RRUUFF 22 00 22 00 - WILHELM-LÖHE-SCHULE NÜRNBERG - Wilhelm-Löhe-Schule

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RRUUFF 22 00 22 00 - WILHELM-LÖHE-SCHULE NÜRNBERG - Wilhelm-Löhe-Schule
WILHELM-LÖHE-SCHULE
NÜRNBERG

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RRUUFF 22 00 22 00 - WILHELM-LÖHE-SCHULE NÜRNBERG - Wilhelm-Löhe-Schule
Liebe Leserinnen und Leser,
Editorial

            mit den Herausforderungen, die auf die SchülerInnen, die LehrerInnen und
            die Schulverwaltung zukommen, ist es ähnlich wie mit den Gästen, die zu
            uns kommen: Manche lädt man zu sich ein, andere kommen überraschend.
            Über einige Besucher freut man sich, andere kommen ungelegen oder sind
            gar aufdringlich.

            In diesem Jahr hat uns die Corona Pandemie heimgesucht und die zählt
            ganz zweifellos zu den unerwünschten Gästen, denn sie hat den Schul­
            betrieb massiv gestört und behindert. Nicht nur der Unterricht, sondern
            viele Veranstaltungen, Schulfahrten und Begegnungen konnten im zweiten
            Schulhalbjahr nicht stattfinden.

            Aber sowohl die Begegnungen mit den willkommenen als auch mit den
            ­unerwarteten Gästen, die uns so ins Haus kommen, haben doch immer ­eines
             ­gemeinsam: Sie bringen manchmal interessante, manchmal befremdliche,
              aber immer neue Anregungen mit. Wir können daraufhin Neues wagen und
              auf Fremdes zugehen.
              Im vorliegenden Ruf lesen Sie, wie der ungebetene Corona-Gast die
              ­Wilhelm-Löhe-Schule verändert. Die Digitalisierung, die durch die techni­
            sche Ausstattung der Unterrichtsräume und die pädagogischen Konzepte
            zur Mediennutzung an unserer Schule ohnehin schon auf einem guten Weg
               war, hat einen weiteren Anschub bekommen. Das Homeschooling hat viele­
            KollegInnen auf Unterrichtsideen gebracht, die auch weiterhin für den
               ­Präsenzunterricht bedeutsam sein werden. Gleichzeitig können Sie aber
                auch lesen, wie durch die unvermeidlichen Abstandsregelungen der Blick
                geschärft wurde für das, was uns in dieser Krisenzeit schmerzlich gefehlt
                hat und was das Miteinander im Präsenzunterricht an unserer evangeli­
                schen Schule so wertvoll macht.

            Schließlich erwartet auch Sie als Leser Ungewohntes: In diesem Jahr
            ­erhalten Sie den RUF in einem neuen Format und, anders als in den Vor­
            jahren, erst im Herbst. Wir hoffen, dass auch Sie für das Neue offen sind und
            die Lektüre anregend wirkt,

            Ihr

                                              Bert Nentwich

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RRUUFF 22 00 22 00 - WILHELM-LÖHE-SCHULE NÜRNBERG - Wilhelm-Löhe-Schule
INHALT
Vereinigung der Freunde der Wilhelm-Löhe-Schule . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                         4
Einladung zur Mitgliederversammlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                             5
Kurz erklärt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .   6
Beitrittserklärung zur Vereinigung der Freunde der WLS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                          7

Neues wagen – auf Fremdes zugehen
Homeschooling schärft den Blick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                        8
Ganztag steht Kopf. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .           10
Eine digitale Provokation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .              12
Glasfaseranschluss für die WLS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                      13
Bericht aus der Grundschule . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                   14
Lernen im Wandel. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .           16
Veränderungen muss man auch annehmen können. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                            18
Neue Wege an der Fachoberschule. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                          20
Neues und Fremdes für Eltern im Jahr 2020. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                22
Löhe on stage. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .      24
Theaterabend der Mittelschule . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                     26
Lernbuddies. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .      27
Kinderrechte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .      28
Online-Unterricht an der Grundschule. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                           29

Aus dem Schulleben
Werkstatttage der 7. Jahrgangsstufe. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                          30
Inklusionsprojekt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .        31
Schule ohne Rassismus. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                33
Lange Nacht der Wissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                        34
Deutsch-Französischer Tag . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                   35
Kommunalwahl 2020. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                36
Lebenslauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .    37
Schüleraustausch Budapest. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                    38
Archäologie in Istanbul . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .             40
Schüleraustausch Madrid. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                  42
Bundesweiter Vorlesetag am Gymnasium. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                                 43
Freunde und Förderer an der WLS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .                         44

Aus dem Kollegium
Neues von den Ehemaligen und dem Kollegium . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  50
Wir verabschieden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  52

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RRUUFF 22 00 22 00 - WILHELM-LÖHE-SCHULE NÜRNBERG - Wilhelm-Löhe-Schule
Freunde der Wilhelm-Löhe-Schule
                      Liebe Freundinnen und               einer teils sehr kontroversen Diskussion über
                      Freunde der Wilhelm-                die Details im Hinblick auf Höhe und Zeitpunkt
                      Löhe-Schule,                        der Umsetzung. Die beschlossene Erhöhung
                                                          erfordert in verstärktem Maße, ein Augen­
                        das Schuljahr 2019/2020           merk auf die Vermeidung sozialer Nachteile zu
                        war ja etwas anders               legen.
                        als in den Jahren zu­             Neben der finanziellen Unterstützung einzel­
                        vor. Die Widrigkeiten im          ner, wirtschaftlich weniger leistungsfähiger
                        ­Zusammenhang mit dem             Eltern zur Ermöglichung der Teilnahme ihrer
                         Herunterfahren des ge­           Kinder an Schulfahrten und anderen Ver­
                         samten    gesellschaftli­        anstaltungen, konnten wir im vergangenen
chen Lebens sind ja allen hinlänglich bekannt.            Schuljahr alle Schularten in ihren Bestrebun­
Auch bei unserer Vereinigung gab es deshalb               gen zur Verbesserung von Unterrichtsstruk­
einiges Durch­einander im Bezug auf Förder­               turen unterstützen. Exemplarisch seien hier
anträge, die g
             ­ estellt, genehmigt, zurückgestellt         einige genannt.
und letztlich dann doch zurückgezogen wurden.            In der Grundschule konnte durch die ­Förderung
Aber auch ohne diese allgemeine Krise gab es             des Einbaues von Ventilatoren eine deutliche
im vergangenen Schuljahr einige Veränderun­              Verbesserung des Klimas in den Klassen­
gen im Leben an und mit unserer Schule.                  zimmern erreicht werden.
Das wohl traurigste Ereignis war der Tod unse­           Die Mittelschule konnte bei der Anschaffung
rer langjährigen „treuen Seele“, Frau Hedwig             von Lerninseln unterstützt werden, die zu
„Heddy“ Link. Sie hat unsere Vereinigung, und            ­einer Differenzierung im Unterricht beitragen.
nicht nur die, über mehrere Jahrzehnte „ge­               Außerdem konnten sowohl Experimentier­
managt“ und stand den jeweiligen Vorständen               kästen für die Naturwissenschaften als auch
stets hilfreich und mit großem Engagement                 die Begrünung einer Wand als Biologieprojekt
zur Seite. Wir alle sind ihr zu großem Dank ver­          unterstützt werden.
pflichtet und werden ihr stets einen ehrenvol­            Insgesamt konnten wir durch die großzügige
len Platz in unseren Herzen bewahren.                     Unterstützung unserer Mitglieder und Förde­
Das Ausscheiden unserer „Institution“ Hubertus            rer einen wesentlichen Beitrag zum sozialen
Gieck kam zwar nicht ganz so unerwartet,                  Ausgleich und zur Verbesserung von Unter­
vollzog sich dann aber doch nicht ganz so wie             richtsangeboten sowie zur Aufwertung von
geplant. Wir freuen uns sehr, dass er seinen              Räumlichkeiten und Material leisten. Dafür
Ruhestand in bester Gesundheit genießen                   möchte ich mich herzlich bedanken.
kann, und wünschen ihm, dass das noch viele               Bei den jährlichen Druckwerken unserer Schule,­
Jahre so bleibt.                                         dem Jahresbericht und diesem RUF wurden
Mit dem neuen Schulleiter, Herrn Meinhard,               einige strukturelle Änderungen umgesetzt.
konnten wir unsere Zusammenarbeit nahe­                  So erfolgt die Verteilung des RUF nicht wie
zu nahtlos fortsetzen, weil er als ehemaliger            gewohnt am Ende des Schuljahres, sondern
Schultheologe die Zusammenhänge in der                   gegen Ende des Kalenderjahres, im November
Schule bereits bestens kannte.                           2020. Im Zuge der terminlichen Angleichung
Außerdem führte die unzweifelhaft grund­                 an unser Wirtschaftsjahr werden wir unsere
sätzlich notwendige Schulgelderhöhung zu                 diesjährige Jahreshauptversammlung am

