Institute for Digital Business - HWZ
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Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,
W ie reagieren Sie, wenn ich
Ihnen sage, dass Sie und ich die Schweiz der Zukunft gestal-
ten können? Wir können zusammen Alfred Escher 2.0 sein.
Hierbei spreche ich nicht vom Erbau einer neuen Bahninfra-
struktur oder der Gründung einer nationalen Bank, sondern
von der Schaffung neuer, digitaler Wertschöpfungsketten.
Wir leben in einer gesellschaftlich wahnsinnig aufregenden
Zeit, denn wir sind Teil der digitalen Revolution. Vor genau
170 Jahren stand Alfred Escher einer ähnlichen Herausforde-
rung gegenüber. Die Schweiz isolierte sich – wirtschaftlich
und infrastrukturell – und sah ängstlich zu, wie die grosse
Welle der Industrialisierung über die Länder ringsum ein-
brach. Mit Escher begegnete der Angst neuer Mut. Mut zur
Veränderung und zur Modernisierung. Seine Mission: die
Schweiz auf der grünen Wiese neu zu erfinden. Mit dem Bau
des Gotthard-Tunnels, der Errichtung des Eidgenössichen
Polytechnikums und der Gründung einer nationalen Bank
und Versicherung, schuf er eine neue Identität für die
Schweiz. Die Industrialisierung entpuppte sich als grosse
Gelegenheit für ein kleines Land. Gleich verhält es sich heu-
te: die digitale Transformation stellt uns vor neue Chancen
und Opportunitäten. Die Spielregeln ändern sich und die
Karten werden immer wieder neu gemischt. Man kann die
Augen davor verschliessen oder aktiv die Weichen für eine
digitalisierte Zukunft stellen. Wir haben uns für Letzteres
entschieden, mit dem Wissen, dass gerade „Wissen“ Zukunft
schafft: Im Yea(h)rbook 2019 treffen von Megatrends der
Kommunikation, über der Leadership Skills der Zukunft bis zu
der Vermischung von Analog und Digital topaktuelle Themen
der Digitalisierung aufeinander. Ganz im Sinne des stetigen
Wandels präsentiert sich das Yea(h)rbook dieses Jahr neu als
handliches Magazin mit bildhaften Illustrationen. Denn unser
Credo ist: Entscheidend für den Erfolg, ist der Mut sich selbst
neu zu erfinden.
Manuel P. NappoMAS DIGITAL BUSINESS EXPERTS
5 best theses Our experts
Social Media Legal Tech Internet of Things Marketing Digital Health Werden Sie zum Artonomie - 7 Trends und
Community Ioannis Martinis Marco Canepa Evolution Stefan Lienhard Digital Leader – Die künstlerische ein Hype
Fabienne Romanens Sandra Brülhart die Schweiz Intelligenz Thomas Knüwer
braucht Sie Florian Wieser,
Sunnie Groeneveld Frank und
Patrik Riklin
Interview
Philomena Schwab Interview
Mit viel Engagement setzt sich die junge Zürcherin
für eine bessere Game-Schweiz ein.
Livio Dainese
Jürg Zentner Der Werber des Jahres 2018 sieht in der Digitalisierung
die grosse Chance der Branche.
Jürg Zentner
BLOG
hwzdigital.ch most read SUCCESS
Success stories
Kulturen Hacking - die Megatrends Bitcoin, Blockchain Instagram vs.
kann man nicht Welt der Hüte der Zukunft & Kryptowährungen Snapchat
managen Patrick Eggimann Andreas Bloch Roman Wey Sandra Aebli Jurist im digitalen In Love with... Ein junges und
Simon Bietenhader und Michael Burger Zeitalter Roboter und agiles Start-up auf
Ioannis Martinis Menschen der Überholspur
mit IoT
Cover: Roboter von PhonlamaiPhoto
Cornelia Diethelm
Ali Soy
Interview
Cédric Baumgartner People & Facts
Der HWZ-Alumnus ist nun Geschäftsführer eines HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich
führenden Technologieunternehmens.
Jürg Zentner5 best theses
Die Master-Thesis gilt als
Krönung jeder Weiterbildung.
In dieser Arbeit haben die
D
Absolventen die Möglichkeit,
M
ihr erlerntes Wissen im
digitalen Bereich in Form
AS B
einer praxisnahen Aufgaben-
stellung unter Beweis zu
stellen. Der kommende
Abschnitt präsentiert die
Management Summaries der
fünf besten Master-Arbeiten.
Social Media Legal Tech Internet Marketing Digital Health
Community of Things Evolution5 best theses
Social Media
Community
Wie kann der Bereich «Social Media &
Community» organisatorisch optimal in die
neue Redaktion Tamedia integriert werden?
VON FABIENNE ROMANENS
P er 1. Januar 2018 wurde der Unternehmens-
bereich «Bezahlmedien» von Tamedia im Rahmen
einer als «Projekt 2020» bezeichneten Reorganisa-
tion umstrukturiert: die Redaktionen aller Deutsch-
schweizer Tageszeitungen sowie der einzigen
Sonntagszeitung wurden in der Mantelredaktion
«Redaktion Tamedia» (Redaktion T) mit einem
Einsparungsziel von 30 Prozent der redaktionellen
Ressourcen zusammengefasst. Das ehemalige
Ressort «Social Media & Community» (Ressort
SoMe) des «Tages-Anzeigers» (TA) wurde in
die neue entstandene Einheit «Digital Editorial
Development» (DED) überführt, welche im expli
ziten Auftrag der Unternehmensleitung ihr Know-
how allen integrierten Bezahlmedien zur Ver
fügung stellen, digitale Innovationen entwickeln
und für sämtliche der Redaktion T angehängten
lokalen Publikationen implementieren soll.
Das Ressort SoMe soll in diesem Zusammenhang
u.a. eine zentrale Erbringung von SoMe-Leistungen
für die Lokalredaktionen prüfen.
Um den vervielfachten Anforderungen gerecht
werden zu können, reicht es nicht, die personellen
Ressourcen des Ressorts SoMe wie geplant um
bis zu 3 FTE aus dem Pool der durch die Reorgani-
sation überzählig gewordenen Journalistinnen zu5 best theses
Legal
verstärken. Es müssen auch andere Formen der
qualitativen und quantitativen Output-Erhöhung
sowie Möglichkeiten zur Verbesserung von
Tech
Innovationsfähigkeit, Know-how-Transfer und der
Schaffung von Synergien gefunden werden: im
Kontext von Kosteneinsparungen, Innovations-
druck, steigenden fachlichen Anforderungen an
Mitarbeiterinnen und zunehmender Dynamik von
Arbeitsbedingungen wird die Organisationsform
als Ausdruck eines spezifischen Mindsets zum Disruptive Entwicklungen
Effizienzfaktor.
Aus diesem Grund soll das Einliniensystem
im Rechtsmarkt
als vorherrschende Organisationsstruktur des
redaktionellen Ökosystems auf seine Ressourcen-
effizienz und Eignung zur standardmässigen
VON IOANNIS MARTINIS
Implementierung von Methoden, die eine flexible,
dynamische, autonome und kreative Arbeitsweise
D
ermöglichen, überprüft werden. Gleichzeitig
werden zwei alternative Organisationsformen,
die Matrix-und die Netzwerkorganisation, auf ihre ie digitale Transformation ist im Recht
Kompatibilität mit Agile und Design Thinking hin angekommen. Zwar mit Verzögerung, doch gilt es
untersucht. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse als anerkannt, dass digitale Technologien in den
fliessen in die Anwendung der drei untersuchten Rechtsmarkt eindringen und dort bereits für erste
Organisationsformen auf das Ressort SoMe Veränderungen sorgen. Diese Masterthesis geht
im neuen Umfeld von Redaktion T ein, welche der Frage nach, ob sich durch die Vermählung
in einer Skizze ihrer jeweils möglichen Implemen- von Recht und Technologie, die Art und Weise
tierung und einer abschliessenden Empfehlung wie Rechtsdienstleistungen künftig erbracht
für die zukünftige Strukturierung des Ressorts werden, tatsächlich grundlegend verändern wird.
