Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier Wein - für die Walliser eine Passion Amélie Reymond ...

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Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier Wein - für die Walliser eine Passion Amélie Reymond ...
AUSGABE 6   10. NOVEMBER 2017

    WA L L I S
             INS HERZ GEMEISSELT

   Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im
Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier
 Wein – für die Walliser eine Passion Amélie
 Reymond, Telemark-Star Winter-Specials
Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier Wein - für die Walliser eine Passion Amélie Reymond ...
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Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier Wein - für die Walliser eine Passion Amélie Reymond ...
Leidenschaft, Willenskraft
                                                       und Magie

                                                        Wann haben Sie das letzte Mal den Sternenhimmel bewundert?                                                    Haben Sie eine besonders
                                                        Einfach magisch. Über den Alpen, wo die Nächte tiefschwarz                                                      schöne Erinnerung an
                                                                                                                                                                     den Winter im Wallis? Teilen
                                                        sind, ist das funkelnde Spektakel so beeindruckend, dass man                                                   Sie diese auf Facebook,
                                                        sich gerne auf den Rücken legt und zuschaut. Diese Magie in                                                   Twitter oder Instagram mit
                                                        Bildern einzufangen, hat sich der «Chasing Stars»-­Fotograf                                                          dem Hashtag
                                                                                                                                                                        #MeinWinterimWallis
                                                        ­Markus Eichenberger mit Erfolg zum Ziel gemacht.
                                                       Die Leidenschaft, der Wille und die Ausdauer sind stete Be-
                                                       gleiter. Ohne diese Tugenden wäre der Freerider Jean-Yves
                                                       Michellod nach seinem Lawinenunfall nicht wieder aus dem
                                                       Rollstuhl aufgestanden. Seine Willenskraft hat ihn nicht nur
                                                       am Leben erhalten, sondern das schier Unmögliche möglich
                                                       gemacht.
                                                       Spitzenleistungen werden hart erarbeitet. Das bezeugen die

                                                                                                                                                                                                                        O
                                                                                                                                                                                                                    IT
                                                                                                                                                                                                                   ED
                                                       Ausnahmesportlerin Amélie Reymond, das Hockey-Nach-
                                                       wuchstalent Nico Hischier und der Rennfahrer Tom Lüthi.
                                                       ­Ausserhalb des Sports sieht es nicht anders aus. Sei es sei-
                                                         tens technologischer Innovation oder bei aussergewöhnlichen
                                                         ­Naturprodukten wie den Walliser Weinen. Mit der Leiden-
                                                          schaft als Antrieb schaffen wir Grosses, wenn auch im kleinen
                                                          Rahmen. Lassen Sie sich inspirieren! Ich wünsche Ihnen eine
                                                          spannende Lektüre und eine magische Winterzeit.

                                                       Damian Constantin,
                                                       Direktor Valais/Wallis Promotion
Titel Christian Pfammatter / Valais/Wallis Promotion

                                                                                                                           impre ssum
                                                       «Wallis» erscheint als Beilage der Schweizer          Mitar­beiter dieser Ausgabe | Christian Bürge,      Arne Bergmann Managing Director Publishing |
                                                       Illustrierten am 10. November 2017                   Caroline Micaela Hauger, Patrick Morier-Genoud       Beniamino Esposito Head of Marketing
                                                       Redaktion | «Wallis», Schweizer Illustrierte,        Fotografen | David Carlier, Sedrik Nemeth, Chris-   ­Publishing | Thomas Kords
                                                       Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,               toph Köstlin, Markus Eichenberger Bildredaktion |    Head of Sales Publikums- und Programmpresse |
                                                       Tel. 058 269 26 26, Fax 058 269 26 40,               Fabienne Hubler, Lisa Schneider, Martin Müller       Claudia Dippel Sales Service Anzeigen |
                                                       info@schweizer-illustrierte.ch                       Korrektorat | Barbara Siegrist Designkonzept |       +41 58 909 99 62, salesservices@admeira.ch
                                                       Leitung Wallis / Leiter Zeitschriften | Urs Heller   ­Beling Thoenen Design Bildbearbeitung | Ringier     Anzeigen­preise und AGB | www.admeira.ch
                                                       Chefredaktor | Stefan Regez Redaktionsleitung |       Redaktions-­Services Leiter Content- &              Verlag | Flurstrasse 55, Postfach, 8021 Zürich,
                                                       Monique Ryser Bildchefin | Nicole Spiess             Marketing-Partnerschaften | Thomas Passen            Tel. 058 269 20 00
                                                       Textchef | Jan Morgenthaler                           Marketing | Verena Baumann, Patricia Heller         Produktionsleiter | Michael Passen
                                                       Layout / Produktion | Simona Guarino                  Vermarktung | Admeira AG Chief Sales Officer |      Druck | Swissprinters AG, 4800 Zofingen

                                                                                                                                    3
Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier Wein - für die Walliser eine Passion Amélie Reymond ...
68 Innovative
                                                                                                                    H
                                                                                                                    ­ otelkonzepte wie
                                                                                                                      beim «Whitepod»
                                                                                                                         decken alle
                                                                                                                     G
                                                                                                                     ­ ästewünsche ab.

                                                                                                                                            30
                                                                                                                                          Motorradstar Tom
                                                                                                                                          Lüthi hat Verbier
                                                                                                                                          zu seiner zweiten
                                                                                                                                          Heimat gemacht.
                                                                                                                                             Seine Tipps.

                                                                                               42  Wer den
                                                                                            S
                                                                                            ­ ternenhimmel mal
                                                                                              richtig sehen will,
                                                                                              muss in die Berge.
                                                                                                Das Portfolio.

                                                        58
                                  LT
                      A
          H
IN

                                                          Im Wallis
                                                      gedeiht einfach
                                                       jede Rebsorte.
                                                      S
                                                      ­ ommelier Max
                                                     Pochart schwärmt.

                                                                     6                                         14                                        30
                                                              MERCI SCHWEIZ                                TELEMARK                                    4 VALLÉE S
                                                        Der Lötschberg-Basistunnel                    Amélie Reymond                                    Tom Lüthi
                                                            Vor 25 Jahren sagten               Sie ist der Star des Telemarks              In Verbier in den 4 Vallées holt er
                                                     die Stimmberechtigten Ja zur Neat.       und mehrfache Weltcupsiegerin.                     Kraft für seine Erfolge.

                                                                     8                                        20                                          38
Fotos HO, Sedrik Nemeth (2), Markus Eichenberger,

                                                                  SO NAH!                                 EISHOCKEY                                   INTERVIEW
                                                         Schneller als man denkt …                       Nico Hischier                               Thomas Egger
                                                      … reist man aus allen Landesteilen   Er gilt als Jahrhunderttalent und spielt      Der Direktor der Arbeitsgemeinschaft
Christophe Margot, Christoph Köstlin

                                                            der Schweiz ins Wallis.         sich in die Herzen der Hockeywelt.           für die Berggebiete über die Chancen
                                                                                                                                                 seines Heimatkantons.
                                                                     9                                        24
                                                             FOTOWET TBEWERB                          ZINALGLETSCHER                                      42
                                                           #MeinWinterImWallis                             Eiswelt                                    PORTFOLIO
                                                          Folgen Sie dem Wallis auf         Der Zinalgletscher kann im Winter                      Sternenhimmel
                                                    den Social-Media-Kanälen, und posten       ­begangen werden. Reportage                     Blick in den Himmel mit
                                                           Sie Ihr Bild vom Wallis.        aus einer faszinierenden Welt aus Eis.           Fotograf Markus Eichenberger.

                                                                                                                4
Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier Wein - für die Walliser eine Passion Amélie Reymond ...
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                                                                                 Inhalt

     64                                                                                               20
                                                                                                    Nico Hischier ist
 Jean-Yves Michellod                                                                               der Überflieger der
 hat sich aus dem Roll-                                                                            besten Hockeyliga
 stuhl auf die Skipiste                                                                            der Welt. Im Wallis
   zurückgekämpft.                                                                                hat er seine Wurzeln.

                   52                                   58                                       72
              INNOVATION                               WEIN                                   RACLET TE
         Fliegen mit Strom                          Vielfalt                                 Pure Natur
Thomas Pfammatter und seine Partner      Sommelier Max Pochart schwärmt              Gute Milch und Fachwissen
   entwickeln das Elektroflugzeug.       vom Reichtum der Walliser Weine.               machen das Walliser
                                                                                     Raclette AOP zum Genuss.
                   55                                   64
             UNTERNEHMEN                               LEBEN                                     74
       Walliser Wirtschaft                     Jean-Yves Michellod                        WINTER-SPECIALS
  Handwerkskunst, Personalisieren         Ein Lawinenunfall brachte ihn in                 Sonderangebote
    von Gläsern und MGBahn.            den Rollstuhl, er hat sich rausgekämpft   Profitieren Sie von Vorzugsangeboten
                                                und fährt wieder Ski.                     dieser Wintersaison.
                   56
             WIS SENSCHAF T                             68                                      82
           Wendy Lee Queen                            HOTELS                                   AGENDA
     Die amerikanische Forscherin                  Neue Ideen                           Nicht nur Skifahren
  ­entwickelt in Sion mit ihrem Team   Halbrundzelt, umgebaute Stadel oder            Ausstellungen, Musik und
       ­einen CO2-«Schwamm».            Tiny Chalet – neue Hotelkonzepte.                 ­Weltcuprennen.

