INVESTITIONSFÜHRER @ Baden-Württemberg - Baden-Württemberg International

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@ Baden-Württemberg
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Investitionsführer Baden-Württemberg   3

Herzlich willkommen in
Baden-Württemberg!

Die Willkommenskultur wird in Baden-Württemberg seit         die Südwestindustrie einen Anteil von fast 32 Prozent an
jeher großgeschrieben. Immerhin hat rund ein Viertel der     der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung auf – mehr als
Menschen, die heute im Südwesten Deutschlands leben,         beispielsweise der Nachbar Frankreich mit 12 Prozent.
einen Migrationshintergrund. Gegenwärtig begrüßt die         Die starke industrielle Basis eröffnet den Unternehmen
Wirtschaft im Land eine wachsende Zahl der benötig-          in Baden-Württemberg neue Chancen, um von der ho-
ten Fach- und Ausbildungskräfte aus anderen Staaten,         hen Nachfrage der BRIC-Staaten und anderer dynami-
vor allem aus der EU. Unternehmen, Land, Verbände            scher Schwellenländer nach technischer Ausstattung zu
und die Menschen selbst tragen dazu bei, dass sich die       profitieren. Dem Land kommt auch zugute, dass es keine
Zuwanderer hier wohlfühlen und sich integrieren. Das         strukturschwachen Regionen aufweist.
große Interesse gut ausgebildeter Jungakademiker und
Fachkräfte an einer Berufstätigkeit in Deutschland und       Baden-Württemberg treibt eine nachhaltige Modernisie-
gerade in Baden-Württemberg belegt, wie attraktiv und        rung der Wirtschaft und die Energiewende zügig voran.
offen das Land für junge Menschen als Ort zum Arbeiten       Dabei besitzt die Versorgungssicherheit für das Land
und zum Leben ist. Ein Spiegelbild des Landes und sei-       die gleiche Relevanz wie die Kriterien Wirtschaftlichkeit
ner Besonderheiten für Investoren und Fachkräfte bietet      und Umweltverträglichkeit. Viele Aktivitäten im Bereich
der „Investitionsführer Baden-Württemberg“, der in einer     Forschung und Entwicklung zielen auf neue Materi-
komplett aktualisierten Neuauflage vorliegt.                  alien und Technologien, auf eine höhere Energie- und
                                                             Ressourceneffizienz ab. Es tut sich also vieles in Baden-
Die moderne, weltweit tätige und wettbewerbsfähi-            Württemberg, worüber der neue „Investitionsführer“ in-
ge Wirtschaft des Landes wächst allen internationalen        formiert. Er bietet seinen Lesern ein breites und zugleich
Krisen zum Trotz auch 2013 und sorgt für eine hervor-        konzentriertes Porträt eines Bundeslandes, das sich auf
ragende Beschäftigungslage. Baden-württembergische           vielen Feldern durch Spitzenleistungen und eine ziel-
Unternehmen exportieren Waren und Dienstleistungen           genaue Wirtschaftsförderung auszeichnet und in dem
in die ganze Welt und gehören aufgrund ihrer zahlrei-        es sich zudem sehr gut leben lässt. Mit diesem Kompass
chen technologischen Innovationen in vielen Branchen         kann sich jeder Wirtschaftsreisende in Baden-Württem-
zu den globalen Trendsettern. Das gilt nicht nur für die     berg gut orientieren. Wir freuen uns auf Sie!
traditionellen Stärken des Landes, den Automobil- und
den Maschinenbau sowie die Elektrotechnik, sondern
auch für jüngere Technologiefelder wie die Medizin-
technik sowie für Querschnittsbranchen wie den Leicht-
bau. Dabei profitieren diese Wirtschaftszweige von der
guten Infrastruktur im Südwesten und der exzellenten
Forschungslandschaft.
                                                             PROF. DR. MANFRED SCHMITZ-KAISER VOLKER SACH
Die starke industrielle Basis erweist sich einmal mehr als   STELLVERTRETENDER                GESCHÄFTSFÜHRER
ein Trumpf, den Baden-Württemberg ziehen kann, um            VORSITZENDER DES VORSTANDS
unbeschadet – wenn nicht sogar gestärkt – aus der globa-
len Wirtschafts- und Finanzkrise hervorzugehen. So weist     L-BANK                              F.A.Z.-INSTITUT
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Inhalt

1       Lebensqualität                           ab Seite      5   5   Kurzübersicht Gesellschaftsrecht und
                                                                       Unternehmensbesteuerung                ab Seite   61
1.1     Die Marke „Baden-Württemberg“                          5
1.2     Land und Leute                                         6
1.3     Urlaubsregion                                          7   6   Kontaktadressen                        ab Seite   64
1.4     Kulinaristik- und Genießerland Baden-Württemberg       8
1.5     Kunst und Kultur                                      10
1.6     Sport und Freizeit                                    11
1.7     Beruf und Familie miteinander verbinden               12
1.8     Schulbildung                                          12

2       Infrastruktur in Baden-Württemberg –
        modern, leistungsstark, nachhaltig      ab Seite      15

2.1     Zentrale Infrastruktur                                15
2.1.1   Messemarktplatz                                       15
2.1.2   Verkehr und Verkehrsinfrastruktur                     17
2.1.3   Moderne Verwaltung                                    19
2.1.4   Breitbandverbindungen                                 20
2.1.5   Arbeitskräfteangebot und Arbeitsmarkt                 20
2.2     Wissenschaft und Bildung                              22
2.2.1   Forschung und Entwicklung (F&E)                       22
2.2.2   Studium und Berufsausbildung                          29

3       Wirtschaftsstruktur und
        wirtschaftliche Entwicklung             ab Seite      34

3.1     Wirtschaftsstruktur                                   34
3.2     Regionale Wirtschaftscluster                          37
3.3     Wirtschaftliche Entwicklung                           50

4       Förderprogramme für Unternehmen         ab Seite      53

4.1     Ansprechpartner                                       53
4.2     Förderprogramme                                       56
4.2.1   Fremdfinanzierung                                      58
4.2.2   Eigenkapital- und eigenkapitalähnliche Finanzierung
        (Mezzanine-Finanzierung)                              60
4.2.3   Bürgschaften                                          60
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Investitionsführer Baden-Württemberg    5

1 Lebensqualität
A
 Baden-Württemberg heißt Menschen aus der ganzen Welt willkommen. 2012 verzeichnete das
Statistische Landesamt mit 47,7 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekordwert für das
Land im Südwesten. Zugleich war der Bevölkerungsstand mit über 10,6 Millionen Menschen noch
nie so hoch. Dieses Plus geht vor allem auf den Zuzug zurück. So sind 67.900 Personen im Gesamt-
jahr 2012 nach Baden-Württemberg gekommen, darunter zahlreiche Fach- und Führungskräfte aus
dem In- und Ausland. Sie nutzen die Möglichkeiten, die ihnen das Land eröffnet. Denn mit gut 5,8
Millionen Personen waren in diesem Jahr so viele Menschen in Baden-Württemberg erwerbstätig
wie niemals zuvor. Das Land bietet Investoren und Fachkräften auch jenseits der Arbeitswelt viel:
eine hohe Lebensqualität in modernen Städten und schönen Landschaften, Kultur und Sport, ein
abwechslungsreiches Angebot für den Urlaub und die Freizeit. Baden-Württemberg verfügt über ein
hochkarätiges Bildungswesen, das von der Kindertagesstätte bis zur Hochschule jeden Bedarf und
Anspruch bedient.

