Wissensbericht - Universitätsspital Zürich

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Wissensbericht - Universitätsspital Zürich
UniversitätsSpital Zürich
                               Unternehmenskommunikation
                                                           13
                                                           Wissensbericht

                               Rämistrasse 100
                               8091 Zürich

                               www.usz.ch
                               info@usz.ch

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Wissensbericht - Universitätsspital Zürich
Ein grosser Teil der im Wissensbericht 2013 publizierten Daten ist den akademischen Berichten entnommen,
         mit denen die Kliniken und Institute des UniversitätsSpitals Zürich zu Händen der Universität Zürich berichten.

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Wissensbericht - Universitätsspital Zürich
4
             Vorworte

             6
             Schwerpunkt
             Hochspezialisierte Medizin

             10
             Highlights 2013

             12
             Wissens­vermittlung
                                          13
             34
             Wissens­vermehrung

             42
             Wissens­anerkennung

                                          Die Berichterstattung zum Jahr 2013 erfolgt in drei P­ ublikationen:
                                          Während der Geschäftsbericht die Entwicklung des Geschäftsgangs
                                          dokumentiert, zeigt der Qualitätsbericht die Fortschritte in Bezug
                                          auf die ­Qualität der erbrachten Behandlungen. Der Wissens­bericht
                                          fokussiert auf die Vermittlung, Vermehrung und Anerkennung
                                          von Wissen am UniversitätsSpital Zürich.

                                          → www.usz.ch/Jahresbericht

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                                                   Geschäftsbericht
                                                                        13
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                                                                                             13
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Wissensbericht - Universitätsspital Zürich
Vorworte

                                                                      Steuern mit Blick
                                                                      auf Forschung und Wissen

                                                                      Als Universitätsspital stehen wir in der Verantwortung, die Medizin
                                                                      von morgen zu entwickeln. Dieser Aspekt ist darum zentrales Ele-
                                                                      ment der Spitalstrategie. Basierend auf den Erfolgsfaktoren Wissen
                                                                      und Know-how, Vernetzung sowie Innovation wurden die Teilstrate-
                                                                      gien Medizin und Forschung entwickelt. Diese zielen darauf ab, For-
                                                                      schungsergebnisse und die damit verbundenen Innovationen als
                                                                      hochspezialisierte Medizin nutzbar zu machen sowie mit dem Er-
                                                                      werb und dem Weitergeben von Wissen und Können die Grundvor-
                                                                      aussetzungen für diesen Prozess zu schaffen. Forschung und Lehre
                                                                      in allen Disziplinen von der Grundversorgung bis zur hochspeziali-
                                                                      sierten Medizin ist das, was ein Universitätsspital ausmacht. Diese
                                                                      universitäre Medizin fordert vom Management, das Handeln und die
                                                                      Organisation darauf auszurichten.
                                                                           Diese Maxime prägt die Ausrichtung des Spitals und die Gestal-
                                                                      tung seiner Strukturen. In den vergangenen Jahren wurde dafür vie-
                                                                      les getan. Übergeordnete Aufgabe des Spitals ist es, die universitä-
                                                                      re Medizin mit all ihren Facetten und damit den Fortschritt der
                                                                      Medizin zu fördern. Für eine Institution wie das USZ heisst das unter
                                                                      anderem, Translationsprozesse der Forschung so zu gestalten, dass
                                                                      deren Resultate als Innovationen rasch in die Patientenbehandlung
                                                                      einfliessen. Das Spitalmanagement muss mit geeigneten Massnah-
                                                                      men Voraussetzungen dafür schaffen. Es gilt, Forschungs- und In-
                                                                      novationsprozesse sicherzustellen und das ideale Umfeld dafür zu
                                                                      ermöglichen. Forschung und Wissen stehen immer am Anfang der
                                                                      hochspezialisierten Medizin und sind somit von diesen Prozessen
                                                                      abhängig. Daher stehen sie auch im Fokus unserer Aufmerksam-
                                                                      keit, denn der Erfolg hängt wesentlich davon ab. Hochspezialisierte
                                                                      Medizin sollte daher nicht isoliert von Forschung und Lehre betrach-
                                                                      tet werden. Die Ausdifferenzierung von Lehre und Forschung ist ein
                                                                      dynamischer, von Forschung und Entwicklung begleiteter Prozess.
                                                                      Die Diskussion über Fallzahlen, um den Erfolg der Behandlung zu
                                                                      sichern, ist nur eine Facette des Begriffs.
                                                                           Im diesjährigen Wissensbericht widmen wir uns der Hochspe-
                                                                      zialisierten Medizin als wesentlichem Aspekt der universitären Me-
                                                                      dizin, ihren Anforderungen und Auswirkungen auf den Betrieb und
                                                                      die Führung eines Universitätsspitals. Dazu geben wir einen Über-
                                                                      blick über die akademischen Qualifikationen und unseren Umgang
                                                                      damit. Im Namen der Spitalleitung und des Spitalrats bedanke ich
                                                                      mich bei allen Beteiligten – insbesondere den Kliniken und Institu-
                                                                      ten sowie der Universität Zürich – für ihren Beitrag zum Wissens-
                                                                      bericht 2013.

                                                                      Rita Ziegler, lic. oec. HSG
                                                                      Vorsitzende der Spitaldirektion

         4          Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich

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Wissensbericht - Universitätsspital Zürich
Vorworte

             Plattformen dienen der                                                   Die Bedeutung der
             translationalen Forschung                                                universitären Medizin
                                                                                      für die UZH

             Es ist der Anspruch der universitären Medizin, den Patientinnen und      Die universitäre Medizin hat im Wesentlichen drei Aufgaben zu er-
             Patienten durch eine moderne translationale Forschung eine hohe          füllen: «Specialised patient care, education and training and biome-
             Lebensqualität zu ermöglichen. Das Ziel der translationalen For-         dical research and developement» [E.C. Klasen et al.]. Ausgangs-
             schung ist es, neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung zu          und Koordinationspunkt für die universitäre Medizin ist in aller Regel
             gewinnen und diese sicher, strukturiert und kontrolliert in die klini-   die Medizinische Fakultät; sie sollte die Verbindung der Universität
             sche Anwendung zu überführen. Die universitäre Medizin verbindet         mit den universitären Spitälern sicherstellen. Allgemein sind aber
             innovative Forschung, klinische Kompetenz und Wissensvermitt-            auch sich verändernde Rahmenbedingungen für die universitäre
             lung.                                                                    Medizin festzustellen. Stichworte dazu sind die Ökonomisierung der
                  Am Zürcher UniversitätsSpital unterstützt die Direktion For-        Medizin, die zunehmende Hochspezialisierung sowie der sich än-
             schung und Lehre in enger Kooperation mit dem universitären Zen-         dernde Bedarf der Gesundheitsversorgung hinsichtlich der demo-
             trum für Klinische Forschung (ZKF) den Prozess der Translation zwi-      grafischen und epidemiologischen Entwicklungen. Wesentlich ist,
             schen «bench and bedside». Mit mehreren Forschungsplattformen            dass die Freiheit von Forschung und Lehre nicht gefährdet wird.
             werden den Forschenden bestmögliche Optionen für eine erfolgrei-              Die Bedeutung der Universitäten Medizin für die UZH geht schon
             che und patientenorientierte Forschung zur Verfügung gestellt. Die       daraus hervor, dass sie mit dem Ziel 4, spezifisch in den Strategi-
             Plattform «Clinical Trial Center» unterstützt die Forschungsgruppen      schen Zielen 2020 der Universität, Eingang findet. Unter den korre-
             bei ihren klinischen Studien, die unter Berücksichtigung von Quali-      spondierenden Massnahmen ist festgehalten: «Die UZH verbessert
             tätssicherung und Qualitätskontrolle nach nationalen und interna-        die strategische Zusammenarbeit mit den universitären Spitälern
             tionalen Vorgaben durchzuführen sind. Das «Bildungszentrum ZKF»          und der ETH Zürich. Sie passt ihre Führungsstrukturen den Anfor-
             stellt eine weitere Plattform dar und dient der Aus- und Weiterbil-      derungen an eine wettbewerbsfähige universitäre Medizin an und
             dung in der Klinischen Forschung. Jüngste Plattform ist das «Zent-       wirkt im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv auf eine bessere Koordi-
             rum für Regenerative Medizin», welche die Produktion von patien-         nation in der universitären Medizin hin.» In diesem Sinne erfolgte
             teneigenem Gewebe oder Zellen unter Bedingungen der Good Labo-           auch die Gründung der Hochschulmedizin Zürich (HMZ) mit den
             ratory Practice (GLP) und Good Manufacturing Practice (GMP) er-          Gründungspartnern Universität, ETH Zürich und UniversitätsSpital,
             möglicht.                                                                wobei in naher Zukunft weitere universitäre Spitäler Partner werden
                  Forschung und Entwicklung sind Stärken des Wissensplatzes           sollen.
             Schweiz. Im Gesundheitswesen sind die Universitätsspitäler we-                Zukünftige Herausforderungen der universitären Medizin Zürich
             sentlich an diesen Prozessen beteiligt. In diesem Kontext erfordert      werden im Wesentlichen sein: die räumliche Entwicklung sowohl
             das Management von Forschungsprozessen die optimale Umset-               der universitären Spitäler als auch der Institute und Einheiten der
             zung der translationalen Forschung sowie qualifizierte und enga-         Medizinischen Fakultät am Standort Zürich; die Finanzierung der
             gierte Mitarbeitende. Ohne moderne, bestausgerüstete Forschungs-         universitären Medizin insbesondere vor dem Hintergrund der Ein-
             plattformen ist eine hochstehende und erfolgreiche translationale        führung der Swiss DRGs und der Sonderfinanzierung der Hochspe-
             Forschung schwer zu realisieren. Die Medizinische Fakultät der Uni-      zialisierten Medizin und die Entwicklung zu einer zukunftsfähigen
             versität und das Universitätsspital haben dies erkannt und schaffen      Governance der universitären Medizin Zürich. Die Entwicklung hat
             durch gemeinsame Konzepte bestmögliche Voraussetzungen für               der Kanton mit einem eigenen Projekt bereits aufgenommen und
             eine erfolgreiche, patientenorientierte Forschung.                       vorgezeichnet.