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Merci
          Schweiz
             Der Lötschberg-
          Basistunnel ist ein voller
           Erfolg! Vor 25 Jahren
           vom Volk genehmigt,
           sagen das Wallis und
              die BLS Danke.
      M
     U
     Ä
 IL
 B
JU

          Jahrhundertprojekt – Nach dem homeri­
          schen Kampf des damaligen Bundesrats
          Adolf Ogi haben die Schweizer Stimm­
          berechtigten am 27. September 1992 den
          Startschuss zum Bau des NEAT-Basis­
          tunnels am Lötschberg und am Gotthard
          gegeben. Während der Gotthard-Basis­
          tunnel letztes Jahr eingeweiht wurde, ist
          der Lötschberg-Basistunnel bereits seit
          zehn Jahren in Betrieb. Und er ist eine
          Erfolgsgeschichte. Das ganze Wallis hat
          wirtschaftlich und touristisch davon pro­
          fitiert, da die Fahrzeiten massiv gesenkt
          werden konnten. Für grosse Teile der
          Schweiz ist das Wallis seither auch für
          einen Tagesausflug gut erreichbar (siehe
          «So nah!», Seite 8). Pro Tag fahren 50 Per­   sind ganze 408 Prozent mehr (gegen­          ausbau. Das Lötschbergkomitee, dem
          sonenzüge und bis zu 60 Güterzüge             über 1999). Der Lötschberg-Tunnel ist im     unter anderem die Kantone Bern, Basel-
          durch den Tunnel. Das heisst, dass täg­       Durchschnitt zu 80 Prozent ausgelastet,      Land, Basel-Stadt, Freiburg, Neuenburg,
          lich 13 000 Menschen den Tunnel im Zug        immer häufiger gar zu 100 Prozent!           Solothurn und Wallis angehören, ist
          durchqueren, vor der Eröffnung waren          Der Basistunnel ist 35 Kilometer lang, auf   überzeugt, dass die zweite Röhre in den
          es nur 7600 (Bergstrecke). Bei den Gü­        21 Kilometern nur einspurig befahrbar.       nächsten Ausbauschritt gehört. 14 Kilo­
          tern gab es eine noch eindrücklichere         Waren ursprünglich zwei Spuren ge­           meter zwischen Ferden und Mitholz sind
          Steigerung: 2016 wurden 33 Millionen          plant, verzichtete man vor der Abstim­       im Rohbau bereits erstellt.
          Bruttotonnen Güter transportiert, das         mung aus Kostengründen auf den Voll­           www.loetschberg-komitee.ch

                                                                           6
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                                      AH
                                     J
                               25
                                             GEWINNEN SIE
                                          10 Bahn-Tageskarten und
                                         erkunden Sie das Wallis. Am
                                    besten mit dem touristischen «Lötsch-
                                   berger» der BLS über die Bergstrecke ins
                                     Wallis und durch den Hochleistungs­
                                       tunnel zurückfahren. Teilnahme
                                             bis 28. Februar 2018
                                                 auf wallis.ch/­­­
                                               wettbewerb-bls

                                        Bernard
                                       Guillelmon
                                           «Der Lötschberg-­
                                        Basistunnel verbindet
                                      Genua mit Rotterdam und
                                       das Wallis mit Bern – als
                                      CEO der BLS bin ich stolz
                                       darauf, dass der Tunnel
                                    ­zwischen Frutigen und Visp
                                       zu den meistbefahrenen
                                          Eisenbahnstrecken
                                         der Schweiz gehört.»

                                                                              Fotos Olivier Maire / Keystone, HO, Sebastian Magnani

Viola Amherd                              Jacques Melly
    «Der Lötschbergtunnel                  «Als Präsident des Walliser
 ist eine Erfolgsgeschichte!              Staatsrats kann ich mich nur
     Ein leistungsfähiges                     darüber freuen, dass
       B
       ­ ahnnetz schützt                    das Schweizer Volk 1992
 unsere Städte, Dörfer und                  die Weichen für die Bahn
  ­Landschaften vor Horden                   gestellt hat. Es war ein
von Lastwagen. Als Brigerin                  ­mutiger Entscheid, der
und Nationalrätin werde ich                die Nachhaltigkeit gestellt
   mich für die zweite Röhre              und den Platz der Schweiz in
 am Lötschberg einsetzen.»                    Europa gestärkt hat.»

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SO NAH!
            Näher als man denkt: Die Walliser Berge sind von einem grossen Teil
            der Schweiz aus in nur wenig mehr als drei Stunden erreichbar.
            Besonders schnell gehts von der Deutschschweiz aus mit der Bahn durch
            den Lötschberg-Basistunnel oder mit dem Autoverlad am Lötschberg.
            Wer auf Genuss setzt, nimmt den Lötschberger der BLS und fährt
            über die alte, landschaftlich spektakuläre Strecke.

                                                                                                                           Leukerbad
                                                                 Crans-                                                     Zürich

                                                                                                                                         3:05 h    3:30 h
                                                                 Montana                                                    Bern
                                                                                                                            Luzern
                                                                                                                                         2:00 h
                                                                                                                                          3:10 h
                                                                                                                                                   2:20 h
                                                                                                                                                   3:10 h

         Ovronnaz                                                Zürich

                                                                              3:10 h    3:15 h
                                                                                                                            Basel
                                                                                                                            Genf
                                                                                                                            Lausanne
                                                                                                                                          3:10 h
                                                                                                                                         3:05 h
                                                                                                                                         2:20 h
                                                                                                                                                   3:20 h
                                                                                                                                                   2:20 h
                                                                                                                                                   1:40 h
                        		                                       Bern        2:05 h    2:05 h
                                                                                                                            Neuchâtel    3:05 h    2:25 h
         Zürich      3:45 h    3:10 h                            Luzern       3:10 h   3:10 h
         Bern        2:40 h   2:00 h                             Basel        3:10 h   3:05 h
         Luzern      3:50 h   3:00 h                             Genf        2:40 h     2:15 h
         Basel       3:50 h   3:00 h                             Lausanne     1:50 h    1:35 h
         Genf        2:40 h    2:10 h                            Neuchâtel   2:40 h    2:20 h
         Lausanne    2:00 h    1:30 h
         Neuchâtel   2:45 h    2:10 h
     H
     A
 N
SO

                                                                                                                           Riederalp

         Champéry
                                                                                                                           Zürich        2:50 h    2:40 h
                                                                                                                           Bern          1:40 h    2:20 h
                                                                                                                           Luzern        2:50 h     2:25 h
                        		                                                                                                 Basel         2:50 h    3:20 h
         Zürich      3:50 h   2:40 h                                                                                       Genf          3:10 h    2:40 h
         Bern        2:45 h   1:30 h                                                                                       Lausanne      2:30 h    2:00 h
         Luzern      4:20 h   2:30 h                                                                                       Neuchâtel     2:50 h    2:45 h
         Basel       3:50 h   2:30 h
         Genf        2:20 h    1:35 h
         Lausanne    1:30 h     1:15 h
         Neuchâtel   2:45 h   1:30 h

                                Verbier                                  Zermatt                               Saas-Fee

                                 Zürich      3:30 h     3:15 h           Zürich             3:10 h   3:45 h    Zürich      2:50 h   3:45 h
                                 Bern        2:30 h    2:05 h            Bern              2:05 h    2:30 h    Bern        1:50 h   2:30 h
                                 Luzern      4:05 h    3:10 h            Luzern             3:10 h    3:15 h   Luzern      3:05 h    3:15 h
                                 Basel       3:35 h    3:05 h            Basel              3:15 h   3:30 h    Basel       3:05 h   3:30 h
                                 Genf        2:30 h     2:15 h           Genf              3:40 h     2:55 h   Genf        3:30 h    2:55 h
                                 Lausanne     1:45 h    1:35 h           Lausanne          2:50 h     2:15 h   Lausanne    2:45 h    2:15 h
                                 Neuchâtel   2:25 h    2:20 h            Neuchâtel          3:10 h   3:00 h    Neuchâtel   3:05 h   3:00 h

                                                                                       8
Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier Wein - für die Walliser eine Passion Amélie Reymond ...
L
                                                                                                                                                            EL
                                                                                                                                                        TU
                                                                                                                                                        K
                                                                                                                                                        A
                           Hier könnte Ihr Wallis-Bild sein
                                     Posten Sie Ihre schönsten Bilder mit dem Hashtag
                                  #MeinWinterImWallis und nehmen Sie am Wettbewerb teil.

                   Social Media | Sonnenuntergang beim          in Ihr Herz gemeisselt? Dann treten Sie      und halten Sie den Walliser Winter mit
                   künstlichen See in Rosswald oberhalb von     der Wallis-Community bei! Facebook,          dem Smartphone fest. Damit nehmen Sie
                   Brig. Der Visper Jan Sterren, Vize-Schwei-   Twitter, Instagram, Youtube, Snapchat,       automatisch am Fotowettbewerb teil.
                   zer-Meister im Gleitschirmfliegen, berei-    Google+ oder Linkedin – auf all diesen       Zu gewinnen: eine Veröffentlichung Ihres
                   tete sich auf einen Nachtflug vor, als er    Kanälen können Sie dem Wallis folgen,        Fotos im Magazin WALLIS Winter 2018/19
Foto Jan Sterren

                   dieses stimmungsvolle Bild schoss und es     um keine Neuigkeiten, Veranstaltungen        und einen unvergesslichen Aufenthalt
                   in den sozialen Medien teilte. Damit ge-     oder Ausflugstipps zu verpassen. Und­        im Wallis.
                   wann er den Wettbewerb #MeinWinterIm-        vor allem: Machen Sie mit! Teilen Sie Ihre   Gültigkeit: bis 15. April 2018.
                   Wallis 2016/17. Haben auch Sie das Wallis    Erlebnisse unter den offiziellen Hashtags,     www.wallis.ch/MeinWinterImWallis