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25.11.2020 durchführen. Die Einladung findet                              Ich möchte alle Freunde unserer Schule ­bitten,
      sich auf dieser Seite unten.                                              sich mit dem Thema einer Mitgliedschaft in
      Über aktuelle Änderungen und Aktivitäten der                              unserer Vereinigung zu befassen. Für Fragen
      Vereinigung der Freunde der Wilhelm-Löhe-                                 stehe ich gerne zur Verfügung.
      Schule wird im neuen Schuljahr verstärkt auf                                                           Gerhard Oswald
      unserer Seite der Löhe-Homepage berichtet                                              Vorsitzender der Vereinigung der
      werden.                                                                           Freunde der Wilhelm-Löhe-Schule

                                           Vereinigung der Freunde
Einladung zur Mitgliederversammlung 2020

                                           der Wilhelm-Löhe-Schule
                                           Sehr geehrte Mitglieder, liebe Eltern, liebe Freunde,

                                           ich lade Sie herzlich ein
                                           zu unserer diesjährigen Mitgliederversammlung am

                                           Mittwoch, 25.11.2020, 19.30 Uhr
                                           in der Mensa des Neubaus.
                                           Tagesordnung:

                                           1.   Begrüßung und Feststellung der Anwesenheit
                                           2.   Bericht des Schulleiters mit Aussprache
                                           3.   Bericht des Vorsitzenden mit Aussprache
                                           4.   Bericht des Schatzmeisters mit Aussprache
                                           5.   Bericht der Revisoren mit Aussprache
                                           6.   Entlastung des Vorstandes
                                           7.   Sonstiges

                                           Sie sind auch dann herzlich zur Mitgliederversammlung eingeladen, wenn
                                           Sie noch nicht Mitglied der Vereinigung sind. Ebenso herzlich eingeladen
                                           sind die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12. Stimm­
                                           berechtigt sind allerdings nur die Mitglieder der Vereinigung.
                                           Ich würde mich über Ihre Teilnahme sehr freuen.

                                           Mit freundlichen Grüßen
                                           Gerhard Oswald, 1.Vorsitzender

                                                                            5
RRUUFF 22 00 22 00 - WILHELM-LÖHE-SCHULE NÜRNBERG - Wilhelm-Löhe-Schule
Der »RUF« der Wilhelm-Löhe-Schule                        Mitglieder der Vereinigung
Kurz erklärt
                  erichtet als Jahresschrift über wich­tige
                 b                                                          önnen alle natürlichen und juristischen
                                                                           k
                 ­Ereignisse aus dem Schulleben                            Personen werden, die die Wilhelm-Löhe-
                  verbindet Freunde und Förderer der ­Schule              Schule fördern wollen,
                   ist die Familienchronik der »Ehemaligen«               insbesondere
                                                                           Eltern, Schülerinnen und Schüler
                                                                            ehemalige Schülerinnen und Schüler
               Die Vereinigung der Freunde der                               Lehrkräfte und ehemalige Mitarbeiter der
               Wilhelm-Löhe-Schule e.V.                                       Schule
                 i st ein Zusammenschluss zur För­de­r ung der         Mitgliedsbeitrag: € 10,– im Jahr
                  Wilhelm-Löhe-Schule Nürn­berg und hilft
                                                                        Freiwillige Elternspenden sind sehr er­­­wünscht.
                  der Schule bei ihren vielfäl­tigen Auf­gaben
                  durch Eltern­spenden                                  Beitritt und Austritt erfolgen durch schrift­­­liche
                  unterstützt die Schule in ihren pädago­              Erklärung an den Vorstand
                   gischen Aufgaben                                     (§ 4 Abs. 2 der Satzung).
                   gewährt Zuschüsse zu Klassenfahrten                 Die Vereinigung ist als gemeinnützig an­er­
                    und Freizeiten                                      kannt. Zuwendungen sind daher steuer­lich
                    finanziert zusätzliche Ausstattungs­­wünsche       absetzbar.
                     beschafft Geräte, Medien, Bücher und              Eine Spendenbescheinigung wird auf Wunsch
                      ­Musikinstrumente durch Eltern­spenden            ausgestellt.

                    WLS – Alumni: Unsere Homepage – Informationen für Ehemalige der WLS

                                                                                                            ni.de
                                                                                 https ://wls-alum
                                                                                                     ler der WLS
                                                                                  – Ehemalige Schü
                                                                                                        t zur
                                                                                     wollen den Kontak
                                                                                                      ge  n
                                                                                     Schulfamilie pfle
                                                                                                     hulleben
                                                                                   – Teilhabe am Sc
                                                                                                      Schulfamilie
                                                                                   – Vernetzung der
                                                                                      mit Ehemaligen
                                                                                                      sozialer Projekte
                                                                                    – Unterstützung
                                                                                                      ion,
                                                                                    – Berufsinformat
                                                                                      Vermittlu ng von Praktika,
                                                                                                         ntakten
                                                                                       Lehrstellen und Ko
                                                                                                      t ist kostenfrei,
                                                                                    Die Mitgliedschaf
                                                                                                         gieren möchte
                                                                                    jeder der sich enga
                                                                                     ist willkommen!

                                                                    6
RRUUFF 22 00 22 00 - WILHELM-LÖHE-SCHULE NÜRNBERG - Wilhelm-Löhe-Schule
Beitrittserklärung zur               Vereinigung der Freunde                         und SEPA-Basis-
                                                                                    der Wilhelm-Löhe-Schule                         Lastschriftmandat
                                                                                                                                    für SEPA-Basis-Lastschriftverfahren

                     Schüler/in (Nachname, Vorname)                                                                                                   Klasse

                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __

                     Name und Anschrift des Mitglieds                                          Name und Anschrift des Zahlungsempfängers
                                                                                               Vereinigung der Freunde der
                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __                           Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg e. V.
                                                                                               Deutschherrnstraße 10,
                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __                           90429 Nürnberg
                                                                                                0911 2708220  freunde@loehe-schule.de
                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __                           Internet: www.wls-nbg.de  „Partner - Förderer“
                                                                                               Gläubiger-Identifikationsnummer: DE02ZZZ00000247865
                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __
                                                                                               Evang. Bank eG              IBAN DE28 5206 0410 0003 5077 00

                     Mit Wirkung vom ______________________ trete ich / treten wir zum Jahresbeitrag von 10,00 € der Vereinigung der Freunde
                     der Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg e. V. bei.
                      Zusätzlich bin ich / sind wir bereit, der Vereinigung eine Spende in Höhe von _____________________ € monatlich / jährlich
                       zukommen zu lassen. (Bitte gegebenenfalls ankreuzen, Betrag ergänzen und Nicht-Zutreffendes streichen.)

