Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg

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Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg
W W W. D E H O G A B W. D E – N R . 8 – A U G U S T 2 0 1 9

                                                              Tourismuskonzeption:
                                                              Bedeutung des
                                                              Gastgewerbes betont
                                                              „TOPF SECRET“
                                                              DEHOGA kontert
                                                              Foodwatch-Attacke
                                                              RASTATT
                                                              Biergartenguide veröffentlicht
Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg
Jochen Oehler
          Christian Buer
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Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg
DEHOGA MAGAZIN 8.19 3

                                             Editorial
                                             Tourismuskonzeption setzt richtige Akzente
                                                Mit der neuen Tourismuskonzeption für Baden-Würt-             weg am notwendigen Eigenkapital, wenn sie ihren Be-
                                             temberg ist dem zuständigen Minister Guido Wolf und              trieb durch Investitionen fit für die Zukunft machen
                                             seinen Mitstreitern ein beachtlicher Wurf gelungen (sie-         wollen. Ein Zuschussprogramm des Landes, das solche
                                             he Bericht S.4). Das mehr als 100 Seiten starke Papier,          Eigenkapital-Lücken zumindest ein Stück weit kompen-
                                             das die Leitlinien der Tourismuspolitik für die kommen-          sieren würde, könnte die Perspektiven für viele Land-
                                             den Jahre vorgibt, setzt viele richtige und wichtige A
                                                                                                  ­ kzente.   gasthöfe und Dorfgasthäuser deutlich verbessern, den
                                             Es ist das Ergebnis einer breiten Beteiligung touristi-          Generationenwechsel erleichtern und damit der dro-
                                             scher Akteure im Land. Auch der DEHOGA hatte als                 henden Verarmung unseres touristischen Angebots im
                                             Vertreter der Hauptleistungsträger aus Gastronomie               ländlichen Raum entgegenwirken. Positive Erfahrun-
                                             und Hotellerie die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen.         gen aus der Vergangenheit belegen die hohe Wirksam-
                                             Gut so!                                                          keit einer solchen direkten Unterstützung investitions-
                                                Ein aus Branchensicht besonders erfreuliches E   ­ rgebnis:   bereiter Betriebe.
                                             Die Stärkung des Gastgewerbes und damit auch die                    Vorerst ist das aber noch Theorie. Wie immer wird
                                             Verbesserung der Rahmenbedingungen für unsere Be-                es entscheidend darauf ankommen, wie die guten Zie-
                                             triebe ist in der neuen Tourismuskonzeption ausdrück-            le und Ideen, die in der neuen Tourismuskonzeption
                                             lich als Ziel hinterlegt. In diesem Bereich gibt es durch-       aufgeführt sind, in der Praxis umgesetzt werden. Jetzt
                                             aus wirksame Hebel, die das Land ohne komplizierte               heißt es also anpacken und handeln! Schon heute si-
                                             bundespolitische Abstimmungen anpacken kann. Mi-                 chert der Tourismus branchenübergreifend 390 000 Ar-
                                             nister Wolf hat in der Landespressekonferenz zum Bei-            beitsplätze in Baden-Württemberg. Minister Wolf spricht
                                             spiel die Möglichkeit einer Anpassung der Förder­                zu Recht von einer Leitökonomie. Die Chancen, die uns
                                             instrumentarien für investitionsbereite Betriebe erwähnt.        dieser dynamisch wachsende Wirtschaftszweig eröff-
                                             Ein guter Gedanke, der gerade in unserer Branche auf             net, sollten wir konsequent nutzen!
                                             fruchtbaren Boden fallen würde! Denn vielen Unter-
                                             nehmerinnen und Untenehmern im Gastgewerbe fehlt                   Fritz Engelhardt
                                             es angesichts der schwierigen Ertragssituation schlicht-           Vorsitzender des DEHOGA Baden-Württemberg

                                                  Tourismuskonzeption                         Kritik                                 Generationswechsel
          Inhalt                             4    Rückenwind von der Politik             9    Online-Portal „Topf Secret“        30 Kreisstelle Reutlingen
                                                 Gastgewerbe als wichtige                     DEHOGA weist Attacke von               Gerhard Gumpper folgt auf
                                                 ­Säule des Tourismus gewürdigt               Foodwatch entschieden zurück           Gerhard Klose als Kreisvorstand

Titelbild: Koch Sebastian Reule vom
Hotel-Restaurant Schönblick in
­Birkenfeld, fotografiert von Tilo Keller.