                                                                                    9
Tom Lüthis zweite Heimat Verbier Tour im Zinalgletscher Hockey-Wunder Nico Hischier Wein - für die Walliser eine Passion Amélie Reymond ...
Skitouren –
          der neue Trend
         Morgins | Skiwanderer und Skibergstei­
         ger haben einen neuen Hotspot: Der
         Rando-Parc in Morgins mitten im Ski-
         gebiet Portes du Soleil geht in die zwei­
         te Saison. Die Erfahrungen im letzten
         Winter waren sehr gut, und die Besu­
         cherzahlen übertrafen die Erwartungen.
         Es ist der einzige dieser Art im Wallis.
         Die verschiedenen Routen wurden von
         keinem Geringeren als Yannick Ecoeur
         gestaltet, dem Gewinner der Patrouille
         des Glaciers 2010, Mitglied der Schwei­
         zer Nationalmannschaft Skitourenren­
         nen und Sieger des Weltcups im Skitou­
         renrennen. Sechs Routen sind ausge­
         schildert, die verschiedene Schwierig­
         keitsgrade und Laufzeiten von eineinhalb
     L

         bis zu zweidreiviertel Stunden abde­
    EL
TU

         cken. Es gibt zwei blaue, drei rote und
K
A

         eine schwarze Piste. Alle Routen sind
         ­gesichert, auf einer Tafel am Anfang der
          ­Touren sind alle nötigen Informationen
           zusammengefasst. Das Skigebiet Portes
           du Soleil erstreckt sich über das franzö­
           sisch-schweizerische Grenzgebiet. Dank                         Walliser
                                                                        Köstlichkeiten
           des internationalen Skipasses können
           alle Pisten des Verbunds befahren
           ­werden.

                                                                                                                                                   Fotos Valais/Wallis Promotion, AFP / Getty Images, Philipp Rohner, HO
             www.morgins.ch
                                                       Mit einem speziellen Label garantieren zahlreiche
                                                           Restaurants typische regionale Gerichte.

                                                       Wallis | Das Label «Walliser Köstlich­         stehend aus Walliser Roggenbrot AOP,
                                                       keiten» wird Restaurantbetrieben ver­          Walliser Trockenfleisch IGP, Walliser Roh­
                                                       liehen, die Regionalprodukte und typi­         schinken IGP und Rohspeck IGP, Walliser
                                                       sche Walliser Gerichte servieren. In den       Trockenwurst und Walliser Raclette AOP
                                                       Label-Betrieben bekommt man min­               Käse. Auf der Website findet man nicht
                                                       destens drei typische warme Speisen aus        nur die Betriebe, sondern kann auch nach
                                                       der Region und mindestens zwei ­mit Wal­       Gerichten suchen, etwa nach Brisolée –
              Der Rando-Parc in Morgins wurde          liser Produkten zubereitete Desserts so­       Kastanien mit Walliser Spezialitäten.
               von Yannick Ecoeur gestaltet.           wie den traditionellen «Walliser Teller» be­     www.valais-terroir.ch

                                                                           10
Seifen aus
                                                 Handarbeit

                                                                                                                                        s
                                           Massongex | Laurence Machot und Rey-

                                                                                                                                      in
                                                                                                                                   ov
                                                                                                                              ie r
                                                                                                                            in i P
                                           nold Mariaux hatten einen Traum: Sie

                                                                                                                          nl e
                                                                                                                        ei t b

                                                                                                                                .
                                           wollten Seifen aus 100 Prozent natürli-

                                                                                                                       W ha
                                                                                                                     ne rt
                                           chen Bio-Rohstoffen ohne Chemie und

                                                                                                                   ge Ku
                                                                                                                 ei ra
     Ab Dezember wird der Flugplatz
                                           Konservierungsstoffe herstellen. 2009

                                                                                                              ne d
                                                                                                            ei han
      Sion von PowdAir angeflogen.
                                           begannen sie mit ersten Produkten, heu-

                                                                                                               C
                                           te umfasst das Sortiment der L’Artisan
                                           Savonnier Seifen in fester und flüssiger
                                           Form, Duschmittel, Cremes und Poma-
                                           den. Der Herstellungsprozess funktio-
       Direktflug                          niert nach traditionellen Methoden, und

       ins Wallis
                                           von der Komposition der Produkte über
                                           das Design bis zum Verkauf wird alles
                                                                                        Junge Linie mit
                                           selbst gemacht. Die Seifen werden kalt,
                                           also ohne Kochen der Rohstoffe, herge-
                                                                                         alten Sorten
Sion | Der Name ist Programm: Die          stellt. So behalten die Pflanzen- und
PowdAir will ab 11. Dezember Direkt-       Duftöle ihre feuchtigkeitsspendenden,       Sion | Chandra Kurt, bekannte Wein-
flüge von London, Bristol, Manchester,     sanften Eigenschaften. Das Angebot um-      expertin, Journalistin und Autorin ver-
Southampton und Antwerpen nach Sion        fasst auch vegane Produkte. Zudem ver-      schiedener Weinbücher, hat Provins für
und damit direkt in den Pulverschnee       zichten die L’Artisan Savonnier vollstän-   die Kreation ihrer eigenen Kollektion aus-
anbieten. Gegründet von einer Gruppe       dig auf Palmöl. Diese Prinzipien gelten     gewählt. Zusammen mit der damaligen
Ski- und Snowboardfans, will die Flug­     für alle Produkte der Linie. Unser Tipp:    Provins-Önologin Madeleine Gay, die
gesellschaft die Anreise aus verschiede-   Die Aprikosencreme mit Öl aus dem           sich seit Jahrzehnten für die alten ein-
nen europäischen Städten direkt ins Ski­   Kern der typischen Walliser Frucht! Zu      heimischen Rebsorten einsetzt, wollte
gebiet des Wallis verkürzen. Geflogen      kaufen gibt es die einheimischen Seifen     sie den Fokus auf alte und wenig bekann-
werden soll mit einer Bombardier           und Cremes im Onlineshop und in ver-        te Rebsorten legen, die von der Traditi-
CRJ200. Der Flugplan sieht vor, Flüge      schiedenen Walliser Läden.                  on des Wallis und der Schweiz erzählen.
bis zum April 2018 anzubieten. Danach        www.lartisan-savonnier.ch                 Gemeinsam selektierten sie sechs tradi-
soll entschieden werden, ob auch ein                                                   tionsreiche autochthone Walliser Sor-
Sommerflugplan eingeführt wird.                                                        ten, die sie in einer zeitgenössischen Vi-
   www.powdair.ski                                                                     nifizierung einem internationalen, mo-
                                                                                       dernen Publikum zugänglich machen.
                                                                                       Der Erfolg gibt ihnen recht: Die Weine
                                                                                       der jungen Linie wurden bereits mit
                                                                                       mehreren Silber- und Goldmedaillen an
                                                                                       nationalen und internationalen Wettbe-

 Bald heisst es:                                                                       werben ausgezeichnet. Die Kollektion
                                                                                       umfasst die Weissweine Amigne, Fen-

   «Welcome                                                                            dant, Heida, Humagne Blanche, Petite
                                                                                       Arvine und die Rotweine Cornalin, Dio-

  to our flight                                                                        linoir, Humagne Rouge. Die Weine kön-
                                                                                       nen im Onlineshop von Provins bestellt

    to Sion»
                                                                                       werden.
                                                                                          www.provins.ch

                                                               11
Innovative
                                                                Industrie
                                              nk s f
                                                        Wallis | Wo werden die Karosserien von
                                            ra de tie
                                          ve n d
                                        ls io in

                                                        Jaguar und Land Rover hergestellt? Wo-
                                                   t.
                                      ta dit ä s

                                                er
                                  en ra tt

                                                        her stammen die Kunstharze für Airbus
                                ch T gä
                              ts er äg

                                                        und Boeing? Und wer hat die spektaku-
                            Lö in d sch
                                      T

                                                        läre Achterbahn Silver Star im Europa-
                                    e
                                 Di

                                                        Park Rust entwickelt? Die Walliser Indus-
                                                        trie! Die einzigartige Walliser Natur ist
                                                        weitbekannt. Weniger bekannt ist, dass
                                                                                                        Lithografien von Toulouse-Lautrec in
                                                        das Wallis auch ein vorbildliches Wirt-         der Fondation Pierre Gianadda.
                                                        schaftsgebiet ist. Der Kanton bietet erst-
                                                        klassige Ausbildungsmöglichkeiten und
           Tschäggättä –                                beherbergt Top-Forschungsinstitute und
                                                        anerkannte Unternehmen. Er wirkt als
                                                                                                           Pariser
          nicht verpassen                               Kompetenzzentrum und weiss das Bes-
                                                        te aus der Natur herauszuholen. Mit dem
                                                                                                          Nachtleben
                                                        geplanten Neubau von Lonza und Sano-
         Lötschental | Die für das Lötschental          fi wird in den nächsten Jahren eines der     Martigny | Einmal mehr präsentiert die
     L

         typischen maskierten Fasnachtsgestal-          modernsten Biotechlabors in Visp ent-        Fondation Pierre Gianadda in Martigny
    EL
TU

         ten, die sogenannten Tschäggättä, treten       stehen, und der Forschungscampus             einen kulturellen Höhepunkt: Von einem
K
A

         zwischen dem katholischen Feiertag             Energypolis in Sion wird bis 2020 rund       der grössten privaten Sammler Euro­-
         Maria Lichtmess am 2. Februar und dem          600 Hochqualifizierten einen Arbeits-        pas zur Verfügung gestellt, sind ab
         14. Februar 2018, dem Aschermittwoch,          platz bieten. Unterstützt vom Klub der       Dezember rund 80 Werke von Henri de
         auf. Immer nach Feierabend streifen die        Unternehmen wird diese beeindrucken-         Toulouse-Lautrec (1864–1901) zu sehen.
         wilden Gestalten durchs Tal. Die Tschäg-       de und innovative Seite des Wallis unter     Der Künstler, der einer südfranzösischen
         gättä tragen alte, umgestülpte Kleider.        dem Titel «Recto Verso – das Wallis in       Adelsfamilie entstammt, war fasziniert
         Darüber hängen zwei Schaf- oder                Bewegung» mit kurzen Videobeiträgen          vom extravaganten Pariser Nachtleben