                     Zum Einzug des Mitgliedsbeitrags und der Spende (falls zutreffend) wird folgendes SEPA-Basis-Lastschriftmandat erteilt:

                     Ich / Wir ermächtige(n)

                     Name des Zahlungsempfängers
                     Vereinigung der Freunde der Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg e. V.

                     Zahlungen von meinem / unserem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise(n) ich / wir mein / unser Kreditinstitut an, die von

                     Name des Zahlungsempfängers
                     Vereinigung der Freunde der Wilhelm-Löhe-Schule Nürnberg e. V.

                     auf mein / unser Konto gezogenen Lastschriften einzulösen.

                     Ich kann / Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrags verlangen. Es
                     gelten dabei die mit meinem/unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

                     Der Lastschrifteinzug erfolgt grundsätzlich am 5. eines Monats beziehungsweise am darauffolgenden Werktag, falls der Fälligkeitstag auf einen
                     arbeitsfreien Tag fällt.

                     Kontoinhaber / Zahlungspflichtiger (Nachname, Vorname)

                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __

                     Kreditinstitut

                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __
                     IBAN

                     DE __ __ | __ __ __ __ | __ __ __ __ | __ __ __ __ | __ __ __ __ | __ __
                     Telefon                                                  E-Mail-Adresse

                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __

                     Ort, Datum                                                                 Unterschrift des Kontoinhabers

                     __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __                            __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __

                                                                     Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise:
                       Nach Ergänzung der Mandatsreferenz und des Datums des Ersteinzugs erhält das neue Mitglied eine Kopie dieses Mandats.
                       Spendenbescheinigungen werden für Einzelspenden von mehr als 200,00 € unaufgefordert im Folgejahr zugesandt.
                       Für Einzelzuwendungen bis 200,00 € genügt für steuerliche Zwecke i. d. R. ein einfacher Nachweis, z. B. Kopie des Kontoauszugs.
BE/LSM-3 02/19-gör

                       Die Mitgliedschaft endet nicht automatisch mit Austritt aus der Wilhelm-Löhe-Schule, sondern bedarf einer separaten Kündigung.

                     Mandatsreferenz - wird von der Vereinigung ergänzt -                                            Ersteinzug erfolgt zum - wird von der Vereinigung ergänzt -

                      Jahresmandat __ __ __ __  Monatsmandat __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __ __

                                                        Bitte vollständig und leserlich ausfüllen und unterschreiben!
RRUUFF 22 00 22 00 - WILHELM-LÖHE-SCHULE NÜRNBERG - Wilhelm-Löhe-Schule
Homeschooling schärft den Blick für
                                    den Wert der persönlichen Begegnung
                                                                  In den Zeiten, in de­        Drucker. Auch können Eltern eben nicht selbst­
Neues wagen – auf Fremdes zugehen

                                                                  nen ich diese Zeilen         verständlich – wenn sie zeitgleich im Home
                                                                  schreibe, ist „das           Office arbeiten sollen, sich vollumfänglich um
                                                                  Neue“ und damit              die Erarbeitung des Schulstoffes kümmern.
                                                                  auch „das Frem­              Ich meine dennoch: Wir haben uns als Schule
                                                                  de“ der durch die           ­wacker geschlagen. Fronter hat sich nicht als
                                                                  Corona-Pandemie              die schlechteste Option erwiesen und alle hier
                                                                  unumgänglich not­            im Hause haben sich mit viel Mühe und Arbeit
                                                                  wendig gewordene             in die Details und damit auch in die Tücken
                                                                  Umgang mit den di­           der Technik und Programme eingedacht
                                                                  gitalen Werkzeugen,          und ­eingearbeitet. Es zeigt sich meines Er­
                                                                  die uns eigentlich          achtens auch, dass das viele Geld, welches
                                                                  schon sehr lange zur        die WLS hierzu in die Hand genommen hat,
                                                                  Verfügung stehen.           nicht umsonst war und dass die Überlegungen
                                    Vieles als Selbstverständlichkeit Angenom­                zur digitalen Ausstattung an der WLS, die
                                    mene erweist sich im Vollzug als gar nicht so             ja schon lange laufen, nicht völlig wirklich­
                                    selbstverständlich und eingespielt, wie es                keitsfremd waren. Ich bin zuversichtlich,
                                    ­gerne auch behauptet wurde. Das gilt – selbst­           dass etliches, was nun neu gewonnen wur­
                                    kritisch – auch für die WLS: Natürlich nutzen              de, in einer Post-Corona-Zeit nicht gleich
                                    wir z.B. Fronter schon lange als Lernplattform.            wieder verschwindet. Ich glaube auch,
                                     ­Natürlich haben wir z.T. digitale Schwarze Bret­         dass die durch die Pandemie erzwungene
                                    ter. Natürlich führen wir unsere Planungskonfe­            Präsenzpause im Unterricht auch den Skepti­
                                    renzen seit Jahren digital durch und verwenden             kern und Zweiflern am Digitalen die Vorzüge
                                    entsprechende Kalender. Und ja – wir haben                 und Vorteile dieser Möglichkeiten aufgezeigt
                                    eine verhältnismäßig gute digitale Ausstattung             hat. Es wird eine Aufgabe für die Zukunft sein,
                                    und sogar ein sehr leistungsfähiges und tat­               diese digitalen Vorteile in einem Unterrichts­
                                      sächlich vor Corona schon ausgebautes WLAN-              konzept zu verfestigen und auszubauen.
                                      Netz und daran angepasste Medienkonzepte                 Gleichzeitig werden in der Gesellschaft auch
                                      und sogar eine neue Hausordnung, die auch den            jene Stimmen lauter, die vorgeben, noch wei­
                                      digitalen Bereich bedenkt.                               ter zu denken. Es ist ihr gutes Recht, auch die
                                      Und dennoch läuft nicht alles rund – oder                äußerste Konsequenz als Möglichkeit zu for­
                                      „smart“, wie es möglicherweise digitaler aus­            mulieren: Wie wäre es, wenn man die Lehrkraft
                                      zudrücken wäre. Dazu gehören auch Dinge, die             einfach grundsätzlich ersetzte oder zumindest
                                      nicht direkt in der Hand der Schule liegen, z.B.         deutlich einsparte? Ließe sich nicht viel über
                                      die unterschiedliche technische Ausstattung in           Arbeitsaufträge, Tutorials, Youtube-Videos
                                      den Elternhäusern. Es ist eben nicht selbstver­         u.ä. abdecken und somit mehr „Lernen zu
                                      ständlich, dass überall (je nach Kinderanzahl)          Hause“ oder „Homeschooling“ betreiben? Hier
                                      auf die passende Anzahl von Geräten zurück­             mögen wirtschaftliche Interessen mancher
                                      gegriffen werden kann. Oder dass überall ein            Hersteller oder Anbieter eine Rolle spielen,
                                      verlässliches WLAN vorhanden ist oder ein                aber es gibt eben auch jene, die den Lehr-