    DEHOGA aktuell                           14 Tagung der DEHOGA-Fachgruppe             20 Lossprechungsfeiern: Nachwuchs       DEHOGA vor Ort
                                                Gastronomie am 24. September                für Hotellerie und Gastronomie
5   Regionalverband Schwarzwald-                                                                                                 30 Jahreshauptversammlung der
    Bodensee betont Bedeutung des            15 Hotelklassifizierung: Hotelstars         22 Lokaltermin: Scheffellinde              ­DEHOGA-Kreisstelle Rhein-Neckar
    Gastgewerbes als Jobmotor                   Union legt Entwurf für den neuen
                                                                                         23 Umfrage: Sind klassische Restau-     30 Ehrungen
                                                Kriterienkatalog vor
6 Positive Nachrichten vom Treffen                                                          rantführer noch relevant?
                                                                                                                                 31 Jahreshauptversammlung der
  der DEHOGA-Regionalverbände                16 Sparvorteile: Sonderkonditionen
                                                                                         24 Porträt: Laurent Durst, Alte Sonne      Kreisstelle Hochschwarzwald
                                                bei Mercedes-Benz und Mewa
7   Förderverein des DEHOGA leistet                                                         in Ludwigsburg
                                                                                                                                 32 Digitalisierung vereinfacht Buch-
    viel für die Branche                     18 Messebesuch: WIR GASTRFEUNDE
                                                                                         25 Erlaubtes Geschenk oder bereits         haltung und Kassenführung
                                                vor Ort auf der Vocatium
8   Politisches Sommerfest in Stuttgart                                                     strafbare Korruption?
                                                                                                                                 33 Impressum
                                             18 NEU im DEHOGA: Rothaus im
10 DEHOGA-Trendtour unterwegs in                                                         26 „Mein Renner“: Hausgemachte
                                                ­Gerber in Stuttgart
   Stuttgarter Gastronomiebetrieben                                                         Tellersulz mit Bratkartoffeln
                                                                                                                                 DEHOGA Akademie
12 Positive Zwischenbilanz bei der                                                       27 Runder Tisch „Gründung und Ent-
   Digitalisierungsprämie                    Aus der Branche                                wicklung“                            34 Rezepttipp: Gebratenes Steinbutt-
                                                                                                                                    filet mit Pfifferlingrisotto
13 Übergangsregelung bei den ­neuen          19 Azubis übernehmen Service bei            28 „Biergartenguide“ für Kreis
   Kassenanforderungen geplant                  Stallwächterparty in Berlin                 Rastatt veröffentlicht               35 Seminarangebote
Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg
4 DEHOGA MAGAZIN 8.19 Aktuell

Das Gastgewerbe spielt als Hauptleistungsträger eine wichtige Rolle in der neuen Tourismuskonzeption des Landes, wie Tourismusminister Guido Wolf (2. v. l.) und Minister-
präsident Winfried Kretschmann (3. v. l.) vor der Landespresse betonten.     									                                                                        Foto: Reiser

