Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München

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Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
Dölling und Galitz Verlag
   Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022

                                     Hamburg
                                   Architektur
                                        Kunst
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                                         Natur
                                     München
Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
»Ich bin nicht mehr, der ich war.«
Horaz

  Die Methode, seine Frau unzugänglich für Nebenbuhler zu halten, wurde um 1400                                               HAUPTSACHE DUNKEL                                   die eigentlich zu groß und zu dunkel waren,
                                                                                                                              Bei Samtfaltern funktioniert die Partnererken-      um an ein arteigenes Weibchen zu erinnern.
  im italienischen Padua erstmals beschrieben. Das Prinzip ist ein paar Millionen Jahre                                       nung weit weniger perfekt; bei ihnen scheint        Hatten die Männchen womöglich Probleme
                                                                                                                              sogar die Formel zu gelten, dass Liebe blind        mit dem Farbensehen? Keineswegs. Wenn es
  älter: Schmetterlingsmännchen basteln und applizieren – bei Bedarf – „Keusch-                                               macht. Niko Tinbergen, Biologe und Nobel-           um das Aufspüren ertragreicher Blütentypen

  heitsgürtel“ aus Wachs.                                                                                                     preisträger, stellte schon in den 40ern des letz-
                                                                                                                              ten Jahrhunderts Versuche mit Samtfaltern an.
                                                                                                                                                                                  geht, sind Samtfalter sehr treffsicher. Aber
                                                                                                                                                                                  beim Thema Weiblichkeit bevorzugen sie so-
                                                                                                                              Er fand heraus, dass Männchen in Paarungs-          genannte “überoptimale Formen“.
                                                                                                                              stimmung reichlich undifferenziert zu Werke
                                                                                                                              gehen. Sie fliegen auf alles, was dunkel und        Hat das Samtfaltermännchen schließlich ein
                                                                                                                              einigermaßen faltergroß ist und sich wippend        paarungswilliges Weibchen gefunden, geht
                     DER DUFT DER FRAUEN                               sind perfekt fürs Richtungsriechen geeignet.           vorwärtsbewegt.                                     das Techtelmechtel nach kurzer Verfolgungs-
                     Unauffälliger ist die Duftkommunikation vieler    Sie sind mit unzähligen haarförmigen Ausstül-          Das können auch artfremde Schmetterlinge            jagd am Boden weiter. Das Männchen läuft mit
                     Nachtschmetterlinge. Da nachts alle Schmet-       pungen übersät, deren geruchsempfindliche              sein oder Männchen der eigenen Art. Als die         ruckartigen Schritten um das Weibchen her-
                     terlinge grau und Geländemarken schwer er-        Zellen jeweils nach dem Schlüssel-Schloss-Prin-        Forscher dunkle Pappschablonen in passender         um, bis es ihm gegenübersitzt. Dann lässt es
                     kennbar sind, liegt es nahe, Kontaktanzeigen      zip auf ganz bestimmte Duftstoffe reagieren.           Größe an einer Art Angel an den wartenden           die Flügel sprechen: Mehrmals spreizt es die
                     per Duft aufzugeben. Die Weibchen vieler          Hochleistungsschnüffler wie die Männchen               Männchen vorbeizucken und -hüpfen ließen,           Vorderflügel, hebt sie und schließt sie mit ei-
                     Nachtfalter sondern aus Drüsen am Hinter-         des Kleinen Nachtpfauenauges empfangen                 nahmen die prompt die Verfolgung auf. Die           nem Ruck wieder, und mit jeder Wiederholung
                     leibsende Sexuallockstoffe ab, die artgleiche     mit ihren federartig aufgefächerten großen             Form schien dabei Nebensache zu sein; sogar         werden die Bewegungen in einem Crescendo
                     Männchen regelrecht herbeirufen. Jede Art         Antennen jeden Dufthauch paarungsberei-                vorbeizappelnde Pappkreise oder -quadrate           der Paarungs-Pantomime ausholender und in-
                     hat ihren einzigartigen Geruch, und so kom-       ter Weibchen. Anhand der unterschiedlichen             lockten die Männchen aus der Reserve. Am            tensiver. Gleichzeitig lässt das Männchen die
                     men Irrtümer bei der Partnerwahl praktisch        Reizintensitäten an beiden Fühlern kann das            besten kamen übrigens Falterattrappen an,           Fühler in immer weiter ausholenden Kreisen
                     nicht vor.                                        Männchen ohne weiteres ermitteln, aus wel-
                     Die paarungsbereiten Weibchen haben den           cher Richtung der Geruch kommt.
                     einfacheren Part: Sie sitzen einfach da, duften
                     vor sich hin und müssen nur noch abwarten,
                     bis der Wind ihre Lockstoffe den artgleichen      DIE LICHT-FRESSER
                     Männchen zugetragen hat. Haben die den            Woher weiß ein Schmetterlingsmännchen
                     Duft der Frauen wahrgenommen, fangen sie          überhaupt, ob das Flatterwesen, das des We-
                     ab einer bestimmten Konzentration an, gegen       ges kommt, ein arteigenes Weibchen und da-
                     den Wind der Duftquelle entgegen zu flattern.     mit anbalzenswert ist? Sieht es auf den ersten
                     Schon ein einziges Molekül löst einen Nerven-     Blick, wen es vor sich hat? Beim Hauhechel-
                     impuls aus und wenige Moleküle genügen,           bläuling (Polyommatus Icarus) scheint das der
                     damit die potentiellen Befruchter wissen, was     Fall zu sein. Während ihrer Raupenzeit nehmen
                     Sache ist. Etwa 100 Meter Flugstrecke zum         die Tiere mit den Nahrungspflanzen Flavonoi-
                     Weibchen sind guter Durchschnitt, aber fast       de auf, eine Farbstoffgruppe, die UV-Licht ab-
                     nichts gegen die Spitzenleistung des Kleinen      sorbiert. Die Weibchen schlucken weit mehr
                     Nachtpfauenauges: Die Männchen spüren             von diesen Substanzen als die Männchen, was
                     paarungswillige Weibchen sogar aus einer          zu einem willkommenen Effekt führt: Da Fla-
                     Entfernung von 16 Kilometern auf. Weltrekord      vonoide vor allem in den Flügeln eingelagert
                     – vermutlich.                                     werden, zeichnet sich das artspezifische Flü-
                                                                       gelmuster bei den Weibchen besonders deut-
                                                                       lich und strahlend ab. Ein Männchen sieht also
                     DIE SCHNÜFFLER                                    auf einen Blick: Was da sitzt, ist meinesglei-
                     Für Schmetterlinge genügt es nicht, einen Ge-     chen und noch dazu eine potentielle Partnerin.
                     ruch einfach nur wahrzunehmen. Sie müssen
                     auch beurteilen können aus welcher Richtung
                                                                                     RECHTS
                     er kommt. Nur so finden die Männchen zum
                     paarungsbereiten Weibchen. Ein mittig am                        Das Auge eines Bananenfalters

                     Kopf sitzendes Organ wie unsere Nase wäre
                     ein schlechtes Instrument zum Stereo-riechen.                   NÄCHSTE DOPPELSEITE
                     Doch die beiden Fühler oder Antennen, die                       Antennen eines Wiener Nachtpfauenauges
                     sich bei Bedarf auch noch weit spreizen lassen,

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Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
Auf markanten Felskuppen – wie im französischen Nationalpark Haut-Languedoc – treffen sich manche Schmetterlingsarten zur Gipfelbalz. (alle Fotos: Ingo Arndt)

    LINKS VON OBEN NACH UNTEN:
    Schönheit en detail – Tagpfauenauge,
    Morpho, Isabellaspinner.
    Auffälligsein kann schützen: Ein blitzartig
    aufgeklapptes Auge schreckt Angreifer ab
    – wenn es denn klappt.

    RECHTS
    Hauhechelbläuling beim Nektartanken

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»Wir staunen über die Schönheit
eines Schmetterlings, aber erkennen
die Veränderungen so selten an,
durch die er gehen musste, um so
schön zu werden.«
Maya Angelou
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Schmetterlinge sind atemberaubend schön
                                                            und ein Wunder der Evolution. Sie können bis
                                                            zur molekularen Feinstruktur hinab Dinge
                                                            erschnüffeln, um die halbe Welt fliegen, die
                                                            Gestalt von Wespen annehmen, sich im Ge­
                                                            wimmel ihrer Fressfeinde – Ameisen – prächtig
                                                            entwickeln, tiefgefroren überleben. Und vieles
                                                            mehr. Auch der international renommierte
                                                            Fotograf Ingo Arndt ist der Faszination für
                                                            die »fliegenden Blüten« erlegen. An den ver-
                                                            schiedensten Orten der Welt hielt seine Kame-
                                                            ra Schmetterlinge und ihre verschiedenen
                                                            Entwicklungsstadien in atemberaubenden Auf-
                                                            nahmen fest: Die sich trickreich tarnenden
                                                            Raupen, die geheimnisvollen »Juwelen« der
                                                            Puppen und die voll entwickelten Insekten
                                                            zeigen die Aufnahmen in all ihrer Farben-
                                                            und Formenvielfalt. Eine der Besonderheiten
                                                            dieses Bildbandes ist, sie gleichberechtigt
                                                            opulent darzustellen. Zu den atemberaubenden
                                                            Aufnahmen erklärt das Autor:innenduo Straaß
                                                            und Lieckfeld anschaulich Interessantes:
                                                            Warum nehmen Schmetterlinge einen so lan-
                                                            gen Anlauf (Ei, Raupe, Puppe) bis zur Vollen-
                                                            dung? Wie kann es sein, dass sich ein Raupen-
                                                            körper zu Zellbrei verflüssigt, aus dem sich
    Überflieger                                             ein neues Lebewesen entwickelt, das seinem
    Die vier Leben der Schmetterlinge                       Vorgänger ungefähr so ähnlich sieht wie ein
    Fotografien von Ingo Arndt                              Paradiesvogel einer Nacktschnecke? Warum
    Texte von Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld     gibt es fast zehnmal mehr Nachtfalter als
                                                            Tagschmetterlinge? Und wie lassen sich noch
    ca. 120 Seiten, ca. 100 großformatige Farbabbildungen   vorhandene Bestände schützen?
    Broschur, 23 x 32 cm
    ISBN 978-3-86218-150-6, ca. €  24,90
                                                            Der Fotograf Ingo Arndt ist ein weltweit renommierter
    September 2021
                                                            Tier- und Naturfotograf mit Veröffentlichungen in füh-
                                                            renden Magazinen. Er wurde mit zahlreichen Preisen
                                                            ausgezeichnet, u.a. achtmal beim »Wildlife Photogra-
                                                            pher of the Year«. Die Autor:innen Veronika Straaß ist
                                                            Bio­login und Sachbuchautorin (»Mit Kindern die Natur
    ¡ Schmetterlinge auf der ganzen Welt                    entdecken«), Claus-Peter Lieckfeld ist Journalist und
      vom »Wildlife Photographer of the Year«               Autor (»Makrokosmos Honigbiene«).
    ¡ Metamorphose verständlich erklärt
    ¡ Einzigartige Aufnahmen aller Entwicklungsstadien
    ¡ Ausstellungen in Planung