             Prof. Dr. Gregor Zünd                                                    Prof. Dr. Dr. Klaus Grätz
             Direktor Forschung und Lehre                                             Dekan Medizinische Fakultät
                                                                                      Universität Zürich

                                                                                                        Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich         5

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Wissensbericht - Universitätsspital Zürich
Schwerpunkt Hochspezialisierte Medizin

         Zwischen Fortschritt
         und Planwirtschaft
         Hochspezialisierte Medizin (HSM) ist                 Die Interkantonale Vereinbarung zur Hoch-      die Hintergründe für eine Konzentration der
         ein Produkt der universitären Medi-                  spezialisierten Medizin (IVHSM) hat die        hochspezialisierten Medizin bewusst zu
         zin – die wiederum durch Forschung                   tertiäre Gesundheitsversorgung ins Ram-        machen. Aus der Sicht der Patienten ist eine
         und Lehre charakterisiert ist. An                    penlicht gerückt. Basierend auf der KVG-Re-    Konzentration von seltenen und komplexen
                                                              vision wurden die Kantone beauftragt, diese    Behandlungen richtig. Es gibt hinreichend
         Universitäten wird das erforderliche
                                                              Leistungen national zu steuern, mit Konzen-    Evidenz, dass sich grössere Fallvolumen
         Wissen erarbeitet und nach for-                      tration von ressourcenintensiven Methoden.     positiv auf den Behandlungserfolg auswir-
         schungsbasierter Evaluation vermit-                  Das UniversitätsSpital Zürich ist dabei als    ken. Zu berücksichtigen ist dabei, dass es
         telt. Die aktuelle Debatte über den                  nationales Zentrumsspital von fast allen Zu-   nicht reicht, einen hervorragend qualifizier-
         Konzentrationsprozess der so genann-                 teilungsentscheiden direkt betroffen.          ten Chirurgen oder interventionellen Kardio-
         ten Spitzenmedizin wird diesen Zu-                                                                  logen verfügbar zu haben. Von der Bild­
         sammenhängen allerdings wenig                        Es geht um mehr als nur Kosten                 gebung über die Operationseinheiten, die
         gerecht.                                             Die Debatte rund um die Arbeiten der           Intensivpflegestation und die Pathologie bis
                                                              IVHSM war von Anfang an von Emotionen          zur Abteilungspflege und der Physiothera-
                                                              geprägt. Die Konzentrationsbestrebungen        pie braucht es Spezialwissen, das über ein
                                                              haben bei Betroffenen Versorgungs- und         komplexes System von Rapporten, Boards,
                                                              Existenzängste ausgelöst. Einzelne Berei-      Konsiliardiensten, elektronische Patienten-
                                                              che, wie beispielsweise die Herztransplan-     akte und gezielte Weiterbildungsaktivität
                                                              tation, berühren Beteiligte und Unbeteiligte   sichergestellt werden muss. Die Infrastruk-
                                                              unterschiedlich stark. So werden die           tur muss stimmen, um mitzuhalten.
                                                              Entscheide kritisiert, oft auch mit dem
                                                              Argument, diese dienten nur dem An-sich-       Fundament der HSM ist Forschung
                                                              Ziehen von Leistungen zugunsten der            und Lehre
                                                              grossen universitären Zentren. Dies ver-       Aus Perspektive eines Universitätsspitals
                                                              deutlichte sich insbesondere bei den jüngs-    muss die Debatte um die hochspezialisierte
                                                              ten Entscheiden zur Onkologie. Mehrere         Medizin berücksichtigen, dass diese ein
                                                              Einsprachen sind zurzeit noch hängig,          Produkt der universitären Medizin ist. Feh-
                                                              anderen wurde bereits stattgegeben. Die        len Lehre und Forschung, kann sich die
                                                              IVHSM-Gremien sind vom Bundesverwal-           Spitzenmedizin nicht weiterentwickeln.
                                                              tungsgericht angehalten worden, ihre Ent-      Fehlen Weiterbildungsprogramme, wird die
                                                              scheidungsprozesse zu evaluieren. Dabei        hochspezialisierte Medizin von heute nicht
                                                              handelt es sich aber um Verfahrensfragen,      wie vorgesehen, zur Routinemedizin von
         Prof. Dr. Jürg Hodler                                nicht um die Ablehnung einer medizinisch       morgen. Wer auf der IVHSM-Liste steht,
         ist seit 2011 Ärztlicher Direktor des                sinnvollen Konzentration.                      muss einen wesentlichen Beitrag an For-
         Spitals. Er ist für die medizini-                                                                   schung, Lehre und Weiterbildung leisten.
         schen Dienstleistungen und die An-
                                                              Hochspezialisierte Medizin erfordert           Universitätskliniken stehen dabei beson-
         gebotsstrategie verantwortlich.
         Nach seiner Weiterbildung zum Ra-                    Interdisziplinarität                           ders in der Pflicht. Gerade sie nehmen so-
         diologen am Inselspital Bern                         Dass Konzentrationsbemühungen polarisie-       mit in der Erbringung von Spitzenmedizin
         und am USZ absolvierte er einen                      ren, liegt auf der Hand. Dass der zunehmen-    eine wichtige Rolle ein. Lehre und For-
         Forschungsaufenthalt an der Univer-
         sity of California. Dann wurde er                    de Wettbewerb im Gesundheitswesen dies         schung und damit die Erbringung von hoch-
         1992 Leiter und ab 2001 Chefarzt                     noch verstärkt, ist ebenfalls nachvollzieh-    spezialisierten Leistungen sind Teil ihres
         der Radiologie der Uniklinik Balgrist.               bar. Die Diskussion um die Spitzenmedizin      Auftrags und ihrer Unternehmenskultur.
         Seit 2010 ist er Direktor des Insti-
         tuts für Diagnostische und Interven-                 ist teilweise verfahren. Es ist also notwen-   Diese Leistungen sind überprüfbar: von der
         tionelle Radiologie am USZ.                          dig, einen Schritt zurückzutreten und sich     Anzahl und Bedeutung wissenschaftlicher

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Wissensbericht - Universitätsspital Zürich
Schwerpunkt Hochspezialisierte Medizin

              Die IVHSM regelt unter
              anderem folgende
              Teilbereiche der hoch-
              spezialisierten Medi-
              zin:
              – Hochspezialisierte Viszeralchirurgie
              – Neurochirurgie                         Publikationen bis zur Zahl der Weiterbil-        mit Verfahrensfragen beschäftigt sind,
              – Hochspezialisierte Behandlung          dungsstellen. Es geht also nicht in erster       scheinen die Entwicklung der Medizin und
                von Hirnschlägen                       Linie darum, Marktanteile zu gewinnen.           das Patientenwohl in den Hintergrund zu
              – Behandlung von Schwerverletzten        Auch geht es nicht darum, sich auf das           treten. Juristische Geplänkel tragen dazu
                und schweren Verbrennungen             planwirtschaftliche Zuteilungssystem zu          bei, dass alte Strukturen erhalten bleiben.
              – Organtransplantationen und             verlassen, anstatt sich auf einem freien         Entscheidend werden aber schliesslich die
                allogene hämatopoietische              Markt zu bewähren. Es geht um den klini-         Aktivitäten und Leistungen der universitä-
                Stammzelltrans­plantationen            schen, wissenschaftlichen und edukativen         ren Medizin mit Lehre und Forschung sein.
              – Cochlea-Implantate                     Auftrag und die Rolle als «tertiäre und          Dafür gilt es, Strukturen für die Zukunft auf-
              – Protonentherapie                       so genannte Maximalversorger» in der             zubauen.
                                                       Schweiz. Mit Ausrichtung darauf ist auch
                                                       die Positionierung im Rahmen der IVHSM so
                                                       zu wählen, dass die universitären Institutio-
                                                       nen dem gerecht werden können. Im libe-
                                                       ral-wirtschaftlichen Umfeld benötigen diese
                                                       aber auch den gleichen Spielraum wie die
                                                       anderen Anbieter.

