Zum Snacken Umsatzpower: Gemüse - MARKANT Handels- und Industriewaren ...
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02/2018 Das crossmediale Magazin für die MARKANT Gruppe
Umsatzpower: Gemüse
zum Snacken
Heftmitte
ST R AT EG I E & SO R TIM ENT &
LÖSUNGSA NSÄT ZE M A R K EN FÖ R D ER UNG
Standortpolitik: Welche Optionen Wild: Wie sich der Handel mit
die City dem Handel künftig bietet Spezialitäten profilieren kann2013
2014
2015
Jahr für Jahr für Jahr...
Der Lachgummi Umsatz steigt
2016
Umsatz Lachgummi 2013 – 2017*
2017
* Quelle: Nielsen MarketTrack; LEH+HD+DM; nimm2 Lachgummi; Umsatzentwicklung in € und in %; MAT Nov 2013 - MAT Nov 2017; MAT Nov 2017 vs. MAT Nov 2013EDITO R I A L
Willkommen
Neupositionierung
TopCC. Die Filialen des Handels müssen sich heute nicht nur dem Ver-
gleich mit der Konkurrenz vor Ort stellen, sondern stehen durch das Internet
in einem globalen Wettbewerb. Die Herausforderung für den stationären
Handel liegt darin, neue Möglichkeiten zu erkennen und sich auf seine
Stärken zu besinnen. Das hat das Schweizer MARKANT Mitglied TopCC
getan und sich im Markt neu positioniert. Dabei setzt der Grossmarkt auf
inspirierende Gourmet-Erlebnisse und eine Einkaufsatmosphäre mit überra-
schenden Ideen. Denn nach wie vor bevorzugen Konsumenten individuelle
Shoppingerlebnisse mit einem kompetenten Beratungsservice.
Fachkräftemangel. Das Thema Fachkräftemangel rückt auch in der Han-
delslogistik immer mehr in den Vordergrund, was untrennbar mit dem demo-
Franz-Friedrich Müller
grafischen Wandel und dem Boom in den Logistikmärkten zusammenhängt.
Geschäftsführer MARKANT AG
Wie der Handel in der DACH-Region mit dieser Problematik umgeht und
welche Wege aus der Misere führen, beleuchtet eine aktuelle Studie. Zu
den vielfältigen Massnahmen zählen eine ausgefeilte Aus- und Weiterbil-
dung, ergonomische Arbeitsplätze, Job-Rotation und Outsourcing bis hin zur
Automatisierung. In einem sind sich jedoch alle Akteure einig: Qualifizierte
Mitarbeiter bleiben der Schlüssel zum Erfolg.
Zielgruppen. Nur wer seine Kunden kennt, kann sie gezielt ansprechen.
In diesem Kontext haben besonders die psychografischen Merkmale wie
etwa Einstellungen, Bedürfnisse oder Kaufverhalten eine grosse Rele-
vanz. Damit gelingt es zu verstehen, vor welchen Herausforderungen die
Kunden stehen und welche produktbezogenen Probleme sie beschäfti-
gen. Das Angebot kann auf die jeweilige Zielgruppe optimal zugeschnit-
ten, wirklich relevante Kernbotschaften können an sie gesendet werden.
Vor allen Dingen aber lässt sich damit der Erfolg des Unternehmens Markus Tkotz
Geschäftsführer MARKANT AG
nachhaltig und langfristig vorantreiben. In diesem Thema unterstützt die
MARKANT Dienstleistung «Shopper Insights» den Category-Management-
Prozess und bietet beispielsweise die Möglichkeit der Zielgruppendefinition
nach soziodemographischen Merkmalen und Einstellungsmerkmalen.
Franz-Friedrich Müller Markus Tkotz
3INH A LT
MARKANT Magazin
02/2018
10 32 14
ST R AT EG I E & SO R TIM ENT &
LÖSUNGSA NSÄT ZE M A R K EN FÖ R D ER UNG RUB R IK EN
10 MARKANTES: Standortpolitik 27 Salzige Snacks: Vielfalt 3 Editorial
Was der Handel tun sollte, um die Wie Genuss und gesunde Benefits für 6 News
City für sich zu gewinnen zusätzliche Konsumimpulse sorgen
23 Aktionstimer
14 MARKANT Partner: TopCC 30 Brot und Backwaren: Neue Ansätze
22 Marktforschung
Wie sich der Schweizer Grossmarkt Welche Konzepte der Warengruppe
im Wettbewerb neu positionieren will frischen Schwung verleihen 42 Neue Produkte
mit «Produkt des Monats»
16 Fachkräftemangel: Handelslogistik 32 Fleisch und Wurstwaren: Wild
Wie der Handel in der DACH-Region Wie sich der Handel mit Spezialitäten 44 Verkaufsförderung
mit dieser Problematik umgeht am Point of Sale profilieren kann mit «Aktion des Monats»
18 Serie: Zielgruppen Teil 2 34 Molkereiprodukte: Milch 46 Impressum/Ausblick
Warum psychografische Merkmale das Welche Innovationen es braucht, um das
Kaufverhalten beeinflussen Milchregal wieder attraktiv zu machen
20 ONE GLOBE: Medizinprodukte 36 Tabak: Differenzierte Wünsche
Welche Vorteile die neue EU-Verordnung Welche Trends und Treiber für Zuwächse
zu Medizinprodukten mit sich bringt im Tabakwarenmarkt sorgen
W EB -
MULTICHANNEL QR-Code: Über den QR-Code
TIPP Das MARK ANT Magazin
erhalten Sie zusätzliche Informa-
tionen zu unseren Artikeln.
bietet Ihnen crossmediale
Mehrwerte im Internet. Zur Web-Symbol: Mehr Informatio-
Orientierung dienen die nen zum Thema finden Sie unter:
beiden Symbole rechts: www.markant-magazin.com.
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9€
Die Snack-Wachstums-Story – Teil 2
Erst Rustipani, jetzt Steinofen BäckerKruste – ordern Sie!
Einzigartig Kategoriewachstum Platzierungsempfehlung
Die erste warme Brotzeit Wagner Snacks treiben Bei den TK-Snacks direkt
von Wagner in 5 Top-Sorten – die Kategorie CAGR: + 10 %* neben Original Wagner
knuspriges Steinofenbrot mit heute und morgen. Rustipani platzieren.
extra krosser Kruste.
*
Quelle: The Nielsen Company, Umsatz, 2015–2016
5
Weil Qualität mehr Wert ist.N E WS
MARKANT
NEWSTICKER METRO
++ TEGUT: ERWEITERT
ZAHLUNGSMITTEL
Stellt Weichen für Zukunft
Künftig können Kunden in Die Metro AG (Metro Wholesale/Cash & Carry
allen tegut-Märkten mit der und Real SB-Warenhaus) hat im Geschäftsjahr
kontaktlosfähigen Girocard 2016/2017 ihren Umsatz weltweit um 1,6 Prozent
bezahlen. Mit dem Service
auf 37,1 Milliarden Euro gesteigert. Bei Metro
will der MARKANT Partner
einen angenehmen und C&C Deutschland ging der Umsatz um 2,6 Pro-
beschleunigten Bezahl- zent und bei Real nach Standortangaben um
vorgang bieten. Hierzu ist 3,1 Prozent zurück. Im ersten Quartal 2017/18
eine Girocard mit NFC-Chip verzeichneten beide Unternehmen ein flächenbe-
erforderlich. Unter einem
reinigtes Umsatzwachstum. Sehr gut entwickelt
Einkaufswert von 25 Euro
ist weder eine Unterschrift
sich bei Real der Online-Umsatz, der um über
noch eine PIN-Eingabe 50 Prozent auf 105 Millionen Euro stieg. Auf den
erforderlich. Flächen sollen Umstellungen nach dem Vorbild
der Markthalle Krefeld mit anspruchsvollen An-
++ TEAM BEVERAGE: SETZT geboten und Gastronomie den Umsatz steigern.
