Spenden in Zeiten von Corona - Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche

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Spenden in Zeiten von Corona - Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Nummer 23
5. bis 18. Dezember 2020

                           Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau

Spenden
in Zeiten von Corona
Spenden in Zeiten von Corona - Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Editorial
    …                                                                       Inhalt

                                                                       3+4       Kirche Schweiz: Ein Herz für andere auch in der Krise
                                                                                 Wie die Spenden in Zeiten von Corona flossen

                                                                       5         Thurgau: Worte für die Seele
                                                                                 Kreatives Schreibprojekt im Gefängnis und in der Psychiatrie

                              Detlef Kissner

                                                                                                                                                Bild: Judith Keller
Es gibt Begegnungen, die man nicht so schnell ver-
gisst. Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich im
Sommer 2010 zu meinem Bewerbungsgespräch für die
Redaktionsstelle bei forumKirche fuhr. Ich hatte mir
den einfachsten Anfahrtsweg herausgesucht und mich
gut auf alles vorbereitet – dachte ich. Das Schild vor
der Autobahnauffahrt signalisierte mir etwas Anderes.
Ich hatte vergessen, dass man in der Schweiz ja eine
Vignette benötigt. Da ich zeitlich knapp dran war, wollte
ich mir keinen neuen Weg heraussuchen, nahm ein kur-                   6         Schaffhausen: Madonna erstrahlt im neuen Glanz
zes Stück auf der Autobahn, um dann über die Lands-                              Über die Restauration eines Cranach-Gemäldes
trasse Weinfelden zu erreichen. Dort angekommen hol-
te mich eine weitere Unachtsamkeit ein: Ich hatte kein                 7         Thurgau: Neues kirchliches Notverordnungsrecht
Schweizer Geld für die Parkgebühren dabei. «Wenn das                             Katholische Synode des Kantons Thurgau
so weitergeht, dann…», schoss es mir durch den Kopf.
Mit klopfendem Herzen fragte ich einen Mann, der ge-                   8         Gedankenimpuls von Václav Havel
rade vorbeikam, ob er mir einen Franken wechseln
                                                                                                                             TUELLEN
könnte. Er lächelte, öffnete sein Portemonnaie und                                                                   D DER AK
reichte mir einen Franken. Als ich ihm einen Euro zu-                                                       AUFGRUN TE DIE WEBSEITEN
                                                                                                                    BIT
rückgeben wollte, wiegelte er ab: «Nein, nein, das ist
                                                                       PFARREIMITTEILUNGEN                SITUATION REIEN BEACHTEN!
                                                                                                             DER PFAR
schon gut so», verabschiedete sich und setzte seinen
Weg fort. Ich blieb verdattert zurück, verpasste fast,                 9         Den Glauben feiern:
ihm ein Dankeschön hinterherzurufen. Ich weiss noch                              Gottesdienste und Gedanken zum Sonntag
gut, wie froh ich danach war. Die ganze Anspannung
fiel von mir. Dieser Franken war für mich mehr als ein                 10        Kirche Schweiz: Entscheidet nun der Papst?
Franken. Er war für mich ein Signal des Wohlwollens:                             Wie Chur zu seinem Bischof kommen könnte
Hier meint man es gut mit Dir. So konnte ich guten
Mutes in mein Vorstellungsgespräch gehen.                              10+11 Kirche ohne Grenzen: «Mein Wunsch war es,
                                                                             dem himmlischen Vater zu dienen»
Bis heute muss ich an diese Begegnung denken. Wenn                           Ein Pfarrerwechsel in der Albanischen Mission Thurgau
ich an dem Parkplatz vorbeigehe, kommt es vor, dass
mir ein Lächeln übers Gesicht huscht. Wie wichtig doch

                                                                                                                                                Bild: Detlef Kissner
so ein kleines Zeichen sein kann. Es gibt sicherlich
mehrere davon in unserem Alltag – aber wir übersehen
sie oft. Die Erinnerung an diese Begebenheit spornt
mich an, selber achtsam dafür zu sein, mit einer
kleinen Geste Licht in das Leben anderer Menschen
zu bringen – mit einem Gruss, einem Lächeln, einem
offenen Ohr, einer helfenden Hand, etwas Wohlwollen,
Grosszügigkeit… Sie macht mir auch Mut, immer wie-
der für eine gute Sache zu spenden, auch wenn dieser
Beitrag angesichts der grossen Nöte in der Welt zu
verdunsten scheint. Vielleicht ist er ja für irgend-
jemand der eine Franken, der ihn aufrichtet.                           12        Thurgau: Weihnachten mit allen Sinnen
                                                                                 Neuer Krippenweg in Weinfelden
Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit mit
ermutigenden und wärmenden Erlebnissen.                                12        News

                                                                       13        Aus dem Bistum · Thurgau · Inserat

                                                                       14+15 Tipps aus der Redaktion: Veranstaltungen und Medien

Titelbild: Ein Spendenkörbchen in der Kirche St. Ulrich, Kreuzlingen   16        Cartoon & Zum Schluss
Bild: Detlef Kissner

2   forumKirche | 23-2020
Spenden in Zeiten von Corona - Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Kirche Schweiz

Ein Herz für andere auch in der Krise
Wie die Spenden in Zeiten von Corona flossen
                                                                                                                              TGEISCTHICEHLTE

                                                                                                                                                      Bild: © Fastenopfer
Die Kirchen in der Schweiz engagieren
sich in vielfältiger Weise für Menschen in
Not. Diese Hilfe wird vor allem durch
Kollekten in Gottesdiensten, Sammel-
aktionen und Einzelspenden ermöglicht.
Wie haben sich diese Finanzierungs-
quellen während der Pandemie und ihrer
Einschränkungen entwickelt? Können die
Hilfen aufrechterhalten werden? forum-
Kirche fragte bei der Pfarrei Weinfelden
und verschiedenen katholischen Hilfs-
werken nach.

Von Mitte März bis Ende Mai wurden Ge-
meindegottesdienste in den Kirchen unter-
sagt, danach konnten sie nur mit einer ein-
geschränkten Zahl an Gläubigen gefeiert
werden. Diese Massnahmen dürften auch
die sonntäglichen Kollekten geschmälert
haben, mit deren Erträgen soziale Hilfen       Die von Fastenopfer initiierten Solidaritätsgruppen in Senegal unterstützen Menschen mit
und Projekte finanziert werden – sollte man    Seife und Javelwasser.
meinen. Die Pfarrei Weinfelden scheint da-
von nur in einem geringen Masse betroffen      verschenkt – gut für die PR, aber schlecht        enge Zusammenarbeit in einer Allianz ver-
zu sein. «Die Kollekteneinnahmen sind im       für den Ertrag.                                   schiedener Organisationen mit dem
Vergleich zum Vorjahr nur moderat zurück-      Die Pfarreien riefen daraufhin ihre Gläubi-       Schwerpunkt «Recht auf Nahrung». Das
gegangen», sagt Gemeindeleiter Armin Ruf,      gen auf, per Einzahlung zu spenden. «Wir          Hilfswerk rechnet fest mit diesen Mitteln,
«dafür sind aber die Spenden in der Anto-      haben grosse Solidarität erlebt. Das hat          deren offizielle Bewilligung steht allerdings
niuskasse und das Kerzengeld gestiegen.»       uns sehr gefreut», sagt Dörnenburg. Aber          noch aus. Ausserdem versucht Fasten-
Ausserdem haben sich die Vereine der           das Spendenergebnis der Vorjahre konnte           opfer, sich neue Quellen zu erschliessen.
Pfarrei wie die Katholische Arbeiterbewe-      damit nicht erreicht werden. Man produzier-       Zum einen möchte es sich die eigene
gung (KAB), Kolping oder der Vinzenzverein     te noch einen Kurzfilm mit dem Kampag-            Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit z. B.
sehr grosszügig gezeigt, wenn es darum         nengast, der im Internet etwa 1’200 Mal           zu den Themen «Klimawandel» und «nach-
ging, Not zu lindern.                          angeschaut wurde. Der konnte jedoch die           haltiger Lebensstil» durch Sponsoren finan-
Am deutlichsten schrumpfte die Kollekte        unmittelbare Kommunikation vor Ort, mit           zieren lassen. Zum anderen sollen die
für Fastenopfer, nämlich um ein Drittel.       der Projekte vorgestellt und Emotionen an-        bestehenden Fundraising-Instrumente über-
Dafür nahmen aber die privaten Spenden         gesprochen werden können, nicht ersetzen.         prüft und optimiert werden.
aus dem Pfarreigebiet deutlich zu, was dem     Auch zusätzliche Solidaritätsbeiträge ein-
Hilfswerk unter dem Strich ein Plus von        zelner Kirchgemeinden stopften das ent-           Ausbau der Webseite
etwa 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr          standene Loch nicht. «Bis Ende Jahr wer-          Da die Pandemie mit ihren Folgen noch
einbrachte. Dass die Pfarrei Weinfelden        den bei den Pfarreikollekten gegenüber            nicht ausgestanden ist, machen sich die
hier eine positive Ausnahme darstellt,         dem Budget etwa zwei Millionen Franken            Verantwortlichen von Fastenopfer schon
zeigt der Einblick in die Entwicklungen bei    fehlen», schätzt Dörnenburg.                      Gedanken zur nächsten Ökumenischen
Fastenopfer.                                                                                     Kampagne. «Es geht darum, wie wir Men-
                                               Ausgaben angepasst                                schen auf anderen Wegen erreichen können
Einbussen trotz grosser Solidarität            Trotz dieses Einbruchs möchte Fastenopfer         als über das traditionelle Fasten-Säckli»,
Fastenzeit ohne Ökumenische Kampagne           im Moment alle laufenden Entwicklungs-            sagt Matthias Dörnenburg, «Wir werden
ist kaum denkbar. Sie prägt mit ihren Aktio-   programme aufrechterhalten. Zum einen             eine Austauschplattform für gute Ideen auf
nen vielerorts das Pfarreileben und endet      greift das Hilfswerk behutsam auf Reser-          der Website einführen und generell zu-
mit der Kollekte des Fastenopfer-Säcklis in    ven zurück, zum anderen hat es Mitte des          sätzliche digitale Möglichkeiten anbieten.»
der Karwoche. Doch dieses Jahr kam es          Jahres die budgetierten Ausgaben bei Pro-         Auch wenn die Pandemie das Hilfswerk
anders: Am dritten Fastensonntag fuhr der      jekten und Kommunikationsmassnahmen               dieses Jahr sehr herausgefordert hat, kann
Lockdown dazwischen. «Die Suppentage,          um ca. eine Million Franken reduziert.            Matthias Dörnenburg auch Lichtblicke ent-
grosse Sammelaktionen und die Rosenak-         Spenden sind allerdings nur ein Standbein         decken: «Die von uns in den Projektländern
tion mussten überall abgesagt werden» be-      bei der Finanzierung der Programme von            aufgebauten Solidaritätsgruppen haben
richtet Matthias Dörnenburg, Leiter Bereich    Fastenopfer. Ebenso wichtig sind die Bei-         sehr gut funktioniert. Sie haben verhindert,
Kommunikation von Fastenopfer. Die             träge der Direktion für Entwicklung und           dass viele Menschen, die durch die Corona-
Rosen, die schon unterwegs waren, wurden       Zusammenarbeit (DEZA). Neu ist dabei die                                 (Fortsetzung nächste Seite)

