KIM kompakt Zeitschrift von und für MitarbeiterInnen des - KIM - Heft 101 1. März 2017 - Universität Konstanz
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KIM kompakt
Zeitschrift von und für
MitarbeiterInnen des
KIM
Heft 101
1. März 2017
ISSN
2509-2243
Konstanzer Online-Publikations-System (KOPS)
URL: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-0-428129
Cover101.indd 1 22.02.2017 08:17:23Liebe Leserinnen und Leser,
nachdem wir sowohl das Erscheinungsbild als auch die Erscheinungsfrequenz unserer Hauszeitschrift seit
dem letzten Heft geändert haben, freuen wir uns, Ihnen jetzt das neue KIM kompakt Heft zu präsentieren,
das einen Überblick über die Aktivitäten des KIM im vergangenen Jahr 2016 bietet.
Mit den ersten Beiträgen berichten wir über erfolgreich absolvierte Vorhaben, wie die Migration des E-Mail-
Servers, die Änderung bei der Ausgabe von Passwörtern und die Eröffnung des „Lesesaals“. Dann folgen
Berichte über Projekte, die zum Teil noch laufen, wie OpenAire2020, der Versuch eines automatisierten
Erwerbungsmodells von e-Books und vieles mehr.
Besonders freuen wir uns über einen Beitrag von Prof. Dr. Signori, die uns eine Handschrift aus unserem
Bestand mit allen historischen Hintergründen vorstellt - es handelt sich um das wertvollste Buch in unserem
Bestand. Ergänzt wird dieser Beitrag von Oliver Trevisiol, der über die Provenienzgeschichte dieser
Handschrift informiert.
Rubriken wie „Leib und Seele“ fehlen in diesem Heft. Hier möchten wir einen Appell an Sie richten:
Wir sind auf Ihre Kreativität angewiesen! Geschieht im Laufe des Jahres etwas, das Sie erwähnenswert
finden, schreiben Sie es auf, fotografieren Sie kuriose und/oder seriöse Dinge und senden Sie Ihren Beitrag
an ein Redaktionsmitglied - unabhängig vom Redaktionsschluss! Wir sammeln alle Berichte und freuen uns
über jeden Input.
Das nächste Heft soll wieder das ganze Spektrum der KIM-Tätigkeiten widerspiegeln und über alle
Ereignisse des Jahres 2017 berichten. Daher wird der Redaktionsschluss erst Mitte Januar 2018 sein!
Die Redaktion wird aber bereits während des laufenden Jahres überlegen, welche Ereignisse einen Artikel
wert sind und mögliche KandidatInnen anschreiben.
Und auch Sie können jederzeit unaufgefordert schriftstellerisch für unsere Hauszeitschrift tätig werden. Wir
freuen uns über neue AutorInnen!
Wir hoffen, Ihnen mit der Fülle der Beiträge wieder ein abwechslungsreiches Heft präsentieren zu können
und wünschen viel Spaß bei der Lektüre.
Die Redaktion
Cover101.indd 2 22.02.2017 08:17:24Heft 101
AutorInnen Titel Seite
Michael Längle E-Mail-Server Migration 2
Humoriges aus dem KIM-Alltag: Teil 1 3
Oliver Kohl-Frey Ein Lesesaal? Ein Lesesaal! 4
Christoph Becker Starke Authentifizierung beim Beraterfrontend 6
Kerstin Keiper Die Geister, die wir nicht riefen ... 7
Oliver Kohl-Frey „An Tagen wie diesen ...“ 10
Lothar Lülsdorf Der Tag der offenen Tür in der Abteilung Benutzung
Inhaltsverzeichnis
Annette Manz Was gibt es Neues aus dem Projekt Campusmanage- 12
Sabine Mehlin ment?
Humoriges aus dem KIM-Alltag: Teil 2 14
Anja Oberländer Das Projekt OpenAire2020 15
Jessica Rex Forschungsdatenmangement erklärt - Das Projekt 17
bwFDM Info
Anne Otto Nutzergesteuerter Erwerb von eBooks 19
von PDA zu EBA
Ansgar Schäfer Das etwas andere Rätsel 22
Bilder vom Betriebsausflug 23
Isabell Leibing Alternative Metriken im Katalog 24
Das Orakel von Konstanz 25
Ralph Hafner SigMaMat, SIS-Visualizer und KonSys 26
Ansgar Schäfer Aus dem Arbeitsalltag 29
Sieglinde Diedrich Bibliothekseinführungen für Schülerinnen und Schüler 30
im Wandel der Zeit
Michael Längle Ausbildung zum Fachinformatiker, Schwerpunkt 32
Rainer Rutka Systemintegration
Gertrud Hättig Ausbildung zum FaMI 33
Kerstin Keiper Die Entdeckung der Langsamkeit 34
Ansgar Schäfer Forscherglück 36
Gabriela Signori Schätze der Bibliothek: H 56/1: Das älteste Buch der 38
Universitätsbibliothek Konstanz
Oliver Trevisiol Schätze der Bibliothek: Zur Provenienzgeschichte der 41
Handschrift H 56/1
Statt Weihnachtsfeier ein Glühweinumtrunk 43
Angelika von Bohr Interview mit UnruheständlerInnen 44
Pressespiegel 45
Neue MitarbeiterInnen stellen sich vor 49
Personalnachrichten 55
Impressum
1E-Mail-Server Migration
κρίσις
Michael Längle
Das griechische Wort krisis bezeichnet nicht von insgesamt zwölf Terrabyte widerspiegelte.
eine hoffnungslose Situation, sondern den Allein die letzte Synchronisation dauerte bei
Höhe- oder Wendepunkt einer gefährlichen einem übertragenen Datenvolumen von 50
Lage - von da an kann es eigentlich nur noch GB aus 18.000 Konten fast neun Stunden.
besser werden. Erst wenn die Entwicklung ei- Der Mailserver ist damit neben dem Fileserver
nen dauerhaft negativen Verlauf nimmt, spricht einer der speicherintensivsten Dienste auf dem
man von einer Katastrophe.1 Campus.
Im Frühling 2015 war es absehbar: Der E- Im Herbst 2015 zeichnete sich ab, dass der
Mailserver wird mit den ständig steigenden Mailserver die Last nicht mehr verkraftet, es
Anfragen an seine Kapazitätsgrenzen kom- traten Dateninkonsistenzen auf und ein korrup-
men. Unsere NutzerInnen haben inzwischen tes Dateisystem war zu befürchten. Bei einem
nicht mehr nur einen PC, sondern auch ein korrupten Dateisystem (ein Hardwarefehler, z.
Smartphone, ein Notebook oder ein Tablet und B. ein Hauptspeicher oder ein Softwarefehler,
alle Geräte sind unter Umständen zur gleichen bei dem die Daten falsch überschrieben wer-
Zeit online. Bereits das Einspielen einer aktu- den) müssten aus dem Backup 80 Millionen
elleren Version hätte das System für mehrere Dateien zurückgespielt werden. Dies hätte eine
Tage in die Nähe eines Stillstandes gebracht. Ausfallzeit von etwa einer Woche zur Folge
Trotz personeller Engpässe konnten wir nicht gehabt. Die klassischen Backup/Recovery-
mehr warten und mussten eine Lösung für das Szenarien konnten für einen derart hohen
Problem finden. Wir brauchten jede personelle Datenverkehr nicht mehr funktionieren.