                                                                                     ƒƒ Monarchfalter beim
                                                                                     Trinken im mexikanischen
                                                                                     Winterquartier
                                                                                     ƒ Die vier Entwicklungsstadien
                                                                                     des Monarchfalters Danaus
                                                                                     plexippus vom Ei bis zum
                                                                                     Schlupf des fertigen Insekts
                                                                                     aus der Puppe (alle Fotos:
                                                                                     Ingo Arndt)

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Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
»Im Wunderland der Kleinsten«
GEO

Männchen der Gattung Baetis (Eintagsfliegen) haben zusätzliche »Turbanaugen« zum Aufspüren der Partnerinnen. (Foto: eye of science)
Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
Aus einem plumpen Dauerfresser, der Raupe,
                                                                                           wird ein filigraner Schmetterling, aus einer
                                                                                           wurstförmigen Larve eine Biene, ein Käfer oder
                                                                                           eine Fliege. Sie alle beherrschen die phantas­
                                                                                           tische Wiedergeburt aus dem eigenen Körper,
                                                                                           die Metamorphose – und in diesem Buch kön-
                                                                                           nen wir ihnen dabei »zusehen«. Die Fotografen
                                                                                           von »eye of science« stellen Rasterelektronen-
                                                                                           mikroskop-Porträts von Larve und erwachse-
                                                                                           nem Insekt gegenüber, in noch nie gesehener
                                                                                           Detailschärfe, Farbigkeit und Brillanz. Die Auf-
                                                                                           nahmen erklären das Phänomen einer genia-
                                                                                           len Arbeitsteilung: Raupen fressen und bauen
                                                                                           Körpermasse auf – die fertigen Fluginsekten
                                                                                           sind optimiert für Eierlegen und Vermehrung.
                                                                                           Die Wissenschaftsautor:innen Straaß und Lieck­
                                                                                           feld erzählen infor­ma­tiv und kurzweilig über
                                                                                           zwanzig Insekten­arten – von der Adonisjungfer
                                                                                           bis zur Zuckmücke, von der Eintagsfliege bis
                                                                                           zum Marienkäfer. Sie lassen uns eintauchen in
                                                                                           eine Welt der Wunder, die in ihrer Existenz stark
                                                                                           bedroht ist: 400  Millionen Jahre Erfolgsgeschich-
                                                                                           te, gefährdet in wenigen Jahren durch Chemie,
                                                                                           Landschaftsverödung, Über­düngung. Diese
                                                                                           erweiterte Neuauflage des prämierten Foto­
                                                                                           buches rückt darum die Frage in den Fokus:
    Wandlungskünstler                                                                      »Was können wir tun?«
    Die geheime Erfolgsgeschichte der Insekten
    … und wie sie weitergehen kann                                                         Die Fotograf:innen Nicole Ottawa studierte Biologie,
                                                                                           Oliver Meckes ist ausgebildeter Fotograf. Gemeinsam
    Fotografien von Nicole Ottawa und Oliver Meckes
                                                                                           gründeten sie 1994 »eye of science« und gewannen zahl-
    Texte von Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld                                    reiche Preise (u.a. den World Press Photo und den Lenn-
                                                                                           art Nilsson Award). Die Autor:innen Veronika Straaß ist
    ca. 136 Seiten, ca. 90 großformatige Farbabbildungen                                   Diplombiologin und Sachbuchautorin (»Natur erleben
    Broschur, 23 x 32 cm                                                                   das ganze Jahr«), Claus-Peter Lieckfeld ist Journalist
    ISBN 978-3-86218-149-0, ca. €  24,90
                                                                                           und Autor (»More than Honey«, »Makrokosmos Honig-
    erweiterte Neuauflage, September 2021
                                                                                           biene«, »Nomaden des Windes«).

    ¡ Faszinierende REM-Insektenporträts in der                                            Deutscher Fotobuchpreis 2018/19 in Bronze
      Gegenüberstellung von Larve und adultem Tier
    ¡ Hochinformative und spannend zu lesende Texte
    ¡ Mit Insektensteckbriefen und »Making of …«
    ¡ Neues Kapitel: Was tun gegen das Insektensterben?
    ¡ Lange vergriffen, ab Herbst wieder lieferbar

                            Heidi und Hans-Jürgen Koch (Fotos)                          Das derzeitige erdumspannende Bienensterben hat unmittelbar
                            Claus-Peter Lieckfeld (Text)                                mit unserem Überleben zu tun, denn ein Großteil unserer Nah-
                            Makrokosmos Honigbiene
                                                                                        rung ist das Ergebnis von Bestäubung. Die Bienen sterben – und
                            80 Seiten, 70 Farbabb., Großformat 23 x 32 cm
                            ISBN 978-3-86218-057-8, €  19,90                            das, obwohl die Biene ein Superorganismus ist. Das perfekte
                            3. Auflage, lieferbar                                       Zusammenspiel von 60.000 Individuen konstituiert ein Meister-
                                                                                        werk der Evolution: Apis mellifera. Die präzisen Aufnahmen der
                            »Zu Hause bei den Bienen ... Eine Hommage« WELT
                                                                                        prämierten Fotograf:innen Heidi und Hans-Jürgen Koch lassen
                            »So ›hautnah‹ dran am Treiben der faszinierenden Insekten   den Betrachter abtauchen in eine fantastische Realwelt. Wissen-
                            war man bei einer Buchlektüre noch nie!« Natur + Umwelt
                                                                                        schaftsjournalist Claus-Peter Lieckfeld (»More than Honey«)
                            »Faszinierende Einsichten« Hannoversche Allgemeine
                                                                                        liefert Hintergrundinformationen und erklärt spannend und leicht­
7                                                                                       füßig, wie der (Makro-)Kosmos der Honigbiene funktioniert.
Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
50 Gärtnerinnen und Gärtner bearbeiten die 24 ha des Botanischen Garten Hamburg in Klein Flottbek. (Foto: Christian Kaiser)

»Ein Garten entsteht nicht dadurch,
dass man im Schatten sitzt.«
Rudyard Kipling
Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
Er ist einer der ältesten und populärsten wis-
                                                             senschaftlichen Einrichtungen der Hansestadt
                                                             – der Botanische Garten der Universität Ham-
                                                             burg. 1821 vor den Toren der Stadt am Dammtor
                                                             gegründet, präsentiert sich der Alte Botanische
                                                             Garten heute als Naturidylle und Gartenkunst-
                                                             werk inmitten der Großstadt. Der 1979 in Klein
                                                             Flottbek eröffnete Neue Botanische Garten, der
                                                             seit 2012 den Namen von Loki Schmidt trägt,
                                                             bietet auf 24 Hektar eine eindrucksvolle Pflan-
                                                             zenvielfalt und gilt als eine der schönsten Park­
                                                             anlagen der Stadt. Der zum 200.  Jubiläum her-
                                                             ausgegebene Bildband erzählt die spannende
                                                             Geschichte des Neuen Botanischen Gartens in
                                                             Klein Flottbek, aber auch die des Alten Botani-
                                                             schen Gartens in Planten un Blomen. Er zeigt,
                                                             dass die Geschichte der Naturwissenschaft zu-
                                                             gleich auch ein wichtiger Teil der Stadtgeschich­
                                                             te ist. Man erfährt, wie vielfältig die Arbeit der
                                                             Wissenschaftler:innen und Gärtner:innen vor
                                                             Ort ist und was der Garten für die akademische
                                                             Lehre und die Bildung der Bevölkerung bedeu-
                                                             tet. Darüber hinaus stellt das Buch besondere
                                                             Pflanzen vor, die zu ihrer Zeit Stadtgespräch
                                                             waren und informiert über die aktuellen Aufga-
                                                             ben Botanischer Gärten bei der Erhaltung der
    Hg. von Barbara Engelschall, Hans-Helmut                 Artenvielfalt. Dabei gibt es in dem Band sogar
    Poppendieck und Carsten Schirarend                       für Kenner:innen des Hamburger Stadtgrüns
    Der Botanische Garten Hamburg                            viel zu entdecken – durch seine opulente Bebil-
    200 Jahre Gartenlust und Forschergeist                   derung und die kenntnisreichen griffigen Texte.

    ca. 208 Seiten, ca. 100 Farbabbildungen                  Die Herausgeber:innen Barbara Engelschall ist Mitar­
    Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen              beiterin der Hamburger Umweltbehörde und war viele
    19,5 x 25,5 cm, ISBN 978-3-86218-151-3, ca. €  25,00     Jahre freiberuflich für den Botanischen Garten tätig.
    Herbst 2021                                              Hans-Helmut Poppendieck ist Vorsitzender des Botani-
                                                             schen Vereins zu Hamburg und der Stiftung Internatio­
                                                             na­ler Gärtneraustausch. Er war von 1973 – 1987 Kustos
                                                             am Botanischen Garten Hamburg. Carsten Schirarend
                                                             ist Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens.
    ¡ 200 Jahre Botanischer Garten Hamburg
    ¡ Ein Überblick über die Geschichte der beiden Garten­
      anlagen in Klein Flottbek und Planten un Blomen
    ¡ Aktuelles Thema Stadtgrün
    ¡ Unbekannte Bilder aus der »grünen« Stadtgeschichte