AUF ZUSAMMENARBEIT
Bei Metro C&C stehen die Gastronomen im Fokus
Die Langjahr Getränke Ver-
triebs-GmbH hat sich zum und werden mit neuen Premium-Angeboten
Januar 2018 der Getränke- (Foto) und digitalen Services unterstützt.
fachgrosshandels-Verbund-
gruppe unter dem Dach
der Team Beverage AG
angeschlossen. Als einer
der führenden Getränke- ROSSMANN UNIMARKT
fachgrosshändler beliefert
Langjahr 350 Gastronomie-
objekte im Raum Stuttgart/
Erreicht Spitzen-Umsatz Investment in
Heilbronn. Ebenso zählen
zum Kundenkreis der Ge-
Rossmann hat 2017 mit rund neun Milliarden Umbau erhöht
Euro ein Umsatzwachstum von 6,8 Prozent er-
tränkehandel, Tankstellen,
Büros, Systemgastronomie zielt. Das Unternehmen betreibt in sechs euro- Serviceleistung
und Schulmensa-Betriebe. päischen Ländern 3770 Märkte und beschäftigt Der Unimarkt-Partner Dei-
Mit dem neuen Partner will 54 500 Mitarbeiter, davon 32 000 in Deutsch- singer in Gallneukirchen
Team Beverage seine Prä- land. Während in Deutschland der Umsatz um wurde für zwei Millionen
senz in der Region Stutt-
4,5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro zunahm, Euro umgebaut und im No-
gart/Heilbronn verstärken.
wuchs der Umsatz der Auslandsgesellschaften vember 2017 neu eröffnet.
(Polen, Ungarn, Tschechien, Türkei und Albani- Besonderheiten sind die
en) um 12,9 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Für Feinkosttheke, der Markt-
das Jahr 2018 ist die Eröffnung von 230 Filialen platz für Obst und Gemü-
geplant, davon 105 in Deutschland. se, die neuen Kühlregale,
moderne Kassen sowie die
grosszügige Innenausstat-
MULTICH A NN EL tung. «Diese zahlreichen
News Innovationen sorgen für
einen hochwertig ausge-
Weitere Infos
statteten Markt, in dem
Fotos: Unternehmen
zu den News
und ausführliche Einkaufen zum Erlebnis
Meldungen finden wird», sagt Dkfm. Andreas
Sie online unter Haider, Geschäftsführer
markant-magazin.com/news der Unimarkt-Gruppe.
6N E WS
MARKANT
KAUFLAND NEWSTICKER
Setzt aktiv auf Elektromobilität ++ KIENNAST: ERZIELT
NEUEN UMSATZREKORD
Kaufland will bis Anfang 2019 rund 100 tragen dazu bei, dass diese Technologie in Das österreichische Han-
Schnellladestationen für Elektroautos an Zukunft flächendeckend verfügbar ist. Da- delshaus Kiennast steigerte
seinen Standorten installieren. Bis Mitte mit gestalten wir die Energiewende aktiv im Jahr 2017 den Umsatz
um 9,5 Prozent auf 88,2 Mil-
Februar 2018 sollen den Kaufland-Kunden mit und sind Vorreiter in unserer Bran-
lionen Euro und verzeichnet
und -Mitarbeitern bundesweit bereits che», sagt Jörg Dahlke, Leiter Bau Interna- damit das umsatzstärkste
mehr als 40 Stationen kostenlos zur Ver- tional bei Kaufland. Jahr in der Unternehmens-
fügung stehen, wie das Unternehmen mit- geschichte. Im Bereich
tei lt. Diese si nd m it den gä ng igen Gastronomie, Hotellerie und
Grossküchen erzielte das
Steckertypen ausgestattet und können
Familienunternehmen einen
zwei Autos gleichzeitig laden. Mit einer Umsatz von 43,6 Millionen
Ladeleistung von 50 Kilowatt lassen sich Euro, was ein Plus von neun
Elektroautos in 45 Minuten bis zu 80 Pro- Prozent bedeutet. Die Gas-
zent aufladen. Die Stationen werden laut tronomie-Zustellung hat sich
dem Handelsunternehmen mit 100 Pro- 2017 weiter sehr dynamisch
entwickelt und eine Vielzahl
zent Strom aus erneuerbaren Energiequel-
an Neukunden gewonnen.
len betrieben. «Die neuen Ladestationen
NE U 8
F e b r u a r 201
ab
7N E WS
FMCG
NEWSTICKER SELF-SERVICE-KASSEN
++ KROMBACHER GRUPPE:
ERREICHT REKORDWERT
Gefragt bei jungen Käufern
Die Krombacher Gruppe Das Einkaufsverhalten der Deutschen
erhöhte 2017 ihren Gesamt- wandelt sich und Technologie wird beim
ausstoss um 2,5 Prozent auf Shopping immer wichtiger. Das zeigt sich
7,1 Millionen Hektoliter. Der
besonders bei der jungen Generation: Jun-
Umsatz legte um 3,6 Prozent
auf 772,2 Millionen Euro zu. ge Kunden sind offen gegenüber neuen
Die in Deutschland führende Technologien und wechseln doppelt so
Biermarke Krombacher kam häufig als alle anderen Kunden zu Self-
mit plus 1,9 Prozent auf Service-Kassen, wenn sie zu lange an ei-
5,8 Millionen Hektoliter. Der
ner herkömmlichen Kasse warten müssen. beobachten: In Situationen mit langen
Anteil der alkoholfreien Pro-
dukte (Schweppes, Vitamalz
Das ergab eine vom Marktforschungsun- Wartezeiten beendeten dort 20 Prozent der
u. a.) beträgt heute ein Drit- terneh men YouGov i m Auftrag von 18- bis 24-Jährigen den Einkauf an Selbst-
tel des Gesamtausstosses. StrongPoint im November 2017 durchge- bediener-Kassen – im Gegensatz zu ledig-
führte Befragung. Vor allem in Supermär- lich zehn Prozent aller repräsentativ
++ BRAUEREI VELTINS: k ten l ä ss t s ic h d iese E nt w ic k lu ng befragten Deutschen.
BAUT POSITION AUS
Die Brauerei Veltins baute
2017 mit einem Ausstoss
von 2,87 Millionen Hekto-
litern (+0,8 %) ihre Position
als drittstärkste deutsche PROGNOSE
Premium-Biermarke aus.
Der Gesamtumsatz kletterte Online-Umsätze wachsen weiterhin rasant
um 2,5 Prozent auf 323 Milli-
onen Euro. Die Brauerei will 2021 werden in Deutschland voraus- wicklung einzelner Konsumgütermärkte
bis 2024 am Standort Gre- sichtlich 80,4 Milliarden Euro online unterscheidet sich dabei teils stark: Der
venstein mehr als 400 Mil- ausgegeben, das besagt der neue «IFH- Onlineumsatz mit Lebensmitteln wuchs
lionen Euro in modernste Branchenreport Onlinehandel». 2016 2016 um über 22 Prozent, im Mittelfeld
Technologie investieren;
ist der Online-Umsatz erstmals auf über liegen die Märkte für Wäsche oder Hausrat
2017 flossen bereits die ers-
ten 33 Millionen Euro. 50 Milliarden Euro gestiegen. Die Ent- mit einem Plus zwischen 8 und 13 Prozent.
TRENDS 2018
Transparenz und Selbstfürsorge stehen hoch im Kurs
Das Marktforschungsinstitut Mintel hat fünf Trends
veröffentlicht, die den globalen Markt für Getränke
und Lebensmittel 2018 beeinflussen werden. So
werde unter anderem Transparenz über den Her-
Fotos: Fotolia (industrieblick), Globus
MULTICH A NN EL stellungsprozess für Verbraucher immer wichtiger.
News Zudem sei durch die Verteufelung bestimmter In-
haltsstoffe Selbstfürsorge für viele Konsumenten zur
Weitere Infos
Priorität geworden. Dies ist einer der Hauptfaktoren,
zu den News
und ausführliche anhand derer sie Lebensmittel und Getränke aussu-
Meldungen finden chen würden, um ihre Erwartungen bezüglich
Sie online unter Nährstoffe sowie physischem und emotionalem
markant-magazin.com/news Wohlbefi nden zu befriedigen.