1.1       DIE MARKE „BADEN-WÜRTTEMBERG“                                         Baden-Württemberg überzeugt also als Standort, an dem
                                                                                sich gut leben und gut arbeiten lässt. Die materielle und
Baden-Württemberg ist international präsent. Konzern-                           finanzielle Basis dafür schafft eine Wirtschaft, die das Land
marken wie Daimler, Porsche, Bosch und SAP genießen                             zu einem globalen Topstandort für viele Branchen macht.
Weltruhm. Auch die Landeshauptstadt Stuttgart hat inter-                        Ungeachtet der Krise in einigen EU-Staaten und eines
national einen hohen Bekanntheitsgrad und verzeichnete                          schwächelnden Wirtschaftswachstums in den USA und in
im Jahr 2012 einen deutlichen Zuwachs bei den Übernach-                         Asien ist die Wirtschaft in Baden-Württemberg 2012 real
tungsgästen. Urlauber reisen zudem in die Tourismushoch-                        um 1,25 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen und
burgen im Schwarzwald und am Bodensee, nach Heidel-                             behauptete damit ihr hohes Niveau. Für das Gesamtjahr
berg und Baden-Baden. Auch jenseits der Wirtschafts- und                        2013 wird ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent prognostiziert.
Tourismuszentren finden Besucher zahlreiche reizvolle
Städte und Orte, deren Besuch lohnt. Exemplarisch seien                         Ähnlich gut stellt sich der Arbeitsmarkt dar. Mit einer Arbeits-
hier die vielen Schlösser und Burgen, Freizeitparks wie der                     losenquote von 3,9 Prozent schloss das Land das Jahr 2012 so
Europapark Rust bei Freiburg und die Weinbaugebiete an                          gut ab wie neben ihm nur Bayern. Im September 2013 lag die
Rhein und Neckar genannt.                                                       Quote bei 4,0 Prozent und ist im Vergleich der Bundeslän-
                                                                                der ein Spitzenwert. Führend ist Baden-Württemberg zudem

Blick vom Belchen zum Blauen im Schwarzwald. Quelle: Erich Spiegelhalter/STG.
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6    Investitionsführer Baden-Württemberg

als Innovationsregion. Laut dem Innovationsindex 2012 des      Alle diese einzelnen Erfolge veranschaulichen in der Sum-
Statistischen Landesamtes hat das Land einen BIP-Anteil an     me, wie leistungsstark und kreativ die Menschen und die
Forschung und Entwicklung in Höhe von 4,8 Prozent inves-       Wirtschaft in Baden-Württemberg sind. Das gesamte Land
tiert und belegt damit im europäischen Vergleich von 86 Re-    weist ein engmaschiges Netz aus Forschungseinrichtun-
gionen in den 27 EU-Staaten den ersten Platz.                  gen auf. Die Großräume Stuttgart und Karlsruhe, die Re-
                                                               gionen entlang dem Rhein, das Heilbronner Unterland,
Innovationen sind die Resultate von Forschung und Ent-         Oberschwaben und Hohenlohe haben diverse branchen-
wicklung, wie sie große Weltkonzerne und mittelständi-         übergreifende Cluster aus forschenden und produzieren-
sche Unternehmen betreiben. Allein der Mittelstand ist in      den Einrichtungen. Die enge Vernetzung hat den positiven
Baden-Württemberg so stark wie in kaum einer anderen           Nebeneffekt, dass das Land im Südwesten keine struktur-
Region in Europa. Als Rückgrat der Wirtschaft stellen die      schwachen Gebiete aufweist.
Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten über 99 Prozent
aller Betriebe im Land. Darunter befinden sich 277 Hidden
Champions – Weltmarktführer aus dem Mittelstand, die           1.2     LAND UND LEUTE
hochspezialisierte technologische Produkte entwickeln und
den globalen Markt bedienen. Diese Betriebe können auf         In Baden-Württemberg haben seit jeher die Menschen das
hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte, auf eine For-       Sagen. So entstand das Bundesland, das am 25. April 1952
schungslandschaft von Weltniveau und auf eine moderne          gegründet wurde, auf der Basis einer Volksabstimmung –
Infrastruktur zurückgreifen. Von diesen guten Rahmenbe-        ein Unikum in der Bundesrepublik Deutschland. Am 16.
dingungen profitiert insbesondere der Außenhandel mit ei-       Dezember 1951 stimmte die Mehrheit der Menschen in
ner Exportquote von rund 50 Prozent. Dadurch stellen die       Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Ba-
Unternehmen sicher, dass Produkte made in Baden-Würt-          den für den Zusammenschluss. Der erste Bundespräsident
temberg auch in Zukunft weltweit gefragt sind.                 der damals noch jungen Bundesrepublik, der Schwabe
                                                               Theodor Heuss, nannte den neuen Südweststaat ein „Mo-
Made in Baden-Württemberg findet sich in anderen Lebens-        dell deutscher Möglichkeiten“. Mit dem Volksentscheid für
bereichen ebenfalls wieder. So weist das Land im Südwes-       die Gründung des Landes begann eine Erfolgsgeschichte,
ten seit Beginn der siebziger Jahre im bundesweiten Ver-       die sich bis heute fortsetzt.
gleich regelmäßig die höchste Lebenserwartung auf. Heute
hat ein neugeborener Junge in Baden-Württemberg eine           Gegenwärtig leben rund 10,6 Millionen Menschen in Ba-
durchschnittliche Lebenserwartung von 79,2 Jahren, ein         den-Württemberg. Damit ist die Bevölkerung seit der Grün-
neugeborenes Mädchen sogar eine Lebenserwartung von            dung des Landes 1952 um circa 60 Prozent gewachsen.
83,6 Jahren. Diese Werte zeugen von der hohen Lebens-          Zwar kann sich das Land nicht der allgemeinen demogra-
qualität in den Regionen an Rhein und Neckar. Tatsächlich      phischen Entwicklung entziehen, doch dank der Zuwande-
bietet das Land den Menschen vielfältige Seiten: attraktive    rung wächst die Bevölkerungszahl wieder und ist derzeit
Städte, schöne Landschaften, eine bunte und kreative Kul-      so hoch wie noch nie. Die bevölkerungsreichsten Städte
turszene, ein breites Sport- und Freizeitangebot sowie ein     sind Stuttgart (598.000 Einwohner), Karlsruhe (296.000
Bildungssystem von internationalem Standard.                   Einwohner), Mannheim (295.000 Einwohner) und Freiburg
                                                               (218.000 Einwohner). Baden-Württemberg erstreckt sich
Gerade das Bildungswesen in Baden-Württemberg macht            über 35.751 Quadratkilometer und ist damit das drittgrößte
von sich reden. Sowohl die Schulen und Hochschulen als         Bundesland an Fläche. Die benachbarte Schweiz ist nur ge-
auch die Schüler und Studenten überzeugen bei inlän-           ringfügig größer, Belgien ist etwas kleiner.
dischen und internationalen Tests und Untersuchungen
durch überdurchschnittlich gute Resultate. Das gilt für die    Das Land verfügt über vergleichsweise wenige Boden-
Spitzenergebnisse Einzelner, aber auch für das hohe durch-     schätze. Der natürliche Reichtum des Landes steckt in sei-
schnittliche Gesamtniveau. Das Bildungssystem in Baden-        nen Menschen und in deren Kreativität. Sie entwickeln
Württemberg zeichnet sich durch eine hohe Transparenz          immer wieder neue Ideen und setzen sie in marktfähige
aus, die jedem jungen Menschen eine Schulbildung und           Produkte um. Aus Baden-Württemberg stammt beispiels-
Berufsausbildung entsprechend den eigenen Fähigkeiten          weise das Automobil. Erfinder wie Carl Benz und Gottlieb
und Interessen ermöglicht. Dank der neu eingeführten Ge-       Daimler haben die Basis dafür gelegt, dass sich das Land
meinschaftsschule, die einem integrierten Modell folgt, soll   der Tüftler zu einer der weltweit erfolgreichsten Technolo-
die soziale Herkunft der Schüler künftig eine geringere Be-    gieregionen entwickelt hat.
deutung für deren Bildungserfolg als in der Vergangenheit
haben. Im Ergebnis zeigt sich, dass der Anteil der Schul-      Auch in der Kunst und der Kultur leisten die Menschen aus
abgänger ohne einen Schulabschluss fast nirgendwo in           dem Südwesten Beachtliches. Das Land ist die Heimat vie-
Deutschland so niedrig wie in Baden-Württemberg ist. Zu-       ler berühmter Persönlichkeiten, etwa großer Schriftsteller
gleich gelingt jungen Menschen, die ein Studium oder eine      wie Friedrich Schiller, Hermann Hesse oder Martin Walser.
Berufsausbildung abgeschlossen haben, im Durchschnitt          Die Verbindung von Geschichte und Moderne, von Tra-
rasch der Einstieg in das Berufsleben.                         dition und Innovation wird im Südwesten großgeschrie-
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Investitionsführer Baden-Württemberg         7