SoMe resultiert. Dabei werden die wesentlichen Treiber sowie die
grössten Herausforderungen dieses Transforma
Fabienne Romanens ist eine digitale Allrounderin mit tionsprozesses eruiert und näher beleuchtet.
über zehn Jahren Erfahrung in leitender Funktion in den
Mittels Online-Umfrage wird zudem ermittelt, wie
Bereichen Strategie, Projektmanagement und Produkt-
sowie Organisationsentwicklung. Aktuell ist sie als Head es um das Bewusstsein bezüglich der kommenden
of Social Media & Community der digitalen Innovations- Veränderungen bei Schweizer Juristen und Anwäl-
abteilung von Tamedia tätig, entwickelt und testet neue ten steht, und ob in der Praxis bereits Bestrebungen
Features und Produkte und arbeitet an der Optimierung zur Implementierung von neuen Technologien
von Brand Experience, Sales Funnels und Customer
in Gang sind. Ziel ist es, den Begriff Legal Tech
Retention.
und die Technologien dahinter greifbarer zu
machen - und damit progressiven Juristen bei der
Mitgestaltung der Zukunft der Jurisprudenz eine
Unterstützung zu bieten.
Im Raum steht die These, dass sich die Rechts-
branche in den nächsten 20 Jahren stärker verän-
dern wird, als sie dies in den letzten 200 Jahren
getan hat. Um mit diesen Entwicklungen Schritt
halten zu können, werden sich Juristen erstmals5 best theses
Internet
vertieft mit den neuen technologischen Möglich-
keiten auseinandersetzen müssen. Die Erkennt
nisse aus dieser Arbeit zeigen, dass automatisierte
of Things
Rechtsberatungsprodukte genauso zum juristi-
schen Alltag gehören werden wie Expertenportale
zur Mandatsakquise, Dokumentenanalyse-Software
zur Bearbeitung von grossen Datensätzen oder
Online Dispute Resolution zur kostengünstigen,
schnellen Klärung von Rechtsfällen mit multi
jurisdiktionalem Kontext. Es wird die Aufgabe Symbiose von 5G Mobil-
von Lehre und Forschung sein, die essentiellen
Grundlagen hierfür zu vermitteln.
funktechnologie und dem
Disruptionspotenzial bergen derweil die Internet of Things. Business
Schlüsseltechnologien künstliche Intelligenz
sowie Blockchain und Smart Contracts. Unvermit- Opportunitäten für Mobil-
telt könnten hier Intermediäre durch Technologie
ersetzt werden, während künstliche Intelligenz
funkanbieter durch den
den Kernbereich der juristischen Tätigkeit tangiert, Einsatz der 5G Technologie
für das Internet of Things
indem sie die kognitiven Fähigkeiten des
Menschen nachbildet. Disruption ist aber nicht
nur in Bezug auf die Arbeitsweise zu erwarten,
sondern v.a. in Bezug auf die Denkweise von
VON MARCO CANEPA
Juristen. Die fortschreitende Digitalisierung wird
diese radikal verändern und birgt die Kraft in
U
sich, sie gänzlich aufzubrechen.
Ioannis Martinis gründete als Gymnasiast die Nachhilfe- m im Zeitalter der Digitalisierung Schritt
Plattform DURCHBLICK, welche er während seinem
Jura-Studium erfolgreich betrieb. Es folgten die
halten zu können, sind Unternehmen gezwungen
Gründung und Co-Leitung der Kreativagentur NOCA ihre bestehenden Prozesse, Strukturen, Produkte,
und des Online-Magazins ELUSIVE. Als Jurist hat sich Services und Geschäftsmodelle grundlegend zu
Martinis seit einigen Jahren auf rechtliche Fragen hinterfragen, anzupassen oder neu zu definieren.
im digitalen Raum spezialisiert und leitet heute als Ein wichtiger Treiber und Befähiger der Digitali
Mitglied des Kaders die Legal AI Projekte der Coop
Rechtsschutz AG.
sierung ist das Internet of Things (IoT). Mittels
IoT-Anwendungen werden beispielsweise be-
stehende Prozesse effektiver gestaltet, Arbeits-
schritte automatisiert, neue Produkte, Services und
Geschäftsmodelle entwickelt. Gemäss Gartner Inc.
sind bereits bis Ende 2017 mehr als 8 Milliarden
„Dinge“ über und mit dem Internet of Things
verbunden (Gartner Inc., 2017).
Viele dieser „Dinge“ kommunizieren heute
über Mobilfunk. Mit 5G ist die nächste Generation
der Mobilfunktechnologie bereits in den Start
löchern und sie verspricht, alles bisher Dagewesene
und Bekannte in den Schatten zu stellen. In der
vorliegenden Thesis werden die technischen5 best theses
Marketing
Ausprägungen von 5G erörtert und erforscht.
Es wird aufgezeigt, wie diese die IoT-Anwendun-
gen beeinflussen und neue Geschäftsmodelle
Evolution
entstehen lassen. Dabei wird der Aspekt der
Monetarisierungsmöglichkeit durch die Mobil-
funkanbieter ebenfalls geprüft.
Um die Forschungsfragen zu beantworten
wurden umfangreiche Untersuchungen durch
geführt. Nebst Experten-Interviews basieren
die Untersuchungen vor allem auf dem Studium Massnahmen in der Marketingkommunikation für Digital
verschiedener Reports, Fachartikel, frei zu
gänglichen Informationen aus dem Internet, Natives mit Fokus auf die Deutschschweizer Assekuranz
Fachbüchern sowie Beobachtungen und
Begutachtungen.
VON SANDRA BRÜLHART
Die sich durch 5G ergebenden Möglichkeiten
für IoT-Anwendungen sind immens. Die Mobil-
D
funkanbieter müssen sich, mit 5G mehr denn
je, auf der IoT-Wertschöpfungskette horizontal
ausbreiten und sich weg von einem reinen ie Marketingkommunikation steht einer welche Massnahmen in der Marketingkommuni
Konnektivitäts-, hin zu einem Service-Anbieter neuen Ära gegenüber. Die Akzeptanz und Glaub- kation bei Versicherungen geeignet sind, um
entwickeln. Für eine durchgängige IoT-Lösung ist würdigkeit von push-basierter Werbung sinkt zu- Digital Natives künftig anzusprechen. Ziel der
ein starker Partner gefragt der als „Generalunter- nehmend. Gleichzeitig steigt der Wissensstand von vorliegenden Arbeit ist es, die wichtigsten Mass-
nehmer“ agiert und alle Stakeholder an einen Kunden und Empfehlungen im sozialen Umfeld nahmen aufzuzeigen, um die Kampagnen für
Tisch bringen und diese auch managen kann. gewinnen an Bedeutung. Schliesslich schreiten Digital Natives zu optimieren und Handlungs
Ein Mobilfunkanbieter ist für diese Rolle prädesti- die technologischen Entwicklungen voran und empfehlungen für die Praxis abzuleiten. Dafür wird
niert und ist in der Lage diese Rolle auch einzu- eröffnen neue Möglichkeiten in der Interaktion mit in einem ersten Schritt eine Fachliteraturrecherche
nehmen. Die hohe technische Komplexität von 5G, Kunden. Aufgrund dieser Entwicklungen haben zur Erarbeitung der theoretischen Grundlagen
aber auch jene des IoT-Ökosystems bedingt eine klassische Marketingkampagnen weitgehend an vorgenommen. In einem zweiten Schritt erfolgt
noch stärkere Marktfokussierung. Um möglichst Bedeutung verloren. Bei der neuen Ausrichtung eine Inhaltsanalyse von zehn Marketingkampag-
hohe und schnelle Skaleneffekte zu erreichen, der Marketingkommunikation sind Digital Natives nen aus verschiedenen Dienstleistungsbranchen.
