KIM kompakt Zeitschrift von und für MitarbeiterInnen des - KIM - Heft 101 1. März 2017 - Universität Konstanz

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KIM kompakt Zeitschrift von und für MitarbeiterInnen des - KIM - Heft 101 1. März 2017 - Universität Konstanz
KIM kompakt
                  Zeitschrift von und für
                  MitarbeiterInnen des
                  KIM

                                                                                                 Heft 101
                                                                                            1. März 2017
                                                                                                    ISSN
                                                                                               2509-2243
                                     Konstanzer Online-Publikations-System (KOPS)
                                 URL: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-0-428129

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KIM kompakt Zeitschrift von und für MitarbeiterInnen des - KIM - Heft 101 1. März 2017 - Universität Konstanz
Liebe Leserinnen und Leser,

         nachdem wir sowohl das Erscheinungsbild als auch die Erscheinungsfrequenz unserer Hauszeitschrift seit
         dem letzten Heft geändert haben, freuen wir uns, Ihnen jetzt das neue KIM kompakt Heft zu präsentieren,
         das einen Überblick über die Aktivitäten des KIM im vergangenen Jahr 2016 bietet.

         Mit den ersten Beiträgen berichten wir über erfolgreich absolvierte Vorhaben, wie die Migration des E-Mail-
         Servers, die Änderung bei der Ausgabe von Passwörtern und die Eröffnung des „Lesesaals“. Dann folgen
         Berichte über Projekte, die zum Teil noch laufen, wie OpenAire2020, der Versuch eines automatisierten
         Erwerbungsmodells von e-Books und vieles mehr.
         Besonders freuen wir uns über einen Beitrag von Prof. Dr. Signori, die uns eine Handschrift aus unserem
         Bestand mit allen historischen Hintergründen vorstellt - es handelt sich um das wertvollste Buch in unserem
         Bestand. Ergänzt wird dieser Beitrag von Oliver Trevisiol, der über die Provenienzgeschichte dieser
         Handschrift informiert.

         Rubriken wie „Leib und Seele“ fehlen in diesem Heft. Hier möchten wir einen Appell an Sie richten:
         Wir sind auf Ihre Kreativität angewiesen! Geschieht im Laufe des Jahres etwas, das Sie erwähnenswert
         finden, schreiben Sie es auf, fotografieren Sie kuriose und/oder seriöse Dinge und senden Sie Ihren Beitrag
         an ein Redaktionsmitglied - unabhängig vom Redaktionsschluss! Wir sammeln alle Berichte und freuen uns
         über jeden Input.

         Das nächste Heft soll wieder das ganze Spektrum der KIM-Tätigkeiten widerspiegeln und über alle
         Ereignisse des Jahres 2017 berichten. Daher wird der Redaktionsschluss erst Mitte Januar 2018 sein!
         Die Redaktion wird aber bereits während des laufenden Jahres überlegen, welche Ereignisse einen Artikel
         wert sind und mögliche KandidatInnen anschreiben.
         Und auch Sie können jederzeit unaufgefordert schriftstellerisch für unsere Hauszeitschrift tätig werden. Wir
         freuen uns über neue AutorInnen!

         Wir hoffen, Ihnen mit der Fülle der Beiträge wieder ein abwechslungsreiches Heft präsentieren zu können
         und wünschen viel Spaß bei der Lektüre.

         Die Redaktion

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KIM kompakt Zeitschrift von und für MitarbeiterInnen des - KIM - Heft 101 1. März 2017 - Universität Konstanz
Heft 101
                       AutorInnen                        Titel                                   Seite
                     Michael Längle       E-Mail-Server Migration                                    2
                                          Humoriges aus dem KIM-Alltag: Teil 1                       3
                     Oliver Kohl-Frey     Ein Lesesaal? Ein Lesesaal!                                4
                     Christoph Becker     Starke Authentifizierung beim Beraterfrontend              6
                     Kerstin Keiper       Die Geister, die wir nicht riefen ...                      7
                     Oliver Kohl-Frey     „An Tagen wie diesen ...“                                 10
                     Lothar Lülsdorf      Der Tag der offenen Tür in der Abteilung Benutzung
Inhaltsverzeichnis

                     Annette Manz         Was gibt es Neues aus dem Projekt Campusmanage-           12
                     Sabine Mehlin        ment?
                                          Humoriges aus dem KIM-Alltag: Teil 2                      14
                     Anja Oberländer      Das Projekt OpenAire2020                                  15
                     Jessica Rex          Forschungsdatenmangement erklärt - Das Projekt            17
                                          bwFDM Info
                     Anne Otto            Nutzergesteuerter Erwerb von eBooks                       19
                                          von PDA zu EBA
                     Ansgar Schäfer       Das etwas andere Rätsel                                   22
                                          Bilder vom Betriebsausflug                                23
                     Isabell Leibing      Alternative Metriken im Katalog                           24
                                          Das Orakel von Konstanz                                   25
                     Ralph Hafner         SigMaMat, SIS-Visualizer und KonSys                       26
                     Ansgar Schäfer       Aus dem Arbeitsalltag                                     29
                     Sieglinde Diedrich   Bibliothekseinführungen für Schülerinnen und Schüler      30
                                          im Wandel der Zeit
                     Michael Längle       Ausbildung zum Fachinformatiker, Schwerpunkt              32
                     Rainer Rutka         Systemintegration
                     Gertrud Hättig       Ausbildung zum FaMI                                       33
                     Kerstin Keiper       Die Entdeckung der Langsamkeit                            34
                     Ansgar Schäfer       Forscherglück                                             36
                     Gabriela Signori     Schätze der Bibliothek: H 56/1: Das älteste Buch der      38
                                          Universitätsbibliothek Konstanz
                     Oliver Trevisiol     Schätze der Bibliothek: Zur Provenienzgeschichte der      41
                                          Handschrift H 56/1
                                          Statt Weihnachtsfeier ein Glühweinumtrunk                 43
                     Angelika von Bohr    Interview mit UnruheständlerInnen                         44
                                          Pressespiegel                                             45
                                          Neue MitarbeiterInnen stellen sich vor                    49
                                          Personalnachrichten                                       55
                                          Impressum

                                                         1
KIM kompakt Zeitschrift von und für MitarbeiterInnen des - KIM - Heft 101 1. März 2017 - Universität Konstanz
E-Mail-Server Migration

κρίσις
Michael Längle

Das griechische Wort krisis bezeichnet nicht           von insgesamt zwölf Terrabyte widerspiegelte.
eine hoffnungslose Situation, sondern den              Allein die letzte Synchronisation dauerte bei
Höhe- oder Wendepunkt einer gefährlichen               einem übertragenen Datenvolumen von 50
Lage - von da an kann es eigentlich nur noch           GB aus 18.000 Konten fast neun Stunden.
besser werden. Erst wenn die Entwicklung ei-           Der Mailserver ist damit neben dem Fileserver
nen dauerhaft negativen Verlauf nimmt, spricht         einer der speicherintensivsten Dienste auf dem
man von einer Katastrophe.1                            Campus.