                                                       Hochspezialisierte Medizin als
                                                       Produkt der universitären Medizin

                                                              Hochspezialisierte Medizin

                                                            Forschung                Lehre

                                                       Zukunft der IVHSM
                                                       Obschon die Konzentrationsdebatte oft
                                                       emotional geführt wird und viele Wertefra-
                                                       gen aufwirft, sind ihre Absicht und ihr sach-
                                                       licher Hintergrund richtig und notwendig.
                                                       Während die IVHSM-Gremien mit Diskussi-
                                                       onen um angebliche oder reale planwirt-
                                                       schaftliche Komponenten konfrontiert und

                                                                                                 Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich    7

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Wissensbericht - Universitätsspital Zürich
Schwerpunkt Hochspezialisierte Medizin

         Innovationspotenzial fördern,
         nicht verplanen
         Die Konzentrationsprozesse der IVHSM                Prof. Dr. Felix Gutzwiller, Sie sind seit        heute Spitzenmedizin ist, gehört morgen oft
         erhitzen nicht nur die Gemüter der                  14 Jahren National- bzw. Ständerat               schon zur Routinebehandlung.
         Fachwelt. Auch die Politik hat aufge-               und waren 25 Jahre Direktor des Instituts
         horcht. Universitätsprofessor und                   für Sozial- und Präventivmedizin der             Mit der IVHSM erfährt die HSM einen
                                                             Universität Zürich. Was bedeutet das             Konzentrationsprozess, der auf die
         Ständerat Felix Gutzwiller liegt viel
                                                             Gesundheitswesen für die Schweiz?                Gewichtung von Novität, Menge, Komple-
         daran, dass der aktuelle Prozess                    Gesundheit hat eine zunehmende Wichtig-          xität oder Kosten zielt. HSM-Leistungen
         die hochspezialisierte Medizin nicht                keit in der westlichen Welt. Die immer älter     werden so künftig geplant und gesteuert.
         verbürokratisiert.                                  werdende Gesellschaft hat heutzutage –           Wie beurteilen Sie diesen Prozess?
                                                             über die Heilung von Krankheiten hinaus –        Die hochspezialisierte Medizin ist ressour-
                                                             ein Bedürfnis, so lange wie möglich gesund       cenintensiv und immer nahe an experimen-
                                                             zu sein. Für diesen zentralen Wert ist die       tellen Verfahren. Im Gesundheitswesen gel-
                                                             Gesellschaft auch bereit, viel zu investieren.   ten darüber hinaus die Gebote der Sicherheit
                                                             Dazu kommt der ökonomische Faktor des            und Transparenz. Es ist daher eine Heraus-
                                                             Gesundheitswesens als grösster Arbeit­           forderung, zwischen Konzentrationsprozes-
                                                             geber und als Stabilisator der Wirtschaft.
                                                             Nicht zuletzt ist das Gesundheitswesen ein
                                                             sehr innovativer Sektor, der mit seinen For-
                                                             schungsaktivitäten im Bereich Biotechnolo-        «Forschung und Lehre
                                                             gie und Pharma wesentlich zum Wachstum
                                                             beiträgt. Davon gehen viele Impulse für
                                                                                                              sind für die universitäre
                                                             Spin-offs und KMU aus.                              Medizin zentral.»
                                                             Welche Rolle nehmen dabei die Universi-
                                                             tätsspitäler ein?
                                                             Die Schweizer Universitätsspitäler sind          sen und Qualitätsdebatten abzuwägen. Wie
                                                             Flaggschiffe des Gesundheitswesens. Dort         die aktuellen richterlichen Urteile zeigen,
                                                             entstehen medizinische und technische In-        hat dies auch bei den bisherigen IVHSM-
                                                             novationen, denn diese universitären Lea-        Entscheiden Schwierigkeiten mit sich ge-
                                                             der stehen an der Schnittstelle zwischen         bracht. Aus meiner Sicht besteht bei der
                                                             Forschung und Umsetzung.                         IVHSM ein Risiko, dass die hochspeziali-
                                                                                                              sierte Medizin bürokratisiert und zentrali-
                                                             ... und im Kontext der hochspezialisierten       siert wird. Dies halte ich in einem liberalen
                                                             Medizin (HSM)?                                   Gesundheitswesen – das ja eigentlich auch
                                                             Die hochspezialisierte Medizin ist ein           vom KVG gewünscht wird – für keine gute
                                                             Schwerpunkt der universitären Medizin –          Entwicklung.
                                                             sie bildet quasi die Spitze. Forschung und
                                                             Lehre sind dafür zentral. Diese Form der         Wie nehmen Sie als Politiker darauf
                                                             Medizin steht aber auch im Brennpunkt. Es        Einfluss?
                                                             geht dabei um drei zentrale Fragen: Was ist      Als Zürcher Politiker liegt mir viel am Stand-
                                                             machbar? Was ist ethisch vertretbar? Und         ort Zürich und ich unterstütze dies vor und
                                                             schliesslich: Was ist von der Volkswirt-         hinter den Kulissen. Für die hochspeziali-
                                                             schaft auch finanzierbar? Dazu kommt eine        sierte Medizin habe ich aktuell eine Inter-
                                                             starke zeitliche Komponente, denn was            pellation eingereicht, die auf deren weitere

         8       Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich

711992_USZH_WB13_T1.indd 8                                                                                                                                     06.05.14 11:44
Schwerpunkt Hochspezialisierte Medizin

                                                                                                                Prof. Dr. Felix Gutzwiller
                                                                                                                ist FDP-Ständerat und emeritierter Professor der
                                                                                                                Universität Zürich. Der 66-jährige Präven­t iv-
                                                                                                                mediziner und Politiker engagiert sich für die
                                                                                                                Themen Gesundheit, Vorsorge, Wirtschaft,
                                                                                                                Wissenschaft sowie Aussenpolitik. Professor
                                                                                                                Gutzwiller studierte an der Medizinischen Fakul-
                                                                                                                tät der Universität Basel. Nach dem Studium ab-
                                                                                                                solvierte er einen Master of Public Health (MPH)
                                                                                                                an der Harvard University in Boston, anschlies-
                                                                                                                send doktorierte er an der John Hopkins
                                                                                                                University in Baltimore. Zurück in der Schweiz,
                                                                                                                habilitierte er 1981 an der Universität Basel.
                                                                                                                Von 1983 bis 1988 war er Direktor des Instituts
                                                                                                                für Sozial- und Präventivmedizin der Uni-
                                                                                                                versität Lausanne, von 1988 bis 2013 Professor
                                                                                                                und Direktor des Instituts für Sozial- und
                                                                                                                Präventivmedizin der Universität Zürich. Seine
                                                                                                                politische Karriere begann 1985 als Gemein-
                                                                                                                derat in Belmont-sur-Lausanne. Von 1985 bis
                                                                                                                2011 präsidierte er den Ausschuss «Gesund-
                                                                                                                heitspolitik» der FDP. 1999 wurde er für die FDP
                                                                                                                des Kantons Zürich in den Nationalrat ge-
                                                                                                                wählt, 2007 in den Ständerat. Er ist Mitglied
                                                                                                                der Kommission für Soziale Sicherheit und Ge-
                                                                                                                sundheit (SGK-SR), der aussenpolitischen
                                                                                                                Kommi­s sion (APK-SR), die er präsidiert, sowie
                                                                                                                Mitglied der Kommission für Wissenschaft,
                                                                                                                Bildung und Kultur (WBK-SR) und Delegierter
                                                                                                                der Interparlamentarischen Union (IPU-V).