Tourismuskonzeption für Baden-Württemberg vorgestellt

Guido Wolf betont Bedeutung
des Gastgewerbes
    Die Landesregierung hat die neue Tourismuskonzeption für Ba-                        acht Handlungsfeldern in der Tourismuskonzeption fest-
                                                                                        geschrieben. Das Konzept dient als Grundlage für die künf-
    den-Württemberg verabschiedet, in der die Stärkung des Gast-                        tige Tourismusförderung. Das erfreuliche stetige Wachs-
                                                                                        tum der Übernachtungs- und Gästezahlen der vergange-
    gewerbes als wichtige Säule des Tourismusangebotes betont                           nen Jahre sei kein Selbstläufer, warnte Guido Wolf. Die
                                                                                        Tourismusbranche stehe vor großen Herausforderungen,
    wird. An der Konzeption beteiligt waren verschiedene Interes-                       wie die Digitalisierung und sich wandelnde Gästewünsche.
                                                                                        Die neue Tourismuskonzeption solle dazu beitragen, den
    senverbände, so auch der DEHOGA Baden-Württemberg.                                  Tourismus in Baden-Württemberg krisensicher zu machen.
                                                                                           Ministerpräsident Winfried Kretschmann ergänzte: „Uns
                                                                                        ist insbesondere ein nachhaltiger, innovativer und quali-
                 Das Gastgewerbe soll in seiner Wettbewerbsfähigkeit un-                tativ hochwertiger Tourismus wichtig. Jegliche Handlungs-
              terstützt und zu Investitionen angeregt werden, heißt es in               felder und Maßnahmen, die wir in der Konzeption defi-
              der Pressemitteilung der Landesregierung. „Wir haben es                   niert haben, stehen unter dieser Prämisse.“
              uns daher zur Aufgabe gemacht, die Rahmenbedingungen                         Die Landesregierung hat in einem breit angelegten ein-
              zu prüfen, umzusetzen und, soweit möglich, die Förderins-                 einhalbjährigen Beteiligungsprozess gemeinsam mit tou-
              trumentarien anzupassen“, sagte Tourismusminister Guido                   ristischen Akteuren, unter anderem dem DEHOGA Ba-
              Wolf bei der Vorstellung der Tourismuskonzeption am 16.                   den-Württemberg, die neue Tourismuskonzeption e ­ rarbeitet.
              Juli in der Landespressekonferenz im Stuttgarter Landtag.                 Auf Basis einer umfassenden Analyse der gegenwärtigen
                 Oft fehle gerade in familiengeführten Gasthäusern auf                  Tourismus- und Marktforschungsdaten wurden acht Hand-
              dem Land bei der Betriebsübergabe der entscheidende                       lungsfelder beschrieben:
              finanzielle Impuls, der es ermögliche, den Betrieb für die
              Zukunft aufzustellen. „Die Frage, wie wir diese Betriebe                  ○ Markenlandschaft und zielgruppenorientiertes
              unterstützen können, werden wir diskutieren“, so der Tou-                   ­Themenmarketing
              rismusminister – sowohl in den Haushaltsverhandlungen                     ○ Optimierung der Organisationsstrukturen und
              mit dem Finanzministerium, als auch im Austausch mit                         ­Ausschöpfung der Finanzierungsmöglichkeiten
              den Kollegen aus der bayerischen Landesregierung, die                     ○ Förderung des Tourismusbewusstseins
              das Gastgewerbe mit einem Förderprogramm unterstützt.                     ○ Stärkung des Gastgewerbes
                                                                                        ○ Strategische Weiterentwicklung der Freizeit- und
              „Ohne Gastgewerbe kein erfolgreicher Tourismus“                               ­Tourismusinfrastruktur
                                                                                        ○ Digitalisierung – Anpassung an den Wandel
                 „Unser Ziel ist es, der Gastronomie eine Perspektive zu                ○ Grundprinzipien für alle Handlungsfelder: Qualität,
              geben“, sagte Guido Wolf. „Denn wenn wir keine Restau-                         Nachhaltigkeit und Einstellung auf den Klimawandel,
              rants und Hotels mehr haben, ist auch kein erfolgreicher                       Tourismus für alle und Innovationen im Tourismus
              Tourismus möglich.“ Die Gründe für das Gasthaussterben                    ○ Begleitendes Umsetzungsmanagement als Erfolgsgarant
              seien vielfältig, daher müssten die Rahmenbedingungen
              verbessert werden. Wolf verwies auf schon bestehende                        Die gesamte Tourismuskonzeption zum Download so-
              Förderprogramme wie das „Entwicklungsprogramm Länd-                       wie weitere Informationen findet man unter dem folgen-
              licher Raum“ (ELR), von dem auch speziell das Gastge-                     den Link. ◀
              werbe profitiert, und das Tourismusinfrastrukturprogramm.
                 Die Stärkung des Gastgewerbes wurde als eines von                         → www.tourismuskonzeption-bw.de
Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg
Aktuell DEHOGA MAGAZIN 8.19 5

Dieter Wäschle                           Etwa 150 Gäste kamen zum Delegiertentag in das Bürgerhaus „Neuer Markt“ in Bühl.             Fotos (3): Hangleiter