                                                                                     ƒƒƒ Sukkulentenhaus im
                                                                                     Alten Botanischen Garten in
                                                                                     Planten un Blomen, 1960er
                                                                                     Jahre (Foto: Johannes Apel)
                                                                                     ƒƒ Bauerngarten in Klein
                                                                                     Flottbek (Foto: Christian Kaiser)
                                                                                     ƒ Blick auf die »Pyramiden« im
                                                                                     Wüstengarten in Klein Flottbek
                                                                                     (Foto: Christian Kaiser)

9
Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
Das Haus Rothenbaumchaussee 26, Hamburg, ca. 1922 (© HAA, Foto: Gebr. Dransfeld)

»Auf fünf Stockwerken mit
zehn Wohnungen und einem
Luftschutzkeller tut sich ein
ganzer Kosmos von Leid und
Leistung, Musik und Malerei,
Sport und Politik auf.«
Josef Joffe, 2021
Anfang der 1920er-Jahre tun sich einige wohl-
                                                                   habende, liberale, jüdische Bürger und Bürge-
                                                                   rinnen zusammen und errichten in der Rothen­
                                                                   baumchaussee 26 das erste baugenossen-
                                                                   schaftliche Projekt Hamburgs. Das zunächst
                                                                   als Skandal empfundene Gebäude der Archi-
                                                                   tekten Gebr. Gerson mit der modernen dunklen
                                                                   Klinkerfassade vis-à-vis zum Curiohaus wird
                                                                   bald zu einem einzigartigen Schauplatz der
                                                                   Zeitgeschichte. Bewohnt von prominenten
                                                                   Bankern, Sportlern, Künstlern und in direkter
                                                                   Nähe zu Grindelviertel und Bornplatzsynagoge,
                                                                   spiegelt das Haus das Selbstverständnis deut-
                                                                   scher Juden wider – bis zu ihrer Ausgrenzung,
                                                                   Vertreibung und »Arisierung« der Wohnungen.
                                                                   In einer Fülle von Details wird Familienschick-
                                                                   salen nachgespürt, verblüffende Zusammen-
                                                                   hänge werden in Hamburg und der ganzen
                                                                   Welt auf­gezeigt. In mehrjäh­riger Recherche­
                                                                   arbeit mit Kontakten in die USA, Kanada, Israel,
                                                                   Argen­tinien, England und Spanien zeichnet
                                                                   Michael Batz ein spannungsreiches Panorama
                                                                   von Heimat und Dias­pora, von Hoffnung und
                                                                   ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten.
                                                                   Die Welt der Dokumente und Akten überführt
                                                                   der Autor in einen fesselnden Jahrhundert­
                                                                   roman. 100 Kapitel mit globaler Dimension,
     Michael Batz                                                  deren Nachgeschichten sich bis in die heutige
     Das Haus des Paul Levy                                        Gegenwart zu einem literarisch vielschichtigen
     Rothenbaumchaussee 26                                         Porträt der Kraft der Erinnerung und der Er-
                                                                   neuerung verdichten. Mit einem Vorwort eines
     ca. 448 Seiten, ca. 90 Abbildungen                            ehemaligen Bewohners des Hauses, ZEIT-
     Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen
     15,6 x 22 cm, ISBN 978-3-86218-146-9, ca. €  32,00
                                                                   Herausgeber Josef Joffe, und einem Interview
     November 2021                                                 mit dem Autor zu seiner Recherche­arbeit.

                                                                   Der Autor Michael Batz ist Autor, Theatermacher und
                                                                   Lichtkünstler in Hamburg. Zu seinen vielbeachteten
                                                                   Arbeiten zählen Projekte der Erinnerungskultur, u.a.
     ¡ Ein neue Form, deutsch-jüdische Geschichte zu erzählen
                                                                   für die Hamburgische Bürgerschaft, und internationale
     ¡ Bewegende Familienschicksale von 1922 bis 1948              Lichtinszenierungen wie die Biennale »Blue Port«.
     ¡ Die Geschichte eines einzigartigen Hauses in 100 Kapiteln
     ¡ Anerkannter Autor zur NS-Zeit in Hamburg
     ¡ Festjahr »1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland«
     ¡ Autor steht für Lesungen und Interviews zur Verfügung

                                                                                           ƒƒƒ Privatbankier Paul Levy
                                                                                           mit Tochter Karla, ca. 1915. Er war
                                                                                           einer der Initiatoren der jüdischen
                                                                                           Baugenossenschaft. (© privat)
                                                                                           ƒƒ In der Nachbarschaft:
                                                                                           Dammtorstraße und Stephansplatz,
                                                                                           hinten links das Stadttheater, 1926
                                                                                           (© Andreas Pahl)
                                                                                           ƒ Maifeier der NSDAP auf der
                                                                                           Moorweide, 1937 (© Sammlung
11                                                                                         Manfred Stempels)
In den letzten Kriegsmonaten stehen die Menschen in langen Schlangen für
                                                                                                     Lebensmittel an, hier beim Schlachter im Mittelweg, 1945.

Quartiersansicht des Viertels Rotherbaum mit Edmund-Siemers-Allee, Dammtorbahn-
hof und Universität, Luftbild um 1935. Die von dichtem Baumbestand gesäumte
Rothenbaumchaussee führt an der Moorweide vorbei (rechts am Bildrand). Das Haus
Nr. 26 ist markiert. Die Nähe zu Instituten und Sportanlagen sowie eine gute verkehrs-
technische Anbindung zur Innenstadt und zur Fernbahn zählen zu den Vorteilen der
Lage.

                                                                                                     Die Rothenbaumchaussee im Winter 1947, die Chausseebäume sind abgeholzt.
                                                                                                     Im Hintergrund der Dammtorbahnhof, links der Zombecksche Rundbunker.

                                                                                                 1

                                                             HAMMER                                                                            NEUKIRCHER
                                                             5. Stock, 1935 – 1937                                                             3. Stock rechts, 1935–1939
Die Hamburger Staatsoper als Bildmaschine kolossaler, Dachgeschoss (ehem. Atelier),
propagandistischer Prospekte: In Richard Wagners »Tristan 1938 – 1966
und Isolde« agiert die Altistin Gusta Hammer (2. von rechts)
als »Brangäne« (1). In der Zusammenarbeit mit Generalmu-
sikdirektor Eugen Jochum und bei eigenen Liederabenden
feiert die Kammersängerin (2) mit der warmen, dunklen
Stimme und dramatischen Ausdruckskraft ihre größten
Erfolge. Der widersprüchlich agierende Parteigenosse und
Hausnachbar Kurt Albert Uebel findet anlässlich seiner Ent-
nazifizierung ihre Unterstützung (3).

                                                                                                                                                                                2

  1
                                                                                                                                                                                3-5
                                                                                             2
                                                                                                 Elsa Neukircher geb. Schüler, nichtjüdi-
                                                                                                 sche Ehefrau des jüdischen Kaufmanns für
                                                                                                 Produkte der Lederherstellung Carl Julius
                                                                                                 Neukircher mit dem geliebten Familien-
                                                                                                 hund Pat (1). Die Jahre ihrer Kindheit ver-
                                                                                                 bringen die Töchter Inge (links) und Maria
                                                                                                 (rechts) in einem Anwesen am Leinpfad (2).
                                                                                                 Im Brüsseler Exil lebt die Familie zunächst
                                                                                                 versteckt unter falschen Namen, kommt
                                                                                                 zuletzt jedoch noch in Lagerhaft und ent-
                                                                                                 geht nur knapp der Deportation nach
                                                                                                 Auschwitz. Unmittelbar nach Kriegsende
                                                                                                 werden Ausweisbilder einer Hilfsorgani-
                                                                                                 sation angefertigt (3-5). Noch während
                                                                                                 des Krieges heiratet Maria Neukircher
                                                                                                 den aus Ungarn stammenden Zahnarzt                                                   6
                                                                                         3       Dr. Bela Steiner (6). Auf dem Hochzeits-
                                                                                                 foto sind auch Inge Gonsenheimer-Neu-
                                                                                                 kircher (2. von links) und ihr Vater Carl
                                                                                                 Julius Neukircher (2. von rechts) zu sehen.

»Atemberaubende historische
Detektivarbeit« Josef Joffe
1930                                                               Kapitel 19

                                                                                                          Briefe und
                                                     1930
                                                                                                          Annoncen
                                            Willy Davidson und Curt Aleff
                                                        DG
                                                                                                          Dr. Henri Hirsch + Roberta Hirsch + Alfred Benjamin +
                                                                                                          Ludwig Hirsch + Charlotte Hirsch + Werner Hirsch +
                                                                   Witwe Therese Cäcilie Münchmeyer
                       Heinrich Beine                     5.
                                                                      (Mutter von Olga Löbbecke)
                                                                                                          Frieda Hirsch + Resi Hirsch | Martin Friedburg + Auguste
                                                                                                          Friedburg + Lina Friedburg | Edward Francis Butler