                                                                                                                                                 Fotos Valais/Wallis Promotion, Fondation Pierre Gianadda, HO, Sedrik Nemeth
         Ziegenfelle. Reservieren Sie sich jetzt        sichtbar gemacht.                            der Jahrhundertwende. Seine Lithogra-
         schon die Daten, die Lötschentaler                www.wallis.ch/rectoverso                  fien von Künstlern und Tänzerinnen der
         Tschäggättä muss man einmal erlebt                                                          Nachtlokale, am bekanntesten das Mou-
         haben.                                                                                      lin Rouge, waren für die damalige Zeit
           www.loetschental.ch                                                                       mutig und begründeten ein eigenes
                                                                                                     Genre: Er, den man auch «Seele des
                                                                                                     Montmartre» nannte, zeichnete und mal-
                                                                                                     te die Menschen so, wie sie waren, ohne
            Die Masken­                                                                              sie zu schönen oder zu beurteilen. Die
                                                                                                     Ausstellung umfasst die ganze Periode

              gestalten                                                                              der bekannten Lithografien von 1891 bis
                                                                                                     1899. Neben den ikonenhaften Bildern

             streifen am                                                                             sind auch viele Skizzen und Preziosen zu
                                                                                                     sehen, die der Öffentlichkeit sonst nicht

            Abend durch                                                                              zugänglich sind. Die Ausstellung beginnt
                                                                                                     am 1. Dezember 2017 und dauert bis zum

              die Dörfer
                                                                                                     3. Juni 2018.
                                                                                                        www.gianadda.ch

                                                                           12
Auf den Schlitten,
    fertig, los!
Riederalp | Direkt bei der Bergstation
Moosfluh auf 2333 Metern beginnt der
neue 5,3 Kilometer lange Schlittelweg
Moosfluh. Er führt über den Blausee
und die Gopplerlücke hinunter zur Tal-
station Moosfluh auf der Riederalp oder
direkt auf die Bettmeralp. Ein Halt am
View Point Moosfluh ist unbedingt ein-
zuplanen, denn dort ist die Sicht auf den
Grossen Aletschgletscher spektakulär.
Beachten Sie die Schneebedingungen
und Pistenöffnungszeiten. Den Schlitten
können Sie bequem in den Sport-
geschäften der Familiendestination
Aletsch Arena mieten. Das autofreie
Hochplateau zählt zu den acht Walliser
Destinationen mit dem Label «Family
Destination» von Schweiz Tourismus.
  www.aletscharena.ch/schlitteln

                                                          Sympathisches
                                                            Jungtalent
                                               Slalom- und Riesenslalom-Spezialistin Mélanie
                                                Meillard ist die grösste Nachwuchshoffnung.

    Schlittelspass in der Aletsch Arena.
                                            Hérémence | Von der Sporthilfe Schweiz     und an der Côte d’Azur hatte die 19-Jäh-
                                            wurde Mélanie Meillard im Mai als gröss-   rige also wenig Ruhezeit, das Training
                                            te Sporthoffnung der Westschweiz ge-       ging vor. Die letzte Weltcupsaison hat sie
                                            ehrt. Im August hat sie ihre Lehrab-       in Aspen mit einem fünften Platz im Sla-
                                            schlussprüfung gemacht und ihrem Ar-       lom und einem achten im Riesenslalom
                                            beitgeber Ochsner Sport gedankt, dass      abgeschlossen – ihre besten Resultate in
                                            sie die Lehre trotz ihrer wie eine Rake-   der noch jungen Karriere. Nun will sie
                                            te abgehenden Sportkarriere machen         sich endgültig an der Spitze etablieren.
                                            konnte. Ausser ein paar Tagen in London       www.melaniemeillard.ch

                                                               13
RK
     A

                  DIE
     M
 LE
TE

               WELTBE STE
             Elfmal Weltmeisterin, 34 Kristallkugeln
           und 133 Weltcupsiege – das ist der Palmarès
                von Amélie Reymond, der Walliser
                 Ausnahmekönnerin im Telemark.
               Text: Monique   Ryser Fotos: David Carlier

                                  14
Mit gekonntem Schwung und
        perfekter Haltung gleitet
       Amélie Reymond die Piste
      Ethérolla in Thyon hinunter.

15
Amélie ist
                                                                                                          auch
                                                                                                      Geräteturnerin
                                                                                                        und Vize-
                                                                                                       Schweizer-
                                                                                                      Meisterin am
           S
                  nowboarden findet sie casse-pied.     Hänge hinunterzukommen. Die Ski wa-
                  Übersetzt man das nett auf
                  Deutsch, heisst es so viel wie
                                                        ren gerade geschnittene Holzlatten, und
                                                        um überhaupt eine Kurve fahren zu kön-
                                                                                                          Reck
           stinklangweilig. Aha, aber selbst betreibt   nen, brauchte es eine spezielle Technik:
           sie doch den Altherrensport Telemark,        Mit dem Beugen des Knies auf der Berg-
           wagt man einzuwenden. Amélie Rey-            seite verlagerte man den Druck auf den
           mond ist zu höflich und zu charmant, als     Ski und leitete so die Kurve ein. Den Ruf
           dass sie auf diese Bemerkung mit glei-       des Altherrensports hat die Sportart aus
           cher Münze zurückgeben würde. Viel-          dem einfachen Grund, dass in den Sech-
           mehr erklärt sie, was Telemark einem ab-     ziger- und Siebzigerjahren ältere Skifah-
           fordert: Kraft, Ausdauer und ein hohes       rer immer noch mit dieser Technik die
           Mass an Koordination und Gleichge-           Hänge hinunterkurvten. Doch längst
           wicht. Insgesamt drei Disziplinen muss       schon ist der Telemark eine eigene
      RK

           man im Weltcup beherrschen, die alle         Sportart mit neuen Anforderungen,
     A
     M

           ähnlich tönen wie alpine oder nordische      eigenem FIS-Rennkalender und einer
                                                        ­
 LE
TE

           Disziplinen, aber immer noch Spezial-        elfköpfigen Equipe bei Swiss-Ski.
           schwierigkeiten eingebaut haben. Beim        Seit zehn Jahren gehört Amélie Rey-
           Riesenslalom beispielsweise gehört ein       mond zur Nationalmannschaft, und sie
           rund 25 Meter langer Sprung dazu, der        ist im elfköpfigen Team mit vier Frauen
           von Punkterichtern bewertet wird. Zur        und sieben Männern die bei Weitem er-
           Disziplin Classic gehören ein Riesensla-     folgreichste Fahrerin. Vor zehn Jahren
           lom, eine Skatingstrecke, ein Sprung und     hat sie voll auf Telemark gesetzt und seit-
           das Fahren einer 360-Grad-Steilwand-         dem Titel um Titel geholt. Seit 2009
           kurve. Rund drei Minuten dauere ein sol-     dominiert sie den Weltcup, nur 2013
                                                        ­
           cher Lauf, so Reymond. «Das braucht          musste sie einer Norwegerin Platz ma-
           Kondition und hohe Konzentration, denn       chen. Telemark erfordere sehr viel Trai-
           vor allem in der Steilwandkurve fühlt        ning, erklärt die 30-Jährige. Die Absol-
           man sich wie in einer Waschmaschine.»        ventin der ETH Zürich mit einem Master
           Im Parallelsprint, der kürzer ist, treten    in Biomechanik arbeitet 80 Prozent im
           zwei Athletinnen gleichzeitig gegen­         Gesundheitsdienst des Kantons Wallis
           einander an. «Das ist für die Zuschaue-      und trainiert fast täglich. Morgens auf
           rinnen und Zuschauer sehr spektakulär.       die Piste, über Mittag in den Kraftraum,
           Und für uns Fahrerinnen nicht ganz ein-      abends Kondition. «Obwohl ich schon
           fach, da wir bis zu sechs Runden gegen       seit Jahren auf höchstem Niveau Sport
           verschiedene Konkurrentinnen absolvie-       treibe, ist es mir doch noch nie verleidet.
           ren müssen.»                                 Das ist auch ein grosses Glück, so bin ich
           Telemark – das war der Anfang des Ski-       immer motiviert», sagt sie. Man glaubt es
           sports, 1860 erfunden von einem Nor-         sofort, denn sonst wäre wohl nicht mög-
           weger. Fast hundert Jahre war es die ein-    lich gewesen, dass sie – währenddem
           zige Art, mit Ski die schneebedeckten        ihre Telemark-Karriere bereits in vollem

                                                                            16
1

    2

                              1 Für den Tele-
                          mark braucht es eine
                         Spezialbindung, die das
        3            Heben des Schuhs erlaubt. An
                   den Weltcup-Rennen gehört auch
                  Skaten und Springen dazu. 2 Amélie
                 Reymond geht trotz 80-Prozent-Pensum
                    täglich trainieren. 3 Auf der Piste
                       Ethérolla mit Ausblick auf
                            die Dent Blanche.