                                                                                                                     forumKirche | 23-2020       3
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Kirche Schweiz

                                                                                                    Bild: © Carmen Yahchouchi/Fairpicture/Caritas
                                                                                                                                                    kriegsland Syrien oder die Bewohner*innen
                                                                                                                                                    von Beirut nach der grossen Bombenex-
                                                                                                                                                    plosion im August. Ursache für die höhere
                                                                                                                                                    Freigiebigkeit könnten nach Stefan Gribi die
                                                                                                                                                    momentane Pandemie und ihre Folgen
                                                                                                                                                    sein: «Krisen schärfen das Bewusstsein da-
                                                                                                                                                    für, dass es andere Menschen gibt, denen
                                                                                                                                                    es wesentlich schlechter geht. Das erhöht
                                                                                                                                                    auch die grundsätzliche Bereitschaft, sich
                                                                                                                                                    mit Spenden zu engagieren, selbst dann,
                                                                                                                                                    wenn die wirtschaftlichen Perspektiven
                                                                                                                                                    ungewiss sind.»
                                                                                                                                                    Rückläufig waren die Mittel aus den Kollek-
                                                                                                                                                    ten der Pfarreien. Diese machen allerdings
                                                                                                                                                    nur etwa 5 bis 10 Prozent des gesamten
                                                                                                                                                    Spendenaufkommens von Caritas Schweiz
                                                                                                                                                    aus. Im Gegenzug konnten mehr Spenden
Nach der grossen Explosion in Beirut unterstützt Caritas Menschen dabei, ihre Unterkünfte vor dem                                                   über die Webseite der Caritas verzeichnet
Wintereinbruch zu reparieren.                                                                                                                       werden.

(Fortsetzung von Seite 3)                         Kindern aus einer Klasse oder einer Fami-                                                         Grosse Solidarität
Einschränkungen ihren Lebensunterhalt ver-        lie zusammenstellt. Er hofft, dass die                                                            Auch auf regionaler Ebene konnte eine
loren hatten, noch tiefer in die Armut abge-      Aktion trotz Einschränkungen an vielen                                                            grosse Hilfsbereitschaft festgestellt wer-
rutscht sind.» Er hofft, dass Fastenopfer sei-    Orten stattfindet: «Jetzt ist gerade Solida-                                                      den. Caritas Thurgau erhielt von Bäckereien,
ne Programme in vollem Umfang fortsetzen          rität gefragt.» Ausserdem würde das die                                                           Supermärkten und den Tafelorganisationen
kann und dafür von vielen engagierten Pfar-       Weiterführung dieser Tradition im nächsten                                                        Lebensmittel, die sie von April bis Juli an
reien und deren Mitgliedern Unterstützung         Jahr erheblich erleichtern.                                                                       Bedürftige weitergeben konnten (forum-
erfährt – gerade jetzt in der Adventszeit.                                                                                                          Kirche berichtete darüber in Heft 11/20).
                                                  Mehr Online-Spenden                                                                               Für unbürokratische, finanzielle Soforthilfen
Sternsinger zeigen sich kreativ                   Etwa 55 Prozent der Spenden für Missio                                                            in der Corona-Zeit standen Mittel der Glücks-
Die jährliche Sternsingeraktion ist wohl das      kommen aus Kollekten, die in den Schwei-                                                          kette, welche über die Caritas Schweiz ver-
bekannteste Projekt von Missio, dem inter-        zer Pfarreien durchgeführt werden. Eine                                                           teilt wurden, Spenden von Kirchgemeinden
nationalen Missionswerk. In der Schweiz           wichtige Kollekte im Kirchenjahr ist die im                                                       und von Einzelpersonen zur Verfügung.
gewann diese Aktion zunehmend an Bedeu-           Oktober, dem Monat der Weltmission. Auf-                                                          Ausserdem konnten über Caritas St. Gallen
tung, was sich auch in den stetig steigen-        grund der limitierten Zahl an Gottesdienst-                                                       Gesuche beim Verein Ostschweizer helfen
den Sammelergebnissen zeigte. Die Mäd-            besucher*innen wird sie dieses Mal das                                                            Ostschweizern eingereicht werden. «Damit
chen und Jungen, die als Sternsinger von          Niveau der Vorjahre nicht erreichen. «Erste                                                       konnten wir Menschen helfen, die durch die
Haus zu Haus zogen, sammelten 2020 die            Zahlen lassen vermuten, dass das Ergeb-                                                           Einschränkungen in eine Notlage gekom-
Rekordsumme von 1,65 Mio. Franken, die            nis um etwa 25 Prozent geringer ausfällt                                                          men waren oder deren Armut sich dadurch
40 Kinderprojekten im Libanon und weite-          als sonst», sagt Martin Brunner. Der Rück-                                                        noch verschärft hat», sagt Judith Meier
ren in der ganzen Welt zugutekommt. Für           lauf auf Sammelbriefe sei hingegen nahezu                                                         Inhelder, Leiterin der Caritas Thurgau. Von
Martin Brunner-Artho, Direktor von Missio         unverändert gewesen. Die Spendenmög-                                                              den Corona-Spenden seien nun mehr als
Schweiz, zählt allerdings nicht nur das           lichkeit über die Webseite sei seit dem                                                           die Hälfte ausgegeben worden, der Rest
finanzielle Ergebnis: «Wichtig ist auch, dass     Frühjahr sogar deutlich mehr genutzt                                                              werde in den nächsten Monaten sicherlich
sich da Kinder und Jugendliche für Gleich-        worden als bisher.                                                                                noch benötigt.
altrige engagieren und mit ihren Besuchen                                                                                                           Darüber hinaus kann Caritas Thurgau nach
vielen Menschen eine Freude bereiten.» Im         Mehr Mittel für In- und Ausland                                                                   dem dritten Quartal auch einen Zuwachs bei
Blick auf die Sternsingeraktion im kommen-        Für Caritas Schweiz war es ein gutes Spen-                                                        den Einzelspenden ohne Zweckbindung (et-
den Januar wagt er keine Prognose. Man            denjahr. «Es zeichnet sich ab, dass das Er-                                                       wa plus 20 Prozent) und bei den Kollekten-
sei mit den Verantwortlichen vor Ort über         gebnis höher ausfällt als im Vorjahr», sagt                                                       geldern aus den Thurgauer Pfarreien (etwa
Telefon und Zoom-Konferenzen in Kontakt           Stefan Gribi, Leiter der Abteilung Kommuni-                                                       plus 30 Prozent) im Vergleich zum Vorjahres-
und habe viele Ideen zusammengetragen,            kation. Es seien sowohl für nationale als                                                         zeitraum verzeichnen. Judith Meier freut
wie man die Aktion unter Einhaltung aller         auch internationale Projekte mehr Zuwen-                                                          sich, dass sie durch diese grosse Solidarität
Schutzmassnahmen dennoch durchführen              dungen eingegangen als sonst. Diese wur-                                                          Möglichkeiten bekommt, Menschen in unter-
könne, z. B. indem man die Lieder über ei-        den vor allem für Menschen gegeben, die                                                           schiedlichen Notlagen zu unterstützen.
ne Musikbox abspielt oder nur Gedichte            von der Corona-Krise besonders betroffen
aufsagt, indem man kleinere Gruppen mit           sind, sowie für Notleidende im Bürger-                                                                                          Detlef Kissner

4   forumKirche | 23-2020
Spenden in Zeiten von Corona - Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau - forumKirche
Thurgau