             Entwicklung im Hinblick auf die Qualitäts-         Medizin ist mir zudem eine übergeordnete
             debatte abzielt. Der Staat muss dabei als          Perspektive wichtig, denn der Innovations-
             Regulator und als Aufsicht wirken, aber            wettbewerb besteht nicht nur zwischen Zü-
             nicht als operative Instanz. Gerade im Kan-        rich, Bern und Genf, sondern auch mit Ber-
             ton Zürich sehen wir da eine positive Ent-         lin, London und Boston. Er ist heutzutage
             wicklung. Ein Zuviel an Bürokratie verlang-        global. Ziel muss es daher sein, dass unse-
             samt die Innovation und setzt weniger              re universitären Zentren dafür stark genug
             Anreize. Dies will ich mit der Interpellation in   sind. Dazu gehören die Ausrichtung der
             den kommenden Monaten thematisieren.               Infrastruktur oder Förderungsprogramme,
                                                                wie sie beispielsweise vom Schweizeri-
             Darüber hinaus, welche Ansätze sind                schen Nationalfonds ausgerichtet werden.
             Ihnen im Bereich der HSM wichtig?                  Wir haben hier ein grosses Potenzial, dieses
             Im Gesundheitswesen – insbesondere auch            gilt es auch von politischer Seite zu unter-
             in der HSM – braucht es Wettbewerb, aller-         stützen und zu fördern.
             dings einen vom Staat regulierten Wettbe-
             werb. Im Kontext der hochspezialisierten

                                                                                                         Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich      9

711992_USZH_WB13_T1.indd 9                                                                                                                                    06.05.14 11:44
Highlights 2013

         Highlights 2013 –
         zwölf herausragende Projekte
                                                                                                    MAI 2013
                                                                                                    Alternativen zu Bluttransfusionen
                                                                                                    verbessern Sicherheit
                                  FEB. 2013                                                         In der Mai-Ausgabe 2013 der Zeitschrift
                                  100 Jahre Klinik für Psychiatrie
                                  und Psychotherapie                                                «Lancet» publizierte der Direktor des
                                                                                                    Instituts für Anästhesiologie, Professor
                                  Die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie wurde               Dr. Donat R. Spahn, eine Studie, die
                                  1913 gegründet. In diesen hundert Jahren hat sich die             den Nutzen von Alternativen zu Bluttrans-
                                  Fachrichtung zu einer bedeutenden Disziplin entwi-                fusionen und neuen Konzepten wie dem
                                  ckelt. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit              «Patient Blood Management» analysierte.
                                  anderen Kliniken ermöglicht den Patienten eine ganz-              Die Studie belegt nun erstmals, dass
                                  heitliche Behandlung. Ferner liefert die universitäre             Alternativen zu Bluttransfusionen die
                                  psychiatrische Forschung laufend neuste Erkenntnisse,             Sicherheit massgeblich verbessern.
                                  woraus neue Behandlungskonzepte entstehen.

                                                                   APR. 2013
         Jan. 2013                                                 Laserschwert gegen Herzrhythmusstörungen               JUN. 2013
         Immunzellen im Gehirn                                                                                            Neuer Therapieansatz
                                                                   Im April 2013 wurde zum ersten Mal in der Schweiz
         wirken schützend                                                                                                 für multiple Sklerose
                                                                   ein Patient mit Herzrhythmusstörungen erfolgreich
         Mikroglia sind Immunzellen                                mit einem Laserballonkatheter behandelt. Über          Ein internationales For-
         des Gehirns, die durch                                    100’000 Schweizer leiden an Vorhofflimmern – der       scherteam um Prof.
         alle Hirnregionen patrouillie-                            häufigsten Herzrhythmusstörung. Medikamente            Dr. Roland Martin von der
         ren. Krankheiten oder Läsio-                              verfehlen dabei oft ihre Wirkung. Deshalb ist die      Klinik für Neurologie
         nen aktivieren sie. Wenn                                  Katheterbehandlung eine gute Alternative. Die          hat ein neues Verfahren
         ihre Funktion gestärkt wird,                              Lasermethode ermöglicht neu eine Sichtkontrolle,       zur Frühbehandlung
         bieten sie einen Schutz                                   was den Eingriff präziser macht.                       der multiplen Sklerose
         gegen neurodegenerative                                                                                          entwickelt. Die Methode
         Erkrankungen wie Alzheimer
         oder die Prionenerkran-                 MRZ. 2013                                                                reduziert die spezifisch
                                                                                                                          gegen Mye­linantigene
         kung. Diese therapeutische              750. Cochlea-Implantation                                                gerichtete Autoimmun-
         Wirkung hat Professor                                                                                            reaktion. Dies belegte die
                                                 Menschen mit Gehörverlust können dank eines Coch-
         Adriano Aguzzi im Januar                                                                                         ETMIS-Studie, die in der
                                                 lea-Implantats wieder hören. Das USZ – heute das
         2013 im renommierten                                                                                             Juni-Ausgabe von
                                                 grösste CI-Zentrum der Schweiz – hat diese Technik
         «Science»-Magazin erstmals                                                                                       «Science Translational
                                                 mitentwickelt. 1977 gelang hier die erste Schweizer
         beschrieben.                                                                                                     Medicine» publiziert
                                                 Cochlea-Implantation. Anfang März 2013 wurde nun
                                                                                                                          wurde.
                                                 die 750. Operation durchgeführt. In fünf Schweizer
                                                 Zentren werden nun jährlich 160 Cochlea-Implantationen
                                                 durchgeführt, ein Drittel davon bei Kleinkindern.

         10      Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich

711992_USZH_WB13_T1.indd 10                                                                                                                            06.05.14 11:44
Highlights 2013

             JUL. 2013
             Jahresposterpreis 2013 für
             Neuroradiologieforschung

             Dr. Nils H. Ulrich von der
             Klinik für Neuroradiologie                                                                           DEZ. 2013
             wurde an der Jahrestagung                                                                            Neue Methode bei starkem
             2013 der Swiss Federation                                                                            Übergewicht
             of Clinical Neuroscience
                                                                                                                  Als erstes Schweizer Spital bietet
             (SFCNS) für seine wissen-
             schaftliche Arbeit zum Thema
             «Anatomical Location of
                                                    SEP. 2013                                                     das USZ seit 2013 eine neue
                                                                                                                  Behandlungsmethode für Adipositas
                                                    «Gebrochenes-Herz-Syndrom»                                    und Altersdiabetes an: den so
             Cranial Nerve Nuclei in Pons           wissenschaftlich nachgewiesen                                 genannten «Endo Barrier». Dabei
             Lesions: Initial Experiences
                                                                                                                  wird endoskopisch ein Kunststoff-
             and Clinical course with               Die Takotsubo-Kardiomyopathie ist eine seltene
                                                                                                                  schlauch in den Dünndarm
             Diffusion Tensor Imaging at            Form des Herzinfarkts. Sie wird auch «Syndrom
                                                                                                                  eingesetzt, wo dieser die Umwand-
             3T» mit dem Jahresposter-              des gebrochenen Herzens» genannt. Das Syn-
                                                                                                                  lung der Nahrung in Energie
             preis ausgezeichnet.                   drom tritt plötzlich auf, meist nach einem grossen
                                                                                                                  verhindert. Die Methode ist eine
                                                    emotionalen Ereignis. Forschende aus Zürich
                                                                                                                  Alternative zu chirurgischen
                                                    und Hannover haben nun einen Biomarker (micro-
                                                                                                                  Eingriffen wie dem Magenbypass
                                                    RNA) für die Takotsubo-Kardiomyopathie ent-
                                                                                                                  oder dem Magenband.
                                                    deckt. Im September haben sie darüber im «Euro-
                                                    pean Heart Journal» berichtet.

                              AUG. 2013                                                        NOV. 2013
                              Eine weltweit erstmals                                           Bei Katzenallergie die Katze impfen
                              durchgeführte Operation
                                                                                               Ein Forscherteam des USZ hat 2013 eine innovative
                              Im August haben Chirurgen des                                    Methode gegen Katzenhaarallergie entwickelt.
                              Kinderspitals und des Universitäts-                              Erstmals soll anstelle des Menschen die Katze gegen
                              Spitals Zürich gemeinsam ein                                     das Protein geimpft werden, das die Allergie beim
                              kleines Mädchen operiert, das an                                 Mensch auslöst. Die Forschungsgruppe um PD
                              einem Tumor litt, der mehrere                                    Dr. Gabriela Senti, PD Dr. Thomas Kündig und Prof.
                              Organe befallen hatte und fast die                               Dr. Martin Bachmann wurde für ihre neuartige
                              gesamte Bauchhöhle einnahm.                                      Methode mit dem Swiss Technology Award 2013
                              Ohne Operation hätte das Kind nur                                ausgezeichnet.
                              noch wenige Wochen zu leben
                              gehabt. Beim riskanten, aber
                              erfolgreichen, über zwölf Stunden
                              dauernden Eingriff wurden ein
                                                                          OKT. 2013
                                                                          Hochschulabschluss in Kardiotechnik
                              Kilogramm Tumorgewebe und meh-
                              rere Organe entfernt.                       Im Jahr 2013 startete der Masterstudiengang Cardiovas­
                                                                          cular Perfusion (MAS CP), den das USZ und die Kalaidos
                                                                          Fachhochschule anbieten. Der dreijährige Studiengang
                                                                          richtet sich an Fachpersonen aus der Anästhesie- und
                                                                          Intensivpflege, die sich in Kardiotechnik weiterbilden möch-
                                                                          ten. In diesem Fachbereich eröffnen sich laufend neue
                                                                          Aufgabenfelder. Entsprechend gross ist die Nachfrage nach
                                                                          hochspezialisierten Fachkräften.