Im Frühling 2015 war es absehbar: Der E-               Im Herbst 2015 zeichnete sich ab, dass der
Mailserver wird mit den ständig steigenden             Mailserver die Last nicht mehr verkraftet, es
Anfragen an seine Kapazitätsgrenzen kom-               traten Dateninkonsistenzen auf und ein korrup-
men. Unsere NutzerInnen haben inzwischen               tes Dateisystem war zu befürchten. Bei einem
nicht mehr nur einen PC, sondern auch ein              korrupten Dateisystem (ein Hardwarefehler, z.
Smartphone, ein Notebook oder ein Tablet und           B. ein Hauptspeicher oder ein Softwarefehler,
alle Geräte sind unter Umständen zur gleichen          bei dem die Daten falsch überschrieben wer-
Zeit online. Bereits das Einspielen einer aktu-        den) müssten aus dem Backup 80 Millionen
elleren Version hätte das System für mehrere           Dateien zurückgespielt werden. Dies hätte eine
Tage in die Nähe eines Stillstandes gebracht.          Ausfallzeit von etwa einer Woche zur Folge
Trotz personeller Engpässe konnten wir nicht           gehabt. Die klassischen Backup/Recovery-
mehr warten und mussten eine Lösung für das            Szenarien konnten für einen derart hohen
Problem finden. Wir brauchten jede personelle          Datenverkehr nicht mehr funktionieren.
Hilfe, sogar die einer Hilfskraft im einschlägi-
gen Masterstudium; der junge Kollege hatte             Nach gründlicher Vorbereitung wurde also in
bereits sehr erfolgreich bei der Zimbra-SOGo-          der letzten Oktoberwoche 2015 mit der Migrati-
Migration mitgearbeitet und konnte uns wieder          on auf die vorbereiteten Mailserver begonnen,
maßgeblich helfen, die Aufgaben der anstehen-          die Arbeiten sollten in der Zeit vom 30.10. bis
den Migration zu meistern (aus ihm wurde übri-         01.11.15 über das Wochenende durchgeführt
gens in der Zwischenzeit ein adäquat bezahlter         werden. Da das Betriebskonzept aus dem Jah-
Projektarbeiter in der Abteilung Basisdienste).        re 2003 über 13 Jahre zuverlässig und stabil
                                                       lief und auch andere Hochschulen die gleiche
Der Weg war zunächst einmal ein Standardver-           Mailserver-Software erfolgreich einsetzten, gab
fahren. Auf neuer Hardware wird eine aktuelle          es keinen Grund, am Aufbau oder am Betriebs-
Version des Betriebssystems und der Anwen-             system (Solaris) bzw. an der eingesetzten Mail-
dungssoftware installiert. Der Datenbestand            Server-Software (Cyrus) etwas zu ändern.
des Altsystems wird in regelmäßigen Abstän-            Dann passierte etwas, mit dem keiner gerech-
den mit denen des neuen Systems synchroni-             net hatte...
siert. Kurz vor dem Umstieg wird das Altsystem
für die Benutzer ausgeschaltet, die letzten            Das System verhielt sich plötzlich völlig un-
Änderungen nochmals nachgezogen und der                berechenbar. Vom Zeitpunkt der Migration bis
neue Rechner in Betrieb genommen.                      März 2016 waren zwei bis drei Ausfälle wö-
                                                       chentlich zu verzeichnen, mit Ausfallzeiten von
Die eigentliche Herausforderung war jedoch             bis zu vier Stunden! Eine nervliche Herausfor-
der Umzug des Datenbestands, der über die              derung für die Nutzer und die Techniker!
Jahre stetig zunahm und sich in 80.000.000
Dateien (E-Mails) bei einem Datenvolumen               Als erste Gegenmaßnahme wurde das System

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so überwacht, dass Ausfälle prognostizierbar           fachservers haben wir so gewählt, dass gleich
waren. In Niedriglastzeiten wurde der Server           mehrere Probleme gelöst werden konnten:
neu gestartet, teilweise auch am Wochenen-             ▪▪ Das neue System skaliert quasi ins „Un-
de. Parallel dazu mussten die Fehler genauer               endliche“ (die Formulierung kommt von den
identifiziert werden. Die Analyse ergab, dass              Mailadministratoren und ist ein sicheres
es sich um drei Softwarefehler handelte, davon             Indiz für deren wiedergekehrtes Selbstbe-
konnte aber nur ein Fehler konkret beseitigt               wusstsein).
werden. Die KollegInnen anderer Universitä-            ▪▪ Das Backup/Recovery-Problem ist deutlich
ten, welche die gleiche Mailserver-Software                entschärft, da wir nun zwei lose, gekoppel-
einsetzten, konnten uns in dieser Situation                te, hochverfügbare Mailsysteme besitzen,
nicht weiterhelfen. Entweder war dort eine                 die ständig den Datenbestand synchroni-
ältere Version oder ein anderes Betriebssystem             sieren. Fällt ein System aus, dann steht
im Einsatz oder es wurde ein gänzlich ande-                immer noch ein vollwertiges zweites Sys-
res Systemdesign verwendet. Die Entwickler                 tem zur Verfügung.
hatten auch keine Lösung und technischer               ▪▪ Wir verwenden ein Standard-Unix-Betriebs-
Support für diese Software konnte nirgends                 system, bei dem sich nicht nur wenige
bezogen werden.                                            Linux-Administratoren auskennen.
Die unerwarteten Probleme gaben uns den Im-            ▪▪ Selbst klassische Backup/Recovery-Me-
puls, uns zu neuen Ufern aufzumachen. Eine                 chanismen greifen wieder, da die Software
Marktanalyse brachte eine neue Softwarege-                 geschickt E-Mails in einem speziellen For-
neration mit Namen „Dovecot“, die vor allem                mat bündelt.
bei größeren Installationen zum Einsatz kommt
und sich sehr gut in unsere E-Mail-Infrastruktur       Seit dem 26. August 2016 verfügen wir wieder
integrieren ließ. Mit Unterstützung der Firma          über ein zuverlässiges und leistungsfähiges
Heinlein wurde in einer zweimonatigen Vorbe-           System. Meinen KollegInnen und Mitarbei-
reitungszeit die Migration auf die neue Soft-          terInnen danke ich herzlich für ihr Engagement
ware unter dem gängigen Linux-Betriebssys-             und Durchhaltevermögen und hoffe, dass die
tem „Debian“ vorbereitet. Die Migration selbst,        erarbeitete Lösung, wie das vorherige System,
von der kaum jemand etwas bemerkte, dauerte            lange tragfähig sein wird.
nur zwei Wochen. Das neue Design des Post-
Fußnote

1 Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Krise

Humoriges aus dem KIM-Alltag Teil 1
                                                        Aus dem Info-Zentrum:

                                                         Leider ist die frisch sanierte Bibliothek immer noch
                                                         nicht wasserdicht - die umgerüsteten Mülleimer als
                                                         Wasserauffangbehälter bleiben uns wohl erhalten.

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Ein Lesesaal? Ein Lesesaal!

Oliver Kohl-Frey

Das im Rahmen der Bibliothekssanierung neu            el Frank schlug dafür die Realisierung einer
entwickelte Raumkonzept legt neben dem                Raum-im-Raum-Hülle aus Holz vor, die mit
quantitativen Ausbau der Arbeitsplätze – von          einem Parkettboden aus Echtholz und einer
1.100 vor auf 1.600 nach der Sanierung – be-          Wand- und Deckenverkleidung aus Holz-
sonderen Wert auf die qualitative Diversifi-          paneelen eine besonders hochwertige und
zierung der Arbeitsplatzsituation. Neben der          akustisch wirksame Verkleidung des Raumes
bewährten Durchmischung von Bestand und               schaffen würde. Nachdem sich die zunächst
Arbeitsplätzen, v. a. in den Buchbereichen,           geplante Verwendung von Obstbaumhölzern
wurden zahlreiche weitere Arbeitsplatzangebo-         aus Brandschutzgründen nicht realisieren ließ,
te geschaffen: Gruppenarbeitsräume, Lernin-           wurde nachhaltig erwirtschaftetes Eichenholz
seln, Computer-Pools, Medien-Arbeitsplätze,           bzw. eichenfarben lasierte Weißtanne aus
Einzelarbeitsplätze etc. Und auch wenn vor            dem Schwarzwald bzw. der Schweiz mit der
allem der Bedarf an Gruppenarbeitsgelegen-            entsprechenden Brandschutzklassifizierung
heiten im Rahmen der letzten Jahre deutlich           verbaut.
angestiegen ist, so war es doch stets offen-          Als Hauptmöbel für den Raum wurde ein 26
sichtlich, dass es nach wie vor einen großen          Meter langer Arbeitstisch eingebaut, der 44
Bedarf an Arbeitsplätzen für das ruhige und           Arbeitsplätze bietet. Die Grundkonstruktion
konzentrierte Arbeiten alleine, das Lesen, Stu-       entspricht dabei den auch in den anderen
dieren, Denken und Schreiben geben würde.             Sanierungsbereichen verwendeten Tischen.
Gemeinsam mit dem Architekten Michael Frank           Die Ausstattung wurde mit diesem Tisch an die
wurde deshalb für die Fläche des Übergangs            häufig in britischen Bibliotheken anzutreffenden
zwischen den Buchbereichen BS und BG auf              „Study tables“ angelehnt und, wie die gesam-
der Ebene 6 mit ca. 250 Quadratmetern ein             te Gestaltung, an das spezielle Konstanzer
Konzept für einen Lesesaal entwickelt, der            Ambiente angepasst. Als Sitzmöbel stehen
durch seine Gestaltung und Möblierung diese           passende Eames Side Chairs zur Verfügung.
Art des Arbeitens unterstützen sollte. Micha-         Insgesamt bietet der Lesesaal gut 60 Plätze.