8CONSUMER ELECTRONICS NEWSTICKER
So viel geben Europäer für neue Technik aus ++ TCHIBO: BIETET
MIETSERVICE AN
Auf 324 Euro schätzen die Analysten des mer Electronics umfasst elektronische und Das Hamburger Unter-
Statista Consumer Market Outlooks die digitale Geräte für den Privatgebrauch zu nehmen bietet laut eigener
Pro-Kopf-Ausgaben der Deutschen für Unterhaltungs- (Fernseher etc.) und Kom- Aussage als erstes grosses
Handelsunternehmen nach-
Consumer Electronics im Jahr 2017. Damit munikationszwecken (Telefone etc.) sowie
haltig produzierte Baby- und
liegen sie im europäischen Vergleich auf für Heimbüro-Tätigkeiten (Drucker etc.). Kinderkleidung zur Miete an.
Rang acht (siehe Grafi k). Auf Rang eins Auf der Website tchibo-
und zwei liegen die Niederlande mit 451 share.de können Eltern be-
Euro und die Schweiz mit 418 Euro. Beim quem online die Kleidung für
den Nachwuchs mieten. Mit
Gesamtumsatz in dieser Kategorie liegt
diesem Service will Tchibo
Deutschland allerdings ganz weit vorne – den gesellschaftlichen Trend
sogar im weltweiten Vergleich: Alle Deut- des Teilens von Konsumgü-
schen zusammen geben für Consumer tern mit seinem Engagement
Electronics rund 27 Milliarden Euro aus. für Nachhaltigkeit verbinden.
Damit belegen sie Platz zwei, gleich hinter Partner für die Umsetzung
ist der Online-Shop Kilenda
den USA, in einem Ranking von 29 unter-
aus Magdeburg.
suchten Ländern. Der Markt für Consu-
SCHWEIZ
Blau, rund
Lebensmittelimporte
wachsen stark und extrem beliebt.
In der Schweiz hat sich die Menge der impor-
tierten Nahrungsmittel zwischen 1990 und 2016
von zwei auf vier Millionen Tonnen verdoppelt.
Dies teilt die Eidgenössische Zollverwaltung EZV
mit. Mit zehn Milliarden Franken machten die
Importe von Nahrungs- und Genussmitteln zwar
nur sechs Prozent der Gesamtimporte der Schweiz
im Jahr 2016 aus, sind aber für die gesamte Bevöl-
kerung von Bedeutung: Obwohl die inländische
Landwirtschaft durch Zölle und Kontingente
geschützt ist, hat die Menge der eingeführten
Nahrungs- und Genussmittel seit 1990 um
1,8 Millionen Tonnen zugelegt. Dies entspricht ei-
ner Steigerung von 78 Prozent, die dreimal stärker
ist als das Wachstum der Bevölkerung (+25%) in
dieser Zeit. Den höchsten Wachstumsbeitrag lie-
ferten die Importe von Getränken, deren Menge Unsere Sticks und Brezeln in Dosen
sich seit 1990 verdreifachte. Weitere Wachstums-
impulse stammten von verzehrfertigen Lebens-
mitteln, insbesondere Back- und Teigwaren.
Brezeln · Sticks · Chips · Flips schmeckt natürlich
www.mayka.deM A R K A NT ES
Standortpolitik
Wachsender Onlinehandel, steigende Kosten im stationären Handel und
andere Faktoren könnten zur Verödung vieler Innenstädte führen, warnen
Experten. Sie sehen aber auch neue Chancen für den Handel in der City.
Unklare Zukunft der City
S
eit etwa 15 Jahren wird über die satzpotenzials unter Druck. Bei stark
Auswirkungen des Online-Handels zunehmenden Online-Umsätzen sind
diskutiert. Mittlerweile gilt, dass sogar «relativ grosse Auswirkungen auf
MULTICH A NN EL der Trend zum Online-Handel eine weit den gesamten Einzelhandel sowie auf die
Standortpolitik
grössere Dynamik entfalten könnte – mit Innenstadt- und Nahversorgungsstand-
Weitere Infos zu vielschichtigen Auswirkungen auf Stadt orte – in Form von Schliessungen – zu
diesem Thema und Raum. Zu den Folgen zählen der zu- erwarten». Dies ist die Kernbotschaft der
finden Sie nehmende Leer stand in
online unter
(Webcode: 4212)
Geschäftsstrassen, aber
auch kürzere Nutzungs-
Standortschliessungen sicher
www.markant-magazin.com
zyklen von Handelsimmobilien, die umfangreichen Studie «Online-Handel
Verödung öffentlicher Räume und die ver- – mögliche räumliche Auswirkungen
schlechterte Versorgung von Teilräumen. auf Innenstädte, Stadtteil- und Ortszen-
Selbst bei abgeschwächtem Online- tren» der BBE Handelsberatung, elabora-
Wachstum gerät der stationäre Handel tum New Commerce Consulting und des
wegen seines insgesamt sinkenden Um- Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu).
10M A R K A NT ES
Standortpolitik
In Grossstädten wie Berlin, Frankfurt der weniger attraktiven Gross- und Mit- INFO
und Hamburg ist der stationäre Handel telstädte und in unprofi lierten Shopping-
QUO VADIS
weniger betroffen, Mittel- und Klein- Centern», so Stumpf weiter. Auch die ONLINE-HANDEL?
städte sind jedoch von Leerstand bedroht. «Grüne Wiese» verliere an Bedeutung.
Da zudem die Fixkosten steigen, wären Es gibt aber bereits Anzeichen, dass Der Online-Handel wächst
weiter. In einigen Kategorien
insbesondere für weniger widerstands- viele stationäre Händler Gegenmassnah- (z. B. Unterhaltungselektronik,
fähige und fi nanzschwache inhaberge- men ergreifen und dass auch etwa die Bücher) ist die Wachstums-
führte Geschäfte innerhalb weniger Jahre Stadtverwaltungen und Vermieter ak- dynamik geringer geworden, in
anderen Warengruppen (z. B.
massive Probleme zu erwarten. Dadurch tiv werden. So arbeiten im Rahmen von Heimwerkerbedarf, Auto-
würden sich auch die Spielräume für In- Cross-Channel-Konzepten Hersteller und zubehör) beginnt das Wachstum
vestitionen in Online-Auftritt und Digita- Händler daran, im Verkaufsraum nur Re- gerade erst. Einige Experten
sehen den «Goldrausch im
lisierung reduzieren, heisst es weiter. präsentanten des Sortiments zu zeigen.
Online-Handel» bereits zu Ende
Varianten werden nach gehen. Im Buchhandel wird
Kleinere Ladenflächen benötigt Auswahl vor Ort erst bei
konkreter Bestellung
beispielsweise beobachtet,
dass mit neuen Ladenkonzep-
ten Kunden zurückgewonnen
«Besonders die Top-7-Städte beste- geliefert. Dadurch wird entweder weni- werden. Eine Reihe bislang
chen durch urbane Erlebnisqualität und ger Handelsfläche oder es werden andere reiner Online-Händler plant
bleiben attraktive Standorte. 1-A-Lagen Flächenkonzepte und -zuschnitte benö- stationäre Ladengeschäfte.
Weitgehend offen ist die Frage,
sind weiter interessant, und die Nachfra- tigt. «Fläche wird teilweise durch Informa- wie sich der Online-Einkauf von
ge nach Flächen bleibt bestehen. Zudem tion und Technologie substituiert», bestä- Lebensmitteln entwickeln wird.
drängen sich immer mehr Global Player tigt Prof. Dr. Klaus Gutknecht, Gründer Die Erwartungen reichen von
«in den nächsten Jahren nur
oder neue Formate in gut frequentierte und Partner der elaboratum GmbH New
eine sehr geringe Bedeutung»
Handelszentren, wodurch weitere, wenn Commerce Consulting Gutknecht, die bis hin zur Annahme, dass – je
auch moderate Mietanstiege die Folge Entwicklung. Ebenso ist zu beobachten, nach Bevölkerungsgruppe –
sind», sagt Joachim Stumpf, Geschäfts- dass bislang reine Online-Händler statio- 30 bis über 60 Prozent ihre
Lebensmittel online erwerben
führer der BBE Handelsberatung. «Dafür näre Geschäfte aufbauen. Prinzipiell bie- werden. Prognosen zur weiteren
bröckelt es selbst in einigen 1-A-Lagen ten das Internet und der Online-Handel ›› Entwicklung des Online-Handels
sind schwierig. Je nach Branche
werden die Entwicklungen sehr
unterschiedlich verlaufen.
