Dölling und Galitz Verlag - Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022 - Hamburg Architektur Kunst Geschichte Judaica Natur München
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Dölling und Galitz Verlag
Vorschau und lieferbares Programm 2021/2022
Hamburg
Architektur
Kunst
Geschichte
Judaica
Natur
München»Ich bin nicht mehr, der ich war.«
Horaz
Die Methode, seine Frau unzugänglich für Nebenbuhler zu halten, wurde um 1400 HAUPTSACHE DUNKEL die eigentlich zu groß und zu dunkel waren,
Bei Samtfaltern funktioniert die Partnererken- um an ein arteigenes Weibchen zu erinnern.
im italienischen Padua erstmals beschrieben. Das Prinzip ist ein paar Millionen Jahre nung weit weniger perfekt; bei ihnen scheint Hatten die Männchen womöglich Probleme
sogar die Formel zu gelten, dass Liebe blind mit dem Farbensehen? Keineswegs. Wenn es
älter: Schmetterlingsmännchen basteln und applizieren – bei Bedarf – „Keusch- macht. Niko Tinbergen, Biologe und Nobel- um das Aufspüren ertragreicher Blütentypen
heitsgürtel“ aus Wachs. preisträger, stellte schon in den 40ern des letz-
ten Jahrhunderts Versuche mit Samtfaltern an.
geht, sind Samtfalter sehr treffsicher. Aber
beim Thema Weiblichkeit bevorzugen sie so-
Er fand heraus, dass Männchen in Paarungs- genannte “überoptimale Formen“.
stimmung reichlich undifferenziert zu Werke
gehen. Sie fliegen auf alles, was dunkel und Hat das Samtfaltermännchen schließlich ein
einigermaßen faltergroß ist und sich wippend paarungswilliges Weibchen gefunden, geht
DER DUFT DER FRAUEN sind perfekt fürs Richtungsriechen geeignet. vorwärtsbewegt. das Techtelmechtel nach kurzer Verfolgungs-
Unauffälliger ist die Duftkommunikation vieler Sie sind mit unzähligen haarförmigen Ausstül- Das können auch artfremde Schmetterlinge jagd am Boden weiter. Das Männchen läuft mit
Nachtschmetterlinge. Da nachts alle Schmet- pungen übersät, deren geruchsempfindliche sein oder Männchen der eigenen Art. Als die ruckartigen Schritten um das Weibchen her-
terlinge grau und Geländemarken schwer er- Zellen jeweils nach dem Schlüssel-Schloss-Prin- Forscher dunkle Pappschablonen in passender um, bis es ihm gegenübersitzt. Dann lässt es
kennbar sind, liegt es nahe, Kontaktanzeigen zip auf ganz bestimmte Duftstoffe reagieren. Größe an einer Art Angel an den wartenden die Flügel sprechen: Mehrmals spreizt es die
per Duft aufzugeben. Die Weibchen vieler Hochleistungsschnüffler wie die Männchen Männchen vorbeizucken und -hüpfen ließen, Vorderflügel, hebt sie und schließt sie mit ei-
Nachtfalter sondern aus Drüsen am Hinter- des Kleinen Nachtpfauenauges empfangen nahmen die prompt die Verfolgung auf. Die nem Ruck wieder, und mit jeder Wiederholung
leibsende Sexuallockstoffe ab, die artgleiche mit ihren federartig aufgefächerten großen Form schien dabei Nebensache zu sein; sogar werden die Bewegungen in einem Crescendo
Männchen regelrecht herbeirufen. Jede Art Antennen jeden Dufthauch paarungsberei- vorbeizappelnde Pappkreise oder -quadrate der Paarungs-Pantomime ausholender und in-
hat ihren einzigartigen Geruch, und so kom- ter Weibchen. Anhand der unterschiedlichen lockten die Männchen aus der Reserve. Am tensiver. Gleichzeitig lässt das Männchen die
men Irrtümer bei der Partnerwahl praktisch Reizintensitäten an beiden Fühlern kann das besten kamen übrigens Falterattrappen an, Fühler in immer weiter ausholenden Kreisen
nicht vor. Männchen ohne weiteres ermitteln, aus wel-
Die paarungsbereiten Weibchen haben den cher Richtung der Geruch kommt.
einfacheren Part: Sie sitzen einfach da, duften
vor sich hin und müssen nur noch abwarten,
bis der Wind ihre Lockstoffe den artgleichen DIE LICHT-FRESSER
Männchen zugetragen hat. Haben die den Woher weiß ein Schmetterlingsmännchen
Duft der Frauen wahrgenommen, fangen sie überhaupt, ob das Flatterwesen, das des We-
ab einer bestimmten Konzentration an, gegen ges kommt, ein arteigenes Weibchen und da-
den Wind der Duftquelle entgegen zu flattern. mit anbalzenswert ist? Sieht es auf den ersten
Schon ein einziges Molekül löst einen Nerven- Blick, wen es vor sich hat? Beim Hauhechel-
impuls aus und wenige Moleküle genügen, bläuling (Polyommatus Icarus) scheint das der
damit die potentiellen Befruchter wissen, was Fall zu sein. Während ihrer Raupenzeit nehmen
Sache ist. Etwa 100 Meter Flugstrecke zum die Tiere mit den Nahrungspflanzen Flavonoi-
Weibchen sind guter Durchschnitt, aber fast de auf, eine Farbstoffgruppe, die UV-Licht ab-
nichts gegen die Spitzenleistung des Kleinen sorbiert. Die Weibchen schlucken weit mehr
Nachtpfauenauges: Die Männchen spüren von diesen Substanzen als die Männchen, was
paarungswillige Weibchen sogar aus einer zu einem willkommenen Effekt führt: Da Fla-
Entfernung von 16 Kilometern auf. Weltrekord vonoide vor allem in den Flügeln eingelagert
– vermutlich. werden, zeichnet sich das artspezifische Flü-
gelmuster bei den Weibchen besonders deut-
lich und strahlend ab. Ein Männchen sieht also
DIE SCHNÜFFLER auf einen Blick: Was da sitzt, ist meinesglei-
Für Schmetterlinge genügt es nicht, einen Ge- chen und noch dazu eine potentielle Partnerin.
ruch einfach nur wahrzunehmen. Sie müssen
auch beurteilen können aus welcher Richtung
RECHTS
er kommt. Nur so finden die Männchen zum
paarungsbereiten Weibchen. Ein mittig am Das Auge eines Bananenfalters
Kopf sitzendes Organ wie unsere Nase wäre
ein schlechtes Instrument zum Stereo-riechen. NÄCHSTE DOPPELSEITE
Doch die beiden Fühler oder Antennen, die Antennen eines Wiener Nachtpfauenauges
sich bei Bedarf auch noch weit spreizen lassen,
30 31Auf markanten Felskuppen – wie im französischen Nationalpark Haut-Languedoc – treffen sich manche Schmetterlingsarten zur Gipfelbalz. (alle Fotos: Ingo Arndt)
LINKS VON OBEN NACH UNTEN:
Schönheit en detail – Tagpfauenauge,
Morpho, Isabellaspinner.
Auffälligsein kann schützen: Ein blitzartig
aufgeklapptes Auge schreckt Angreifer ab
– wenn es denn klappt.
