen dem allgemei-
Der Konjunktureinbruch fiel damit stär-                        Espace Tourbillon in Genf, der Baloise Park      nen Trend unverändert knapp sind. An den
ker aus als während der Finanzkrise (–2,6%                     und die erste Etappe der Erweiterung des         Bestlagen in Zürich, Bern, Lausanne, Zug
im Q4 2008 bzw. –1,4% im Q1 2009). Wenig                       Stücki Parks in Basel sowie der SBB-Neu-         und Luzern bewegen sich die Angebots-
überraschend übertrug sich die Rezession                       bau Byte im Wankdorf-City in Bern. Die           quoten bei Büroflächen unterhalb von 2%.
auch auf den Büromarkt und die Flächen-                        Kombination von Rezession einerseits und            Gemäss einer Umfrage von JLL im Ja-
nachfrage brach abrupt ein. Die meisten                        vielen Neubauflächen andererseits führte         nuar 2021 unter 90 Investoren mit einem
Unternehmen wurden durch neue operati-                         wenig überraschend zu einem Anstieg der          Immobilienbesitz von über 250 Mrd. CHF
ve Herausforderungen absorbiert, Wachs-                        Angebotsquote, und zwar von 4,1% im Vor-         in der Schweiz haben Büroliegenschaften
tumspläne wurden sistiert. Mit den zwi-                        jahr auf 4,3% per Ende 2020.                     als Anlagekategorie gegenüber dem Vor-
schenzeitlichen Lockerungen flackerte die                         Bis 2023 werden in den fünf grössten          jahr zwar an Attraktivität eingebüsst. Den-
Nachfrage auf bescheidenem Niveau wieder                       Märkten weitere 762 000 m2 Büroflächen           noch ist die Zahlungsbereitschaft für Büro-
etwas auf. Fragen zur zukünftigen Anwen-                       fertiggestellt. 51% davon sind noch nicht        gebäude an Toplagen anhaltend hoch und
dung von Homeoffice und dem damit ein-                         vermietet. Da Unternehmen ihre Expansi-          die Renditekompression setzte sich bei
hergehenden Bedarf an Büroflächen sorg-                        onspläne wie erwähnt noch sehr zögerlich         dieser Assetklasse fort. Ende 2019 lag die
ten jedoch für zusätzliche Verunsicherung,                     umsetzen, dürfte sich der Leerstandsan-          Büro-Spitzenrendite (netto) in Genf noch
was der Entscheidungsfindung und damit                         stieg im Jahr 2021 fortsetzen. Obwohl die        bei 2,7% und in Zürich bei 2,1%. Seither
dem Vermietungsgeschäft abträglich war.                        Risiken des Büromarktes damit offensicht-        sank sie um 20 beziehungsweise 30 Basis-

   14                                                                                                                                        IMMOBILIA / Juli 2021
punkte und beträgt im ersten Quartal 2021
nun noch 2,5% in Genf respektive 1,8% in          ABBILDUNG 2: NEU ERSTELLTE BÜROFLÄCHEN UND ANGEBOTSQUOTE IN
Zürich.                                           DEN FÜNF GRÖSSTEN SCHWEIZER BÜROMÄRKTEN
                                                  Quelle: JLL

EINBRUCH UND ERHOLUNG DER
WIRTSCHAFT BEISPIELLOS
   Der eingangs erwähnte Wirtschaftsein-          400 000 m2                                                                                                          4,0%

bruch im zweiten Quartal 2020 war mas-
siv. Ebenso jedoch die deutliche Erholung.
                                                  300 000 m2
Mit Ausnahme vom letzten Januar liegt                                                                                                                                 3,0%

das KOF Konjunkturbarometer seit Au-
gust 2020 über seinem langjährigen Mittel         200 000 m2                                                                                                          2,0%
und erreichte im Mai 2021 einen histori-
schen Höchststand (vgl. Abb. 1). Die Aus-
sichten für die Schweizer Konjunktur wer-         100 000 m2                                                                                                          1,0%
den aktuell sehr positiv bewertet und der
ökonomische Rückschlag ist möglicher-
weise schneller aufgeholt, als zu Beginn der              0 m2                                                                                                        0,0%

Krise von vielen prognostiziert worden ist.                        2012    2013    2014    2015   2016     2017    2018   2019    2020     2021    2022        2023