müssen die 5G Ausprägungen so generisch wie ein wichtiges Zielsegment, weil sie andere Genera- Anschliessend werden die Erkenntnisse aus
möglich implementiert und kommerzialisiert tionen in vielerlei Hinsicht beeinflussen. Als Digital der Theorie und Empirie zusammengeführt und
werden. Weiter sollten sich Mobilfunkanbieter Natives wird eine Generation umschrieben, die die wichtigsten Massnahmen formuliert sowie
überlegen, gewisse Branchen (wie zum Beispiel nach 1990 geboren wurde, mit digitalen Techno- Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Smart-City, Automotive, etc.) dediziert zu logien aufgewachsen ist und eine hohe Kompetenz Gemäss der Fachliteratur sind Versicherungs-
adressieren. in deren alltäglichen Nutzung aufweist. Digital kunden durch die immer grösser werdende
Natives zeichnen sich dadurch aus, dass sie offen Anzahl an Versicherungsangeboten zunehmend
Marco Canepa baute während und nach seinem
sind für Neues und keine Angst haben, zu experi- überfordert. Versicherungsgesellschaften müssen
berufsbegleitenden BWL Studium das Machine-to-
Machine bzw. heutige IoT-Geschäftsfeld beim Zweit- mentieren. Aufgrund dieser Eigenschaften und daher künftig einfacher kommunizieren. Digital
grössten Schweizer Telekommunikationsanbieter als der stetig voranschreitenden Überalterung der Natives verbringen einen Grossteil ihrer Freizeit
Product Manager auf. 2013 erfolgte dann sein Wechsel Kundenportfolios sind sie zu einem wichtigen online auf dem Smartphone. Likes und Comments
zu Swisscom, wo er als Product Manager die heute Zielsegment der Versicherungsbranche geworden. sind die neue soziale Währung dieser Generation.
wichtigste IoT Plattform aufbaute und seit 2017 als
Allerdings sind Digital Natives nicht an Versiche- Im Zusammenhang mit Versicherungen wurde
Head of Product Management IoT sowie Field CTO tätig
ist und das gesamte IoT Portfolio verantwortet. rungen interessiert und befassen sich kaum damit. jedoch festgestellt, dass Familie und Freunde
Bezugnehmend auf diese Problemstellung wichtige Beeinflusser sind und beim Versicherungs-
fokussiert die vorliegende Arbeit auf die Frage, abschluss nach wie vor Offline-Kanäle bevorzugtwerden. Weiter wurden in der konsultierten 3. Einführung einer Community zur Ausschöpfung
Marketingfachliteratur drei grundlegende des Potenzials von Mitmach-Marketing
Erfolgsfaktoren für die Kommunikation ermittelt. 4. Förderung von Empfehlungs-Marketing bei
Erstens konsumieren Kunden zunehmend nur bestehenden Kunden
dann Werbung, wenn sie dies auch wollen.
Die Push-Strategien müssen daher stärker zu Pull- Für die Umsetzung dieser Massnahmen wurden
Strategien verlagert werden. Zweitens entwickelt Handlungsempfehlungen formuliert. So sollte
sich die Marketingkommunikation zu einer für das Content-Marketing eine sorgfältige Analyse
Empfehlungsökonomie, da die Glaubwürdigkeit von Themen gemacht werden, die nicht bereits
der eigenen Community stärker ist als bezahlte durch andere Anbieter besetzt sind und die
II Werbung. Drittens wollen Kunden unterhalten zur Positionierung des Versicherungsunternehmens
werden und erwarten, dass Unternehmen ihnen passen. Gemäss den Untersuchungen sind die
auf gleicher Augenhöhe begegnen und sie in Themen Gesundheit, Sport und Nachhaltigkeit
einem Dialog mitreden lassen. potenzielle Interessenfelder für Content-Marke-
Vor diesem Hintergrund wurde ein Bewertungs- ting. Für die Umsetzung der zweiten Massnahme
raster für die Inhaltsanalyse erstellt, das die wird empfohlen, eine Analyse und Priorisierung
wesentlichen Erkenntnisse aus der Theorie vereint. der Online und Offline Touchpoints vorzunehmen,
Das Bewertungsraster enthält die Kategorien um gezielte Erlebnisse an fokussierten Kontakt-
Storytelling, Community, Mitmach-Marketing, punkten zu erzeugen. Bei der dritten Massnahme
Erlebnis-Marketing, Empfehlungs-Marketing, wird empfohlen, eine eigene Community aufzu-
Mobile-Tauglichkeit, crossmediale Kommunikation bauen und diese als Plattform für den Austausch
und Interaktion auf Social Media. Die empirische von und mit Digital Natives zu nutzen. Die Heraus-
Analyse kommt zum Ergebnis, dass lediglich forderung hierbei liegt in der Wahl eines geeigneten
drei der zehn untersuchten Kampagnen alle Themas. Die Content-Strategie in der ersten
genannten Kategorien erfüllten. Während die Massnahme kann helfen, diese Frage zu klären.
übrigen Kampagnen zwar auf mobile Endgeräte Zur Förderung des Empfehlungs-Marketings
ausgerichtet waren, Storytelling enthielten und wird empfohlen, für die bestehenden Kunden
crossmediale Ansätze in Verbindung mit Social ein Anreizmodell zu entwickeln, damit sie die
Media nutzten, fehlte bei der grossen Mehrheit Versicherungsgesellschaft aktiv weiterempfehlen.
ein Einbezug der Community. Weiter wiesen
Sandra Brülhart ist Leiterin Marktbearbeitung &
die Kategorien Empfehlungs-, Mitmach- und
Jugendmarkt bei der Mobiliar Versicherung in Bern.
Erlebnis-Marketing lediglich einen tiefen bis Zu ihren aktuellen Herausforderungen zählen die
mittleren Erfüllungsrad auf. Allgemein erfüllten Integration von Marketing Automation und die
die beiden Kampagnen aus dem englischspra Weiterentwicklung von omnikanalfähigen Kampagnen
chigen Raum mehr Kategorien und wiesen einen zur Loyalisierung und Neukundengewinnung.
höheren Erfüllungsgrad auf als die Kampagnen
aus der Schweiz.
Von den Erkenntnissen aus der Theorie
und der empirischen Analyse wurden vier Mass-
nahmen abgeleitet, mit denen Versicherungen
die Marketingkommunikation für Digital Natives
optimieren können:
1. Aufbau einer Content-Marketing-Strategie
2. Emotionalisierung relevanter Online und Offline
Touchpoints mittels Erlebnis-Marketing5 best theses
Digital Health
Ermittlung des digitalen Reifegrades von
Schweizer Kliniken und Spitälern
VON STEFAN LIENHARD
D igital Health, die Digitalisierung des
Gesundheitswesens, beschäftigt derzeit die
Erfolgsstories oder Leuchtturmprojekte. Zwar
sprechen 88 % der Befragten dem digitalen
Die Spitäler sind gut beraten, ihre Haltung gegen-
über «Digital Health» zu überdenken und Mass-
Entscheidungsträger von Kliniken und Spitälern. Wandel in der Spitalbranche eine sehr hohe nahmen in den verschiedenen digitalen Themen-
Sie sehen sich vermehrt mit Fragestellungen Relevanz zu, in den einzelnen Kliniken und Spitä- feldern zu initiieren. Digitalisierung ist mehr als die
zu verschiedenen digitalen Wirkungsfeldern kon- lern ist davon jedoch nicht viel zu spüren. In mehr Umwandlung von analog zu digital. Sie bietet die
frontiert. Der technologische Wandel zwingt sie als der Hälfte der Spitäler fehlt eine Digitalstrategie Chance, bestehende Prozesse und Abläufe völlig
dazu, ihr Geschäftsmodell zu hinterfragen und und folglich ein strukturiertes und koordiniertes neu zu gestalten und ebnet so den Weg für smarte
adaptieren, um weiterhin konkurrenzfähig zu Vorgehen. Mehrheitlich liegt die Zuständigkeit für und effiziente «Spitäler 4.0».