Hilfe, sogar die einer Hilfskraft im einschlägi-
gen Masterstudium; der junge Kollege hatte Nach gründlicher Vorbereitung wurde also in
bereits sehr erfolgreich bei der Zimbra-SOGo- der letzten Oktoberwoche 2015 mit der Migrati-
Migration mitgearbeitet und konnte uns wieder on auf die vorbereiteten Mailserver begonnen,
maßgeblich helfen, die Aufgaben der anstehen- die Arbeiten sollten in der Zeit vom 30.10. bis
den Migration zu meistern (aus ihm wurde übri- 01.11.15 über das Wochenende durchgeführt
gens in der Zwischenzeit ein adäquat bezahlter werden. Da das Betriebskonzept aus dem Jah-
Projektarbeiter in der Abteilung Basisdienste). re 2003 über 13 Jahre zuverlässig und stabil
lief und auch andere Hochschulen die gleiche
Der Weg war zunächst einmal ein Standardver- Mailserver-Software erfolgreich einsetzten, gab
fahren. Auf neuer Hardware wird eine aktuelle es keinen Grund, am Aufbau oder am Betriebs-
Version des Betriebssystems und der Anwen- system (Solaris) bzw. an der eingesetzten Mail-
dungssoftware installiert. Der Datenbestand Server-Software (Cyrus) etwas zu ändern.
des Altsystems wird in regelmäßigen Abstän- Dann passierte etwas, mit dem keiner gerech-
den mit denen des neuen Systems synchroni- net hatte...
siert. Kurz vor dem Umstieg wird das Altsystem
für die Benutzer ausgeschaltet, die letzten Das System verhielt sich plötzlich völlig un-
Änderungen nochmals nachgezogen und der berechenbar. Vom Zeitpunkt der Migration bis
neue Rechner in Betrieb genommen. März 2016 waren zwei bis drei Ausfälle wö-
chentlich zu verzeichnen, mit Ausfallzeiten von
Die eigentliche Herausforderung war jedoch bis zu vier Stunden! Eine nervliche Herausfor-
der Umzug des Datenbestands, der über die derung für die Nutzer und die Techniker!
Jahre stetig zunahm und sich in 80.000.000
Dateien (E-Mails) bei einem Datenvolumen Als erste Gegenmaßnahme wurde das System
2so überwacht, dass Ausfälle prognostizierbar fachservers haben wir so gewählt, dass gleich
waren. In Niedriglastzeiten wurde der Server mehrere Probleme gelöst werden konnten:
neu gestartet, teilweise auch am Wochenen- ▪▪ Das neue System skaliert quasi ins „Un-
de. Parallel dazu mussten die Fehler genauer endliche“ (die Formulierung kommt von den
identifiziert werden. Die Analyse ergab, dass Mailadministratoren und ist ein sicheres
es sich um drei Softwarefehler handelte, davon Indiz für deren wiedergekehrtes Selbstbe-
konnte aber nur ein Fehler konkret beseitigt wusstsein).
werden. Die KollegInnen anderer Universitä- ▪▪ Das Backup/Recovery-Problem ist deutlich
ten, welche die gleiche Mailserver-Software entschärft, da wir nun zwei lose, gekoppel-
einsetzten, konnten uns in dieser Situation te, hochverfügbare Mailsysteme besitzen,
nicht weiterhelfen. Entweder war dort eine die ständig den Datenbestand synchroni-
ältere Version oder ein anderes Betriebssystem sieren. Fällt ein System aus, dann steht
im Einsatz oder es wurde ein gänzlich ande- immer noch ein vollwertiges zweites Sys-
res Systemdesign verwendet. Die Entwickler tem zur Verfügung.
hatten auch keine Lösung und technischer ▪▪ Wir verwenden ein Standard-Unix-Betriebs-
Support für diese Software konnte nirgends system, bei dem sich nicht nur wenige
bezogen werden. Linux-Administratoren auskennen.
Die unerwarteten Probleme gaben uns den Im- ▪▪ Selbst klassische Backup/Recovery-Me-
puls, uns zu neuen Ufern aufzumachen. Eine chanismen greifen wieder, da die Software
Marktanalyse brachte eine neue Softwarege- geschickt E-Mails in einem speziellen For-
neration mit Namen „Dovecot“, die vor allem mat bündelt.
bei größeren Installationen zum Einsatz kommt
und sich sehr gut in unsere E-Mail-Infrastruktur Seit dem 26. August 2016 verfügen wir wieder
integrieren ließ. Mit Unterstützung der Firma über ein zuverlässiges und leistungsfähiges
Heinlein wurde in einer zweimonatigen Vorbe- System. Meinen KollegInnen und Mitarbei-
reitungszeit die Migration auf die neue Soft- terInnen danke ich herzlich für ihr Engagement
ware unter dem gängigen Linux-Betriebssys- und Durchhaltevermögen und hoffe, dass die
tem „Debian“ vorbereitet. Die Migration selbst, erarbeitete Lösung, wie das vorherige System,
von der kaum jemand etwas bemerkte, dauerte lange tragfähig sein wird.
nur zwei Wochen. Das neue Design des Post-
Fußnote
1 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Krise
Humoriges aus dem KIM-Alltag Teil 1
Aus dem Info-Zentrum:
Leider ist die frisch sanierte Bibliothek immer noch
nicht wasserdicht - die umgerüsteten Mülleimer als
Wasserauffangbehälter bleiben uns wohl erhalten.
3Ein Lesesaal? Ein Lesesaal!
Oliver Kohl-Frey
Das im Rahmen der Bibliothekssanierung neu el Frank schlug dafür die Realisierung einer
entwickelte Raumkonzept legt neben dem Raum-im-Raum-Hülle aus Holz vor, die mit
quantitativen Ausbau der Arbeitsplätze – von einem Parkettboden aus Echtholz und einer
1.100 vor auf 1.600 nach der Sanierung – be- Wand- und Deckenverkleidung aus Holz-
sonderen Wert auf die qualitative Diversifi- paneelen eine besonders hochwertige und
zierung der Arbeitsplatzsituation. Neben der akustisch wirksame Verkleidung des Raumes
bewährten Durchmischung von Bestand und schaffen würde. Nachdem sich die zunächst
Arbeitsplätzen, v. a. in den Buchbereichen, geplante Verwendung von Obstbaumhölzern
wurden zahlreiche weitere Arbeitsplatzangebo- aus Brandschutzgründen nicht realisieren ließ,
te geschaffen: Gruppenarbeitsräume, Lernin- wurde nachhaltig erwirtschaftetes Eichenholz
seln, Computer-Pools, Medien-Arbeitsplätze, bzw. eichenfarben lasierte Weißtanne aus
Einzelarbeitsplätze etc. Und auch wenn vor dem Schwarzwald bzw. der Schweiz mit der
allem der Bedarf an Gruppenarbeitsgelegen- entsprechenden Brandschutzklassifizierung
heiten im Rahmen der letzten Jahre deutlich verbaut.
angestiegen ist, so war es doch stets offen- Als Hauptmöbel für den Raum wurde ein 26
sichtlich, dass es nach wie vor einen großen Meter langer Arbeitstisch eingebaut, der 44
Bedarf an Arbeitsplätzen für das ruhige und Arbeitsplätze bietet. Die Grundkonstruktion
konzentrierte Arbeiten alleine, das Lesen, Stu- entspricht dabei den auch in den anderen
dieren, Denken und Schreiben geben würde. Sanierungsbereichen verwendeten Tischen.
Gemeinsam mit dem Architekten Michael Frank Die Ausstattung wurde mit diesem Tisch an die
wurde deshalb für die Fläche des Übergangs häufig in britischen Bibliotheken anzutreffenden
zwischen den Buchbereichen BS und BG auf „Study tables“ angelehnt und, wie die gesam-
der Ebene 6 mit ca. 250 Quadratmetern ein te Gestaltung, an das spezielle Konstanzer
Konzept für einen Lesesaal entwickelt, der Ambiente angepasst. Als Sitzmöbel stehen
durch seine Gestaltung und Möblierung diese passende Eames Side Chairs zur Verfügung.
Art des Arbeitens unterstützen sollte. Micha- Insgesamt bietet der Lesesaal gut 60 Plätze.
4hochkonzentrierte Atmosphäre am
voll besetzten „Study table“ und an
den weiteren Arbeitsplätzen im Le-
sesaal. Die hochwertige Ausstattung
des Raumes und die Anordnung der
Plätze am Tisch tragen durch ihre
Ausstrahlung bzw. die entstehende
soziale Kontrolle der Studierenden
untereinander zu dieser sehr kon-
zentrierten und leisen Nutzung des
Raumes bei. Der Lesesaal als Er-
folgsmodell also, und ein besonders
schönes noch dazu, wie die Auswahl
an Bildern zeigt.