RECHTS
Hauhechelbläuling beim Nektartanken
3»Wir staunen über die Schönheit eines Schmetterlings, aber erkennen die Veränderungen so selten an, durch die er gehen musste, um so schön zu werden.« Maya Angelou
Schmetterlinge sind atemberaubend schön
und ein Wunder der Evolution. Sie können bis
zur molekularen Feinstruktur hinab Dinge
erschnüffeln, um die halbe Welt fliegen, die
Gestalt von Wespen annehmen, sich im Ge
wimmel ihrer Fressfeinde – Ameisen – prächtig
entwickeln, tiefgefroren überleben. Und vieles
mehr. Auch der international renommierte
Fotograf Ingo Arndt ist der Faszination für
die »fliegenden Blüten« erlegen. An den ver-
schiedensten Orten der Welt hielt seine Kame-
ra Schmetterlinge und ihre verschiedenen
Entwicklungsstadien in atemberaubenden Auf-
nahmen fest: Die sich trickreich tarnenden
Raupen, die geheimnisvollen »Juwelen« der
Puppen und die voll entwickelten Insekten
zeigen die Aufnahmen in all ihrer Farben-
und Formenvielfalt. Eine der Besonderheiten
dieses Bildbandes ist, sie gleichberechtigt
opulent darzustellen. Zu den atemberaubenden
Aufnahmen erklärt das Autor:innenduo Straaß
und Lieckfeld anschaulich Interessantes:
Warum nehmen Schmetterlinge einen so lan-
gen Anlauf (Ei, Raupe, Puppe) bis zur Vollen-
dung? Wie kann es sein, dass sich ein Raupen-
körper zu Zellbrei verflüssigt, aus dem sich
Überflieger ein neues Lebewesen entwickelt, das seinem
Die vier Leben der Schmetterlinge Vorgänger ungefähr so ähnlich sieht wie ein
Fotografien von Ingo Arndt Paradiesvogel einer Nacktschnecke? Warum
Texte von Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld gibt es fast zehnmal mehr Nachtfalter als
Tagschmetterlinge? Und wie lassen sich noch
ca. 120 Seiten, ca. 100 großformatige Farbabbildungen vorhandene Bestände schützen?
Broschur, 23 x 32 cm
ISBN 978-3-86218-150-6, ca. € 24,90
Der Fotograf Ingo Arndt ist ein weltweit renommierter
September 2021
Tier- und Naturfotograf mit Veröffentlichungen in füh-
renden Magazinen. Er wurde mit zahlreichen Preisen
ausgezeichnet, u.a. achtmal beim »Wildlife Photogra-
pher of the Year«. Die Autor:innen Veronika Straaß ist
Biologin und Sachbuchautorin (»Mit Kindern die Natur
¡ Schmetterlinge auf der ganzen Welt entdecken«), Claus-Peter Lieckfeld ist Journalist und
vom »Wildlife Photographer of the Year« Autor (»Makrokosmos Honigbiene«).
¡ Metamorphose verständlich erklärt
¡ Einzigartige Aufnahmen aller Entwicklungsstadien
¡ Ausstellungen in Planung
Monarchfalter beim
Trinken im mexikanischen
Winterquartier
Die vier Entwicklungsstadien
des Monarchfalters Danaus
plexippus vom Ei bis zum
Schlupf des fertigen Insekts
aus der Puppe (alle Fotos:
Ingo Arndt)
5»Im Wunderland der Kleinsten« GEO Männchen der Gattung Baetis (Eintagsfliegen) haben zusätzliche »Turbanaugen« zum Aufspüren der Partnerinnen. (Foto: eye of science)
Aus einem plumpen Dauerfresser, der Raupe,
wird ein filigraner Schmetterling, aus einer
wurstförmigen Larve eine Biene, ein Käfer oder
eine Fliege. Sie alle beherrschen die phantas
tische Wiedergeburt aus dem eigenen Körper,
die Metamorphose – und in diesem Buch kön-
nen wir ihnen dabei »zusehen«. Die Fotografen
von »eye of science« stellen Rasterelektronen-
mikroskop-Porträts von Larve und erwachse-
nem Insekt gegenüber, in noch nie gesehener
Detailschärfe, Farbigkeit und Brillanz. Die Auf-
nahmen erklären das Phänomen einer genia-
len Arbeitsteilung: Raupen fressen und bauen
Körpermasse auf – die fertigen Fluginsekten
sind optimiert für Eierlegen und Vermehrung.
Die Wissenschaftsautor:innen Straaß und Lieck
feld erzählen informativ und kurzweilig über
zwanzig Insektenarten – von der Adonisjungfer
bis zur Zuckmücke, von der Eintagsfliege bis
zum Marienkäfer. Sie lassen uns eintauchen in
eine Welt der Wunder, die in ihrer Existenz stark
bedroht ist: 400 Millionen Jahre Erfolgsgeschich-
te, gefährdet in wenigen Jahren durch Chemie,
Landschaftsverödung, Überdüngung. Diese
erweiterte Neuauflage des prämierten Foto
buches rückt darum die Frage in den Fokus:
Wandlungskünstler »Was können wir tun?«
Die geheime Erfolgsgeschichte der Insekten
… und wie sie weitergehen kann Die Fotograf:innen Nicole Ottawa studierte Biologie,
Oliver Meckes ist ausgebildeter Fotograf. Gemeinsam
Fotografien von Nicole Ottawa und Oliver Meckes
gründeten sie 1994 »eye of science« und gewannen zahl-
Texte von Veronika Straaß und Claus-Peter Lieckfeld reiche Preise (u.a. den World Press Photo und den Lenn-
art Nilsson Award). Die Autor:innen Veronika Straaß ist
ca. 136 Seiten, ca. 90 großformatige Farbabbildungen Diplombiologin und Sachbuchautorin (»Natur erleben
Broschur, 23 x 32 cm das ganze Jahr«), Claus-Peter Lieckfeld ist Journalist
ISBN 978-3-86218-149-0, ca. € 24,90
und Autor (»More than Honey«, »Makrokosmos Honig-
erweiterte Neuauflage, September 2021
biene«, »Nomaden des Windes«).
¡ Faszinierende REM-Insektenporträts in der Deutscher Fotobuchpreis 2018/19 in Bronze
Gegenüberstellung von Larve und adultem Tier
¡ Hochinformative und spannend zu lesende Texte
¡ Mit Insektensteckbriefen und »Making of …«
¡ Neues Kapitel: Was tun gegen das Insektensterben?
¡ Lange vergriffen, ab Herbst wieder lieferbar
Heidi und Hans-Jürgen Koch (Fotos) Das derzeitige erdumspannende Bienensterben hat unmittelbar
Claus-Peter Lieckfeld (Text) mit unserem Überleben zu tun, denn ein Großteil unserer Nah-
Makrokosmos Honigbiene
rung ist das Ergebnis von Bestäubung. Die Bienen sterben – und
80 Seiten, 70 Farbabb., Großformat 23 x 32 cm
ISBN 978-3-86218-057-8, € 19,90 das, obwohl die Biene ein Superorganismus ist. Das perfekte
3. Auflage, lieferbar Zusammenspiel von 60.000 Individuen konstituiert ein Meister-
werk der Evolution: Apis mellifera. Die präzisen Aufnahmen der
»Zu Hause bei den Bienen ... Eine Hommage« WELT
prämierten Fotograf:innen Heidi und Hans-Jürgen Koch lassen
»So ›hautnah‹ dran am Treiben der faszinierenden Insekten den Betrachter abtauchen in eine fantastische Realwelt. Wissen-
war man bei einer Buchlektüre noch nie!« Natur + Umwelt
schaftsjournalist Claus-Peter Lieckfeld (»More than Honey«)
»Faszinierende Einsichten« Hannoversche Allgemeine
liefert Hintergrundinformationen und erklärt spannend und leicht
7 füßig, wie der (Makro-)Kosmos der Honigbiene funktioniert.50 Gärtnerinnen und Gärtner bearbeiten die 24 ha des Botanischen Garten Hamburg in Klein Flottbek. (Foto: Christian Kaiser) »Ein Garten entsteht nicht dadurch, dass man im Schatten sitzt.« Rudyard Kipling
Er ist einer der ältesten und populärsten wis-
senschaftlichen Einrichtungen der Hansestadt
– der Botanische Garten der Universität Ham-
burg. 1821 vor den Toren der Stadt am Dammtor
gegründet, präsentiert sich der Alte Botanische
Garten heute als Naturidylle und Gartenkunst-
werk inmitten der Großstadt. Der 1979 in Klein
Flottbek eröffnete Neue Botanische Garten, der
seit 2012 den Namen von Loki Schmidt trägt,
bietet auf 24 Hektar eine eindrucksvolle Pflan-
zenvielfalt und gilt als eine der schönsten Park
anlagen der Stadt. Der zum 200. Jubiläum her-
ausgegebene Bildband erzählt die spannende
Geschichte des Neuen Botanischen Gartens in
Klein Flottbek, aber auch die des Alten Botani-
schen Gartens in Planten un Blomen. Er zeigt,
dass die Geschichte der Naturwissenschaft zu-
gleich auch ein wichtiger Teil der Stadtgeschich
te ist. Man erfährt, wie vielfältig die Arbeit der
Wissenschaftler:innen und Gärtner:innen vor
Ort ist und was der Garten für die akademische
Lehre und die Bildung der Bevölkerung bedeu-
tet. Darüber hinaus stellt das Buch besondere
Pflanzen vor, die zu ihrer Zeit Stadtgespräch
waren und informiert über die aktuellen Aufga-
ben Botanischer Gärten bei der Erhaltung der
Hg. von Barbara Engelschall, Hans-Helmut Artenvielfalt. Dabei gibt es in dem Band sogar