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hochkonzentrierte Atmosphäre am
                                                      voll besetzten „Study table“ und an
                                                      den weiteren Arbeitsplätzen im Le-
                                                      sesaal. Die hochwertige Ausstattung
                                                      des Raumes und die Anordnung der
                                                      Plätze am Tisch tragen durch ihre
                                                      Ausstrahlung bzw. die entstehende
                                                      soziale Kontrolle der Studierenden
                                                      untereinander zu dieser sehr kon-
                                                      zentrierten und leisen Nutzung des
                                                      Raumes bei. Der Lesesaal als Er-
                                                      folgsmodell also, und ein besonders
                                                      schönes noch dazu, wie die Auswahl
                                                      an Bildern zeigt.

Dass die Mehrkosten für die sehr hochwertige
Ausstattung des Raumes nicht aus öffentlichen
Baumitteln finanziert werden konnte, versteht
sich von selbst. Deshalb wurde gemeinsam
mit dem Rektor und der Stabsstelle Kommuni-
kation und Marketing ein Sponsoring-Konzept
entwickelt, um private Gelder für die Finanzie-
rung einzuwerben. Doch bereits bei der ersten
Vorstellung des Konzepts erklärte sich die
Universitätsgesellschaft Konstanz (UGK) spon-
tan bereit, den notwendigen Gesamtbetrag von
100.000 € zu übernehmen und damit der Uni-
versität und ihren Studierenden ein Geschenk
zum 50-jährigen Geburtstag zu machen.
Dafür sind die Universität und insbesondere
die Bibliotheksdienste im KIM ausgesprochen
dankbar.
Seit Beginn des Wintersemesters 2016/17
steht der Lesesaal nun zur Verfügung. Und
seitdem erfährt er eine enorme Nutzung: Von
frühmorgens bis spätabends herrscht eine

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Starke Authentifizierung beim
Beraterfrontend
Mit digitalen Zertifikaten zu einer sicher(er)en Alternative zu
Nutzername/Passwort
Christoph Becker
Zugriff auf schützenswerte Daten sollen nur                 sönlichen Passwort bei der Anmeldung am
die NutzerInnen erhalten, die ihre Identität                Identitätsmanagementsystem aka Beraterfron-
hinreichend beweisen können und denen zuvor                 tend benötigen. Ein digitales Zertifikat meint
entsprechende Zugriffsrechte eingeräumt                     eine Datei, die bestimmte Angaben über den
wurden. IT-Systeme für die zentrale elektroni-              Inhaber (z.B. seinen Namen, die Zugehörigkeit
sche Verwaltung von Nutzerdaten (Identitäts-                zur Universität Konstanz und seine E-Mail-
managementsystem) unterliegen dabei einem                   Adresse) bestätigt und durch kryptografische
besonderen Schutz, da hierin eine Vielzahl                  Verfahren für IT-Systeme nachprüfbar macht.
personenbezogener Daten verarbeitet werden.
Aufgrund der weitreichenden Zugriffsberechti-               Diese Zertifikat-Passwort-Kombination kom-
gungen sind die Nutzerkonten der KIM-Berate-                pensiert dabei entscheidende Nachteile des
rInnen bevorzugte Angriffsziele. Der notwendi-              klassischen, passwortbasierten Verfahrens:
gen Konsequenz bei der korrekten Gestaltung                 Zum einen genügt das Erraten oder Ablau-
und dem verantwortungsvollen Gebrauch von                   schen des Passwortes oder das Stehlen des
Zugangsdaten kommt daher eine entscheiden-                  Zertifikats allein noch nicht, um unautorisiert
de Rolle zu, wenn es darum geht, unbefugtes                 auf den Datenbestand zugreifen zu können.
Lesen, Kopieren, Verändern oder Löschen der                 Das heißt, wenn einer der Faktoren fehlt, wird
Daten zu verhindern.                                        der Zugang verweigert. Zum anderen haben
Doch der De-Facto-Standard einer Nutzerna-                  (im Gegensatz zu selbst gewählten Passwör-
me-Passwort-Kombination zur Anmeldung an                    tern) alle Nutzerzertifikate ein gleichmäßiges,
IT-Diensten birgt in der Praxis bekanntermaßen              sehr hohes Sicherheitsniveau.
die Gefahr, dass Angreifer über verschiedene                Hat der Nutzer1 das Zertifikat wie empfohlen
Wege versuchen können, an die Passwörter                    auf einer speziellen Hardware-Komponente
der privilegierten Nutzerkonten zu gelangen.                (Krypto-Token) gespeichert, ist es optimal
Aus diesem Grund wird empfohlen, bei beson-                 geschützt. Er hat so, analog zu physikalischen
ders schützenswerten Zugängen eine zweite                   Zutrittssystemen, seinen „Schlüssel“ direkt in
Barriere neben dem Passwort einzurichten                    der Hand und der Verlust wird ihm i. d. R. auf-
(Zwei-Faktor-Authentifizierung).                            fallen. Doch selbst bei Diebstahl oder Verlust
Als zweiter Faktor eignen sich persönliche                  des Tokens wird die unautorisierte Verwendung
digitale Zertifikate, die die KIM-BeraterInnen              des Zertifikats durch ein weiteres persönliches
seit Ende Oktober 2016 zusätzlich zum per-                  Passwort verhindert.

1 Wegen der besseren Lesbarkeit wurde in diesem Absatz auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet.

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Die Geister, die wir nicht riefen,….

…. und (noch nicht) aber hoffentlich bald wieder loswerden!

Kerstin Keiper

Im Frühjahr 2016 beschloss die Universität           nen der KIM-Beratung sehr überraschend. Die
Konstanz den Kollegen, der die Telefonzentrale       offizielle Meinung der Uni war, dass wir ja mit
der Uni bisher bedient und somit den Außen-          Telefonauskünften vertraut seien und auch die
kontakt gepflegt hatte, intern zu versetzen,         Uni ganz gut kennen – damit wurden wir als
sodass die zentrale Telefonauskunft plötzlich        der ideale Personenkreis für diese Tätigkeit
verwaist war.                                        bestimmt. Ursprünglich hieß es, es sei höchs-
Ziel war es - im Sinn eines automatischen            tens mit 2-3 Anrufen pro Tag zu rechnen, einer
Call-Centers - die eingehenden Gespräche zu          Menge, die wohl leicht zu bewältigen wäre.
den richtigen Ansprechpartnern umzuleiten.
                                                     Die Realität sah aber leider ganz anders aus.
Wer kennt das nicht – man ruft wegen einer
Störung irgendwo an und wird dann von ei-            Meist sind es über 10 Anrufe pro Tag. Das
ner höflichen Automatenstimme aufgefordert           Fragespektrum variiert sehr stark von „Wie sind
„Wollen Sie mit X sprechen, wählen Sie die 1,        die Tarife des Kinderhauses?“, über „Ich hätte
haben Sie Fragen zu Y, wählen Sie die 2“ usw.        eine Wohnung für Studierende anzubieten!“,
Hat man sich dann die Möglichkeiten 1 – 6 an-        „Kann man bei Ihnen Fach XY studieren?“,
gehört, um zu entscheiden, wo man denn wohl          „Gibt es für Fach XY einen Numerus clausus?“,
richtig wäre, hat man schon wieder die erste         „Wie hoch sind die Studiengebühren?“ bis hin
Nummer vergessen. Wer hat sich darüber nicht         zu „Ich suche die Telefonnummer von Person
schon geärgert endlos in diesen Telefonschlei-       XY.“
fen zu hängen?                                       Überraschend dabei ist, dass einige dieser
Aber genau dieses Prinzip wurde bei der zent-        Fragen eigentlich über das vorgeschaltete
ralen Telefonauskunft der Uni eingeführt.            Nummernsystem hätten abgefangen werden
Eine wohlklingende Stimme fordert den Anrufer        müssen, was aber offensichtlich nicht richtig
zunächst einmal auf die gewünschte Sprache           funktioniert. Bei einigen Rückfragen stellte sich
zu wählen:                                           heraus, dass die Anrufer es in einigen Fällen
▪▪ 1 für deutsch                                     doch versucht hatten, aber wieder bei einem
▪▪ 2 für englisch                                    Anrufbeantworter landeten oder außerhalb
▪▪ 3 für französisch                                 der Sprechzeiten anriefen. Beim zweiten
Dann hat man die Wahl, Fragen zu stellen zu          Versuch rief man dann „bei Allgemeine An-
den Themen:                                          fragen (Nummer 6)“ an, in der Hoffnung dann
▪▪ Studium und Bewerbung (1)                         eine „menschliche Stimme“ zu hören – das
▪▪ Bibliothek (2)                                    waren dann wir. Bis dahin war der Frustpegel
▪▪ IT- oder E-Mail (3)                               bei einigen Anrufern schon recht hoch, wobei
▪▪ Personal(abteilung) (4)                           die meisten froh waren, endlich jemanden am
▪▪ Öffentlichkeitsarbeit oder Rektorat (5)           Apparat zu haben, der sich bemüht, Ihnen
▪▪ Allgemeine Anfragen (6)                           zu helfen. Für uns beginnt dann das Suchen:
                                                     „Wie kommt man möglichst schnell an die ge-
Man entschloss sich als Nummer „6“ für All-          wünschte Information?“
gemeine Anfragen die Anrufe zur zentralen            Die Fragen, von denen wir dachten, sie eigent-
KIM-Beratungstheke / Bibliotheksinformation          lich leicht abhandeln zu können, wenn zum
durchzustellen.                                      Beispiel nach der Telefonnummer einer konkre-
                                                     ten Person gefragt wurde, stellten doch eine
Diese Entwicklung kam für uns MitarbeiterIn-         größere Herausforderung dar als erwartet.