                     Dr. Rudolf Magnus                   4.            Witwe Olga von Löbbecke

                                                                                                          Wegen seiner Fachkenntnisse als Röntgenfacharzt sehr gefragt, reist
                                                                                                          Dr. Henri Hirsch zu verschiedenen medizinischen Kongressen, er hält
                    Dr. Rudolf Brinckmann                 3.            Witwe Sophie Heinemann
                                                                                                          Vorträge und trifft Kollegen aus aller Welt. Seine Frau Roberta be-
                                                                                                          gleitet ihn.
              Anna Levy (Witwe von Paul Levy)             2.          Witwe Marie-Angèle Campe
                                                                                                             Aus den Grandhotels der Kongress- und Kurorte Karlsbad, Wies-
                                                                                                          baden, Baden-Baden schicken die besorgten Eltern Hirsch – Briefpa-
                                                                                                          pier mit dem Adressenaufdruck »Rothenbaumchaussee 26« verwen-
             Dr. Henri Hirsch und Roberta Hirsch
                                                          1.                 Dr. Fritz Liebmann           dend – ihre Grüße und Anweisungen nach Hause. Roberta wundert
              (Witwe von Dr. Martin Benjamin)
                                                                                                          sich, dass das Treppenhaus daheim schon wieder gestrichen wird, und
                                                                                                          beruhigt ihren Stiefsohn Alfred Benjamin, sein Hörproblem werde
                      Gretchen Meyer
                  (Witwe von Harry Meyer)
                                                                 EG          Martin Friedburg             sich schon bessern, er möge nur Geduld haben.
                                                                                                              Besonders der Vortrag in Dresden verläuft sehr gut, und darum
                                                                 KG         G. C. Hermann Albert          will sich das Ehepaar ein wenig Erholung gönnen. Dr. Hirsch erwägt
                                                                                                          eine Reise nach Menton, doch es ergibt sich anders, sie bleiben weiter-
                                                                                                          hin im Kurhaus-Parkhotel »Weißer Hirsch«.
                                                                                                             Wissenschaftliche Tagungen haben einen hohen Stellenwert für
                                                                                                          den jüdischen Arzt, und gern denkt er zurück an seine Teilnahme am
                                                                                                          Kongress der »Balneologischen Gesellschaft«, als die »Hamburg-Süd-
                                                                                                          amerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft« an Bord des Dampfers
                                                                                                          »Cap Finisterre« ein Frühstück gab. Sein Vortrag über physikalische
                                                                                                          Heilmethoden in der Hand des praktischen Arztes war mit lebhaftem
                                                                                                          Beifall aufgenommen worden.
                                                                                                             Täglich schreibt die Familie Hirsch Briefe hin und her mit Berichten
                                                                                                          über schulische Ereignisse und die Wetterlage. Vater Henri mag weder
                                                                                                          Regen noch Hitze, er rät zur Vorsicht beim Schwimmen, bekräftigt
                                                                                                          seine Freude über das Wohlergehen der Söhne. Alles der Gesundheit                           71

        Die
         Diejüngste
              jüngsteTochter
                        TochterErika
                                   ErikaOlga
                                           Olgawirdwirdspäter
                                                           späterinindiedieFamilie
                                                                            FamilieEversbusch
                                                                                        Eversbusch
1931
1931