                                                                                          8
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beruf als solchen als eine obsolete Angelegen­          Wir merken in einer solchen Krise, wie sie uns
heit ansehen.                                           Corona beschert hat, also gerade auch den Wert
Insofern ist eine Krise gut, da sie solche Extre­       und den Schatz, der bereits da ist. Und die Krise
me aufdeckt und öffentlich macht, die ja vorher         lenkt damit auch mit Nachdruck den Blick eben
„nur“ gedacht wurden. Und sie bietet den An­            wieder auf jenes: Die Relevanz von persönlicher
lass, bei aller Euphorie über die „neuen Mög­           Beziehung, von Hinwendung und von Engage­
lichkeiten“ auch Grundsätzliches noch einmal            ment in der Auseinandersetzung mit dem Ein­
zu betonen.                                             zelnen. Darin kommen dann auch die Themen
Zu diesen Grundsätzlichkeiten gehören gera­             vor, die uns immerfort in einer ­   Gesellschaft
de in einer evangelischen Schule die persönli­          ­beschäftigen werden: Die Frage nach der so­
che Begegnung und das Miteinander. Darin das            zialen Verantwortung für den Nächsten, der
Wahrnehmen des Gegenübers mit allen Sinnen,              Umgang mit sog. „Fake-News“ (bis hin zu Ver­
die zur Verfügung stehen. Denn es geht in der           schwörungstheorien), die Erziehung zu Grund­
Schule und beim Lernen fürs Leben immer um              haltungen und Werten. Dies alles wird nur
weit mehr als nur um den Erwerb von Wissen.             gelingen können, wenn wir ein persönliches
Dieses (notwendig zu erwerbende) Wissen                 Gegenüber haben.
muss in Perspektiven eingetragen werden kön­            Ich glaube – und dafür danke ich allen Akteuren
nen und der/dem SchülerIn muss die Möglich­             ausdrücklich – dass der WLS dies auch in der
keit gegeben werden, diese Perspektive für sich         Zeit der digitalen Beschulung weitgehend ge­
zu testen und sie probeweise einzunehmen.               lungen ist und SchülerInnen und Eltern gemerkt
Schule ist hier ein geschützter Raum, welcher           haben, wie wichtig uns die SchülerInnen sind
ein solches Testen erlaubt, ohne schwerwie­             und wie viel Wert wir auf diese persönliche Be­
gende Konsequenzen fürchten zu müssen.                  ziehung legen.
SchülerInnen können sich darin ausprobieren             So wollen wir mit diesem zweifachen Ergeb­
und sie können sich reiben an der Position der          nis auf die Zukunft blicken: Wir brauchen das
Lehrkraft, welche ja Ähnliches in ihrem eigenen         Digitale und den Kompetenzerwerb in diesem
Leben leisten muss: Mit der eigenen Person für          Bereich. Ja, es soll sogar Bestandteil eines er­
Überzeugungen einstehen.                                weiterten Konzeptes werden. Aber auch die
SchülerInnen merken sehr schnell, wo eine               Bestätigung, dass es gut und wertvoll ist, viel
Lehrkraft hinter den Ideen steht, die bespro­           Zeit und Energie für die persönliche Begegnung
chen werden. Sie merken sehr schnell, ob das,           einzusetzen, weil nur dann der Mensch zum
was vor der Tafel verkündet wird, mit der Iden­         Mensch werden kann.
tität dessen, der dies verkündet, überein geht
oder nicht.                                                                             Mark Meinhard
Dies alles passiert in guten Schulen, wo Lehrer­                                     Leitender Direktor
Innen sich um ihre SchülerInnen bemühen, sie                                         Gesamtschulleiter
zu verstehen suchen und man eine gemeinsame
Grundlage hat, auf der man aufbauen kann.

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Ganztag steht Kopf
                             „Von den genehmig­       lichst auszuschließen, was eine Verbreitung des
                             ten pädagogischen        Coronavirus begünstigt oder gar beschleunigt,
                             Konzepten       kann     führt bei allen Überlegungen zwangsläufig zu
                             im Hinblick auf die      einem geschlossenen Konzept mit stetigen
                             ­Erfordernisse des       Gruppen, die einem kleinen Kreis von festen Be­
                              Infektionsschutzes      treuern zugeordnet sind. Hygiene- und Distanz­
                              abgewichen wer­         regeln sind in der Arbeit mit den Grundschülern
                              den.“                   sehr schwer einzuhalten. Die Situation in den
                              In unserem Falle        Unterrichtsräumen der Abschlussklassen, wo
                              ist das KANN ein        alle SchülerInnen einen festen Platz innerhalb
                              MUSS. Ein offenes       eines definierten Abstandrasters einnehmen
                              Konzept, bei dem        und während des gesamten Unterrichts nicht
die betreuten Kinder in hohem Maße entschei­          verlassen, ist in keiner Weise mit der in der Not­
den, wie sie den „Freizeitanteil“ in der Betreu­      betreuungsgruppe vergleichbar. Abstandsre­
ung inhaltlich gestalten wollen, ist nicht coro­      geln und präventive Maskenpflicht können in
natauglich.                                           der Gruppe nicht umgesetzt werden, müssen
Die Entscheidung für ein offenes Konzept war          aber im Umgang der Gruppen untereinander
eine grundsätzliche, eine, die vor zwei Jahr­         streng geregelt und überwacht werden. Jede
zehnten aus Überzeugung getroffen wurde und           Gruppe hat feste Räume sowie eigene Spiel­
die in den folgenden Jahren alle Überlegungen         geräte und -flächen. Wo gemeinsam Nutzung
zu Entwicklungen und notwendigen Verän­               nicht vermieden werden kann, helfen strenge
derungen inhaltlich bestimmt hat. Ein offenes         Terminpläne und aufwändige Desinfektions­
Konzept, so wie es an der Löhe-Schule verstan­        intervalle, das theoretische Infektionsrisiko
den wird, ist ein Bekenntnis zur Erziehung zur        gering zu halten. Viele Kinder gehen souverän
Selbstverantwortung, zur Stärkung der Kompe­          mit der Situation um, einige Kinder reagieren
tenzen der uns anvertrauten SchülerInnen und          verängstigt, die Verunsicherung der Erwachse­
Schüler. Wir haben dieses Konzept mit Herzblut        nen überträgt sich, Masken und Distanz tun ihr
gepflegt, weiterentwickelt und daran festge­          Übriges. Es schmerzt, um die Beklemmungen
halten, auch als die stark wachsende Nachfrage        eine Kinderseele zu wissen und doch aus Grün­
die Teilnehmerzahlen nach oben schnellen ließ         den, die dem kleinen Menschen nicht einsichtig
und zuletzt 370 Kinder in der Betreuung ange­         sein können, am Handeln festhalten zu müssen.
meldet waren. Und wir haben in dieses Kon­            Zudem drückt die Sorge um die finanzielle Si­
zept investiert, qualifizierte MitarbeiterInnen       tuation. Auch wenn wir die Elternbeiträge aus­
gewonnen und die Ausstattung erweitert und            setzen, fallen nahezu alle Kosten, insbesondere
optimiert. Mit dem Kostenersatz, den der Staat        die Personalkosten, unvermindert an.
für Betreuung leistet, ist das bei Weitem nicht zu    Stand heute, 30.04.2020, stehen 29 Kinder in
machen. Und so sind wir zur Aufrechterhaltung         drei Notgruppen auf unseren Betreuungslisten,
der Betreuung auf Elternbeiträge angewiesen.          derzeit gehen jeden Tag etwa zwei neue berech­
Sie bilden etwa die Hälfte unseres Betreuungs­        tigte Anträge auf Notbetreuung ein. Auch wenn
etats.                                                im Augenblick weder geeignete Räume noch
Nun müssen wir schlagartig und konsequent             Personal zur Verfügung stehen, müssen zügig
einen ganz anderen Ansatz leben. Alles mög­           weitere Notgruppen organisiert und umgesetzt