ben. So zählen der Bollenhut und die Kuckucksuhr aus
dem Schwarzwald zu den weltweit bekannten Marken des              WILKEN GMBH, HOCHSCHWARZWALD TOURISMUS
Landes. Doch in diesem ländlichen Raum an der Grenze              GMBH: NACHHALTIGER URLAUB PER SMARTCARD
zwischen den beiden Landesteilen Baden und Württemberg
finden sich auch hochspezialisierte mittelständische Un-           Rund 260 Gastgeber um den Feldberg im Hochschwarz-
ternehmen, die Weltmarktführer in Nischenmärkten sind.            wald bieten den Touristen, die mindestens zwei Nächte
Das Land ist vielfältig, und in dieser Vielfalt liegt auch sei-   bleiben, mit der Hochschwarzwald Card eine kosten-
ne Stärke. Seine Menschen sind heimatverbunden und zu-            lose All-Inclusive-Gästekarte. So erhalten die Nutzer
gleich weltoffen, kreativ und gesellig, bunt und solidarisch.     freie Fahrt und freien Eintritt in über 60 Attraktionen
                                                                  in der Region. In 13 Gemeinden gilt die Smartcard zu-
                                                                  gleich als Skipass. So können Tourengeher am Feld-
K Tourismuslinks:
www.tourismus-bw.de
                                                                  berg in den 100 Kilometer langen Fernskiwanderweg
                                                                  zwischen Schonach und Belchen einsteigen. Seit 2012
www.dehogabw.de                                                   haben Urlauber zudem die Möglichkeit, mit der Smart-
www.familien-ferien.de                                            card kostenfrei 15 Elektro-Smarts, 100 E-Bikes und 20
www.urlaub-bauernhof.de                                           Segways auszuleihen. Im Endausbau sollen rund 50
www.heilbaeder-bw.de                                              Smarts „Electric Drive“ sowie eine entsprechende La-
www.naturparke-bw.de                                              desäuleninfrastruktur die flächendeckende Mobilität
www.camping-lcbw.de                                               sicherstellen und den öffentlichen Nahverkehr umwelt-
www.buchdensueden.de                                              freundlich ergänzen. Dieses innovative und nachhalti-
                                                                  ge Konzept erzielte den zweiten Platz beim Deutschen
1.3      URLAUBSREGION                                            Tourismus-Preis. Zudem erhielt die Hochschwarzwald
                                                                  Card 2011 eine Anerkennung im Rahmen des Innovati-
Baden-Württemberg ist mit jährlich über 40 Millionen              onspreises des Landes Baden-Württemberg. Die Hoch-
Übernachtungen das zweitwichtigste Reiseland innerhalb            schwarzwald Card mit ihren Anwendungen wurde von
Deutschlands. Das Land im Südwesten weist die meisten             der Wilken GmbH realisiert und implementiert. Seit
hochprädikatisierten Kurorte, die höchste Dichte in der           1977 entwickelt das Ulmer Unternehmen Standardsoft-
Sternegastronomie, vielfältige Landschaften und ein reich-        ware. Mit über 460 Mitarbeitern an vier Standorten in
haltiges Städte- und Kulturangebot auf. Die historische und       Deutschland und der Schweiz hat sich die Gruppe als
kulturelle Vielfalt Baden-Württembergs zieht zahlreiche           Hersteller, Anbieter und Integrator von Anwendungen
Touristen an. Ein attraktives Lebensumfeld mit einer intak-       für das Finanz- und Rechnungswesen, die Materialwirt-
ten Natur, mit viel Kunst und Kultur, mit zahlreichen Festen      schaft sowie die Unternehmenssteuerung etabliert. Zu-
und einem breiten Freizeitangebot bietet jedem Besucher           dem bietet Wilken Speziallösungen für einzelne Bran-
Abwechslung zum Berufsalltag. Kulturdenkmäler sowie               chen an. Die Hochschwarzwald Card wird über eine
zahlreiche Museen, Schlösser und Gärten, Veranstaltun-            Umlage finanziert, die die teilnehmenden Beherber-
gen, Ausstellungen und Einrichtungen sorgen dafür, dass           gungsbetriebe tragen. Sowohl das Kartenmanagement
die Besucher an der Tradition und der Identität des Landes        als auch die Abrechnung der Umlage laufen über die
teilhaben können.                                                 Smartcardlösung ab.

Das schlägt sich positiv in den Ergebnissen der Branche
nieder. So übernachteten 2012 rund 18,6 Millionen Gäste
in Baden-Württemberg, die Gesamtzahl der Übernach-
tungen belief sich auf 47,7 Millionen. Dazu kommen rund
458 Millionen Tagesgäste pro Jahr, die Ausflüge ins Land
unternehmen. Der Anteil der Urlauber aus dem Ausland
beläuft sich auf etwa ein Fünftel. Konkret betrug er 2011,
Camping eingeschlossen, über 19,7 Prozent bei den Über-
nachtungen. Im regionalen Vergleich legten vor allem der
Mittlere Schwarzwald und die Region Stuttgart kräftig zu.
Wachsende Beliebtheit bei den Gästen verbuchten auch
der Nördliche Schwarzwald, das Nördliche Baden-Würt-
temberg sowie der Bodensee. In absoluten Zahlen blieb die
Region Breisgau-Hochschwarzwald mit über 4,6 Millionen
Übernachtungen im Jahr 2012 das mit Abstand am stärks-
ten nachgefragte Urlaubsziel.
                                                                                          E-Biking am Schluchsee. Quelle: HTG.
Baden-Württemberg ist als Urlaubs- und Ausflugsziel bei
Touristen aus dem In- und Ausland auch im Jahr 2013 sehr
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8    Investitionsführer Baden-Württemberg

gefragt. Zwar gingen laut dem Statistischen Landesamt die       besonderes Klima, das für seine heilende Wirkung gelobt
Gästeübernachtungen in der heimischen Beherbergungs-            wird.
branche im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr
leicht um 1,7 Prozent zurück. Doch stieg die Zahl der über-
nachtenden Besucher aus dem Ausland in den ersten sechs
Monaten 2013 an (+2,8 Prozent auf 4,1 Millionen Über-
                                                                K Kulinarische Links:
                                                                www.tourismus-bw.de
nachtungen). Mit einem leichten Zuwachs um 0,1 Prozent          www.geniesserland-bw.de
bei den gesamten Übernachtungen stand die Region All-           www.schmeck-den-sueden.de
gäu/Oberschwaben im Vergleich der Regionen innerhalb            www.badischer-weinbauverband.de
des Bundeslandes an der Spitze.                                 www.weinbauverband-wuerttemberg.de
                                                                www.sonnenmaennchen.de
Das Land und seine Regionen lassen sich auf Wanderwe-           www.weininstitut-wuerttemberg.de
gen und Fernradwegen mit einer Gesamtlänge von über             www.turmbergwein.de
50.000 Kilometern aktiv erwandern und erfahren, insbe-          www.einfach-besser-bier.de
sondere die sieben Naturparks. Unterwegs finden die Be-
sucher eine reichhaltige und abwechslungsreiche Natur           1.4      KULINARISTIK- UND GENIESSERLAND
mit Wäldern, Bergen, Tälern und Wiesen. Gern besucht                     BADEN-WÜRTTEMBERG
werden die Schwäbische Alb, der Schwarzwald, das Ne-
ckartal, Hohenlohe und das Allgäu. Alle Tourismusregio-         Der kulinarische Reichtum Baden-Württembergs ist mess-
nen sind per Auto, Bahn und Flugzeug gut zu erreichen.          bar, denn kein anderes Bundesland hat mehr Michelin-
Dabei fördert das Land die Nachhaltigkeit als Leitmotiv         Sterne oder Gault-Millau-Kochmützen als das Land im
des Tourismus. Zu den Förderprojekten des Landes zählen         Südwesten. Kochen und Genießen liegen den Badenern
beispielsweise der sanfte Tourismus und eine verbesserte        und Schwaben in den Genen. Der Gault-Millau „Genießer-
Qualität der touristischen Infrastruktur. Das Projekt „Grü-     land Baden-Württemberg“ ist der erste und einzige Restau-
ner Süden“ führt touristische Angebote aus den Bereichen        rantführer, der ausschließlich einem Bundesland gewidmet
Naturerlebnis, umweltfreundliche Mobilität, klimaverträg-       ist. Das spricht für das vielfältige kulinarische Angebot des
liche Unterkünfte sowie nachhaltige regionale Produkte          Genießerlands Nummer 1. Der Südwesten beheimatet als
und Küche zusammen.                                             führende Feinschmeckerregion 58 der 255 deutschen Ster-
                                                                             nerestaurants und erhält immer wieder hoch-
Der Tourismus in Baden-Württemberg steht                                            klassige Koch- und Küchenauszeichnun-
für Abwechslung. Das Land besitzt                                                       gen.
mehr als 2.000 Natur- und Land-
schaftsschutzgebiete.    Berge                                                                Unter den zahlreichen Orten
und Wälder, Schluchten und                                                                      mit hervorragenden Restau-
Flusstäler, Höhlen und                                                                           rants ist Baiersbronn her-
Felsen, Seen und Wein-                                                                             vorzuheben. Dabei ist
berge laden zu zahl-                                                                                der Schwarzwaldort mit
reichen Entdeckungs-                                                                                 seinen sieben Miche-
reisen ein, ebenso                                                                                    lin-Sternen längst kein
zum Wandern, Biken,                                                                                   Geheimtipp mehr. Mit
Klettern, Schwimmen,                                                                                   Harald Wohlfahrt aus
Tauchen,      Paddeln,                                                                                 der Traube Tonbach
Walken und Rad-                                                                                        kommt zudem der
wandern. Historische                                                                                  beste Koch Deutsch-
Städte wie Heidelberg,                                                                               lands aus Baiersbronn.
Freiburg und Tübin-                                                                                 Drei Michelin-Sterne er-
gen empfangen täglich                                                                              hielt Claus-Peter Lumpp
Tausende Besucher aus                                                                             im     legendären    Hotel
der ganzen Welt. Baden-                                                                         Bareiss in Mitteltal. Jörg
Württemberg ist mit 57 höher                                                                  Sackmann, Chefkoch im Res-
prädikatisierten Heilbädern und                                                             taurant Schloßberg, ist mit ei-
Kurorten das Bäderland Nummer 1                  Quelle: Erich Spiegelhalter.            nem Stern dekoriert.
in Deutschland. Im Südwesten entfal-
len rund 15 Prozent aller Ankünfte und 27                                        Die einzelnen Regionen in Baden-Württem-
Prozent aller Übernachtungen auf die Heilbäder und                      berg bieten neben einer abwechslungsreichen inter-
Kurorte. Vor allem der Schwarzwald ist für Kurorte wie            nationalen Küche ein sehr spezielles regionales Angebot
Bad Dürrheim, St. Blasien, Baden-Baden oder Bad Her-              an Speisen und Getränken, die fast ausschließlich aus der
renalb bekannt. Hier schaffen Wälder, Bäche und Seen ein          heimischen Landwirtschaft stammen. Gaisburger Marsch,
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Investitionsführer Baden-Württemberg    9