bleiben und im härter werdenden Wettbewerb digitale Anliegen, stark projektgetrieben, bei der
erfolgreich zu bestehen. Doch wie weit ist die IT-Abteilung und nicht bei der Geschäftsleitung. Stefan Lienhard startete 2001 seine Karriere in der
digitalen Welt als Content- und Online-Marketing
Digitalisierung in den Schweizer Spitälern fort Die Analyse unterschiedlicher Wirkungsfelder der
Verantwortlicher bei Hotelplan. 2008 wechselte er zu
geschritten und welche Kompetenz- oder Hand- Digitalisierung hat gezeigt, dass die Spitäler in Hirslanden, wo er seine Liebe für die Spitalwelt entdeckte.
lungsfelder lassen sich daraus ableiten? Welche den meisten Bereichen nur knapp genügende Lienhard betreute die gruppenweiten Websites und
Relevanz geniessen digitale Themen in Spitälern? Werte erzielen. Am besten schneiden sie bei verantwortete gleichzeitig den unternehmensinternen
Wie sieht ihre digitale Bereitschaft und Reife der «Informatik & Technologie ICT» ab, wo hin- Aufbau von Knowhow im Digitalbereich. 2018 wechselte
er zur Zürcher Schulthess Klinik. Dort bekleidet er die
aus und welches sind mögliche hemmende gegen bei den Dimensionen «Organisation»,
Position des „Digital Manager“, in welcher er für die
Faktoren für eine erfolgreiche Digitalisierung? «Zusammenarbeit» «Digitale Transformation» Digitalisierungsthemen des Spitals verantwortlich ist.
Die vorliegende Master-Thesis analysiert Schweizer oder «Prozessdigitalisierung» etwa gleicher
Kliniken und Spitäler in Bezug auf unterschiedliche massen akuter Handlungsbedarf besteht. Digitali-
digitale Dimensionen und beantwortet diese sierung umfasst technologische, kulturelle und
Fragen. ökonomische Aspekte und in diese gilt es für alle
Im Rahmen der empirischen Untersuchung Spitaltypen und -grössen stärker und zielgerichtet
werden zwei Methoden angewendet: als quantita- zu investieren. Doch genau dieses Risikokapital,
tives Instrument wird eine Online-Umfrage in welches Investitionen in unbekannte Technologien,
Schweizer Spitälern durchgeführt, die qualitative nichtmedizinische Innovationen und potentiell
Datenerhebung erfolgt durch Experteninterviews neue Geschäftsfelder ermöglicht, wird als grösster
mit vier Branchenkennern. Die Ergebnisse ver- Hemmfaktor erachtet. Mangelndes Knowhow auf
deutlichen, dass das Spitalwesen ganz am Anfang der Managementebene und, daraus resultierend,
seiner digitalen Reise steht. Die Branche hinkt der eine fehlende Vision und Strategie sind weitere
Digitalisierung deutlich hinterher und es fehlen Gründe für den digitalen Rückstand.Interview
Philomena
Schwab
Kämpferin für
eine bessere
Game-Schweiz
Das Forbes-Magazine zählt Philomena Schwab zu den
“30 wichtigsten Tech-Personen unter 30”. Die engagierte
Game-Designerin hat mit ihrem ersten Survival-Game
“Niche” die 100’000er Marke geknackt. Und das war
erst der Anfang. Das im Oktober erschienene Spiel
“Nimbatus” erhielt an der Game-Developers Conference in
San Francisco eine der acht “Best in Play”-Auszeichnungen.Interview
VON JÜRG ZENTNER FOTOS FLORIAN KALOTAY von da an alles dafür tat, Game-Design studieren Wo sind die internationalen
zu können. Game-Hotspots?
In Europa sind die nordischen Länder wie etwa
Ihr Survival-Computerspiel “Niche -
Sie heissen Philomena Naomi Om- Finnland oder Schweden sehr stark. Aber auch
a genetics survival game” hat sich rund
Chanti Cosma Ruben Rahel Anastasia: Polen hat mittlerweile sehr gute Produktionen.
100’000 Mal verkauft. Wie kam es zu
Konnten sich Ihre Eltern nicht auf einen Und natürlich Nordamerika, China sowie Japan.
diesem Erfolg?
Vornamen einigen?
Diese Zahl ist schon nicht mehr aktuell. Stichwort Japan. Sie lernen japanisch?!
Tatsächlich, ja. Meine Namen kommen von
Mittlerweile sind es über 120’000 verkaufte
verschiedenen Familienmitgliedern und Ich liebe das Land und die Sprache. Ausserdem
Games. Niche war ursprünglich meine Bachelor-
besonderen Begegnungen, die meine Mutter möchte ich Mangas im Original lesen können
arbeit. Gemeinsam als Team haben wir dann ein
während der Schwangerschaft hatte. sowie Spiele auf japanisch spielen.
richtiges Game daraus entwickelt.
Wie wird man Game-Designerin? Stray Fawn Studio: So heisst ihre
Das Wirtschaftsmagazin Forbes zählte
Firma. Wie gross ist das Studio?
Als Game-Designer braucht man keine bestimmte Sie 2017 zu den «30 under 30»
Ausbildung wie zum Beispiel als Arzt oder Jurist. im Bereich Technologie in Europa. Mittlerweile sind wir zehn Leute. Obwohl es einen
Viele in meiner Branche haben eine Lehre als Wie haben Sie darauf reagiert? Tag in der Woche gibt, an dem ich mich um das
Grafiker oder Informatiker gemacht. Ich habe an Geschäftliche kümmern muss, ist mein Hauptjob
Das kam sehr überraschend und hat mich
der ZHdK das Studium Game-Design absolviert. immer noch das Entwickeln von Games.
extrem gefreut. Anfangs habe ich gar nicht
Es handelt sich dabei um mehr als nur Game- Ihr werdet gar nicht gefördert?
realisiert, was das bedeutet. Erst allmählich, Wenn Sie nur drei Spiele auf
Design, nämlich auch um Grafik, Programmierung
als ich immer mehr Interviewanfragen bekam, Doch, die Pro Helvetia vergibt Projektförderung eine einsame Insel mitnehmen
und Sound Design. Streng genommen macht ein
verstand ich die Dimensionen. Es freut mich von maximal 90’000 Franken, verteilt über können. Welche?
Game-Designer nur die Spielmechanik - stellt
ganz besonders, dass ich als Game-Entwicklerin mehrere Stufen von Prototyp bis Post-Produktion.
also die Regeln auf. Das kann auch bei einem Animal Crossing, Stardew Valley und Go, ein
Interviews geben darf. Jeder, der aus der Die Entwicklungskosten unserer Games betragen
Brettspiel sein. Oder beim Fangis. chinesisches Brettspiel.
Branche Interviews geben kann, ist positiv für vergleichsweise eine knappe Million Franken.
die ganze Game-Industrie, damit wir von Aussen Hoffentlich gibt’s bald mehr Fördertöpfe, ob
Haben Sie schon als Kind den Traum
wahrgenommen werden. kantonal oder national, damit die Schweiz im
gehabt Game-Designerin zu werden?
internationalen Vergleich nicht zurückbleibt.