 Delegiertentag Regionalverband Schwarzwald-Bodensee

„Wirtschaftsmotor
Gastgewerbe nicht abwürgen“
    Auf dem Delegiertentag des Regionalverbandes Schwarzwald-                       Die tourismuspolitischen Sprecher Patrick Rapp (CDU-
                                                                                 Landtagsfraktion) und Marcel Klinge (FDP-Bundestags-
    Bodensee in Bühl betonte der Vorsitzende Dieter Wäschle die                  fraktion) betonten in ihren Grußworten ebenfalls die wirt-
                                                                                 schaftliche Bedeutung des Gastgewerbes als „systemrele-
    Bedeutung des Gastgewerbes als starker Wirtschafts- und                      vant“ für den Tourismus, besonders auch im ländlichen
                                                                                 Raum. Beide kritisierten den SPD-Vorschlag, die Grund-
    ­Jobmotor in einer wichtigen Tourismusregion – und warnte                    rente mit der Hotelmehrwertsteuer zu finanzieren als
                                                                                 „Schlag ins Gesicht der Hoteliers“.
    ­davor, dass dieser abgewürgt werde, mit unfairer Mehrwert-
                                                                                       Mitarbeitermangel Problem Nummer 1
    steuer, zu viel Bürokratie und einem starren Arbeitszeitgesetz.
                                                                                    Großen Raum nahm auf dem Delegiertentag traditio-
                                                                                 nell der Bericht der Kreisvorsitzenden zwischen Rastatt
                Vor etwa 150 Gästen aus Politik, Verwaltung und Ver-             und dem Bodenseekreis ein. Zur Ertragslage äußerten
             bänden sowie zahlreichen Mitgliedern sprach Dieter Wäsch-           sich unter anderem Bühls Kreisvorsitzendender Jürgen
             le im Bürgerhaus „Neuer Markt“ in Bühl Klartext. Er ver-            Kohler: „Wir nehmen die Gäste nicht aus. Jedoch müssen
             wies auf die 9 000 Betriebe in Südbaden, die 42 000 Men-            wir Wertschöpfung erzielen, dann können wir die Leute
             schen beschäftigen und 3,5 Milliarden Euro Jahresumsatz             auch gut bezahlen.“ Auch ein südbadisches Thema wurde
             erzielten: „Doch leider trügt der schöne Schein.“ Auf dem           offenbar: Horst Müller, Vorsitzender des Bodenseekreises,
             Land und bei der Masse der Kleinbetriebe sehe es gar                kritisierte die Absicht von Bundesfinanzministers Olaf
             nicht rosig aus. „Wer durch Baden-Württemberg fährt, kann         Scholz, eine Bagatellgrenze bei der Rückerstattung der
             das Sterben der Dorfgastronomie nicht mehr übersehen“,             Mehrwertsteuer von Schweizer Bürgern an der Grenze
             stellte Wäschle fest. „Steigende Kosten fressen die Erträge        einzuführen. Im Übrigen thematisierten die Kreisvorsit-
             auf. Die Bürokratie kostet Zeit und Nerven.“ Und statt et-         zenden die hohen bürokratischen Auflagen und den Mit-
             was gegen das Gasthaussterben zu tun, produziere der                arbeitermangel. „Als DEHOGA sollten wir keine Toleranz
             politische Apparat eine Unsinns-Vorschrift nach der an-             gegenüber schwarzen Schafen üben“, forderte etwa Offen­
             deren. Als aktuelles Beispiel nannte Wäschle die von der            burgs Vorsitzender Dominik Müller. „Auch sollten wir den
             EU geplante Vorschrift, Wasser in der Gastronomie kos-              Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringen.“
             tenlos anzubieten.                                                     Wie Mitarbeiter wertschätzend geführt werden können,
                                                                                 darüber sprach auch Stefan Marquard. Der aus dem Fern-
                                                                                 sehen bekannte Koch trat als Gastredner auf dem Dele-
                                                                                 giertentag auf. Besondere Aufmerksamkeit zogen seine
                                                                                 praktischen Erläuterungen auf sich, wie dank kluger Gar-
                                                                                 technik ein Mise en place gelingt, mit dem sich auch bei
                                                                                 großem Gästeandrang personalsparende Gastronomie ver-
                                                                                 wirklichen lässt. Viele der anwesenden Gastronomen und
                                                                                 Hoteliers nutzen nach dem Vortrag die Gelegenheit, sich
                                                                                 in persönlichen Gesprächen weiter mit Stefan Marquard
                                                                                 über fachliche Themen auszutauschen.
                                                                                    Abgerundet wurde der Delegiertentag durch ein Vier-
                                                                                 Gänge-Menü von Kohlers Engel in Vimbuch, moderiert
                                                                                 vom Musikparodisten Tobias Gnacke.
                                                                                    Zudem stand eine Ehrung an: Michael Erfurth, der nach
TV-Koch Stefan Marquard nahm sich Zeit für den persönlichen Austausch, hier      zehn Jahren sein Amt als Vorsitzender der Kreisstelle Hoch-
mit den Kreisvorsitzenden Alexandra Mußler (Bad Säckingen), Marcus Ciesiol-      schwarzwald abgab, wurde für sein Engagement mit der
ka (Müllheim) und Jörg Dattler (FG Berufsbildung Kreis Freiburg-Stadt, v.l.).    Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet (siehe Seite 31). ◀
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6 DEHOGA MAGAZIN 8.19 Aktuell