Dass die Mehrkosten für die sehr hochwertige
Ausstattung des Raumes nicht aus öffentlichen
Baumitteln finanziert werden konnte, versteht
sich von selbst. Deshalb wurde gemeinsam
mit dem Rektor und der Stabsstelle Kommuni-
kation und Marketing ein Sponsoring-Konzept
entwickelt, um private Gelder für die Finanzie-
rung einzuwerben. Doch bereits bei der ersten
Vorstellung des Konzepts erklärte sich die
Universitätsgesellschaft Konstanz (UGK) spon-
tan bereit, den notwendigen Gesamtbetrag von
100.000 € zu übernehmen und damit der Uni-
versität und ihren Studierenden ein Geschenk
zum 50-jährigen Geburtstag zu machen.
Dafür sind die Universität und insbesondere
die Bibliotheksdienste im KIM ausgesprochen
dankbar.
Seit Beginn des Wintersemesters 2016/17
steht der Lesesaal nun zur Verfügung. Und
seitdem erfährt er eine enorme Nutzung: Von
frühmorgens bis spätabends herrscht eine
5Starke Authentifizierung beim
Beraterfrontend
Mit digitalen Zertifikaten zu einer sicher(er)en Alternative zu
Nutzername/Passwort
Christoph Becker
Zugriff auf schützenswerte Daten sollen nur sönlichen Passwort bei der Anmeldung am
die NutzerInnen erhalten, die ihre Identität Identitätsmanagementsystem aka Beraterfron-
hinreichend beweisen können und denen zuvor tend benötigen. Ein digitales Zertifikat meint
entsprechende Zugriffsrechte eingeräumt eine Datei, die bestimmte Angaben über den
wurden. IT-Systeme für die zentrale elektroni- Inhaber (z.B. seinen Namen, die Zugehörigkeit
sche Verwaltung von Nutzerdaten (Identitäts- zur Universität Konstanz und seine E-Mail-
managementsystem) unterliegen dabei einem Adresse) bestätigt und durch kryptografische
besonderen Schutz, da hierin eine Vielzahl Verfahren für IT-Systeme nachprüfbar macht.
personenbezogener Daten verarbeitet werden.
Aufgrund der weitreichenden Zugriffsberechti- Diese Zertifikat-Passwort-Kombination kom-
gungen sind die Nutzerkonten der KIM-Berate- pensiert dabei entscheidende Nachteile des
rInnen bevorzugte Angriffsziele. Der notwendi- klassischen, passwortbasierten Verfahrens:
gen Konsequenz bei der korrekten Gestaltung Zum einen genügt das Erraten oder Ablau-
und dem verantwortungsvollen Gebrauch von schen des Passwortes oder das Stehlen des
Zugangsdaten kommt daher eine entscheiden- Zertifikats allein noch nicht, um unautorisiert
de Rolle zu, wenn es darum geht, unbefugtes auf den Datenbestand zugreifen zu können.
Lesen, Kopieren, Verändern oder Löschen der Das heißt, wenn einer der Faktoren fehlt, wird
Daten zu verhindern. der Zugang verweigert. Zum anderen haben
Doch der De-Facto-Standard einer Nutzerna- (im Gegensatz zu selbst gewählten Passwör-
me-Passwort-Kombination zur Anmeldung an tern) alle Nutzerzertifikate ein gleichmäßiges,
IT-Diensten birgt in der Praxis bekanntermaßen sehr hohes Sicherheitsniveau.
die Gefahr, dass Angreifer über verschiedene Hat der Nutzer1 das Zertifikat wie empfohlen
Wege versuchen können, an die Passwörter auf einer speziellen Hardware-Komponente
der privilegierten Nutzerkonten zu gelangen. (Krypto-Token) gespeichert, ist es optimal
Aus diesem Grund wird empfohlen, bei beson- geschützt. Er hat so, analog zu physikalischen
ders schützenswerten Zugängen eine zweite Zutrittssystemen, seinen „Schlüssel“ direkt in
Barriere neben dem Passwort einzurichten der Hand und der Verlust wird ihm i. d. R. auf-
(Zwei-Faktor-Authentifizierung). fallen. Doch selbst bei Diebstahl oder Verlust
Als zweiter Faktor eignen sich persönliche des Tokens wird die unautorisierte Verwendung
digitale Zertifikate, die die KIM-BeraterInnen des Zertifikats durch ein weiteres persönliches
seit Ende Oktober 2016 zusätzlich zum per- Passwort verhindert.
1 Wegen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Absatz auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet.
6Die Geister, die wir nicht riefen,….
…. und (noch nicht) aber hoffentlich bald wieder loswerden!
Kerstin Keiper
Im Frühjahr 2016 beschloss die Universität nen der KIM-Beratung sehr überraschend. Die
Konstanz den Kollegen, der die Telefonzentrale offizielle Meinung der Uni war, dass wir ja mit
der Uni bisher bedient und somit den Außen- Telefonauskünften vertraut seien und auch die
kontakt gepflegt hatte, intern zu versetzen, Uni ganz gut kennen – damit wurden wir als
sodass die zentrale Telefonauskunft plötzlich der ideale Personenkreis für diese Tätigkeit
verwaist war. bestimmt. Ursprünglich hieß es, es sei höchs-
Ziel war es - im Sinn eines automatischen tens mit 2-3 Anrufen pro Tag zu rechnen, einer
Call-Centers - die eingehenden Gespräche zu Menge, die wohl leicht zu bewältigen wäre.
den richtigen Ansprechpartnern umzuleiten.
Die Realität sah aber leider ganz anders aus.
Wer kennt das nicht – man ruft wegen einer
Störung irgendwo an und wird dann von ei- Meist sind es über 10 Anrufe pro Tag. Das
ner höflichen Automatenstimme aufgefordert Fragespektrum variiert sehr stark von „Wie sind
„Wollen Sie mit X sprechen, wählen Sie die 1, die Tarife des Kinderhauses?“, über „Ich hätte
haben Sie Fragen zu Y, wählen Sie die 2“ usw. eine Wohnung für Studierende anzubieten!“,
Hat man sich dann die Möglichkeiten 1 – 6 an- „Kann man bei Ihnen Fach XY studieren?“,
gehört, um zu entscheiden, wo man denn wohl „Gibt es für Fach XY einen Numerus clausus?“,
richtig wäre, hat man schon wieder die erste „Wie hoch sind die Studiengebühren?“ bis hin
Nummer vergessen. Wer hat sich darüber nicht zu „Ich suche die Telefonnummer von Person
schon geärgert endlos in diesen Telefonschlei- XY.“
fen zu hängen? Überraschend dabei ist, dass einige dieser
Aber genau dieses Prinzip wurde bei der zent- Fragen eigentlich über das vorgeschaltete
ralen Telefonauskunft der Uni eingeführt. Nummernsystem hätten abgefangen werden
Eine wohlklingende Stimme fordert den Anrufer müssen, was aber offensichtlich nicht richtig
zunächst einmal auf die gewünschte Sprache funktioniert. Bei einigen Rückfragen stellte sich
zu wählen: heraus, dass die Anrufer es in einigen Fällen
▪▪ 1 für deutsch doch versucht hatten, aber wieder bei einem
▪▪ 2 für englisch Anrufbeantworter landeten oder außerhalb
▪▪ 3 für französisch der Sprechzeiten anriefen. Beim zweiten
Dann hat man die Wahl, Fragen zu stellen zu Versuch rief man dann „bei Allgemeine An-
den Themen: fragen (Nummer 6)“ an, in der Hoffnung dann
▪▪ Studium und Bewerbung (1) eine „menschliche Stimme“ zu hören – das
▪▪ Bibliothek (2) waren dann wir. Bis dahin war der Frustpegel
▪▪ IT- oder E-Mail (3) bei einigen Anrufern schon recht hoch, wobei
▪▪ Personal(abteilung) (4) die meisten froh waren, endlich jemanden am
▪▪ Öffentlichkeitsarbeit oder Rektorat (5) Apparat zu haben, der sich bemüht, Ihnen
▪▪ Allgemeine Anfragen (6) zu helfen. Für uns beginnt dann das Suchen:
„Wie kommt man möglichst schnell an die ge-
Man entschloss sich als Nummer „6“ für All- wünschte Information?“
gemeine Anfragen die Anrufe zur zentralen Die Fragen, von denen wir dachten, sie eigent-
KIM-Beratungstheke / Bibliotheksinformation lich leicht abhandeln zu können, wenn zum
durchzustellen. Beispiel nach der Telefonnummer einer konkre-
ten Person gefragt wurde, stellten doch eine
Diese Entwicklung kam für uns MitarbeiterIn- größere Herausforderung dar als erwartet.