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TE
          LE
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                       RK

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                            2
Sogar an ihrer
Hochzeit setzte
  sich Amélie
 im Brautkleid
     auf das
Mountainbike                                  Gange war – noch Reck-Vize-Schweizer-        auch Christoph Wenger kennen. Im Juli
                                              Meisterin im Geräteturnen wurde. «Ge-        haben die beiden geheiratet, Amélie im
                                              räteturnen ergänzt sich gut mit den Fä-      eleganten weissen Brautkleid, was sie
                                              higkeiten, die ich im Telemark benö-         aber nicht daran hinderte, aufs Moun-
                                              tige: Kraft, Beweglichkeit und exakte        tainbike zu steigen und eine steile Ab-
                                            Ausführung. Und auch im Telemark wird,         fahrt zu wagen. Kann sie etwas in ihrem
                                            wie im Geräteturnen, die Haltung und           sportlichen Treiben stoppen? «Nun, zu-
                                            die technische Ausführung von Juroren          mindest die kommende Wettkampfsai-
                                            bewertet.»                                     son werde ich für einmal auslassen.
                                            Amélie Reymond ist in Basel geboren            Denn wir erwarten unser erstes Kind»,
                                            und in Sion aufgewachsen. Die Eltern           sagt sie und strahlt.
                                            gingen mit ihr schon als kleines Kind auf      Doch nach der Geburt plant sie wieder
                                            die Skipiste. Bald wurde ihr Talent er-        Vollgas zu geben. «Viele Weltspitzen-
                                            kannt, und sie trainierte mit dem ­Skiclub.    sportlerinnen machen das ja vor.» Und
                                            Bereits mit 13 fuhr sie Alpin-­Skirennen,      überhaupt: Mit dem Olympiaprojekt
                                            mit 17 entdeckte sie dann den Telemark.        Sion 2026 hat sie noch ein grosses Ziel
                                            Im Skiclub traf sie auf Françoise Besse-       vor sich. «Erstmal müssen wir die Spiele
                                            Matter, Weltmeisterin im Telemark, die         erhalten, und dann will ich natürlich in
                                            in ihr das Ausnahmetalent erkennt und          meiner Heimat dabei sein.» Sie ist über-
                                            sie fördert. «Ich musste das Skifahren         zeugt, dass Olympische Spiele dem Win-
                                            neu lernen», erinnert sich Amélie. Der         tersport in der Schweiz einen grossen
                                            Einsatz hat sich gelohnt. «Ich konnte          Ruck geben würden. «Es wird die ganze
                                            dank des Sports durch die halbe Welt           Bevölkerung motivieren, die weltbesten
                                            reisen. Das ist ein grosses Privileg.»         Sportler hautnah mitzuerleben. Das ist
                                            Wichtig sei ihr auch, dass man beim            gut für den Nachwuchs und für all die
                                            ­Skifahren immer in der Natur sei. «Das        Kinder, die dadurch die Freude am Sport
                1 Amélie am                  Umgehen mit dem Wetter, den                   entdecken.»
             Freeriden im Tele-
          mark-Stil in der Region
                                             ­verschiedenen Arten Schnee und den           Ab der Saison 2018/19 will sie also wie-
        Thyon. «Ich kann mir nichts           Temperaturen gehört bei einem Rennen         der auf den Pisten dieser Welt unter-
  Schöneres vorstellen», so die Spitzen-      dazu. Ich finde das spannend.» Schnee        wegs sein. Diesen Winter bleibt sie im
sportlerin. 2 Kurze Rast auf der Bergbahn     und Berge sind ihr «lebenswichtig». Sie      Wallis. «Hier haben wir schliesslich auch
    der Piste Ethérolla. Von hier aus
     sieht man die Dent Blanche, bis          muss raus, wandern, biken, rollerskaten,     die schönsten Skigebiete und dank der
         ins Rhonetal und bis zur             bergsteigen, skifahren. «Ich versuche        Höhe auch genügend Schnee.» Beson-
            Staumauer Grande                  auch in der Freizeit möglichst verschie-     ders gerne tobt sie sich im Neuschnee
                  Dixence.
                                              dene Fertigkeiten auszuleben und zu          und auf Freeridepisten aus. Von Sion
                                              trainieren.» Beim regelmässigen Joggen       aus, wo sie mit Christoph wohnt, ist es
                                              hat sie seit geraumer Zeit jeweils Gesell-   nur ein Katzensprung ins Skigebiet. «Wir
                                              schaft: In Zürich, während des Studiums,     haben so Glück, in einer Region zu l­ eben,
                                              konnte sie sich nicht nur perfekt auf die    wo ich Berge und Schnee gleich vor der
                                              Saison vorbereiten, sondern lernte dort      Haustür habe.»

                                                                 19
Von Naters nach New Jersey ist es ein weiter Weg.
         Nico Hischier aber ist angekommen. Das welt-
         grösste Eishockey-Talent seines Jahrgangs hat
         alle Fähigkeiten, um ein globaler Superstar zu
         werden. Seine Gabe bekam er nicht geschenkt.
         Sie ist das Resultat eines peniblen Arbeitseifers
         und einer kindlichen Liebe zum Spiel.
    ER
    IS
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         Nur Wunder
         sind gut genug
         Text:Christian Bürge
         Foto: Christoph Köstlin

                                   20
Mit 18 Jahren zum weltgrössten
     Talent geadelt: Der Druck auf Nico
        Hischiers Schultern ist gewaltig.

21
«Ich versuche
          die Dinge so
         lange, bis ich
              sie kann»

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                       3

                                 1 Nico Hischier
                                kann mit den New
                           Jersey Devils schon in den
                          ersten Spielen jubeln. 2 Beim
                     SC Bern in der Garderobe: Dort mach-
                    te er auch das Sommertraining. 3 Unge-
                     wohntes Terrain: Auch vor der Kamera
                        macht er gute Figur. 4 Spotlight:
                           Bei den New Jersey Devils
                             sind alle Augen auf ihn
                                    gerichtet.

                                   22
vils. In der besten Liga, der NHL. Das         ckey etwas verbessern muss, versuche
                                                                          Spannende an solchen Menschen – in             ich es so lange, bis ich es kann», sagt
                                                                          diesem Fall von Athleten – ist nicht etwa      er. «Wenn der Trainer sagt, ihr macht
                                                                          die Beschaffenheit ihrer Hände und             20 Kniebeugen, mache ich nicht 19.
                                                                          Füsse, Arme und Beine, nicht die opti-         Wenn wir Kreisel drehen, gibt es keine
                                                                          malen Hebel, mit welchen sie die Natur         Abkürzung.» Die Experten sind hingeris-
                                                                          vielleicht ausgestattet hat, sondern das,      sen von ihm. «Es gibt viele smarte Spie-
                                                                          was in diesen Köpfen vor sich geht.            ler, aber bei Nico ist alles fliessend», sagt
                                                                          Schwierige Aufgaben lösen bei ihnen            etwa Craig Button vom kanadischen
                                                                          keine Depression, sondern einen Reiz           Sportsender TSN. «Er ist automatisch
                                                                          aus. Und sie sind hartnäckig oder stur         immer am richtigen Ort. Wenn man ein
                                                                          genug, etwas so lange zu probieren, bis        Video von ihm anschaut, sagt man nur
                                                                          sie es können. Als Bub spielt Nico nicht       noch: ‹Wow!› Seine Hände sind so gut,
                                                                          nur Eishockey, sondern parallel auch           er bringt die Gegner automatisch aus
                                                                          Fussball, Tennis und Unihockey. Er fährt       dem Gleichgewicht.»
                                                                          Skateboard, Ski, Snowboard, geht ins           Hischier, der sein Können seit Anfang
                                                                          Judo, ins Kunstturnen, ins Schwimmen.          Oktober am Hudson River demonstriert,
                                                                          Er balanciert auf der Slackline, lernt Ein-    sieht seine Heimat seit drei Jahren nur
                                                                          radfahren. Seine Mutter Katja sagt: «Er        an Wochenenden oder in den Ferien.
                                                                          wollte alles ausprobieren. Und er wollte       «Ich bin glücklich, ein Walliser zu sein»,
                                                                          auch immer den Weg zum Ziel kennen.            sagt er. Er erzählt von den Wanderungen
                                                                          Er beobachtete ganz genau.»                    mit der Familie. Mit Vater Rino, Mutter

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                                  eutzutage ist fast alles für fast je-   Als seine Schwester Nina am Klavier wo-        Katja, Schwester Nina und Bruder Luca,
                                  den eine Challenge. Jeder Buch-         chenlang ein Lied einübt, beobachtet           der jetzt Profi beim SC Bern ist. Blatten,
                                  halter vermeldet auf Social Me-         Nico sie. Und sagt: «Ich kann es auch.»        Belalp, Riederalp, Aletschgletscher. Vom
                          dia wie Facebook oder Linkedin die He-          Er übt ein paar Tage wie verrückt – dann       Baden im Baggilla, dem kleinen Weiher
                          rausforderung, der er sich stellt – wenn        spielt er es vor. Während vielen das           bei Raron. Alles eingebrannte Bilder.
                          er die Firma wechselt. Die Zehnkilome-          ­Leben wie eine Aneinanderreihung von          Sosehr er in Gedanken mit der Heimat
                          ter-Strecke beim Silvesterlauf vor sich?         Tests erscheint, ist es für ihn ein Spiel.    verbunden ist, so unschweizerisch kom-
                          Challenge! Ein neues Kuchenrezept aus-           Nur: Wie viel er, die Eltern und die          promisslos geht er seinen Weg. Keine
                          probieren? Challenge! Herausforde­               Gross­eltern investieren, sehen die meis-     Zweitausbildung, keine Rückfallposition,
                          rungen für Sterbliche. Und dann gibt es          ten nicht. Das ist als Kind so, als er von    kein Sicherheitsnetz. Es ist die Konse-
                          noch das: Stellen Sie sich vor, Sie sind         Naters nach Visp ins Training und in die      quenz, welche die Handvoll Weltstars im
                          18 Jahre alt und werden vor einem Mil-           Sportschule will und ständig hin- und         Schweizer Sport gemein hat. Und wäh-
                          lionenpublikum als weltgrösstes Talent           hergefahren wird, das ist so als Teenager,    rend man den meisten Menschen keinen
                          Ihres Jahrgangs in Ihrer Branche geadelt.        als er mit 15 Jahren das Wallis verlässt,     Gefallen tut, sie mit Tennisstar Roger Fe-
                          Und Sie müssen sich ab sofort dreimal            um im Nachwuchs des SC Bern zu spie-          derer zu vergleichen, ist es dieser Aus-
                          pro Woche mit den Besten der Welt in             len, das ist mit 17 so, als er alleine nach   nahmeerscheinung nicht nur zuzumuten,
                          den grössten Stadien messen, obwohl              Nordamerika zu einer Gastfamilie zieht,       es drängt sich richtiggehend auf. Denn
                          Sie das noch nie auf diesem Niveau ge-           um sich in Halifax einem Juniorenteam         beide vereinen Demut, Opferbereit-
                          tan haben. Sie wissen auch: Nur Wun-             anzuschliessen. Er ist einer, der alles von   schaft, einen peniblen Arbeitseifer und
                          derdinge sind gut genug, oder die wer-           sich verlangt. Und alles dafür tut, damit     eine fast schon kindliche Liebe zum
                          den früher oder später über mich her-            sein Team nicht verliert. Als Kind geht       Spiel. Und während sie den gleichen
                          fallen. Die Zuschauer, die Medien und            er bei einem Turnier vor einem Spiel          Sport wie Millionen andere betreiben,
Fotos AP / Keystone (2)