            Worte für die Seele
            Kreatives Schreibprojekt im Gefängnis und in der Psychiatrie

                                                                                                                                                                    Bild: zVg
            Häftlinge im Gefängnis Frauenfeld und           de sind zur Teilnahme an der Schreibwerk-
            Patient*innen im Psychiatriezentrum             statt eingeladen worden. Für alle Interes-
            Schaffhausen werden zu einer Schreib-           sierten hat Matthias Loretan eine Auswahl
            werkstatt eingeladen. In der Corona-ein-        an Versen, Psalmen und Suren zusammen-
            geschränkten Weihnachtszeit können die          gestellt, die etwas mit Weihnachten zu tun
            Beteiligten so zu innerer Sammlung fin-         haben. Daraus können die Teilnehmenden
            den. Initiiert wurde die Idee von Matthias      ihre bevorzugte Passage in der christlichen
            Loretan, der als Seelsorger in beiden Ein-      und der hebräischen Bibel sowie dem
            richtungen wirkt und sich vom St. Galler        Koran aussuchen – auch aus Gedichten
            Projekt «Corona-Bibel» inspirieren liess.       und Erzählungen kann ausgewählt werden.
                                                            Eine Breite, die überdies die religiöse Viel-
            Da Advent und Weihnachten in diesem             falt widerspiegeln soll. «Im Strafvollzug gibt
            Jahr mitten in die zweite Welle der Corona-     es auch Gefangene mit muslimischem
            Pandemie fallen, müssen auch Gefängnis-         Migrationshintergrund, die sich an den reli-
            insassen und Psychiatriepatient*innen mit       giösen Andachten und Gesprächsrunden
            verschärften Massnahmen und einge-              beteiligen. Dabei kommt es immer wieder
            schränkten Besuchszeiten rechnen. Aus           zu einem für beide Seiten erhellenden
            diesem Grund wollte Matthias Loretan,           interreligiösen Dialog, beispielsweise darü-
            der als Seelsorger im Psychiatriezentrum        ber, was mit dem Titel ‹Sohn Gottes› ge-          Erste Zeichnungen und Textfassungen für das
            Breitenau in Schaffhausen und im Kanto-         meint sein könnte», so Matthias Loretan.          Projekt «Mit Hand und Herz» liegen bereits vor.
            nalgefängnis Frauenfeld tätig ist, den Blick    «Der Sinn der Rede von der Menschwer-             Hier: Das Bild einer Patientin.
            bewusst auf etwas Anderes richten. «Wie         dung Gottes meint wohl, dass Gott sich für
            Weihnachten dieses Jahr im Gefängnis und        die Belange der Menschen interessiert.
            in der Psychiatrie stattfinden wird, beschäf-   Und dass das Ziel der Geschichte Gottes           Projekt weiterdenken
            tigt die Menschen dort, unabhängig von          mit den Menschen sein könnte, dass alle           Derzeit beteiligen sich in Frauenfeld 15
            Konfession und Religion. Als kreatives und      sich als Söhne und Töchter Gottes verste-         Gefangene an der Schreibwerkstatt. Gut
            meditatives Zeichen gegen den Corona-           hen, dieses Vertrauen aber je in andere           die Hälfte der Mitwirkenden wurde dabei
            Blues laden wir die Beteiligten ein, eine       religiöse Bilder und Begriffe fassen», führt      von den Insassen selbst rekrutiert. Sobald
            einzigartige Weihnachtsbotschaft mit per-       Matthias Loretan aus. Um diese Reichhal-          jemand eine entsprechende Stelle für sich
            sönlicher Handschrift zu gestalten, weshalb     tigkeit zu fördern, war es dem Seelsorger         gefunden hat, wird der Text auf einem Blatt
            wir das Projekt auch ‹Mit Hand und Herz›        deshalb wichtig, «eine Fülle von Legenden         mit der persönlichen Handschrift nieder-
            genannt haben», erklärt Matthias Loretan,       und Zeugnissen vorzuschlagen, aus denen           geschrieben, was zu einem meditativen
            der zusammen mit Kooperationspartner*in-        die Beteiligten einen Text auslesen, der sie      Erfassen des Textes führen könne, sagt
            nen in den beiden Einrichtungen die Idee        besonders berührt», sagt Matthias Loretan.        der Seelsorger. Auf der gegenüberliegen-
            entwickelt hat.                                 So komme es vor, dass bestimmte Texte             den Seite können die Schreiber*innen die
                                                            mehrmals gewählt wurden und andere                ausgewählte Textpassage kommentieren,
            Interreligiöser Dialog                          gar nicht. Eine Dopplung sei aber nicht           bebildern oder ihre Erfahrungen damit
            Nicht nur Gefangene und Patient*innen,          schlimm, denn die individuelle Gestaltung         schildern. Nach dem Vorbild der Corona-
            sondern auch Betreuer*innen und Pflegen-        mache den Unterschied.                            Bibel (forumKirche 10/20), von der sich
                                                                                                              Loretan anregen liess – werden die losen
Bild: zVg

                                                                                   Die St. Galler Corona-     Blätter kopiert, gebunden und an die Mit-
                                                                                   Bibel (www.corona-         wirkenden abgegeben, die sie dann an
                                                                                   bibel.ch) diente als       ihre Angehörigen verschenken können.
                                                                                   Inspirationsquelle.        Matthias Loretan wünscht sich, dass das
                                                                                   Hier der Einband, der      Projekt «Mit Hand und Herz» auch an ande-
                                                                                   von Künstler*innen         ren Orten möglich sein kann. «Wir haben
                                                                                   gestaltet wurde. Mit       die ausgearbeiteten Projektunterlagen an-
                                                                                   «LichtZeichen» wird        deren Seelsorgenden zukommen lassen,
                                                                                   den Nutzer*innen der       damit sie diese verwenden und weiterent-
                                                                                   Homepage für jeden         wickeln können. Zuerst natürlich den Ge-
                                                                                   Tag im Advent ein          fängnis- und den Psychiatrieseelsorgern,
                                                                                   Kapitel zur Lektüre und    aber auch Verantwortlichen in der Erwach-
                                                                                   Inspiration vorgestellt.   senenbildung, in der Arbeit mit Senioren
                                                                                                              und Jugendlichen sowie in Frauengemein-
                                                                                                              schaften», erklärt Matthias Loretan.

                                                                                                                                                Sarah Stutte

                                                                                                                                  forumKirche | 23-2020         5
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Schaffhausen

Madonna erstrahlt im neuen Glanz
Über die Restauration eines Cranach-Gemäldes

                                                                                                Bild: Judith Keller
                                                                                                                      Stadtgewimmel auf der Vordergasse
                                                                                                                      kommt sie wieder ins Diesseits zurück.