                                                                                                    Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich     11

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Wissensvermittlung
                              Dem strukturierten Umgang mit
                              professionellen Fähigkeiten kommt
                              in Organisationen mit grosser
                              Komplexität und hohem Speziali­
                              sierungsgrad eine besondere
                              Bedeutung zu. Vorhandene und
                              notwendige Kompetenzen der
                              Mitarbeitenden sind zu identifizie­
                              ren, zu entwickeln und gezielt
                              einzusetzen. Wissensmanagement
                              dient so dem medizinischen Fort­-
                              schritt und der qualitativ hoch-
                              stehenden Behandlung von Patien-
                              tinnen und Patienten.

                              Zum Bild
                              Mit 300 Plätzen ist der Hörsaal im Nordtrakt der grösste
                              Hörsaal des UniversitätsSpitals Zürich. Täglich finden
                              hier Weiterbildungen für Mitarbeitende, Vorlesungen für
                              Medizinstudenten, Symposien und andere Veranstal-
                              tungen statt.

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Wissensvermittlung

         Laufbahnmodelle
         für Ärztekarrieren
         Für die Karriereplanung von Ärztin-                  Seit 2013 basiert die ärztliche Karriere­        Clinical Track
         nen und Ärzten hat das Universitäts-                 planung am Zürcher Unispital auf einem           Im zweiten Modell werden klinische Aufga-
         Spital Zürich drei verschiedene                      strukturierten Laufbahnentwicklungspro-          ben mit einem Forschungsanteil kombiniert.
         Laufbahn­modelle entwickelt. Die                     zess, der einen Spitalarzt-Track und je ei-      Die meisten Ärzte des Spitals durchlaufen
                                                              nen Weg für die klinische oder die akademi-      diesen Track. Im Laufbahn-Track sollen vor
         bisherigen Erfahrungen sind positiv –
                                                              sche Ausrichtung ermöglicht. Bereits junge       allem die künftigen Kaderärzte ausgebildet
         für die Ärzte und das Spital.                        Assistenzärztinnen und Assistenzärzte wer-       werden. Primäres Karriereziel sind neben
                                                              den ins Modell aufgenommen. Anlässlich           spezialisiertem medizinischem Know-how
                                                              eines Laufbahngesprächs mit den Vorge-           auch konsistente Beiträge zur Forschung
                                                              setzten werden die Präferenzen und das           und Lehre sowie das Klinikmanagement.
                                                              Potenzial festgehalten und so das mögliche       Die Ärzte werden insbesondere auf die Po-
                                                              Szenario für die individuelle ärztliche Lauf-    sition des Leitenden Arztes und bei geeig-
                                                              bahn definiert. Dabei wird berücksichtigt,       neter Qualifikation des Chefarztes eines
                                                              dass sich die einen Ärzte mehr für die Klinik    nicht-universitären Spitals vorbereitet, mit
                                                              und andere mehr für die Forschung interes-       konsistenter akademischer Aktivität und
                                                              sieren. Diesen verschiedenen Bedürfnissen
                                                              entspricht das neue Karrieremodell. Ein
                                                              Wechsel zwischen den drei verschiedenen
                                                              Tracks ist dabei jederzeit möglich. Ziel der      «Das Laufbahnmodell
                                                              neuen Karriereplanung ist es, die richtigen
                                                              Ärzte hinsichtlich der zu ihnen passenden
                                                                                                                  legt die Basis für
                                                              Aufgaben zu fördern und ihnen einen abge-          eine systematische
                                                              stimmten – also idealen und individuellen
                                                              Bildungsweg anzubieten. Damit erhöht das            Karriereplanung.»
                                                              Spital seine Attraktivität als Arbeitgeber.

                                                              Spitalarzt-Track
                                                              Einer der drei Tracks ist konsequent klinisch    Verantwortung für einen eigenen Fachbe-
                                                              ausgerichtet. Karriereziel ist dabei, als Spi-   reich Insbesondere im Bereich Patientenbe-
                                                              talarzt mit Fokus auf die kontinuierliche Pa-    treuung, Lehre und Forschung. Seit 2013
                                                              tientenbetreuung zu arbeiten. Dieses Mo-         bietet das UniversitätsSpital Zürich auch die
                                                              dell ist bei entsprechenden betrieblichen        Position des Oberarztes mit erweiterter
         Prof. Dr. Jürg Hodler                                Bedürfnissen auch sehr erwünscht. Bei-           Verantwortung (meV) an, die sich für Ärzte
         ist seit 2011 Ärztlicher Direktor des                spielsweise arbeiten in der Klinik für Visze-    eignet, die Spezialwissen auf universitärem
         Spitals. Er ist für die medizini­-                   ral- und Transplantationschirurgie bereits       Niveau verfügen, jedoch eine geringere
         schen Dienstleistungen und die An-
                                                              seit längerem Stationsärzte, da diese eine       akademische Aktivität haben als die Leiten-
         gebotsstrategie verantwortlich.
         Nach seiner Weiterbildung zum Ra-                    höhere Präsenz auf den Bettenstationen           den Ärzte.
         diologen am Inselspital Bern und                     haben als ihre Kollegen, die sich in der chi-
         am USZ absolvierte er einen For-
                                                              rurgischen Weiterbildung befinden oder           Academic Track
         schungsaufenthalt an der University
         of California. Dann wurde er 1992                    wissenschaftlich tätig sind. Von Vorteil ist     Dieser Track zielt auf eine betont wissen-
         Leiter und ab 2001 Chefarzt der                      es, dass Anstellungen als Spitalarzt unbe-       schaftliche Karriere, oft mit Aktivitäten in
         Radiologie der Uniklinik Balgrist.                   fristet sind und klar geregelte Arbeitszeiten    der Grundlagenforschung. Karriereziel die-
         Seit 2010 ist er Direktor des Insti-
         tuts für Diagnostische und In-                       bieten. Der Track ermöglicht dadurch eine        ser Laufbahn ist die Entwicklung zum «Aka-
         terventionelle Radiologie am USZ.                    gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf.        demischen Leitenden Arzt», der eine Abtei-

         14       Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich

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Wissensvermittlung

             lung oder einen Spezialbereich inklusive        wissenschaftlichen Institutionen ausgebil-          dungen angeboten, wie beispielsweise die
             einer Forschungsgruppe leitet. Teil dieses      det werden.                                         Leadershipkurse oder Assessments. Ein
             Laufbahnmodells kann das MD-PhD-                                                                    positiver Nebeneffekt ist zudem, dass mit
             Programm sein. Entweder beginnt diese           Bewusstsein für Laufbahnentwicklung                 dem Laufbahnmodell das Bewusstsein für
             akademische Doppelausbildung bereits pa-        Mit dem ärztlichen Laufbahnmodell wurde             die Facetten und Erfordernisse von Karrie-
             rallel zum Medizinstudium oder wird unmit-      die Basis für eine systematische und recht-         ren wächst – dies beim Ärztenachwuchs,
             telbar im Anschluss an das Staatsexamen         zeitige Karriereplanung gelegt. Während             aber auch beim heutigen Kader. Dies er-
             in Angriff genommen. Der Track stellt die       diese in der Ärzteschaft traditionell Sache         möglicht schliesslich auf beiden Seiten
             Forschung ins Zentrum, integriert aber ei-      der Kliniken und Institute war und ist, über-       transparente und nachvollziehbare Ent-
             nen relevanten klinischen Anteil. Mit diesem    nimmt ein Spital mit solchen strukturierten         scheidungen, die auf einheitlichen Kriterien
             Modell sollen künftige Direktorinnen und        und geplanten Prozessen auch einen Teil             basieren.                                           ›
             Direktoren der universitären Kliniken und       der Verantwortung. Ergänzend werden für
             Institute oder Leiterinnen und Leiter von       die verschiedenen Karriereschritte Fortbil-

             Laufbahnmodell

                                                  Stationsarzt Track A                 Clinical Track B                          Academic Track C

                        Unterassistent                                          Masterarbeit/Staatsexamen

                                                                                     Promotion (Dr.)
                         Assistenzarzt            Assistenzarzt
                                                                                                                                                    Oberarzt i. V.