Für das aktuelle Jahr rechnet BAK Econo-                            Neu erstellte Büroflächen                      Fertigstellungen mit Vorvermietung
mics mit einer Zunahme des Schweizer BIP
                                                                    Fertigstellung ohne Vorvermietung                     Angebotsquote (rechte Skala)
um 3,7%, insbesondere für das zweite und
dritte Quartal wird eine dynamische Erho-
lung erwartet. Bereits in der zweiten Jah-
reshälfte soll sich die Wirtschaft wieder auf
dem Stand von vor der Krise befinden und          ABBILDUNG 3: BÜRO-SPITZENRENDITEN IN GENF UND ZÜRICH
Anfang 2023 auf einem Niveau, wie wenn            Quelle: Schweizer Nationalbank, JLL
es die Pandemie nie gegeben hätte.
   Grundsätzlich hellen sich die Aussich-
ten für den Büromarkt somit ebenso auf.           5,0%
Allerdings befinden sich Arbeitskonzep-
te und Zusammenarbeitsformen bei vielen           4,0%
Unternehmen gerade im Wandel. Während
einige Firmen noch im Dunkeln tappen              3,0%
oder zuwarten, könnten die Tendenzen bei
den «Vorreitern» unterschiedlicher kaum           2,0%
ausfallen:
– Der Versicherungskonzern Allianz ver-           1,0%

   folgt ein «New Work Model» und gedenkt,
   zukünftig Ausgaben für Geschäftsreisen         0,0%

   und Büromieten zu reduzieren.
– Bei der Deutschen Bank sollen Mitarbei-         –1,0%
                                                           2007           2009            2011           2013          2015           2017              2019           2021
   ter tageweise nach eigener Wahl von zu
   Hause arbeiten dürfen, dies aber über ih-                       Büro Spitzenrendite Zürich
   re Vorgesetzten kommunizieren.                                  Büro Spitzenrendite Genf
– Porsche plant, an bis zu zwölf Tagen im                          Rendite 10-jährige Schweizer Bundesobligation
   Monat den Mitarbeitern die Wahl zu las-
   sen, wo sie arbeiten möchten.
– Microsoft wird ein hybrides Arbeitsmo-
   dell anstreben.                              – Netflix profitierte wie kaum ein Un-                          Büro wird noch mehr ein zentraler Ort der
– Facebook rechnet damit, dass in den              ternehmen von der erzwungenen Ar-                            Begegnung, des sozialen Austauschs und
   kommenden fünf bis zehn Jahren die              beits- (und Lebens-)Umstellung. Für                          des innovativen Zusammenarbeitens. Je
   Hälfte der Angestellten ihren Arbeits-          die Arbeit nicht persönlich zusammen-                        nach Unternehmen werden Mitarbeitende
   ort frei wählen wird. Facebook wird sich        zukommen wird vom CEO jedoch als                             zukünftig zwar weniger Zeit dort verbrin-
   allerdings vorbehalten, zu örtlichen Ar-        «rein negativ» beurteilt.                                    gen, die Bedeutung des Arbeitsorts dürfte
   beitskosten zu entlöhnen. Das bedeutet,         Die Arbeitsformen scheinen sich gegen-                       jedoch für die Kultur und Identität der Fir-
   wer von den kanarischen Inseln arbeitet,     wärtig diametral zu entwickeln. Gemein-                         ma tendenziell noch höher sein als vor Aus-
   wird nicht das ortsübliche Zürcher Salär     sam ist, dass sich die Unternehmen inten-                       bruch der Pandemie. 
   erhalten.                                    siver mit ihrem zukünftigen Flächenbedarf
– Bei Google muss ab September ein An-          sowie der Bindung und Förderung von Mit-
   trag gestellt werden, falls man mehr als     arbeitern durch innovative Büro- und Ar-
   14 Tage von zu Hause arbeiten möchte.        beitsplatzkonzepte auseinandersetzen. Die
   Zudem erwartet Google, dass die Mitar-       Flexibilität der Nutzbarkeit von Büros wird
   beiter in Pendeldistanz zum Büro leben.      in Zukunft deshalb noch wichtiger sein,
– Goldman Sachs betrachtet Homeoffice           wenn die Räumlichkeiten den veränderten                                           *DANIEL STOCKER
   als Irrweg und möchte ihre Mitarbeiter       Anforderungen der Unternehmen und Mit-                                            Der Autor ist Head of Research bei
   möglichst schnell zurück im ­Büro haben.     arbeitenden gerecht werden wollen. Das                                            der Jones Lang LaSalle AG.