Linsen mit Spätzle, Maultaschen und Schupfnudeln sind
bekannte und beliebte Traditionsgerichte der gutbürger-       BÄCKEREI & KONDITOREI JOCHEN BAIER, HERRENBERG:
lichen Küche Baden-Württembergs. Schon seit 1996 läuft        BÄCKERHANDWERK MODERNISIEREN, DAMIT
landesweit die Aktion „Schmeck den Süden – Baden-Würt-        TRADITION FORTBESTEHEN KANN
temberg“. Gastronomen, die sich daran beteiligen, bieten
ihren Gästen Extraangebote besonderer regionaler und sai-     Kulinarischer Genuss hat viel mit Tradition zu tun. Tra-
sonaler Gerichte und Getränke.                                dition im Bäckerhandwerk bedeutet aber nicht, alles
                                                              ungeprüft beim Alten zu lassen. Vielmehr bringt die
Baden-Württemberg beherbergt zahlreiche international         Verbindung von überlieferten Rezepten und moder-
renommierte Veranstaltungen zur Kulinaristik. So ist das      nem technischem Gerät wohlschmeckende und quali-
„Genießerland Baden-Württemberg“ ein fester Bestandteil       tativ hochwertige Backwaren hervor. Diese Strategie,
mehrerer Fachmessen. Mit großem Erfolg findet seit 2007 in     die Tradition des 178-jährigen Familienbetriebs zu
Stuttgart jährlich die Verbrauchermesse „Markt des guten      pflegen und zugleich neue Wege in der Produktion
Geschmacks – Slow Food Messe“ statt, bei der bewusstes        und im Warensortiment einzuschlagen, verfolgt Jochen
Genießen sowie gesunde und nachhaltig produzierte Le-         Baier. Der Bäcker- und Konditormeister, der auch ge-
bensmittel im Mittelpunkt stehen.                             prüfter Betriebswirt ist, leitet den Familienbetrieb in
                                                              der sechsten Generation – zunächst ab 1999 zusammen
Zur „ARTVINUM“, einem Forum für europäische Wein-             mit seinem Vater, seit 2003 allein. Auf eine Filialisie-
kultur, laden die Weininstitut Württemberg GmbH und           rung des Geschäfts lässt er sich bis heute nicht ein und
die Badischer Wein GmbH internationale Weinkenner und         setzt stattdessen auf das Hauptgeschäft im Zentrum
Weinfreunde nach Stuttgart ein. ARTVINUM ist eine Zu-         der Fachwerkstadt Herrenberg. Von dort aus beliefert
sammenarbeit des Badischen Weinbauverbandes mit dem           er die Spitzengastronomie, Biosupermärkte und andere
Weinbauverband Württemberg. Hier präsentieren die Ver-        Geschäftskunden zwischen Stuttgart und dem Boden-
bände die besten Weine der Weingüter, Winzer- und Wein-       see mit seinen Produkten.
gärtnergenossenschaften und Weinkellereien aus Baden
und Württemberg.                                              Allerdings stößt die Bäckerei inzwischen an die Gren-
                                                              zen ihrer Produktionskapazitäten. Auch zwingen die
                                                              strikten Hygienevorschriften der Europäischen Union
Weinbau und Bierbrauen – Qualität durch Tradition und         die Bäckerei dazu, in größere Räumlichkeiten umzu-
Kompetenz                                                     ziehen. Deshalb plant Jochen Baier einen Neubau am
                                                              Ortsrand. In dieser gläsernen Manufaktur sollen sich die
Die Vielfalt und Qualität der baden-württembergischen         Kunden selbst ein Bild davon machen können, dass die
Weine sind international bekannt. Die Anfänge des traditi-    Backwaren in Handarbeit entstehen und hochwertige
onsreichen Weinbaus im Südwesten gehen bis in die Epo-        Rohstoffe enthalten, die in erster Linie aus der Region
che der römischen Kolonisation zurück. Wer heute durch        stammen. Alte Getreidesorten bezieht die Bäckerei von
die badischen und württembergischen Weinbaugebiete            einem Demeter-Hofgut. Demeter – schon wieder ein
reist, kann unter zahlreichen Weinkellereien wählen, die      Markenzeichen, das für eine traditionsbewusste öko-
edle Tropfen aus Flaschen und direkt vom Fass servieren.      logische Wirtschaftsweise steht. Mit der neuen Back-
                                                              stube will Jochen Baier seinen Meistern, Gesellen und
Viele Weinstuben im gesamten Land laden zur Einkehr ein.      Auszubildenden noch bessere Arbeitsbedingungen als
Im Badischen heißen sie Straußenwirtschaften, in Württem-     bisher bieten. Die traditionsreiche Marke seiner Bäcke-
berg Besenwirtschaften und im Fränkischen Heckenwirt-         rei profitiert von der Leidenschaft des Chefs für gutes
schaften. Heute ist der Südwesten mit einem Anteil von        Brot und andere hochqualitative Backwaren.
rund 25 Prozent an der bundesdeutschen Rebfläche nach
Rheinland-Pfalz das zweitgrößte Weinbau betreibende
Bundesland. Sowohl Baden als auch Württemberg weisen         Außer der des Weins ist Baden-Württemberg auch die Hei-
mehrere unterschiedliche Weinbaubereiche auf. Die ver-       mat berühmter Biere. Die Brauereien im Land nutzen die
schiedenartigen Höhen-, Boden- und Klimaverhältnisse         ausgezeichnete Qualität des Wassers und die vielen Quel-
bedingen vielfältige Rebsorten. Unter ihnen ragt der Trol-   len, um damit ihre Biere zu brauen. Zu den populärsten
linger als traditionelle württembergische Rebsorte hervor.   Bieren zählen die Produkte der Badischen Staatsbrauerei
Er gilt als das Nationalgetränk der Schwaben. Über die       Rothaus im Schwarzwald.
Hälfte der Rebfläche in Baden ist mit roten und weißen
Rebsorten der Burgundergruppe bestockt. Die Rebfläche         Unter den Volksfesten ist das auf dem Cannstatter Wasen
erstreckt sich von Norden nach Süden praktisch über die      in Stuttgart mit Abstand das größte. Mit mehr als 330
gesamte badische Rheinseite. In jedem Spätsommer und         Betrieben und bis zu 5 Millionen Besuchern ist es Europas
Herbst finden in den Weinorten des Landes traditionelle       größtes Schaustellerfest und weist eine Fläche von 35 Hek-
Weinfeste statt, die zahlreiche Besucher aus dem In- und     tar auf.
Ausland anziehen.
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10    Investitionsführer Baden-Württemberg