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werden, denn eine Kapazitätsgrenze kennt die              und Ideen mitzunehmen. Vor allem aber auch
Allgemeinverfügung vom 16.04.2020 nicht. „Um              die Chance, Demut neu zu lernen und zu üben,
eine Ausbreitung des COVID-19 in der Notbe­               angesichts der begrenzten eigenen Möglichkei­
treuung zu verhindern, sind die Schulleitungen            ten.
gebeten, die Gruppengröße u. a. unter Berück­             Wenn Sie diesen Text lesen, wird der 30.04.
sichtigung der örtlichen Gegebenheiten nach               weit weg sein. Und so ist dieser Beitrag auch
eigenem Ermessen entsprechend zu festzule­                ein Brief in die Zukunft an mich selbst. Was die
gen.“ So lapidar kann ein Dilemma formuliert              Zeit seither gebracht hat, wo wir stehen und
werden. Und auch das ist ein Dilemma:                     wie die Reise weitergeht, kann ich aus heutiger
Die Krise ist die Zeit der Exekutive! Eine an der         Sicht nur vage ahnen. Nach allem, was mir heu­
Löhe-Schule über Jahre entwickelte Kultur der             te bekannt ist, werden wir vom „Normal­betrieb“
Mitsprache und Mitberatung muss in der Kri­               noch weit entfernt sein und manche Sorgen
se ruhen und kann aus zeitlichen Gründen und              größer noch als heute. Und dennoch wende
Sachzwängen nicht gepflegt werden. Auch das               ich mich mit Z ­ uversicht dem Weg zu, der vor
zehrt an den Nerven, führt zu Spannungen und              uns liegt. Zuversicht, die sich hinsichtlich der
Verwerfungen, die als Erbe der Krise irgend­              Ganz­tagesbetreuung speist aus dem Wissen um
wann aufgearbeitet werden müssen.                         gute, engagierte und kreative Mitarbeitende,
Und dennoch steckt in allem auch der Aspekt               einen verlässlichen Schulträger, eine verant­
„Chance“. Die Chance beispielsweise, nun Er­              wortungsvolle, solidarische Schulfamilie, ein
fahrungen zu sammeln mit Konzeptalternati­                funktionierendes Leitungsteam und vor ­allem
ven, die wir ohne die Ausnahmesituation nicht             aus einer gehörigen Portion Gottvertrauen,
ausprobiert hätten. Die Chance, die Betreu­               das in Krisenzeiten meine Seele merklich vor
ungsleistung der Mitarbeitenden als system­               ­Schaden schützt.
relevante Tätigkeit wahrzunehmen und neu zu                Dass Ihnen das zuteil wird, wünsche ich Ihnen
würdigen. Die Chance, die Kreativität der Be­              auch. Kommen auch Sie gut durch diese Zeit!
treuungsteams neu zu erleben und belasten zu
können. Die Chance, sich mit dem, was uns nun                                          Andreas Schramm
gezwungenermaßen an Neuem und Fremden                                Stellvertretender Gesamtschulleiter
begegnet, auseinanderzusetzen und Impulse

       „Portraitreihe“ (Zeichnung, Tusche, Blei- und Buntstift): Luisa Titze, Additum Q 11

                                                     11
Lernen ausschließlich von zu Hause –
             Eine digitale Provokation
Ende Januar hörte man in den Nachrichten von           sich dadurch aufhalten und reagierten flexi­
der Ausbreitung des Corina-Virus in China. In der      bel: Materialien und Lösungen wurden auch zu
Region Wuhan reagierte man sehr rigoros, rie­         „Nicht-Unterrichtszeiten“, nicht selten abends,
gelte die Stadt ab, Schulen, Unis, Kindergärten       nachts oder an Sonntagen in die Lernplattform
und Geschäfte wurden geschlossen, Ausgeh­             eingestellt.
verbote verhängt. Damals konnte man sich noch         Über die Lernplattform Fronter können Fra­
nicht vorstellen, dass hier bei uns die Auswirkun­    gen einzelner Schüler direkt geklärt, aber auch
gen des Virus ähnlich würden. Inzwischen haben        Hinweise für ganze Gruppen erstellt werden.
wir mit Schulschließungen, Abstandsregelungen         Arbeitsaufträge werden außer zur Einzelarbeit
monatelangem Homeschooling für Schüler                auch zur Gruppenarbeit gestellt, denn Fronter
und Lehrer gründlich umdenken müssen. Das             bietet die Möglichkeit Office-Dokumente on­
­Unerwartete und Fremde hat die ganze Schule          line über den Browser mit mehreren Benutzern
 herausgefordert, sich dem Neuen zu stellen, Er­      gleichzeitig zu bearbeiten. Positiv ist auch die
 fahrungen zu machen und daraus für die Zukunft       Zusammenarbeit der Kollegen untereinander.
 zu lernen.                                           Wenn einer eine gute Umsetzung erarbeitet
 Die Wilhelm-Löhe-Schule hat die Digitalisierung      hat, dann wird diese Erkenntnis auch an andere
 allerdings bereits vor der Krise beschäftigt. Das    weitergegeben. So wurden dann auch bei uns
 neue und unerhörte Ereignis traf sie nicht unvor­    einige neue Möglichkeiten ausprobiert, zum Bei­
 bereitet. Mit der Etablierung der Lernplattform      spiel kurze Videoanleitungen erstellt, Videos in
 Fronter ist bereits seit mehreren Jahren für ein     Arbeitsaufträge eingebettet, kleine interaktive
 geeignetes Mittel gesorgt, um den Herausforde­       Tests abgehalten und vieles mehr. Es gab eine
 rungen eines „Online-Unterrichts“ gewachsen zu       Zusammenarbeit nicht nur intern in jeder Schul­
 sein. Auch wenn sich die Kolleginnen und Kolle­      art, sondern, und das ist wieder eine große Stär­
 gen mit Beginn des Schuljahres an die komplett       ke unserer Schule, auch schulartübergreifend.
 neu überarbeitete Version der Lernplattform          Ein sehr großer Teil der Schülerinnen und Schü­
 gewöhnen mussten, hatte eine ganze Reihe von         ler nahm dieses Angebot positiv an und betei­
 Lehrkräften bereits vor Beginn der Pandemie-         ligte sich engagiert am „Online-Unterricht“. Für
 Krise digitale Kommunikation in ihren Unterricht     manche Schüler war es aber auch eine große
 integriert. Damit waren sie auch relativ gut         Herausforderung, ihren eigenen Stundenplan
 vorbereitet, um sich der Herausforderung zu          zu organisieren. Manche hätten sich eine ein­
 stellen, ihren Unterricht nun mit einem Schlag       heitlichere Bereitstellung der Daten durch die
 vollständig online, in neuer, ungewohnter Form       Lehrkräfte gewünscht. Auch für die Eltern war
 zu halten. Quasi über Nacht mussten die Kollegen     es nicht leicht, besonders wenn sie mehr als
 und die Schüler den Lernstoff ausschließlich         ein Kind beim digitalen Unterricht unterstützen
 digital bewältigen. Unterstützt wurden die           sollten. Andere Schulen fanden oft ganz andere
 Lehrerinnen und Lehrer dabei durch rasch
 ­                                                    Wege, das Homeschooling zu organisieren.
 organisierte Fortbildungen zur Lernplattform.
 ­                                                    ­Zudem mangelte es vielfach nicht nur an aus­
 Trotzdem verunsicherte anfänglich die zeitweise      reichender Zeit neben den beruflichen Verpflich­
 Überlastung der Server in ganz Europa alle Be­       tungen, sondern auch die häusliche Ausstattung
 teiligten. Aber weder Schüler noch Lehrer ließen     mit mehreren Computern und einem Drucker ist

                                                 12
alles andere als selbstverständlich. Die Frage         entwicklung und es mangelt auch nicht an
der Bildungsgerechtigkeit ist durch die Krise hier     Initiative für die Umsetzung. Es ist unbestreitbar,
erneut deutlich hervorgetreten und es hat die          dass ein moderner Unterricht Medien sowie die
Lehrer oft intensiv beschäftigt, hier wenigstens       Möglichkeiten der digitalen Kommunikation, den
ansatzweise einen Ausgleich zu schaffen.               Austausch von Daten und die Möglichkeit der ge­
Von Lehrerseite wurde auch darüber hinaus fest­        meinsamen Bearbeitung von Projekten nutzen
gestellt, „diese Art des Unterrichtens ist anstren­    muss. Welche Lösungen dafür am besten geeig­
gend und sehr zeitintensiv, vor allem dann, wenn       net sind, muss aber eine gründliche und reflek­
man wirklich anspruchsvolle Inhalte vermitteln         tierte pädagogische Erprobung erst zeigen. Die
will und jedem Schüler stets ein angemessenes          letzten Wochen haben gezeigt, digitaler Unter­
Feedback geben möchte“. Umso erfreulicher ist          richt ist eine Bereicherung, aber kein Ersatz für
es, dass sowohl Schüler als auch Lehrer sich auf       den Präsenzunterricht. Die eingesetzten Mittel
dieses „Experiment“ einließen und es tatkräftig        sind dabei nicht entscheidend, sondern die Be­
umgesetzt haben.                                       reitschaft und das Engagement von Schülern
Die Digitalisierung ist an der Wilhelm-Löhe-           und Lehrern mit den vorhandenen Mitteln sinn­
Schule seit vielen Jahren ein Thema der Schul­         voll zu arbeiten.               Walter Katzer