Poppendieck und Carsten Schirarend für Kenner:innen des Hamburger Stadtgrüns
Der Botanische Garten Hamburg viel zu entdecken – durch seine opulente Bebil-
200 Jahre Gartenlust und Forschergeist derung und die kenntnisreichen griffigen Texte.
ca. 208 Seiten, ca. 100 Farbabbildungen Die Herausgeber:innen Barbara Engelschall ist Mitar
Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen beiterin der Hamburger Umweltbehörde und war viele
19,5 x 25,5 cm, ISBN 978-3-86218-151-3, ca. € 25,00 Jahre freiberuflich für den Botanischen Garten tätig.
Herbst 2021 Hans-Helmut Poppendieck ist Vorsitzender des Botani-
schen Vereins zu Hamburg und der Stiftung Internatio
naler Gärtneraustausch. Er war von 1973 – 1987 Kustos
am Botanischen Garten Hamburg. Carsten Schirarend
ist Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens.
¡ 200 Jahre Botanischer Garten Hamburg
¡ Ein Überblick über die Geschichte der beiden Garten
anlagen in Klein Flottbek und Planten un Blomen
¡ Aktuelles Thema Stadtgrün
¡ Unbekannte Bilder aus der »grünen« Stadtgeschichte
Sukkulentenhaus im
Alten Botanischen Garten in
Planten un Blomen, 1960er
Jahre (Foto: Johannes Apel)
Bauerngarten in Klein
Flottbek (Foto: Christian Kaiser)
Blick auf die »Pyramiden« im
Wüstengarten in Klein Flottbek
(Foto: Christian Kaiser)
9Das Haus Rothenbaumchaussee 26, Hamburg, ca. 1922 (© HAA, Foto: Gebr. Dransfeld) »Auf fünf Stockwerken mit zehn Wohnungen und einem Luftschutzkeller tut sich ein ganzer Kosmos von Leid und Leistung, Musik und Malerei, Sport und Politik auf.« Josef Joffe, 2021
Anfang der 1920er-Jahre tun sich einige wohl-
habende, liberale, jüdische Bürger und Bürge-
rinnen zusammen und errichten in der Rothen
baumchaussee 26 das erste baugenossen-
schaftliche Projekt Hamburgs. Das zunächst
als Skandal empfundene Gebäude der Archi-
tekten Gebr. Gerson mit der modernen dunklen
Klinkerfassade vis-à-vis zum Curiohaus wird
bald zu einem einzigartigen Schauplatz der
Zeitgeschichte. Bewohnt von prominenten
Bankern, Sportlern, Künstlern und in direkter
Nähe zu Grindelviertel und Bornplatzsynagoge,
spiegelt das Haus das Selbstverständnis deut-
scher Juden wider – bis zu ihrer Ausgrenzung,
Vertreibung und »Arisierung« der Wohnungen.
In einer Fülle von Details wird Familienschick-
salen nachgespürt, verblüffende Zusammen-
hänge werden in Hamburg und der ganzen
Welt aufgezeigt. In mehrjähriger Recherche
arbeit mit Kontakten in die USA, Kanada, Israel,
Argentinien, England und Spanien zeichnet
Michael Batz ein spannungsreiches Panorama
von Heimat und Diaspora, von Hoffnung und
ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten.
Die Welt der Dokumente und Akten überführt
der Autor in einen fesselnden Jahrhundert
roman. 100 Kapitel mit globaler Dimension,
Michael Batz deren Nachgeschichten sich bis in die heutige
Das Haus des Paul Levy Gegenwart zu einem literarisch vielschichtigen
Rothenbaumchaussee 26 Porträt der Kraft der Erinnerung und der Er-
neuerung verdichten. Mit einem Vorwort eines
ca. 448 Seiten, ca. 90 Abbildungen ehemaligen Bewohners des Hauses, ZEIT-
Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen
15,6 x 22 cm, ISBN 978-3-86218-146-9, ca. € 32,00
Herausgeber Josef Joffe, und einem Interview
November 2021 mit dem Autor zu seiner Recherchearbeit.
Der Autor Michael Batz ist Autor, Theatermacher und
Lichtkünstler in Hamburg. Zu seinen vielbeachteten
Arbeiten zählen Projekte der Erinnerungskultur, u.a.
¡ Ein neue Form, deutsch-jüdische Geschichte zu erzählen
für die Hamburgische Bürgerschaft, und internationale
¡ Bewegende Familienschicksale von 1922 bis 1948 Lichtinszenierungen wie die Biennale »Blue Port«.
¡ Die Geschichte eines einzigartigen Hauses in 100 Kapiteln
¡ Anerkannter Autor zur NS-Zeit in Hamburg
¡ Festjahr »1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland«
¡ Autor steht für Lesungen und Interviews zur Verfügung
Privatbankier Paul Levy
mit Tochter Karla, ca. 1915. Er war
einer der Initiatoren der jüdischen
Baugenossenschaft. (© privat)
In der Nachbarschaft:
Dammtorstraße und Stephansplatz,
hinten links das Stadttheater, 1926
(© Andreas Pahl)
Maifeier der NSDAP auf der
Moorweide, 1937 (© Sammlung
11 Manfred Stempels)In den letzten Kriegsmonaten stehen die Menschen in langen Schlangen für
Lebensmittel an, hier beim Schlachter im Mittelweg, 1945.
Quartiersansicht des Viertels Rotherbaum mit Edmund-Siemers-Allee, Dammtorbahn-
hof und Universität, Luftbild um 1935. Die von dichtem Baumbestand gesäumte
Rothenbaumchaussee führt an der Moorweide vorbei (rechts am Bildrand). Das Haus
Nr. 26 ist markiert. Die Nähe zu Instituten und Sportanlagen sowie eine gute verkehrs-
technische Anbindung zur Innenstadt und zur Fernbahn zählen zu den Vorteilen der
Lage.
Die Rothenbaumchaussee im Winter 1947, die Chausseebäume sind abgeholzt.
Im Hintergrund der Dammtorbahnhof, links der Zombecksche Rundbunker.