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Das Uni-Telefonbuch ist nicht direkt über das          Natürlich kann man auch die Uni-Website
Menü der Uni-Homepage zu erreichen, son-               nutzen und sich zu der gewünschten Abteilung
dern ist über das Intranet „Meine Universität“         durchklicken. Aber hier ist je nach Einrichtung/
aufrufbar. Einer der ersten Arbeitsschritte des        Abteilung die Auflistung der Kontakte und An-
Tages ist, das Telefonbuch in einem separaten          sprechpartnerInnen auch schwierig. Versuchen
Browserfenster zu öffnen, damit wir schnell            Sie mal schnell die Telefonnummer des „See-
jederzeit darauf zugreifen können.                     zeit Service-Centers“ herauszufinden – Wie
                                                       viele Klicks brauchen Sie?
Wenn man jetzt aber erwartet, dass eine Per-
son mit einer Uni-Telefonnummer auch im Uni-           Wie frustriert AnruferInnen oft sind, lässt sich
Telefonbuch zu finden ist, so wird man doch            wirklich gut nachvollziehen. Einige haben
manchmal enttäuscht. Nicht alle Personen, die          versucht, sich die Informationen selbst zu
eine dienstliche Telefonnummer haben, sind             beschaffen sind aber an der Uni-Homepage
verzeichnet. Hier ist oft Google die bessere           kläglich gescheitert.
Lösung – darüber findet man die Nummern                Oft haben wir den Satz gehört „Sie sind doch
schneller als sich über die Strukturen der Uni-        eine Elite-Uni!“, oder „Warum geht das nicht
Website bis zu den Kontakten der jeweiligen            einfacher?“ Auch wir mussten oft mehrere
Einrichtung oder des Fachbereiches zu han-             Anläufe machen, um die gewünschten In-
geln oder zu versuchen über die Suchfunkti-            formationen bzw. AnsprechpartnerInnen zu
onen der neuen Homepage zu der richtigen               finden. Werden die Leute am anderen Ende
Seite zu kommen.                                       der Leitung doch ungeduldig hilft die Erklärung,
                                                       dass wir eigentlich die Information der Biblio-
Zwar kann man im Telefonbuch nicht nur nach            thek sind – in den meisten Fällen haben wir am
konkreten Namen suchen, sondern in einem               Ende des Gespräches jedoch dankbare Anru-
Auswahlmenü über die Organisationseinheit              ferInnen.
auch sachlich einsteigen, aber als übersicht-          Aber die Irritation zu Beginn eines Gespräches,
liches Auskunftsmittel ist dieses Modul nicht          wenn wir uns mit unserer üblichen Begrü-
gerade zu bezeichnen. Die Abteilungen der Uni          ßungsformel „Beratung / Information der Biblio-
sind von A-Z grob aufgelistet. Das SSZ steht           thek“ melden, ist oft groß und führt zu Erklärun-
aber beispielsweise nicht unter dem Buchsta-           gen, um einen „Falsch-Verbunden-Verdacht“
ben „S“, sondern ist zu finden unter der Be-           aufzuklären.
zeichnung „UniVerw/StudAbt“.
Listet man dann die dazugehörigen Nummern              Unangenehm wird es auch, wenn im Laufe des
auf, landet man wieder bei einer alphabeti-            Telefonats „echte“ Bibliothekskundschaft an
schen Namensliste – die allgemeinen Kon-               unsere Theke kommt und mithören muss, was
taktnummern stehen nicht etwa am Anfang,               wir da so am Telefon meist umständlich ver-
sondern sind in einem Alphabet zusammen mit            handeln.
individuellen Mitarbeiternummern eingegliedert         Auch Ferngespräche in Fremdsprachen zu
Zuerst kommen einzelne MitarbeiterInnen von            führen, bei denen die Verbindung nicht optimal
A-S, dann tatsächlich zentrale Nummern:                ist und dabei den Lärmpegel des Info-Zentrums
                                                       ausblenden zu müssen, um überhaupt versteh-
SSZ              3636     B 0425   UniVerw/            ne zu können, was der oder die AnruferIn will,
                                   StudAbt             ist nicht immer einfach.
SSZ - Azubi      4656     B 0425   UniVerw/
                                                       Wir versuchen nach bestem Wissen und Ge-
                                   StudAbt
                                                       wissen diese Herausforderung zu meistern, ha-
SSZ - Bera-      4428     B 0425   UniVerw/            ben aber schnell gemerkt, dass im Arbeitsalltag
tungsecke                          StudAbt             an einer Beratungstheke mit Laufkundschaft
SSZ - Theke      4426     B 0425   UniVerw/            so eine Aufgabe nicht zur vollen Zufriedenheit
                                   StudAbt             geleistet werden kann. Entweder frustriert man
                                                       wartende BibliotheksbenutzerInnen, weil man
Erst danach folgt das restliche Alphabet der           telefoniert, oder aber den/die AnruferIn, der
MitarbeiterInnen von T-Z. Ist die Abteilung sehr       ergebnislos anruft, weil man aktuell mit einem
groß, muss man unter Umständen eine lange              anderen Bibliotheksbesucher beschäftigt ist
Liste durchscrollen.                                   und es daher einfach klingeln lässt.