K Links zu Kunst und Kultur:
www.kultur.baden-wuerttemberg.de
                                                                Auch die populäre Musik nimmt einen breiten Raum in
                                                                Baden-Württemberg ein. So existiert in Mannheim die
www.schloesser-magazin.de                                       Popakademie des Landes als Impulsgeber. Mehrere Pop-
www.netmuseum.de                                                zentren sind Ansprechpartner für Künstler, Verbände und
www.landmuseen.de                                               Unternehmen in den verschiedenen Regionen. Für die In-
mwk.baden-wuerttemberg.de/ kunst_und_kultur                     tegration vorhandener Strukturen und Netzwerke ist das
                                                                Projekt RegioNet der Popakademie zuständig.
1.5      KUNST UND KULTUR
                                                                Die Festspiellandschaft Baden-Württembergs weist eine
Baden-Württemberg ist ein moderner Kulturstaat, der Ge-         enorme Vielfalt auf. Dadurch werden historische Spielstät-
schichte lebendig hält und zugleich für Neues offen ist.        ten für das Publikum neu erlebbar gemacht. So hat sich
Dieses Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Inno-         etwa das Festspielhaus Baden-Baden im europäischen
vation ist fruchtbar und fördert ein Kulturleben mit weit-      Musikleben neben Sommerfestivals wie Salzburg, Luzern
räumigen Entfaltungsmöglichkeiten für alle Spielarten von       oder Aix-en-Provence etabliert. Das ganzjährig bespielte
Kunst und Kultur. Aus der dichten und vielfältigen Kunst-       Haus gehört mit seinen 2.500 Sitzplätzen zu den größten
und Kulturlandschaft ragen mehrere Höhepunkte heraus.           Spielstätten für klassische Musik in Europa. In etwa 120
Die zahlreichen Theater, Musikensembles, Museen, Archi-         Veranstaltungen pro Jahr werden im Durchschnitt mehr als
ve, Kunst- und Musikhochschulen stehen für das interna-         220.000 Musikliebhaber aus aller Welt begeistert.
tionale Niveau von Kunst und Kultur des Landes. Der Be-
sucher findet entsprechende Angebote mit einem hohen             Baden-Württemberg weist mit rund 1.300 Museen und mu-
Niveau ebenso in den Zentren Stuttgart und Karlsruhe wie        sealen Einrichtungen eine facettenreiche Museumsland-
in den mittelgroßen Städten und im ländlichen Raum vor.         schaft auf. Die Spanne reicht von den elf großen staatlichen
Das Land und die Gemeinden treten dabei – häufig in Ko-          Instituten mit internationalem Rang über städtische Kunst-
operation mit Wirtschaftsunternehmen und privaten Spon-         sammlungen, Spezialmuseen und sieben regionale bäuer-
soren – als Förderer eines kulturellen Lebens auf, das facet-   liche Freilichtmuseen bis hin zu über 1.000 ehrenamtlich
tenreich, experimentierfreudig und intensiv ist.                geführten kleinen Museen. Damit weist das Land im Süd-
                                                                westen die höchste Museumsdichte in Deutschland auf. Im
Zu den international bekannten Leuchttürmen des Kunst-          Jahr 2011 besuchten rund 14,5 Millionen Menschen die
und Kulturlebens zählen die Württembergischen Staats-           baden-württembergischen Museen.
theater Stuttgart mit ihrer weltweit renommierten Ballett-
kompagnie, das Freiburger Barockorchester, das Deutsche         Der Südwesten besitzt einen schier unerschöpflichen
Literaturarchiv Marbach, das Zentrum für Kunst- und Me-         Reichtum an Baudenkmälern. Römer, Staufer und Aleman-
dientechnologie in Karlsruhe und die Akademie Schloss           nen, Herzöge, Bischöfe und Könige haben hier ihre Spuren
Solitude in Stuttgart. Baden-Württemberg verfügt über           hinterlassen. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-
zwei Staatstheater, drei Landesbühnen, neun Kommunal-           Württemberg (SSG) betreuen 60 landeseigene Schlösser,
theater, rund 50 Theater in privater Trägerschaft und noch      Klöster, Gärten, Burgen und Ruinen. Rund 3,6 Millionen
viel mehr freie Theater. Das Land fördert derzeit 16 Thea-      Besucher pro Jahr nutzen die vielfältigen Angebote der
terfestspiele. Die Tanzszene in Baden-Württemberg deckt         staatlichen Schlösser, Klöster und Burgen. Das Heidelber-
eine breite Stilpalette vom mehrfach prämierten klassi-         ger Schloss hält seine Position in der Spitzengruppe der
schen Ballett in den Staatstheatern über die freie Tanzszene    deutschen Reiseziele mit mehr als 1 Million Besuchern.
bis zu zeitgenössischen Choreographien und Performances         Interessierte können auch die Reste des Limes, des römi-
ab. Die TanzSzene BW, eine bundesweit einmalige Initia-         schen Grenzwalls, die Burg Hohenzollern als Stammsitz
tive professioneller Tanzeinrichtungen, verbindet Gruppen       des letzten deutschen Kaisergeschlechts und das Kloster
der freien Tanzszene sowie zahlreiche Ausbildungsstätten        Maulbronn, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, be-
und Kompanien der Stadt- und Staatstheater.                     suchen. Viele Burgen und Schlösser, Kirchen und Klöster
                                                                zeugen von der bewegten Geschichte der einzelnen Lan-
Das Musikleben des Landes entfaltet ein breites Spektrum        desteile. Besuchermagneten sind neben dem Schloss Hei-
über viele Stilrichtungen und Musikgattungen hinweg.            delberg das Schloss und der Schlossgarten Schwetzingen
Heute finden Musikfreunde ein exzellentes Angebot von            (rund 740.000 Besucher), das Schloss Ludwigsburg (rund
der klassischen über die zeitgenössische Musik bis hin zu       330.000 Besucher), das Kloster Maulbronn (rund 300.000
Jazz und Pop. Das Land fördert die Theaterorchester an den      Besucher), das Schloss und der Schlossgarten Weikersheim
Staats- und Kommunaltheatern, die Radiosinfonieorchester        (rund 136.000 Besucher) sowie das Kloster und Schloss Sa-
des Südwestrundfunks in Baden-Baden und Stuttgart so-           lem (rund 130.000 Besucher).
wie acht Kulturorchester. Damit sichert es ein hochklassi-
ges Konzertangebot und die Existenz von Ensembles, die          Gelebtes Brauchtum findet sich unter anderem in der
Baden-Württemberg auf weltweiten Gastspielen repräsen-          schwäbisch-alemannischen Fastnacht, in der die Narren
tieren. Zudem trägt das Land zusammen mit anderen Part-         mit traditionellen Kostümen und historischen Holzmasken
nern drei Philharmonische und fünf Kammerorchester.             symbolisch den Winter austreiben.
Investitionsführer Baden-Württemberg   11