1
HAMMER NEUKIRCHER
5. Stock, 1935 – 1937 3. Stock rechts, 1935–1939
Die Hamburger Staatsoper als Bildmaschine kolossaler, Dachgeschoss (ehem. Atelier),
propagandistischer Prospekte: In Richard Wagners »Tristan 1938 – 1966
und Isolde« agiert die Altistin Gusta Hammer (2. von rechts)
als »Brangäne« (1). In der Zusammenarbeit mit Generalmu-
sikdirektor Eugen Jochum und bei eigenen Liederabenden
feiert die Kammersängerin (2) mit der warmen, dunklen
Stimme und dramatischen Ausdruckskraft ihre größten
Erfolge. Der widersprüchlich agierende Parteigenosse und
Hausnachbar Kurt Albert Uebel findet anlässlich seiner Ent-
nazifizierung ihre Unterstützung (3).
2
1
3-5
2
Elsa Neukircher geb. Schüler, nichtjüdi-
sche Ehefrau des jüdischen Kaufmanns für
Produkte der Lederherstellung Carl Julius
Neukircher mit dem geliebten Familien-
hund Pat (1). Die Jahre ihrer Kindheit ver-
bringen die Töchter Inge (links) und Maria
(rechts) in einem Anwesen am Leinpfad (2).
Im Brüsseler Exil lebt die Familie zunächst
versteckt unter falschen Namen, kommt
zuletzt jedoch noch in Lagerhaft und ent-
geht nur knapp der Deportation nach
Auschwitz. Unmittelbar nach Kriegsende
werden Ausweisbilder einer Hilfsorgani-
sation angefertigt (3-5). Noch während
des Krieges heiratet Maria Neukircher
den aus Ungarn stammenden Zahnarzt 6
3 Dr. Bela Steiner (6). Auf dem Hochzeits-
foto sind auch Inge Gonsenheimer-Neu-
kircher (2. von links) und ihr Vater Carl
Julius Neukircher (2. von rechts) zu sehen.
»Atemberaubende historische
Detektivarbeit« Josef Joffe1930 Kapitel 19
Briefe und
1930
Annoncen
Willy Davidson und Curt Aleff
DG
Dr. Henri Hirsch + Roberta Hirsch + Alfred Benjamin +
Ludwig Hirsch + Charlotte Hirsch + Werner Hirsch +
Witwe Therese Cäcilie Münchmeyer
Heinrich Beine 5.
(Mutter von Olga Löbbecke)
Frieda Hirsch + Resi Hirsch | Martin Friedburg + Auguste
Friedburg + Lina Friedburg | Edward Francis Butler
Dr. Rudolf Magnus 4. Witwe Olga von Löbbecke
Wegen seiner Fachkenntnisse als Röntgenfacharzt sehr gefragt, reist
Dr. Henri Hirsch zu verschiedenen medizinischen Kongressen, er hält
Dr. Rudolf Brinckmann 3. Witwe Sophie Heinemann
Vorträge und trifft Kollegen aus aller Welt. Seine Frau Roberta be-
gleitet ihn.
Anna Levy (Witwe von Paul Levy) 2. Witwe Marie-Angèle Campe
Aus den Grandhotels der Kongress- und Kurorte Karlsbad, Wies-
baden, Baden-Baden schicken die besorgten Eltern Hirsch – Briefpa-
pier mit dem Adressenaufdruck »Rothenbaumchaussee 26« verwen-
Dr. Henri Hirsch und Roberta Hirsch
1. Dr. Fritz Liebmann dend – ihre Grüße und Anweisungen nach Hause. Roberta wundert
(Witwe von Dr. Martin Benjamin)
sich, dass das Treppenhaus daheim schon wieder gestrichen wird, und
beruhigt ihren Stiefsohn Alfred Benjamin, sein Hörproblem werde
Gretchen Meyer
(Witwe von Harry Meyer)
EG Martin Friedburg sich schon bessern, er möge nur Geduld haben.
Besonders der Vortrag in Dresden verläuft sehr gut, und darum
KG G. C. Hermann Albert will sich das Ehepaar ein wenig Erholung gönnen. Dr. Hirsch erwägt
eine Reise nach Menton, doch es ergibt sich anders, sie bleiben weiter-
hin im Kurhaus-Parkhotel »Weißer Hirsch«.
Wissenschaftliche Tagungen haben einen hohen Stellenwert für
den jüdischen Arzt, und gern denkt er zurück an seine Teilnahme am
Kongress der »Balneologischen Gesellschaft«, als die »Hamburg-Süd-
amerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft« an Bord des Dampfers
»Cap Finisterre« ein Frühstück gab. Sein Vortrag über physikalische
Heilmethoden in der Hand des praktischen Arztes war mit lebhaftem
Beifall aufgenommen worden.
Täglich schreibt die Familie Hirsch Briefe hin und her mit Berichten
über schulische Ereignisse und die Wetterlage. Vater Henri mag weder
Regen noch Hitze, er rät zur Vorsicht beim Schwimmen, bekräftigt
seine Freude über das Wohlergehen der Söhne. Alles der Gesundheit 71
Die
Diejüngste
jüngsteTochter
TochterErika
ErikaOlga
Olgawirdwirdspäter
späterinindiedieFamilie
FamilieEversbusch
Eversbusch
1931
1931
einheiraten
einheiratenund undnach
nachMexiko
Mexikoziehen.ziehen. 1933
1933 Kapitel
Kapitel25
25
Olga
Olgavon vonLöbbeckes
LöbbeckesCousinCousinist istCarl
CarlVincent
VincentKrogmann,
Krogmann,Sohn Sohnei- ei-
ner
neralteingesessenen
alteingesessenenHamburger
HamburgerFamilie Familievon vonReedern
Reedernund undBankiers.
Bankiers.
In
Inzwei
zweiJahren,
Ideale
Ideale und
Jahren,zu
und Lehren
zuBeginn
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Lehren erer auch
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auch nach
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nach dem
desNationalsozialismus,
Nationalsozialismus,dessen
dem Zusammenbruch
Zusammenbruch und
dessen
und bis
bis zu
zu Risse
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seinem
seinemTodeTodeunbeirrt
unbeirrtvertritt,
vertritt,wird
wirdererzum zumErsten
ErstenBürgermeister
Bürgermeisterder der
Stadt
StadtHamburg
Hamburgunter unterReichsstatthalter
Reichsstatthalterund undGauleiter
GauleiterKarl
KarlKaufmann
Kaufmann
ernannt
ernanntwerden.
werden. Dr.
Dr.Henri
HenriHirsch
Hirsch––Dr.
Dr.Fritz
FritzLiebmann
Liebmann++Anna
AnnaLiebmann
Liebmann++
Auch
Auchstaatspolitisch
staatspolitischist istman
manjetztjetztHamburg.
Hamburg. Lieselotte
LieselotteLiebmann
Liebmann––Dr.
Dr.Rudolf
RudolfMagnus
Magnus––Yves
YvesSaget
Saget
Die
DieUntergrundbahn
Untergrundbahnhat hatdendenBetrieb
Betriebaufgenommen,
aufgenommen,fährt fährtzuver-
zuver-
lässig
lässigund
undist istinzwischen
inzwischenzu zueiner
einergewohnten
gewohntenEinrichtung
Einrichtunggeworden.
geworden.