INTERVIEW
Quelle: «Online-Handel – mögliche
räumliche Auswirkungen auf Innen-
Jedes Mittelmass verbietet sich städte, Stadtteil- und Ortszentren»
Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Handelsberatung, sieht Händler, Kommunen
und Vermieter gleichermassen in der Pflicht, wenn es um die Zukunft der City geht.
Wo können und müssen die Händler selbst Wächst die Bereitschaft der
ansetzen, um die City attraktiv zu halten? Vermieter, mit neuen Miet-
Ganz oben auf der To-do-Liste steht die Konzen- modellen die Profitabilität der
tration auf die eigene Stärken. Jedes Mittelmass Geschäfte zu erhalten?
verbietet sich. Also keine Lippenbekenntnisse bei Vielen Vermietern ist die Situation des stationären
Beratung und Service, sondern volle Leistung. Handels und vor allem die Wirkung von einzelnen
Weitere Ansatzpunkte sind die Beteiligung an Re- Vermietungen auf die Gesamtattraktivität noch nicht
gionalmarketing und regionalen Pattformen sowie klar. Es findet zu wenig Austausch zwischen Immo-
die Kooperation mit der Stadtverwaltung bei Leer- bilieneigentümern, Kommune und Stadtmarketing
standsmanagement und Nachvermietungen. statt. Interessant sind Forschungsansätze für Mo-
delle, die alle Eigentümer wirtschaftlich motivieren
Wie beurteilen Sie das Potenzial der City sollen, die Entscheidungsgewalt über ihre Flächen
für den Lebensmittelhandel? und damit die Gestaltung des Branchenmixes an ei-
Es steigt aufgrund eines klaren Trends zu mehr Nä- ne zentrale Stelle zu geben. Momentan zählt fast nur
he zum Verbraucher. Alle grossen Marktteilnehmer das egoistische Einzelinteresse. Das ist eben auch
haben kleine Konzepte für Stadtteillagen in Gross- der grosse Unterschied zum zentral gemanagten
städten, schwieriger ist es in kleineren Städten. Shopping-Center.
11M A R K A NT ES
Standortpolitik
INFO ›› Unternehmen viele Chancen, sich auch von Online- und Offl ine-Handel – näm-
mit Nischenkonzepten einen grösseren lich dem Multichannel-Handel. Einigkeit
KONZEPTE FÜR DIE
CITY DER ZUKUNFT Kundenkreis zu erschliessen. «Die Digi- besteht auch darin, dass Multichannel-
talisierung ist nicht Ursache, sondern Ka- Leistungen durchdacht sein müssen,
Gemeinsame Lieferservices
Neben dem Rückgriff auf talysator der Veränderungen», heisst es. einfach nur online gehen ist keine Strate-
Logistikdienstleister aller Art Joachim Stumpf plädiert dafür, dass gie. Die meisten kleineren Händler kön-
(z. B. Fahrradkurier) können Händler und Städte digital sichtbar wer- nen die Kosten für einen professionellen
auch eigene Lieferdienste orga-
nisiert werden. Ein gemeinsamer
den, da sich etwa die Hälfte der Verbrau- Multichannel-Marktauftritt nicht tragen.
Lieferdienst der innerstädtischen cher vor dem stationären Einkauf online Sie können aber versuchen, den Online-
Händler kann gegenüber dem informiert. «Es ist ein Zusammenspiel Vertrieb über eine bekannte Plattform
Lieferdienst eines Einzelunter-
aller Beteiligten, also des
nehmens zu besserer Wahr-
nehmbarkeit, effizienterem
Marketing und höherer
Handels, der Kommune, der
Gastronomie, Dienstleister
Chancen für die Innenstädte
Auslastung führen. und Immobilieneigentümer notwendig, wie Amazon oder eBay abzuwickeln,
Service und Bequemlichkeit um den Mehrwert des stationären Han- sich zu diesem Zweck an speziell für den
Neben einem Online-Shop, dels zu wahren», betont Stumpf. Einzelhandel geschaffene Fulfillment-
Cross-Channel und Lieferdiens- Wie auch immer die digitale Aufrüs- Plattformen von Versanddienstleistern
ten bieten sich dem stationären
Handel weitere Möglichkeiten,
tung der Cities im Detail aussieht: Die wenden oder entstehende Online-Stadt-
die Bequemlichkeit des Einkaufs Händler müssen die Kunden «dort ab- portale nutzen. Die Akzeptanz bei Kon-
für den Kunden zu erhöhen. Ein holen, wo sie einkaufen wollen: egal, ob sumenten könne allerdings noch nicht
wesentliches Kriterium bei allen
beim Einkaufsbummel in der Innenstadt, umfassend beurteilt werden, räumen die
Massnahmen sind einfache Re-
gelungen wie einheitliche mit dem Tablet auf der Couch oder per Autoren der Studie ein. Eine weitere Al-
Öffnungszeiten oder gemein- Smartphone». Somit geht es in der Be- ternative und derzeit in der Erprobung
sames WLAN am Standort. Der dienung der Kanäle nicht um «online sind lokale Online-Plattformen unter-
stationäre Einzelhandel kann
dem Kunden darüber hinaus gegen offl ine», sondern um «online plus schiedlicher Art, wie das Projekt «Online
grosszügige Umtauschrege- offl ine». Die Zukunft liegt – nach Mei- City Wuppertal», ebay Mönchengladbach
lungen anbieten, um im Sinne nung vieler für die Studie befragten Ex- oder – als Beispiele für kleinere Städte –
der Risikoreduktion mit dem
Online-Handel gleichzuziehen.
perten – eindeutig in der Verknüpfung das virtuelle Schaufenster in Güstrow.
Virtuelle Regalverlängerung
Mit einer virtuellen Regalverlän- ZAHLEN UND TRENDS
gerung können stationäre Händ-
ler ihr Sortiment erweitern. Dies
bietet sich besonders in Kombi-
Bedeutungsveränderung im Kontext Online-Handel,
nation mit einem Online-Shop an differenziert nach Stadtgrössen
– ein solcher ist dafür aber tech-
nisch nicht erforderlich. Nach-
dem der Kunde im Geschäft Top 7 Städte (Berlin, Hamburg, München,
eine Vorauswahl getroffen hat, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf) 36
kann aus dem Lager in Echtzeit 1
eine grosse Zahl an Varianten Grossstädte (> 100 000 Einwohner) in wachsenden Regionen 1 33
geholt werden. Der Bedarf
an teurer Fläche sinkt, weil es Grossstädte (> 100 000 Einwohner) in schrumpfenden Regionen 12 23 1
Fotos: fotolia (Gerhard Seybert), Unternehmen
deutlich effizienter ist, die Ware
im Lager vorzuhalten. Wenn Mittelstädte in wachsenden Regionen 10 5 17
der Händler einen Online-Shop
unterhält, sind die Investitionen Mittelstädte in schrumpfenden Regionen 14 21
grösstenteils bereits erfolgt.
Bedeutungsgewinn Kleinstädte im Umland von Metropolen 13 18 3
(generell) (Abs.)
Bedeutungsverlust -
durch den Strukturwandel Kleinstädte im ländlichen Raum 17 19
(ohne Online-Handel) (Abs.)
Bedeutungsverlust -
durch die Zunahme des
Online-Handels (Abs.) Quelle: Online-Publikation Nr. 8/17 des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
12M
mA R K A NT ES
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Björn Kleffner, Tel.: 07225 916-272
E-Mail: kleffner@medialog.de 13Nachhaltige Inspirationen
TopCC will mit einer Neupositionierung in eine neue Ära aufbrechen.
Dabei setzt der Schweizer Cash & Carry Markt auf inspirierende Gourmet-
Erlebnisse und eine Einkaufsatmosphäre mit überraschenden Ideen.
D
ie Filialen des Handels – auch die will der Schweizer Cash & Carry Markt
Cash & Carry Märkte – müssen mit einer zukunftsorientierten Identität
sich heute nicht nur dem Vergleich in eine neue Ära aufbrechen. Dazu wur-
mit der Konkurrenz vor Ort stellen, son- de ein neues Firmenkonzept erarbeitet,
MULTICH A NN EL dern stehen durch das Internet in einem das erstmals im August 2017 in der Filiale
TopCC
globalen Wettbewerb. Damit steigt auch in Zuzwil ausgerollt wurde.