Nein, ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen Warum Zürich und nicht Silicon Valley? Denn wir können ja aus politischen Gründen
oder hätte verstanden, um was es da geht. Aber nicht mehr an europäischen Förderprogrammen
Als ich mein Studium abgeschlossen habe, war
ich habe schon als Kind viel gezeichnet, auch teilnehmen.
es sehr schwierig einen Job als Game Designer
Comics. Bis dann Games immer interessanter
zu finden. Besonders frustrierend war, dass viele
wurden. Und ja, ich hab schon als Kind bei Brett- Hat die Schweiz eine Zukunft im
talentierte Abgänger in ein anderes Berufsfach
spielen die Regeln neu erfunden, wenn ich sie internationalen Game-Markt?
wechseln mussten. Ich möchte meinen Teil dazu
doof fand.
beitragen, die Game-Industrie in der Schweiz Ja, voll. In Zürich gibt es ein paar interessante
wo es nur geht zu fördern. Ich werde in der Studios wie zum Beispiel “Okomotive”, die mit
Hatten Sie ein Schlüsselerlebnis?
Schweiz bleiben und kämpfe für die einheimische “FAR: Lone Sails” ein tolles Game kreiert haben.
Ich habe nicht gewusst, dass man Game-Design Game-Branche, dass wir auch Unterstützung von Aber auch in Lausanne und Genf gibt es eine
studieren kann. Bis eine Freundin mir erzählt hat, der Kultur erhalten. Der kulturelle Wert unserer blühende Szene - natürlich noch lange nicht so
dass es an der ZHdK dafür einen Studiengang Arbeit kommt hoffentlich auch bald in der Politik erfolgreich wie “GIANT Software”, dem Entwickler
gibt. Da war ich etwa 14 Jahre alt. Ich ging an an. Andere Länder haben schon lange verstan- des erfolgreichsten Schweizer Spiels, dem
den Info-Tag und fand es so spannend, dass ich den, dass man Games fördern sollte. “Farming Simulator”.hwzdigital.ch most read
Jeder Unterrichtstag im MAS
Digital Business wird auf dem
BL
Blog hwzdigital.ch zusammen
gefasst. Die Studierenden
erhalten so die Möglichkeit,
Gelerntes zu reflektieren, bei
jeder Gelegenheit hervorzurufen
und mit der Öffentlichkeit zu
OG
teilen. Im folgenden Abschnitt
werden die fünf meistgelesenen
Blog-Beiträge aus dem ver
gangenen Jahr vorgestellt.
Kulturen Hacking - die Megatrends Bitcoin, Block- Instagram
kann man nicht Welt der Hüte der Zukunft chain & Krypto- vs. Snapchat
managen währungenhwzdigital.ch most read
Kulturen kann
man nicht
managen
Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit
Barbara Zenklusen berichtet Simon Bietenhader.
VON SIMON BIETENHADER
F ür viele Unternehmen
wird das heutige Business Modell künftig durch die Digitali
sierung anders aussehen. Dafür müssen Arbeitsweisen und
die Organisation der Firmen verändert und angepasst
werden. Die Unternehmen müssen dann einen kulturellen
Wandel durchlaufen. Dabei ist es essentiell, dass alle Betei
ligten im Unternehmen an einem Strick ziehen.
Um eine Unternehmenskultur zu beeinflussen, hat uns
Barbara folgende Schritte aufgezeigt. Dabei betonte sie
aber auch, dass jede Organisation anders sei und es deshalb
keinen standardisierten Cultural Change Prozess gibt.hwzdigital.ch most read
1. Unternehmenskultur
Unternehmen, die eine Transformation starten möchten, People Leadership
müssen sich erst einmal bewusst werden, wie die Kultur Wie setzen wir bei den Menschen positive Wie gelingt es uns, Sinn und Orientierung
aktuell aussieht. Durch einen simplen Fragebogen kann Energie frei und sorgen für Beteiligung? zu geben?
ermittelt werden, wie das Management die Unternehmens Wie erreichen wir, dass Menschen Wie gelingt es uns, Glaubensmodelle
kultur der Firma sieht. Dabei werden Fragen gestellt punkto begeistert sind? transparent zu machen und neue einzuüben?
tur
Regeln und Pflichten in der Firma sowie über die Mitarbeiter,
Strategie und das Businessmodell. Gemäss den Erfahrungen
von Barbara hat es noch kein Unternehmen u l
K Strukturen verfestigen
geschafft, dass alle im Management Beziehungen gestalten
dasselbe Bild der aktuellen Unter Welche Strukturen ermöglichen es uns,
Wie gestalten wir eine erfolgreiche und
nehmenskultur haben. Das ist aber auch in neue Modelle im Denken und Handeln
nachhaltige Zusammenarbeit mit den
Ordnung. Meist gibt es kein Richtig oder Falsch. Wichtig zu lernen?
verschiedenen Partnern?
ist nur, die Differenzen zu besprechen, um eine einheitliche
Realität zu bekommen. Eine gemeinsame Basis über „wo
stehen wir“ und „wohin möchten wir gemeinsam gehen“
ist die Voraussetzung einer erfolgreichen Transformation.
2. Unternehmensenergie
3. Mitarbeiter einbeziehen
In einem weiteren Schritt muss sich das Management im
Klaren sein, welche Energie im Unternehmen herrscht: Schlussendlich sollen die Mitarbeiter involviert werden.
Wie verhalten sich die Menschen in einer Organisation? Dabei ist es wichtig, dass die Angestellten nicht über
Wie werden die Entscheidungen gefällt? Die oberste Ebene Themen diskutieren, bei denen sie nicht mitbestimmen
im Unternehmen muss verstehen, welche Unterschiede können. Es wäre kontraproduktiv den Mitarbeitern vor
und Muster es gibt, dabei ist ein gemeinsames Ziel und zuspielen, dass sie mitentscheiden können und am Ende
Verständnis essentiell. trotzdem das Management alles festlegt.
Die ganze Organisation miteinbeziehen ist zu diesem
Die Organisationen lassen sich in
Zeitpunkt nicht möglich. Erst sollen einzelne freiwillige
einen der vier energetischen Zustände einordnen:
Mitarbeiter involviert werden. Für diese muss ein Gefäss
für den Dialog konzipiert werden. Diesem Gefäss sollen
hoch die folgenden Kernfragen zu Grunde liegen, welche aber
Korrosive Energie Produktive Energie als erstes vom Management beantwortet werden müssen.
Destruktive Aktivitäten mit Hohe Anpassungsfähigkeit Erst danach sind die Mitarbeiter an der Reihe – wie unter
zerstörerischen Prozessen, an externe Entwicklungen, Schritt 4 «Auswertung» beschrieben.
Machtkämpfen, Mikropolitik Enabler von internen
Energie-Intensität
Innovationen
Resignative Trägheit Angenehme Trägheit
Festhalten an
Change Müdigkeit,
alten Strategien,
organisationales Burnout,
herabgesetzte
Zynismus
Innovations- und Change
Fähigkeit
niedrig Energie-Qualität hochhwzdigital.ch most read
Hacking – die
4. Auswertung
Nachdem also das Management die Fragen beantwortet
hat, ist nun die freiwillige Mitarbeiter-Gruppe an der Reihe,
Welt der Hüte
dieselben Fragestellungen zu bearbeiten. Danach folgt
das Wichtigste: Die Antworten vom Management und die
von den Mitarbeitern zu vergleichen und auszuwerten.
Anschliessend muss das Resultat im Dialog besprochen
werden: Wo gibt es Übereinstimmungen und wo Abweichun
gen? Wie gehen wir vor?