K Sport- und Freizeitlinks:
www.sport-in-bw.de                                             KUKUK GMBH, STUTTGART: SPIEL- UND
www.schulsport-in-bw.de                                        BEWEGUNGSRÄUME FÜR KINDERSEELEN
www.wilhelma.de
www.blueba.de                                                  „Kunst Kultur Konzeption“ ist zu lang für einen Firmen-
                                                               namen. KuKuk geht dagegen leicht über die Lippen
1.6     SPORT UND FREIZEIT                                     und weckt Assoziationen mit Vögeln, Wald und Natur.
                                                               Somit ist der Name des Unternehmens, das Bernhard
Baden-Württemberg genießt in der internationalen Sport-        Hanel und Robin Wagner nach ihrem Studium der Kul-
szene seit Jahrzehnten einen sehr guten Ruf. So fanden vor     turgestaltung Ende der neunziger Jahre erst als klei-
allem Großveranstaltungen im Land statt, etwa in Stutt-        nes Büro, ab 2004 als GmbH führten, auch Programm.
gart die Spiele der Fußballweltmeisterschaften 1974 und        Zunächst organisierten die Jungunternehmer Kunst-
2006, die Leichtathletikeuropa- und -weltmeisterschaften       und Kulturveranstaltungen und waren nebenher selbst
1986 und 1993, die Kunstturnweltmeisterschaften 1989 und       als Künstler tätig. Der Auftrag, einen Schulhof im
2007. Ebenfalls 2007 richtete das Land die Radsport-WM in      schwäbischen Metzingen zu gestalten, veränderte die
Stuttgart und die Springreiter-EM in Mannheim aus. Beide       Flugbahn des KuKuks schlagartig. Das Unternehmen
Städte waren im selben Jahr Spielorte der Handball-WM.         spezialisierte sich fortan auf die Gestaltung von Außen-
2009 fand in Stuttgart die Tischtennis-EM statt, Mannheim      räumen. Auf den Metzinger Schulhof folgten weitere
war 2010 Austragungsort der Eishockeyweltmeisterschaft,        Projekte, so dass die Gründer ihr Kerngeschäft profes-
Sinsheim 2011 Spielort der Fußball-WM der Frauen.              sionalisieren konnten. Sie stellten Fachkräfte ein, hol-
                                                               ten mit Bernwart Engelen einen dritten Gesellschafter
Mannschaften aus Baden-Württemberg konnten in den ver-         und vorübergehenden Geschäftsführer ins Team und
gangenen Jahren immer wieder große Erfolge feiern. Mit         erweiterten die Wertschöpfungskette. Hatten sie ihre
dem SC Freiburg, dem VfB Stuttgart und 1899 Hoffenheim         Außenraumprojekte zunächst nur entworfen und ge-
spielen aktuell drei Teams aus dem Land in der 1. Fußball-     plant, führten sie schließlich auch die Gestaltung selbst
bundesliga. Der VfB Stuttgart wurde in der Vergangenheit       durch. Heute errichtet KuKuk mit 26 festen Mitarbei-
bereits dreimal deutscher Fußballmeister. Der Karlsruher       tern und einer Handvoll freier Kräfte in Deutschland
SC, derzeit wie der SV Sandhausen und der VfR Aalen in         und in anderen europäischen Ländern Erfahrungs- und
der 2. Fußballbundesliga, hat national und international       Spielräume für Kinder und Jugendliche in Außenbe-
schon große Erfolge errungen. Alle Bundesligaclubs stehen      reichen. Kommunen, Schulen, Kindertagesstätten und
für attraktiven Sport und eine moderne Sportinfrastruktur      Kindergärten sind die Hauptkunden des Stuttgarter
sowie für regionale Verbundenheit. Verschiedene natio-         Unternehmens. Auch für medizinische Einrichtungen
nale und internationale Titel holten in der jüngeren Ver-      und Gartenschauen ist KuKuk immer wieder tätig.
gangenheit die Mannheimer Adler im Eishockey, der VfB
Friedrichshafen im Volleyball, der TTC Frickenhausen           Der Erfolg von Bernhard Hanel, Robin Wagner und ih-
im Tischtennis sowie der SV Germania Weingarten und            rem Team basiert vor allem darauf, dass sie phantasie-
der KSV Aalen im Ringen. Mit den Rhein-Neckar-Löwen,           volle Landschaftsräume kreieren, in denen sich Kinder,
Frisch Auf Göppingen und HBW Balingen-Weilstetten spie-        Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen wohl-
len drei Teams aus dem Land in der Handballbundesliga.         fühlen. Das gelingt dadurch, dass die Architekten und
In der Saison 2011/2012 gewannen 234 Sportler aus Baden-       Künstler alle Beteiligten in die Planung einbeziehen
Württemberg Medaillen bei Welt- und Europameisterschaf-        und so den individuellen Bedarf exakt bedienen. Die
ten. Baden-Württemberg beherbergt fünf Eliteschulen des        Ergebnisse sind lebendig gestaltete Außenräume mit
Sports, in Tauberbischofsheim, Furtwangen, Stuttgart, Hei-     viel Künstlergeist und Naturmaterialien wie Holz, die
delberg und Freiburg. Daneben existiert ein Netz von Part-     junge Menschen anregen sollen, sich mehr zu bewe-
nerschulen der Olympiastützpunkte und Partnerschulen           gen. Mit diesem therapeutischen Ansatz sprechen die
des Sports, die den Schülern ein guter Wegbegleiter bei der    Gründer von KuKuk auch immer wieder Kinder an, de-
Entwicklung ihrer sportlichen Talente sind. Zudem hat der      nen es im Leben weniger gut geht, wie Schwerkranke,
Deutsche Fußball-Bund die Standorte Stuttgart, Freiburg,       Behinderte sowie Kinder in Krisengebieten.
Karlsruhe und Hoffenheim als Eliteschulen zertifiziert.

Neben dem Sport hat Baden-Württemberg noch viele wei-         burg ist der Europa-Park die attraktivste Freizeiteinrich-
tere Freizeitangebote zu bieten. Dazu zählen beispielswei-    tung in Deutschland. Zugleich erhielt er die Auszeichnung
se Freizeitparks und Erlebnisbäder, Wildgehege und Zoos.      „Travellers’ Choice Award“ der Reisewebsite TripAdvisor
In Rust bei Freiburg lädt mit dem Europa-Park der größte      als Europas Freizeitpark Nummer 1. Die Wilhelma ist die
Freizeitpark Deutschlands seine Besucher ein. Im Jahr 2012    beliebteste Freizeiteinrichtung in Stuttgart und einer der
hat der Freizeitpark in Südbaden erstmals die Rekordmar-      besucherstärksten Zoos in Deutschland. Die Wilhelma und
ke von 4,5 Millionen Besuchern übersprungen. Laut einer       der historische Garten „Blühendes Barock“ in Ludwigsburg
Befragung der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in Ham-         begrüßten 2011 zusammen rund 2,8 Millionen Besucher.
12    Investitionsführer Baden-Württemberg

K Stiftung Kinderland:
www.stiftung-kinderland.de
                                                             weiteren Markstein in ihrer bisherigen Förderpolitik zu-
                                                             gunsten von Kindern, Jugendlichen und Familien gesetzt.
                                                             Zweck dieser Stiftung ist der Ausbau von kinder- und fa-
1.7      BERUF UND FAMILIE MITEINANDER VERBINDEN             milienfreundlichen Strukturen im Land. Gemeinnützige
                                                             Erziehungs- und Bildungsprojekte sollen dazu beitragen,
Mit seinen familienpolitischen Leistungen unterstützt Ba-    dass Kinder und Familien optimale Lebens- und Entwick-
den-Württemberg Familien ganz gezielt. Das Land hält im-     lungschancen in Baden-Württemberg vorfinden. Dazu ge-
mer mehr Angebote parat, damit Eltern Familie und Beruf      hören Modellvorhaben zugunsten von Familien ebenso wie
besser miteinander vereinbaren können. Dazu zählt vor al-    innovative Bildungsprojekte in Kindergärten.
lem der bedarfsgerechte Ausbau der Kleinkindbetreuung.
Die Versorgungsquote stieg bis März 2012 von rund 6 Pro-     Veränderungen der Arbeits- und der Umweltbedingungen
zent im Jahr 2004 auf über 23 Prozent. Der Gesetzgeber hat   und die sich wandelnden Rahmenbedingungen der multi-
allen Kindern mit Vollendung des ersten Lebensjahres ab      medialen Gesellschaft tragen dazu bei, dass die Anforde-
2013 einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kinder-   rungen an die Erziehungsfähigkeit junger Eltern deutlich
tageseinrichtung oder bei Kindertageseltern eingeräumt.      steigen. Baden-Württemberg wird diesen daher über das
Bis 2013 soll bundesweit für 35 Prozent der unter Dreijäh-   Programm zur Stärkung der Erziehungsfähigkeit („STÄR-
rigen ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot existieren.     KE“) Zuschüsse für die Teilnahme an Familien- und an El-
Zudem sollen 30 Prozent der Betreuungsplätze bei Tages-      ternbildungsveranstaltungen gewähren.
müttern geschaffen werden.