7Das Uni-Telefonbuch ist nicht direkt über das Natürlich kann man auch die Uni-Website
Menü der Uni-Homepage zu erreichen, son- nutzen und sich zu der gewünschten Abteilung
dern ist über das Intranet „Meine Universität“ durchklicken. Aber hier ist je nach Einrichtung/
aufrufbar. Einer der ersten Arbeitsschritte des Abteilung die Auflistung der Kontakte und An-
Tages ist, das Telefonbuch in einem separaten sprechpartnerInnen auch schwierig. Versuchen
Browserfenster zu öffnen, damit wir schnell Sie mal schnell die Telefonnummer des „See-
jederzeit darauf zugreifen können. zeit Service-Centers“ herauszufinden – Wie
viele Klicks brauchen Sie?
Wenn man jetzt aber erwartet, dass eine Per-
son mit einer Uni-Telefonnummer auch im Uni- Wie frustriert AnruferInnen oft sind, lässt sich
Telefonbuch zu finden ist, so wird man doch wirklich gut nachvollziehen. Einige haben
manchmal enttäuscht. Nicht alle Personen, die versucht, sich die Informationen selbst zu
eine dienstliche Telefonnummer haben, sind beschaffen sind aber an der Uni-Homepage
verzeichnet. Hier ist oft Google die bessere kläglich gescheitert.
Lösung – darüber findet man die Nummern Oft haben wir den Satz gehört „Sie sind doch
schneller als sich über die Strukturen der Uni- eine Elite-Uni!“, oder „Warum geht das nicht
Website bis zu den Kontakten der jeweiligen einfacher?“ Auch wir mussten oft mehrere
Einrichtung oder des Fachbereiches zu han- Anläufe machen, um die gewünschten In-
geln oder zu versuchen über die Suchfunkti- formationen bzw. AnsprechpartnerInnen zu
onen der neuen Homepage zu der richtigen finden. Werden die Leute am anderen Ende
Seite zu kommen. der Leitung doch ungeduldig hilft die Erklärung,
dass wir eigentlich die Information der Biblio-
Zwar kann man im Telefonbuch nicht nur nach thek sind – in den meisten Fällen haben wir am
konkreten Namen suchen, sondern in einem Ende des Gespräches jedoch dankbare Anru-
Auswahlmenü über die Organisationseinheit ferInnen.
auch sachlich einsteigen, aber als übersicht- Aber die Irritation zu Beginn eines Gespräches,
liches Auskunftsmittel ist dieses Modul nicht wenn wir uns mit unserer üblichen Begrü-
gerade zu bezeichnen. Die Abteilungen der Uni ßungsformel „Beratung / Information der Biblio-
sind von A-Z grob aufgelistet. Das SSZ steht thek“ melden, ist oft groß und führt zu Erklärun-
aber beispielsweise nicht unter dem Buchsta- gen, um einen „Falsch-Verbunden-Verdacht“
ben „S“, sondern ist zu finden unter der Be- aufzuklären.
zeichnung „UniVerw/StudAbt“.
Listet man dann die dazugehörigen Nummern Unangenehm wird es auch, wenn im Laufe des
auf, landet man wieder bei einer alphabeti- Telefonats „echte“ Bibliothekskundschaft an
schen Namensliste – die allgemeinen Kon- unsere Theke kommt und mithören muss, was
taktnummern stehen nicht etwa am Anfang, wir da so am Telefon meist umständlich ver-
sondern sind in einem Alphabet zusammen mit handeln.
individuellen Mitarbeiternummern eingegliedert Auch Ferngespräche in Fremdsprachen zu
Zuerst kommen einzelne MitarbeiterInnen von führen, bei denen die Verbindung nicht optimal
A-S, dann tatsächlich zentrale Nummern: ist und dabei den Lärmpegel des Info-Zentrums
ausblenden zu müssen, um überhaupt versteh-
SSZ 3636 B 0425 UniVerw/ ne zu können, was der oder die AnruferIn will,
StudAbt ist nicht immer einfach.
SSZ - Azubi 4656 B 0425 UniVerw/
Wir versuchen nach bestem Wissen und Ge-
StudAbt
wissen diese Herausforderung zu meistern, ha-
SSZ - Bera- 4428 B 0425 UniVerw/ ben aber schnell gemerkt, dass im Arbeitsalltag
tungsecke StudAbt an einer Beratungstheke mit Laufkundschaft
SSZ - Theke 4426 B 0425 UniVerw/ so eine Aufgabe nicht zur vollen Zufriedenheit
StudAbt geleistet werden kann. Entweder frustriert man
wartende BibliotheksbenutzerInnen, weil man
Erst danach folgt das restliche Alphabet der telefoniert, oder aber den/die AnruferIn, der
MitarbeiterInnen von T-Z. Ist die Abteilung sehr ergebnislos anruft, weil man aktuell mit einem
groß, muss man unter Umständen eine lange anderen Bibliotheksbesucher beschäftigt ist
Liste durchscrollen. und es daher einfach klingeln lässt.
8Grundsätzlich muss man sich die Frage stellen: mit ja oder nein bestätigen. Also rief ich über
Warum leistet sich eine Universität dieser Grö- die Homepage die Studiengänge der Wirt-
ßenordnung nicht eine vernünftige Telefonaus- schaftswissenschaften auf und bestätigte ihr,
kunft? Sollte die Pflege der Außenkontakte dass man mathematische Finanzökonomie im
nicht ernster genommen werden? Warum gibt Bachelor und Master studieren könne und woll-
es eine große Stabsstelle „Kommunikation und te ihr die Kontaktdaten nennen. Da stellte sich
Marketing“, die ausgiebige Public Relations be- heraus, dass sie nur sicherstellen wollte, dass
treibt und Wert auf positive Außendarstellung ein Student, der ein Zimmer bei ihr mieten woll-
legt, aber nicht die Fragen der Bürger kompe- te, ihr die Wahrheit gesagt hatte. Er stellte sich
tent beantwortet? Sollte eine Kommunikation als Student der Finanzökonomie vor. Er war ihr
nicht immer in beide Richtungen gehen? zwar sympathisch, aber bevor sie ihm die Zu-
Die Uni evaluiert, optimiert und controllt in sage für das Zimmer erteilte, wollte sie wissen,
vielen Bereichen, aber so etwas Banales wie ob man tatsächlich so „komische Sachen“ hier
ein gutes, informatives Telefonverzeichnis mit studieren könne.