Für
Fürdie
dieininder
derStraße
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Umgebungist istesesein
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fieberhafteStimmung
Stimmunghat hatsich
sichder
derStadt
Stadtbemächtigt,
bemächtigt,esesherrscht
herrscht
Spaß,
Spaß,von
vonobenobendiedieU-Bahnwagen
U-Bahnwagenvorbeisausen
vorbeisausenzu zusehen.
sehen.Man Manschaut
schaut lärmende
lärmendeAufregung
Aufregungeinerseits,
einerseits,schockhafte
schockhafteStarre
Starreandererseits.
andererseits.SA-SA-
durch
durchdiedieRoste
RostederderEntlüftungsschächte
Entlüftungsschächteund undstellt
stelltphysikalische
physikalischeEx- Ex- und
undSS-Mannschaften
SS-Mannschaftenerobern eroberndas dasStraßenbild,
Straßenbild,abends
abendsziehen
ziehensie
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perimente
perimentean, an,fragt
fragtsich
sichzum
zumBeispiel,
Beispiel,wie wielange
langewohl
wohlein einfallengelas-
fallengelas- Fackellicht
Fackellichtininendlosen
endlosenbraunen
braunenKolonnen
Kolonnenund undunter
unterstarker
starkerAnteil-
Anteil-
sener
senerKieselstein
Kieselsteinbraucht,
braucht,bis bisesesunten
unten»Klack!«
»Klack!«auf aufdem
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Waggondach nahme
nahmeder derBevölkerung
BevölkerunghinterhinterSpielmannszügen
Spielmannszügenund undschmetternden
schmetternden
macht.
macht.DerDerlange
langeHans
HansHirschfeld
Hirschfeldgibt gibtden
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Zei- Kapellen
Kapellensingend
singenddurch
durchdie dieQuartiere.
Quartiere.
chen,
chen,der
derStein
Steinfällt
fällt…
…In Inden
denWaggons
Waggonsheben hebensichsichkurz
kurzdie
dieBlicke
Blickevon
von Der
DerZufall
Zufallwillwilles,
es,dass
dassfür fürden
denAbend
Abenddes des30.
30.Januar
Januar19331933im im
den
denZeitungen.
Zeitungen. Hamburger
Hamburger Stadttheater
Stadttheater eine eine Aufführung
Aufführung der der Jacques-Offenbach-
Jacques-Offenbach-
Die
DieFahrt
Fahrtendet
endetam amJungfernstieg.
Jungfernstieg.MusikerMusikerspielen
spielenaufaufvorvordem
dem Operette
Operette»Die
»DieBanditen«
Banditen«ininder derInszenierung
Inszenierungdurch
durchGustaf
GustafGründgens
Gründgens
»Alsterpavillon«,
»Alsterpavillon«,zwei zweiGeigen
Geigenertönen,
ertönen,eine eineMundharmonika,
Mundharmonika,eine eine angesetzt
angesetztist.ist.Bariton
BaritonJosef
JosefDegler
Deglergibt
gibtden
denPart
Partdesdeseleganten
elegantenundund
Ansammlung
Ansammlungvon vonMenschen
Menschenumgibt umgibtsie, sie,man
mansummt
summtdie diebekannten
bekannten aalglatten
aalglatten»Antonio«,
»Antonio«,eine eineRolle,
Rolle,die
dieGründgens
Gründgensüblicherweise
üblicherweisefür für
Melodien
Melodienmit. mit.Plötzlich
Plötzlichbricht
brichtdas dasTrio
Trioab,ab,rennt
renntdavon,
davon,Polizei
Polizeiistist sich
sichselbst
selbstreklamiert,
reklamiert,weswegen
weswegenDegler Deglersich
sichininTonfall
TonfallundundTempo
Tempo
aufgetaucht,
aufgetaucht,um umgegen
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Betteln,verboten
verbotenselbst
selbstbei
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Kunstdarbie- dem
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angleicht.
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einzuschreiten.Doch Dochesessindsind––bei beiallem
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Zeitenwendeder derMachterteilung
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dieNationalsozialisten
Nationalsozialisten
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Familiedes desRöntgenarztes
RöntgenarztesDr. Dr.Henri
HenriHirsch
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verdienen,die diewöchentliche
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EinsetzungAdolfAdolfHitlers
Hitlersals alsReichskanzler
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Rothenbaumchaussee 26 26 inin der
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Abenddämmerung stehend. stehend. Trom-
Trom-
Auf
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Straßenseitewerdenwerdendie dieSchaufenster
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Pfeifinstrumentesind sindzuzuhören,
hören,dann
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Lichter,
Warenhauses
Warenhauses»Tietz«
»Tietz«umdekoriert,
umdekoriert,für fürdie
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»WohlfeilenWochen«
Wochen«und und jähe
jäheSchatten
Schattenhuschen
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Fahnen,Köpfe,
Köpfe,Gesichter.
Gesichter.Familie
FamilieHirsch
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den»Saisonausverkauf«.
»Saisonausverkauf«.Blicklos Blickloslächeln
lächelnWachspuppen
Wachspuppenininden denFens-
Fens- schaut
schauthinunter
hinunteraufaufein
einMeer
Meervon vonFackeln.
Fackeln.Auf
AufderderStraße
Straßemarschieren
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knalligkorrigierten
korrigiertenPreisschildern.
Preisschildern.Junge JungeDekorateurinnen
Dekorateurinnen Formationen
Formationender derNSDAP
NSDAPund undMassen
Massenvon vonLeuten
Leutenvorbei,
vorbei,lautstark
lautstark
heften
heftenmit
mitStecknadeln
Stecknadelngrelle
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gelbeund undrote
rotePfeile
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Tötenvon
vonJuden.
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Angebotehinweisen.
hinweisen.Vom VomLadeninneren
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schauensie sie sie
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durch
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sikanten,
sikanten,den denendlosen
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Gegen- Zum
Zum1.1.Februar
Februar1933,
1933,abseits
abseitsnationaler
nationalerKundgebungen,
Kundgebungen,wird wirdder
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licht,
licht,ein
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demauch auchdie dieFamilien
FamilienDr. Dr.Magnus
Magnusund und Jurist
JuristDr.
Dr.Fritz
FritzLiebmann,
Liebmann,Syndikus
Syndikusder derFirma
Firma»M.»M.M. M.Warburg
Warburg& &Co.«,
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Dr.
Dr.Liebmann,
Liebmann,Roberta
RobertaHirsch
Hirschmit mitden den»amerikanischen
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HamburgerGerichten
Gerichtenzur zurAnwaltschaft
Anwaltschaftzugelassen.
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das
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EhepaarHeinrich
Heinrichund undMarie
MarieBeineBeineihre
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flüchtigenMomente
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Bank.Seine
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Frau,Anna
Anna
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Liebmann,denkt denktmit
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Geschwister,an anStephan
StephanLiebmann
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78
78 ininBerlin,
Berlin,auch
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istpromovierter
promovierterRechtsanwalt,
Rechtsanwalt,und undausausder
derHaupt-
Haupt- 79
79»Als Leiter der Deutschen Gemeinde … war er gewissermaßen ein Konsul ohne Exequatur. Er hat sich ohne Rücksicht auf seine Person für die Deutschen in China mit Erfolg eingesetzt.« Zur Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 1953
Hermann W. Breuer (1884 – 1973) ging 1906,
mit 22 Jahren, für das Bremer Übersee-Haus
Melchers & Co. als Kaufmann nach Shanghai
und empfand sich bald als »Sohn des Reiches
der Mitte«. Seine Geschichte steht exemplarisch
für das schwierige schöne Leben der deutschen
Kaufleute in der internationalen Handelsmetro
pole Shanghai während der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts. Sie beginnt in einer Zeit
kolonialer Ansprüche und endet mit dem Neu
beginn des deutsch-chinesischen Austauschs,
den Breuer als Vorsitzender des Ostasiatischen
Vereins Bremen mit prägte. Unterhaltsam und
mit großer Kenntnis wird erzählt vom Reisen
und Alltagsleben in China, von Fahrten mit der
Transsibirischen Eisenbahn und auf Ozean-
dampfern, von neuen Kommunikationsmitteln,
von Briten, Amerikanern und Chinesen, die
Breuer im Job, in Clubs, beim Sport begegne-
ten. Mut und Nächstenliebe bewies Breuer an-
gesichts der Kriege und Umbrüche in China, des
deutschen Nationalsozialismus in Shanghai,
der Probleme russischer und jüdischer Flücht-
linge. Inspiriert von Briefen und Fotografien
im Familienbestand durchforschte die Autorin
Archive in Deutschland und China, sprach mit
letzten Zeitzeugen. Sie lässt die Leser teilhaben
Christine Maiwald am detektivischen Zusammenfügen von Puzzle-
Das schwierige schöne Leben teilchen zur Lebensgeschichte eines sym
Ein deutscher Kaufmann in Shanghai pathischen Menschen. Erzählt mit Empathie,
1906 bis 1952 Humor und Sinn für die Details des Alltags, ist
diese Biografie eine echte Entdeckung.
ca. 670 Seiten, ca. 70 Abbildungen
Hardcover mit Fadenheftung und Lesebändchen
Die Autorin Christine Maiwald ist promovierte Literatur-
16,5 x 24 cm, ISBN 978-3-86218-147-6, ca. € 29,90
wissenschaftlerin. Sie arbeitete als Theaterdramaturgin
September 2021
in Kiel und Hannover, war Museumsreferentin in der
Hamburger Kulturbehörde und übernahm bis 2010
Managementaufgaben im Hamburger Museumsbereich.