                          am Ende vielleicht auch der Chef. Ver-           zu seinem Trainer und sagt ihm, wer wo        tun sie es so kunstvoll wie nur wenige.
                          spüren Sie ein bisschen Druck? Willkom-          zu spielen hat, damit sie gewinnen. Der       Die Challenge, der nächste Schweizer
                          men in der Welt von Nico Hischier, dem           Trainer hört auf ihn. Sie gewinnen. Spass     Weltstar zu werden: Eigentlich ist es bei
                          weltgrössten Eishockeytalent seines              und Perfektionismus gehen bei ihm zu-         Hischier keine Frage, ob er es schafft.
                          Jahrgangs, Stürmer der New Jersey De-            sammen. «Es stimmt, wenn ich im Eisho-        Nur wie schnell.

                                                                                               23
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PALAST
           AUS EIS
Schneeschuhe anschnallen – das Abenteuer
 ruft. Der Zinalgletscher im Val d’Anniviers
    ist ein Naturwunder. Wer die eisige
Kathedrale betritt, erlebt ein blaues Wunder!
     Text und Fotos: Caroline   Micaela Hauger

                                                         Zinalgletscher

                                                                             Visp

                                           Sien

                                                   Grimenz

                                                        Zinalgletscher      Täsch

                                                                   Zerma

                           25
Riesige
                                                                                                            Schlunde
                                                                                                         öffnen sich. Im
                                                                                                         Innern funkeln
                                                                                                          Kristalle wie
              D                                                                                            Diamanten
                        er Märchenpalast ist durchflutet     Weitem kaum zu erkennen. Steht man
                        von bläulichem Licht. Im Schein      direkt davor, erinnert die Öffnung an ein
                        der Stirnlampen funkeln Millio-      Haifischmaul. Der Zinalgletscher ent-
               nen Kristalle. Die Stille ist fast unheim-    stand aus dem Zusammenfluss der drei
               lich. Nur das Rauschen des Bachs und          Gletscher Mountet, Durand und Cor-
               unser Puls sind zu hören. Die Besich-         nier. Die kalte Pracht erstreckt sich auf
               tigung des Zinalgletschers ist ein Spek-      einer Höhe zwischen 2000 und 3600
               takel. So starr die Wunderwelt aus Jahr-      Meter über Meer. Die Gletscherzunge
               millionen geformtem Eis auch erschei-         entwässert in die Navisence, die in die
               nen mag: Das Naturmonument ist stän-          Rhone fliesst.
               dig in Bewegung. Selbst die grössten          Bei einer senkrechten Eismauer depo-
              Felsbrocken zerreibt es früher oder spä-       nieren wir alles, was wir in der Höhle
              ter zu feinstem Pulverstaub.                   nicht benötigen. Dann heisst es: Sesam
              Die abenteuerliche Gletscher-Exkursion         öffne dich! Wir schlüpfen hinein in die
         ER

              mit Bergführer startet beim Parkplatz          Kathedrale aus Eis. Rasch gewöhnen sich
     H
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              am Ende des Dorfs Zinal. Für den               die Augen ans Dämmerlicht. So müssen
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              ­Wanderweg neben den Langlaufloipen            sich Polarforscher fühlen! Wir haben
               braucht es keine Schneeschuhe. Erst auf       Hühnerhaut. Nicht wegen der Kälte. Aus
               dem unpräparierten Anstieg Richtung           Ehrfurcht! Das ganze Jahr beträgt die
               Cabane du Mountet schnallen wir die           Temperatur rund fünf Grad. Unter einem
               Hightech-Gehhilfen an. Das Gehen mit          Vorsprung, der zu schweben scheint,
               den grossen Tretern will geübt sein! Nur      robben wir in die Mitte der Kaverne.
               allzu leicht tritt man sich selbst auf die    Unter uns: puderfeiner Sand. Über uns:
               Füsse und purzelt in den Pulverschnee.        Tonnen gefrorener Massen. Instinktiv
               Der hat die wildromantische Gegend            spüren wir den unsichtbaren Druck, bli-
               über Nacht in ein Puderzuckerkleid ge-        cken verstohlen hinauf zur Decke. Hält
               hüllt. Nach einer Stunde Gehzeit weitet       das kristalline Gewölbe? Es schimmert
               sich das Tal. Eine surreal anmutende          in den verrücktesten Blau-, Grau-, Weiss-
               Ebene öffnet sich. Grosse und kleine          und Grüntönen. Auch Rosa und Gelb
               Felsbrocken liegen verstreut in der           schimmern durch. Der Glaziologe weiss:
               Landschaft. Nein, sie sind nicht vom Him-     Die Farben hängen davon ab, wie stark
               mel gefallen. Der Gletscher, dessen Prä-      und dicht das Eis gepresst wurde und ob
               senz ab jetzt auf Schritt und Tritt zu spü-   darin Luft enthalten ist.
               ren ist, hat sie bis hierhin transportiert.   Noch vor drei Jahren, bei unserem letz-
               Berühmt ist das Val d’Anniviers für­          ten Besuch, türmten sich hier riesige
               seine Bergjuwelen. Zinalrothorn, Ober-        Eiswürfel. Damals bot sich ein Bild wie
               gabelhorn und die Zwillingsgipfel des         aus einem Science-Fiction-Film. Durch
               Besso sind fast so nah wie Weisshorn,         schmale Ritzen konnte man immer tiefer
               Matterhorn und Montblanc. Nach zwei-          in das Innere des Gletschers vordringen.
               einhalb Stunden erreichen wir unser           Eine Schatzkammer nach der anderen
               Ziel. Der unspektakuläre Eingang ist von      hiess einen willkommen. Nun sind die

                                                                               26
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                1 Jedes Jahr
             bilden sich neue
          Höhleneingänge. Nicht
       alle Grotten sind begehbar.
 2 Bächlein aus milchigem Gletscher-
 wasser fressen Furchen durch Eis und
Geröll. Der Sand ist fein wie Puderzucker.
    3 Willkommen in der Unterwelt!
          Wer den Zinalgletscher
          erkundet, fühlt sich wie
             ein Polarforscher.

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              Tunnel und Fenster verschwunden. Zu         schen Dezember und März. Von Expedi-
              tief senkte sich die Decke in den letzten   tionen auf eigene Faust rät der Experte
              warmen Wintern. Auch wenn das Eis an        ab. Siebzig Franken kostet die Gruppen-
              der dicksten Stelle rund 200 Meter be-      tour pro Person. Sie ist ideal für Natur-
              trägt, schrumpft das frostige Herz des      liebhaber, die wenig Erfahrung mitbrin-
              Zinalgletschers unaufhaltsam. Vor allem     gen. Jeden November macht sich Alba-
              den Sommer mag der Walliser Eisriese        sini von Neuem auf die Suche nach den
              gar nicht. Dann «weint» er. 1850 war das    Höhleneingängen. «Es ist wie bei einer
              Naturwunder 9,2 Kilometer lang, im Jahr     Wundertüte: Ich weiss nie, was mich
              2000 erreichte es eine Länge von 7,1 Ki-    erwartet.» Überraschungen lauern auch
              lometern. Heute misst der Gletscher un-     im Innern. Haben sich weitere Gänge,
              gefähr sechs Kilometer.                     Schlunde und Hallen gebildet? Wie ist
              Der Klimawandel hinterlässt Spuren.         das Eis beschaffen? Wo fliesst das
              «Rund zwanzig Meter zieht sich der Glet-    Schmelzwasser durch? Das Naturphäno-
              scher jährlich zurück», sagt der Mann,      men hat seine eigenen Gesetze.                              1 Mystisch:
              der den Eingang zur eisigen Welt 1996                                                               Wer durch den Ein-
                                                                                                               gang schlüpft, betritt ein
              entdeckte. Rein zufällig. Stéphane Alba-                      Info                           Reich, in dem die Zeit stillsteht.
              sini erinnert sich an den Moment, der                                                      Rund fünf Grad Celsius beträgt die
              sein Leben veränderte: «Ich kam beim                Tour zum Zinalgletscher                Temperatur im Innern des Eisriesen.
                                                                                                        2 Die Schneeschuhtour ins malerische
              Abstieg von der Cabane du Mountet           Mitte Dezember bis Mitte März mit Berg-
                                                                                                            Val d’Anniviers führt vorbei an
              hier vorbei und erblickte eine geheim-      führer Stéphane Albasini, nach Voranmel-          Gletscherbächen, die ­skur­rile
              nisvolle dunkle Öffnung. Ich wurde neu-       dung. Treffpunkt in Zinal, Start: 9.30 h.           Formen in den Schnee
              gierig.» Seither hat der Bergführer aus      Schneeschuhe können gemietet werden.                         fressen.
              Vercorin den Eispalast über 500-mal be-        Lunch und Kamera nicht vergessen!
              sucht. Besichtigen kann man ihn nur zwi-               www.valdanniviers.ch