                                                                                                                      «Reformatorisches» Andachtsbild
                                                                                                                      Während der Reformationszeit hatte der
                                                                                                                      bedeutende Künstler Lucas Cranach der
                                                                                                                      Ältere sowohl Altgläubige als auch Refor-
                                                                                                                      mierte, wie seinen Freund Martin Luther,
                                                                                                                      als Auftraggeber gehabt. Auch das Schaff-
                                                                                                                      hauser Andachtsbild ist vom reformatori-
                                                                                                                      schen Einfluss geprägt. Während Maria
                                                                                                                      und das Jesuskind den Betrachter an-
                                                                                                                      blicken, führt der Knabe eine Traubenbeere
                                                                                                                      zum Mund, daher der volkstümliche Titel
                                                                                                                      «Trauben-Madonna». «Der Blick von Mutter
                                                                                                                      und Kind zeigt die menschliche Seite die-
                                                                                                                      ser Heiligen», erklärt der Schaffhauser
                                                                                                                      Kurator Andreas Rüfenacht. «Die Heiligen
                                                                                                                      sind weiterhin Vorbilder.» Ein weiterer Glau-
                                                                                                                      benswandel könnte die rötliche Farbspur an
Restauratorin Barbara Bührer und Kurator Andreas Rüfenacht betrachten die restaurierte                                Marias Gewand sein, die die Restauratorin
Trauben-Madonna.                                                                                                      entdeckt hat. «Das Kleid sollte zuerst rot
                                                                                                                      werden», vermutet Barbara Bührer, «und nur
Eine aufwendige Restaurierung der Holz-          Gemälde «wieder schön» gemacht haben.                                der Mantel blaugrün. Wahrscheinlich hat
tafel «Maria mit Kind und Trauben», ge-          Sie scheuten sich nicht, scharfe Mittel,                             sich der Auftraggeber oder der Maler um-
malt von Lukas Cranach dem Älteren               grobe Werkzeuge und ölhaltige Farben am                              entschieden.» Als Beweis legt sie ein ande-
(1472–1553), hat die Peyersche Tobias            Meisterwerk einzusetzen. Heute wählt                                 res Madonnen-Bild mit rotem Kleid aber
Stimmer-Stiftung möglich gemacht. Ihr            Barbara Bührer, um das schnelle Altern der                           gleichen blaugrünen Farbkombinationen vor.
Gemälde, das wieder im Schaffhauser              Retusche zu vermeiden, Aquarellfarben.
Museum zu Allerheiligen dauerhaft zu be-         Sie sind lichtecht und trocknen sofort. «Sie                         Wissenschaftliche Aufwertung
sichtigten ist, wird mit Dokumentationen         sind auch einfach reversibel», erklärt die                           Der Restauratorin stand ein Team von
der Restaurierung vom 14. Dezember bis           Fachfrau, «falls der Zeitgeist meint, das                            Kunsthistorikern, technischen Hilfsmitteln
28. Februar 2021 präsentiert.                    Bild mit allen Schäden wieder zu präsentie-                          wie Röntgenaufnahmen, UV-Fluoreszenz-
                                                 ren.» Interessant ist ihre Wiederentdeckung                          fotos, Infrarot-Reflektografie und Analysen
In den letzten Monaten hat die Restau-           einer blauschimmernden Ader an Marias                                von Retuscheproben zur Verfügung. «Wir
ratorin Barbara Bührer akribisch und aus-        Schläfe. «Das ist früher übermalt worden»,                           kamen zusammen, haben die Untersuchun-
dauernd an diesem Cranach-Gemälde ge-            erklärt die Restauratorin, «weil sie wohl                            gen angeschaut, Fachleute angehört und
arbeitet. Während die fast 500 Jahre alten       dachten: ‘Was für ein komischer Strich!’                             diskutiert», berichtet Andreas Rüfenacht
Malschichten der Trauben-Madonna in ei-          und schminkten ihn zu.» Die blaue Ader fin-                          über die wissenschaftlichen Absicherungen
nem sehr stabilen Zustand sind, waren Re-        det die Fachfrau auch bei anderen Madon-                             für die Restaurierung sowie gegenüber der
tuschen von Anfang des 20. Jahrhunderts          nen-Bildern im Cranach Digital Archiv (CDA).                         sponsernden Eigentümerin Peyerische
sehr grob aufgetragen und nachgedunkelt.                                                                              Tobias Stimmer-Stiftung. Diese neuen Doku-
Besonders das Inkarnat der sitzenden Got-        Eine Symbiose mit der Madonna                                        mentationen und die Restaurierungs-Ge-
tesmutter mit dem stehenden Jesuskind            Nach geschätzten 250 Arbeitsstunden                                  schichte sind nun im CDA online abrufbar.
auf ihrem Schoss wirkte dadurch fleckig          kennt Barbara Bührer jeden Millimeter der                            Damit erhält die Schaffhauser «Maria mit
und störend. Die Fachfrau musste die In-         Holztafel. «Die Traubenmadonna ist für                               Kind und Trauben», die zwischen 1537 bis
tension des Renaissance-Malers, der den          mich das schönste Bild im Museum. Maria                              1540 datiert wird, eine erweiterte wissen-
alabasterartigen Teint der Maria vor dem         schaut wahnsinnig liebevoll aus», erzählt                            schaftliche und wertvolle Plattform. Die
dunklen Hintergrund zum Leuchten brach-          sie euphorisch. Auch die klösterliche Stim-                          Museums-Veranstaltungen zur Trauben-
te, zurückgewinnen. Mit feinen Pinseln,          mung an ihrem Arbeitsplatz im Museum zu                              madonna mit der Restauratorin sowie dem
professioneller Beleuchtung und einem            Allerheiligen hat diese Symbiose gefördert.                          Kurator sind zu empfehlen.
Mikroskop rückte sie «Mutter und Kind»           «Wenn ich am Mikroskop ganz ruhig sitze,
auf die Pelle.                                   ganz alleine für mich arbeite und dann auf                                                           Judith Keller
                                                 dem Nachhause-Weg durch das menschen-
Erhalten statt Schminken                         leere Kräutergärtli und den Kreuzgang ge-                              Nähere Infos: www.allerheiligen.ch
Nach damaligen Restaurierungsvorstellun-         he, empfinde ich manchmal: Ich bin wie                                 und CDA: https://lucascranach.org/
gen waren es Kunstmaler, die ein altes           eine Klosterfrau von hier.» Spätestens im                              CH_PTSS-MAS_A671

6   forumKirche | 23-2020
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Thurgau

Neues kirchliches Notverordnungsrecht
Katholische Synode des Kantons Thurgau

An ihrer Herbstversammlung im Pentora-         satz der Verordnung eine Ergänzung, näm-         der Beiträge aus der früher separaten Rech-
ma in Amriswil waren sich die insgesamt        lich dass die Bestimmungen zur Einberu-          nung für das Pfarreiblatt forumKirche wer-
81 Synodalen in fast allen Punkten einig.      fung von Synodensitzungen nicht per Not-         den die Abschreibungen tiefer budgetiert.
Die im Rahmen der KOG-Revision in der          verordnung geändert werden können. Eine          Dadurch können auch die weiterhin geplan-
Verfassung neu verankerte Notverordnung        Änderung schlug er für den dritten Absatz        ten Erweiterungen und Unterhaltsarbeiten
wurde noch geringfügig angepasst.              vor, der die Dauer der Verfügungen regeln        an der Webseite vorerst noch dem Verpflich-
                                               soll. Steiner beantragte, dass die Verord-       tungskredit belastet werden. Da das bishe-
Zur Beschlussfassung über die redaktionel-     nungen des Kirchenrats bis zur nächsten          rige Papier nicht mehr produziert wird, mus-
len Änderungen der drei Erlasse, welche im     Synodensitzung in Kraft bleiben sollten.         ste forumKirche eine neue Sorte wählen.
Rahmen der Totalrevision des Kirchenorga-      Stimme die Synode den Notstandsmass-             Anfangs ging man von höheren Kosten von
nisationsgesetzes (KOG) erarbeitet wurden,     nahmen zu, blieben diese gültig, doch            rund 25'000 Franken für das Papier aus.
gab es noch kurzfristig einen Antrag des       spätestens nach zwei Jahren müssten              Das neue Papier kann nun aber zum selben
Synodalen Dominik Steiner aus Tuttwil. Im      sie ausser Kraft treten. Kirchenrat Cyrill       Preis wie bisher bezogen werden. Neu wird
Wesentlichen ging es dabei um die materiel-    Bischof äusserte sich zu den Anträgen wie        ab 2021 auch die Kommission Kirche und
le Ergänzung eines Notverordnungsrechts,       folgt: «Gegen die Ergänzung ist nichts ein-      Umwelt mit der Initiative «Grüner Güggel»
dessen Festschreibung in der landeskirch-      zuwenden, jedoch ist es nicht sinnvoll, die      als eigener Posten budgetiert.
lichen Verfassung der Kirchenrat, nach den     Dauer zu beschränken». Man sei in diesem
                                                                                                Das Gesamtbudget wurde ohne Gegen-
Erfahrungen mit der Corona-Pandemie und        Punkt bewusst abstrakt geblieben, denn
                                                                                                stimmen mit einem Aufwandsüberschuss
den damit verbundenen bundesrätlichen          man wisse nicht im Voraus, auf welche
                                                                                                von 120'551 Franken angenommen, eben-
Massnahmen, für wichtig erachtet. Dieser       Notsituation man reagieren müsse. Bei der
                                                                                                so der tiefere Zentralsteuerfuss von 4.00
neue Paragraf sieht vor, dass der Kirchenrat   Abstimmung wurde dann auch der Ergän-
                                                                                                Steuerprozenten für das Jahr 2021 (bisher
künftig in Not oder schwerer Störung der       zungsantrag von Dominik Steiner gross-
                                                                                                4.15 Prozent). Beim Finanzausgleich
öffentlichen oder der kirchlichen Ordnung      mehrheitlich angenommen und der Ände-
                                                                                                merkte Finanzkommissions-Präsident
befristete Massnahmen treffen und Verord-      rungsantrag abgelehnt. Die bereinigte
                                                                                                Erwin Wagner an, dass dieser für 2021 mit
nungen erlassen kann, die von Verfassung       Notverordnung und die gesamtheitlichen
                                                                                                700'000 Franken zu budgetieren sei an-
und Gesetz abweichen können, um das            redaktionellen Änderungen wurden in der
                                                                                                statt mit 800'000 Franken aus dem
Funktionieren von Landeskirche und Kirch-      Folge so abgenommen.
                                                                                                Vorjahresbudget. Dies aufgrund der An-
gemeinden sicherzustellen.
                                                                                                nahme eines Rückgangs der Steuerkraft
                                               Neues Papier für forumKirche
                                                                                                um 5 Prozent bei einem Steuerfuss von neu
Eigenes kirchliches Notrecht                   Für das Budget 2021 wurden die Kosten für
                                                                                                festgelegten 4 Prozent. Die Korrektur des
Konkreter Auslöser für die Schaffung dieser    die Hauptgruppe Kommunikation, die auch
                                                                                                Finanzausgleichs wurde in der Folge eben-
neuen, auf kirchliche Verhältnisse reduzier-   forumKirche als Teil der neugeschaffenen
                                                                                                falls einstimmig entschieden.
ten Notverordnungskompetenz, waren die         Fachstelle Kommunikation miteinschliesst,
an die Corona-Situation angepassten Ab-        tiefer veranschlagt als im Vorjahr. Aufgrund                                     Sarah Stutte
weichungen von Verfassung und Gesetz,

                                                                                                                                                Bild: Sarah Stutte
über welche die Thurgauer Regierung für
ihre Politischen Gemeinden, Schul- und
Bürgergemeinden verfügte. Wegen der Auto-
nomie der Landeskirchen wollte sie dies
jedoch nicht auch für die Kirchgemeinden
regeln. In den Bestimmungen zum kirch-
lichen Notrecht wird die Not nicht näher
umschrieben und eingegrenzt, da auch das
heute Undenkbare nicht ausgeschlossen
werden soll. Ferner wird die Kompetenz des
Kirchenrats, Notrecht zu erlassen, mehrfach
klar eingeschränkt: Zusätzlich zu den Vor-
gaben, die ganz grundsätzlich für öffent-
liches Handeln gelten, muss Notrecht zeit-
lich befristet werden, und der Kirchenrat
muss die Synode unverzüglich über den
Erlass informieren, um den Mitgliedern die
Möglichkeit zu geben, das Notrecht auf-
zuheben oder abzuändern.