Weitere Infos das Warenangebot, das beeinflusst wird Augenscheinlich wird der neue Auf-
und Bilder zum durch die veränderten Essgewohnheiten tritt vor allem in der markanten Archi-
C&C-Markt finden der Verbraucher. Zu-
Sie online unter
(Webcode: 4213)
dem wirkt sich der di-
gitale Wandel auf die
Neue Identität mit viel Potenzial
www.markant-magazin.com
Geschäftsprozesse und ebenso auf die tektur. Doch hinter dem frischen Konzept
Technologie am Point of Sale aus. «Die steckt nicht nur eine optische Verände-
Herausforderung liegt im Erkennen neu- rung. «In einem gemeinsamen Prozess, in
er Möglichkeiten», sagt Dominic Möckli, dem 80 Mitarbeiter aus allen elf TopCC-
Geschäftsleiter TopCC AG. Dazu gehöre Filialen involviert waren, haben wir
auch das kritische Hinterfragen des eige- unsere Philosophie analysiert und un-
nen Handelns. Vor diesem Hintergrund sere Werte hinterfragt», erklärt Möckli.
14
1S T R AT EG I E & LÖS U N GS A NSÄT Z E
TopCC
Das Ergebnis ist eine neue farbliche und TopCC ist dabei die Beratung durch einen INFO
sprachliche Ausrichtung. Die zeigt sich Sommelier. In die Weinwelt integriert FAKTEN ZUM MARKT
einerseits am leuchtenden Violett im Lo- sind ebenso ein Humidor mit edlen Zi- • Bausumme: 19 Mio. CHF
• Bauzeit: 1 Jahr
go, an der Kleidung der Mitarbeiter und garren sowie eine Auswahl hochwertiger • Wiedereröffnung: 08/17
auf den grossformatigen Plakaten, die den Spirituosen. • Verkaufsfläche: 3814 qm
Kunden beim Einkauf als Orientierungs- Auch beim Metzgerei-Angebot legt das • Anzahl Artikel: ca. 18 000
• Anzahl Mitarbeiter: über 30
hilfe dienen sollen. Andererseits ist es das Unternehmen grossen Wert auf Exklusi-
• Anzahl Kassen: 4
Bekenntnis zu den TopCC-Markenwerten vität und Qualität. «Natürlich und nach- • Umsatz 2016: 30 Mio. CHF
«Clever & Charmant». «Wir begreifen haltig» – unter diesem Motto bietet TopCC • Anzahl Kunden jährlich:
«Swiss Premium» Rind- und über 100 000
• Elektronische Regaletiketten:
Expertise in Sachen Qualität «Swiss Premium» Kalbfleisch
an, das nach den BTS-
17 000
• CO2-Einsparung gegenüber
uns als Challenger, wir wollen unsere Richtlinien (besonders tierfreundliches altem Markt: 6000 t/a
Kunden mit unserer Beratung unterstüt- Stallhaltungssystem) und Schweizer Tier-
MARKT-HIGHLIGHTS
zen, aber auch überraschen mit kreativen schutzvorschriften produziert wird. • Bediente Metzgerei mit
Angeboten, Produkten und Tipps», so der Neben dem breiten Angebot an Qua- breitem Angebot an Quali-
Geschäftsleiter von TopCC. litätsprodukten sorgt der Abholmarkt tätsfleisch aus der Schweiz
(«Swiss Premium»)
Der ebenerdige Grossmarkt mit einer in Zuzwil mit einem übersichtlichen • Weinrepertoire aus insgesamt
Fläche von 4000 Quadratmetern bietet Kundenleitsystem sowie elektronischen 15 Ländern
ein Sortiment von 18 000 Artikeln. Für Regaletiketten (ELS), die die tagesaktu- • Täglich fachkundige Weinbe-
ratung durch einen Sommelier
die Früchte- und Gemüseauslagen wur- ellen Preise anzeigen und auf Aktionen • Weinverkostung per
de auf einer Fläche von 200 Quadratme- aufmerksam machen, für weitere Ser- Knopfdruck
tern ein verglaster Raum zur maximalen vices im Markt. Fokussiertes Ziel des • Humidor mit edlen Zigarren
• 200 qm verglaster Raum zur
Frischehaltung geschaffen. Ein Highlight MARKANT Partners ist es, das Einkaufen
Fotos: Unternehmen
maximalen Frischehaltung von
ist die grosszügig gestaltete Weinabtei- zu einem inspirierenden Gourmet-Erleb- Obst und Gemüse
lung mit Spitzenweinen und Raritäten, nis werden zu lassen und eine Einkauf-
die aufmerksamkeitsstark hervorgeho- satmosphäre mit überraschenden Ideen
ben werden. Ein besonderer Service von und besten Produkten zu bieten.
1 Aussenauftritt
Der Markt in Zuzwil
besticht durch seine
markante Architektur.
2 Frischeklima
Die Obst-und-Gemüse-
Abteilung ist klimatisiert
für eine optimale Frische.
2 3 Markenwerte
Der Slogan «Clever
& Charmant» drückt
4
das Bekenntnis zu den
TopCC-Werten aus.
4 Weinwelt
Ein Highlight ist die Wein-
abteilung mit einer breiten
Auswahl erlesener Weine.
5 Bediente Metzgerei
Qualität und Nachhaltig-
keit – darauf setzt TopCC
bei den Fleischwaren.
15
3 5Umworbene
Fachkräfte
Eines der grossen Probleme in der
Handelslogistik ist der Personalmangel –
und die Tendenz ist steigend. Mit welchen
Massnahmen Händler in der DACH-Region
gegensteuern, zeigt eine neue EHI-Studie.
I
n Deutschland, Österreich und in der terbildung des eigenen Personals, bei den
Schweiz sehen die Handelsunterneh- übrigen vier Prozent ist dies zumindest in
men den Mangel an Logistikfachkräf- Planung. 65 Prozent bieten Job-Rotation
ten auf dem Arbeitsmarkt aktuell als an. Damit lernen die Mitarbeiter auch
eines der gravierendsten Probleme in ih- das Umfeld ihres Verantwortungsbe-
rer Logistik. Das belegt eine Umfrage des reichs besser kennen und können unter
MULTICH A NN EL EHI Retail Instituts unter 23 Unterneh- anderem bei Personalausfällen leichter
Handelslogistik
men, die in diesen Ländern Einzelhandel als Ersatzkräfte eingesetzt werden. Als
Weitere Infos und/oder Onlinehandel so-
zu diesem
Thema finden Sie
wie Versand- und Grosshan-
del betreiben. Für 57 Prozent
Outsourcing wird zunehmen
online unter der Befragten ist der Fachkräfteman- weiteren Schritt, um die Mitarbeiterzahl
(Webcode: 4214)
gel schon heute «sehr wichtig», und zu sichern, führen 65 Prozent zusätzliche
www.markant-magazin.com
78 Prozent gehen davon aus, dass diese Recruiting-Massnahmen durch.
Knappheit in Zukunft noch zunimmt. Arbeitnehmerfreundliche Arbeitszeit-
Entsprechend hoch ist der Stellenwert modelle wie Teil- oder Gleitzeit, Home-
der Massnahmen, um dem Logistik- of f ice oder Ausr ic htu ng a n K ita-
Fachkräftemangel entgegenzusteuern. Öffnungen steigern ebenfalls die Attrak-
96 Prozent der befragten Handelsun- tivität des Arbeitsplatzes. Diese lassen sich
ternehmen setzen auf die Aus- und Wei- allerdings am ehesten in der Verwaltung
16S T R AT EG I E & LÖS U N GS A NSÄT Z E
Handelslogistik
– das sagen 61 Prozent der Befragten – 55 Prozent erwarten ein gleichbleibendes INFO
und mit Einschränkungen auf Lager- und Niveau. Aber auch in der Filiallogistik
Hilft Kollege Roboter
Verkaufsstellenebene (35 % bzw. 29 %) erwarten 38 Prozent der Händler einen bald im Lager aus?