                                                                             28
Jetzt
                          online

– Täglich! –
 Rezepte der Starchefs.

     www.gaultmillau.ch
Hoch hinaus! Tom Lüthi hat den Sprung in die Kö-
              nigsklasse des Motorsports geschafft: Ab nächs-
              tem Jahr fährt er in der MotoGP-Klasse. Auch in
              seiner Freizeit liebt er die Höhe – vor allem den
              3330 Meter hohen Mont Fort oberhalb Verbier.
              Der Berner hat hier seine zweite Heimat und
              Freunde gefunden. Denn er verbringt viel seiner
              freien Zeit in der Ferienregion 4 Vallées.
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    IN
  ST
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          Verbiers
          Adoptivsohn
                       Monique Ryser
              Interview:
              Foto: Sedrik Nemeth

                                       30
Tom Lüthi zuoberst
      auf dem Gipfel des
     Mont Fort. Hier star-
     tet eine der schöns-
       ten und steilsten
        Freeridepisten.

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1                                                2
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                                                                                  4 Vallées
                  1 Tom Lüthi mit seinen Freunden                                         Sien
                  Véronique und Patrick Fellay und
                  dem Wirt des Pistenrestaurants
                  Le Dahu, Claude-Alain Besse (r.).
                  2 + 3 Tom im Skigebiet der 4 Vallées,
                  das auch viele Freeride-Möglich­                                    4 Vallées
                  keiten bietet. 4 Tom Lüthi gehört                    Martigny
                  im «Le Dahu» zur Familie und
                  hilft schon mal dem Pizzaiolo beim
                  Pizzamachen.

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Ein Skilift ist
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                                                                  benannt, und
                                                                 im Restaurant
                              E                                    weiss man
                                       s ist immer ein biss-                                                  Lieblingsspot. Der Mont Gelé ist der
                                       chen wie Heim-                                                         Gipfel in der Region, von dem aus man
                                       kommen. Wenn
                               Tom Lüthi nach Verbier
                                                                 genau, was er                                eine Aussicht auf die ganze Region der
                                                                                                              4 Vallées hat und sieht, wie die Täler
                               fährt, wohnt er bei seinen
                               Freunden Véronique und
                                                                    gernhat                                   durch Lifte und Bergbahnen verbunden
                                                                                                              sind. Das Panorama vom Mont Fort aus
                               Patrick Fellay. Die drei                                                       ist ebenso eindrücklich: Wo sonst hat
                               kennen sich seit Jahren.        Dorf aus dem Häuschen», sagt Fellay.           man schon Matterhorn und Montblanc
                               Fellays, die eine Immobi-       «Für uns ist Tom einer von uns – wir ha-       im Blickfeld?
               lienagentur besitzen, wollten vor Jahren        ben ihn hier oben ganz einfach adop-           Damit sich auch weniger gute Skifahrer
               Sponsor von Tom Lüthi werden. «Das              tiert.» Der so Gelobte schmunzelt. «Ja,        ein bisschen wie Tom Lüthi fühlen kön-
               war dann aber doch etwas teuer», erin-          das stimmt. Ich habe hier viele Freunde,       nen, wurde der neue Lift La Chaux 2
               nert sich Patrick mit einem lauten La-          und es scheint wirklich, als ob das ganze      nach ihm benannt. Somit steht er in glei-
               chen. So unterstützten sie das damalige         Dorf mit mir mitleidet und mitfeiert.» So      cher Reihe wie James Blunt, der eben-
               Jungtalent halt im Rahmen ihrer Mög-            haben er und sein heutiges Team Car-           falls einem Lift seinen Namen gegeben
               lichkeiten – genau so wie zu Anfang von         Xpert Interwetten Moto2 auch die aktu-         hat. Auch der englische Musikstar ist oft
               Lüthis Karriere die Einwohner und Ein-          elle Saison im Pistenrestaurant Le Dahu        in Verbier, besitzt hier gar ein Chalet und
               wohnerinnen seines Heimatdorfes Lin-            in La Chaux, Verbier eingeläutet. «Er ist      schätzt die Diskretion, die es ihm er-
               den BE mit kleinen Beträgen die Rolle           einer von uns», sagt Claude-Alain Besse,       laubt, ungestört einen grossen Teil des
               der Sponsoren übernahmen. Tom Lüthi,            Besitzer und Wirt des «Le Dahu». So            Jahres zu verbringen.
               heute 30-jährig, hat die Gabe, die Men-         weiss Besse auch, dass Tom am liebsten         Noch kann Tom Lüthi die Ski nicht an-
               schen in seinem Umfeld mit seiner Be-           zuerst einen Salat und dann die Pizza des      schnallen: Die Saison geht bis Mitte No-
               scheidenheit, Ernsthaftigkeit und Höf-          Hauses isst und dazu das in Flaschen ab-       vember, und er hat zwischen den Rennen
               lichkeit einzunehmen. Starallüren sind          gefüllte Quellwasser trinkt. «Und auch         jeweils nur ein paar Tage frei. Klar ist, dass
               im fremd. Noch immer wirkt er jungen-           ein Glas Wein, wenn er frei hat.»              er auch keine allzu grossen Risiken einge-
               haft, obwohl er sich seit dem Gewinn des        Man merkt: Tom Lüthi ist in seiner Frei-       hen sollte, die zu einer Verletzung führen
               WM-Titels in der 125er-Klasse im Jahr           zeit sehr oft in Verbier. Kein Wunder:         könnten. «Ja, ich habe Auflagen, aber das
               2005 durchbeissen sowie Verletzungen            «Bereits als ich Kind war, kamen meine         Skifahren kann man mir nicht verbieten,
               und Rückschläge verarbeiten musste.             Eltern mit uns hier in die Region 4 Val-       ich liebe es zu sehr, es ist eine Riesenlei-
               Doch jetzt hat er den Gipfel erreicht: Er       lées in die Ferien. Wir waren oft in Siviez,   denschaft von mir», stellt er klar. Er
               steigt in die Königsklasse des Motor-           das war absolut ideal für uns Kinder. Das      schätzt, dass ihm sein Manager Daniel M.
               sports auf und startet ab nächstem Jahr         Skigebiet der 4 Vallées ist eines der          Epp, der ihn vor mehr als zehn Jahren
               in der MotoGP-Klasse. «Es war nicht im-         schönsten, und es hat Pisten für wirklich      entdeckt und gefördert hat, viele Arbei-
               mer einfach, aber wenn man etwas wirk-          alle Stärkeklassen.»                           ten abnimmt, die Termine koordiniert und
               lich will, muss man dranbleiben und hart        So ruhig und bedächtig er im Gespräch          mit ihm einen Zeitplan ausarbeitet, der
               an sich arbeiten», sagt er.                     auch wirkt, zieht er seine Ski an, liebt er    genügend Ruhephasen zulässt. Trotzdem
               Dieser Erfolg löst in seinem Wohnort Lin-       wie auf den Rennpisten das Fahren am           will Patrick Fellay wissen, wann er denn
               den, wo er gerade ein neues Haus bezo-          Limit: «Am liebsten starte ich am Mont         das nächste Mal nach Verbier komme.
               gen hat, grosse Freude aus: Noch immer          Fort in die Freeridepiste Gentianes-Tor-       «Bald schon, nach der Saison sicher auch
               werden dort alle Rennen auf Grosslein-          tin.» Die Piste ist aus gutem Grund nicht      etwas länger», stellt Tom in Aussicht. Die
Fotos HO (2)

               wand übertragen. Doch eben, nicht nur           präpariert. Kein Ratrac schafft dieses         Saison ist am 12. November mit dem Ren-
               Linden fiebert mit, auch Verbier. «Wenn         Gefälle. Auch der Mont Gelé, ebenfalls         nen in Valencia fertig. «Dann werden die
               Tom ein Rennen hat, ist hier das ganze          ein Mekka für sehr gute Freerider, ist ein     Ski montiert!»