        einheiraten
         einheiratenund undnach
                              nachMexiko
                                     Mexikoziehen.ziehen.                                                 1933
                                                                                                           1933                                                            Kapitel
                                                                                                                                                                           Kapitel25
                                                                                                                                                                                   25
            Olga
             Olgavon vonLöbbeckes
                          LöbbeckesCousinCousinist   istCarl
                                                          CarlVincent
                                                                VincentKrogmann,
                                                                            Krogmann,Sohn   Sohnei- ei-
        ner
         neralteingesessenen
              alteingesessenenHamburger
                                    HamburgerFamilie  Familievon  vonReedern
                                                                        Reedernund  undBankiers.
                                                                                           Bankiers.
        In
         Inzwei
             zweiJahren,
        Ideale
         Ideale und
                    Jahren,zu
                 und Lehren
                              zuBeginn
                                  Beginnder
                        Lehren erer auch
                                            derZeit
                                      auch nach
                                                   Zeitdes
                                              nach dem
                                                           desNationalsozialismus,
                                                                Nationalsozialismus,dessen
                                                       dem Zusammenbruch
                                                               Zusammenbruch und
                                                                                             dessen
                                                                                        und bis
                                                                                              bis zu
                                                                                                   zu     Risse
                                                                                                          Risse
        seinem
         seinemTodeTodeunbeirrt
                          unbeirrtvertritt,
                                      vertritt,wird
                                                  wirdererzum zumErsten
                                                                     ErstenBürgermeister
                                                                              Bürgermeisterder    der
        Stadt
         StadtHamburg
                Hamburgunter  unterReichsstatthalter
                                     Reichsstatthalterund     undGauleiter
                                                                     GauleiterKarl
                                                                                 KarlKaufmann
                                                                                        Kaufmann
        ernannt
         ernanntwerden.
                    werden.                                                                               Dr.
                                                                                                           Dr.Henri
                                                                                                              HenriHirsch
                                                                                                                     Hirsch––Dr.
                                                                                                                             Dr.Fritz
                                                                                                                                 FritzLiebmann
                                                                                                                                       Liebmann++Anna
                                                                                                                                                  AnnaLiebmann
                                                                                                                                                       Liebmann++
            Auch
             Auchstaatspolitisch
                     staatspolitischist istman
                                            manjetztjetztHamburg.
                                                           Hamburg.                                       Lieselotte
                                                                                                           LieselotteLiebmann
                                                                                                                      Liebmann––Dr.
                                                                                                                                 Dr.Rudolf
                                                                                                                                     RudolfMagnus
                                                                                                                                            Magnus––Yves
                                                                                                                                                     YvesSaget
                                                                                                                                                          Saget
            Die
             DieUntergrundbahn
                   Untergrundbahnhat      hatdendenBetrieb
                                                       Betriebaufgenommen,
                                                                  aufgenommen,fährt    fährtzuver-
                                                                                              zuver-
        lässig
         lässigund
                undist istinzwischen
                           inzwischenzu    zueiner
                                               einergewohnten
                                                        gewohntenEinrichtung
                                                                        Einrichtunggeworden.
                                                                                         geworden.
        Für
         Fürdie
              dieininder
                      derStraße
                           Straßespielenden
                                    spielendenJungs Jungsder derUmgebung
                                                                  Umgebungist    istesesein
                                                                                         eingroßer
                                                                                             großer       Eine
                                                                                                            Einefieberhafte
                                                                                                                  fieberhafteStimmung
                                                                                                                                 Stimmunghat    hatsich
                                                                                                                                                     sichder
                                                                                                                                                           derStadt
                                                                                                                                                                Stadtbemächtigt,
                                                                                                                                                                       bemächtigt,esesherrscht
                                                                                                                                                                                         herrscht
        Spaß,
         Spaß,von
                vonobenobendiedieU-Bahnwagen
                                  U-Bahnwagenvorbeisausen
                                                       vorbeisausenzu     zusehen.
                                                                             sehen.Man Manschaut
                                                                                             schaut       lärmende
                                                                                                            lärmendeAufregung
                                                                                                                         Aufregungeinerseits,
                                                                                                                                        einerseits,schockhafte
                                                                                                                                                       schockhafteStarre
                                                                                                                                                                      Starreandererseits.
                                                                                                                                                                               andererseits.SA-SA-
        durch
         durchdiedieRoste
                       RostederderEntlüftungsschächte
                                    Entlüftungsschächteund        undstellt
                                                                        stelltphysikalische
                                                                                physikalischeEx-  Ex-     und
                                                                                                            undSS-Mannschaften
                                                                                                                 SS-Mannschaftenerobern  eroberndas  dasStraßenbild,
                                                                                                                                                          Straßenbild,abends
                                                                                                                                                                          abendsziehen
                                                                                                                                                                                    ziehensie
                                                                                                                                                                                           sieimim
        perimente
         perimentean,  an,fragt
                            fragtsich
                                   sichzum
                                         zumBeispiel,
                                                Beispiel,wie wielange
                                                                   langewohl
                                                                           wohlein einfallengelas-
                                                                                        fallengelas-      Fackellicht
                                                                                                            Fackellichtininendlosen
                                                                                                                               endlosenbraunen
                                                                                                                                           braunenKolonnen
                                                                                                                                                        Kolonnenund  undunter
                                                                                                                                                                           unterstarker
                                                                                                                                                                                  starkerAnteil-
                                                                                                                                                                                           Anteil-
        sener
         senerKieselstein
                Kieselsteinbraucht,
                               braucht,bis bisesesunten
                                                   unten»Klack!«
                                                            »Klack!«auf   aufdem
                                                                               demWaggondach
                                                                                     Waggondach           nahme
                                                                                                            nahmeder derBevölkerung
                                                                                                                           BevölkerunghinterhinterSpielmannszügen
                                                                                                                                                      Spielmannszügenund    undschmetternden
                                                                                                                                                                                  schmetternden
        macht.
         macht.DerDerlange
                        langeHans
                                HansHirschfeld
                                       Hirschfeldgibt   gibtden
                                                              denjungen
                                                                    jungenForschern
                                                                              Forscherndas  dasZei-
                                                                                                 Zei-     Kapellen
                                                                                                            Kapellensingend
                                                                                                                        singenddurch
                                                                                                                                  durchdie dieQuartiere.
                                                                                                                                                 Quartiere.
        chen,
         chen,der
                derStein
                      Steinfällt
                             fällt…
                                  …In Inden
                                          denWaggons
                                                Waggonsheben  hebensichsichkurz
                                                                             kurzdie
                                                                                   dieBlicke
                                                                                         Blickevon
                                                                                                 von           Der
                                                                                                                DerZufall
                                                                                                                      Zufallwillwilles,
                                                                                                                                     es,dass
                                                                                                                                          dassfür fürden
                                                                                                                                                       denAbend
                                                                                                                                                            Abenddes des30.
                                                                                                                                                                          30.Januar
                                                                                                                                                                               Januar19331933im im
        den
         denZeitungen.
               Zeitungen.                                                                                 Hamburger
                                                                                                            Hamburger Stadttheater
                                                                                                                             Stadttheater eine eine Aufführung
                                                                                                                                                      Aufführung der  der Jacques-Offenbach-
                                                                                                                                                                           Jacques-Offenbach-
            Die
             DieFahrt
                   Fahrtendet
                           endetam amJungfernstieg.
                                         Jungfernstieg.MusikerMusikerspielen
                                                                           spielenaufaufvorvordem
                                                                                                dem       Operette
                                                                                                            Operette»Die
                                                                                                                       »DieBanditen«
                                                                                                                               Banditen«ininder derInszenierung
                                                                                                                                                     Inszenierungdurch
                                                                                                                                                                     durchGustaf
                                                                                                                                                                             GustafGründgens
                                                                                                                                                                                      Gründgens
       »Alsterpavillon«,
         »Alsterpavillon«,zwei   zweiGeigen
                                       Geigenertönen,
                                                   ertönen,eine  eineMundharmonika,
                                                                        Mundharmonika,eine      eine      angesetzt
                                                                                                            angesetztist.ist.Bariton
                                                                                                                              BaritonJosef
                                                                                                                                         JosefDegler
                                                                                                                                                  Deglergibt
                                                                                                                                                           gibtden
                                                                                                                                                                 denPart
                                                                                                                                                                      Partdesdeseleganten
                                                                                                                                                                                  elegantenundund
        Ansammlung
         Ansammlungvon     vonMenschen
                                 Menschenumgibt  umgibtsie, sie,man
                                                                  mansummt
                                                                         summtdie  diebekannten
                                                                                        bekannten         aalglatten
                                                                                                            aalglatten»Antonio«,
                                                                                                                          »Antonio«,eine  eineRolle,
                                                                                                                                                  Rolle,die
                                                                                                                                                          dieGründgens
                                                                                                                                                               Gründgensüblicherweise
                                                                                                                                                                              üblicherweisefür  für
        Melodien
         Melodienmit.  mit.Plötzlich
                             Plötzlichbricht
                                          brichtdas dasTrio
                                                          Trioab,ab,rennt
                                                                      renntdavon,
                                                                               davon,Polizei
                                                                                         Polizeiistist    sich
                                                                                                            sichselbst
                                                                                                                  selbstreklamiert,
                                                                                                                           reklamiert,weswegen
                                                                                                                                          weswegenDegler Deglersich
                                                                                                                                                                  sichininTonfall
                                                                                                                                                                           TonfallundundTempo
                                                                                                                                                                                          Tempo
        aufgetaucht,
         aufgetaucht,um   umgegen
                               gegendas dasBetteln,
                                              Betteln,verboten
                                                           verbotenselbst
                                                                        selbstbei
                                                                                beiKunstdarbie-
                                                                                     Kunstdarbie-         dem
                                                                                                            demVorbild
                                                                                                                  Vorbildangleicht.
                                                                                                                             angleicht.
        tung,
         tung,einzuschreiten.
                einzuschreiten.Doch  Dochesessindsind––bei beiallem
                                                                allemReichtum
                                                                         Reichtumder   derReichen
                                                                                            Reichen            Die
                                                                                                                DieZeitenwende
                                                                                                                      Zeitenwendeder    derMachterteilung
                                                                                                                                             Machterteilungan      andie
                                                                                                                                                                      dieNationalsozialisten
                                                                                                                                                                            Nationalsozialisten
       ––elende
           elendeZeiten,
                    Zeiten,diedieNot
                                  Notzwingt
                                         zwingtErwerbslose
                                                    Erwerbslosedazu,  dazu,sich
                                                                              sichauf
                                                                                    aufdiese
                                                                                          dieseWei-
                                                                                                Wei-      erlebt
                                                                                                            erlebtdie
                                                                                                                    dieFamilie
                                                                                                                         Familiedes desRöntgenarztes
                                                                                                                                         RöntgenarztesDr.    Dr.Henri
                                                                                                                                                                  HenriHirsch
                                                                                                                                                                          Hirschmit mitdem
                                                                                                                                                                                        demTagTag
        seseein
             einbisschen
                 bisschenGeld Geldzu zuverdienen,
                                          verdienen,die    diewöchentliche
                                                                wöchentlicheUnterstützung
                                                                                   Unterstützung          der
                                                                                                            derEinsetzung
                                                                                                                 EinsetzungAdolfAdolfHitlers
                                                                                                                                        Hitlersals alsReichskanzler
                                                                                                                                                        Reichskanzlerauf aufder
                                                                                                                                                                              derLoggia
                                                                                                                                                                                   Loggiaininder
                                                                                                                                                                                               der
        geht
         gehtfast
               fastweg
                     wegfürfürdie
                                dieMiete,
                                    Miete,und undwovonwovonsoll sollman
                                                                      manleben?
                                                                            leben?                        Rothenbaumchaussee
                                                                                                            Rothenbaumchaussee 26         26 inin der
                                                                                                                                                    der Abenddämmerung
                                                                                                                                                         Abenddämmerung stehend. stehend. Trom-
                                                                                                                                                                                           Trom-
            Auf
             Aufder
                  deranderen
                       anderenStraßenseite
                                  Straßenseitewerdenwerdendie  dieSchaufenster
                                                                    Schaufensterdes deseleganten
                                                                                          eleganten       meln
                                                                                                            melnundundPfeifinstrumente
                                                                                                                          Pfeifinstrumentesind   sindzuzuhören,
                                                                                                                                                           hören,dann
                                                                                                                                                                    dannnähern
                                                                                                                                                                           nähernsichsichLichter,
                                                                                                                                                                                          Lichter,
        Warenhauses
         Warenhauses»Tietz«
                          »Tietz«umdekoriert,
                                     umdekoriert,für     fürdie
                                                              die»Wohlfeilen
                                                                   »WohlfeilenWochen«
                                                                                    Wochen«und  und       jähe
                                                                                                            jäheSchatten
                                                                                                                  Schattenhuschen
                                                                                                                              huschenüberüberFahnen,
                                                                                                                                                 Fahnen,Köpfe,
                                                                                                                                                           Köpfe,Gesichter.
                                                                                                                                                                     Gesichter.Familie
                                                                                                                                                                                  FamilieHirsch
                                                                                                                                                                                           Hirsch
        den
         den»Saisonausverkauf«.
               »Saisonausverkauf«.Blicklos Blickloslächeln
                                                        lächelnWachspuppen
                                                                   Wachspuppenininden     denFens-
                                                                                               Fens-      schaut
                                                                                                            schauthinunter
                                                                                                                     hinunteraufaufein
                                                                                                                                     einMeer
                                                                                                                                          Meervon  vonFackeln.
                                                                                                                                                        Fackeln.Auf
                                                                                                                                                                  AufderderStraße
                                                                                                                                                                            Straßemarschieren
                                                                                                                                                                                     marschieren
        tern
         ternvor
               vorknallig
                     knalligkorrigierten
                               korrigiertenPreisschildern.
                                                 Preisschildern.Junge  JungeDekorateurinnen
                                                                               Dekorateurinnen            Formationen
                                                                                                            Formationender    derNSDAP
                                                                                                                                   NSDAPund    undMassen
                                                                                                                                                     Massenvon  vonLeuten
                                                                                                                                                                     Leutenvorbei,
                                                                                                                                                                               vorbei,lautstark
                                                                                                                                                                                        lautstark
        heften
         heftenmit
                 mitStecknadeln
                       Stecknadelngrelle
                                       grellegelbe
                                                gelbeund undrote
                                                               rotePfeile
                                                                      Pfeilean,
                                                                              an,die
                                                                                  dieaufaufdie
                                                                                             diesen-
                                                                                                 sen-     intonieren
                                                                                                            intonierensie sieLieder
                                                                                                                              Liederüber
                                                                                                                                       überdas
                                                                                                                                            dasTöten
                                                                                                                                                   Tötenvon
                                                                                                                                                          vonJuden.
                                                                                                                                                                Juden.Noch
                                                                                                                                                                         Nochvonvonweitem
                                                                                                                                                                                     weitemsind
                                                                                                                                                                                              sind
        sationellen
         sationellenAngebote
                        Angebotehinweisen.
                                     hinweisen.Vom    VomLadeninneren
                                                              Ladeninnerenaus    ausschauen
                                                                                       schauensie sie     sie
                                                                                                            siezu
                                                                                                                zuhören.
                                                                                                                    hören.
        durch
         durchdiediegroßen
                      großenFensterscheiben
                                Fensterscheibennach    nachdraußen,
                                                               draußen,auf  aufBettler
                                                                                 BettlerundundMu-
                                                                                                Mu-            Von
                                                                                                                Vondiesem
                                                                                                                      diesemAbend
                                                                                                                                Abendan  anändert
                                                                                                                                             ändertsichsichdas
                                                                                                                                                            dasLeben
                                                                                                                                                                  Lebenfürfürdie
                                                                                                                                                                              die»Hirsche«.
                                                                                                                                                                                   »Hirsche«.
        sikanten,
         sikanten,den denendlosen
                           endlosenStrom
                                       Stromder   derunbekannten
                                                        unbekanntenMenschenMenschenim    imGegen-
                                                                                             Gegen-            Zum
                                                                                                                Zum1.1.Februar
                                                                                                                           Februar1933,
                                                                                                                                      1933,abseits
                                                                                                                                              abseitsnationaler
                                                                                                                                                        nationalerKundgebungen,
                                                                                                                                                                     Kundgebungen,wird   wirdder
                                                                                                                                                                                               der
        licht,
         licht,ein
                einzeitloses
                      zeitlosesBild,
                                  Bild,inindem
                                             demauch auchdie dieFamilien
                                                                   FamilienDr.  Dr.Magnus
                                                                                     Magnusund  und       Jurist
                                                                                                           JuristDr.
                                                                                                                   Dr.Fritz
                                                                                                                       FritzLiebmann,
                                                                                                                              Liebmann,Syndikus
                                                                                                                                            Syndikusder  derFirma
                                                                                                                                                             Firma»M.»M.M. M.Warburg
                                                                                                                                                                               Warburg&   &Co.«,
                                                                                                                                                                                            Co.«,
        Dr.
         Dr.Liebmann,
              Liebmann,Roberta
                             RobertaHirsch
                                        Hirschmit  mitden den»amerikanischen
                                                               »amerikanischenJungs«   Jungs«undund       bei
                                                                                                            beiden
                                                                                                                denHamburger
                                                                                                                      HamburgerGerichten
                                                                                                                                       Gerichtenzur  zurAnwaltschaft
                                                                                                                                                          Anwaltschaftzugelassen.
                                                                                                                                                                            zugelassen.Schwer-
                                                                                                                                                                                          Schwer-
        das
         dasEhepaar
              EhepaarHeinrich
                         Heinrichund undMarie
                                           MarieBeineBeineihre
                                                             ihreflüchtigen
                                                                   flüchtigenMomente
                                                                                 Momentehaben.haben.      punkt
                                                                                                            punktseiner
                                                                                                                    seinerArbeit
                                                                                                                             Arbeitbleibt
                                                                                                                                     bleibtdie
                                                                                                                                             dieTätigkeit
                                                                                                                                                    Tätigkeitininder
                                                                                                                                                                  derBank.
                                                                                                                                                                      Bank.Seine
                                                                                                                                                                              SeineFrau,
                                                                                                                                                                                      Frau,Anna
                                                                                                                                                                                            Anna
                                                                                                          Liebmann,
                                                                                                            Liebmann,denkt denktmit
                                                                                                                                  mitSorge
                                                                                                                                       Sorgean  anihre
                                                                                                                                                    ihreGeschwister,
                                                                                                                                                         Geschwister,an  anStephan
                                                                                                                                                                             StephanLiebmann
                                                                                                                                                                                       Liebmann
78
 78                                                                                                       ininBerlin,
                                                                                                               Berlin,auch
                                                                                                                         auchererist
                                                                                                                                   istpromovierter
                                                                                                                                       promovierterRechtsanwalt,
                                                                                                                                                          Rechtsanwalt,und  undausausder
                                                                                                                                                                                       derHaupt-
                                                                                                                                                                                           Haupt-     79
                                                                                                                                                                                                       79
»Als Leiter der Deutschen Gemeinde
… war er gewissermaßen ein Konsul
ohne Exequatur. Er hat sich ohne Rücksicht
auf seine Person für die Deutschen in
China mit Erfolg eingesetzt.«
Zur Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1953
Hermann W. Breuer (1884 – 1973) ging 1906,
                                                          mit 22  Jahren, für das Bremer Übersee-Haus
                                                          Melchers & Co. als Kaufmann nach Shanghai
                                                          und empfand sich bald als »Sohn des Reiches
                                                          der Mitte«. Seine Geschichte steht exemplarisch
                                                          für das schwierige schöne Leben der deutschen
                                                          Kaufleute in der internationalen Handelsmetro­
                                                          pole Shanghai während der ersten Hälfte des
                                                          20.  Jahrhunderts. Sie beginnt in einer Zeit
                                                          kolonialer Ansprüche und endet mit dem Neu­
                                                          beginn des deutsch-chinesischen Austauschs,
                                                          den Breuer als Vorsitzender des Ostasiatischen
                                                          Vereins Bremen mit prägte. Unterhaltsam und
                                                          mit großer Kenntnis wird erzählt vom Reisen
                                                          und Alltagsleben in China, von Fahrten mit der
                                                          Transsibirischen Eisenbahn und auf Ozean-
                                                          dampfern, von neuen Kommunikationsmitteln,
                                                          von Briten, Amerikanern und Chinesen, die
                                                          Breuer im Job, in Clubs, beim Sport begegne-
                                                          ten. Mut und Nächstenliebe bewies Breuer an-
                                                          gesichts der Kriege und Umbrüche in China, des
                                                          deutschen Nationalsozialismus in Shanghai,
                                                          der Probleme russischer und jüdischer Flücht-
                                                          linge. Inspiriert von Briefen und Fotografien
                                                          im Familienbestand durchforschte die Autorin
                                                          Archive in Deutschland und China, sprach mit
                                                          letzten Zeitzeugen. Sie lässt die Leser teilhaben
     Christine Maiwald                                    am detektivischen Zusammenfügen von Puzzle­-
     Das schwierige schöne Leben                          ­teilchen zur Lebensgeschichte eines sym­­
     Ein deutscher Kaufmann in Shanghai                    pathischen Menschen. Erzählt mit Empathie,
     1906 bis 1952                                         Humor und Sinn für die Details des Alltags, ist
                                                           diese Biografie eine echte Entdeckung.
     ca. 670 Seiten, ca. 70 Abbildungen
     Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen
                                                          Die Autorin Christine Maiwald ist promovierte Literatur-
     16,5 x 24 cm, ISBN 978-3-86218-147-6, ca. €  29,90
                                                          wissenschaftlerin. Sie arbeitete als Theaterdramaturgin
     September 2021
                                                          in Kiel und Hannover, war Museumsreferentin in der
                                                          Hamburger Kulturbehörde und übernahm bis 2010
                                                          Managementaufgaben im Hamburger Museumsbereich.
                                                          Hermann Breuer ist ihr »China-Onkel«.