DEHOGA-Regionalverbände tagen in Kornwestheim

Große Probleme – aber auch
positive Nachrichten
 Den Betrieben im Land fehlen fast überall Mitarbeiter – es gibt                                                            Die Vorsitzenden der
                                                                                                                            Regionalverbände
 aber auch Erfolge der DEHOGA-Verbandsarbeit, die Mut ma-                                                                   Rolf Berlin (links,
                                                                                                                            Süd­wür­ttemberg-
 chen, wie auf dem Delegiertentag deutlich wurde.                                                                           Hohen­zollern) und
                                                                                                                            Hans-­Ulrich Kauderer
                                                                                                                            (Nordwürttemberg-
            Bei den Delegiertentagen der DEHOGA-Regionalver-                                                                Nordbaden).
         bände Nordwürttemberg-Nordbaden und Südwürttemberg-
         Hohenzollern, die am 2. Juli in Kornwestheim stattfan-                                                             Fotos (6): Reiser/Ohl
         den, gehört die gemeinsame Diskussion über aktuelle
         Branchenfragen zum festen Programm. Bestimmendes
         Thema in diesem Jahr: der Mitarbeitermangel in den Be-
         trieben. „Bei uns gibt’s jetzt sogar Ausflugslokale, die am
         Sonntag schließen, obwohl sie 200 bis 300 Essen verkau-
         fen könnten. Die finden keine Mitarbeiter mehr – weder
         Fach- noch Hilfskräfte“, berichtete Paul Berberich, Vorsit-
         zender der DEHOGA-Kreisstelle Neckar-Odenwald. Zwar
         ist die Situation nicht überall so dramatisch, wie beispiels-
         weise Martin Berl aus Kehl berichtete. Dennoch wurde
         in der Debatte klar, dass insbesondere Gastronomie­betriebe     Karl Brüggemann        Dieter Wetzel (am Mikrophon)
         wirtschaftliche Chancen nicht nutzen können, weil ihnen
         Mitarbeiter fehlen.
            „Bei der Politik müssten eigentlich die Alarmglocken
         schrillen“, erklärte der DEHOGA-Landesvorsitzender Fritz
         Engelhardt mit Blick auf die Schließung von Gasthäusern
         und Gasthöfen im ländlichen Raum. Einige Kreise im Land
         hätten in den vergangenen Jahren mehr als 20 Prozent
         ihrer gastgewerblichen Betriebe verloren. Trotzdem gebe
         es bei der dringend erforderlichen Arbeitszeitflexibilisie-
         rung oder auch bei der Anhebung der Geringverdiener­            Rainer Weiglein                     Peter Ludwig
         grenze auf Bundesebene keine Bewegung.
            Positive Nachrichten gibt’s dagegen an anderer Stelle:
         „Wir sind als Verband im Land gut unterwegs“, betonte           erstmals auch die Teilnahme von Kreisvorsitzenden aus
         Engelhardt. So habe man sich mit Erfolg für die Neuauf-         Nordwürttemberg-Nordbaden und Südwürttemberg-Ho-
         lage der DEHOGA-Nachwuchskampagne WIR ­GASTFREUNDE              henzollern am DEHOGA-Branchentag in Berlin finanziert.