umsetzen. Im Bereich Fuhrpark und grösseren Outsourcing-Anteil. In der Or-
Transport können sich das aktuell nur ganisation und Verwaltung indes setzen Über die Einsatzmöglichkeiten
und eventuellen Vorteile kolla-
fünf Prozent vorstellen. die meisten Handelsunternehmen (78 %) borativer Roboter in der Logistik
Auch die Gesundheit der Mitarbeiter auf die eigenen Mitarbeiter. «Durch Out- ist man im Handel derzeit noch
steht für viele Händler im Fokus. 61 Pro- sourcing kann der Handel flexibler auf geteilter Meinung. Mehr als
zwei Drittel (74 %) der für die
zent haben präventive Gesundheitsmass- schwankende Auslastungen in den phy-
nahmen am Arbeitsplatz im Angebot, sischen Abläufen reagieren, was sich in
und mehr als die Hälfte (57 %) der Be- den Verkaufsstellen mit ihrer aufwen-
fragten bietet Schulungen an, die zum Er- digen Filiallogistik als besonders wirt-
halt der Gesundheit im privaten Bereich schaftlich erweisen mag,» bewerten die
beitragen sollen. 39 Prozent stellen ergo- Autoren der Studie diese Ansätze.
nomisch gestaltete Arbeitsplätze zur Ver- Ziemlich einheitlich beurteilen die
fügung, weitere 44 Prozent haben oder Händler übrigens den zukünftigen Auf-
planen diese zumindest in Teilbereichen. wand für das Recruiting von neuen Mit-
Outsourcing-Massnahmen, die dem arbeitern. Nicht weniger als 91 Prozent
Unternehmen mehr Flexibilität ermög- gehen hier von einem Anstieg aus. Fazit EHI-Studie «Personal in der
lichen, werden nach Ansicht der Be- des EHI: «Der Wettbewerb um qualifi- Handelslogistik 2017» befragten
fragten auch in Zukunft insbesondere zierte Logistiker wird also unverändert Händler wollen in Zukunft solche
Systeme nicht einführen, die
im Fuhrpark und Transport eine grosse hart bleiben, was letztgenannten wei-
übrigen planen aber zumindest
Rolle spielen. 35 Prozent gehen hier von terhin gute berufl iche Zukunftsperspek- einen Einsatz. Auch werden die
einer Zunahme der Massnahmen aus, tiven eröffnet.» Tests, wie sie zum Beispiel von
Metro und Hermes (Foto) im
Bereich Home Delivery durch-
geführt werden, laut Studie «mit
grossem Interesse» verfolgt.
ZAHLEN & FAKTEN Nach Ansicht der Fachleute vom
EHI wird sich «erfahrungsgemä-
ss die Bereitschaft zum Einsatz
Massnahmen zur Sicherung des geplant
relativ schnell erhöhen, sobald
nein
Personalbestandes in der Handelslogistik ja die ersten Händler hier die Vor-
reiterrolle übernehmen und sich
in Prozent erkennbare Vorteile aus dem
100 Praxiseinsatz ergeben».
4%
9% 9% 13 %
9%
80
26 % 26 %
60
96 %
40 78 %
65 % 65 %
Fotos: Fotolia (nd3000), Hermes
20
0
Durchführung zusätzlicher Aus- und Weiterbildung Flexibilisierung Durchführung von
Recruiting-Massnahmen von Mitarbeitern der Arbeitszeiten Gesundheitsprogrammen
Quelle: EHI-Whitepaper Personal in der Handelslogistik 2017
17S T R AT EG I E & LÖS U N GS A NSÄT Z E
Xxxx
Von der Einstellung zum Kauf
Es gibt verschiedene Ansätze, die Gesamtheit der Verbraucher in
Zielgruppen zu segmentieren. Einer davon ist die Kategorisierung nach
SERIE
psychografischen Merkmalen. Sie macht für den LEH sehr viel Sinn.
Seine Zielgruppen zu kennen
bedeutet, Ansprache und Ange-
bot optimal auf sie ausrichten zu
F
können. Das Thema werden wir ür die passgenaue Ansprache seiner ence-Ansprüche und Abwechslungsnei-
für Sie in den folgenden Ausga- Kunden muss man die wichtigsten gung sind. Diese Merkmale wirken sich
ben beleuchten:
Zielgruppen kennen», sagt Prof. Dr. auf die Einkaufsstättenwahl aus sowie auf
12/17 Die Zielgruppen im Marion Halfmann. Dies gelinge dem LEH die Wahl der Produkte. Aus der Segmen-
01/18 Überblick
am besten durch psychografi sche Seg- tierung nach psychografischen Aspekten
02/18 Zielgruppen nach
psychografischen mentierung, so die Professorin für Marke- ergeben sich beispielsweise Zielgruppen
Merkmalen ting und marktorientiertes Management wie die Foodies, die LOHAS, Verbrau-
03/18 Zielgruppen nach demo- an der Hochschule Rhein-Waal. «Denn cher mit Unverträglichkeiten oder die
grafischen Merkmalen
die Zielgruppen sind so heterogen, dass Käufer von Bioprodukten und regionalen
04/18 Die Shoppertypen
es nicht mehr ausreicht, sie nur nach Al- Erzeugnissen.
05/18 Wie der LEH relevante
Zielgruppen erkennt ter oder Geschlecht, also demografischen
06/18 Wie sich die Zielgrup- Gesichtspunkten, einzuteilen.» Foodies
pen von Online- und So spielt bei einer solchen Segmentie- Foodies sind eine interessante Zielgrup-
stationären Angeboten rung etwa eine Rolle, wie preis- oder qua- pe für den LEH, sie geben im Schnitt pro
unterscheiden
litätsorientiert die Verbraucher sind, ob Kopf monatlich 15 Euro mehr für Le-
sie auf Nachhaltigkeit achten, auf Service bensmittel aus als der Durchschnitt. Das
bestehen oder wie hoch ihre Conveni- besagt eine Studie der Georg-August-Uni-
18S T R AT EG I E & LÖS U N GS A NSÄT Z E
Zielgruppen Teil 2
versität Göttingen. Laut derselben Studie Käufer von Bio-Lebensmitteln STATEMENT
gelten in Deutschland etwa 30 Prozent Vor dem Hintergrund der wachsenden Prof. Dr. Marion Halfmann,
der Deutschen als Foodies. Sie werden Zahl von LOHAS verwundert es nicht, Professorin für Marketing
und marktorientiertes Ma-
wie folgt beschrieben: Sie sind neuen dass die Ausgaben für Bio-Lebensmittel nagement, über die
Entwicklungen gegenüber aufgeschlos- weiter steigen. Das ist der «Consumer’s LEH-relevanten Zielgruppen
sen – sie testen diese gerne und tragen Choice '17», zu entnehmen, einer Publi-
mit dazu bei, sie bekannter zu machen. kation der Gesellschaft für Konsumfor- Es gilt: Die alten
Bei ihnen handelt es sich oft um Paare, schung und der Bundesvereinigung der Zielgruppen
auch mit Kindern, die über ein etwas deutschen Ernährungsindustrie. Dabei haben keine
so hohe Re-
überdurchschnittliches Einkommen ver- sind es mittlerweile nahezu alle Haus-
levanz mehr,
fügen. Sie sind gesundheitsbewusst und halte, die Bio kaufen: 98 Prozent von die klassische
kochen gerne kreativ. 91 Prozent sind ihnen erwerben aktuell mindestens ein Segmentierung
Verkos-tungen gegenüber aufgeschlossen Bio-Produkt im Jahr. Bio ist zum Main- nach Alter oder
Geschlecht, also die Orientie-
und beim Einkauf vergleichen 74 Prozent stream geworden und einstellungsüber- rung an soziodemografischen
der Zielgruppen Produktvarianten, um greifend zu fi nden, wie die Zahlen zeigen. Merkmalen, löst sich auf. Sicher
das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu Die Lebensmittel der Kategorie erzielen sind Senioren und Best Ager
ein wichtiges Thema für den
erhalten. Foodies nutzen auch Discounter mittlerweile einen Anteil von 5,7 Prozent LEH, aber generell gilt: Die
und Supermärkte, insbesondere suchen an den Gesamtausgaben für Lebensmit- Lebensstile der Verbraucher
sie aber Fachgeschäfte, Wochenmärkte, tel. Damit hat sich der Anteil jener, die werden auch durch viele andere
Faktoren beeinflusst. Deswegen
Bio-Naturkostläden und Hofläden auf. Bio kaufen, in zehn Jahren nahezu ver-
gibt es einen Trend hin zu eher
doppelt. Und das Mengenwachstum geht psychografisch geprägten Fra-
LOHAS weiter, in den letzten vier Jahren lag es gen, möchte man Zielgruppen
Genussvoll die Welt und vor allem sich bei durchschnittlich 6,1 Prozent. Auf Bio erstellen – Fragen wie: «Was
bewegt die Verbraucher?»