     ¡ Deutsche in China 1906 bis 1952
     ¡ Eine Spurensuche zwischen Europa und Ostasien
     ¡ Humorvoll, weltläufig und beschwingt erzählt
     ¡ Eine literarische Entdeckung

                                                                                     ƒƒƒƒ Hermann W. Breuer
                                                                                     zu Besuch: Hier werden
                                                                                     Melchers-Importe verkauft,
                                                                                     um 1930 (© Melchers Archiv)
                                                                                     ƒƒƒ Breuer mit Sohn, 1923
                                                                                     ƒƒ Shanghai im Japanisch-
                                                                                     Chinesischen Krieg, 1937
                                                                                     (© Peter Kengelbacher)
                                                                                     ƒ »Sonderbefehl« des Foreign
                                                                                     Affairs Ministry: Breuer wird
15                                                                                   nicht zwangsrepatriiert, 1947
Die Fabrik in Ottensen, Wiederauf- und Umbau 1979 (© Heiner Leiska)

»Ich liebe meine Stadt, ich kann’s
nicht lassen. Aus Begeisterung
für ihre Möglichkeiten bin ich noch
immer kein stiller Bürger.«
Volkwin Marg, 2021
Der renommierte Architekt Volkwin Marg
                                                            (* 15.10.1936) – einer der einflussreichsten
                                                            deutschen Architekten der Nachkriegszeit und
                                                            Gründungspartner des weltweit agierenden
                                                            Büros gmp von Gerkan Marg und Partner –
                                                            folgt in »seiner« Stadt Hamburg dem gestalte-
                                                            rischen Credo: Erst kommt die Stadt, dann das
                                                            einzelne Gebäude. Sein Einsatz für Hamburg
                                                            geht darum weit über die Architektur hinaus,
                                                            auch als Bürger will er seinen Einfluss geltend
                                                            machen. Margs frühe Prägung durch Danzig,
                                                            die Stadt seiner Kindheit, die Erinnerungen an
                                                            Wasser, Hafen, den Geruch von Schiffen und
                                                            das Tuten der Dampfer haben ihn in Hamburg
                                                            eine zweite Heimat finden lassen. Aus dieser
                                                            Prägung heraus – Grauganseffekte!  – sind seine
                                                            Initiativen für einen Museumshafen für alte
                                                            Arbeitsschiffe oder gegen die Industrialisierung
                                                            der Unterelbe, sein Kampf um das »Kunst­werk
                                                            Hamburg« und für neues Leben in alten Bauten
                                                            zu verstehen – von der Fischauktionshalle und
                                                            der Fabrik bis zum Kesselhaus in der Speicher-
                                                            stadt. Mit rund 50  Bauten in fast 60  Jahren
                                                            Tätigkeit hat er die Stadt Hamburg architekto-
                                                            nisch geprägt, durch Projekte wie das Hanse-
                                                            Viertel, das Zürich-Haus, den jüngsten Umbau
     Gert Kähler                                            des Alten Wall u.a., vor allem aber durch erste
     Grauganseffekte. Hamburg und                           städtebauliche Überlegungen zur HafenCity.
     der Architekt Volkwin Marg                             Das Buch erlaubt einen Blick hinter die Kulis-
     mit einem Vorwort von Hark Bohm und einem              sen der Arbeit eines engagierten Stadt­planers
     autobiografischen Text von Volkwin Marg                und Architekten in kontinuierlicher Ausein­
                                                            andersetzung mit Politik und Gesellschaft.
     ca. 300 Seiten, ca. 180 Farb- und s/w-Abbildungen
     Hardcover mit Fadenheftung, Prägung und Lesebändchen   Der Autor Gert Kähler ist Architekturhistoriker und
     17 x 24 cm, ISBN 978-3-86218-148-3, ca. €  28,00       Publizist mit zahlreichen Veröffentlichungen zu Themen
     Oktober 2021                                           der Stadt und der Architektur des 20. Jahrhunderts
                                                            (u.a. »Von der Speicherstadt bis zur Elbphilharmonie.
                                                            Hundert Jahre Stadtgeschichte Hamburg«, »Geheim­
     ¡ Ein prominenter Architekt und »seine« Stadt          projekt HafenCity«). Er befasst sich seit vielen Jahren
     ¡ Ein fundierter Rückblick auf 60 Jahre Stadtplanung   kritisch mit der Entwicklung Hamburgs.
       und Architektur
     ¡ Blicke hinter die Kulissen stadtpolitischer
       Entscheidungen
     ¡ Wie kann Bürgerengagement aussehen?

                                                                                       ƒƒƒ Die große Kuppel im
                                                                                       Hanse-Viertel, 1978 – 1983
                                                                                       (© Bernt Federau)
                                                                                       ƒƒ Kibbelstegbrücken und
                                                                                       Parkhaus in der Speicherstadt,
                                                                                       2000 – 2002 (© Christoph Gebler)
                                                                                       ƒ Volkwin Marg (re.) und
                                                                                       Meinhard von Gerkan, 1978
                                                                                       (© gmp)

17
»Und der Dreckwall,
                                           wo ist der Dreckwall hin?
                                           Ich kann ihn vergeblich suchen!
                                           Wo ist der Pavillon, wo ich
                                           gegessen so manchen Kuchen?«
                                           Heinrich Heine, »Ein Wintermärchen«, 1844, nach dem Großen Brand