Minime Änderung
Dominik Steiner beantragte zum zweiten Ab-     Der Synodale Dominik Steiner stellte seinen Änderungsantrag zum Notrecht vor.

                                                                                                                    forumKirche | 23-2020   7
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Gedankenimpuls

                                                                 Bild: pixabay.com
    «Das Leben ist viel zu
    kostbar, als dass wir es
    entwerten dürften, indem
    wir es leer und hohl, ohne
    Sinn, ohne Liebe und
    letztlich ohne Hoffnung
    verstreichen lassen.»
    Václav Havel, Dramatiker, Menschenrechtler und Politiker ·
    1936–2011

8   forumKirche | 23-2020
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Den Glauben feiern

                                                                                                                                             Bild: pixabay.com
                                          BSEITEN
                         ESDIE NSTE DIE WE EN!
                     GOTT              ACHT
            EZUG AUF          IONEN BE
  BITTE IN B ARREIEN UND MISS
      DER PF

Gottesdienste anderssprachige Missionen
  Albanische Mission
So, 6. Dezember    13.00 Uhr        St. Nikolaus Wil
So, 13. Dezember   13.00 Uhr        St. Nikolaus Frauenfeld
   Italienische Missionen
Diese Gottesdienstzeiten werden auf den Pfarreiseiten publiziert.
  Kroatische Mission                                                Influencer
So, 6. Dezember    09.30 Uhr        Klosterkirche Münsterlingen
                   11.45 Uhr        St. Nikolaus Frauenfeld         Gedanken zum Evangelium: Mk 1,1-8/Joh 1,6-8.19-28
                   17.00 Uhr        St. Peter Schaffhausen
                   18.00 Uhr        St. Peter Schaffhausen          Sie hatte viele Follower auf Instagram, YouTube und Facebook. Breit
So, 13. Dezember   09.30 Uhr        Klosterkirche Münsterlingen     vernetzt, gut aufgestellt und bestens informiert über jeden neuen
                   11.45 Uhr        St. Nikolaus Frauenfeld         Trend verstand sie es genial, sich zu inszenieren, ihren eigenen Life-
                   17.00 Uhr        St. Peter Schaffhausen          style zu präsentieren und ihre wachsende Fangemeinde an sich zu
                   18.00 Uhr        St. Peter Schaffhausen          binden.
  Portugiesische Mission                                            Er war auch ein Influencer: Johannes der Täufer. Als Exzentriker
Sa, 5. Dezember    19.00 Uhr        St. Nikolaus Frauenfeld         und Querdenker hätte er heute gute Chancen aufzufallen. Einer, der
So, 13. Dezember   10.00 Uhr        St. Maria Sitterdorf            seine Popularität und seinen Einfluss zu nutzen wusste, – allerdings
                   12.00 Uhr        St. Stefan Kreuzlingen          dazu, um von sich selber wegzulenken und hinzuweisen auf einen
  Slowenische Mission                                               Anderen, dessen Kommen vorzubereiten, er angetreten ist. Es wäre
So, 6. Dezember    10.00 Uhr        Pfarreisaal Amriswil            ihm ein leichtes gewesen, sich selber feiern zu lassen. Tut er nicht,
  Spanische Mission                                                 ganz entschieden nicht. Er zieht klar seine Grenzen und tritt allen
Sa, 5. Dezember    18.30 Uhr        St. Maria Schaffhausen          falschen Erwartungen kraftvoll entgegen. Seine Bescheidenheit
So, 6. Dezember    10.30 Uhr        Klösterli Frauenfeld            würde heute wahrscheinlich in den sozialen Netzwerken zumindest
                   12.00 Uhr        St. Stefan Kreuzlingen          Verwunderung hervorrufen…
Sa, 12. Dezember   18.30 Uhr        St. Maria Schaffhausen          Die Art, wie Johannes hier auftritt, gibt mir persönlich zu denken:
So, 13. Dezember   09.30 Uhr        St. Martin Arbon                Wie gehe ich damit um, wenn übersteigerte Erwartungen an mich
                   11.00 Uhr        St. Stefan Amriswil             herangetragen werden, die ich nicht erfüllen kann und auch gar
  Ungarische Mission                                                nicht soll? Das ist für mich eine Frage, vor die wir auch als Kirche
So, 6. Dezember    17.00 Uhr        Bruder Klaus Tägerwilen         gestellt sind. Die Versuchung ist immer wieder gross, auf alle
Sa, 12. Dezember   15.30 Uhr        Klösterli Frauenfeld            Fragen unserer Zeit eine fertige Antwort zu haben.
                                                                    Unsere verschiedenen Dienste und Ämter sollen doch nur mit-
                                                                    helfen, auf Christus hinzuweisen, nicht mehr und nicht weniger.
 Gottesdienste in Radio & Fernsehen                                 Vor allem dürfen wir nicht den Blick auf Ihn verstellen, indem wir
 Sonntag, 6. Dezember, 10 Uhr, Radio SRF 2 Kultur                   uns selber als besserwissende Heilsbringer aufspielen und uns
 Röm.-kath. Predigt mit Mathias Burkart.                            allzu wichtig nehmen. Oder strukturelle und organisatorische Auf-
 Sonntag, 13. Dezember, 10 Uhr, Radio SRF 2 Kultur                  gaben so in den Vordergrund rücken, dass unsere wesentliche
 Christkath. Predigt mit Dr. Susanne Cappus.                        Berufung, das Interesse auf Jesus Christus zu lenken, in den
 Sonntag, 6. Dezember, 9.30 Uhr, ZDF                                Hintergrund tritt.
 Evangelischer Gottesdienst – Was der Nikolaus bringt               Unsere Follower in der Kirche werden zunehmend weniger. Johannes
 Aus der Evangelischen Festeburggemeinde in Frankfurt-Preunge       der Täufer würde dennoch auch heute keine falschen Erwartungen
 Sonntag, 13. Dezember, 9.30 Uhr, ZDF                               wecken. Aber glaubwürdig sein und seine Stimme erheben für den,
 Röm.-kath. Gottesdienst – Mitten unter Euch!                       der in den Wüsten unserer Tage als Immanuel, als «Gott mit uns»
 Aus der Kirche Sankt Rabanus Maurus in Mainz.                      leben und Halt und Trost geben will, das würde er ganz sicher.
 Sonntags ab dem 29. November:                                      In diesem Sinne möchte ich gerne Influencerin sein.
 Zehn Advents- und Weihnachtsgottesdienste mit
 Bischof Felix Gmür und Weihbischof Denis Theurillat,                                                                       Daniela Albus
 die online «live» oder als «replay» mitgefeiert werden können.
 Informationen auf https://bistum-basel.live/

                                                                     Sonntagslesungen
                                                                     6. Dezember – 2. Adventssonntag
 Regionale Sendungen                                                 Erste Lesung: Jes 40,1-5.9-11
 Radio Munot: Gedanken zum Tag                                       Zweite Lesung: 2 Petr 3,8-14
 Montag bis Freitag 6.50 Uhr, 7. bis 11. Dezember: Urs Schweizer;    Evangelium: Mk 1,1-8
 14. bis 18. Dezember: Nyree Heckmann
                                                                     13. Dezember – 3. Adventssonntag
 Schaffhauser Fernsehen SHf: Gedanke am Wuchenänd                    Erste Lesung: Jes 61,1-2a.10-11
 Samstag ab 18.55 Uhr, stdl. Wiederholung bis Sonntag 18 Uhr         Zweite Lesung: 1 Thess 5,16-24
 5./6. Dez.: Kurt Müller; 12./13. Dez.: Andreas Werder               Evangelium: Joh 1,6-8.19-28

                                                                                                               forumKirche | 23-2020    9
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Kirche Schweiz · Kirche ohne Grenzen – Albanisch

                                            Entscheidet nun der Papst?                                                                       «Mein Wunsch w
                                            Wie Chur zu seinem Bischof kommen könnte                                                         Ein Pfarrerwechsel in der Alban