Mit dem Leitbild „Kinderland Baden-Württemberg“ orien-
tiert sich die Landespolitik an Kindern und Jugendlichen,
                                                             K Links zur Schulbildung:
                                                             www.kultusportal-bw.de
ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten. Eltern sollen frei     www.schule-in-bw.de
und in eigener Verantwortung darüber entscheiden, wie
sie ihr Familienleben ausgestalten möchten, und zugleich     1.8     SCHULBILDUNG
bei Bedarf mit staatlicher Unterstützung rechnen können.
Unterschiedliche Angebote wie Kindertagesstätten und Ta-
gesmütter sowie Ganztagsschulen und -kindergärten sol-       Schularten und -entwicklung
len Eltern bei der Erziehung, Bildung und Betreuung ihrer
Kinder unterstützen. Mit der Stiftung „Kinderland Baden-     Über 1,4 Millionen Schüler besuchen die allgemeinbilden-
Württemberg“ hat die Baden-Württemberg Stiftung einen        den und beruflichen Schulen in Baden-Württemberg. Mit
                                                             einem differenzierten und zugleich präzise aufeinander
                                                             abgestimmten Bildungsangebot wird den individuellen Fä-
 K Internationale Schulen in Baden-Württemberg:
 Black Forest Academy, Kandern:
                                                             higkeiten der Schüler Rechnung getragen. Das Land setzt
                                                             beim Lernen auf die individuellen Wünsche und besonde-
 www.bfacademy.com                                           ren Anlagen der Menschen. Wie in den meisten Bundes-
 Deutsch-Französische Grundschule, Freiburg:                 ländern beginnt das Schulsystem mit einer vierjährigen
 www.dfgs.fr.bw.schule.de                                    Grundschule. Daran schließen sich weiterführende Schu-
 Deutsch-Französische Grundschule,                           len an. Im bisherigen dreigliedrigen Schulsystem folgt auf
 Stuttgart/Sillenbuch:                                       die Grundschule die Hauptschule bzw. Werkrealschule, die
 www.dfgs-stuttgart.de                                       Realschule oder das Gymnasium. Die große Mehrzahl der
 Deutsch-Französisches Gymnasium, Freiburg:                  Schulen ist in öffentlicher Trägerschaft. Neben staatlichen
 www.dfglfa.net/dfg                                          Schulen ergänzen Privatschulen das Bildungssystem. Ab
 Ecole Française Pierre et Marie Curie, Heidelberg:          dem Schuljahr 2012/2013 ist der neue Typ Gemeinschafts-
 www.ecole.de                                                schule an 42 Schulen gestartet, zum Schuljahr 2013/2014
 Europäische Schule, Karlsruhe: www.eskar.org                folgen noch einmal 87 Schulen. Damit ist der erste Schritt
 H.I.S. Heidelberg International School, Heidelberg:         hin zu einem zweigliedrigen Schulmodell getan, das das
 www.hischool.de                                             Land in den kommenden Jahren ausbauen will. An die
 ISS International School of Stuttgart, Stuttgart,           Stelle von Hauptschulen bzw. Werkrealschulen sowie Re-
 und ISS BaSICS (International School of Stuttgart,          alschulen sollen zunehmend Gemeinschaftsschulen treten.
 Böblingen & Sindelfingen International Community             Die Gymnasien bleiben als eigenständige Form erhalten.
 School), Sindelfingen:                                       Der Leitgedanke der Gemeinschaftsschule ist eine leis-
 www.international-school-stuttgart.de                       tungsstarke und sozial gerechte Schule, die die Schüler
 ISU – International School of Ulm/Neu-Ulm, Neu-Ulm:         nach ihren individuellen Fähigkeiten fördern und ihnen
 www.is-ulm.de                                               den individuell besten Bildungserfolg ermöglichen soll.
 Schule Schloss Salem:
 www.salem-net.de                                            Das aktuelle baden-württembergische Schulwesen ist im
                                                             bundesweiten wie auch im internationalen Vergleich her-
Investitionsführer Baden-Württemberg   13

 K Das Schulsystem in Baden-Württemberg:
 Die Grundschule vermittelt als gemeinsame Basisstufe         Profils in Klasse 8 erhalten die Schüler Unterricht in einer
 des Schulwesens Grundkenntnisse und Grundfertigkei-          dritten Fremdsprache, in Klasse 10 besteht die Möglich-
 ten. Sie hat den Auftrag, die Schüler von den spieleri-      keit, eine vierte Fremdsprache zu erlernen.
 schen Formen zu den schulischen Formen des Lernens
 und Arbeitens hinzuführen. Alle Grundschüler erlernen ab     Neben dem klassischen Gymnasium baut Baden-Würt-
 der ersten Klasse eine Fremdsprache, zumeist Englisch, an    temberg die Fb±ÁqO|bŒʉŒ8´bŒflächendeckend aus.
 den Schulen entlang der Rheinschiene Französisch.            Fast jeder dritte Abiturient im Land erwirbt seinen Ab-
                                                              schluss an einer solchen Schule. Damit gelingt es, mehr
 Die Hauptschule umfasst fünf Schuljahre und schließt mit     Jugendliche mit unterschiedlicher sozialer Herkunft zum
 dem Hauptschulabschluss ab. Darauffolgend bietet sie         Abitur zu bringen. Die beruflichen Gymnasien der drei-
 als Werkrealschule ein freiwilliges zehntes Schuljahr an,    jährigen Aufbauform zielen auf den Erwerb der allgemei-
 in dem die Schüler einen Bildungsstand erwerben, der         nen Hochschulreife ab und sind in diversen Richtungen
 dem Realschulabschluss gleichwertig ist. Die Werkreal-       berufsvorbereitend:
 schule ist auf einen mittleren Abschluss nach sechs Jah-
 ren angelegt und bietet über Profilfächer den Schülern        A   agrarwissenschaftliche Richtung,
 die Möglichkeit, ihre Stärken gezielt auszubauen.            A   biotechnologische Richtung,
                                                              A   ernährungswissenschaftliche Richtung,
 Die Realschule fördert und bildet ihre Schüler durch be-     A   sozial- und gesundheitswissenschaftliche Richtung
 sonderen Praxisbezug. Dazu gehört die Vermittlung von            (in verschiedenen Profilen),
 personaler Kompetenz, Sozial-, Methoden- sowie Fach-         A   technische Richtung (in verschiedenen Profilen),
 kompetenz. Nach sechs Schuljahren erhalten die Schüler       A   wirtschaftswissenschaftliche Richtung (in verschiede-
 die Mittlere Reife und damit den Zugang zu anerkannten           nen Profilen).
 Ausbildungsberufen sowie zu weiteren schulischen Bil-
 dungsgängen, die zur allgemeinen Hochschulreife füh-         An wenigen Standorten wird das berufliche Gymnasium
 ren können.                                                  der sechsjährigen Aufbauform wirtschaftswissenschaftli-
                                                              cher Richtung, beginnend mit der Klasse 8, geführt.
 Im achtjährigen Bildungsgang – an einigen Modellschu-
 len auch in neun Schuljahren – vermitteln die Gymnasien      Die Gemeinschaftsschule besteht im Kern aus den Klas-
 den Schülern eine breite und vertiefte Allgemeinbildung,     senstufen 5 bis 10. Ab einer bestimmten Schülerzahl mit
 die zur allgemeinen Hochschulreife führt. Die Hochschul-     Gymnasialniveau nach der Klassenstufe 10 können Ge-
 reife ist die Basis für eine berufliche Ausbildung in einem   meinschaftsschulen zusätzlich die Klassenstufen 11 bis
 Unternehmen ohne ein Studium sowie für ein Hochschul-        13 anbieten. Sie unterrichten gemäß allen geltenden
 studium. Alle Schüler an den Gymnasien lernen mindes-        Bildungsstandards und ermöglichen alle drei Schulab-
 tens zwei Fremdsprachen. Mit der Wahl des sprachlichen       schlüsse.