Blick auf den Kopfbau des umgebauten Alten Wall neben dem Hamburger Rathaus, 2021 (Foto: Marcus Bredt)
Bis vor wenigen Jahren schlief der Alte Wall –
                                                                                                                                                                                                                      die Verbindung zwischen Hamburger Rathaus-
                                                                                                                                                                                                                      markt und Adolphsplatz – einen Dornröschen-
                                                                                                                                                                                                                      schlaf. Dabei blickt die Straße auf eine lange
                                                                                                                                                                                                                      Geschichte zurück: Sie war Teil der Befesti-
                                                                                                                                                                                                                      gungsanlage einer Stadt, die sich als Zentrum
                                                                                                                                                                                                                      des mittelalterlichen Handels von Feinden
                                                                                                                                                                                                                      umgeben sah. Erst Ende des 19. Jahrhunderts
                                                                                                                                                                                                                      wurde der mittlerweile eingeebnete Wall zu
                                                                                                                                                                                                                      einem pulsierenden Großstadtboulevard – an
                                                                                                                                                                                                                      seiner einen Seite der imposante Rathausbau,
                                                                                                                                                                                                                      an der anderen die Bank- und Kontorhäuser.
                                                                                                                                                                                                                      Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Straße
                                                                                                                                                                                                                      als attraktive Geschäftsadresse wieder in Ver-
                                                                                                                                                                                                                      gessenheit. Mit dem 2020 durch die Architekten
                                                                                                                                                                                                                      von Gerkan, Marg und Partner fertiggestellten
                                                                                                                                                                                                                      Umbau des denkmalgeschützten Baublocks
                                                                                                                                                                                                                      Alter Wall  2-32 im Auftrag von Art-Invest Real
                                                                                                                                                                                                                      Estate wird dieser lange vernachlässigte Be-
                                                                                                                                                                                                                      reich der Hamburger Altstadt neu belebt. Auch
                                                                                                                                                                                                                      der Umzug des Bucerius Kunst Forum in die
                                                                                                                                                                                                                      Straße und die Nutzung des Kopfbaus am Rat-
                                                                                                                                                                                                                      hausmarkt als Flagship-Store einer Modekette
                                                                                                                                                                                                                      stellen städtebauliche Zusammenhänge wieder
                                                                                                                                                                                                                      her. Das reich bebilderte Buch beleuchtet das
                                                                                                                                                                                                                      komplette Bauprojekt aus den unterschied­
                                                                                                                                                                                                                      lichen Perspektiven von Bauherrschaft, Denk-
     Hg. von Gert Kähler                                                                                                                                                                                              malschutz, Stadtplanung und Architektur vor
     Alter Wall — Neue Stadt                                                                                                                                                                                          dem Hintergrund der historischen Entwicklung
                                                                                                                                                                                                                      dieses prominenten Teils der Hamburger
     ca. 256 Seiten, ca. 190 Farbabbildungen                                                                                                                                                                          Innenstadt.
     Hardcover mit Fadenheftung, deutsch / englisch
     24 x 34 cm, ISBN 978-3-86218-152-0, ca. €  34,00
     Oktober 2021                                                                                                                                                                                                     Der Herausgeber Gert Kähler ist Architekturhistoriker
                                                                                                                                                                                                                      und Publizist mit zahlreichen Veröffentlichungen zu
                                                                                                                                                                                                                      Themen der Stadt und der Architektur des 20. Jahr­
                                                                                                                                                                                                                      hunderts (»Geheimprojekt HafenCity«, »Der Architekt
                                                                                                                                                                                                                      als Bauherr«, 2016). Er befasst sich seit vielen Jahren
                                                                                                                                                                                                                      kritisch mit der Entwicklung Hamburgs.
     ¡ Herausfordernde Bauaufgabe: Umbauen im denkmal­
       geschützten Bestand in der Hamburger Innenstadt
     ¡ Wichtiger Beitrag zur Stadtgeschichte
     ¡ Der komplexe Umbauprozess in beeindruckenden
       Fotografien
     ¡ Mit Textbeiträgen von Olafur Eliasson und Volkwin Marg

                                                                                                                                                                                                                                                Blick ins Buch:
      Alter Wall — Neue Stadt.                                               i.   Hamburgs „Geschäftsmodell“ und wie es sich im Stadtgrundriss abbildet

                                                                                  Sein neuer Name: „Dreckwall“ – nomen est omen:
                                                                                  „Die Linie des Walls vom alten Dammthor hieß der Vog-
                                                                                  lerswall. Die Strecke vom Mittlernthore bis zum Schaar-
                                                                                                                                                          Auf diesem Stich von 1592 ist zu sehen, dass die einstige
                                                                                                                                                          Insel namens „Dreckwall“ inzwischen durch Über-
                                                                                                                                                          brückung und teilweise Zuschüttung des rückwärtigen
                                                                                                                                                                                                                                                ƒƒ Der Alte Wall,
                                                                                                                                                                                                                                                historisch betrachtet
                                                                                  thor der Baumwall, bis zum Jahre 1603, da das Küterhaus                 Fleetes zum bebauten Teil der Stadt geworden war. Das
                                                                                  angelegt ward, und der Theil vom Millernthor bis zum                    gegenüberliegende Ufer, der Voglerswall, wurde im frü-
                                                                                  Pulverturm der Küterwall genannt wurde. Einige acht-                    hen 18. Jahrhundert besiedelt: Die Sammlung der „Rath-
                                                                                  zig Jahre nach Anlegung der neuen Festungswerke, im                     und Bürgerschlüsse“ aus dem Jahr 1706 vermeldet:
                                                                                  Jahr 1707 wurde der Voglerswall demolirt, und die Plätze                „Der Bürgerschaft Schluß, dass der Voglers-Wall von der
                                                                                  zum Anbau von Häusern verkauft“ 2, schreibt eine frühe                  Ellern- Brücke bis an die Alster, und der Platz im alten

                                                                                                                                                                                                                                                ƒ Dokumentation des
                                                                                  Chronik der Stadt.Das erwähnte „alte“ Dammtor lag                       Wandrahme, gegen dem Kornhause über, von der
                                                                                  etwa auf der Höhe des heutigen Neuen Walls, wo dieser                   Kriegs-Cassen-Deputation verkauft werden solle, um
                                                                                  auf den Jungfernstieg trifft, und wurde im Zuge der gro-                Häuser darauf zu bauen, und der Kauf- Schilling der
                                                                                  ßen barocken Befestigungsanlage von Johan van Val-                      Kriegs-Casse einfließen solle, ist von E. E. Rathe, nach-
                                                                                  ckenburgh in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts an                  dem seine Remonstrationen, dass bisher nach unserer

                                                                                                                                                                                                                                                Abriss- und Umbau-
                                                                                  den heutigen Ort verlegt; der Voglerswall lag zwischen                  Verfassung der Verkauf der Stadt-Güter durch die Cäm-
                                                                                  Neuem Wall und Kleiner Alster, dort, wo heute die Als-                  merey geschehen, keinen Eindruck gefunden, ange-
                                                                                  terarkaden verlaufen. Der Baumwall ist inzwischen an                    nommen worden“ 3.
                                                                                  die Elbe gerutscht, den Küterwall gibt es heute gar nicht
                                                                                  mehr; er bezog sich auf das Schlachthaus der Stadt, auf                 Im „Jahr 1707 wurde der Voglerswall demolirt, und die
                                                                                  das auch die Bezeichnung „Die Bullestal“ im Plan von                    Plätze zum Anbau von Häusern verkauft“ 4. Im gleichen

                                                                                                                                                                                                                                                prozesses in großfor­­-
                                                                                  1592 hinweist.                                                          Jahr wurde auch der Neue Wall zur Straße umgewidmet.
                                                                                                                                                          Das alles geschieht im Zuge einer Arrondierung in der
                                                                                                                                                          Innenstadt, die als Folge der großen, barocken Befesti-
                                                                                  2      Heß, Jonas Ludwig von, Hamburg topo gra phisch,                  gungsanlage gesehen werden muss – was soll ein Wall,
                                                                                         politisch und historisch beschrieben. Hamburg 1787,              was sollen die alten Stadtmauern mitten in der Stadt,
                                                                                         Band 1, S. 423
                                                                                  3      Heinrich Kühl u.a.: Hamburgische Rath- und Bürger-               nachdem diese durch die Einbeziehung einer „Neustadt“

                                                                                                                                                                                                                                                matigen Fotografien
                                                                                         Schlüsse vom Jahre 1700 bis zu Ende des Jahres 1800 :            einen ganz anderen Zuschnitt erhalten hatte. Stattdes-
                                                                                         mit getreuen und voll ständigen Auszügen aller in den            sen musste das Bestreben sein, die Bindungen zur
                                                                                         Raths-Pro positionen sowohl, als in den Beylagen
                                                                                         enthaltenen Erläuterungen, Hamburg 1803, S. 9                    „neuen“ Neustadt zu stärken, nämlich dem Teil der
                                                                                  4      Zimmermann, a.a.O., S. 423                                       Stadt, der auch heute noch so bezeichnet wird. Das
                                                                                                                                                          Bevölkerungswachstum brauchte neuen Raum, und was
                                                                                                                                                          in den ersten Plänen nach dem Bau der Wallanlagen

                                                                                                                                                                                                                                                (© Foto: Rüdiger Glatz)
                                                                                                                                                          noch den Charakter von Grünflächen und Gärten hatte,
                                                                                                                                                          wurde besiedelt. Was in dieser neuen Stadt – denn das
                                                                                                                                                          war es ja zumindest von der Dimension her – geblieben
                                                                                                                                                          war, war die wichtige Ost-West-Verbindung über die
                                                                                                                                                          Ellern(tors)brücke, jetzt verlängert über den Alten
                                                                                                                                                          Steinweg (dessen Bedeutung schon aus dem genannten
                                                                                                                                                          Material hervorgeht) zur Kirche St. Michaelis in der
                                                                                                                                                          Neustadt und weiter zum (verlagerten) Millerntor.

                        ↑ Mitte des 16. Jahrhunderts war also das System
                        aus Verteidigungslinien mit ihren vor- und nach …
                        ↖ Hamburg um 1592 — mit der schon sichtbaren                                                                                      ← Mitte des 16. Jahrhunderts war also
                        Erweiterung der Stadtgrenzen in östlicher Richtung                                                                                das System aus Verteidigungslinien mit
                        und Ausbau der Verteidigungsanlagen im Westen                                                                                     ihren vor- und nach …

19
      8                                                                           9
Das Buch zeigt, welche aktuellen Ham­burger
                                                        Neu- oder Umbauten aus der Sicht von Fachleuten
                                                        und Laien herausragende architektonische Qualität
                                                        aufweisen. Es dokumentiert die Ergebnisse des
                                                        »BDA Hamburg Architektur Preises 2020« und des
                                                        »Publikums Architektur Preises«, der vom BDA
                                                        Hamburg und der Lokalredaktion des »Hamburger
                                                        Abendblatt« vergeben wird. Das Buch bietet damit
                                                        einen einzigartigen Querschnitt der aktuellen Bau­
                                                        tätigkeit im Großraum Hamburg. Ergänzt wird der
                                                        Band zum 25-jährigen Jubiläum des Preises mit
                                                        der Dokumen­tation aller Gewinnerbauten dieses
                                                        Zeitraums. Der Essay »Ein Gewinn für alle« des
                                                        Architektur­journalisten Till Briegleb zur Bedeutung
                                                        des Preises rundet den Band ab.