Glasfaseranschluss für die WLS bringt
neue Qualität der Digitalisierung
Am 1. März 2020 begann für die Wilhelm-Löhe-           den Unterrichtsräumen geplant und installiert.
Schule mit der Anbindung an das Glasfasernetz          Damit ist das schuleigene Netz technisch bereit,
eine neue Ära der Digitalisierung. Mit der moder­      das zuletzt auf über 700 angemeldeten Endgerä­
nen Technik erhöht sich die Geschwindigkeit der        ten angefallene Datenvolumen von bis zu 250 GB
Internetanbindung für die im Unterrichts- und          pro Tag zu bewältigen.
Verwaltungsnetz angemeldeten Geräte auf bis zu         Die Neuerungen bieten Anlass genug, erneut
1GB/s. Damit braucht die Schule keinen Vergleich       darüber nachzudenken, wie das, was technisch
mit Universitäten und anderen großen Einrichtun­       machbar ist, auch pädagogisch sinnvoll einge­
gen mehr zu scheuen.                                   setzt werden soll. Sinn und Zweck der Einrichtung
Auch für die im WLAN angemeldeten Geräte er­           ist vor allem, dass der Datenverkehr unterricht­
höht sich die Datengeschwindigkeit auf 500 Mb/s        lichen und schulischen Zwecken dient. Erfahrun­
und bietet damit die schnellste Verbindung, die zur    gen aus der jüngsten Zeit ließen es also sinnvoll
Zeit am Markt zu haben ist.                            erscheinen, die vorhandenen Regelungen unserer
Dass die lange Planung nun tatsächlich zum Er­         Hausordnung in Bezug auf die Handynutzung auf
folg geführt hat, verdankt die Schule dem Know­        dem Schulgelände klarer umzusetzen und die
how des engagierten IT-Teams unter Leitung             Freiräume zur Nutzung räumlich und zeitlich prä­
von Herrn Michaelis, das nach einer sorgfältigen       ziser zu definieren. Ein neues Anmeldeverfahren
Marktanalyse einen günstigen Anbieter gefunden         im Schulnetzwerk soll die anonyme Nutzung ver­
hat, der im vergangenen Sommer das Glasfaser­          hindern und den Behörden im Missbrauchsfall er­
kabel vor unserer Schule auf eigene Kosten ver­        möglichen auf die NutzerInnen zurückzugreifen.
legen ließ. Zudem wurden ca.70 Accesspoints in                                        Bert Nentwich

                                                  13
Bericht aus der Grundschule
Kulturelle Bildung ermöglicht Begegnung
mit Neuem und Fremdem
                        Auch in diesem Schul­         gefunden, Autoren für Lesungen gewonnen,
                        jahr gaben wir uns in der     Kontakte zu Nürnberger Künstlern geknüpft.
                        Grundschule wieder ein        Eltern, die im kreativen Bereich tätig sind, boten
                        Jahresmotto.     Nachdem      sich für Aktionen an und eine Kooperation mit der
                        wir in den letzten Jahren     Mittelschule bereicherte unseren Schulalltag mit
                        auf die Reformation, Ge­      Vorlesestunden und verschiedenen Projekten.
                        sundheit/Sport und MINT       Besonders freuten sich unsere Kinder über den
                        (Mathematik, Informatik,      regelmäßigen Einsatz von Lesehunden. Sie sind
                        Naturwissenschaft     und     geduldige Zuhörer und verzeihen Fehler beim
                        Technik) den Schwerpunkt      Vorlesen.
                        gelegt hatten, entschie­      Seit einigen Jahren nutzen wir mit verschiedenen
  den wir uns in diesem Jahr für Kunst, Musik und    Klassen das Museumscurriculum des Kunst- und
­Literatur.                                          Kulturpädagogischen Zentrums (KPZ). Die teil­
 Aufgabe der Schule ist nach Art. 131 der Verfas­    nehmenden Klassen besuchen dabei im Laufe
 sung des Freistaates Bayern, nicht nur Wissen       des Schuljahres kostenfrei ­insgesamt fünf lehr­
 und Können zu vermitteln, sondern auch Herz         planbezogene museumspädagogische Veran­
 und Charakter zu bilden. Kulturelle Bildung ist     staltungen in Nürnberger Museen. Die einzelnen
 Allgemeinbildung und ergänzt unser Bildungs­        Veranstaltungen können in beliebiger Reihen­
 system mit kreativen Inhalten. Sie ermöglicht       folge und zu einem frei wählbaren Zeitpunkt
 Begegnungen von Menschen unterschiedlicher          durchgeführt werden und die Inhalte werden
 Herkunft und verschiedenen Alters und bewirkt       unterrichtlich vor- und nachbereitet.
 Offenheit für Neues und Fremdes. Kultur be­         Durch die unterschiedliche Schwerpunkt­
 reichert das Leben, öffnet den Horizont, gibt       setzung in den letzten Jahren entstanden ein­
 uns andere Blickwinkel und weckt die Neugier.       drucksvolle Kontakte zu außerschulischen
 ­Gerade bei Kindern und Jugendlichen stärkt kul­    Partnern, die wir gerne jedes Jahr wiederauf-
turelle Bildung das Selbstbewusstsein. Schüler       leben lassen. Beispielhaft seien hier die
sollen durch eigenes Erleben intensive Erfah­        ­Kooperation mit dem 1. FCN und dem HC Erlan­
rungen machen, die den Aufbau nachhaltiger,          gen genannt.
konsensfähiger Werteorientierung für verschie­       Zwei große Highlights waren schnell einge­
dene Kulturen ermöglichen. Durch Mitwirkung           plant: Ein Jahresmotto-Abend in der Aula, an
und Mitgestaltung erleben die Kinder, dass sie        dem wir den Eltern besondere Projekte aus
ihre Umwelt kreativ und konstruktiv beeinflussen      unserem Schulalltag präsentieren wollten, mit
können. Hier haben wir viele Anknüpfungspunk­         Musik, Tanz, Theater, Gedichtvorträgen, Bild­
te gesucht und in unseren Schulalltag integriert.     präsentationen uvm. Ferner freuten wir uns auf
Schnell füllte sich der Grundschulkalender mit        ein wunderbares Programm der Kulturwerkstatt
einer ansehnlichen Menge an Terminen und              auf AEG: Hier wollten wir die Kinder während
  Aktionen, Kooperationspartner wie Schwan-
  ­                                                   der Projekttage auf eine Reise durch die Kunst
  Stabilo und die Kulturwerkstatt auf AEG wurden      zum Thema Dschungel einladen. Bevorzugt von