IMMOBILIA / Juli 2021                                                                                                                                                  15
IMMOBILIENWIRTSCHAFT
  BÜROMARKT
                                                                                                     Für viele Firmen wird es immer
BÜROSUCHE                                                                                            schwieriger, geeignete Räumlich­
                                                                                                     keiten zu finden. Dies zeigt der

WIRD IMMER                                                                                           ­Büromieter-Monitor 2020 der
                                                                                                      Hochschule Luzern. ­Aber auch

SCHWIERIGER
                                                                                                      die Vermieter tun sich mit den ver­
                                                                                                      änderten Ansprüchen schwer.
                                                                                                     TEXT—RED.

  WACHSTUM DER FLÄCHENNACHFRAGE NACH BRANCHEN (2018), TOTAL UND KLEINFLÄCHEN
  Quelle: Bundesamt für Statistik, HSLU

                                                                                         Sozialwesen (ohne Heime)
                                                                                               Gesundheitswesen
                                                                                        Forschung und Entwicklung
                                                                             Post-, Kurier-, und Expressdienste
                                             Informationstechnologische und Informationsdienstleistungen
                                                                              Kunst, Unterhaltung und Erholung
                                               Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
                                                             Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften
          Archiktektur- und Ingenieurbüros; technische, physikalische und chemische Untersuchung
                                                                            Grundstücks- und Wohnungswesen
                     Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben; Unternehmensberatung
       Sonstige Herstellung von Waren, Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen
                                                            Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung
                                      Sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten
                                                                                          Erziehung und Unterricht
                                                                   Erbringung von sonstigen Dienstleistungen
                                                                                               Telekommunikation
Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen
                                                            Detailhandel (ohne Handel mit Motorfahrzeugen)
                                                          Verlagswesen, audiovisuelle Medien und Rundfunk
                                                                                                Hoch- und Tiefbau
                                    Herstellung von Textilien, Bekleidung, Leder, Lederwaren und Schuhen
 Herstellung von Holzwaren, Papier, Pappe und Waren daraus, Herstellung von Druckerzeugnissen

                                                                                                                  –30% –20% –10%   0%   10%   20%    30%     40%      50%

                                              Wachstum Flächenbedarf Kleinunternehmen                   Wachtsum Gesamtbranche

  KLEINUNTERNEHMEN FINDEN KAUM                                                                       ­ rofitieren zu können. Sie sind zu klein, um als ver-
                                                                                                     p
GEEIGNETE FLÄCHEN                                                                                    handlungsstarke Single-Tenants oder Ankermieter
   24 000 Kleinunternehmen arbeiten landesweit in                                                    zu agieren. Und sie verfügen selten über spezialisier-
Büro- oder Hybridräumen mit geschätzten 150 bis                                                      te Ressourcen für Flächensuche und -management.
750 m2 Fläche. Um diese zu finden, kämpfen sie sich                                                  «Dabei ist das Wachstum von Kleinunternehmen in
mit knappen Ressourcen durch einen unübersichtli-                                                    vielen Branchen sehr dynamisch», so Kraft. Im Ge-
chen Inserate-Dschungel. Den Preis, oft das härtes-                                                  sundheitswesen, im Bereich Forschung und Entwick-
te Entscheidungskriterium, erfahren sie meist nur                                                    lung, bei Kurierdiensten und in der IT-Branche hat
                                                                          VIELE KLEIN-
«auf Anfrage». Vertragslaufzeiten, Nebenkosten oder                       UNTERNEH-                  die Beschäftigung in Kleinunternehmen, und damit
technischer Zustand müssen mühsam recherchiert                            MEN SIND VOR-              die Nachfrage nach Kleinflächen, zwischen 2011 und
werden. Vermieter haben es jedoch auch nicht leicht:                      REITER FÜR                 2018 stark zugenommen.
Viele Kleinunternehmen sind preissensitiv, benöti-                        ENTWICKLUN-
gen vertragliche Flexibilität und haben aufgrund ih-                      GEN, DIE AUCH               FLÄCHEN- UND ANGEBOTS­
rer Vielfalt heterogene Ansprüche an kleine Räume.                        GROSSUNTER-                 SEGMENTIERUNG NICHT MEHR
«Das macht die Vermietung in klassischen Modellen                         NEHMEN                     ­Z EITGEMÄSS
wirtschaftlich kaum tragbar», sagt Christian Kraft,                       ­ZUNEHMEND                    Die Angebotsanalyse zeigt, dass die Positionierung
                                                                           PRÄGEN.
Studienleiter des Büromieter-Monitors 2020 und Do-                                                   von Raumangeboten innerhalb starrer Immobilien-
zent für Immobilienmanagement an der Hochschu-                                                       segmente die Bedürfnisse der Unternehmen oft zu
le Luzern.                                                                                           wenig abdecken. Die Tertiarisierung allgemein und
   Vor allem Kleinunternehmen mit 10 bis 49 Mit-                                                     die vertikale Integration im Besonderen lösen eine
arbeitenden finden in der aktuellen Angebotsstruk-                                                   Hybridisierung von Raumnutzungen aus, denen so-
tur nur mit hohem Aufwand Flächen. Sie sind zu                                                       wohl die starren Vorgaben von Arbeits-, Indus­trie
gross, um vom wachsenden Coworking-Angebot                                                           und Gewerbezonen als auch die Segmentierung durch