                         Oberarzt i. V.                                                            Facharzt

                                                  Fokus:                               Fokus:                                    Fokus:
                            Oberarzt              Kontinuierliche                      Klinische Tätigkeit mit                   Klinische Tätigkeit mit
                                                  Patientenbetreuung                   Forschungsanteil                          erhöhtem Forschungsanteil
                         Oberarzt meV                                                                                            oder
                  mit erweiterter Verantwortung                                                                                  Forschungstätigkeit mit
                                                                                                                                 geringem (20 %) klinischem
                                                                                                                                 Anteil
                         Leitender Arzt

                            Chefarzt
                   Zentrums- und Kantonsspital

                   Klinik-/Institutsdirektor
                        Universitätsspital

                                                                                                          Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich        15

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Wissensvermittlung

         Assistenzprofessuren
         Im Januar 2012 verabschiedeten der Universitätsrat und die
         Universitätsleitung die strategischen Ziele 2020. Ein wichtiges Ziel
         war dabei die Rekrutierung und Nachwuchsförderung. «Nach-
         wuchskräfte» – so das Ziel 3 – «werden besonders gefördert und
         erhalten frühzeitig eine gute Ausgangslage für ihre weitere
         akademische Laufbahn». Dieses Ziel wurde unter anderem mit
         folgender Massnahme flankiert: «Um Nachwuchskräften früh
         verlässliche Karrierewege aufzuzeigen und die Professorenschaft
         zu verjün­gen, erhöht die UZH die Anzahl der Assistenzprofessuren
         mit und ohne Tenure Track.»
             In der Zwischenzeit konnte dieses strategische Ziel weitge-
         hend an der Medizinischen Fakultät umgesetzt werden. Per Ende
         2013 hatten 19 % aller Fakultätsmitglieder Assistenzprofessuren
         inne. Als nächste Zielgrösse soll 2014 ein Viertel der Professuren
         mit Assistenzprofessuren besetzt sein. Verwirklicht werden konnte
         dies dank eines eigens eingerichteten Fördertools der Abteilung
         Forschung und Nachwuchsförderung der UZH. Viele Kliniken des
         USZ haben davon regen Gebrauch gemacht und sehr erfolgreich
         Anträge zur Förderung von Assistenzprofessuren gestellt.
             Grundsätzlich begrüsst die Medizinische Fakultät das strate-
         gische Ziel der UZH, den Anteil der Assistenzprofessuren bis 2020
         auf 25 % zu erhöhen und damit die akademische Nachwuchsför-
         derung vermehrt in den Vordergrund zu rücken. Seit Einführung
         des Fördertools haben sich jedoch einige Punkte als problematisch
         herausgestellt: Die finanzielle Ausstattung der im Rahmen des
         erwähnten Fördertools mit einer ergänzenden Förderung von
         200’000 CHF beantragten Assistenzprofessuren ist von der
         Struktur der Assistenzprofessuren vergleichsweise gering und die
         Chancengleichheit ist somit nicht immer gegeben. Dies ist ein
         Grund, warum die vorklinischen und die grundlagenwissenschaft-
         lichen Fächer keine Anträge zur Einrichtung dieser APs eingereicht
         haben. Des weiteren wurden mit den Assistenzprofessuren keine
         oder kaum neue Fachgebiete ausgeschrieben. Noch findet
         strategische Nachwuchsförderung nur in geringem Masse statt.
         Ein weiterer Punkt ist der nicht immer klare weitere akademische
         Karriereweg; dies ist im Zusammenhang mit einer nachhaltigen
         strategischen Nachwuchsförderung zu diskutieren.

         Prof. Dr. Dr. Klaus Grätz, Dekan Medizinische Fakultät, UZH

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Wissensvermittlung

             Primäre akademische Qualifikation
             Universitätskliniken und Medizinische Fakultäten sind eng verbunden. So unterstützt das UniversitätsSpital Zürich die Medizinische
             Fakultät der Universität Zürich bei der klinischen Ausbildung der Medizinstudierenden und bei der Erarbeitung von Masterarbeiten sowie
             bei Promotionen. Jeder Medizinstudierende muss heute als Voraussetzung für die Zulassung zum Staatsexamen eine Masterarbeit
             schreiben. Ebenfalls ist es in der Schweiz noch üblich, eine Doktorarbeit zu erstellen, um den Titel Dr. med. führen zu können. Neuere
             akademische Grade sind der PhD und der MD-PhD, die wissenschaftlich ausgerichtet sind. Während der PhD ein international aner­
             kanntes Forschungsdoktorat ist, entspricht der MD-PhD einem verkürzten medizinwissenschaftlichen Zweitstudium. 2013 wurden
             121 Promotionen, 137 Masterarbeiten, 29 PhD und 7 MD/PhD, die von Mitarbeitenden des UniversitätsSpitals Zürich betreut wurden,
             abgeschlossen.

             Kliniken und Institute                                                   Disser­tationen         Master­arbeiten             PhD             MD/PhD

             Institut für Anästhesiologie                                                          5                       6                –                 –
             Klinik für Angiologie                                                                 2                       4                –                 –
             Augenklinik                                                                          11                       4                1                 –
             Dermatologische Klinik                                                                8                       5                2                 –
             Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung                       1                       2                1                 –
             Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie                                          1                       1                2                 –
             Klinik für Geburtshilfe                                                               1                       6                1                 –
             Klinik für Geriatrie                                                                  5                       4                3                 –
             Klinik für Gynäkologie                                                                5                       3                –                 –
             Klinik für Hämatologie                                                                –                       –                –                 –
             Institut für Hausarztmedizin                                                          5                      13                –                 –
             Klinik für Herz- und Gefässchirurgie                                                  1                       4                1                 –
             Klinik für Immunologie                                                                –                       –                –                 –
             Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene                                    –                       5                1                 –
             Klinik und Poliklinik für Innere Medizin                                              6                       3                1                 5
             Klinik für Kardiologie                                                               10                      13                –                 –
             Institut für Klinische Chemie                                                         1                       3                3                 –
             Institut für Klinische Pathologie                                                     1                       4                1                 –
             Klinik für Klinische Pharmakologie und Toxikologie                                    1                       3                1                 –
             Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie                                       3                       –                –                 –
             Institut für Naturheilkunde                                                           2                       –                –                 –
             Klinik für Neonatologie                                                               4                       5                1                 –
             Klinik für Nephrologie                                                                1                       3                –                 –
             Klinik für Neurochirurgie                                                             1                       7                –                 –
             Klinik für Neurologie                                                                 4                       9                2                 –
             Institut für Neuropathologie                                                          –                       1                2                 1
             Klinik für Neuroradiologie                                                            1                       –                –                 –
             Klinik für Nuklearmedizin                                                             5                       –                –                 –
             Klinik für Ohren-, Nasen-, Hals- und Gesichtschirurgie                                6                       4                –                 –
             Klinik für Onkologie                                                                  –                       –                –                 –
             Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie                                     5                       2                1                 –
             Klinik für Pneumologie                                                                –                       1                –                 –
             Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie                                             5                       3                –                 –
             Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie                            7                       2                –                 –
             Klinik für Radio-Onkologie                                                            1                       2                1                 –
             Klinik für Reproduktions-Endokrinologie                                               –                       1                –                 –
             Klinik für Rheumatologie                                                              3                       1                1                 –
             Klinik für Thoraxchirurgie                                                            –                       4                1                 –
             Klinik für Unfallchirurgie                                                            2                       5                1                 –
             Klinik für Urologie                                                                   1                       3                –                 1
             Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie                                    4                       –                –                 –
             Chirurgische Intensivmedizin                                                          1                       1                –                 –
             Zentrum Klinische Pflegewissenschaften                                                1                       –                1                 –

             Total                                                                              121                      137               29                  7

                                                                                                        Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich       17

711992_USZH_WB13_T1.indd 17                                                                                                                                   06.05.14 11:44
Wissensvermittlung

         Fachliche und höhere
         akademische Qualifikationen
         Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Rückgrat jedes Spitals. Gerade aber bei den Ärztinnen und Ärzten eines Universitätsspitals sind
         umfassende fachliche und akademische Kompetenzen essenziell. Nach der Ausbildung zur Ärztin oder zum Arzt im Medizinstudium folgt
         darum die fachspezifische Ausbildung. Dafür gibt es in der Schweiz mehrere Facharzt- und Schwerpunktausbildungen, die in über
         mehrere Jahre angelegten Curricula erfolgen. Für disziplinenübergreifende Methoden oder Bereiche können zudem Fähigkeitsausweise
         erworben werden. Typisch für ein Universitätsspital ist es, dass zahlreiche Ärztinnen und Ärzte Doppel- oder Mehrfachtitelträger sind und
         so beispielsweise einen Facharzttitel in Innerer Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin haben. Eine weitere Schiene der Qualifikation
         ist die akademische Ausrichtung, die über eine Habilitation zur Professur führt. Dabei spielen die wissenschaftliche Arbeit und die
         Leis­tungen in der Lehre eine entscheidende Rolle. Neuere wissenschaftliche Förderungsmodelle sind die Assistenzprofessuren. Im Jahr
         2013 haben 117 Ärztinnen und Ärzte einen Facharzttitel erhalten, weitere 18 einen Schwerpunkttitel, 40 habilitierten und 3 wurden
         auf ein Ordinariat oder ein Extraordinariat berufen. Eine neue Assistenzprofessur wurde eingerichtet.