Aus dem Unterricht des CAS Digital Risk
Auf dieser Basis kann die Umsetzung starten. Eine Möglich
keit wäre die Kultur auf zwei Ebenen zu beeinflussen:
Management mit Philipp Sieber.
1. Ebene (Emotional): Begleitung durch einen professionellen
V
Change Management Prozess
2. Ebene (Änderungen anstreben): Organisationsüber VON PATRICK EGGIMANN UND MICHAEL BURGER
greifende Plattformen erstellen wie z.B. Forum, Open-Door, or bösartigen Angriffen
Peer to Peer Learning, etc. (Hacking) aus dem Internet ist niemand geschützt. Es ist nicht
die Frage, ob man angegriffen wird, sondern wann. Diese
Schlüsselerfolge für einen Cultural Change sind: Aussage ist wohl überspitzt, doch mit genügend Zeit und
Geld kann jedes System geknackt werden.
• Reflexion der Ergebnisse und Einsicht des Managements, Wer sind denn diese Hacker überhaupt? Kurz gesagt sind
warum es Diskrepanzen bei den Resultaten gibt und was das Personen, welche in fremde Computersysteme eindringen
dazu beigetragen hat. und dort Schaden anrichten. Diese werden entweder als
• Mitarbeiter früh involvieren, um in einen offenen Dialog zu Hacker oder Cracker bezeichnet und sind in Anlehnung an
treten. Auch wenn es um strategische Entscheidungen geht, alte Western-Filme in drei Gruppen eingeteilt. Aufgrund
sollten sie miteinbezogen werden. ihrer Hautfarbe werden sie als gut (white), neutral (grey) oder
• Einen iterativen Prozess eingehen. Die aktuellen Themen böse (black) beschrieben. Die White-Hats sind damit quasi die
besprechen, regelmässig messen, wo die Mitarbeiter stehen richtigen Hacker, die im Auftrag von Firmen deren Schwach
und darauf wieder in einen Dialog treten. stellen finden, um damit deren Sicherheit zu erhöhen. Die
Grey-Hats wiederum halten sich weitgehend an die
Wann sollte eine Transformation Hackerethik, verstossen aber, um ihre persönlichen Ziele
zu erreichen, durchaus auch gegen Gesetze. In der dritten
initiiert werden?
Gruppe sind die Black-Hats, die getrieben durch kriminelle
Der beste Zeitpunkt, um mit der Transformation zu starten, Energie fremde Systeme cracken, um Schaden anzurichten.
ist, wenn es der Organisation gut geht. In einem gesunden Teilweise werden Cracker auch von Auftraggebern bezahlt,
Umfeld kann die Kultur wachsen und gedeihen, nicht aber um beispielsweise Konkurrenten zu schaden. Was tun Hacker,
in einem Scherbenhaufen. Darum müssen wir uns in den die ihre Fähigkeiten legal ausprobieren wollen? Sie registrieren
guten Zeiten überlegen, wo wir optimieren können und sich zum Beispiel beim Hacking-Lab, dem Security Portal für
mit welchen Challenges wir in nächster Zeit konfrontiert Cyber Security Professionals.
werden? Wenn wir Angst haben, machen wir zu und sind
nicht mehr kreativ. Das Hacking-Lab
Um Cultural Changes herbeizuführen, ist es wichtig zu Vor dem Tag X wurden wir gebeten, unsere Notebooks mit
verstehen, dass Kulturen nicht zu managen sind, sondern einer Virtualisierungssoftware, wie VMware oder VirtualBox
man muss sie entstehen lassen. Wir können Diskurse zu bestücken, die Live-CD zu installieren und sich im Hacking-
steuern, nicht aber eine Kultur. Lab zu registrieren. Im Hacking-Lab kann sich jeder registriertehwzdigital.ch most read
User in einer virtuellen Umgebung austoben. Eine Vielzahl
an Hacking-Tools steht gratis zur Verfügung und diese
können auch nach Herzenslust ausprobiert werden – wenn
man dann weiss, wie man sie nutzt. In dieser geschützten
Umgebung stehen verschiedene Testszenarien unterschied
licher Schwierigkeitsgrade bereit, die angegriffen werden
können – ganz ohne Risiko, etwas kaputt zu machen oder
illegal zu handeln. Das Hacking-Lab wurde 2007 gegründet
und hat bereits über 67’000 User, Tendenz steigend.
So durften wir uns selbst an einige Aufgaben heranwagen.
Dabei haben wir zum Beispiel eine passwortgeschützte
ZIP-Datei mittels Bruteforce-Attacke geknackt oder mussten
eine Datenbank mittels SQL-Injection angreifen.
Das Vorgehen ist dabei immer das gleiche und befasst
sich erstmal mit dem Sammeln von Informationen über das
Ziel. Das geschieht mithilfe von Informationsquellen:
• WHOIS
• archive.org
• Maltego
• Google
und vielen mehr…
In einem nächsten Schritt kann das anzugreifende System
mit einer passenden Software (z.B. nmap) nach offenen Türen
(Ports) gescannt werden, um einen Angriffspunkt festzulegen
und die in der Grafik aufgezeigten weiteren Schritte
auszuführen.
Footprinting Scanning DoS
Anatomy of a Hacker Attack | Source: Anti-Hacker Book
Think Time
Installation
Writing Break-in
Backdoors
Exploits
Privilege Delete evident
Steeling Data
Escalation trackshwzdigital.ch most read
Types of Hacker Attacks Welche Grundsätze gelten?
Ein potenzielles Opfer muss sich immer bewusst sein, was es
schützen will. Welche Assets sind vorhanden? Als Asset zählt
alles, was einen Wert hat. Das kann auch ein Menschenleben
sein oder die Reputation. Bei einer Firma stellt sich oft die Frage
COMPASS Security nach den sogenannten Kronjuwelen. Welche Daten in meiner
Direct Attacks Unternehmung haben den grössten Wert? Auf diese gilt es
Target Hacker den Schutz auszurichten. Daten können in verschiedener Art
Beim direkten Angriff wird das
beeinträchtigt werden. Die Informationssicherheit sollte sich
Zielnetz frontal angegriffen.
daher nach folgenden Grundsätzen richten:
ll
e wa • Confidentiality | Vertraulichkeit: Daten dürfen nur
Fir passed autorisierten Personen zugänglich gemacht werden.
blocked • Integrity | Integrität: Unautorisierte Personen dürfen Daten
nicht verändern können.
• Availability | Verfügbarkeit: Daten müssen immer
verfügbar sein.
COMPASS Security
Indirect Attacks
Man kann diese Grundsätze
Beim indirekten Angriff Hacker
und auch ihre Bedrohungen
ure
versucht der Angreifer
Alt
y
gut in einer Grafik abbilden.
alt
Target
os
era
zum Beispiel mittels Social
nti
Man nennt sie den CIA-Triangle.
Int
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Engineering an Informationen
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all Die Bedrohungen ergeben
eg
Data
Di
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n
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zu gelangen, die ein Einbruch Fir
Co
and sich aus dem Schutzziel.
Services
in das Ziel ermöglichen. Disclosure = Offenlegung,
Alteration = Veränderung und
Availability
Denial = nicht mehr verfügbar.
Denial
User
Genauso wie die technische Sicherheit sollte man die physische
Sicherheit beachten. Welche Personen haben Zutritt zum
Gebäude oder zum Rechenzentrum? Oder die Gebäudesicher
heit? Wie ist das Gebäude zum Beispiel gegen einen Einbruch
COMPASS Security gesichert?