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I­ mmobilieneigentümer und Dienstleister immer we-             es wäre auch möglich, viele dieser Gebäude mit präzi-
 niger Rechnung trägt.                                         sen Massnahmen umzunutzen, verfügen sie doch be-
    Eine Analyse der Flächenprofile von Zürcher KMU            reits über gute bauliche und räumliche Qualitäten», so
 im Bereich Gewerbe und Industrie kommt zu ver-                der Studienautor. Da viele der identifizierten Bauten
 gleichbaren Schlussfolgerungen: Der Anteil der Pro-           sich oft in Clustern befinden, sei es wichtig, den Vor-
 duktionsstufe an der Wertschöpfung sinkt. Die alte            schlag nicht nur als isolierte Lösung für einzelne pro-
 Praxisregel, wonach 55% der Geschossflächen in In-            blematische Bauten zu sehen, sondern als Chance, die
 dustrie- und Gewerbezonen der Produktion vorbehal-            monofunktionalen Büroquartiere unter anderen Vor-
 ten werden müssen, wurde als nicht mehr zeitgemäss            zeichen weiterzuentwickeln. Die Diversifizierung der
 beurteilt und 2018 auf ein Drittel der Geschossflä-           Nutzung, die Neuinterpretation der Aussenräume und
 chen reduziert.                                               die Öffnung der Gebäude zum Quartier sind Werkzeu-
    Neben dem Mengengerüst interessiert jedoch vor             ge, um städtische Qualitäten an diese oftmals periphe-
 allem die Frage, wie KMU Räume suchen und nutzen.             ren Orte zu bringen und ihnen eine zeitgenössische
 Interviews mit KMU-Vertretern ergeben zusammen                Identität zu geben.
 mit einer Umfrage ein klares Bild, das vor allem in den
 Themen Mieter-, Vermieterkommunikation, Daten-                 KMU SIND SIGNALGEBER FÜR DEN
 und Informationsgrundlage und Standardisierung                ­K OMMERZIELLEN IMMOBILIENMARKT
 von Produkten und Services grosse Potenziale liegen.             In der gegenwärtigen Situation der Covid-19-Pan-
                                                               demie lässt die Studie letztlich auch interessante
LÖSUNGEN IM BESTAND                                            Schlüsse für generelle strukturelle Veränderungen der
    «Eine grosse Herausforderung liegt in der Frage, wie       Nachfrage zu. «Viele Kleinunternehmen sind Vorreiter
sich vor allem der Altbestand für KMU-Bedürfnisse              für Entwicklungen, die auch Grossunternehmen zu-
­aktivieren lässt», gibt Christian Kraft zu bedenken. In       nehmend prägen», sagt Kraft. Flexible Arbeitsorte und
 der Region Zürich entstanden zwischen den 1970er              -zeiten, digitale Kollaboration mit Partnern, Kunden
 und 1990er Jahren 250 grosse Bürobauten, deren Zu-            und Freelancern weltweit sowie kurzfristigere Res-
 kunft in vielen Fällen ungewiss ist und von denen sich        sourcen- und Finanzplanungen werden die Büronach-
 einige zu den Sorgenkindern ihrer Eigentümer ent-             frage insgesamt strukturell verändern. Nicht überall in
 wickelt haben. Aufgrund von relativ schlechten La-            gleichem Ausmass – und auch nicht überall hin zur ge-
 gen, Veränderungen der Arbeitswelt, baurechtlichen            ringeren Nachfrage. Die Heterogenität der Nutzungs-
 Vorschriften und gängigen Bewertungs- und Investi-            ansprüche wird jedoch deutlich zunehmen. Sie fordert
 tionsmechanismen dürfte einigen dieser Häuser, so-            eine stärkere Diversifizierung und Flexibilisierung der
 fern noch nicht geschehen, der Rückbau drohen. «Doch          Immobilienangebote.