         Kliniken und Institute         Facharzttitel            Schwerpunkttitel   Kliniken und Institute      Facharzttitel            Schwerpunkttitel

         Institut für Anästhesiologie  Doberer Frank             –                  Klinik für Hämatologie      –                        –
                                       Grande Bastian                               Institut für                Bürki-Schmid Jacqueline –
                                       Gresch Daniela                               Hausarztmedizin             Cippà Maria
                                       Homburg Klaus                                                            Jagmetti Flavia
                                       Junger Barbara                                                           Mehmann-Meister Rebecca
                                       Lutz Christian                                                           Stedrak Peter
                                       Mertens Dorothee                                                         Vannotti Stefanie
                                       Möhler Fiona                                                             Zürcher Patrick
                                       Rath Bastian
                                                                                    Klinik für Herz- und        Schönrath Felix         –
                                       Renner Tobias
                                                                                    Gefässchirurgie             Reser Diana
                                       Rützler Kurt
                                       Schlicker Andreas                            Klinik für Immunologie      –                        –
                                       Schulze Melanie                              Klinik für                  Anagnostopoulos Alexia   –
                                       Stein Philipp                                Infektionskrankheiten       Eigenmann Katja
                                       Thöni Nils                                   und Spitalhygiene           Nemeth Johannes
                                       Varga Balasz                                 Klinik und Poliklinik für   Bissig Marina            –
                                       von Deschwanden Corinna                      Innere Medizin              Cippa Pietro
         Klinik für Angiologie         Hakman Patrick            –                                              Gold Christina
                                       Luchsinger Denise                                                        Gomes Marisa
         Augenklinik                   Chappaz Ariane            –                                              Grau Katharina
                                       Dishy Avraham                                                            Hauser Sabrina
                                       Hollbach Nadine                                                          Holm Niels
                                       Madjdpour Darius                                                         Landolt Lea
                                       Salzgeber Regula                                                         Mittermeir Reingard
                                       Schweier Caterina                                                        Nater Harald
                                       Töteberg Marc                                                            Pfisterer David
                                       Zikavska Monika                                                          Ritter Alexander
                                       Eisenack Johannes                                                        Schaffstein Stella
                                                                                                                Steiner Raphael
         Dermatologische Klinik        Amherd Anne               –
                                                                                                                Stöwhas Anne
                                       Gisler Sandra
                                                                                                                Valek Richard
                                       Gobbi Sharon
                                                                                                                von Moos Seraina
                                       Moser Andreas
                                                                                                                Weber Nina
                                       Theiler Martin
                                                                                                                Werner Regine
         Klinik für Endokrinologie,    Babians-Brunner Andrea    –
                                                                                    Klinik für Kardiologie      Breitenstein Alexander   –
         Diabetologie                  Cavelti-Weder Claudia
                                                                                                                Gstrein Christine
         und Klinische Ernährung       Tschopp Oliver
                                                                                                                Muggli Bettina
         Klinik für Gastro­enterologie Wanner Roger              –
                                                                                                                Stämpfli Simon
         und ­Hepa­tologie
                                                                                                                Schönrath Felix
         Klinik für Geburtshilfe*       –                        Krafft Alexander                               Zipponi Manuel
         Klinik für Geriatrie           –                        –                  Institut für Klinische      –                        Curcio Raffaele
         Klinik für Gynäkologie*        Birindelli Esther        –                  Chemie                                               (FAMH)
                                        Diomande Inessa
                                        Ghazala Leila

         18       Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich

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Wissensvermittlung

             Kliniken und Institute        Facharzttitel            Schwerpunkttitel     Kliniken und Institute         Facharzttitel              Schwerpunkttitel

             Institut für Klinische        Drach Mathias            Tischler Verena      Klinik für Radio-Onkologie     –                          –
             Pathologie                    Khov Huy Leng            Soldini Davide       Klinik für Reproduktions-      –                          –
                                                                    Jentsch Bastian      Endokrinologie*
             Klinik für Klinische          Marti Isabelle           –                    Klinik für Rheumatologie       Dietsche Andreas           –
             Pharma­kologie und                                                                                         Di Chiara Manuela
             Toxikologie                                                                                                Egloff Nicole
             Klinik für Mund-, Kiefer-     Tomasetti Patrick        –                                                   Hauser Dagmar
             und Gesichtschirurgie                                                                                      Meier Barbara
             Institut für Naturheilkunde   –                        –                                                   Moser Caroline
                                                                                                                        Peter Andreas
             Klinik für Neonatologie       Däster Corinne           –
                                                                                         Klinik für Thoraxchirurgie     –                          –
             Klinik für Nephrologie        Flury Stefan             –
                                                                                         Klinik für Unfallchirurgie     Günkel Sebastian           –
             Klinik für Neurochirurgie     Thaler Julian            –
                                                                                                                        Sciolli Leander
             Klinik für Neurologie         Happold Caroline         Gruber Philipp                                      Largo Remo                 Müller Alexander
                                           Manjaly Zina-Mary        Neumann Rositsa      Klinik für Urologie            Lüscher Martin
                                                                    Zörner Björn                                        Weber Damian
                                                                    Ulrich Anett
                                                                                         Klinik für Viszeral- und       Rickenbacher Andreas       –
                                                                    Schreglmann
                                                                                         Transplantationschirurgie
                                                                    Sebastian
                                                                    Gramatzki Dorothee   Chirurgische                   Unseld Simone              Hasler Rebecca
                                                                    Siekierka Ewa        Intensivmedizin                Marrel Julien
                                                                                                                        Morf Susanne
             Institut für                  –                        –
             Neuropathologie
                                                                                         Total                          117                        18
             Klinik für Neuroradiologie    Federau Christian        Guggenberger
                                                                    Roman
             Klinik für Nuklearmedizin     Schäfer Niklaus          –
             Klinik für Ohren-,            Ahmad Nader              Blaschek-
             Nasen-, Hals-                 Egli Gallo Doris         Hinteregger Evi
             und Gesichtschirurgie         Metzger-Müller Daniela   Prestin Sven         * Die Fachärzte Gynäkologie und Geburtshilfe sind in der Klinik für Gynäkologie
                                           Nikolaou Georgios        Sequeira Damien         aufgeführt. Ihr Curriculum absolvieren sie jedoch in den Kliniken des
             Klinik für Onkologie          –                        –                       Medizinbereichs Frau und Kind: der Klinik für Gynäkologie, der Klinik für
                                                                                            Geburtshilfe und der Klinik für Reproduktions-Endokrinologie.
             Klinik für                    Biraima Angelo           –
             Plastische Chirurgie          Müller Nadja Alexandra
             und Handchirurgie             Häfeli Mathias
             Klinik für Pneumologie        Huber Lars               –
             Klinik für Psychiatrie        Manjaly Zina             –
             und Psychotherapie
             Institut für Diagnostische    Blume Iris               –
             und Interventionelle          Fasler David
             Radiologie                    Gnannt Ralph
                                           Meier Andreas

                                                                                                               Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich        19

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Wissensvermittlung

                                                                                             Extraordinariat ad
                                                                                             personam (Eoap),
                                      Habilitation/                                          kein Lehrstuhl, befristet Ordinariat/Extraordinariat Assistenzprofessur
         Kliniken und Institute       (Umhabilitation)             Titularprofessur          auf sechs Jahre           (Lehrstuhl)                (ohne Tenure Track)

         Institut für Anästhesiologie PD Dr. Caveh Madjdpour       –                         –                        –                          –
                                      PD Dr. Kurt Rützler
         Klinik für Angiologie        –                            –                         –                        –                          –
         Augenklinik                  –                            Prof. Dr. Stephan Michels –                        –                          –
                                                                   Prof. Dr. Michael Thiel
         Dermatologische Klinik       PD Dr. Hans-Dietmar Beer     Prof. Dr. Günter Hofbauer –                        –                          –
                                      PD Dr. Jivko Kamarachev      Prof. Dr. Mirjana
                                                                   Maiwald-Urosevic
         Klinik für Endokrinologie,   –                            –                         –                        –                          –
         Diabetologie
         und Klinische Ernährung
         Klinik für Gastro­           PD Dr. Christoph Gubler      –                         –                        –                          –
         enterologie                  PD Dr. Benjamin Misselwitz
         und Hepatologie
         Klinik für Geburtshilfe      PD Dr. Alexander Krafft      –                         –                        –                          –
         Klinik für Geriatrie         –                            –                         –                        Prof. Dr.                  –
                                                                                                                      Heike Bischoff-Ferrari
         Klinik für Gynäkologie       –                            Prof. Dr. Michael Bajka
         Klinik für Hämatologie       –                            –                         –                        –                          –
          Institut für                –                            –                         –                        –                          –
          Hausarztmedizin
          Klinik für Herz- und        –                            –                         –                        –                          –
         ­Gefässchirurgie
         Klinik für Immunologie       PD Dr. Ulf Petrausch         –                         –                        –                          –
         Klinik für                   PD Dr. Stefan Kuster         Prof. Dr. Karin Metzner   –                        –                          –
         Infektionskrankheiten        PD Dr. Hugo Sax
         und Spitalhygiene            (Umhabilitation)
         Klinik und Poliklinik        PD Dr. Ulrike Held           –                         –                        –                          –
         für Innere Medizin
         Klinik für Kardiologie       PD Dr. Andreas Flammer    –                            Prof. Dr. Firat Duru     –                          –
                                      PD Dr. Robert-Marco Manka
                                      PD Dr. Frank Enseleit
                                      PD Dr. Lukas Altwegg
                                      PD Dr. Matthias Greutmann
                                      PD Dr. Giovanni Camici
                                      PD Dr. Christian Schmied
                                      PD Dr. Thomas Wolber
         Institut für Klinische       –                         –                            –                        –                          –
         Chemie
         Institut für Klinische       –                            –                         –                        –                          Prof. Dr. Alex Soltermann
         Pathologie
         Klinik für Klinische         PD Dr. Jessica Mwinyi        –                         –                        –                          –
         Pharmakologie und
         Toxikologie
         Klinik für Mund-, Kiefer-    PD Dr. Dr. Christine        –                          –                        –                          –
         und Gesichtschirurgie        Jacobsen
                                      PD Dr. Dr. Wolfgang Zemann
                                      PD Dr. Dr. Bernd Stadlinger
         Institut für Naturheilkunde –                             –                         –                        –                          –
         Klinik für Neonatologie      PD Dr. Cornelia Hagmann      –                         Prof. Dr. Martin Wolf    –                          –
         Klinik für Nephrologie       PD Dr. Maja Lindenmeyer      Prof. Dr. Clemens Cohen –                          –                          –
         Klinik für Neurochirurgie    PD Dr. Oliver Bozinov        –                         –                        –                          –
         Klinik für Neurologie        PD Dr. Patrick Roth          –                         Prof. Dr.                –                          –
                                      PD Dr. Sarah Marti                                     Dominik Straumann
                                      PD Dr. Heike Russmann