Man-in-the-Middle-Attack
Target Hacker User Nützliche Links für Hacker
Man-in-the-Middle: Der
Angreifer steht zwischen shodan.io, ip2location.com, whois.com, archive.org, exploit-db.com
den Teilnehmern und hat
ll
die Kontrolle über den ewa Fazit
Datenverkehr. Fir Wir haben gelernt, dass Hacking sehr spannend, aber eigentlich
nicht unbedingt spektakulär ist. Eher beängstigend ist die
Tatsache, dass es für viele Angriffe vorgefertigte Skripte gibt.
Eine Möglichkeit das Risiko zu minimieren ist daher, die Damit lassen sich bekannte Schwachstellen auf Knopfdruck
Informationssysteme immer mit den aktuellsten Patches der Hersteller zu angreifen, ohne dass der Angreifer genau zu wissen braucht,
versehen und den Mitarbeitern ein Sicherheitsbewusstsein anzueignen. was er eigentlich tut.hwzdigital.ch most read
Megatrends der
Zukunft schon
heute erklärt
Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management
mit Marion Marxer berichtet Andreas Bloch.
VON ANDREAS BLOCH
H abt ihr euch auch schon
gefragt, wie sich die Welt und euer Business entwickeln
wird? Trendwatching.com versucht diese Entwicklung in
16 Megatrends zu unterteilen und diese über die Jahre
detaillierter unter die Lupe zu nehmen. Marion Marxer ihrer
seits gruppiert diese Trends nochmals in fünf Gruppen, um
ein übersichtlicheres Bild darzustellen.
Der erste Megatrend nennt sich
Youniverse bedeutet, dass wir durch Social Media immer
mehr zum Sender werden, als wie bisher nur im Empfänger
verbleiben. Wir als Einzelpersonen fühlen uns vermehrt
als Zentrum der Welt. Zu kompliziert? Ok, schauen wir uns
deshalb die drei Untergruppen detaillierter an, die im Trend
Youniverse vorkommen.
Statussucher:
Der Statussucher versucht laufend sein Image zu verbessern
und sein Umfeld auf sich aufmerksam zu machen. Der Statushwzdigital.ch most read
sucher ist selbst eine Art Brand, was im Marketing hilfreich Better Business:
sein kann. Könnt ihr euch noch an die Ice Bucket Challenge Wir suchen nach Marken, die uns bei der Konsumation ein
erinnern? Ja? Eine super Kampagne, die den Trend der gutes Gewissen geben und nicht im Hinterkopf die Arbeiter
Statussucher ausnutzte und ohne grosses Marketing-Budget aus einem Billiglohnland hängen bleiben. Ein bekanntes
weltweit bekannt wurde. Beispiel ist das Konzept „Frisch von Gestern“, welches bereits
jetzt versucht, unsere Waste-Gesellschaft zu verbessern.
Crowd Factor:
Unser Umfeld ist unsere Quelle für unser Handeln. Heute Local Love:
beginnen häufig viele grössere Entscheidungen in Unternehmen sollten möglichst aus der Region Produkte
Social Media. Beispielsweise ist „Wer kennt gute anbieten. ALDI, Migros und Coop sind nur einige Beispiele,
Reiseziele?“ inzwischen eine beliebte Frage in den die ihr Marketing auch explizit hierauf ausgerichtet haben.
sozialen Medien. Bereits 40% der 16-24 Jährigen Immerhin 60% der Kunden wünschten sich vermehrtes
nutzen Social Media für Product-Research. Firmen lokales Engagement ihrer Marken. Ein weiteres eher un
werden deshalb je länger desto mehr in Bewertungsmög bekanntes Beispiel stammt von CocaCola, welche in Pakistan
lichkeiten ihrer Produkte investieren müssen, damit sie in und Indien einen Automat mit live Screen aufstellte. Dieser
der Crowd entsprechende Sichtbarkeit haben. Automat verbindet in Indien und Pakistan Personen und
überträgt Messages live ins andere Land.
EGO-Nomics:
Der Trend Ego-Nomics geht davon aus, dass wir selbst Brand Ship:
immer mehr zu Partnern von Marken werden, davon aber profi Die Kommunikation mit den Unternehmen muss viel mehr
tieren wollen. Eine Einzelperson kann sich zukünftig in ein auf Komfort und Menschlichkeit ausgerichtet sein. Ob danach
Unternehmensmodell einklinken und ganz einfach am Erfolg mit einem ChatBot oder einem Menschen kommuniziert wird,
teilhaben. Das bekannteste Beispiel hierfür dürfte Airbnb sein. ist jedoch weniger wichtig. 78% der Kunden bleiben gemäss
In einer ersten Gruppenarbeit versuchen die Tischgruppen einer Umfrage ihrer Lieblingsmarke treu und wechseln nicht.
die aktuellen Trends auf das eigene Unternehmen anzuwen Ein super, aber eher unbekanntes, Beispiel ist von Blackman
den. Da noch früh morgens, waren die Ideen noch nicht sehr Hotel. Dieses sagt dem Gast direkt, dass er das Zimmer länger
zahlreich vorhanden. Dennoch kamen einige gute Gedanken brauchen kann, falls sie es selbst nicht benötigen. Mit dem
zusammen. Kunden wird somit ein direkter Bezug aufgebaut und er
Die SBB könnte sich beispielsweise mehr mit dem Image wird später sicherlich wieder an diese Hotelkette denken.
Ökologie beschäftigen, sodass Statussucher die SBB mehr Auch hier gab es wieder eine Gruppenarbeit. Dieser
pushen. Oder wie wäre es mit einem guten Umsteigesupport Megatrend aufs eigene Unternehmen anzuwenden war nicht
an überfüllten Bahnhöfen, sodass die Crowd danach über ganz so einfach. Dennoch gab es einige gute Inputs, wie
die tolle Reise mit der SBB spricht? Postfinance ihrerseits zum Beispiel Blacksocks die immer mehr zu Bio / Fairtrade
könnte zudem eine Plattform zur Verfügung stellen, auf der tendieren und somit das Better Business fördern möchten.
Ego-Nomics in Start-Ups investieren können.
Danach folgte eine sehr beliebte Folie (Pause…) und ein
Der zweite behandelte Megatrend trägt guter Kaffee im Radix Café direkt gegenüber.
den vielversprechenden Namen
Nach der Pause ging es weiter mit dem
dritten Megatrend, dem
Zwischen B2C und B2B findet immer öfters digitale
Kommunikation statt. Kunden suchen deshalb auch wieder
vermehrt nach menschlichen Unternehmen. Für mich Betterment soll die Selbstoptimierung darstellen. Die Selbst
sehr theoretisch, deshalb auch gleich der Versuch mit den optimierung macht den Weg von Statussymbolen zu „sich
Detail-Trends mehr ausführen zu können. selbst ins richtige Licht rücken“.hwzdigital.ch most read
So, langsam geht’s in Richtung Mittag, aber noch sind zwei
Helpfull: Megatrends unerwähnt.
Wir suchen nach Marken und Unternehmen, die uns helfen
unseren Tag besser zu strukturieren und nicht das Problem Der nächste
eines ineffizienten Tages sind. Bereits 60% haben Unternehmen nennt sich
gewählt, die ihnen helfen ihren Tag zu vereinfachen. Nivea
hat diesbezüglich beispielsweise eine gute Kampagne
gestartet, bei der sie ein Schnellladegerät in ihre Plakate
und Inserate integrierten und damit einen Mehrwert stiften Wir werden mit immer mehr Informationen geflutet, wollen
konnten. aber nur noch für uns relevante Informationen haben.