Hermann Breuer ist ihr »China-Onkel«.
¡ Deutsche in China 1906 bis 1952
¡ Eine Spurensuche zwischen Europa und Ostasien
¡ Humorvoll, weltläufig und beschwingt erzählt
¡ Eine literarische Entdeckung
Hermann W. Breuer
zu Besuch: Hier werden
Melchers-Importe verkauft,
um 1930 (© Melchers Archiv)
Breuer mit Sohn, 1923
Shanghai im Japanisch-
Chinesischen Krieg, 1937
(© Peter Kengelbacher)
»Sonderbefehl« des Foreign
Affairs Ministry: Breuer wird
15 nicht zwangsrepatriiert, 1947Die Fabrik in Ottensen, Wiederauf- und Umbau 1979 (© Heiner Leiska) »Ich liebe meine Stadt, ich kann’s nicht lassen. Aus Begeisterung für ihre Möglichkeiten bin ich noch immer kein stiller Bürger.« Volkwin Marg, 2021
Der renommierte Architekt Volkwin Marg
(* 15.10.1936) – einer der einflussreichsten
deutschen Architekten der Nachkriegszeit und
Gründungspartner des weltweit agierenden
Büros gmp von Gerkan Marg und Partner –
folgt in »seiner« Stadt Hamburg dem gestalte-
rischen Credo: Erst kommt die Stadt, dann das
einzelne Gebäude. Sein Einsatz für Hamburg
geht darum weit über die Architektur hinaus,
auch als Bürger will er seinen Einfluss geltend
machen. Margs frühe Prägung durch Danzig,
die Stadt seiner Kindheit, die Erinnerungen an
Wasser, Hafen, den Geruch von Schiffen und
das Tuten der Dampfer haben ihn in Hamburg
eine zweite Heimat finden lassen. Aus dieser
Prägung heraus – Grauganseffekte! – sind seine
Initiativen für einen Museumshafen für alte
Arbeitsschiffe oder gegen die Industrialisierung
der Unterelbe, sein Kampf um das »Kunstwerk
Hamburg« und für neues Leben in alten Bauten
zu verstehen – von der Fischauktionshalle und
der Fabrik bis zum Kesselhaus in der Speicher-
stadt. Mit rund 50 Bauten in fast 60 Jahren
Tätigkeit hat er die Stadt Hamburg architekto-
nisch geprägt, durch Projekte wie das Hanse-
Viertel, das Zürich-Haus, den jüngsten Umbau
Gert Kähler des Alten Wall u.a., vor allem aber durch erste
Grauganseffekte. Hamburg und städtebauliche Überlegungen zur HafenCity.
der Architekt Volkwin Marg Das Buch erlaubt einen Blick hinter die Kulis-
mit einem Vorwort von Hark Bohm und einem sen der Arbeit eines engagierten Stadtplaners
autobiografischen Text von Volkwin Marg und Architekten in kontinuierlicher Ausein
andersetzung mit Politik und Gesellschaft.
ca. 300 Seiten, ca. 180 Farb- und s/w-Abbildungen
Hardcover mit Fadenheftung, Prägung und Lesebändchen Der Autor Gert Kähler ist Architekturhistoriker und
17 x 24 cm, ISBN 978-3-86218-148-3, ca. € 28,00 Publizist mit zahlreichen Veröffentlichungen zu Themen
Oktober 2021 der Stadt und der Architektur des 20. Jahrhunderts
(u.a. »Von der Speicherstadt bis zur Elbphilharmonie.
Hundert Jahre Stadtgeschichte Hamburg«, »Geheim
¡ Ein prominenter Architekt und »seine« Stadt projekt HafenCity«). Er befasst sich seit vielen Jahren
¡ Ein fundierter Rückblick auf 60 Jahre Stadtplanung kritisch mit der Entwicklung Hamburgs.
und Architektur
¡ Blicke hinter die Kulissen stadtpolitischer
Entscheidungen
¡ Wie kann Bürgerengagement aussehen?
Die große Kuppel im
Hanse-Viertel, 1978 – 1983
(© Bernt Federau)
Kibbelstegbrücken und
Parkhaus in der Speicherstadt,
2000 – 2002 (© Christoph Gebler)
Volkwin Marg (re.) und
Meinhard von Gerkan, 1978
(© gmp)
17»Und der Dreckwall,
wo ist der Dreckwall hin?
Ich kann ihn vergeblich suchen!
Wo ist der Pavillon, wo ich
gegessen so manchen Kuchen?«
Heinrich Heine, »Ein Wintermärchen«, 1844, nach dem Großen Brand
Blick auf den Kopfbau des umgebauten Alten Wall neben dem Hamburger Rathaus, 2021 (Foto: Marcus Bredt)Bis vor wenigen Jahren schlief der Alte Wall –
die Verbindung zwischen Hamburger Rathaus-
markt und Adolphsplatz – einen Dornröschen-
schlaf. Dabei blickt die Straße auf eine lange
Geschichte zurück: Sie war Teil der Befesti-
gungsanlage einer Stadt, die sich als Zentrum
des mittelalterlichen Handels von Feinden
umgeben sah. Erst Ende des 19. Jahrhunderts
wurde der mittlerweile eingeebnete Wall zu
einem pulsierenden Großstadtboulevard – an
seiner einen Seite der imposante Rathausbau,
an der anderen die Bank- und Kontorhäuser.
Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet die Straße
als attraktive Geschäftsadresse wieder in Ver-
gessenheit. Mit dem 2020 durch die Architekten
von Gerkan, Marg und Partner fertiggestellten
Umbau des denkmalgeschützten Baublocks
Alter Wall 2-32 im Auftrag von Art-Invest Real
Estate wird dieser lange vernachlässigte Be-
reich der Hamburger Altstadt neu belebt. Auch
der Umzug des Bucerius Kunst Forum in die
Straße und die Nutzung des Kopfbaus am Rat-
hausmarkt als Flagship-Store einer Modekette
stellen städtebauliche Zusammenhänge wieder
her. Das reich bebilderte Buch beleuchtet das
komplette Bauprojekt aus den unterschied
lichen Perspektiven von Bauherrschaft, Denk-
Hg. von Gert Kähler malschutz, Stadtplanung und Architektur vor
Alter Wall — Neue Stadt dem Hintergrund der historischen Entwicklung
dieses prominenten Teils der Hamburger
ca. 256 Seiten, ca. 190 Farbabbildungen Innenstadt.
Hardcover mit Fadenheftung, deutsch / englisch
24 x 34 cm, ISBN 978-3-86218-152-0, ca. € 34,00
Oktober 2021 Der Herausgeber Gert Kähler ist Architekturhistoriker
und Publizist mit zahlreichen Veröffentlichungen zu
Themen der Stadt und der Architektur des 20. Jahr
hunderts (»Geheimprojekt HafenCity«, »Der Architekt
als Bauherr«, 2016). Er befasst sich seit vielen Jahren
kritisch mit der Entwicklung Hamburgs.