         20       Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich

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Wissensvermittlung

                                                                                                  Extraordinariat ad
                                                                                                  personam (Eoap),
                                          Habilitation/                                           kein Lehrstuhl, befristet Ordinariat/Extraordinariat Assistenzprofessur
             Kliniken und Institute       (Umhabilitation)              Titularprofessur          auf sechs Jahre           (Lehrstuhl)                (ohne Tenure Track)

             Institut für                 –                             –                         –                          –                          –
             Neuropathologie
             Klinik für Neuroradiologie   –                             Prof. Dr. Spyridon Kollias –                         –                          –
             Klinik für Nuklearmedizin    PD Dr. Dorothee Fischer       –                         –                          –                          –
             Klinik für Ohren-,           PD Dr. Stephan Haerle         –                         –                          –                          –
             Nasen-, Hals-
             und Gesichtschirurgie
             Klinik für Onkologie         PD Dr. Panagiotis Samaras     –                         –                          Prof. Dr. Roger Stupp      –
             Klinik für                   PD Dr. Nicole Lindenblatt     –                         –                          –                          –
             Plastische Chirurgie         (Umhabilitation)
             und Handchirurgie            PD Dr. Maurizio Calcagni
                                          PD Dr. Merlin Guggenheim
             Klinik für Pneumologie       PD Dr. Lars Christian Huber   –                         –                          Prof. Dr. Malcolm Kohler   –
             Klinik für Psychiatrie     –                               –                         Prof. Dr. Michael Rufer    –                          –
             und Psychotherapie
             Institut für Diagnostische PD Dr. Cäcilia Reiner           Prof. Dr. Hatem Alkadhi   –                          –                          –
             und Interventionelle
             Radiologie
             Klinik für Radio-Onkologie –                               Prof. Dr. Gabriela Studer –                          –                          –
             Klinik für Reproduktions-    –                             –                         –                          –                          –
             Endokrinologie
             Klinik für Rheumatologie     PD Dr. Gabriela Kania                                   Prof. Dr. Oliver Distler
                                                                        –                                                    –                          –
                                          PD Dr. Florian Brunner
             Klinik für Thoraxchirurgie   –                             –                         –                          –                          –
             Klinik für Unfallchirurgie   –                             –                         –                          –                          –
             Klinik für Urologie          PD Dr. Räto Strebel           –                         –                          –                          –
             Klinik für Viszeral- und     –                             Prof. Dr. Franc Hetzer     –                         –                          –
             Transplantationschirurgie                                  Prof. Dr. Henrik Petrowsky
                                                                        Prof. Dr. Yinghua Tian
             Chirurgische                 –                             –                          –                         –                          –
             Intensivmedizin

             Total                        40                            13                        5                          3                          1

                                                                                                                       Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich       21

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Wissensvermittlung

         Talente entwickeln
         für die beste Pflege
         Je kompetenter Pflegende ausgebildet sind, desto besser                     Exzellente Pflege für jeden einzelnen Pa-
         ist das Outcome der Patienten. Neueste Studien be-                          tienten: Diese Maxime ist der Zielpunkt
         legen einen signifikanten Einfluss der Pflegekompetenz auf                  neuer Laufbahnmodelle in der Pflege. Leit-
         die Mortalität. Gezielte Förderung mit einem Laufbahn­                      idee dabei ist eine sich fortlaufend weiter-
                                                                                     entwickelnde Fachkompetenz mit hoher
         modell dient also nicht nur der Berufsgruppe, sondern vor
                                                                                     Pflegequalität, bei der sich Praxis und For-
         allem den Patienten.                                                        schung ergänzen. Auch geht es darum, den
                                                                                     Pflegeberuf attraktiver zu machen, indem
                                                                                     jungen Nachwuchskräften neue Perspekti-
                                                                                     ven geboten werden. Nur so werden sich
                                                                                     mehr junge Menschen engagieren und we-
                                                                                     niger ausgebildete Pflegende verfrüht aus
                                                                                     dem Beruf aussteigen. Die Modelle wurden
                                                                                     ursprünglich in den amerikanischen Mag-
                                                                                     netspitälern entwickelt, die damit eine
                                                                                     starke Anziehungskraft auf die bestqua­
                                                                                     lifizierten Pflegefachpersonen ausüben.
                                                                                     Magnet­   spitäler zeichnen sich durch eine
                                                                                     hohe Arbeitszufriedenheit, niedere Fluktua-
                                                                                     tion und überdurchschnittliche Patientener-
                                                                                     gebnisse aus. Die zu Grunde liegenden
                                                                                     Laufbahn­modelle zielen auf Übernahme von
                                                                                     Ver­ antwortung, wachsende Autonomie,
                                                                                     Entscheidungsfähigkeit und Kontrolle im
                                                                                     pflegerischen Bereich ab.

                                                                                     Laufbahnplanung nützt den Patienten
                                                                                     An Magnetspitälern orientiert sich auch das
         Prof. Dr. Rebecca Spirig                Ester Linka                         Laufbahnmodell Pflege des Universitäts-
         ist seit 2013 Direktorin Pflege und     ist seit 2008 Leiterin Pflege-      Spitals Zürich. Ausschlaggebend für die
         MTTB. Sie verfügt über Ausbil-          dienst im Medizinbereich Innere     Entwicklung im Jahr 2010 war unter ande-
         d­u ngen als Pflegefachfrau, Pflege-    Medizin-Onkologie. Sie verfügt      rem der drohende Mangel an Pflegefach-
         expertin und Beraterin. An der          über eine Diplomausbildung
         School of Nursing der University of     als Pflegefachperson und eine       kräften. Den Verantwortlichen war es daher
         Washington in Seattle, USA,             Weiterbildung in Anästhesiepfle-    umso wichtiger, Stufen der beruflichen Ent-
         erlangte sie einen Master und PhD       ge. Im Laufe ihrer langjährigen     wicklung in der Pflege erfahrungsinterde-
         in Pflegewissenschaften. Nach           Führungslaufbahn absolvierte sie
         ihrer Rückkehr in die Schweiz im        verschiedene Weiterbildungen
                                                                                     pendent und sehr patientennah zu definie-
         Jahr 2000 arbeitete sie am In-          im Pflegemanagement. Bevor          ren, um eine Laufbahn im UniversitätsSpital
         stitut für Pflegewissenschaft an        sie 2008 zurück ans USZ kam,       Zürich so attraktiv als möglich zu gestalten.
         der Universität Basel, von 2005         arbeitete sie während mehre-
                                                                                     Entstanden ist ein achtstufiges Modell, das
         bis 2009 leitete sie als Extraordi-     ren Jahren als Bereichsleiterin
         naria die Abteilung Klinische           Innere Medizin und Geburtshilfe     Aufgaben und Rollen klar definiert und dar-
         Pflegewissenschaft des Universi-        in einem Schwerpunktspital. Zur-    auf abzielt, sämtliche Pflegekompetenzen
         tätsspitals Basel. Von 2010 bis         zeit absolviert Sie den Lerhgang
                                                                                     auf die Arbeit am Patientenbett zu konzent-
         2013 war sie Leiterin des               Master of Advanced Studies in
         Zentrums Klinische Pflegewissen-        Human Capital Management.           rieren. Während die Pflegeexperten früher
         schaft am USZ.                                                              vor allem beratende Funktionen hatten, ar-

         22       Wissensbericht 2013 | UniversitätsSpital Zürich

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