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Grundsätzlich muss man sich die Frage stellen:         mit ja oder nein bestätigen. Also rief ich über
Warum leistet sich eine Universität dieser Grö-        die Homepage die Studiengänge der Wirt-
ßenordnung nicht eine vernünftige Telefonaus-          schaftswissenschaften auf und bestätigte ihr,
kunft? Sollte die Pflege der Außenkontakte             dass man mathematische Finanzökonomie im
nicht ernster genommen werden? Warum gibt              Bachelor und Master studieren könne und woll-
es eine große Stabsstelle „Kommunikation und           te ihr die Kontaktdaten nennen. Da stellte sich
Marketing“, die ausgiebige Public Relations be-        heraus, dass sie nur sicherstellen wollte, dass
treibt und Wert auf positive Außendarstellung          ein Student, der ein Zimmer bei ihr mieten woll-
legt, aber nicht die Fragen der Bürger kompe-          te, ihr die Wahrheit gesagt hatte. Er stellte sich
tent beantwortet? Sollte eine Kommunikation            als Student der Finanzökonomie vor. Er war ihr
nicht immer in beide Richtungen gehen?                 zwar sympathisch, aber bevor sie ihm die Zu-
Die Uni evaluiert, optimiert und controllt in          sage für das Zimmer erteilte, wollte sie wissen,
vielen Bereichen, aber so etwas Banales wie            ob man tatsächlich so „komische Sachen“ hier
ein gutes, informatives Telefonverzeichnis mit         studieren könne.
den wichtigsten Kontakten zur Orientierung
wird nicht genügend gepflegt. Warum ist das            So viel zu den unterhaltsamen Aspekten dieser
Verzeichnis im Intranet der Uni und somit nur          Aufgabe. Die Schwierigkeiten aber überwie-
für Uni-Angehörige zugänglich? Es enthält              gen, so dass wir unsere Bedenken und Er-
Namen, Abteilungen, Telefonnummern und                 fahrungen mit unseren ChefInnen diskutiert
Mailadressen der Beschäftigten, also keine             haben. Wir stießen auf Verständnis und konn-
wirklich persönlichen Daten. Muss so ein Te-           ten erreichen, dass uns diese Aufgabe wieder
lefonverzeichnis Geheimsache sein? Sollte es           abgenommen werden soll. Vom Beschluss zur
nicht für jeden an ganz präsenter Stelle auf der       tatsächlichen Umsetzung dauert es aber wohl
Homepage stehen und zugänglich sein? Kein              noch. Die Zusage, dass zukünftig nicht mehr
Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin sollte etwas       die KIM-Beratung den Telefondienst „Allge-
dagegen haben, die Dienstaufgabe wahrzu-               meine Anfragen (6)“ übernimmt kam Anfang
nehmen und ansprechbar zu sein - schließlich           Oktober 2016, ist aber leider noch nicht in die
steht man ja nicht mit der persönlichen Telefon-       Praxis umgesetzt worden, da offensichtlich der
nummer darin. Wenigstens die wichtigsten zen-          Text der Call-Center-Anlage neu besprochen
tralen Organisationseinheiten sollten abfragbar        werden muss. Dies ist bisher leider noch nicht
sein, wenn der Datenschutz eine individuelle           erfolgt – die Mühlen des öffentlichen Dienstes
Namensnennung untersagt.                               mahlen wohl, wie der Volksmund sagt, wirklich
                                                       sehr, sehr langsam.
Zu den kuriosen Erfahrungen, die wir im Laufe
dieser Zeit gemacht haben, gehört auch die,            Also passt der Spruch des Zauberlehrlings hier
dass nicht nur Externe sondern auch viele              nicht ganz.
MitarbeiterInnen bei uns angerufen haben, um           „.. die Geister, die wir nicht riefen, wurden wir
sich telefonisch zu anderen KollegInnen durch-         leider (noch) nicht, aber hoffentlich bald wieder
stellen zu lassen oder nach Zuständigkeiten zu         los!“
fragen.
Warum? Antwort: Weil das Telefonbuch um-               Es sei mir jedoch erlaubt die kritische Frage zu
ständlich zu nutzen ist und die Suchfunktion           stellen: Was passiert jetzt mit den Anrufern?
über die Uni-Website auch nicht richtig funktio-       Die Nummer „6“ für sonstige Fragen, wird
niert.                                                 zukünftig einfach ersatzlos gestrichen, so dass
                                                       wir an der KIM-Beratung zwar eine Lösung für
Alles in allem ist es (noch) eine interessan-          unser Problem sehen, aber die Servicewüste
te Erfahrung, auf die wir aber gut verzichten          bleibt - der Bürger ist das Opfer!
können.
                                                       Sollte eine Elite-Universität sich nicht eine
Aber die Tätigkeit hatte auch humoristische            kompetente zentrale Anlaufstelle leisten und
Aspekte. So erhielt ich eines Tages einen Anruf        eine entsprechende Stelle finanzieren?
einer Dame mit der Frage: „Kann man bei
Ihnen Finanzökonomie studieren?“ Ich wollte
Sie mit der Studienberatung verbinden, was
sie aber wiederum nicht wollte. Ich solle nur

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„An Tagen wie diesen…“

Der Tag der offenen Tür in der Abteilung Benutzung

Oliver Kohl-Frey

Die Idee entstand in einer Arbeitsgruppe, die           schloss: Zunächst gab es eine kurze Einfüh-
sich vor ca. drei Jahren mit dem Thema Wei-             rung mit einem Überblick über das gesamte
terbildung in den Bibliotheksdiensten beschäf-          Aufgabenspektrum der Abteilung durch die
tigte. Dabei wurden alle Mitarbeiter/innen zu           Abteilungsleitung, und danach wurden vielfäl-
ihren Weiterbildungswünschen befragt, und               tige Stationen direkt an den jeweiligen Arbeits-
eines der Ergebnisse war der Wunsch von                 plätzen durch die Mitarbeiter/innen angeboten.
vielen, in andere als den eigenen Arbeitsbe-            Diese Stationen wurden größtenteils mehrmals
reich hineinschnuppern zu können. Die Arbeits-          angeboten, um durch den zeitlichen Versatz
gruppe dachte länger darüber nach, wie dieser           allen die Möglichkeit zu geben, die Bereiche
Wunsch realisiert werden könnte, und legte              kennenzulernen, die ihren Interessen am meis-
dann die Idee eines Tages der offenen Tür vor:          ten entsprechen.
An einem ganzen Tag sollte eine Abteilung die           Insgesamt wurden so am Tag der offenen Tür
verschiedenen Aufgaben, die in dieser Abtei-            in der Abteilung Benutzung ca. 20 Stunden die
lung täglich bearbeitet werden, in wohlportio-          Türen geöffnet, um v. a. KollegInnen aus den
nierten Häppchen den Kolleg/innen aus ande-             Abteilungen Bearbeitung und Fachreferat das
ren Abteilungen vorstellen.                             Tätigkeitsspektrum in der Benutzung näher zu
Den Anfang machte dann vor gut zwei Jahren              bringen. Der nächste Tag der offenen Tür ist
die Abteilung Bearbeitung, an deren Konzept             schon geplant: Dann werden die Fachreferate
sich die Benutzung im Sommer 2016 an-                   die Breite ihrer Aufgaben präsentieren.

                                                               Sachgebiet Dokumentlieferdienste

      Sachgebiet Benutzung - Querschnittaufgaben und
      Ortsleihe

                                                       10
Lothar Lülsdorf

Konkret wurde beim Tag der offenen Tür in der Benutzung das Angebot gemacht insgesamt zwölf
verschiedene Arbeitsbereiche der Benutzungsabteilung näher kennenzulernen:

▪▪   „Ortsleihe/Dienstpläne“ (vorgestellt von Paul Zenker)
▪▪   „Datentechnik/Zwischenausleihe“ sowie „Suchaufträge“ (vorgestellt von Rosa Heim)
▪▪   „Ausleihservice“ (vorgestellt von Karin Dormeier)
▪▪   „Rückstelldienst“ (vorgestellt von Petra Fakler-Lau)
▪▪   „Information/IT-Support“ (vorgestellt von Sieglinde Diedrich)
▪▪   „Benutzungsservice“ (vorgestellt von Edgar Fixl)
▪▪   „Mediothek“ (vorgestellt von Isabell Leibing)
▪▪   „Fernleihe“ sowie „Dokumentlieferdienste – Subito, KonDoc“ (vorgestellt von Lothar Lülsdorf)
▪▪   „Semesterapparate“ sowie „ILIAS“ (vorgestellt von Ina Rosenkranz)

Neben einer 25-minütigen Einführungsveranstaltung von Oliver Kohl-Frey einmal vormittags und
einmal nachmittags, gab es pro Themengebiet jeweils zweimal vormittags und einmal nachmittags
die Möglichkeit der Teilnahme. Ein Präsentationstermin war mit 20 Minuten angesetzt, was, wie
sich herausstellte, sehr knapp kalkuliert war, um die teilweise komplexen Arbeitsbereiche vorstellen
und noch auf Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingehen zu können. Insgesamt wurden
für alle Präsentationstermine zusammengenommen 801 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Tag
der offenen Tür in der Benutzung über die genannten Arbeitsbereiche der Benutzungsabteilung
informiert.

Fußnote

1 Viele Kolleginnen und Kollegen haben sich für die Präsentationen mehrerer Arbeitsbereiche eingetragen.

Kommentare ...