selbst retten. Kaufen und dabei Gutes tun, zu setzen zahlt sich demnach aus. Was wir beobachten ist, dass
so definiert das Beratungsunternehmen Lebensmittel heute noch mal
Stratum die Zielgruppe der LOHAS; die Ab- Käufer von Free-from-Produkten eine ganz andere Funktion wahr-
nehmen, als nur satt zu machen.
kürzung steht für «Lifestyle of Health and Derzeit geben zwölf Prozent der Deutschen Den Verbrauchern ist zugleich
Sustainability». Immer mehr Deutsche set- an, wegen Unverträglichkeiten auf Pro- die ökologische Erzeugung der
zen auf nachhaltigen Konsum. Nach dem dukte zu verzichten, die Laktose, Frukto- Produkte wichtig und ihre posi-
tive Auswirkung auf Gesundheit
Gabler Wirtschaftslexikon legt diese Ziel- se oder Gluten enthalten, heisst es beim
und Fitness. Ausserdem schau-
gruppe besonderen Wert auf die Aspekte Bundesministerium für Ernährung und en sie auf «value for money»: Sie
Gesundheit, Umwelt und Soziales. Bis zu Landwirtschaft (BMEL). Dabei überwiegt erwarten nicht mehr Masse für
einem Drittel der Konsumenten in der west- der Anteil der Frauen, die mit 14 Prozent ihr Geld, sondern Qualität.
lichen Welt kann den LOHAS potenziell in der Mehrheit sind, gegenüber den Män-
zugerechnet werden. Dieser Trend ist laut nern (zehn Prozent). Auffällig ist auch,
Statista mit für den Boom im Bio- und Fair- dass die meisten Verbraucher mit Unver-
trade-Markt verantwortlich und befeuert träglichkeiten unter 29 Jahre alt sind und
die Nachfrage nach Fleischersatzprodukten. oft in Grossstädten wohnen. MULTICH A NN EL
LOHAS sind in hohem Masse qualitäts- Ein Fünftel der Befragten greift laut Zielgruppen Teil 2
orientiert, innovationsbereit und schät- BMEL ausserdem häufig zu Light-Pro-
Mehr Infos zum
zen gründliche Produktinformationen, dukten, die als fettreduziert, zuckerfrei
Thema und Gra-
heisst es im Fachbuch «LOHAS-Marketing oder kalorienarm deklariert sind. Auch fiken zu verschie-
Foto: Fotolia (vege), Unternehmen
Strategie – Instrumente – Praxisbeispiele». hier sind es vor allem die Frauen, die denen Zielgruppen
Dabei sind sie auch überdurchschnittlich die Zielgruppe ausmachen. Überdurch- finden Sie online unter
markenorientiert und messen regionalen schnittlich stark vertreten sind über- (Webcode: 4215)
Produkten grosse Bedeutung bei. Für den dies die Jugendlichen: Jeder Vierte der www.markant-magazin.com
LEH interessant ist, dass die Zielgruppe für 14- bis 19-Jährigen konsumiert häu-
ethische Produkte eine hohe Zahlungsbe- fig Produkte mit reduziertem Kalorien-,
reitschaft aufweist. Zucker- und Fettgehalt.
19S T R AT EG I E & LÖS U N GS A NSÄT Z E
Xxxx
Neue EU-Verordnungen zu Medizinprodukten sollen vor allem die
Rückverfolgbarkeit verbessern und die Gesundheit der Verbraucher schützen.
Für Hersteller und Händler bedeutet dies einen deutlichen Mehraufwand.
Für Pflaster & Co.
INFO
gelten neue Regeln
A
uf dem europäischen Markt gibt legung in den EU-Mitgliedsstaaten zur
ONE GLOBE ist eine Initiative es mehr als 500 000 verschie- Überarbeitung der alten Gesetzgebung
der MARKANT Gruppe mit In-
formationen für Handel, Industrie
dene Medizinprodukte und In- beigetragen. Die europäische Medizinpro-
und Verbraucher zu Produkten, vitro-Diagnostika. Hierzu zählen neben dukteverordnung (Regulation on medical
Lebensmittelsicherheit und Herzschrittmachern auch Produkte des devices – MDR) und die Verordnung über
Lieferketten. Die MARKANT
Einzelhandels wie Kontaktlinsen, Pflas- In-vitro-Diagnostika (Regulation on in-
positioniert sich dabei als
Informationsdienstleister für ihre ter oder Blutdruckmessgeräte. Bisher vitro diagnostic medical devices – IVDR)
Industrie- und Handelspartner. bestand der europäische Rechtsrahmen ersetzen die bisher gültigen Richtlinien.
Über den ONE GLOBE Info- aus drei Richtlinien, die in den 90er Jah- Die beiden Verordnungen sollen ein
dienst bietet die MARKANT unter
anderem aktuelle Rechtsinfor- ren verabschiedet wurden (Richtlinie hohes Sicherheitsniveau und den Schutz
mationen und Webcasts für die über Medizinprodukte – MDD, Richtli- der Gesundheit gewährleisten. Ausser-
DACH-Region. nie über aktive implementierbare Me- dem sollen die Überwachung und die
dizinprodukte – AIMD, Richtlinie über Rückverfolgbarkeit der Medizinprodukte
In-vitro-Diagnostika – IVDD). Jetzt hat verbessert sowie ein reibungslos funktio-
unter anderem die unterschiedliche Aus- nierender Binnenmarkt für sie in Europa
20S T R AT EG I E & LÖS U N GS A NSÄT Z E
Neue Medizinprodukte-Verordnungen
sichergestellt werden. Dabei werden vor vor sie ein Produkt auf dem Markt be- INFO
allem an die Dokumentation und an die reitstellen, überprüfen, ob das Produkt Wichtige Änderungen durch
Rückverfolgbarkeit höhere Anforderung- eine CE-Kennzeichnung trägt und eine MDR und IVDR im Überblick:
• Neubenennung
en gestellt. Mit dem neuen Geltungsbe- EU-Konformitätserklärung ausgestellt Benannter Stellen*
ginn der MDR fallen auch Produkte ohne wurde. Zudem müssen sie kontrollieren, • UDI Kennzeichnung
medizinische Zweckbestimmung unter ob Kennzeichnung und Gebrauchsanwei- • Marktüberwachung:
Neuregelung mit kürzeren
die Verordnung. sung vorhanden sind. Bei Nicht-Konfor-
Meldefristen
mität informiert der Händler • Zusätzliche Berichte
Vigilanzsysteme erforderlich den Hersteller, bei Gefahr
auch die Behörden. Weiter-
und Pläne
• Ernennung einer verantwort-
lichen Person
Zur besseren Überwachung und Rück- hin ist ein Register über Nichtkonformi- • Gemeinsame Spezifikationen
verfolgbarkeit müssen Hersteller oder täten, Beschwerden oder Meldungen von der EU-Kommission
Eigenmarkeninhaber verschiedene Sys- Kunden zu führen. Der Händler muss alle • Detailliertere und/oder höhere
Anforderungen für: Klassi-
teme, etwa zur Qualitätssicherung, zum nötigen Informationen der Behörde über- fizierung, klinische Daten,
Risikomanagement sowie zur Produktbe- mitteln sowie gegebenenfalls ein kos- technische Dokumentation,
obachtung (Vigilanzsysteme) einrichten. tenloses Muster des Produkts übergeben. Kennzeichnung
• Neue Koordinierungsgruppe
Mit den beiden Verordnungen müs- Zur Erfüllung der Anforderungen kann
Medizinprodukte
sen die Benannten Stellen neu benannt ein repräsentatives Probenahmeverfah-
werden. Alte Zertifizierungen werden ren angewendet werden. MDR und IVDR Wichtige Änderungen durch
ab einem bestimmen Zeitpunkt ungültig sehen keinen Bestandsschutz vor. Ab die MDR im Überblick:
• Scrutiny Verfahren
und vor dem erstmaligen Inverkehrbrin- 27. Mai 2025 dürfen Medizinprodukte (Konsultationsverfahren)
gen wird eine Neuzertifi zierung durch und In-vitro-Diagnostika, die nicht den für bestimmte Klassen
die neubenannte Stelle erforderlich. neuen Verordnungen entsprechen, nicht • Höhere und detaillier-
tere Anforderungen an
M DR und I V DR definieren auch mehr auf dem Markt bereitgestellt oder in Medizinprodukte-Software
Pfl ichten für Händler: Sie müssen, be- Betrieb genommen werden. • Detailliertere und/oder höhere
Anforderungen für klinische
Bewertung und klinische
Prüfung
INTERVIEW
Wichtige Änderungen durch
Bessere Überwachung und Rückverfolgbarkeit die IVDR im Überblick:
• Nur noch drei Konformitäts-
Larissa Ramme, Lebensmittelchemikerin bei der Beratungsgesellschaft für Umwelt- und
bewertungsverfahren
Qualitätsmangement (AGU), über die neuen EU-Rechtsvorschriften für Medizinprodukte.