                                            Die Domherren hätten am 23. November           kapitels um ein päpstliches Privileg. Wenn        Don Marijan Lorenci sammelte mehrjährige
                                            einen neuen Bischof von Chur wählen            der Privilegierte auf sein Privileg verzichtet,   Erfahrungen als Pfarrer in seiner Heimat
                                            können. Doch sie haben auf ihr Wahl-           so kommt das kanonische Recht wieder zur          und im Ausland. Seit September 2019
                                            privileg verzichtet. Papst Franziskus kann     Anwendung», sagt Brosi.                           betreut er die katholische Albanermission
                                            nun einen Bischof ganz nach seinem                                                               in der Schweiz. Bis jetzt war er für die
                                            Gusto ernennen.                                Papst kann frei entscheiden                       Gläubigen im Bezirk Luzern zuständig, aber
                                                                                           Bei der Ernennung ist Papst Franziskus            ab Dezember übernimmt er die Aufgaben
                                            «Martin Grichting war der Strippenzieher.      nun völlig frei. Es könnte sein, dass er          des bisherigen Missionars Don Albert
                                            Er behandelt manche Domherren wie Ma-          Bonnemain, Monn oder Lepori ernennt.              Demaj für die Albanische Mission Thurgau.
                                            rionetten», sagt ein Domherr. Auch 48 Stun-    Oder auf andere Namen zurückgreift, die im        Um sich der neuen Gemeinde vorzustellen,
                                            den nach der Bischofswahl ist er entsetzt      Vorfeld als Kandidaten gehandelt wurden           erzählte er Kirche ohne Grenzen von sei-
                                            darüber, dass das Domkapitel keinen            wie z. B. der Luzerner Pfarrer Ruedi Beck,        nem vielseitigen Werdegang.
                                            neuen Bischof gewählt hat. «Der Nuntius        oder der Abt von Einsiedeln, Urban Federer.
                                                                                                                                             Was hat Sie dazu bewogen Priester zu werden?
                                            hat sein Versprechen gehalten, gute            Warum ist es unwahrscheinlich, dass Rom
                                                                                                                                             Der Bezug zu Gott war schon in meiner
                                            Kandidaten auf die Terna zu bringen.           dem Churer Domkapitel eine neue Terna
                                                                                                                                             Kindheit präsent. Mein Wunsch war es,
                                            Mit Joseph Bonnemain, Vigeli Monn und          vorlegt? «Das würde alle Diözesen motivie-
                                                                                                                                             unserem himmlischen Vater zu dienen.
                                            Mauro-Giuseppe Lepori hätte der Neuan-         ren, bei Missfallen die Terna von Rom zu-
                                                                                                                                             Ich wollte schon immer allen Menschen
                                            fang im Bistum Chur gelingen können», so       rückzuweisen und auf eine neue Liste zu
                                                                                                                                             im Namen Gottes helfen; und dies habe ich
                                            der Insider. Seinen Namen will er nicht nen-   warten», sagt Brosi. Die Wahl durch das
                                                                                                                                             in den letzten Jahren auch so umgesetzt.
                                            nen. Denn die Interna aus dem Domkapitel       Domkapitel gibt es nicht nur in Chur, son-
                                            stehen unter Verschwiegenheitspflicht.         dern in vielen deutschsprachigen Diözesen.        Was haben Sie vorher in Ihrer Heimat
                                                                                                                                             gemacht?
                                            Kein Präzedenzfall bekannt                     Administrator statt Bischof                       Seit meiner Priesterweihe 1997 bis August
                                            Nun wird spekuliert, dass Papst Franziskus     «Da Rom die konkordatär verankerten               2006 war ich Pfarrer der Gemeinde Gjakovë
                                            dem Domkapitel eine neue Dreierliste           Bischofswahlrechte durch die Domkapitel           (Kosovo). Die Gemeinde bestand aus sehr
                                            vorlegen könnte, die sogenannte Terna.         ohnehin wenig schätzt, kann ich mir nicht         vielen angrenzenden Dörfern und hatte
                                            Doch diese Variante sei unwahrscheinlich,      vorstellen, dass sie dem Churer Dom-              mehrere Pfarrer. Die Aufgaben in dieser Zeit
                                            sagt Urs Brosi. Der Kirchenrechtler ist Ge-    kapitel eine zweite Wahlmöglichkeit mit           waren sehr schwierig, insbesondere, weil es
                                            neralsekretär der Landeskirche Thurgau.        einer anderen Terna geben», sagt Brosi.           keine gute Infrastruktur im Land gab. Den-
                                            Die Szenarien seien gar nicht so einfach zu    «Aber rechtlich wäre der Papst natürlich          noch habe ich versucht für alle da zu sein.
                                            skizzieren, findet Brosi: «Rechtlich lässt     frei, dies zu tun.»                               Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie
                                            sich nichts Gewisses sagen: Der Fall ist       Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit,         ich damals mit dem Auto in die Dörfer ge-
                                            nicht spezifisch geregelt, weder in den        dass Papst Franziskus den Apostolischen           fahren bin. Der Religionsunterricht fand bei
                                            Konkordaten noch im CIC.» Der CIC ist das      Administrator Peter Bürcher in die Ver-           Gemeindemitgliedern vor Ort statt oder bei
                                            kanonische Recht. Brosi sagt: «Ich kenne       längerung schickt. Der Walliser feiert am         schönem Wetter unter freiem Himmel – weil
                                            keinen Präzedenzfall einer Nichtwahl.»         20. Dezember seinen 75. Geburtstag. Es            einfach kein Gemeinderaum vorhanden war.
                                            Er hält es nun für am wahrscheinlichsten,      gibt viele Bischöfe, die erst ein paar Jahre      Trotz der schwierigen Situation bin ich im-
                                            dass der Papst einen Diözesanbischof frei      später emeritiert werden. Allerdings ist laut     mer herzlich empfangen worden.
                                            ernennt. «Aus römischer Sicht handelt es       Brosi eine «ordentliche Besetzung des
                                                                                                                                             Dann kam der Krieg…
                                            sich beim Bischofswahlrecht des Dom-           Bischofsstuhls auch im Interesse Roms.
                                                                                                                                             Bis zum Krieg war es eine wirklich schöne
                                                                                                                    Für die Ernennung
                                                                                                                                             Zeit. Der Krieg stellte mich in meiner Tätig-
Bild: Christoph Wagener/Wikimedia Commons

                                                                                                                    eines neuen
                                                                                                                                             keit als Pfarrer vor Ort aber leider plötzlich
                                                                                                                    Apostolischen
                                                                                                                                             vor ganz neue Herausforderungen, denn die
                                                                                                                    Administrators
                                                                                                                                             Kirche hatte nun auf einmal andere Auf-
                                                                                                                    kann ich im
                                                                                                                                             gaben zu bewältigen. Der Schutz der Men-
                                                                                                                    Moment keine
                                                                                                                    Gründe erkennen.»
                                                                                                                                                                                              Bild: zVg

                                                                                                                                              Monika Freund Schoch (38)
                                                                                                                        Raphael Rauch/        ist eine auf Internationale
                                                                                                                                  Red.        Beziehungen, Kommuni-
                                                                                                                                              kation und Integrations-
                                                                                                                                              management spezialisierte
                                                                                                                                              Soziologin. Im Seelsorgerat des Bistums
                                                                                                                    Das Bistum Chur –         St. Gallen repräsentiert sie die Polen-
                                                                                                                    hier die Kathedrale –     mission und engagiert sich als Pfarrei-
                                                                                                                    wartet weiterhin auf      rätin SE Appenzeller Hinterland.
                                                                                                                    einen neuen Bischof.

                                            10 forumKirche | 23-2020
Kirche ohne Grenzen – Albanisch

ar es, dem himmlischen Vater zu dienen»
ischen Mission Thurgau

                                                                                                       Bild: zVg. Don Marijan Lorenci
                                                                                                                                        «Dëshira ime ishte,
                                                                                                                                        ti shërbej Atit tonë
                                                                                                                                        qiellor»
                                                                                                                                        Ndërrim i Meshtarit në
                                                                                                                                        misionin Shqiptar
                                                                                                                                        Nga muaji Dhjetor Don Marijan Lorenci
                                                                                                                                        do të merr përsiper detyrat e misionarit
                                                                                                                                        të deritanishëm Don Albertit, nga
                                                                                                                                        misioni Shqipëtar në Thurgau. Për të
                                                                                                                                        ju paraqitur besimtarëve të vet, tregon
                                                                                                                                        Don Marijani për Jetëshkrimin e tij.