den wichtigsten Kontakten zur Orientierung
wird nicht genügend gepflegt. Warum ist das So viel zu den unterhaltsamen Aspekten dieser
Verzeichnis im Intranet der Uni und somit nur Aufgabe. Die Schwierigkeiten aber überwie-
für Uni-Angehörige zugänglich? Es enthält gen, so dass wir unsere Bedenken und Er-
Namen, Abteilungen, Telefonnummern und fahrungen mit unseren ChefInnen diskutiert
Mailadressen der Beschäftigten, also keine haben. Wir stießen auf Verständnis und konn-
wirklich persönlichen Daten. Muss so ein Te- ten erreichen, dass uns diese Aufgabe wieder
lefonverzeichnis Geheimsache sein? Sollte es abgenommen werden soll. Vom Beschluss zur
nicht für jeden an ganz präsenter Stelle auf der tatsächlichen Umsetzung dauert es aber wohl
Homepage stehen und zugänglich sein? Kein noch. Die Zusage, dass zukünftig nicht mehr
Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin sollte etwas die KIM-Beratung den Telefondienst „Allge-
dagegen haben, die Dienstaufgabe wahrzu- meine Anfragen (6)“ übernimmt kam Anfang
nehmen und ansprechbar zu sein - schließlich Oktober 2016, ist aber leider noch nicht in die
steht man ja nicht mit der persönlichen Telefon- Praxis umgesetzt worden, da offensichtlich der
nummer darin. Wenigstens die wichtigsten zen- Text der Call-Center-Anlage neu besprochen
tralen Organisationseinheiten sollten abfragbar werden muss. Dies ist bisher leider noch nicht
sein, wenn der Datenschutz eine individuelle erfolgt – die Mühlen des öffentlichen Dienstes
Namensnennung untersagt. mahlen wohl, wie der Volksmund sagt, wirklich
sehr, sehr langsam.
Zu den kuriosen Erfahrungen, die wir im Laufe
dieser Zeit gemacht haben, gehört auch die, Also passt der Spruch des Zauberlehrlings hier
dass nicht nur Externe sondern auch viele nicht ganz.
MitarbeiterInnen bei uns angerufen haben, um „.. die Geister, die wir nicht riefen, wurden wir
sich telefonisch zu anderen KollegInnen durch- leider (noch) nicht, aber hoffentlich bald wieder
stellen zu lassen oder nach Zuständigkeiten zu los!“
fragen.
Warum? Antwort: Weil das Telefonbuch um- Es sei mir jedoch erlaubt die kritische Frage zu
ständlich zu nutzen ist und die Suchfunktion stellen: Was passiert jetzt mit den Anrufern?
über die Uni-Website auch nicht richtig funktio- Die Nummer „6“ für sonstige Fragen, wird
niert. zukünftig einfach ersatzlos gestrichen, so dass
wir an der KIM-Beratung zwar eine Lösung für
Alles in allem ist es (noch) eine interessan- unser Problem sehen, aber die Servicewüste
te Erfahrung, auf die wir aber gut verzichten bleibt - der Bürger ist das Opfer!
können.
Sollte eine Elite-Universität sich nicht eine
Aber die Tätigkeit hatte auch humoristische kompetente zentrale Anlaufstelle leisten und
Aspekte. So erhielt ich eines Tages einen Anruf eine entsprechende Stelle finanzieren?
einer Dame mit der Frage: „Kann man bei
Ihnen Finanzökonomie studieren?“ Ich wollte
Sie mit der Studienberatung verbinden, was
sie aber wiederum nicht wollte. Ich solle nur
9„An Tagen wie diesen…“
Der Tag der offenen Tür in der Abteilung Benutzung
Oliver Kohl-Frey
Die Idee entstand in einer Arbeitsgruppe, die schloss: Zunächst gab es eine kurze Einfüh-
sich vor ca. drei Jahren mit dem Thema Wei- rung mit einem Überblick über das gesamte
terbildung in den Bibliotheksdiensten beschäf- Aufgabenspektrum der Abteilung durch die
tigte. Dabei wurden alle Mitarbeiter/innen zu Abteilungsleitung, und danach wurden vielfäl-
ihren Weiterbildungswünschen befragt, und tige Stationen direkt an den jeweiligen Arbeits-
eines der Ergebnisse war der Wunsch von plätzen durch die Mitarbeiter/innen angeboten.
vielen, in andere als den eigenen Arbeitsbe- Diese Stationen wurden größtenteils mehrmals
reich hineinschnuppern zu können. Die Arbeits- angeboten, um durch den zeitlichen Versatz
gruppe dachte länger darüber nach, wie dieser allen die Möglichkeit zu geben, die Bereiche
Wunsch realisiert werden könnte, und legte kennenzulernen, die ihren Interessen am meis-
dann die Idee eines Tages der offenen Tür vor: ten entsprechen.
An einem ganzen Tag sollte eine Abteilung die Insgesamt wurden so am Tag der offenen Tür
verschiedenen Aufgaben, die in dieser Abtei- in der Abteilung Benutzung ca. 20 Stunden die
lung täglich bearbeitet werden, in wohlportio- Türen geöffnet, um v. a. KollegInnen aus den
nierten Häppchen den Kolleg/innen aus ande- Abteilungen Bearbeitung und Fachreferat das
ren Abteilungen vorstellen. Tätigkeitsspektrum in der Benutzung näher zu
Den Anfang machte dann vor gut zwei Jahren bringen. Der nächste Tag der offenen Tür ist
die Abteilung Bearbeitung, an deren Konzept schon geplant: Dann werden die Fachreferate
sich die Benutzung im Sommer 2016 an- die Breite ihrer Aufgaben präsentieren.
Sachgebiet Dokumentlieferdienste
Sachgebiet Benutzung - Querschnittaufgaben und
Ortsleihe
10Lothar Lülsdorf
Konkret wurde beim Tag der offenen Tür in der Benutzung das Angebot gemacht insgesamt zwölf
verschiedene Arbeitsbereiche der Benutzungsabteilung näher kennenzulernen:
▪▪ „Ortsleihe/Dienstpläne“ (vorgestellt von Paul Zenker)
▪▪ „Datentechnik/Zwischenausleihe“ sowie „Suchaufträge“ (vorgestellt von Rosa Heim)
▪▪ „Ausleihservice“ (vorgestellt von Karin Dormeier)
▪▪ „Rückstelldienst“ (vorgestellt von Petra Fakler-Lau)
▪▪ „Information/IT-Support“ (vorgestellt von Sieglinde Diedrich)
▪▪ „Benutzungsservice“ (vorgestellt von Edgar Fixl)
▪▪ „Mediothek“ (vorgestellt von Isabell Leibing)
▪▪ „Fernleihe“ sowie „Dokumentlieferdienste – Subito, KonDoc“ (vorgestellt von Lothar Lülsdorf)
▪▪ „Semesterapparate“ sowie „ILIAS“ (vorgestellt von Ina Rosenkranz)
Neben einer 25-minütigen Einführungsveranstaltung von Oliver Kohl-Frey einmal vormittags und
einmal nachmittags, gab es pro Themengebiet jeweils zweimal vormittags und einmal nachmittags
die Möglichkeit der Teilnahme. Ein Präsentationstermin war mit 20 Minuten angesetzt, was, wie
sich herausstellte, sehr knapp kalkuliert war, um die teilweise komplexen Arbeitsbereiche vorstellen
und noch auf Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen zu können. Insgesamt wurden
für alle Präsentationstermine zusammengenommen 801 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Tag
der offenen Tür in der Benutzung über die genannten Arbeitsbereiche der Benutzungsabteilung
informiert.
Fußnote
1 Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich für die Präsentationen mehrerer Arbeitsbereiche eingetragen.
Kommentare ...
11Was gibt es Neues aus dem Projekt
Campusmanagement?
Annette Manz und Sabine Mehlin
Womit wir uns beschäftigen: 2014 in einem Namenswettbewerb von den
Studierenden eingebracht und ausgewählt.