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4 Vallées: Wintersport-Eldorado
              ÜBE R NAC H T E N                           Mont-Rouge
                                                          Der Chefkoch Loris Lathion veredelt
              W Hotel (1)                                 ­regionale Produkte zu saisonalen Gour­
              Erst vor Kurzem wurde das Fünfster­          metmenüs. 15 Gault-Millau-Punkte.
              nehaus als Switzerland’s Leading Resort        www.mont-rouge.ch
              mit dem Travel Award ausgezeichnet.
              123 Zimmer und Suiten.                      Le Pas’sage
                www.wverbier.com                          Direkt von der Skipiste auf die Terrasse
                                                          des «Pas’sage» in Thyon, und man hat
              Nendaz 4 Vallées & Spa                      freie Sicht aufs Matterhorn und die Dent
              Direkt neben dem Skilift lockt das Vier­    Blanche. Serviert werden traditionelle
              sternehotel mit alpiner Moderne und         Walliser Gerichte.
              grosszügigem Spa.                             www.passage-thyon.ch
                                                                                                           1
                www.hotelnendaz4vallees.ch
                                                          Raclette und Trockenfleisch (4 und 5)
              La Tzoum’Hostel und Chalet                  Das Bagnes-Tal ist ein Mekka für Ra­
              Das La Tzoum’Hostel in La Tzoumaz ist       clette-Fans. Hier wird der schmelzige
              bei Backpackern, aber auch bei Familien     Käse produziert, und zu kaufen gibt es
              beliebt. Gemütlich und Lagerfeeling.        ihn in jeder Käserei. Täglich geniessen
                www.tzoumhostel.ch                        und mit nach Hause nehmen – auch das
                                                          Walliser Trockenfleisch!
              Iglusaq                                       www.chaumiere-philippe-blanc.ch
              Die Chalets in Veysonnaz haben Miner­
              gie-Standard und wurden mit zertifizier­    Le Rouge (6)
          N

              tem Schweizer Holz gebaut.                  Der Club La Luge im Le Rouge in Verbier
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                www.iglusaq.ch                            hat eine tolle Terrasse und eine Bar. Hier
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                                                          geht bis spätabends die Post ab.
              Ferienwohnungen                               www.lerouge-verbier.com
              Familien bevorzugen oft eine Ferienwoh­
              nung. Die Region 4 Vallées hat ein gros­
              ses Angebot, auch mit Hotelservice.
                www.wallis.ch/buchen                      S P ORT                                      3

                                                          Ski- oder Schneeschuhwandern (3)
                                                          In Begleitung eines Wanderleiters oder
              E SS E N U N D                              Bergführers können Skitourengänger
                                                          und Schneeschuhwanderer die Bergwelt
              TR I NK E N                                 der 4 Vallées abseits der signalisierten
                                                          Wanderwege erleben.
              La Table d’Adrien                             www.guidedeverbier.ch
              In intimem Ambiente werden die kulina­
              rischen Kunstwerke des Chefkochs Mir­       Schlitteln
              to Marchesi zum Gastronomieerlebnis.        Schlitteln à gogo: Von Savoleyres auf
              17 Gault-Millau-Punkte, 1 Michelin-Stern.   2354 Metern gleitet man rasant mit dem
                 www.chalet-adrien.ch                     Schlitten nach La Tzoumaz über einen
                                                          der längsten Schlittelwege der Schweiz.
              Chalet de Flore (2)                         Die Piste überwindet auf einer Länge
              Das Tea-Room im Hotel Chalet de Flore       von zehn Kilometern eine Höhendiffe­
              in Verbier ist der richtige Ort, um sich    renz von 848 Metern!
              mit einer heissen Schoggi aufzuwärmen.        www.latzoumaz.ch
                                                                                                           5
                www.chalet-flore.ch

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     Fotos Verbier Promotion (5), HO
Snowparks                                   EV ENTS
              Mit seinen Abschnitten «novice» (Anfän-
              ger), «medium» (Fortgeschrittene) und       Polaris Festival (2)
              «pro» bietet der Centralpark von Thyon      Elektromusik mitten auf den Pisten:
              Freestyling für jeden Geschmack und         Das ist das Polaris Festival vom 7. bis am
              jedes Niveau. Der Woodpark in Nendaz        10. Dezember 2017. Die Hauptbühne ist
              ist in den letzten Jahren stetig gewach-    auf 2200 Metern beim Mouton Noir.
              sen. Heute stehen verschiedene Kicker,        www.polarisfestival.ch
              Rails und Boxes zu Verfügung. Im
              Snowpark von La Chaux in Verbier kann        Xtreme Verbier
              man die Gesetze der Gravität an sich        Die Freeride-Worldtour kommt zum
              selbst testen.                              ­Saisonhöhepunkt nach Verbier. Nur die
                 www.4vallees.ch/home/skigebiet/           Besten dürfen am Bec des Rosses star-
              snowparks                                    ten. Vom 31. März bis 8. April 2018.
                                                             www.freerideworldtour.com
              Freeride-Paradies (1 und 5)
              Die Region ist ein Freeride-Paradies! Auf   Nachtskifahren (3)
              den abgesicherten, aber nicht präparier-    Vier Nachtskifahrabende: am 6. Januar,­
              ten Skipisten wie zum Beispiel den Gen-     3. Februar, 3. März und 31. März 2018 in
              tianes oder Plan du Fou. Wer sehr gut       Nendaz. Skifahren unter dem Sternen-
              fährt, macht die Abfahrt auf der Back­      himmel.
              side Mont Fort, dem Mont Gelé, Vallon         www.nendaz.ch
              d’Arby oder Gentianes-Tortin.
                 www.4vallees.ch/home/4-gebiete/          WM Ski Handicap
              freeride                                    Die weltbesten Handicap-Skifahrer tref-
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                                                          fen sich vom 14. bis am 18. Januar 2018
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              Kinder bis 6 fahren gratis und Skiline      in ­Veysonnaz.
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              Im Gebiet 4 Vallées fahren Kinder bis         www.veysonnaz.ch
               zu 6 Jahren gratis. Zudem wurde das
              ­System Skiline adoptiert. Das Skiline-­    FIS Weltcup Snowboard Cross
               Höhenmeterdiagramm erlaubt, die ge-        Die Topathleten des Snowboard Cross
               fahrenen Höhenmeter und die Skitage        messen sich am 17. und 18. März 2018 in
               als Skiline-Höhenmeterdiagramm anzu-       Veysonnaz.                                   3
               zeigen.                                      www.veysonnaz.ch
                 www.4vallees.ch/home/skigebiet/                                                           5
               skiline

              Schlittenhunde (4)                          D I E REG ION
              Warum nicht einmal in die Atmosphäre
              des hohen Nordens eintauchen? Sieben-       Mont4Card – Spezialabo für Junge (6)
              bis achtminütige Touren mit Hund und        Das Gebiet der 4 Vallées umfasst die Fe-
              Schlitten (Huskies aus Sibirien) auf der    rienorte Verbier, Nendaz, Thyon, Vey-
              Plaine de la Muraz. Jeden Dienstag zwi-     sonnaz, La Tzoumaz und Bruson. Das Ski-
              schen 11 und 19 Uhr.                        gebiet verbindet mit seinen Bahnen und
                www.thyon.ch                              Liften die verschiedenen Dörfer. Für jun-
                                                          ge Skisportfans gibts die Mont4Card, ein
              Paragliding                                 Jahresabonnement zum Sondertarif von
              Unter kundiger Anleitung und in Beglei-     CHF 400.–. Neben dem Skifahren können
              tung eines erfahrenen Paragliders die       die Jugendlichen so auch im Sommer von
              Berge von oben sehen – einem Adler          Angeboten wie dem Bikepark profitieren.
              gleich.                                     Erhältlich bis am 30. November 2017.
                www.flyverbier.ch                            www.mont4card.ch

                                                                             36
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         Fotos Verbier Promotion (4), HO (2)
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           Thomas Egger vor dem Wasserfall
           in Turtmann. «Das ist nur eine
           der versteckten Perlen, die das
           Wallis zu bieten hat.»

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Das
          Kämpferherz
  Die Gefahr ist gross, dass man als Lobbyist der
   Berggebiete belächelt wird. Nicht so Thomas
  Egger. Smart, charmant und voller Ideen hat er
sich als Kämpfer für die Randregionen positioniert.
    Interview: Monique Ryser Fotos: Sedrik Nemeth

E
       rst seit der Sommersession sitzt      Klar, das musste ja kommen. Ich sage klar
       der Visper Thomas Egger für die       und deutlich: Nein! Die Berggebiete sind
       CSP Oberwallis im Nationalrat         nicht die Anhängsel der Städte oder de-
und gehört dort der Finanzkommission         ren Naturpärke. Wir sind ein eigenstän-
an. In der Wandelhalle kennt man den         diger Lebens- und Wirtschaftsraum. Was
studierten Geografen und Politikwissen-      wäre der Tourismus ohne die Berge? Wie
schaftler bereits bestens: Seit 1996 ar-     würde unsere Ernährung aussehen ohne
beitet er für die Schweizerische Arbeits-    die Bergprodukte? Im Gegensatz zum
gemeinschaft der Berggebiete (SAB),          Mittelland haben wir einfach schwierige-
seit 2001 als deren Direktor. Dank der       re und eben auch teurere Bedingungen,
schnellen Zugverbindung durch den            beispielsweise bei der Erschliessung
Lötschberg-Basistunnel pendelt er täg-       oder der Infrastruktur. Zudem sind wir
lich von seinem Wohnort Visp nach            früher als andere Regionen mit den Fol-
Bern, wo die SAB ihren Sitz hat. «Kaum       gen des Klimawandels konfrontiert.
zu glauben, aber ich bin schneller von
Visp unter den Alpen hindurch in Bern        Ist der Klimawandel der Killer des
als von Bern in Zürich», sagt der 50-Jäh-    Wintertourismus in den Bergen?
rige. Das Beispiel bringt er nicht von un-   Er ist eine Herausforderung, aber er
gefähr. Es heisst, ohne dass er es aus-      bietet auch Chancen. Nehmen wir im
sprechen muss: «Hey, wir Bergler leben       Wallis den Rhonegletscher oder den
dann im Fall nicht hinter dem Mond. We-      Aletschgletscher. Diese sind mächtige
der geografisch noch anderweitig.»           ­Zeugen des Klimawandels. Beide sind
                                              gut ­erschlossen und könnten beispiels­-
Herr Egger, man sagt über Sie, Ihr            weise dazu dienen, unseren Gästen die
Parteiprogramm heisse «Bergge-                ­Herausforderungen des Klimawandels
biet». Sehen Sie Ihre Hauptaufgabe            und Lösungsansätze näherzubringen.
darin, als Lobbyist in Bern möglichst         Wir müssen uns an diese veränderte Re-
viel Geld für die Berggebiete abzuzü-         alität anpassen und dies auch unseren
geln? Geld, das notabene die Städte           Gästen erklären. Die Gäste interessie-
erwirtschaften müssen?                        ren sich sehr für diese Zusammenhänge.

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