                                                                                                                                        Puna në vendlindje
                                                                                                                                        Nga shugurimi meshtarak ne vitin 1997
                                                                                                                                        deri në vitin 2006 ishte Pater Lorenci fa-
                                                                                                                                        mullitar në Gjakovë. Kjo komun përkufizo-
    Don Marijan Lorenci bei einer Eucharistiefeier mit der Albanermission in Luzern.                                                    het nga shum fshatra me shum Meshtar
                                                                                                                                        të tjer. «Detyrat në atë koh ishtin shum të
                                                                                                                                        vështira, pasi mungonte edhe Infrastruk-
    schen stand an erster Stelle. In dieser Zeit       organisatorisch anspruchsvolle Bauprojekt                                        tura në vend. Megjithatë kam tentura të
    suchten und erhielten nicht nur unsere Ge-         konnte ich innerhalb der vorgegebenen Zeit                                       kujdesem për të gjith», thot Don Marijani.
    meindemitglieder, sondern auch Albaner an-         realisieren. In der Gemeinde hatte ich mit                                       «Mësimi i fesë mbahej nëpër familje,
    derer Religionen Schutz und Hilfe bei uns.         Kroaten und Albanern zu tun, und diese                                           e kur ishte koha e mir, nganjëher edhe në
                                                       Zusammenarbeit war aus meiner Sicht sehr                                         natyr. Edhe pse situata ishte e vështir,
    Danach sind Sie nach Deutschland ge-
                                                       erfolgreich. Danach führte mich mein Weg                                         pranimi nga njerëzit ishte i përzemërt»,
    gangen. Wie haben Sie die Zeit dort erlebt?
                                                       in die Schweiz, wo ich die Seelsorgerischen                                      i kujtohet Meshtarit. Mbasi filloj lufta,
    Im September 2006 habe ich dann als Pfar-
                                                       Aufgaben in der Albanischen Mission                                              Kisha kishte krejt tjera detyra për të kryer.
    rer die Aufgaben in der Albanischen katholi-
                                                       Luzern übernahm.                                                                 Mbrojtja e jetës së njerëzve ishte prioriteti
    schen Gemeinde Heilige Mutter Theresa in
                                                                                                                                        i parë. «Në atë kohë nuk kërkonin vetëm
    Stuttgart übernommen. Ich war als einziger         Was ist für Sie als Priester wichtig in Bezug
                                                                                                                                        besimtaret e famullies ton, por të gjith
    albanischer Pfarrer für ganz Deutschland           auf Ihre Missionsarbeit?
                                                                                                                                        shqipëtarët pa dallim Feje, mbrojtje dhe
    zuständig. Die Messen waren in folgenden           Es bedeutet mir viel, für die Menschen vor
                                                                                                                                        ndihmë tek ne», thot Don Marijan Lorenci.
    Zentren: München, Wangen i. A.,                    Ort da zu sein, sie mit dem Wort Gottes zu
    Göppingen, Stuttgart, Frankfurt, Mannheim,         trösten und die Bindung zu Gott stets zu
                                                                                                                                        Pas luftës
    Siegen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover.             fördern. Es ist mir auch wichtig, das Mit-
                                                                                                                                        Në vitin 2006 pranoj Don Marijani Misio-
    Eine neue Stelle und eine neue Heraus-             einander in der Gemeinde und die Vernet-
                                                                                                                                        nin Shqipëtar në Stuttgart. Pasi që ishte
    forderung. Es waren viele Kilometer, die täg-      zung mit anderen Gemeinden zu stärken.
                                                                                                                                        Prifti i vetëm dhe përgjegjës për tërë
    lich gefahren werden mussten. Die Messen
                                                       Was erwarten Sie von der neuen Heraus-                                           Gjermanin, ai bënte shum kilometre,
    in den Zentren waren nur ein Teil der Aufga-
                                                       forderung im Thurgau?                                                            sepse sejcili besimtar ishte i rëndësis-
    ben. In meinen zehn Jahren in Deutschland
                                                       Jeder Start ist schwierig. Ich muss den                                          hem. Pastaj shërbej për 3 vite në Kishen
    war ich erster Ansprechpartner für Pastoral-
                                                       Gemeindemitgliedern die Zeit geben, sich                                         e pelegrinazhit në Letnis, ku pjes e detyra-
    aufgaben. Anfragen zu Konflikt- und Trauer-
                                                       auf die Veränderungen einzustellen. Und                                          ve të tija ishte edhe renovimi i Kishes.
    gesprächen, Krankensalbungen, Taufen,
                                                       auch mir muss ich die Zeit geben, um die                                         Në vitin 2019 rrugtimi i tij vazhdoj në
    Hochzeiten und Beerdigungen habe ich
                                                       Strukturen und Aufgaben der Gemeinde in                                          Zvicerr, në Misionin Shqipëtar ne Lucern.
    jederzeit durchgeführt. Für mich war jede
                                                       Thurgau zu sichten und zu erlernen. Den-                                         Dhe tani Pater Lorenci i gëzohet detyrës
    einzelne Person wichtig.
                                                       noch bin ich überzeugt, dass ich mit Gottes                                      së re në Thurgau: «Më duhet të u jap koh
    Was hat Sie wieder in den Kosovo zurück-           Hilfe auch diese neue Herausforderung                                            besimtarve që të përshtatën ne këto
    gebracht?                                          meistern werde. Ich hoffe sehr, dass ich                                         ndryshime. Edhe mua më duhet koh
    Zwischen 2016 und 2019 habe ich eine               Unterstützung in der Gemeinde und ausser-                                        ti shoh strukturat dhe detyrat ne Misionin
    neue Herausforderung in der Wallfahrts-            halb der Gemeinde erhalten werde und                                             e Thurgaut dhe ti mësoj e ti përvetësoj
    kirche Letnica angenommen. Zusätzlich zu           freue ich mich auf den neuen Auftrag.                                            ato. Megjithatë jam i bindur, se me
    den pastoralen Aufgaben gehörte auch der                                                                                            ndihmen e Zotit do të zotëroj edhe ketë
    Umbau der Wallfahrtskirche Letnica zu                           Interview: Monika Freund Schoch                                     sfid.»
    meinen Kompetenzen. Dieses grosse und                                      Übersetzung: Nue Zefi

                                                                                                                                                          forumKirche | 23-2020 11
Thurgau

Weihnachten mit allen Sinnen                                                                                             News
Neuer Krippenweg in Weinfelden                                                                                              Weihnachten als Hoffnungsträger
                                                                                                                         Der Vorsitzende der Schweizer Bischofs-
                                                                                                                         konferenz Bischof Felix Gmür erinnert in

                                                                                                Bilder: Detlef Kissner
                                                                                                                         der Adventsbotschaft an die Opfer der Co-
                                                                                                                         rona-Krise und dankt zugleich den Helfern.
                                                                                                                         Viele Menschen hätten sich während der
                                                                                                                         vergangenen Monate «mit viel Herzblut für
                                                                                                                         andere engagiert», schreibt Gmür. Trotz
                                                                                                                         aller Ungewissheit schenke Weihnachten
                                                                                                                         «die Zuversicht, den Boden unter den Füs-
                                                                                                                         sen nicht zu verlieren». Aus dem gemein-
                                                                                                                         samen Glauben könnten Christen Kraft
                                                                                                                         und Hoffnung schöpfen, auch in schwieri-
                                                                                                                         gen Zeiten zusammenzustehen und sie
                                                                                                                         meistern.

                                                                                                                            CSI-Mahnwache für Glaubensverfolgte
                                                                                                                         Die überkonfessionelle Menschenrechts-
                                                                                                                         organisation Christian Solidarity Internatio-
                                                                                                                         nal (CSI) organisiert zum neunten Mal vor
                                                                                                                         Weihnachten eine Mahnwache und weist
                                                                                                                         hiermit auf die weltweite Christen- und
                                                                                                                         Glaubensverfolgung hin. Die friedliche
                                                                                                                         Kundgebung wird am 17. Dezember zur
Weihnachtskrippe aus Kenia                      Pasquale Russo: «Uns kommen immer wieder
                                                                                                                         gleichen Zeit in über 30 Städten durch-
(Sammlung Stahel)                               Ideen, wie wir die Krippe erweitern können.»
                                                                                                                         geführt. Menschen aller Glaubensrichtun-
                                                                                                                         gen sind dazu eingeladen, an der Mahn-
                                                                                                                         wache, die von 18 Uhr bis 18.30 Uhr ab-
Für viele dürften die Weihnachtsfeiertage       «Lebendige» Krippe
                                                                                                                         gehalten wird, im stillen Gedenken ein
anders verlaufen als gewohnt – mit weni-        Fortgesetzt wird der Krippenweg auf der an-
                                                                                                                         Zeichen der Solidarität zu setzen.
ger Kontakten und eingeschränkten Mög-          deren Seite der Freiestrasse im CCI. Dort
lichkeiten eines Gottesdienstbesuchs. Die       kann man in einem Kellerraum des Zen-                                       Verzicht auf Lohnerhöhung
katholische Kirche Weinfelden bietet in         trums eine gewaltige Krippenlandschaft be-                               Priester und Kirchenbeamte im Bistum
Kooperation mit dem Centro Culturale            staunen. Das Besondere an dieser Darstel-                                Fulda (D) verzichten auf eine für 2021 vor-
Italiano (CCI) bis 6. Januar einen Krippen-     lung ist, dass sie «lebendig» ist: Tag und                               gesehene Lohnerhöhung. Das soll zur
weg an, der die Weihnachtsbotschaft auf         Nacht wechseln sich ab, nach dem Hahnen-                                 Stabilisierung des Haushalts beitragen –
eine andere Weise nahebringen möchte.           schrei beginnen Menschengruppen mit ihrer                                und Solidarität mit Kurzarbeitern in der
                                                Arbeit, man hört das Klopfen von Hämmern                                 Corona-Krise ausdrücken. In der Mitteilung
In den nächsten Wochen werden geplante          und das Rufen von Tieren, auf den Sonnen-                                der Kirchenleitung heisst es, dass sich die
Anlässe ausfallen und Gottesdienste mit         untergang folgt «Stille Nacht» und der Stern,                            Haushaltssituation des Bistums durch Aus-
höchstens 50 Besucher*innen stattfinden.        der über dem Stall stehen bleibt. Zwei Jahre                             wirkungen der Corona-Pandemie innerhalb
«Wir wollten den Menschen darüber hinaus        lang war Pasquale Russo zusammen mit                                     kürzester Zeit dramatisch verschlechtert
etwas Spirituelles anbieten», sagt Armin        anderen damit beschäftigt, ein Grundgerüst                               hat. Kirchensteuerrat und Bistumsleitung
Ruf, Gemeindeleiter der Pfarrei Weinfelden,     der Landschaft mit Wasserläufen und ande-                                wollen deshalb im März 2021 konkrete
«so hat sich die Idee eines Krippenweges        ren Details aufzubauen. Die Krippe wuchs                                 Sparkonzepte diskutieren und beschliessen.
entwickelt.» Neben der grossen Krippe der       jedes Jahr. Inzwischen haben darin über
                                                                                                                            Kardinalserhebung online
Gemeinde, die dieses Jahr schon seit dem        300 Keramikfiguren neapolitanischen Stils
                                                                                                                         Erstmals hat ein Papst zwei Geistliche
ersten Advent aufgebaut ist, in die aber erst   Platz gefunden.
                                                                                                                         über das Internet zu Kardinälen erhoben.
nach und nach die ganzen Figuren «einzie-       Zum Krippenweg wurde ein Begleitblatt, das
                                                                                                                         Weil die Bischöfe Cornelius Sim aus
hen», sind in der Kirche und im Pfarreizen-     über die Krippen informiert und zum Nach-
                                                                                                                         Brunei und Jose Fuerte Advincula von den
trum kleine Krippen-Ensembles aus der           denken anregen möchte, und ein Quiz für
                                                                                                                         Philippinen pandemiebedingt nicht nach
Sammlung von Brigit Stahel zu sehen.            Kinder erstellt. Nach dem Weg können eige-
                                                                                                                         Rom reisen konnten, nahmen sie per
«Meine Mutter hat schon vor 40 Jahren           ne Wünsche notiert und an einen Wunsch-
                                                                                                                         Videoschalte an dem Gottesdienst teil.
damit begonnen, Krippen zu sammeln»,            baum im Pfarreizentrum oder CCI gehängt
                                                                                                                         Ausser ihnen erhob Papst Franziskus am
erzählt Brigit Stahel. Sie habe diese Leiden-   werden. Wer mag, kann den Besuch im
                                                                                                                         Samstag im Petersdom elf weitere Männer
schaft dann fortgeführt. Letztes Jahr erhielt   «Winterwald» des CCI noch mit einem
                                                                                                                         in den Kardinalsstand. Zum Schutz vor An-
sie die Möglichkeit, ihre Sammlung im           Kaffee ausklingen lassen.
                                                                                                                         steckungen war die physische Teilnehmer-
Weinfelder Pfarrhaus zwischenzulagern.
                                                                                                                         zahl auf 100 begrenzt worden.
Dies brachte Armin Ruf auf die Idee, eine                                      Detlef Kissner
Auswahl daraus in den Krippenweg einzu-                                                                                                                 kath.ch/Red.
beziehen.                                         Hinweise zu den Öffnungszeiten auf S. 15