Salopp gesagt krempelt das Projekt Campus- Konkret bearbeitet das Projekt Campusma-
management seit 2014 die Software und die nagement also die Abläufe im Bereich Be-
damit verbundenen Abläufe der studentischen werbung und Zulassung auf Studienplätze, die
Verwaltung um. Verwaltung studentischer Daten sowie weitere
Das bedeutet: Aufgabe des Projekts ist es, alle Personenkreise wie z. B. Promovierende, die
Prozesse in Lehre und Studium mit den Be- Lehrveranstaltungs- und Prüfungsplanung in
teiligten zu überarbeiten und mit einer neuen den Fachbereichen, das Vorlesungsverzeich-
Softwareunterstützung den Alltag von Stu- nis, Notenvergabe, Zeugniserstellung und
dierenden, Lehrenden und Sachbearbeitung vieles mehr - dazu gehört beispielsweise auch
transparenter und einfacher zu machen. Wir das führende System für Personendaten aufzu-
führen zu diesem Zweck das Zentrale Ein- bauen und hieraus zukünftig die Studierenden-
schreibe- und Studienportal ZEuS ein, wel- ausweise zu generieren. Außerdem werden
ches nach und nach die Funktionen der bisher Schnittstellen zu anderen Systemen der Uni
genutzten Portale BewIS, StudIS/Studium, LSF aufgebaut, wie zum Beispiel der Lehrraumver-
und StudIS/Prüfung übernimmt und in einem waltung in RRM, ILIAS und der Personenver-
Portal zusammenführt. Der Name ZEuS wurde waltung in SVA.
Grafischer Überblick - aus Alt wird Neu, aus HIS-GX wird HISinOne = ZEuS
Erläuterung zur Graphik: Ausgegraut sind die heute nicht mehr/noch nicht produktiven Systeme
12Wir arbeiten als Projekt im Spannungsfeld gischen Universitäten, um mit Landesgeldern
zwischen den Anforderungen aus den Pro- gemeinsam HISinOne an die Bedürfnisse der
zessvorstellungen der beteiligten Bereiche an baden-württembergischen Unis anzupassen.
der Uni Konstanz, die wir optimal unterstützen Wir profitieren in der Zusammenarbeit von den
möchten, und der noch stark in der Weiterent- Erfahrungen der anderen Unis und können auf
wicklung befindlichen Software HISinOne. Die Synergieeffekte in der Umsetzung durch die
Rolle des Projekts ist dabei die eines Beraters HIS eG zurückgreifen. So konnten im Rahmen
für die verschiedenen Akteure an der Univer- dieser Zusammenarbeit bereits verschiedene
sität Konstanz, eines Mittlers zwischen Orga- Zusatzentwicklungen für die Uni Konstanz
nisation und IT zur Übersetzung der Anforde- realisiert werden.
Bildquelle unbekannt - Download von folgender Seite: http://www.mikrocontroller.net/attachment/260992/projekt-schaukel-baum.png
rungen in mögliche Prozessschritte mit und Was haben wir bisher erreicht?
ohne Softwareunterstützung, sowie die eines
Anwalts gegenüber der Softwareentwicklung ▪▪ Die Bewerbungen und Zulassungen für
der HIS eG. alle Studiengänge werden seit Anfang 2015
Das Projekt hat viele Themen anzugehen und über das zweisprachige Studierendenpor-
aufzubereiten, die nicht originär Auftrag des tal ZEuS angenommen und bearbeitet.
Projekts waren, aber den Aufbau des Pro- Schnittstellen zu UniAssist, MobilityOnline
gramms HISinOne und dessen Funktionalitäten für ausländische StudienbewerberInnen
beeinflussen oder andersrum. und zum Dialogorientierten Servicever-
fahren (DoSV), das für die bundesweiten
Beispielhaft zu nennen aus der letzten Zeit sind Studienvergabeverfahren einzelner Studi-
dabei das neue Hochschulstatistikgesetz sowie engänge zuständig ist, wurden umgesetzt.
die Änderung des Hochschulgebührengeset- ▪▪ In ZEuS wird seit Ende 2015 auch das
zes, welche viele weitere Anforderungen an gesamte Studierendenmanagement inkl.
HISinOne und die Abläufe der Uni bereithalten. Gebührenverwaltung und transparenter
So wird es im Projekt nie langweilig. Portalfunktion für Studierende abgewickelt.
▪▪ Über ZEuS werden aktuell in Zahlen jähr-
Das Thema Campusmanagement beschäftigt lich ca. 15.000 Studienbewerbungen be-
aktuell auch viele andere Universitäten. Im arbeitet, 3.300 Einschreibungen vorgenom-
Rahmen des Projekts bwCMs kooperieren wir men, 80.000 Studierendendaten verwaltet
auch weiterhin mit anderen baden-württember- und ca. 51.000 Bescheinigungen erzeugt.
13▪▪ Seit November 2016 läuft nun die Testpha- ▪▪ Im Juni 2017 wird die Verwaltung der
se für die Lehrveranstaltungsplanung Promovierendendaten in HISinOne an die
in ZEuS. Die Planenden der Fachberei- Universitäten ausgeliefert. Dieses Thema
che wurden hierfür in Schulungen an das wurde zusätzlich wichtig, da die Promo-
Testsystem herangeführt. Die Testphase vierendenstatistik im Rahmen des neuen
dient dazu die Planenden an das System Hochschulstatistikgesetzes umfangreichere
heran zu führen, Fehler zu beheben, das Datenlieferungen vorsieht als bisher. Auf
System weiter zu konfigurieren und alles Basis unseres Konzepts zur Promovieren-
für den Start des LiveSystems und damit denverwaltung, das wir hausintern und mit
der Lehrplanung in ZEuS im Februar 2017 den Unis Freiburg und Mannheim abge-
vorzubereiten. stimmt haben, findet aktuell die Entwick-
lung der Promovierendenverwaltung durch
Woran arbeiten wir in 2017? die HIS eG statt und wird von uns eng
begleitet. Bis zur Fertigstellung haben wir
▪▪ Die oben genannten Themen: Bewerbung einige Vorarbeiten zu leisten, um unsere
und Zulassung, Studierendenverwaltung in die Jahre gekommene Promovierenden-
und besonders die Lehrplanung werden verwaltung in der hauseigenen Datenbank
uns in 2017 weiterhin stark beschäftigen, Prokon ablösen zu können.
da diese weiter an die gesetzlichen Vorga- ▪▪ Die Prüfungsverwaltung in ZEuS wird
ben anzupassen sowie für die Uni Kons- weiter auf den Weg gebracht. Aktuell
tanz zu optimieren sind. werden Zusatzentwicklungen, die für die
▪▪ Die Lehrveranstaltungsplanung in ZEuS Prüfungsordnungen und -abläufe der Uni
wird weiter begleitet und das System auf Konstanz benötigt werden, über einen
die Planenden abgestimmt – es gibt noch Arbeitskreis der Kooperation baden-würt-
viel zu tun, bis für das Wintersemester tembergischer Universitäten bwCMs entwi-
2017/18 das Vorlesungsverzeichnis dann ckelt und getestet. Ab 2018 wird dann auch
für die Studierenden in ZEuS zu finden sein die Umstellung der Prüfungsverwaltung in
wird. LSF wird danach nur noch als System ZEuS konkret.
für die Forschungsdaten genutzt.
Bei Fragen zum Projekt stehen Ihnen und Euch jederzeit Annette Manz und das Team Campusma-
nagement zur Verfügung.
Humoriges aus dem KIM-Alltag: Teil 2
Die neue Tropfsteinhöhle der Universität
Aus dem Info-Zentrum:
Zur Verbesserung des Raumklimas wurde in der neuen
Bibliothek auch gleich eine Salzgrotte eingerichtet.
14Das Projekt OpenAIRE2020
Anja Oberländer
Das Projekt OpenAIRE2020 ist die mittlerweile Förderprogramm Horizon2020 sind alle EU-
dritte Förderphase des EU-Projekts OpenAIRE geförderten Projekte hierzu verpflichtet.