vorragend aufgestellt. Das Land setzt auf ein vielfältiges    Südwesten auf Rang 3 beim Bildungsmonitor 2012
und anschlussfähiges Angebot an Wegen zur Hochschulrei-
fe. 2011 haben 28,8 Prozent der Schulabgänger aus öffent-     Baden-Württemberg liegt in vielen Schulbereichen an der
lichen und privaten allgemeinbildenden sowie beruflichen       Spitze, in denen es um die Zukunft junger Menschen geht
Schulen in Baden-Württemberg die Hochschulreife erwor-        – so das Ergebnis des „Bildungsmonitors 2012“ der Stiftung
ben, 12,4 Prozent die Fachhochschulreife. In Baden-Würt-      Neue Soziale Marktwirtschaft. Demnach belegt das Land
temberg kommt den Schülern die hohe Transparenz inner-        den dritten Rang im bundesweiten Vergleich der Bildungs-
halb des Schulsystems zugute. Wer die Hauptschule, die        systeme und den ersten Platz unter den westdeutschen
Werkrealschule oder die Realschule besucht, hat später die    Bundesländern. Das Land im Südwesten schneidet in den
Chance, die Schulabschlüsse zu machen, die erforderlich       meisten der 13 untersuchten Handlungsfelder gut ab. Be-
sind, um ein Studium aufzunehmen. Gemeinschaftsschulen        sondere Stärken des Bundeslandes liegen im erfolgreichen
bieten oft sämtliche Schulabschlüsse unter einem Dach an.     Vermeiden von Bildungsarmut (Platz 1), in der Inputeffi-
                                                              zienz (Platz 2), der Zeiteffizienz (Platz 2) und der Akade-
Um die Unterrichtsversorgung auch zeitlich auszubauen,        misierung (Platz 2). Eine weitere Stärke des Schulsystems
stockt die Landesregierung die Zahl der Ganztagsschulen       in Baden-Württemberg besteht laut dem Bildungsmonitor
auf. Bis zum Schuljahr 2014/2015 sollen 40 Prozent der öf-    darin, möglichst vielen Schülern einen Zugang zu einer ab-
fentlichen allgemeinbildenden Schulen im Land Ganztags-       geschlossenen Berufsausbildung zu eröffnen und Bildungs-
schulen werden. Jeder Schüler soll eine Ganztagsschule in     armut zu vermeiden. Der baden-württembergische Anteil
erreichbarer Nähe besuchen können.                            der Schulabsolventen ohne einen Schulabschluss war 2010
14   Investitionsführer Baden-Württemberg

                                                              Quote in Deutschland. Auch der Anteil der vorzeitig ab-
  K Hochbegabtenschulen:
  Landesgymnasium für Hochbegabte,
                                                              gebrochenen Ausbildungen an allen Ausbildungen ist mit
                                                              21,3 Prozent in Baden-Württemberg bundesweit ebenfalls
  Schwäbisch Gmünd:                                           am niedrigsten.
  www.lgh-gmuend.de
  Leonardo-da-Vinci-Gymnasium, Neckargemünd:
  www.ldvg.de                                                 Internationale Schulen und bilingualer Unterricht

                                                              Mehrere internationale Schulen im Land bieten einen
  K Gymnasien mit Hochbegabtenklassen/-zügen:
  Albert-Einstein-Gymnasium Ulm:
                                                              durchgehenden fremdsprachlichen Unterricht in den Fä-
                                                              chern Englisch, Französisch und Italienisch an. Vor allem
  www.gw.schule.ulm.de                                        das Angebot an englischsprachigem Unterricht ist groß.
  Bismarck-Gymnasium, Karlsruhe:                              Zudem existiert in Freiburg ein Deutsch-Französisches
  www.bismarck-gymnasium.de                                   Gymnasium (DFG). Dessen Besuch können die Schüler mit
  Friedrich-Schiller-Gymnasium, Marbach am Neckar:            einer deutsch-französischen Abiturprüfung abschließen.
  www.fsg-marbach.de                                          Noch größer ist das Angebot an bilingualem Unterricht
  Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach:                              in einzelnen Sachfächern. Mehrere Grundschulen haben
  www.hans-thoma-gymnasium.de                                 bilinguale deutsch-französische Züge, deutsch-englische
  Heinrich-Suso-Gymnasium, Konstanz:                          bzw. deutsch-italienische Züge. Diesen Ansatz können die
  www.suso.schulen.konstanz.de                                Schüler nach dem Wechsel auf eine weiterführende Schule
  Karls-Gymnasium Stuttgart: karls-gymnasium.de               fortsetzen und ausbauen. Rund 60 Gymnasien unterhalten
  Königin-Katharina-Stift, Stuttgart:                         bilinguale deutsch-englische Abteilungen. An mehreren
  www.königin-katharina-stift.de                              dieser Schulen können die Absolventen neben der deut-
  Kurfürst-Friedrich-Gymnasium, Heidelberg:                   schen allgemeinen Hochschulreife das „Internationale Abi-
  www.kfg-heidelberg.de                                       tur Baden-Württemberg“ erwerben. Andere Gymnasien
  Leibniz-Gymnasium, Rottweil:                                betreiben bilinguale deutsch-französische Abteilungen,
  www.leibniz-gymnasium-rw.de                                 das Königin-Katharina-Stift in Stuttgart hat ein bilinguales
  Lessing-Gymnasium, Mannheim:                                Profil Deutsch-Italienisch. Der Besuch solcher bilingualen
  www.lessing-smv.de                                          Abteilungen schließt mit der Hochschulzugangsberech-
  Reuchlin-Gymnasium, Pforzheim:                              tigung für die jeweiligen Staaten ab. Außer an Gymnasi-
  www.rgp.pf.bw.schule.de                                     en existieren auch an zahlreichen Realschulen bilinguale
  Robert-Mayer-Gymnasium, Heilbronn:                          Züge, zumeist deutsch-englische Abteilungen sowie eine
  www.rmg.hn.bw.schule.de                                     deutsch-französische Abteilung.
  Scheffel-Gymnasium, Lahr:
  www.scheffel-gymnasium.de
  Spohn-Gymnasium, Ravensburg:                                Hochbegabtenförderung an Gymnasien
  www.spohn.rv.bw.schule.de
  Uhland-Gymnasium, Tübingen:                                 Baden-Württemberg unterhält an 15 Gymnasien Hochbe-
  www.ug.tue.bw.schule.de                                     gabtenzüge. So soll die Leistungselite unter den Jugend-
                                                              lichen frühzeitig in der Nähe ihres Wohnortes gefördert
                                                              und optimal auf ihrem Bildungsweg unterstützt werden.
mit 5,1 Prozent der zweitniedrigste in Deutschland. In frü-   Ausgewählt wurden Gymnasien, die sich durch hohe
heren PISA-Erhebungen verfehlten nur relativ wenige Ju-       schulische Qualitätsstandards und durch eine gute An-
gendliche die Mindeststandards im Textverständnis oder in     bindung an das öffentliche Verkehrssystem auszeichnen.
Mathematik und den Naturwissenschaften.                       Die Standorte erfassen alle Landesteile, so dass fast jedes
                                                              hochbegabte Kind in zumutbarer Entfernung eine geför-
2010 wies Baden-Württemberg laut dem Bildungsmonitor          derte Klasse erreichen kann. In allen Hochbegabtenklas-
überdurchschnittlich viele Absolventen von Hochschulen        sen wird der Bildungsplan schneller vermittelt, um zusätz-
auf, gemessen an der akademischen Bevölkerung im er-          lichen Freiraum für ein erweitertes Unterrichtsangebot zu
werbsfähigen Alter. Auch baute das Land die dualen Stu-       schaffen, ohne die Wochenstundenzahl zu erhöhen. Das
diengänge weiter aus. 30,4 von 1.000 Personen im Alter        Auswahlverfahren für die Aufnahme in einen Hochbe-
zwischen 19 und 24 Jahren studierten 2011 kombiniert mit      gabtenzug besteht aus einem Test des IQ-Werts und des
einer beruflichen Ausbildung, während der Bundesdurch-         intellektuellen Profils, an den sich ein schulisches Aus-
schnitt hier 10,4 betrug. Baden-Württemberg erreichte bei     wahlverfahren anschließt. Auch das Landesgymnasium
diesem Indikator den zweitbesten Wert aller Bundesländer.     für Hochbegabte mit Internat und Kompetenzzentrum in
Das Schulsystem des Landes ist obendrein sehr zeiteffizi-      Schwäbisch Gmünd nimmt externe Schüler auf. Zudem
ent. Nur 1,6 Prozent der Schüler in der Sekundarstufe I ha-   existiert in Neckargemünd bei Heidelberg das private Leo-
ben 2010 ein Schuljahr wiederholt – das ist die niedrigste    nardo-da-Vinci-Gymnasium.
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