Joyning: nowism:
Communities, die uns helfen unsere Genüsse (z.B. Ferien, Die Relevanz muss sich im Hier und Jetzt zeigen. 50% der
Essen, usw.) oder Produkte mit Gleichgesinnten zu teilen. befragten Personen in 2016 sagten, dass sie einen Grossteil
Unser Social Media Verhalten wird somit immer spezifischer ihrer Privatsphäre aufgeben würden, falls sie dafür für den
und nicht mehr allgemein ein Sharen von Informationen jetzigen Zeitpunkt eine relevante Information oder Werbung
und Produkten mit allen Personen. 51% der 16-34 jährigen erhalten würden. Tinder ist ein Beispiel einer solchen hier
meinen bereits heute, es sei sinnvoller mit spezifischen und jetzt Lösung, die das klassische Partnersuch-Business
Gruppen zu teilen, als alles für sich zu behalten. aufbrach und sich mehr um „wer ist gerade hier und hat
Zeit“ kümmert.
Egostalking:
Wir messen uns immer mehr selbst und versuchen uns ubitech:
mit anderen Personen zu vergleichen. Fitnessapps basieren Omnipräsenz der Technologie wird immer mehr
auf diesem Prinzip und ermöglichen uns ein Egostalking. gewünscht, um das Hier und Jetzt mit aktuellen
33% der amerikanischen Bevölkerung benutzen Daten aufzubessern. Verschiedenste Augmented
mobile Gesundheits-Apps bereits jetzt. Diese Zahl Reality Unternehmen setzen hier bereits darauf.
konnte alleine in den letzten zwei Jahren verdoppelt 90% der US Bevölkerung kann heute keinen ein
werden. Habt ihr gewusst, dass es bereits einen Club gibt, stündigen Spaziergang mehr unternehmen, ohne ihr
bei dem du als Mann deinen Autoschlüssel am Eingang Mobiltelefon zu überprüfen. In Shanghai gibt es beispiels
abgibst, dafür einen RFID-Chip erhältst und sie dir beim weise Essensstäbchen, die dich auf allfällige Giftstoffe
Ausgang deinen genauen Alkoholgehalt anhand deiner im Essen hinweisen.
Toiletten-Besuche mitteilen können? Nein? Naja, geht mir
genauso… Aber spannend, was es bereits gibt. playful:
Wie bei den vorherigen Megatrends kam auch hier Wir brauchen immer mehr Dinge, die unser Leben spannen
wieder die Frage auf, wie diese Trends auf unsere Unterneh der machen und die Routine unseres Alltags aufbrechen
men anzuwenden sein könnten. Wie wäre es beispielsweise können. 30% wünschen sich eine proaktivere Rolle von
mit Ausbildungsangeboten für Gleichgesinnte zum Thema Unternehmen in ihrem Alltag. Das olympische Komitee von
Pensionierung, um damit den Trend Joyning zu unterstützen? Russland machte sich das zu Nutzen und installierte Ticket
Oder wie könnte eine Bank am Ende des jeweiligen Jahres automaten in den U-Bahn Stationen, bei denen gratis Tickets
den Kunden effektiver darauf hinweisen, wie er Ende Jahr ausgegeben wurden, falls eine bestimmte Anzahl Sit-Up’s
seine 3a Konten richtig auffüllt und damit einen helfenden gemacht werden konnten.
Beitrag leisten? Die Verwendung der Fitness- und Gesund
heitsdaten für Versicherungen hat eine ziemliche Diskussion Auch kurz vor dem Mittag folgte wiederum eine
ausgelöst. Ist das noch ethisch vertretbar und entspricht das Gruppenarbeit. Weiterhin wurde erstaunlich gut diskutiert
noch dem Gedanken einer Versicherung, oder nicht mehr? und gearbeitet.hwzdigital.ch most read
Bitcoin, Block-
Danach folgte der letzte Megatrend Cluster
chain und Krypto-
Dinge verändern sich laufend und neue Strukturen und
Märkte entstehen.
Powershift:
währungen
Die Kräfteverhältnisse von Märkten und Personen verschieben
sich. In China wird beispielsweise jeder 5. Tag eine neue
Person zum Billionär.
New Normal:
Die Lebenssituationen von früher sind heute nicht mehr Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit
zwingend aktuell. Gleichgeschlechtliche Ehen, Patchwork-
Familien und kinderlose Ehen werden immer häufiger und Dr. Fabian Schär berichtet Roman Wey.
auch akzeptierter. 50% der 18-24 jährigen Briten bezeichnen
sich nicht mehr als heterosexuell. Modamily hat für kinder
lose Paare bereits heute eine Plattform zum Austausch unter
Gleichgesinnten im Einsatz und den Bedarf früh erkannt.
rethinking Media:
Medien sind heute nicht mehr wie früher. Medien müssen
heutzutage einen Wert generieren, damit sie beachtet
werden. Plakate mussten früher einige Wochen vor „go-live“
gedruckt und aufgehängt werden. Heute können Plakate
bereits interaktiv mit dem Betrachter kommunizieren.
Die letzte Gruppenarbeit des Morgens steht an. Noch
ein letztes Mal sollte der Trendcluster auf dem eigenen
Unternehmen angewendet werden.
VON ROMAN WEY
S chon war es soweit...
Das Semester ging extrem schnell vorbei und dann war er
Vor dem Mittag stellt sich somit nur noch die Frage, in da: Der letzte Schultag. Für den Abschlusstag organisierte
welchen Trends wir in Zukunft was erwarten dürfen. Diese Ralph Hutter einen Überraschungsreferenten, dazu
Frage möchte ich gerne dem geneigten Leser selbst stellen aber später mehr.
und schliesse hiermit den morgendlichen Block ab. Am letzten Schultag standen die Themen Bitcoins, Block
chain und Kryptoassets auf dem Stundenplan. Wir waren
alle sehr gespannt auf diese Themen. Ein Teil unserer Klasse
kam privat bereits selber in Kontakt mit Bitcoins und Block
chain. Ein paar Kolleginnen und Kollegen sind deshalb stolze
Besitzer eines Wallets mit diversen Kryptowährungen und
kleinen Anteilen von Bitcoins.
Die ursprüngliche Idee der Kryptowährung war „A purely
peer-to-peer version of electronic cash would allow online
payments to be sent directly from one party to another
without going through a financial institute.“ – Satoshi
Nakamoto.hwzdigital.ch most read
Eine einfache Bargeldzahlung
Gut oder Dienstleistung
Käufer Verkäufer
Token of Value (Bargeld)
• Bilateraler Austausch „Peer-to-peer“
• Gleichzeitiger Austausch (Immediate Settlement)
• Nur von Angesicht zu Angesicht möglich (POS)
• Hohe Transaktionskosten und Einschränkungen
• Bedingt eine gewisse Fälschungssicherheit des Tokens
Digitales „Bargeld“ – ein naiver Versuch
Gut oder Dienstleistung
Käufer Verkäufer
Token of Value (digital)
• Beliebige Anzahl Kopien möglich
• Möglichkeit sogenannter „Double Spends“
Doch wie können «Double-Spends» verhindert werden
ohne den Austausch eines fälschungssicheren, physischen
Tokens und ohne eine zentrale Instanz als Mittelmann?
Dank Bitcoin wurde dieses Problem gelöst. Das kommen
de Beispiel mit den Bewohnern der Insel Yap soll dies
aufzeigen.
Die Mühlesteine von Yap (Rai)
Die Bewohner der Insel Yap nutzen bis zu fünf Tonnen schwere
Steine als offizielles Zahlungsmittel. Diese Steinräder (Rai)
haben unterschiedlich grosse Durchmesser und ein Loch in
der Mitte, um diese mit Hilfe von Stangen transportieren und
austauschen zu können. Schnell wurde den Inselbewohnern
bewusst, dass der Transport dieser Steine sehr umständlich ist.
So kamen sie auf die Idee, dass bei einem Tauschgeschäft der
Stein nicht physisch von einem Inselbewohner zum anderen
Inselbewohner wechseln muss, sondern es bereits ausreicht,
wenn jeder weiss, dass der Stein nun einen neuen EigentümerSie können auch lesen