                                                14
KünstlerInnen mit internationalen Wurzeln fan­ Kindersprechstunde vor. Sie verschickten selbst
den sich künstlerische und musikalisch-tänzeri­ Audiodateien mit Gedichtvorträgen und kleinen
sche Angebote für jeden Geschmack.                      Texten. Wir leiteten zum Basteln und Malen an
Bis Mitte März konnten wir bereits viele Ideen und baten um Rücksendung der Werke, um sie
verwirklichen und Aktionen umsetzen. Dann auf der Homepage veröffentlichen zu können.
kam alles anders und wir mussten neu denken. Eine neue Erfahrung für Kinder, Eltern und Lehr­
Die Corona-Pandemie stellte uns alle vor kräfte. Wir merkten in dieser Zeit, wie sehr uns die
Herausforderungen, die bisher nicht vorstellbar Begegnung fehlt, wie wichtig eine direkte Rück­
waren. Am 16.03.2020 schlossen die Schulen meldung im Lernprozess ist. Von unschätzbarem
und die Kinder wurden in das Homeschooling Wert war auch das Feedback der Eltern, wie das
geschickt. Eine unwirkliche Situation, mit der Homeschooling funktioniert. Wir spürten, dass
wir lernen mussten, irgendwie umzugehen. Mit es hilft, möglichst einheitlich zu agieren, gleich­
großem Engagement nahmen die Lehrkräf­ bleibende digitale Wege zu beschreiten, merkten
te diese Aufgabe                                                                   aber auch, dass wir
an. Mit Tages- und                                                                 für einzelne Kinder
Wochenplänen und                                                                   diese individuell
vielen Mails ver­                                                                  anpassen müssen.
suchten wir den                                                                    Zum Zeitpunkt, zu
Kindern und El­                                                                    dem ich den vorlie­
tern eine Struktur                                                                 genden Artikel ver­
für das häusliche                                                                  fasse, ist nicht klar,
Lernen zu geben.                                                                   wann die Grund­
Als      abzusehen                                                                 schulkinder wieder
war, dass nach den                                                                 in die Schule kom­
Osterferien       die                                                              men werden. Sicher
Schulen für unsere                                                                 ist aber, dass wir
Grundschulkinder                „Silvester“ (Collage): Amélie Sandner, V 3a        uns so sehr auf die
noch geschlossen                                                                   Zeit danach freu­
bleiben würden, versuchten wir mit Telefon­ en und sie regelrecht herbeisehnen. Bei all den
sprechstunden für Kinder und Eltern und einem nützlichen Erfahrungen im digitalen Bereich, die
Online-Förderunterricht Unterstützung anzubie­ wir in dieser Zeit sammeln und die auch zu Zeiten
ten und Ansprechpartner für Sorgen und Schwie­ des normalen Unterrichtsbetriebes sicherlich
rigkeiten zu sein. Viele Kinder und Eltern nahmen Einzug in die Schule halten werden, ist deutlich
dieses Angebot an und freuten sich über den di­ geworden, welch wichtige Rolle soziale Kontak­
rekten Kontakt zur Lehrkraft. Wir erstellten kleine te beim Lernen spielen.
Lernvideos und halfen Kindern mit Video­ Dieses Schuljahr wird sicherlich vielen in Erin­
konferenzen beim Strukturieren ihrer Aufgaben, nerung bleiben. Ich blicke trotz der Krise auch
wenn sie mit dieser neuen Art des Lernens Mühe dankbar auf dieses Jahr zurück.
hatten. Natürlich waren viele geplante Projek­ Danke für das Engagement, das Mitdenken,
te in dieser Zeit nicht mehr umsetzbar und wir dafür, Verantwortung zu übernehmen, für das
suchten neue Möglichkeiten, unserem Jahres­ Einschlagen neuer Wege, für Rückmeldungen,
motto auch im Homeschooling einen Platz zu das Zusammenhalten und für die Geduld. Er­
geben. Die Kinder erhielten Audiodateien von holen Sie sich gut, bleiben Sie alle behütet und
vorlesenden Lehrkräften, die Kinder arbeiteten gesund.
mit Klassenlektüren, wurden Dichter und Ge­                                                Birgit Röthel
schichtenschreiber und lasen den Lehrern in der                                 Grundschulrektorin

                                                  15
Lernen im Wandel
                           8:45 Uhr - ein ganz       Kann man so wirklich arbeiten und lernen?
                           normaler Schultag         Behalten wir so den Überblick und die Kon­
                           – ein Flur der Mit-       trolle? Können Kinder und Jugendliche wirklich
                           telschule der Wil-        so selbstständig und individuell etwas leisten?
                           helm-Löhe-Schule:         Können wir Lehrkräfte und die SchülerInnen so
                                                     viel Verantwortung für sich selbst übertragen?
                           …Die Türen eini­          Das Konzept von Lernlandschaften bedeutet
                           ger Klassenzimmer         die Abkehr vom herkömmlichen Unterricht, der
                           gehen auf – Schü­         sich von der ersten bis zur letzten Minute aus­
                           lerInnen kommen           schließlich in einem Klassenzimmer abspielt.
                           einzeln oder in           Hier wird die räumliche Gestaltung einer Schule
                           Gruppen heraus -          so verändert, dass die pädagogischen Vorgaben
                           manch einer geht         eines selbstständigen, eigenverantwort­    lichen
                           zu einem Stehtisch       und schülerzentrierten Lernens möglichst
                           und beginnt dort         ­optimal umgesetzt werden können. Ein offenes
mit Buch und Heft zu arbeiten – iPads werden         Schulhaus mit Lernorten, an denen man sich
aus den Koffern im Klassenzimmer genommen,           (auch klassen- und jahrgangsübergreifend) zur
manche SchülerInnen brauchen auch ­       einen      Arbeit treffen kann, Räume für Angebote und
Kopfhörer – eine Gruppe arbeitet an einem            Instruktionen durch Lehrkräfte oder zur stillen
Videotutorial, andere Schüler loggen sich in         Arbeit und vieles mehr ist dafür notwendig.
der Lernplattform „Fronter“ ein und beginnen         Eine derartige Umgestaltung von Lern- und
konzentriert an ihrem Wochenplan zu arbeiten         Unterrichtssituationen ist eine anspruchs­volle
– eine Lehrkraft sitzt in einem der Klassen­         Aufgabe. Die Einbindung digitaler Medien in
zimmer im Stuhlkreis mit zehn SchülerInnen           dieses Unterrichtskonzept muss in der moder­
aus verschiedenen Jahrgangsstufen, es geht           nen Gesellschaft ein wichtiger Baustein des
um das Thema „Gleichungen lösen“ – zwei              Unterrichtskonzepts sein. Doch es muss auch
Schüler der 9. Jahrgangsstufe machen sich            mehr sein als der Ersatz eines Heftes durch ein
auf den Weg zur Sozialpädagogin der Mittel­          mobiles Endgerät. Neue und bis jetzt noch nicht
schule, um ihre Bewerbung durchzusprechen            verfügbare Formen des Lehrens und Lernens
- in jedem Klassenzimmer und im Flurbereich          sollen durch digitalisierte Unterrichtsformate
sitzen SchülerInnen in Gruppen oder alleine          ermöglicht werden.
und arbeiten an Themen aus verschiedenen             Die Schulschließung aufgrund der Corona-Pan­
Unterrichtsfächern – Lehrkräfte gehen durch         demie hat uns sehr deutlich gezeigt, wie wert­
die „offene Lernlandschaft aus Klassenzim­          voll und notwendig die digitale Arbeit sein kann.
mern und Flur“; sie unterstützen, wenn sie von      Der regelmäßige Einsatz dieser Medien in der
SchülerInnen angesprochen werden – in einer         Schule macht den Umgang für SchülerInnen
ruhigen Ecke sitzt eine Lehrkraft mit einer         und Lehrkräfte selbstverständlich und so kann
Schülerin zum regelmäßigen Lernentwick­             auch die Anwendung zu Hause problemlos ge­
lungsgespräch …                                     lingen. Die Schulschließung hat uns jedoch
Das klingt fremd! Fremd für alle, die Schule an­    auch sehr deutlich gemacht, dass an gewissen
ders erlebt haben und erleben, fremd für Eltern,    Schnittstellen der Wissensvermittlung der
SchülerInnen und uns Lehrkräfte.                     direkte Kontakt und persönliche Austausch
                                                     ­