                                                        Der Herausgeber Der Bund Deutscher Architektinnen und
                                                        Architekten ist der älteste Fachverband ausschließlich freiberuf-
                                                        lich tätiger Architekt:innen. Er setzt sich seit seiner Gründung
                                                        1903 bis heute für eine qualitätvoll gestaltete Umwelt ein.

Hg. vom Bund Deutscher Architektinnen
und Architekten BDA Hamburg
BDA Hamburg Architektur Preis 2020
Die Baujahre 2018 – 2020
Mit den Gewinnerbauten der letzten 25 Jahre

ca. 152 Seiten, ca. 240 Farbabbildungen
Broschur, 22 x 23 cm                                    »Im Mittelpunkt der Debatte um
ISBN 978-3-86218-136-0, ca. €  19,80
September 2021
                                                        die Qualität der Architektur muss die
                                                        Frage stehen: wie wollen wir leben?
                                                        Gute Architektur zeichnet sich nicht
                                                        dadurch aus, dass eine Fassade
                                                        bunter, glänzender oder höher ist
                                                        als andere. Gute Architektur schafft
¡ Hamburgs beste aktuelle Bauten                        ein lebenswertes Umfeld und kann
¡ Vorstellung der Gewinnerbauten der letzten 25 Jahre   im besten Fall tatsächlich beleben.
¡ Kooperation mit dem »Hamburger Abendblatt«
                                                        An diesem Anspruch muss sie sich
¡ Ausstellung »Ausgezeichnet! 25 Jahre BDA Hamburg
  Architektur Preis« vom 14. September 2021             auch messen lassen.«
  bis April 2022 (Open Air in der HafenCity)            Wolfgang Tiefensee, ehemaliger Bundesbauminister

     Die Ersten Preise 2020
     „ Großmarkt Theater
     Pavillon, Carmody Groarke
     (Foto: Johan Dehlin)
     „„ U- und S-Bahnhof
     Elbbrücken, gmp
     (Foto: Marcus Bredt)
     „„„ Wohn- und Ge-
     schäftshaus Schulterblatt,
     LH Architekten (Foto:
     Dorfmüller Klier)                                                                                                  20
Mehr als drei Viertel aller Bauinvestitionen fließen
     in den Baubestand. Der Neubau ist somit die Aus­
     nahme. Das bauliche Erbe, mit dem die heutige Ge-
     neration verantwortlich umgehen muss, ist enorm.
     Gleichzeitig sind Anforderung an diese Bauauf­gaben
     besonders umfangreich und komplex. Vor diesem
     Hintergrund wird die Frage nach dem Umgang mit
     unseren bebauten Lebensräumen immer bedeut­
     samer. Mit dem Preis »Bauen im Bestand« würdigt
     die Bayerische Architektenkammer den verant­
     wortungsvollen, innovativen und beispielgebenden
     Umgang mit bestehender Bausubstanz. Eine hoch-
     karätig besetzte Jury wählte dazu aus 147 Einrei-
     chungen die herausragenden Umbauten und Sanie-
     rungen aus. Die Prämierten leisten einen außer­
     ordentlichen Beitrag zur Baukultur, indem sie
     Denkmäler oder besonders erhaltenswerte Bau-
     substanz unter Be­rücksichtigung ihrer Geschichte
     mit architektonischen Mitteln in die Zukunft führen.
     Dass in die Bewertung ökologische, ökonomische
     sowie soziale Aspekte ebenso wie gestalterische
     Eigenschaften und regionale Identität einfließen,                             Hg. von der Bayerischen Architektenkammer
     ist eine Besonderheit. Explizit stehen nicht nur                              Preis Bauen im Bestand 2021
     die denkmalgeschützten und besonders erhaltens-                               Texte von Ira Mazzoni
     werten Gebäude im Fokus, sondern auch Identität
                                                                                   ca. 120 Seiten, ca. 120 Farbabbildungen
     stiftende Alltagsbauten. In sorgsam gestalteten
                                                                                   Broschur mit Fadenheftung, 21 x 21 cm
     Bildstrecken präsentiert die Publikation die preis-                           ISBN 978-3-86218-153-7, ca. €  22,00
     gekrönten Projekte mit Texten der Architektur­                                Juli 2021
     kritikerin Ira Mazzoni. So ergibt sich ein Einblick in
     die aktuelle Auseinandersetzung zeit­genössischer
     Architektur mit unserem baulichen Erbe.

     ¡ Die 60 bedeutendsten neuen Bauten im
       Bestand Bayerns
     ¡ Großformatige Bilddarstellung mit fachkundigen
       Texten der Architekturkritikerin Ira Mazzoni
     ¡ Berücksichtigung der Aspekte Städtebau,
       Denkmalschutz, architektonische Qualität,
                                                                                   »Ich werde verehrt und geschätzt
       bau­technische Ausführung und Innovation
     ¡ Ein innovativer deutscher Architekturpreis                                  wie ein altes Gebäude.«
       erstmals als Publikation                                                    Katharine Hepburn

                        Hg. von Alexander Fthenakis                                     »Freilich könnte man es auch als Fotobuch betrachten, denn die gut 850 (!)
                        Fotos von Oliver Heissner                                       Bilder von Oliver Heissner spielen eine eminent wichtige Rolle ...
                        50 60 70 Architektur aus drei Jahrzehnten                       All das zusammen ergibt ein von Bernd Kuchenbeiser wunderbar gestaltetes
                        im Münchner Stadtbild                                           Buch, das nicht nur als Architekturführer begriffen werden kann. Vielmehr hat
                        672 Seiten, 850 Farbabbildungen, Broschur                       man es hier mit einer analytischen Liebeserklärung an die omnipräsente und
                        ISBN 978-3-86218-098-1, €  48,00                                trotzdem viel zu wenig geschätzte Nachkriegsarchitektur Münchens zu tun ...
                        lieferbar                                                       Texte und Fotografien ergänzen sich in ihrer Präzision kongenial, lenken den
                                                                                        Blick auf entscheidende Feinheiten und schaffen in ihrer großzügigen Anord­
                        ¡ DAM Architectural Book Award 2017                             nung eine Atmosphäre echter Wertschätzung und gekonnter Sensibilisierung
                        ¡ Shortlist bei Deutschlands Schönstes Regionalbuch 2018        für die Bauten. Die Karten, Zeichnungen und dokumentarischen Fotos der
                        ¡ Longlist beim Deutschen Fotobuchpreis 2018                    Studie fügen den acht Kapiteln eine umfassende analytische Ebene hinzu und
                                                                                        heben das Buch weit über das hinaus, was vergleichbare Publikationen leisten.«
21                                                                                      BauNetz
In seiner Autobiografie skizziert Alf M. Prasch sein
                                                   Leben vom Flüchtlingskind über seine Jahre als
                                                   Student im damals noch ge­teilten Berlin bis hin zum
                                                   renommierten Architekten. In bildhafter Sprache
                                                   erzählt er vom Entstehungsprozess von Architektur,
                                                   wie er ihn bei seinem mehr als 300 Projekte umfas-
                                                   senden Oeuvre erlebt und bewegt hat. Seine Bau­
                                                   aufgaben reichen vom Sheraton Hotel in Abu Dhabi,
                                                   dem World Trade Center in Dresden, dem Bleichen­-
                                                   hof und Spitalerhof in der Hamburger Innenstadt,
                                                   dem Auswanderermuseum BallinStadt auf der
                                                   Veddel bis zum Wohnungs- und Bürobau in der
                                                   HafenCity und dem Bau des zukünftigen Airbus-
                                                   Dienstleis­tungs­­zentrums in Hamburg-Finkenwerder.
                                                   In Hamburg wurden über 40 seiner Projekte reali-
                                                   siert. Das reich bebilderte Buch enthält ein Vorwort
                                                   von Oberbau­direktor a.D. Prof. Jörn Walter sowie
                                                   ein Werkverzeichnis.

                                                   Der Autor Alf M. Prasch, Jg. 1941, ist Architekt, Städteplaner
                                                   und Gründungsmitglied des Architekturbüros nps – Nietz,
                                                   Prasch, Sigl (später nps – tchoban voss Architekten). 2015
                                                   gründete er mit Frank Buken in Hamburg das Büro pbp –
                                                   prasch buken partner architekten. Für seine Bauten erhielten
                                                   er und seine Mitarbeiter:innen zahlreiche Preise und Aner­
                                                   kennungen, zuletzt den WohnbauPreis 2020.

Alf M. Prasch
Mein Leben als Architekt. 1960 – 2020

300 Seiten, 210 Farbabbildungen, Leinenband
mit Prägung, Schutzumschlag und Fadenheftung
16,5 x 22,7 cm, ISBN 978-3-86218-144-5, €  28,00
bereits lieferbar

                                                   ¡ Ein renommierter Architekt aus Hamburg
                                                     erzählt … offen, humorvoll, kenntnisreich
                                                   ¡ … über Berufung, Bürogründungen, Partner­
                                                     schaften, Kon­kurrenzen, Umgang mit Bauherren,
                                                     Behörden und Oberbau­direktoren, Erfolge und
                                                     Niederlagen, Projekte im In- und Ausland, Denk-
                                                     malschutz und Rekonstruktion, den Stellenwert
»Mein Erfolgsgeheimnis ist mein
                                                     des genius loci, Moden und Trends in der Architek-
Umgang mit den Bauherren.«                           tur und über seine Zusammenarbeit mit einer
Alf M. Prasch                                        jungen Generation von Architekt:innen

 Bleichenhof in Hamburg,
Neubau und Umbau, 1992
(Foto: Heiner Leiska)
 Rekonstruktion der
Aus­wandererhallen als
Museum in der BallinStadt
in Hamburg-Veddel, 2007
(Foto: Daniel Sumesgutner)
 Alf M. Prasch (© pbp)

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