12 forumKirche | 23-2020
Aus dem Bistum · Thurgau · Inserat

Gott deckt das Unerhörte auf!
Was mich bewegt: ein Beitrag von Felix Gmür                                            DIAKONIE UND SOZIALE ARBEIT DES
                                                                                       PASTORALRAUMES HINTERTHURGAU
                                                                                       Die Diakonie ist eine der Grundvollzügder Kirche. Mit der Errichtung
Die einsame Rentnerin wird zum Essen eingeladen. Der arme Land-                        unseres Pastoralraumes 2019 wurde eine Stelle für Diakonie und
streicher findet eine warme Stube. Das in Lumpen gekleidete Kind                       Soziale Arbeit geschaffen. Da der bisherige Stelleninhaber eine neue
wird von grosszügigen Menschen beschenkt. Einsame Herzen                               berufliche Herausforderung gefunden hat, suchen wir per 1.1.2021
                                                                                       oder nach Vereinbarung eine/ein:
finden sich im Lichtermeer. Integration statt Einsamkeit, unbe-
schwerte Freude statt Armut und Angst. Ist das nicht Weihnachten?!                     Verantwortliche*n für
Die Realität sieht oft anders aus. Einsamkeit und Mangel gibt es lei-
der in vielen Familien und Beziehungen, oft unausgesprochen, über-
                                                                                       Diakonie und Soziale Arbeit
                                                                                       80 % – 100 %
deckt oder überspielt. Klafft hier nicht ein unüberwindbarer Graben
                                                                                       Ihre Aufgaben
zwischen der Weihnachtsbotschaft und der oft bitteren Realität?
                                                                                       • Sozialberatungen, Einzelfallhilfen und Passantenhilfe
Die Weihnachtsgeschichte ist keine Zuckerwatte-Wohlfühl-Story. Die                     • Verantwortung diakonische Projekte, zum Beispiel Integrationstreff
Umstände der Geburt von Jesus sind im Gegenteil höchst prekär.                           Café Grüezi (ökumenisch) oder Notschlafstelle
                                                                                       • Leitung Jugendgottesdienst «Rise up»
Dem Volk geht es schlecht, Maria wird von ihrem Verlobten beinahe
                                                                                       • Offene Jugendarbeit
verstossen, Jesus unter primitivsten Bedingungen geboren. Kaum                         • Begleitung und Unterstützung von Freiwilligen
auf der Welt, wird seine Familie zu Flüchtlingen. Das ist nicht das,                   • Seniorenarbeit
                                                                                       • Mitarbeit im Seelsorgeteam, in der Ökumene oder im kantonalen
was wir uns unter «Himmel auf Erden» vorstellen. Es ist aber genau
                                                                                         Zusammenschluss der Sozialarbeiter*Innen
diese Wirklichkeit, in der Gott uns begleitet.                                         Wir erwarten
Gott deckt das Unerhörte auf. Das ist Weih-
                                                                         Bild: zVg

                                                                                       • Anerkannter Abschluss in Sozialarbeit oder Soziokultureller
nachten. Gott schaut hin und wir schauen                                                 Animation FH
                                                                                       • Positive Grundhaltung zur katholischen Kirche
hin, damit die Verheissung wahr wird:                                                  • Freude an Projektarbeit und Entwicklung des Pastoralraumes
Friede den Menschen auf Erden!                                                         Wir bieten
                                                                                       • Abwechslungsreiche Aufgaben und Raum zur Umsetzung eigener Ideen
              + Felix Gmür, Bischof von Basel                                          • Grosses eigenes Büro und Arbeitsräume
                                                                                       • Mitarbeit im Pastoralraumteam
                                                                                       • Besoldung gemäss Empfehlungen der röm.-kath. Landeskirche des
                                                                                         Kantons Thurgau
                                                                                       Weiter Auskünfte erteilen Ihnen gerne
«Trotzdem Weihnachten»                                                                 Stephan Wälti, jetziger Stelleninhaber, T 071 565 13 52,
                                                                                       stephan.waelti@pastoralraum-hinterthurgau.ch
Eine ökumenische Aktion                                                                Pfarrer Raimund Obrist, T 071 966 11 15,
                                                                                       raimund.obrist@pastoralraum-hinterthurgau.ch
                                                                                       Alex Frei, Kirchenpräsident, T 071 971 39 90,
                                                                                       alex.frei@pastoralraum-hinterthurgau.ch
Unter dem doppelten Titel «Trotzdem Weihnachten, Trotzdem Licht                        Ihre Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an:
– Weihnachten findet statt» lancieren Bischof Felix Gmür, Präsi-                       alex.frei@pastoralraum-hinterthurgau.ch
dent der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Pfarrerin Rita Famos,
Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS),
und Harald Rein, Bischof der Christkatholischen Kirche (CKK), eine
                                                                                                                                     Bild: zVg

nationale Aktion zur Advents- und Weihnachtszeit 2020.

«Trotzdem Licht – Weihnachten findet statt», ist eine Initiative einer
Projektgruppe mit Vertreter*innen aus Fachstellen der katholischen
Kirche und aus der Pastoral sowie des Liturgischen Instituts der
deutschsprachigen Schweiz und der Liturgiekommission der EKS in
den vier Landessprachen. Sie steht unter dem Patronat von SBK,
CKK und EKS, und vernetzt Umsetzungsideen zur Botschaft und
bietet grafische Elemente an. Sie verbindet Menschen, die dieses                                                                                 Manuel Bilgeri, Leiter
besondere Weihnachtsfest auch besonders feiern möchten: in den                                                                                   Kommunikation der
Strassen, in den Häusern, in den Kirchen, an Orten, an die niemand                                                                               katholischen Landes-
gedacht hat, auch digital. «Trotzdem Licht» geht zur Krippe und ent-                                                                             kirche, prüft die Druck-
deckt Neues. Weihnachten findet statt, anders, dicht, tief.                                                                                      qualität des Plakats.
«Trotzdem Weihnachten», eine Initiative der EKS, unterstützt von der
CKK, bietet Kirchgemeinden Ideen für eine andere Advents- und                        Ökumenische Weihnachtsgrüsse
Weihnachtszeit in drei Bereichen an: trotzdem feiern – trotzdem ver-
bunden – trotzdem miteinander. Das Leitmotiv ist darin stets Lukas                   Nach Abschluss der 150-Jahr-Feierlichkeiten treten die katholische
2,7 «denn in der Herberge war kein Platz für sie». Neben meditati-                   und die evangelische Landeskirche in der Advents- und Weih-
ven Texten, Fürbitte-Ideen und einer schweizweiten symbolischen                      nachtszeit nochmals mit einer gemeinsamen Kampagne an die
Fensteraktion für zu Hause, werden im Rahmen der Initiative                          Öffentlichkeit: Vom 7. bis 27. Dezember werden in den Thurgauer
Spenden für Corona-Hilfsprojekte von Schweizer Hilfswerken                           Bussen goldene Plakate zu sehen sein. Das schlichte, aber aus-
im In- und Ausland gesammelt.                                 SBK/Red.               sagekräftige Motiv soll die Fahrgäste zum Nachdenken anregen und
                                                                                     von den Kirchen aus frohe Weihnachten wünschen. Das Plakat wird
  Infos auf www.trotzdemlicht.ch bzw. www.evref.ch                                   einem auch in manchen Kirchgemeinden begegnen.                 Red.

                                                                                                                                   forumKirche | 23-2020 13
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