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IMMOBILIA / Juli 2021                                                                                                    17
IMMOBILIENWIRTSCHAFT
   BÜROKLIMA

PFLANZEN SORGEN                                                                   Wie sieht der Arbeitsplatz der Zukunft
                                                                                  aus? Darauf gibt es keine richtige

FÜR WOHL­­BE­                                                                     ­Antwort, aber eines ist sicher: Er wird
                                                                                   grüner. Wieso Pflanzen für die Arbeits-

FINDEN IN BÜROS
                                                                                   welt 4.0 von grosser Bedeutung sind.
                                                                                  TEXT—MANUEL WINTER*

                                                                                    1

                                                                                                                                                   BILD: GATARIC FOTOGRAFIE
                                                                                                                    Coworking-Space
                                                                                                                    Tadah in Zürich

    DAS «NEW NORMAL» DER                         morgen zu denken. Wie sieht die Arbeits-
­A RBEITSWELTEN                                  welt in Zukunft aus? Was muss sich ver-
    Seit Beginn der Covid-19-Pandemie ist        ändern, damit sich Arbeitnehmende sicher
vieles nicht mehr so, wie es mal war. Fir-       fühlen? Und was, damit sie wieder zurück
men, die noch vor einem Jahr glaubten,           ins Büro kommen?
Homeoffice sei bei ihnen unmöglich, wur-             Bei den Gedanken an die zukünftigen      tende wollen sich, gerade in Krisenzeiten,
den eines Besseren belehrt. War Flexi-           Anforderungen an Büroumgebungen kris-        an ihrem Arbeitsplatz sicher fühlen. Ge-
bilität den Arbeitnehmern schon immer            tallisiert sich immer mehr heraus, dass im   nügend Platz und eine gute Luftqualität
wichtig, ist sie jetzt für ganz viele wirklich   Zentrum die Sicherheit und das Wohlbe-       sind dabei wichtig. Für Letzteres können
möglich. Diese Entwicklungen haben auch          finden der Mitarbeitenden stehen. So sieht   nicht nur teure und technologisch kom-
bei den Entscheidungsträgern von Unter-          es auch Tom Rath, Leiter des Bereichs Ar-    plizierte Systeme sorgen. Das Gute liegt –
nehmen zu einem Umdenken geführt. Mit            beitsplatzforschung beim Markt- und Mei-     wie so oft – so nah. Die Natur hält es be-
dem Voranschreiten der Impfkampagne              nungsforschungsinstitut Gallup und Mit-      reit: Pflanzen. Diese haben nämlich unter
ist nun der letzte Zeitpunkt gekommen, an        autor des Bestsellers «Wellbeing – The       anderem zwei biologische Eigenschaften,
                                                 Five Essential Elements». Er sagt: «Die      die vielversprechend für das Innenraum-
                                                 erfolgreichen Unternehmen richten ihre       klima sind und damit für mehr Wohlbefin-
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                                                 Aufmerksamkeit jetzt auf das Wohlbefin-      den sorgen. Erstens reinigen sie die Luft,
                                                 den ihrer Mitarbeiter, um dadurch emoti-     indem sie viele Luftschadstoffe, insbeson-
Konflikte im StWE mediativ klären                onale und finanzielle Wettbewerbsvortei-     dere natürlich CO2, absorbieren. Zweitens
Mieterbetreuung für Sanierungen                  le zu erhalten.»                             transpirieren Pflanzen 90% des Giess­
       Moderator / Mediator M.A.                                                              wassers in die Luft und können dadurch
  empfiehlt sich. Tel. 079 400 25 93             «BE GREEN, BE SAFE»                          die relative Luftfeuchtigkeit um bis zu 15
  www.kreuzplatz-mediation.ch                      Spricht man von Wohlbefinden, ist ein      Prozentpunkte erhöhen, wie bei mehre-
                                                 wichtiger Aspekt die Sicherheit. Mitarbei-   ren Projekten von «Oxygen at Work» fest-