                                                        11
Was gibt es Neues aus dem Projekt
Campusmanagement?

Annette Manz und Sabine Mehlin

Womit wir uns beschäftigen:                               2014 in einem Namenswettbewerb von den
                                                          Studierenden eingebracht und ausgewählt.
Salopp gesagt krempelt das Projekt Campus-                Konkret bearbeitet das Projekt Campusma-
management seit 2014 die Software und die                 nagement also die Abläufe im Bereich Be-
damit verbundenen Abläufe der studentischen               werbung und Zulassung auf Studienplätze, die
Verwaltung um.                                            Verwaltung studentischer Daten sowie weitere
Das bedeutet: Aufgabe des Projekts ist es, alle           Personenkreise wie z. B. Promovierende, die
Prozesse in Lehre und Studium mit den Be-                 Lehrveranstaltungs- und Prüfungsplanung in
teiligten zu überarbeiten und mit einer neuen             den Fachbereichen, das Vorlesungsverzeich-
Softwareunterstützung den Alltag von Stu-                 nis, Notenvergabe, Zeugniserstellung und
dierenden, Lehrenden und Sachbearbeitung                  vieles mehr - dazu gehört beispielsweise auch
transparenter und einfacher zu machen. Wir                das führende System für Personendaten aufzu-
führen zu diesem Zweck das Zentrale Ein-                  bauen und hieraus zukünftig die Studierenden-
schreibe- und Studienportal ZEuS ein, wel-                ausweise zu generieren. Außerdem werden
ches nach und nach die Funktionen der bisher              Schnittstellen zu anderen Systemen der Uni
genutzten Portale BewIS, StudIS/Studium, LSF              aufgebaut, wie zum Beispiel der Lehrraumver-
und StudIS/Prüfung übernimmt und in einem                 waltung in RRM, ILIAS und der Personenver-
Portal zusammenführt. Der Name ZEuS wurde                 waltung in SVA.

       Grafischer Überblick - aus Alt wird Neu, aus HIS-GX wird HISinOne = ZEuS

      Erläuterung zur Graphik: Ausgegraut sind die heute nicht mehr/noch nicht produktiven Systeme

                                                      12
Wir arbeiten als Projekt im Spannungsfeld                          gischen Universitäten, um mit Landesgeldern
zwischen den Anforderungen aus den Pro-                            gemeinsam HISinOne an die Bedürfnisse der
zessvorstellungen der beteiligten Bereiche an                      baden-württembergischen Unis anzupassen.
der Uni Konstanz, die wir optimal unterstützen                     Wir profitieren in der Zusammenarbeit von den
möchten, und der noch stark in der Weiterent-                      Erfahrungen der anderen Unis und können auf
wicklung befindlichen Software HISinOne. Die                       Synergieeffekte in der Umsetzung durch die
Rolle des Projekts ist dabei die eines Beraters                    HIS eG zurückgreifen. So konnten im Rahmen
für die verschiedenen Akteure an der Univer-                       dieser Zusammenarbeit bereits verschiedene
sität Konstanz, eines Mittlers zwischen Orga-                      Zusatzentwicklungen für die Uni Konstanz
nisation und IT zur Übersetzung der Anforde-                       realisiert werden.

Bildquelle unbekannt - Download von folgender Seite: http://www.mikrocontroller.net/attachment/260992/projekt-schaukel-baum.png

rungen in mögliche Prozessschritte mit und                         Was haben wir bisher erreicht?
ohne Softwareunterstützung, sowie die eines
Anwalts gegenüber der Softwareentwicklung                          ▪▪   Die Bewerbungen und Zulassungen für
der HIS eG.                                                             alle Studiengänge werden seit Anfang 2015
Das Projekt hat viele Themen anzugehen und                              über das zweisprachige Studierendenpor-
aufzubereiten, die nicht originär Auftrag des                           tal ZEuS angenommen und bearbeitet.
Projekts waren, aber den Aufbau des Pro-                                Schnittstellen zu UniAssist, MobilityOnline
gramms HISinOne und dessen Funktionalitäten                             für ausländische StudienbewerberInnen
beeinflussen oder andersrum.                                            und zum Dialogorientierten Servicever-
                                                                        fahren (DoSV), das für die bundesweiten
Beispielhaft zu nennen aus der letzten Zeit sind                        Studienvergabeverfahren einzelner Studi-
dabei das neue Hochschulstatistikgesetz sowie                           engänge zuständig ist, wurden umgesetzt.
die Änderung des Hochschulgebührengeset-                           ▪▪   In ZEuS wird seit Ende 2015 auch das
zes, welche viele weitere Anforderungen an                              gesamte Studierendenmanagement inkl.
HISinOne und die Abläufe der Uni bereithalten.                          Gebührenverwaltung und transparenter
So wird es im Projekt nie langweilig.                                   Portalfunktion für Studierende abgewickelt.
                                                                   ▪▪   Über ZEuS werden aktuell in Zahlen jähr-
Das Thema Campusmanagement beschäftigt                                  lich ca. 15.000 Studienbewerbungen be-
aktuell auch viele andere Universitäten. Im                             arbeitet, 3.300 Einschreibungen vorgenom-
Rahmen des Projekts bwCMs kooperieren wir                               men, 80.000 Studierendendaten verwaltet
auch weiterhin mit anderen baden-württember-                            und ca. 51.000 Bescheinigungen erzeugt.

                                                              13
▪▪   Seit November 2016 läuft nun die Testpha-      ▪▪   Im Juni 2017 wird die Verwaltung der
     se für die Lehrveranstaltungsplanung                Promovierendendaten in HISinOne an die
     in ZEuS. Die Planenden der Fachberei-               Universitäten ausgeliefert. Dieses Thema
     che wurden hierfür in Schulungen an das             wurde zusätzlich wichtig, da die Promo-
     Testsystem herangeführt. Die Testphase              vierendenstatistik im Rahmen des neuen
     dient dazu die Planenden an das System              Hochschulstatistikgesetzes umfangreichere
     heran zu führen, Fehler zu beheben, das             Datenlieferungen vorsieht als bisher. Auf
     System weiter zu konfigurieren und alles            Basis unseres Konzepts zur Promovieren-
     für den Start des LiveSystems und damit             denverwaltung, das wir hausintern und mit
     der Lehrplanung in ZEuS im Februar 2017             den Unis Freiburg und Mannheim abge-
     vorzubereiten.                                      stimmt haben, findet aktuell die Entwick-
                                                         lung der Promovierendenverwaltung durch
Woran arbeiten wir in 2017?                              die HIS eG statt und wird von uns eng
                                                         begleitet. Bis zur Fertigstellung haben wir
▪▪   Die oben genannten Themen: Bewerbung                einige Vorarbeiten zu leisten, um unsere
     und Zulassung, Studierendenverwaltung               in die Jahre gekommene Promovierenden-
     und besonders die Lehrplanung werden                verwaltung in der hauseigenen Datenbank
     uns in 2017 weiterhin stark beschäftigen,           Prokon ablösen zu können.
     da diese weiter an die gesetzlichen Vorga-     ▪▪   Die Prüfungsverwaltung in ZEuS wird
     ben anzupassen sowie für die Uni Kons-              weiter auf den Weg gebracht. Aktuell
     tanz zu optimieren sind.                            werden Zusatzentwicklungen, die für die
▪▪   Die Lehrveranstaltungsplanung in ZEuS               Prüfungsordnungen und -abläufe der Uni
     wird weiter begleitet und das System auf            Konstanz benötigt werden, über einen
     die Planenden abgestimmt – es gibt noch             Arbeitskreis der Kooperation baden-würt-
     viel zu tun, bis für das Wintersemester             tembergischer Universitäten bwCMs entwi-
     2017/18 das Vorlesungsverzeichnis dann              ckelt und getestet. Ab 2018 wird dann auch
     für die Studierenden in ZEuS zu finden sein         die Umstellung der Prüfungsverwaltung in
     wird. LSF wird danach nur noch als System           ZEuS konkret.
     für die Forschungsdaten genutzt.

Bei Fragen zum Projekt stehen Ihnen und Euch jederzeit Annette Manz und das Team Campusma-
nagement zur Verfügung.

Humoriges aus dem KIM-Alltag: Teil 2

                                                    Die neue Tropfsteinhöhle der Universität

                                                    Aus dem Info-Zentrum:

                                                    Zur Verbesserung des Raumklimas wurde in der neuen
                                                    Bibliothek auch gleich eine Salzgrotte eingerichtet.