         eingesetzt (siehe auch Bericht Seite 5).                            Im Hinblick auf kommende Aufgaben gelte es, „unsere
            Erfolgreiche Überzeugungsarbeit hat der DEHOGA auch          Verbandsorganisation möglichst effizient und zukunfts-
         beim Thema Fachkräfte-Einwanderungsgesetz geleistet:            gerecht aufzustellen“, erklärte Kauderer. Konkret nannte
         Vom kommenden Jahr an soll es für die Branche deutlich          er dabei eine mögliche Verschmelzung der beiden
         einfacher werden, Mitarbeiter aus Nicht-EU-Staaten zu           ­DEHOGA-Regionalverbände Nordwürttemberg-Nordbaden
         beschäftigten. Sowohl die bürokratische „Vorrangprüfung“         und Südwürttemberg-Hohenzollern sowie – zur Entlas-
         als auch die aus Beschränkung auf „Engpassberufe“, zu            tung des Ehrenamtes – die Vereinfachung der Verbands-
         denen das Gastgewerbe unsinnigerweise bisher nicht zähl-         regularien. Beides wurde ohne formelle Beschlussfassung
         te, werden wegfallen. Dies hatte der DEHOGA auf Bun-             von den Delegierten im Grundsatz gutgeheißen und soll
         des- und auf Landesebene mit Nachdruck eingefordert.             nun bis zur nächsten Delegiertenversammlung beschluss-
                                                                          reif vorbereitet werden.
                   Nordwürttemberg-Nordbaden:                                Ausführlich informierten Hans-Ulrich Kauderer und
                  Unterstützung für Landesverband                         DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kirchherr außer-
                                                                          dem über die geplante Grundsanierung und Ertüchtigung
              Der größte DEHOGA-Regionalverband im Land – Nord-           des DEHOGA-Verbandshauses in der Stuttgarter Augus-
         württemberg-Nordbaden – sieht seine Hauptaufgabe in              tenstraße, das dem Regionalverband Nordwürttemberg-
         der Unterstützung einer starken landesweiten Branchen-           Nordbaden gehört.
         vertretung. Dies betonte der Vorsitzende Hans-Ulrich
         ­Kauderer bei der Eröffnung der Delegiertentagung in Korn-               Südwürttemberg-Hohenzollern:
          westheim. „Die Herausforderungen, vor denen wir ste-               in schwieriger Situation zusammenstehen
          hen, verlangen mehr denn je die Bündelung der Kräfte.“
              Der Regionalverband habe daher im abgelaufenen Jahr          Der Blick in die Reihen der Delegiertenversammlung
          nicht nur die Vertriebsaktivitäten des DEHOGA-Landes-          des Regionalverbandes Südwürttemberg/Hohenzollern
          verbandes, sondern auch Vor-Ort-Veranstaltungen in den         zeige: „Es wird für Gastronomen und Hoteliers zuneh-
          Kreisen – zum Beispiel Hygieneschulungen und Info-Ver-         mend schwer, sich neben ihrem Betrieb noch Zeit für ein
          anstaltungen zum Datenschutz – unterstützt. Um die po-         Ehrenamt zu nehmen“, so Rolf Berlin in seiner Funktion
          litische Vertretung zu stärken, habe der Regionalverband                                       Fortsetzung auf Seite 7
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Aktuell DEHOGA MAGAZIN 8.19 7