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                                                                                                       über 30 Ländern sollen den Mitarbeiten-
                                                                                                       den helfen, anders zu denken und der Na-
                                                                                                       tur näherzukommen. Auch in der Schweiz
                                                                                                       werden die Büros immer grüner. Claudia
                                                                                                       Di Giuseppe, Director HR und Hospitali-
                                                                                                       ty von Lindt & Sprüngli, sagt: «Pflanzen
                                                                                                       bedeuten Leben und Energie. Sie leisten
gestellt werden konnte. Dies hat einen                                                                 in unseren Büros einen wichtigen Bei-
sehr grossen E
             ­ influss auf den thermischen                                                             trag zum Arbeitsklima, erfreuen das Au-
Komfort der Mitarbeiter und reduziert vor                                                              ge und bereichern die Räume.» Und auch
allem auch das Viren- und Bakterienrisi-                                                               das erste Schweizer Coworking-Space mit
ko. Denn eine Luftfeuchte von 40% bis 60%                                                              Kinderbetreuung Tadah setzt auf Grün.
minimiert die Aktivität und Überlebens-                men eine verbesserte Atmosphäre am              «Das Raumklima im Coworking-Space ist
dauer von Viren und Bakterien in der Luft,             ­Arbeitsplatz wahr. Grün ist aber nicht         enorm wichtig. Dank unserer Raumhöhe
wie Studien der Harvard Universität auf-                gleich Grün. Die unterschiedlichen Pflan-      von über fünf Metern haben wir die Mög-
zeigen, und unterstützt des Weiteren un-                zenarten unterscheiden sich sehr stark. Es     lichkeit, mit riesigen Pflanzen nicht nur
sere Schleimhäute. Dies ist mittelfristig               gibt solche, wie der Spathiphyllum (Schei-     einen schönen und inspirierenden Ort zu
nicht nur im Hinblick auf Covid-19 rele-                denblatt), die sehr viel Luftfeuchte abge-     schaffen, sondern auch unseren Kundin-
vant, sondern natürlich auch in Bezug auf               ben, und andere, die wiederum effizienter      nen und Kunden ein echtes Erlebnis zu
viele weitere Krankheitserreger wie zum                 in der CO2-Absorption sind. Zudem spie-        bieten», sagt Designerin und Mitgründe-
Beispiel Influenza.                                     len Farben und Formen eine wichtige Rolle      rin Julia Cebreros.
                                                        bei der Erreichung unterschiedlicher psy-         Nicht nur in der Theorie, sondern be-
VON DEN PFLANZEN BIS ZUM                                chologischer Ziele. Somit ist es essenziell,   reits heute in der Realität zeigt sich, dass
SENSOR                                                  dass der ideale Pflanzenmix für jedes Bü-      der Arbeitsplatz von morgen ganz anders
   Um den Mitarbeitern ein Gefühl der                   ro – und sogar jeden Raum – einzeln be-        aussehen wird. Dieser Wandel wird eine
Sicherheit vermitteln zu können, ist es                 rechnet wird, unter Berücksichtigung der       gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Denn
aber vor allem auch wichtig, die Luftqua-               individuellen Rahmenbedingungen.               wie das zugrunde liegende lateinische
lität nicht nur zu verbessern, sondern die-                                                            Wort «immobilis» (unbeweglich) bereits
se auch gezielt nach Luftkomponenten zu                IMMER MEHR GRÜNE BÜROS                          andeutet, verändern sich Immobilien nur
messen und zu kommunizieren, wozu es                      Die Zeiten, in denen die einzige Pflan-      sehr langsam. Aber eines ist klar: Der Wan-
integrierte digitale Systeme gibt. Denn                ze in einer Ecke des Büros stand und ver-       del wird kommen und das Büro wird nach-
nichts fördert Vertrauen und Sicherheits-              wahrlost ihre Blätter verlor, sind längst       haltiger, gesünder und grüner. 
gefühl mehr als Transparenz. Der Vor-                  vorbei. Vom grossen Corporate bis hin
teil von Pflanzen geht aber weit über den              zum Start-up, wenn neue Büros geplant
                                                                                                                    *MANUEL WINTER
Design­aspekt hinaus. Wie eine Studie von              werden, haben die Pflanzen ihren festen
«Oxygen at Work» zeigt, fühlen sich 68%                Platz im Setting. So beheimatet der App-                     Der Autor ist M.A. HSG, Co-Founder
                                                                                                                    & CEO von Oxygen at Work, Zürich.
der Menschen, die von Pflanzen umgeben                 le-Hauptsitz im Silicon Valley 9000 Bäu-                     Das Serviceunternehmen bietet
sind, weniger gestresst und 54% empfin-                me und der­jenige von Amazon gleicht gar                     ­intelligente, datengetriebene Be-
den eine höhere Produktivität. 84% neh-                einem Dschungel: 40 000 Pflanzen aus                          pflanzungen von Räumen an.

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