¡ Herausfordernde Bauaufgabe: Umbauen im denkmal
geschützten Bestand in der Hamburger Innenstadt
¡ Wichtiger Beitrag zur Stadtgeschichte
¡ Der komplexe Umbauprozess in beeindruckenden
Fotografien
¡ Mit Textbeiträgen von Olafur Eliasson und Volkwin Marg
Blick ins Buch:
Alter Wall — Neue Stadt. i. Hamburgs „Geschäftsmodell“ und wie es sich im Stadtgrundriss abbildet
Sein neuer Name: „Dreckwall“ – nomen est omen:
„Die Linie des Walls vom alten Dammthor hieß der Vog-
lerswall. Die Strecke vom Mittlernthore bis zum Schaar-
Auf diesem Stich von 1592 ist zu sehen, dass die einstige
Insel namens „Dreckwall“ inzwischen durch Über-
brückung und teilweise Zuschüttung des rückwärtigen
Der Alte Wall,
historisch betrachtet
thor der Baumwall, bis zum Jahre 1603, da das Küterhaus Fleetes zum bebauten Teil der Stadt geworden war. Das
angelegt ward, und der Theil vom Millernthor bis zum gegenüberliegende Ufer, der Voglerswall, wurde im frü-
Pulverturm der Küterwall genannt wurde. Einige acht- hen 18. Jahrhundert besiedelt: Die Sammlung der „Rath-
zig Jahre nach Anlegung der neuen Festungswerke, im und Bürgerschlüsse“ aus dem Jahr 1706 vermeldet:
Jahr 1707 wurde der Voglerswall demolirt, und die Plätze „Der Bürgerschaft Schluß, dass der Voglers-Wall von der
zum Anbau von Häusern verkauft“ 2, schreibt eine frühe Ellern- Brücke bis an die Alster, und der Platz im alten
Dokumentation des
Chronik der Stadt.Das erwähnte „alte“ Dammtor lag Wandrahme, gegen dem Kornhause über, von der
etwa auf der Höhe des heutigen Neuen Walls, wo dieser Kriegs-Cassen-Deputation verkauft werden solle, um
auf den Jungfernstieg trifft, und wurde im Zuge der gro- Häuser darauf zu bauen, und der Kauf- Schilling der
ßen barocken Befestigungsanlage von Johan van Val- Kriegs-Casse einfließen solle, ist von E. E. Rathe, nach-
ckenburgh in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts an dem seine Remonstrationen, dass bisher nach unserer
Abriss- und Umbau-
den heutigen Ort verlegt; der Voglerswall lag zwischen Verfassung der Verkauf der Stadt-Güter durch die Cäm-
Neuem Wall und Kleiner Alster, dort, wo heute die Als- merey geschehen, keinen Eindruck gefunden, ange-
terarkaden verlaufen. Der Baumwall ist inzwischen an nommen worden“ 3.
die Elbe gerutscht, den Küterwall gibt es heute gar nicht
mehr; er bezog sich auf das Schlachthaus der Stadt, auf Im „Jahr 1707 wurde der Voglerswall demolirt, und die
das auch die Bezeichnung „Die Bullestal“ im Plan von Plätze zum Anbau von Häusern verkauft“ 4. Im gleichen
prozesses in großfor-
1592 hinweist. Jahr wurde auch der Neue Wall zur Straße umgewidmet.
Das alles geschieht im Zuge einer Arrondierung in der
Innenstadt, die als Folge der großen, barocken Befesti-
2 Heß, Jonas Ludwig von, Hamburg topo gra phisch, gungsanlage gesehen werden muss – was soll ein Wall,
politisch und historisch beschrieben. Hamburg 1787, was sollen die alten Stadtmauern mitten in der Stadt,
Band 1, S. 423
3 Heinrich Kühl u.a.: Hamburgische Rath- und Bürger- nachdem diese durch die Einbeziehung einer „Neustadt“
matigen Fotografien
Schlüsse vom Jahre 1700 bis zu Ende des Jahres 1800 : einen ganz anderen Zuschnitt erhalten hatte. Stattdes-
mit getreuen und voll ständigen Auszügen aller in den sen musste das Bestreben sein, die Bindungen zur
Raths-Pro positionen sowohl, als in den Beylagen
enthaltenen Erläuterungen, Hamburg 1803, S. 9 „neuen“ Neustadt zu stärken, nämlich dem Teil der
4 Zimmermann, a.a.O., S. 423 Stadt, der auch heute noch so bezeichnet wird. Das
Bevölkerungswachstum brauchte neuen Raum, und was
in den ersten Plänen nach dem Bau der Wallanlagen
(© Foto: Rüdiger Glatz)
noch den Charakter von Grünflächen und Gärten hatte,
wurde besiedelt. Was in dieser neuen Stadt – denn das
war es ja zumindest von der Dimension her – geblieben
war, war die wichtige Ost-West-Verbindung über die
Ellern(tors)brücke, jetzt verlängert über den Alten
Steinweg (dessen Bedeutung schon aus dem genannten
Material hervorgeht) zur Kirche St. Michaelis in der
Neustadt und weiter zum (verlagerten) Millerntor.
↑ Mitte des 16. Jahrhunderts war also das System
aus Verteidigungslinien mit ihren vor- und nach …
↖ Hamburg um 1592 — mit der schon sichtbaren ← Mitte des 16. Jahrhunderts war also
Erweiterung der Stadtgrenzen in östlicher Richtung das System aus Verteidigungslinien mit
und Ausbau der Verteidigungsanlagen im Westen ihren vor- und nach …
19
8 9Das Buch zeigt, welche aktuellen Hamburger
Neu- oder Umbauten aus der Sicht von Fachleuten
und Laien herausragende architektonische Qualität
aufweisen. Es dokumentiert die Ergebnisse des
»BDA Hamburg Architektur Preises 2020« und des
»Publikums Architektur Preises«, der vom BDA
Hamburg und der Lokalredaktion des »Hamburger
Abendblatt« vergeben wird. Das Buch bietet damit
einen einzigartigen Querschnitt der aktuellen Bau
tätigkeit im Großraum Hamburg. Ergänzt wird der
Band zum 25-jährigen Jubiläum des Preises mit
der Dokumentation aller Gewinnerbauten dieses
Zeitraums. Der Essay »Ein Gewinn für alle« des
Architekturjournalisten Till Briegleb zur Bedeutung
des Preises rundet den Band ab.
Der Herausgeber Der Bund Deutscher Architektinnen und
Architekten ist der älteste Fachverband ausschließlich freiberuf-
lich tätiger Architekt:innen. Er setzt sich seit seiner Gründung
1903 bis heute für eine qualitätvoll gestaltete Umwelt ein.
Hg. vom Bund Deutscher Architektinnen
und Architekten BDA Hamburg
BDA Hamburg Architektur Preis 2020
Die Baujahre 2018 – 2020
Mit den Gewinnerbauten der letzten 25 Jahre
ca. 152 Seiten, ca. 240 Farbabbildungen
Broschur, 22 x 23 cm »Im Mittelpunkt der Debatte um
ISBN 978-3-86218-136-0, ca. € 19,80
September 2021
die Qualität der Architektur muss die
Frage stehen: wie wollen wir leben?
Gute Architektur zeichnet sich nicht
dadurch aus, dass eine Fassade
bunter, glänzender oder höher ist
als andere. Gute Architektur schafft
¡ Hamburgs beste aktuelle Bauten ein lebenswertes Umfeld und kann
¡ Vorstellung der Gewinnerbauten der letzten 25 Jahre im besten Fall tatsächlich beleben.