(Open Access Infrastructure for Research in Um diese Richtlinien erfüllen zu können wird
Europe) an dem die Universität Konstanz bzw. seit 2009 parallel das Infrastrukturprojekt
das KIM seit Dezember 2009 als Projektpartner OpenAIRE von der Europäischen Kommis-
beteiligt sind. Das aktuelle Projekt hat über 60 sion gefördert. Ein wichtiger Bestandteil von
Projektpartner aus allen EU-Mitgliedsstaaten OpenAIRE und seinen Folgeprojekten ist die
und verfügt über ein Budget von 13 Millionen Einrichtung von nationalen Kontaktstellen die
EUR und läuft noch bis Mitte 2018. in den einzelnen Ländern als Ansprechpartner
Die Europäische Kommission ist mit ca. 80 vor allem für EU-Projekte und Betreiber von
Mrd. Euro EU-weit im aktuellen Forschungs- Repositorien fungieren. Für Deutschland ist die
rahmenprogramm Horizon2020 ein bedeuten- nationale Kontaktstelle am KIM der Universität
der Forschungsförderer. Konstanz angesiedelt, vertreten durch Anja
Seit 2008 wurde ein Teil der EU-Projekte im Oberländer und Jessica Rex.
sogenannten Open-Access-Piloten verpflich- Eine zentrale Aufgabe des Projekts ist es,
tet, die Ergebnisse der geförderten Projekte Publikationen aus EU-Projekten zentral zusam-
im Sinne von Open Access zu publizieren, menzutragen und sichtbar zu machen. Auf dem
d. h. entweder direkt in einer Open-Access- Portal von OpenAIRE kann man für jedes EU-
Zeitschrift zu publizieren oder die in herkömm- Projekt die zugehörigen Publikationen sehen.
lichen Zeitschriften erschienenen Artikel auf Hier ein Beispiel des EU-Projekts MASPIC
einem Volltextserver als Zweitveröffentlichung an dem Wissenschaftler/innen der Universität
bereitzustellen. Seit 2014 bzw. dem neuen Konstanz beteiligt sind.
15Ebenso kann man auf dem OpenAIRE-Portal das in KOPS veröffentlicht wurde, sowohl auf
auch sehen, welche Publikationen und welcher openaire.eu sowie dann auch auf CORDIS
Anteil davon Open Access zur Verfügung ste- (Community Research and Development Infor-
hen und von welchem „Datenlieferanten“ diese mation Service), dem Forschungsinformations-
Publikationen kommen. Beim Projekt MASPIC dienst der Europäischen Kommission, sichtbar
ist der Open-Access-Anteil mit 95% sehr hoch. ist. Eine wichtige Aufgabe im Projekt ist es,
andere Repositorien in Deutschland dahinge-
hend zu beraten, dass auch sie OpenAIRE-
Compliant werden und zukünftig Publikationen
(und Daten) aus EU-Projekten einfach übermit-
teln können.
Auch für den Bereich der offenen Forschungs-
daten gibt es einen sog. Piloten der Europäi-
schen Kommission, der seit dem 01.01.2017
auf den gesamten Programmbereich des
Rahmenprogramms für Forschung und Inno-
vation Horizon 2020 ausgeweitet wurde. Im
Rahmen des Open Research Data Pilot sind
alle Projekte aufgefordert (wenn möglich und
sinnvoll) auch ihre Forschungsdaten offen
zur Verfügung zu stellen. Es gibt allerdings
die Möglichkeit des Opt-Outs, da sich viele
gerade sensible Daten nicht dafür eignen, frei
zur Verfügung gestellt zu werden. Neben dem
freien Zugang zu Forschungsdaten steht dabei
auch ein bewusster und sensibler Umgang mit
Forschungsdaten im Zentrum des Piloten.
OpenAIRE2020 unterstützt aktiv den Open
Research Data Pilot. Neben Publikationen
werden durch OpenAIRE auch die dazugehö-
rigen Forschungsdaten und deren Metadaten
gesammelt, indexiert und verlinkt.
Im Rahmen des OpenAIRE-Projekts gibt es zu-
dem einen Open-Access-Publikationsfonds der
Insgesamt sind etwas über 60% der über mit 4 Millionen EUR ausgestattet ist. Während
200.000 Publikationen aus EU-Projekten, die laufende EU-Projekte die Kosten für sogenann-
in OpenAIRE inzwischen gelistet sind, Open te Article Processing Charges (APC) für Open-
Access. Access-Publikationen aus ihren Projektbudgets
Damit die Publikationen aus den Repositorien zahlen können, ist dieser Fonds insbesondere
auch auf dem OpenAIRE-Portal sichtbar sind, dafür gedacht, Projekten, deren Förderung be-
müssen sie zunächst in einem geeigneten reits ausgelaufen ist, Rechnungen zu erstatten,
Repositorium eingestellt werden. Im Idealfall die erst nach Projektende angefallen sind. Da
ist dieses Repositorium OpenAIRE-Compliant, viele Projekte gerade zum Ende ihrer Förder-
d. h. es entspricht gewissen Qualitätsstan- zeit ihre Ergebnisse publizieren, kommt es oft
dards und erhebt notwendige Angaben z.B. zur vor, dass diese Artikel erst nach Ablauf der
EU-Projektnummer in den Metadaten. Unser Förderung erscheinen. Demzufolge wird dieser
Konstanzer Repositorium KOPS ist OpenAIRE- Publikationsfonds sehr gut angenommen und
Compliant. Das bedeutet, dass ein Dokument, genutzt.
16Forschungsdatenmanagement erklärt -
Das Projekt bwFDM Info
Jessica Rex
Warum Forschungsdatenmanagement? Erkenntnisse gewinnen – das Vorgänger-
projekt bwFDM Communities
Forschungsdaten in ihren vielfältigen For-
men sind ein Herzstück der Wissenschaft. Das Projekt bwFDM Communities (2014-2015)
Im Zeitalter von Big Data und immer neuen sollte neben der Feststellung des Status Quo
Informationstechnologien wird der Umgang im Bereich Forschungsdatenmanagement, eine
mit Forschungsdaten stetig aufwendiger und Bestandsaufnahme der FDM-Probleme und
komplexer. Eine effiziente Handhabung von Anforderungen der Forscherinnen und For-
Daten gewinnt daher im akademischen Bereich scher in Baden-Württemberg durchzuführen.
immer weiter an Bedeutung. Hier setzt das Dazu wurden an allen neun Universitäten des
Konzept des Forschungsdatenmanagements Landes Interviews mit VertreterInnen verschie-
(FDM) an, welches die Notwendigkeit struktu- denster Forschungscommunities geführt. So
rierter Maßnahmen zur Dokumentation, Or- wurde auch an der Universität Konstanz eine
ganisation, Archivierung und Veröffentlichung Projektstelle geschaffen und durch Frau Jes-
von Forschungsdaten verdeutlicht. Der Einsatz sica Rex besetzt. Sie führte als eine von neun
eines gut durchdachten FDM-Konzepts kann Key-Accountern Gespräche mit Vertretern von
sicherstellen, dass Daten sowohl kurzfristig als über 160 Arbeitsgruppen aus allen Fachdiszi-
auch auf lange Sicht FAIR1 (Findable Accessib- plinen. Aus diesen Interviews erarbeiteten die
le Interoperable Reusable), also auffindbar, frei Key Accounter schließlich User Stories in Form
zugänglich, interoperabel und wiederverwend- von Problem, Wünschen und Anforderungen,
bar sind. welche die Grundlage für detaillierte Empfeh-
lungen in den Bereichen Infrastrukturausbau,
FDM in der E-Science-Strategie des MWK Entwicklung neuer Technologien, Wissens-
Baden-Württemberg transfer usw. bildeten. Neben den genannten
Aspekten war einer der häufigsten Wünsche
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung der Forschenden der nach mehr Information
und Kunst (MWK) Baden-Württemberg hat den über die Grundlagen, Prinzipien und Methoden
potenziellen Nutzen einer solchen Vorgehens- des Forschungsdatenmanagements.
weise erkannt und legte in der 2014 veröffent-
lichen E-Science-Strategie des Landes Baden- Erkenntnisse umsetzen – das Projekt bw-
Württemberg2 ein Hauptaugenmerk eben auf FDM Info
den Bereich des Forschungsdatenmanage-
ments. Folgerichtig fördert das Ministerium seit Auf der Grundlage der Erkenntnisse von bw-
2014 Projekte, die das Ziel haben Forschungs- FDM Communities wurde im November 2015
datenmanagement als Standortvorteil an den das Projekt bwFDM Info aufgesetzt, welches
Universitäten und Forschungseinrichtungen in den Hauptwunsch der Forschungscommunities
Baden-Württemberg bekannt zu machen und nach mehr Informationen zum Forschungs-
zu etablieren. Hierzu zählen unter anderem datenmanagement in konkrete Maßnahmen
das Projekt bwFDM Info sowie das Vorgänger- umsetzen wird. Am Projekt beteiligt sind Part-
projekt bwFDM Communities. ner aus den Infrastruktureinrichtungen der Uni-
versitäten Hohenheim, Heidelberg, Konstanz
und Tübingen.