                                               16
z­wischen Lehrkraft und SchülerInnen unab­             sich für uns die Frage nach anderen effektiveren
 dingbar für den Lern- und Arbeitserfolg ist.          Möglichkeiten des individuellen Feedbacks. Der
 Die vom neuen LehrplanPLUS geforderte Kom­            Schulausschuss bewilligte uns die Anstellung
 petenzorientierung bedeutet mehr Freiraum             zweier pädagogischer Zweitkräfte, die uns im
 beim Arbeiten für jeden einzelnen Schüler, weg        Unterrichtsgeschehen unterstützen können.
 vom Frontalunterricht hin zur Partner- oder           Jetzt heißt es, sich für die passenden Einsatz­
 Gruppenarbeit in ansprechenden und einladen­          möglichkeiten zu entscheiden.
 den Lernlandschaften in- und außerhalb des
Klassenzimmers. Selbstständige Arbeitsweisen,          8:45 Uhr - ein ganz normaler Schultag – ein Flur
die bereits aus der Grundschule bekannt sind,          der Mittelschule der Wilhelm-Löhe-Schule:
sollen weitergeführt und vertieft werden, so           … Hinter den Klassenzimmertüren wird kom­
dass diese den SchülerInnen in den weiteren            petenz- und schülerorientiert gearbeitet, teil­
Jahrgangsstufen zur Verfügung stehen. Unsere           weise auch klassenzimmerübergreifend und im
SchülerInnen brauchen nach der Grundschu­              Flur - das Szenario der „Lernlandschaft“ ist in
le weiter intensive Zuwendung und Aufmerk­             vielen Teilen noch Zukunftsmusik, doch in klei­
samkeit, um ihr schulisches Selbstbewusst­             nen Schritten und wo wir können, setzen wir es
sein zu stärken. Wissen und Lernbereitschaft           schon jetzt um – eine Weiterentwicklung dieser
sind sehr heterogen, individuelle Stärken und          pädagogischen Ansätze bedeutet Neues und
Defizite sollen erkannt werden. Um individuelle        Fremdes für alle Beteiligten der Schulfamilie -
Förderung zu optimieren genügt es nicht, nur,          das geht nur schrittweise – da steckt viel Arbeit,
Lernprozesse anzustoßen und zu begleiten.              Zeit und Engagement, aber auch ein Stück Ar­
 Genauso wichtig ist die Beobachtung dieser
 ­                                                     beitszufriedenheit für alle drin – dafür genügt
 Lernprozesse und eine individuelle Rück­              nicht nur die Aufstockung des Personals, es
 meldung in Form von regelmäßigen Lern­                braucht ein tragfähiges, gemeinsames päda­
 entwicklungsgesprächen und überprüfbaren              gogische Konzept und Neues in der räumlichen
 Zielvereinbarungen. Erste Schritte auf diesem         Ausstattung - …
 herausfordernden Weg sind schon getan:                Wir in der Mittelschule freuen uns darauf, die­
 Im Schuljahr 2019/2020 erlebten die Schüler­          sen Weg Schritt für Schritt weiterzugehen!
 Innen und Lehrkräfte im Neubau die Erweite­
 rung der Arbeitsmöglichkeiten durch Sitzinseln                                    Petra Dennemarck
 im Flur, deren Einbau durch Preisgelder und                                   Rektorin Mittelschule
 die Unterstützung des Fördervereins möglich
 war, als sehr positiv. Lehrkräfte der Mittelschu­
 le nahmen an den Workshops zur Planung der
 neuen Grundschule teil und erhielten interes-
sante Denkanstöße. Außerdem besuchten
 ­einige Kollegen Schulen in Mittelfranken, die
  nach besonderen Unterrichtskonzepten arbei­
  ten, erlebten dort Unterrichtsabläufe mit und
  konnten im Anschluss deren Konzepte dis­
  kutieren. Von jeder Schule nimmt man so innova­
  tive Ideen mit. Doch was passt für unsere Schule?
  Die Lernentwicklungsgespräche in der 5. Jahr­
  gangsstufe wurden noch einmal überdacht und
  die kompetenzorientierten Zeugnisbemerkungen
  für die 7. Jahrgangsstufe erstellt. Jedoch stellt

                                                  17
Veränderungen muss man auch
annehmen können!
                            Niemand      konnte     Fachschaftsleitung ist jetzt die Rede. Nomen
                            ahnen, dass das         est omen – das lateinische Sprichwort bewahr-
                            diesjährige     The­    heitet sich auch hier. In der vom ISB (Staats­institut
                            ma unseres Ruf´s        für Schulqualität und Bildungsforschung Mün­
                            „Neues und Frem­        chen) herausgegebenen Broschüre „Die Fach­
                            des“ so gut zu den      schaftsleitung am Gymnasium in Bayern“, einem
                            Besonderheiten          Leitfaden für die Funktionsausübung, heißt es:
                            des      Schuljahres    „Fachschaftsleiterinnen und -leiter unterstüt­
                            2019/20      passen     zen und beraten den Schulleiter oder die Schul­
                            würde: Mehrwöchi­       leiterin in fachlichen Fragen. Sie reflektieren
                            ge Schulschließung,     über den Beitrag ihres Fachs zur Weiterentwick­
                            Online-Unterricht       lung ihrer Schule, den sie idealerweise auch
                            für alle Jahrgangs­     realisieren, und sind sich des Anteils bewusst,
stufen, veränderte Bedingungen für Abitur und       den guter Unterricht in ihrem Fach daran haben
Übertritt aus der Grundschule sowie Anmel­          kann, dass aus Kindern eigenverantwortlich
dung für die neuen 5. Klassen nicht im persön­      handelnde kompetente junge StaatsbürgerInnen
lichen Gespräch, sondern anhand eines digital       werden.“ (S.6) „Um die Unterrichts­qualität in
ausgefüllten Anmeldebogens und eingescann­          fachlicher Hinsicht zu sichern und weiterzuent­
ter Dokumente – all das und vieles mehr war         wickeln, muss sich die Fachschaftsleiterin bzw.
noch zu Beginn des Schuljahres undenkbar.           der Fachschaftsleiter mit ihrer bzw. seiner Füh­
Derartige Ausnahmesituationen stellen uns           rungsaufgabe identifizieren und sie aktiv wahr­
vor besondere Herausforderungen, sind ganz          nehmen.“ (S. 9)
sicher auch Belastungen. Gleichzeitig aber
­                                                   Aus Betreuung wird Leitung, was jedoch nicht
­machen sie erfinderisch, sodass neue und unter     bedeutet, dass die beratende und begleitende
 den veränderten Bedingungen gangbare Wege          Tätigkeit im Hinblick auf die FachkollegInnen
 gefunden werden.                                   an Bedeutung verliert. Wenngleich wir an unserer
 Muss Neues auch fremd sein in dem Sinne, dass      Schule den Fachschaftsleitungen in diesem
 es nicht nur als angenehm empfunden wird?          Schuljahr Weisungsbefugnis erteilt haben, um
 Für die angesprochene Sondersituation gilt         der neuen Betonung des Leitungsgedankens
 dies zweifelsfrei. Aber auch beabsichtigte und     auch dadurch Rechnung zu tragen, werden
 ­gewünschte Veränderungen werden nicht sel­        Dienstanweisungen sicher weiterhin die Aus­
ten so erlebt, dass das Neue für Verunsicherung     nahme bleiben. Vielmehr geht es darum, „team­
sorgt, dass es Zeit braucht, um es annehmen zu      orientiert zu arbeiten“ (S. 10) und Führung in
können, sich daran zu gewöhnen.                     Form von Überzeugungsarbeit zu übernehmen.
Ein im vergangenen Schuljahr vorausgeplanter        Nur wenn es gelingt, dass die in einer Fach­
und auch bereits angekündigter Veränderungs­        schaft getroffenen Entscheidungen in der Regel
prozess am Gymnasium betrifft die Rolle der         von den meisten FachkollegInnen mitgetragen
Fachbetreuung, einer wichtigen Funktion in die­     werden, können diese auch überzeugend und
ser Schulart. Die Funktionsbezeichnung, die         mit positiver Auswirkung auf die fachliche Ar­
bis 2019 üblich war, wurde nun verändert: Von       beit im Unterricht umgesetzt werden.

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