¡ Kooperation mit dem »Hamburger Abendblatt«
An diesem Anspruch muss sie sich
¡ Ausstellung »Ausgezeichnet! 25 Jahre BDA Hamburg
Architektur Preis« vom 14. September 2021 auch messen lassen.«
bis April 2022 (Open Air in der HafenCity) Wolfgang Tiefensee, ehemaliger Bundesbauminister
Die Ersten Preise 2020
Großmarkt Theater
Pavillon, Carmody Groarke
(Foto: Johan Dehlin)
U- und S-Bahnhof
Elbbrücken, gmp
(Foto: Marcus Bredt)
Wohn- und Ge-
schäftshaus Schulterblatt,
LH Architekten (Foto:
Dorfmüller Klier) 20Mehr als drei Viertel aller Bauinvestitionen fließen
in den Baubestand. Der Neubau ist somit die Aus
nahme. Das bauliche Erbe, mit dem die heutige Ge-
neration verantwortlich umgehen muss, ist enorm.
Gleichzeitig sind Anforderung an diese Bauaufgaben
besonders umfangreich und komplex. Vor diesem
Hintergrund wird die Frage nach dem Umgang mit
unseren bebauten Lebensräumen immer bedeut
samer. Mit dem Preis »Bauen im Bestand« würdigt
die Bayerische Architektenkammer den verant
wortungsvollen, innovativen und beispielgebenden
Umgang mit bestehender Bausubstanz. Eine hoch-
karätig besetzte Jury wählte dazu aus 147 Einrei-
chungen die herausragenden Umbauten und Sanie-
rungen aus. Die Prämierten leisten einen außer
ordentlichen Beitrag zur Baukultur, indem sie
Denkmäler oder besonders erhaltenswerte Bau-
substanz unter Berücksichtigung ihrer Geschichte
mit architektonischen Mitteln in die Zukunft führen.
Dass in die Bewertung ökologische, ökonomische
sowie soziale Aspekte ebenso wie gestalterische
Eigenschaften und regionale Identität einfließen, Hg. von der Bayerischen Architektenkammer
ist eine Besonderheit. Explizit stehen nicht nur Preis Bauen im Bestand 2021
die denkmalgeschützten und besonders erhaltens- Texte von Ira Mazzoni
werten Gebäude im Fokus, sondern auch Identität
ca. 120 Seiten, ca. 120 Farbabbildungen
stiftende Alltagsbauten. In sorgsam gestalteten
Broschur mit Fadenheftung, 21 x 21 cm
Bildstrecken präsentiert die Publikation die preis- ISBN 978-3-86218-153-7, ca. € 22,00
gekrönten Projekte mit Texten der Architektur Juli 2021
kritikerin Ira Mazzoni. So ergibt sich ein Einblick in
die aktuelle Auseinandersetzung zeitgenössischer
Architektur mit unserem baulichen Erbe.
¡ Die 60 bedeutendsten neuen Bauten im
Bestand Bayerns
¡ Großformatige Bilddarstellung mit fachkundigen
Texten der Architekturkritikerin Ira Mazzoni
¡ Berücksichtigung der Aspekte Städtebau,
Denkmalschutz, architektonische Qualität,
»Ich werde verehrt und geschätzt
bautechnische Ausführung und Innovation
¡ Ein innovativer deutscher Architekturpreis wie ein altes Gebäude.«
erstmals als Publikation Katharine Hepburn
Hg. von Alexander Fthenakis »Freilich könnte man es auch als Fotobuch betrachten, denn die gut 850 (!)
Fotos von Oliver Heissner Bilder von Oliver Heissner spielen eine eminent wichtige Rolle ...
50 60 70 Architektur aus drei Jahrzehnten All das zusammen ergibt ein von Bernd Kuchenbeiser wunderbar gestaltetes
im Münchner Stadtbild Buch, das nicht nur als Architekturführer begriffen werden kann. Vielmehr hat
672 Seiten, 850 Farbabbildungen, Broschur man es hier mit einer analytischen Liebeserklärung an die omnipräsente und
ISBN 978-3-86218-098-1, € 48,00 trotzdem viel zu wenig geschätzte Nachkriegsarchitektur Münchens zu tun ...
lieferbar Texte und Fotografien ergänzen sich in ihrer Präzision kongenial, lenken den
Blick auf entscheidende Feinheiten und schaffen in ihrer großzügigen Anord
¡ DAM Architectural Book Award 2017 nung eine Atmosphäre echter Wertschätzung und gekonnter Sensibilisierung
¡ Shortlist bei Deutschlands Schönstes Regionalbuch 2018 für die Bauten. Die Karten, Zeichnungen und dokumentarischen Fotos der
¡ Longlist beim Deutschen Fotobuchpreis 2018 Studie fügen den acht Kapiteln eine umfassende analytische Ebene hinzu und
heben das Buch weit über das hinaus, was vergleichbare Publikationen leisten.«
21 BauNetzIn seiner Autobiografie skizziert Alf M. Prasch sein
Leben vom Flüchtlingskind über seine Jahre als
Student im damals noch geteilten Berlin bis hin zum
renommierten Architekten. In bildhafter Sprache
erzählt er vom Entstehungsprozess von Architektur,
wie er ihn bei seinem mehr als 300 Projekte umfas-
senden Oeuvre erlebt und bewegt hat. Seine Bau
aufgaben reichen vom Sheraton Hotel in Abu Dhabi,
dem World Trade Center in Dresden, dem Bleichen-
hof und Spitalerhof in der Hamburger Innenstadt,
dem Auswanderermuseum BallinStadt auf der
Veddel bis zum Wohnungs- und Bürobau in der
HafenCity und dem Bau des zukünftigen Airbus-
Dienstleistungszentrums in Hamburg-Finkenwerder.
In Hamburg wurden über 40 seiner Projekte reali-
siert. Das reich bebilderte Buch enthält ein Vorwort
von Oberbaudirektor a.D. Prof. Jörn Walter sowie
ein Werkverzeichnis.
Der Autor Alf M. Prasch, Jg. 1941, ist Architekt, Städteplaner
und Gründungsmitglied des Architekturbüros nps – Nietz,
Prasch, Sigl (später nps – tchoban voss Architekten). 2015
gründete er mit Frank Buken in Hamburg das Büro pbp –
prasch buken partner architekten. Für seine Bauten erhielten
er und seine Mitarbeiter:innen zahlreiche Preise und Aner
kennungen, zuletzt den WohnbauPreis 2020.
Alf M. Prasch
Mein Leben als Architekt. 1960 – 2020
300 Seiten, 210 Farbabbildungen, Leinenband
mit Prägung, Schutzumschlag und Fadenheftung
16,5 x 22,7 cm, ISBN 978-3-86218-144-5, € 28,00
bereits lieferbar
¡ Ein renommierter Architekt aus Hamburg
erzählt … offen, humorvoll, kenntnisreich
¡ … über Berufung, Bürogründungen, Partner
schaften, Konkurrenzen, Umgang mit Bauherren,
Behörden und Oberbaudirektoren, Erfolge und
Niederlagen, Projekte im In- und Ausland, Denk-
malschutz und Rekonstruktion, den Stellenwert
»Mein Erfolgsgeheimnis ist mein
des genius loci, Moden und Trends in der Architek-
Umgang mit den Bauherren.« tur und über seine Zusammenarbeit mit einer
Alf M. Prasch jungen Generation von Architekt:innen
Bleichenhof in Hamburg,
Neubau und Umbau, 1992
(Foto: Heiner Leiska)
Rekonstruktion der
Auswandererhallen als
Museum in der BallinStadt
in Hamburg-Veddel, 2007
(Foto: Daniel Sumesgutner)
Alf M. Prasch (© pbp)
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