                                                   14
Das Projekt OpenAIRE2020

Anja Oberländer

Das Projekt OpenAIRE2020 ist die mittlerweile       Förderprogramm Horizon2020 sind alle EU-
dritte Förderphase des EU-Projekts OpenAIRE         geförderten Projekte hierzu verpflichtet.
(Open Access Infrastructure for Research in         Um diese Richtlinien erfüllen zu können wird
Europe) an dem die Universität Konstanz bzw.        seit 2009 parallel das Infrastrukturprojekt
das KIM seit Dezember 2009 als Projektpartner       OpenAIRE von der Europäischen Kommis-
beteiligt sind. Das aktuelle Projekt hat über 60    sion gefördert. Ein wichtiger Bestandteil von
Projektpartner aus allen EU-Mitgliedsstaaten        OpenAIRE und seinen Folgeprojekten ist die
und verfügt über ein Budget von 13 Millionen        Einrichtung von nationalen Kontaktstellen die
EUR und läuft noch bis Mitte 2018.                  in den einzelnen Ländern als Ansprechpartner
Die Europäische Kommission ist mit ca. 80           vor allem für EU-Projekte und Betreiber von
Mrd. Euro EU-weit im aktuellen Forschungs-          Repositorien fungieren. Für Deutschland ist die
rahmenprogramm Horizon2020 ein bedeuten-            nationale Kontaktstelle am KIM der Universität
der Forschungsförderer.                             Konstanz angesiedelt, vertreten durch Anja
Seit 2008 wurde ein Teil der EU-Projekte im         Oberländer und Jessica Rex.
sogenannten Open-Access-Piloten verpflich-          Eine zentrale Aufgabe des Projekts ist es,
tet, die Ergebnisse der geförderten Projekte        Publikationen aus EU-Projekten zentral zusam-
im Sinne von Open Access zu publizieren,            menzutragen und sichtbar zu machen. Auf dem
d. h. entweder direkt in einer Open-Access-         Portal von OpenAIRE kann man für jedes EU-
Zeitschrift zu publizieren oder die in herkömm-     Projekt die zugehörigen Publikationen sehen.
lichen Zeitschriften erschienenen Artikel auf       Hier ein Beispiel des EU-Projekts MASPIC
einem Volltextserver als Zweitveröffentlichung      an dem Wissenschaftler/innen der Universität
bereitzustellen. Seit 2014 bzw. dem neuen           Konstanz beteiligt sind.

                                               15
Ebenso kann man auf dem OpenAIRE-Portal          das in KOPS veröffentlicht wurde, sowohl auf
auch sehen, welche Publikationen und welcher     openaire.eu sowie dann auch auf CORDIS
Anteil davon Open Access zur Verfügung ste-      (Community Research and Development Infor-
hen und von welchem „Datenlieferanten“ diese     mation Service), dem Forschungsinformations-
Publikationen kommen. Beim Projekt MASPIC        dienst der Europäischen Kommission, sichtbar
ist der Open-Access-Anteil mit 95% sehr hoch.    ist. Eine wichtige Aufgabe im Projekt ist es,
                                                 andere Repositorien in Deutschland dahinge-
                                                 hend zu beraten, dass auch sie OpenAIRE-
                                                 Compliant werden und zukünftig Publikationen
                                                 (und Daten) aus EU-Projekten einfach übermit-
                                                 teln können.

                                                 Auch für den Bereich der offenen Forschungs-
                                                 daten gibt es einen sog. Piloten der Europäi-
                                                 schen Kommission, der seit dem 01.01.2017
                                                 auf den gesamten Programmbereich des
                                                 Rahmenprogramms für Forschung und Inno-
                                                 vation Horizon 2020 ausgeweitet wurde. Im
                                                 Rahmen des Open Research Data Pilot sind
                                                 alle Projekte aufgefordert (wenn möglich und
                                                 sinnvoll) auch ihre Forschungsdaten offen
                                                 zur Verfügung zu stellen. Es gibt allerdings
                                                 die Möglichkeit des Opt-Outs, da sich viele
                                                 gerade sensible Daten nicht dafür eignen, frei
                                                 zur Verfügung gestellt zu werden. Neben dem
                                                 freien Zugang zu Forschungsdaten steht dabei
                                                 auch ein bewusster und sensibler Umgang mit
                                                 Forschungsdaten im Zentrum des Piloten.
                                                 OpenAIRE2020 unterstützt aktiv den Open
                                                 Research Data Pilot. Neben Publikationen
                                                 werden durch OpenAIRE auch die dazugehö-
                                                 rigen Forschungsdaten und deren Metadaten
                                                 gesammelt, indexiert und verlinkt.

                                                 Im Rahmen des OpenAIRE-Projekts gibt es zu-
                                                 dem einen Open-Access-Publikationsfonds der
Insgesamt sind etwas über 60% der über           mit 4 Millionen EUR ausgestattet ist. Während
200.000 Publikationen aus EU-Projekten, die      laufende EU-Projekte die Kosten für sogenann-
in OpenAIRE inzwischen gelistet sind, Open       te Article Processing Charges (APC) für Open-
Access.                                          Access-Publikationen aus ihren Projektbudgets
Damit die Publikationen aus den Repositorien     zahlen können, ist dieser Fonds insbesondere
auch auf dem OpenAIRE-Portal sichtbar sind,      dafür gedacht, Projekten, deren Förderung be-
müssen sie zunächst in einem geeigneten          reits ausgelaufen ist, Rechnungen zu erstatten,
Repositorium eingestellt werden. Im Idealfall    die erst nach Projektende angefallen sind. Da
ist dieses Repositorium OpenAIRE-Compliant,      viele Projekte gerade zum Ende ihrer Förder-
d. h. es entspricht gewissen Qualitätsstan-      zeit ihre Ergebnisse publizieren, kommt es oft
dards und erhebt notwendige Angaben z.B. zur     vor, dass diese Artikel erst nach Ablauf der
EU-Projektnummer in den Metadaten. Unser         Förderung erscheinen. Demzufolge wird dieser
Konstanzer Repositorium KOPS ist OpenAIRE-       Publikationsfonds sehr gut angenommen und
Compliant. Das bedeutet, dass ein Dokument,      genutzt.

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Forschungsdatenmanagement erklärt -
Das Projekt bwFDM Info

Jessica Rex

Warum Forschungsdatenmanagement?                        Erkenntnisse gewinnen – das Vorgänger-
                                                        projekt bwFDM Communities
Forschungsdaten in ihren vielfältigen For-
men sind ein Herzstück der Wissenschaft.                Das Projekt bwFDM Communities (2014-2015)
Im Zeitalter von Big Data und immer neuen               sollte neben der Feststellung des Status Quo
Informationstechnologien wird der Umgang                im Bereich Forschungsdatenmanagement, eine
mit Forschungsdaten stetig aufwendiger und              Bestandsaufnahme der FDM-Probleme und
komplexer. Eine effiziente Handhabung von               Anforderungen der Forscherinnen und For-
Daten gewinnt daher im akademischen Bereich             scher in Baden-Württemberg durchzuführen.
immer weiter an Bedeutung. Hier setzt das               Dazu wurden an allen neun Universitäten des
Konzept des Forschungsdatenmanagements                  Landes Interviews mit VertreterInnen verschie-
(FDM) an, welches die Notwendigkeit struktu-            denster Forschungscommunities geführt. So
rierter Maßnahmen zur Dokumentation, Or-                wurde auch an der Universität Konstanz eine
ganisation, Archivierung und Veröffentlichung           Projektstelle geschaffen und durch Frau Jes-
von Forschungsdaten verdeutlicht. Der Einsatz           sica Rex besetzt. Sie führte als eine von neun
eines gut durchdachten FDM-Konzepts kann                Key-Accountern Gespräche mit Vertretern von
sicherstellen, dass Daten sowohl kurzfristig als        über 160 Arbeitsgruppen aus allen Fachdiszi-
auch auf lange Sicht FAIR1 (Findable Accessib-          plinen. Aus diesen Interviews erarbeiteten die
le Interoperable Reusable), also auffindbar, frei       Key Accounter schließlich User Stories in Form
zugänglich, interoperabel und wiederverwend-            von Problem, Wünschen und Anforderungen,
bar sind.                                               welche die Grundlage für detaillierte Empfeh-
                                                        lungen in den Bereichen Infrastrukturausbau,
FDM in der E-Science-Strategie des MWK                  Entwicklung neuer Technologien, Wissens-
Baden-Württemberg                                       transfer usw. bildeten. Neben den genannten
                                                        Aspekten war einer der häufigsten Wünsche
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung             der Forschenden der nach mehr Information
und Kunst (MWK) Baden-Württemberg hat den               über die Grundlagen, Prinzipien und Methoden
potenziellen Nutzen einer solchen Vorgehens-            des Forschungsdatenmanagements.
weise erkannt und legte in der 2014 veröffent-
lichen E-Science-Strategie des Landes Baden-            Erkenntnisse umsetzen – das Projekt bw-
Württemberg2 ein Hauptaugenmerk eben auf                FDM Info
den Bereich des Forschungsdatenmanage-
ments. Folgerichtig fördert das Ministerium seit        Auf der Grundlage der Erkenntnisse von bw-
2014 Projekte, die das Ziel haben Forschungs-           FDM Communities wurde im November 2015
datenmanagement als Standortvorteil an den              das Projekt bwFDM Info aufgesetzt, welches
Universitäten und Forschungseinrichtungen in            den Hauptwunsch der Forschungscommunities
Baden-Württemberg bekannt zu machen und                 nach mehr Informationen zum Forschungs-
zu etablieren. Hierzu zählen unter anderem              datenmanagement in konkrete Maßnahmen
das Projekt bwFDM Info sowie das Vorgänger-             umsetzen wird. Am Projekt beteiligt sind Part-
projekt bwFDM Communities.                              ner aus den Infrastruktureinrichtungen der Uni-
                                                        versitäten Hohenheim, Heidelberg, Konstanz
                                                        und Tübingen.