• Klassifizierung: Einteilung
in vier Klassen
Ab wann gelten die neuen Verordnungen? Verordnungen angepasst und alte • Detailliertere und/oder
Die Verordnungen sind im Mai 2017 in Kraft getre- Verweise auf die EU-Richtlinien höhere Anforderungen
ten. Die MDR ist nach drei Jahren Übergangsfrist ab in nationalen Rechtsvorschriften für Leistungsstudien und
26. Mai 2020 verpflichtend anzuwenden. Für be- aktualisiert werden. Dies wird Risikomanagement
stimmte Anforderungen können abweichende Über- noch einige Zeit in Anspruch nehmen. • Neue EU-Referenz-
gangsfristen von sechs Monaten bis zehn Jahren laboratorien
gelten. Die IVDR ist nach fünf Jahren Übergangsfrist Was bedeuten MDR und IVDR für Eigenmarken?
ab 26. Mai 2022 verpflichtend. Auch hier gelten für Wenn keine Absprache mit dem Hersteller besteht, *Benannte Stellen sind staatlich autori-
sierte Stellen, die – abhängig von der Ri-
bestimmte Anforderungen abweichende Übergangs- müssen Eigenmarkeninhaber nach MDR und IVDR sikoklasse der Medizinprodukte – an der
Fotos: Fotolia (Stockfotos-MG), Unternehmen
fristen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. die Anforderungen an Hersteller erfüllen. Sie müs- Konformitätsbewertung beteiligt sind.
sen über die vollständige technische Dokumentation
Was wird aus den nationalen Vorschriften verfügen und diese auf dem neuesten Stand halten.
für Medizinprodukte? Ausserdem müssen sie unter anderem Systeme zum
Zwar gelten MDR und IVDR unmittelbar in den EU- Risikomanagement, zum Qualitätsmanagement, zur
Mitgliedsstaaten, ganz verzichten können wir jedoch Überwachung nach dem Inverkehrbringen und für
nicht auf die nationalen Vorschriften, denn in MDR die Aufzeichnung und Meldung von Vorkommnis-
und IVDR kann nicht alles geregelt werden. Zum sen und Sicherheitskorrekturmassnahmen im Feld
Beispiel werden Strafvorschriften weiterhin in den einrichten. Bereits heute unterstützt die MARKANT
nationalen Vorschriften geregelt sein. Ausserdem Gruppe seine Partner im Rahmen des MARKANT
müssen die nationalen Regelungen an die neuen Vigilanzsystems.
21S T R AT EG I E & LÖS U N GS A NSÄT Z E
Marktforschung
Die Beliebtheit von gesunden Lebensmitteln steigt deutlich an – und das
europaweit. In Deutschland ist deren Konsum in den vergangenen drei
Jahren um 25 Prozent gestiegen. Das zeigt eine aktuelle IRI-Analyse.
Mehr Geld für Gesundes
M
ehr als zwei Drittel (70 %) der Zusatzstoffe ist 36 Prozent der deutschen
Konsumenten in Deutschland Befragten wichtig, 26 Prozent möchten
INFO haben im Jahr 2017 gesunde Le- einen Beitrag zum Schutz der Umwelt
IRI hat für die IRI Shopper bensmittel mit weniger Salz, Zucker, Fett leisten, zwölf Prozent greifen wegen ge-
Insights Reports 2600 Ver- oder Kalorien gekauft. Bio-Lebensmittel sundheitlicher Probleme zu bestimmten
braucher in Italien, Griechen- aus ökologisch kontrolliertem Anbau Lebensmitteln, und 20 Prozent möchten
land, Spanien, Deutschland,
Frankreich, Grossbritannien und wanderten bei 67 Prozent der Deutschen ihr Gewicht reduzieren.
den Niederlanden zu ihren Ein- in die Einkaufskörbe, 37 Prozent griffen Im Vergleich zum Einkaufsverhalten
kaufsgewohnheiten befragt. Der zu vegetarischen Lebensmitteln, und von vor zwei bis drei Jahren ist der Kon-
Report analysiert das Einkaufs-
verhalten im Lebensmittel-
34 Prozent kauften sogenannte «Free- sum gesunder Lebensmittel in Deutsch-
einzelhandel, in Drogerien from-Produkte», also
und Parfümerien – vor dem
Einkauf und am Point of Sale.
Produkte ohne Lakto-
se, Gluten oder Hefe.
Alle Händler mischen kräftig mit
MARKANT unterstützt mit Als Gründe für den Kauf dieser «ge- land um 25 Prozent gestiegen (Europa:
«Shopper Insights» den Catego- sunden» Lebensmittel gaben die Be- +41 %), der von Bio-Lebensmitteln um
ry-Management-Prozess seiner fragten vor allem die Verbesserung der 34 Prozent (+34 %) und der von ve-
Handelspartner in ausgewählten
Ländern. generellen Gesundheit an. Für 58 Pro- getarischen Produkten um 13 Prozent
zent der Deutschen (Europa: 51 %) ist (+26 %). In den kommenden Monaten
dies das wichtigste Motiv. Der Verzicht auf wollen 21 Prozent der deutschen Ver-
braucher für gesunde Lebensmittel mehr
ausgeben als in der Vergangenheit. Die-
ZAHLEN UND TRENDS ser Wert liegt über dem Europa-Schnitt
von 18 Prozent. Bei den Bio-Lebensmit-
Wege zur gesunden Ernährung
teln liegt Deutschland allerdings mit plus
66 Prozent der Deutschen halten es für wichtig, mehr Obst und Gemüse zu essen. 36 Pro-
zent sind der Meinung, dass man für eine gesunde Ernährung die Zutatenliste lesen sollte.
18 Prozent hinter Europa (+21 %), ebenso
bei den Intoleranz-Produkten (+8 % ver-
glichen mit +18 %). Für vegetarische Pro-
Massnahme* Deutschland Europa
dukte wollen 14 Prozent der Deutschen
künftig mehr ausgeben, in Europa wollen
Mehr Obst und Gemüse essen 66 % 60 %
dies 16 Prozent.
Die Zutatenliste lesen 36 % 29 % Und wo kaufen die Deutschen ihre
Die Nährwertangaben lesen 27 % 26 % gesunden Lebensmittel? Zum Grossteil
in SB-Warenhäusern und Supermärk-
Kochgewohnheiten ändern 15 % 21 %
ten (59 %). Aber auch Bioläden (24 %),
Dem Einkauf mehr Zeit widmen 14 % 17 % das Internet (17 %), Wochenmärkte
Der mediterranen Diät folgen 10 % 23 % (13 %), Hofläden (8 %) sowie Drogerie-
märkte und Apotheken mit zusammen
* Frage: «Was halten Sie für die wichtigste Quelle: IRI European acht Prozent spielen hier als Einkaufs-
Massnahme für eine gesunde Ernährung?» Shopper Survey 2017
stätten eine wichtige Rolle.
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