17Infobox
bwFDM Info
Laufzeit: November 2015 - April 2017
Projektleitung: Frank Tristram, Steinbuch Center for Computing, KIT Karlsruhe
Projektwebseite: bwfdm.scc.kit.edu
Ansprechpartner an der Universität Konstanz:
Joe Gain (joe.gain@uni-konstanz.de) und Jessica Rex (jessica.rex@uni-konstanz.de)
Drei Arbeitspakete sowohl an WissenschaftlerInnen als auch an
VertreterInnen der wissenschaftlichen Service-
Dem Projekt liegen unter anderem die drei einrichtungen und der Drittmittelgeber. Es sind
folgenden Arbeitspakete zugrunde. Sessions und Vorträge zu vielfältigen FDM-
Themen geplant. Parallel dazu werden Work-
Im ersten Arbeitspaket, für welches die Projekt- shops zu den Fokusthemen Open Access,
mitarbeiterInnen aus Konstanz hauptverant- DMP4-Tools und Datenschutz angeboten. In
wortlich sind, wurde unter der Adresse www. einem weiteren Workshop werden Mitarbei-
forschungsdaten.info ein Online-Informati- terInnen von bwFDM Info das neue Informati-
onsportal rund um das Thema Forschungsda- onsportal vorstellen und für Fragen zur Verfü-
tenmanagement eingerichtet. Das Portal bietet gung stehen.
grundlegende Informationen zu Prinzipien und
Methoden des Forschungsdatenmanagements Das dritte Arbeitspaket besteht aus dem Auf-
sowie Video-Tutorials und nützliche Links und bau und der Etablierung eines Supports für
richtet sich vor allem an Wissenschaftler aller FDM-Fragen. Um WissenschaftlerInnen, die
akademischen Levels. Das Onlineportal wird Fragen zum Inhalt des Informationsportals oder
von der Universität Konstanz gehostet und ist zu anderen Aspekten des Forschungsdaten-
seit Anfang Dezember 2016 online. managements haben, einen Ansprechpartner
zu bieten, wird zu diesem Zweck ein Ticketsys-
Als zweite Aufgabe wird das Projekt eine tem aufgesetzt. Über dieses System können
E-Science-Konferenz unter dem Titel „1. E- WissenschaftlerInnen und andere interessierte
Science-Tage: Forschungsdaten managen“3 Personen bei Fragen und Problemen rund um
ausrichten. Diese wird am 16.-17. März 2017 in das Thema Forschungsdatenmanagement
Heidelberg stattfinden und richtet sich zeitnahe Unterstützung erhalten.
Fußnoten:
1 Mehr Informationen zu den FAIR Data Principles gibt es auf der Webseite der Force11 Group unter
https://www.force11.org/group/fairgroup/fairprinciples
2 https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mwk/intern/dateien/Anlagen_PM/2014/066_PM_Anlage_E-
Science_Web.pdf
3 Mehr Informationen unter https://e-science-tage.de/ und https://twitter.com/ESciTage
4 DMP = Data management plan
18Nutzergesteuerter Erwerb von eBooks –
von PDA zu EBA
Anne Otto
Im Jahr 2015 wurde im Rahmen eines Projekts Die PDA-Kollektion
von den KIM-Bibliotheksdiensten erstmals ein
nutzergesteuerter Erwerb für elektronische Durch Anwendung formaler Filterkriterien wur-
Bücher für die Universität Konstanz eingeführt. de eine Ausgangstitelmenge von ca. 350.000
Das Projekt wurde in Heft 99 von „Bibliothek Titeln reduziert auf eine Menge von 13.181
aktuell“ im Mai 20151 vorgestellt. Titeln, die fachlich zu den Forschungsgebieten
Unter nutzergesteuertem Erwerb elektronischer der Universität Konstanz passen. Als Filterkrite-
Bücher (eBooks) ist ein Verfahren zu verste- rien wurden dabei angewendet:
hen, welches die Nutzung in die Auswahl der ▪▪ Eingrenzung nach Erscheinungsjahr,
zu erwerbenden eBooks einbezieht. Realisiert ▪▪ Auswahl bestimmter Verlage und
wurde dies, indem eine durch Fachreferenten ▪▪ Kostenobergrenze für die einzelnen
und Fachreferentinnen bestimmte Auswahl an eBooks.
Büchern über die Nachweissysteme (Lokaler
Katalog, KonSearch, SWB-Verbundkatalog) Mit der Ausgangsbasis von 13.181 Titeln, die
als elektronischer Bestand angeboten wurde. als Metadaten in den Nachweissystemen ge-
Tatsächlich wurde nur der Teil des Angebots führt wurden, bewegte sich die Zahl der Erwer-
dauerhaft in den Bestand mit aufgenommen, bungen über PDA in den Monaten Januar bis
der aufgrund einer definierten Nutzung gekauft Oktober 2015 zwischen 34 und 55 Titeln pro
worden ist. Alle anderen Titel, die keine oder Monat.
nur eine sehr marginale Nutzung erfahren hat- Im Oktober 2015 wurden alle eBooks, die vor
ten, wurden nach Ende der Laufzeit aus den dem Jahr 2013 erschienen sind, aus der PDA-
Nachweissystemen entfernt. Bildlich ähnelt ein Kollektion entfernt. Das führte zu einer Reduk-
solches Verfahren den Auslagen einer Buch- tion des Angebots auf 4.916 Titel zum Ende
handlung: was innerhalb einer vorgegebenen Januar 2016. Die Zahl der monatlichen Käufe
Frist nicht verkauft ist, wird von der Buchhand- reduzierte sich auf 14 Titel im November und
lung an die entsprechenden Verlage remittiert. 19 Titel im Dezember 2015.
Bei eBooks geschieht das „Remittieren“, indem Im Januar 2016 zog der Verlag Palgrave Mac-
die Metadaten der nicht gekauften eBooks aus millan seine kompletten Titel (ca. 900 Titel) aus
den Nachweissystemen entfernt werden. dem PDA-Angebot zurück.
Während des Jahres 2015 wurde der nutzerge- Erfahrungen mit dem PDA : die Nutzung der
steuerte Erwerb unter der Bezeichnung „Patron PDA-Kollektion
Driven Acquisition“, oder kurz PDA über die
Aggregatoren-Plattform MyiLibrary realisiert. Die Nutzer und Nutzerinnen kamen gut zurecht
Darüber konnte ein Titelspektrum von ca. mit dem PDA-Angebot. Es gab nur vereinzelte
13.000 Titeln verschiedener Verlage zur Verfü- Rückfragen, da hin und wieder der Zugriff auf
gung gestellt werden. ein eBook nicht möglich war. Bei den Käufen
Während des Projekts wurden regelmäßig handelte es sich aus Kostengründen in der
die Kosten und die Art der gekauften Literatur Regel um eine Lizenz zur Einzelnutzung. Die
sowie die Nutzungsdaten erhoben und aus- gleichzeitige Nutzung durch einen anderen
gewertet. Des Weiteren wurde der technische Nutzer ist in diesen Fällen nicht erlaubt und
und personelle Aufwand für die Datenpflege gelegentlich kam es dadurch zu temporären
ermittelt. Zugriffsverweigerungen.
Die Abbildung 1 zeigt die Art der Nutzung des
PDA-Angebots. 82% der Nutzungen entfie-
19Sie können auch lesen