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Infobox
 bwFDM Info
 Laufzeit: November 2015 - April 2017
 Projektleitung: Frank Tristram, Steinbuch Center for Computing, KIT Karlsruhe
 Projektwebseite: bwfdm.scc.kit.edu
 Ansprechpartner an der Universität Konstanz:
 Joe Gain (joe.gain@uni-konstanz.de) und Jessica Rex (jessica.rex@uni-konstanz.de)

Drei Arbeitspakete                                       sowohl an WissenschaftlerInnen als auch an
                                                         VertreterInnen der wissenschaftlichen Service-
Dem Projekt liegen unter anderem die drei                einrichtungen und der Drittmittelgeber. Es sind
folgenden Arbeitspakete zugrunde.                        Sessions und Vorträge zu vielfältigen FDM-
                                                         Themen geplant. Parallel dazu werden Work-
Im ersten Arbeitspaket, für welches die Projekt-         shops zu den Fokusthemen Open Access,
mitarbeiterInnen aus Konstanz hauptverant-               DMP4-Tools und Datenschutz angeboten. In
wortlich sind, wurde unter der Adresse www.              einem weiteren Workshop werden Mitarbei-
forschungsdaten.info ein Online-Informati-               terInnen von bwFDM Info das neue Informati-
onsportal rund um das Thema Forschungsda-                onsportal vorstellen und für Fragen zur Verfü-
tenmanagement eingerichtet. Das Portal bietet            gung stehen.
grundlegende Informationen zu Prinzipien und
Methoden des Forschungsdatenmanagements                  Das dritte Arbeitspaket besteht aus dem Auf-
sowie Video-Tutorials und nützliche Links und            bau und der Etablierung eines Supports für
richtet sich vor allem an Wissenschaftler aller          FDM-Fragen. Um WissenschaftlerInnen, die
akademischen Levels. Das Onlineportal wird               Fragen zum Inhalt des Informationsportals oder
von der Universität Konstanz gehostet und ist            zu anderen Aspekten des Forschungsdaten-
seit Anfang Dezember 2016 online.                        managements haben, einen Ansprechpartner
                                                         zu bieten, wird zu diesem Zweck ein Ticketsys-
Als zweite Aufgabe wird das Projekt eine                 tem aufgesetzt. Über dieses System können
E-Science-Konferenz unter dem Titel „1. E-               WissenschaftlerInnen und andere interessierte
Science-Tage: Forschungsdaten managen“3                  Personen bei Fragen und Problemen rund um
ausrichten. Diese wird am 16.-17. März 2017 in           das Thema Forschungsdatenmanagement
Heidelberg stattfinden und richtet sich                  zeitnahe Unterstützung erhalten.

Fußnoten:

1 Mehr Informationen zu den FAIR Data Principles gibt es auf der Webseite der Force11 Group unter
  https://www.force11.org/group/fairgroup/fairprinciples
2 https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mwk/intern/dateien/Anlagen_PM/2014/066_PM_Anlage_E-
  Science_Web.pdf
3 Mehr Informationen unter https://e-science-tage.de/ und https://twitter.com/ESciTage
4 DMP = Data management plan

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Nutzergesteuerter Erwerb von eBooks –
von PDA zu EBA

Anne Otto

Im Jahr 2015 wurde im Rahmen eines Projekts         Die PDA-Kollektion
von den KIM-Bibliotheksdiensten erstmals ein
nutzergesteuerter Erwerb für elektronische          Durch Anwendung formaler Filterkriterien wur-
Bücher für die Universität Konstanz eingeführt.     de eine Ausgangstitelmenge von ca. 350.000
Das Projekt wurde in Heft 99 von „Bibliothek        Titeln reduziert auf eine Menge von 13.181
aktuell“ im Mai 20151 vorgestellt.                  Titeln, die fachlich zu den Forschungsgebieten
Unter nutzergesteuertem Erwerb elektronischer       der Universität Konstanz passen. Als Filterkrite-
Bücher (eBooks) ist ein Verfahren zu verste-        rien wurden dabei angewendet:
hen, welches die Nutzung in die Auswahl der         ▪▪ Eingrenzung nach Erscheinungsjahr,
zu erwerbenden eBooks einbezieht. Realisiert        ▪▪ Auswahl bestimmter Verlage und
wurde dies, indem eine durch Fachreferenten         ▪▪ Kostenobergrenze für die einzelnen
und Fachreferentinnen bestimmte Auswahl an              eBooks.
Büchern über die Nachweissysteme (Lokaler
Katalog, KonSearch, SWB-Verbundkatalog)             Mit der Ausgangsbasis von 13.181 Titeln, die
als elektronischer Bestand angeboten wurde.         als Metadaten in den Nachweissystemen ge-
Tatsächlich wurde nur der Teil des Angebots         führt wurden, bewegte sich die Zahl der Erwer-
dauerhaft in den Bestand mit aufgenommen,           bungen über PDA in den Monaten Januar bis
der aufgrund einer definierten Nutzung gekauft      Oktober 2015 zwischen 34 und 55 Titeln pro
worden ist. Alle anderen Titel, die keine oder      Monat.
nur eine sehr marginale Nutzung erfahren hat-       Im Oktober 2015 wurden alle eBooks, die vor
ten, wurden nach Ende der Laufzeit aus den          dem Jahr 2013 erschienen sind, aus der PDA-
Nachweissystemen entfernt. Bildlich ähnelt ein      Kollektion entfernt. Das führte zu einer Reduk-
solches Verfahren den Auslagen einer Buch-          tion des Angebots auf 4.916 Titel zum Ende
handlung: was innerhalb einer vorgegebenen          Januar 2016. Die Zahl der monatlichen Käufe
Frist nicht verkauft ist, wird von der Buchhand-    reduzierte sich auf 14 Titel im November und
lung an die entsprechenden Verlage remittiert.      19 Titel im Dezember 2015.
Bei eBooks geschieht das „Remittieren“, indem       Im Januar 2016 zog der Verlag Palgrave Mac-
die Metadaten der nicht gekauften eBooks aus        millan seine kompletten Titel (ca. 900 Titel) aus
den Nachweissystemen entfernt werden.               dem PDA-Angebot zurück.

Während des Jahres 2015 wurde der nutzerge-         Erfahrungen mit dem PDA : die Nutzung der
steuerte Erwerb unter der Bezeichnung „Patron       PDA-Kollektion
Driven Acquisition“, oder kurz PDA über die
Aggregatoren-Plattform MyiLibrary realisiert.       Die Nutzer und Nutzerinnen kamen gut zurecht
Darüber konnte ein Titelspektrum von ca.            mit dem PDA-Angebot. Es gab nur vereinzelte
13.000 Titeln verschiedener Verlage zur Verfü-      Rückfragen, da hin und wieder der Zugriff auf
gung gestellt werden.                               ein eBook nicht möglich war. Bei den Käufen
Während des Projekts wurden regelmäßig              handelte es sich aus Kostengründen in der
die Kosten und die Art der gekauften Literatur      Regel um eine Lizenz zur Einzelnutzung. Die
sowie die Nutzungsdaten erhoben und aus-            gleichzeitige Nutzung durch einen anderen
gewertet. Des Weiteren wurde der technische         Nutzer ist in diesen Fällen nicht erlaubt und
und personelle Aufwand für die Datenpflege          gelegentlich kam es dadurch zu temporären
ermittelt.                                          Zugriffsverweigerungen.
                                                    Die Abbildung 1 zeigt die Art der Nutzung des
                                                    PDA-Angebots. 82% der Nutzungen entfie-

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