Delegiertenversammlung

Förderverein leistet viel für die Branche
   Unterstützung für die Ausbildung und sozia-                                                                                  Martin Bosch (linkes
les Engagement – der Förderverein des DEHOGA                                                                                    Bild), Vorsitzender der
hat 2018 wieder viel für die Branche geleistet.                                                                                 DEHOGA-Fachgruppe
                                                                                                                                Berufsbildung, berich-
      Wie der Vereinsvorsitzende Fritz Engelhardt                                                                               tete über die Neuauf-
 bei der Delegiertenversammlung am 2. Juli in                                                                                   lage der Nachwuchs-
 Kornwestheim aufzeigte, hat der gemeinnüt-                                                                                     kampagne WIR
 zige Verein im vergangenen Jahr mit insge-                                                                                     GASTFREUNDE.
 samt 177 000 Euro Maßnahmen zur Nachwuchs-                                                                                     Förder­vereinsvor­
 förderung im baden-württembergischen Gast-                                                                                     sitzender Fritz Engel-
 gewerbe unterstützt – davon profitierte auch                                                                                   hardt (rechts) zog eine
 die DEHOGA-Nachwuchskampagne WIR                                                                                               positive Jahresbilanz.
 ­GASTFREUNDE. Gefördert wurden aber auch
  die Ausrichtung der DEHOGA-Jugendmeister-
  schaften sowie Lossprechungsfeiern in den         das Wirtschaftsministerium mit Mitteln aus         im Land, sich aktiv in die DEHOGA-Nachwuchs-
  Kreisen.                                          dem Europäischen Sozialfonds ist möglich,          kampagne einzubringen: „Die Vor-Ort-Kampa-
      Auch im Bereich der sozialen Arbeit hat der   weil der Förderverein dazu beiträgt, den er-       gne mit dem GastroMobil lebt nur, wenn die
  Verein viel geleistet: Mehr als 70 ältere und     forderlichen 30-Prozent-Eigenanteil des Ver-       Betriebe aktiv mitmachen.“ Wer als Ausbildungs-
  ­finanziell hilfsbedürftige Verbandsmitglieder    bandes zu finanzieren.                             betrieb bei GastroMobil-Terminen in seiner Re-
   wurden mit einer Weihnachtszuwendung ­bedacht.      Wie Martin Bosch berichtete, wird das Gastro-   gion Präsenz zeige, habe gute Chancen, Prak-
   Gefördert wurden zudem Seniorenfeiern in den     Mobil – Herzstück der DEHOGA-Kampagne –            tikanten und Auszubildende zu gewinnen.
   DEHOGA-Kreisstellen sowie die ­DEHOGA-­          nun wieder bis September 2021 in ganz Baden-          Zusammenfassend stellte Fritz Engelhardt
Notfallhilfe, die Mitgliedern nach Unglücksfäl-     Württemberg an Schulen über die Berufe im          fest: „Unser Förderverein hat im abgelaufenen
len, z. B. Verlust des Lebenspartners oder Brand    Gastgewerbe informieren. Angesichts des stei-      Jahr wieder gute, erfolgreiche Arbeit geleis-
im Betrieb, zur Seite steht.                        genden Abiturientenanteils sollen verstärkt Gym-   tet.“ Möglich sei dies aber nur dank der Erträ-
      Wie wichtig die Leistungen des Förderver-     nasiasten angesprochen werden. Zudem gelte         ge aus der Beteiligung an der Mineralbrunnen
eins für die Branche im Land sind, verdeut-         es, die Ansprache der Eltern und den Auftritt      Überkingen-Teinach KG. Engelhardt appellier-
lichte Martin Bosch, Vorsitzender der               bei Ausbildungsmessen weiter zu optimieren.        te daher an die Verbandsmitglieder, in ihren
­DEHOGA-Fachgruppe Berufsbildung, der über          Geplant sind auch neue Seminare für Ausbilder      Betrieben auf die Produkte der „MinKG“ zu
 die Neuauflage der DEHOGA-Nachwuchskam-            und ein Virtual-Reality-Spiel fürs GastroMobil.    setzen. „Alles, was zur positiven Entwicklung
 pagne WIR GASTFREUNDE berichtete. Die                  Der Fördervereinsvorsitzende Fritz Engel-      der MinKG beiträgt, stärkt unseren Förderver-
 erneut bewilligte 70-Prozent-Förderung durch       hardt appellierte an die Ausbildungsbetriebe       ein und damit indirekt unsere Branche.“ ◀

DEHOGA-Regionalverbände tagen in Kornwestheim
Fortsetzung von Seite 4                             schlossen halte. „Klar geht mir dadurch Um-        ben sei es umso wichtiger, als Branche und
als Regionalverbands-Vorsitzender. „Wenn die        satz verloren, aber ich kann dafür meinen Mit-     Verband zusammenzustehen und Kräfte zu
Mitarbeiter fehlen, muss eben der Unterneh-         arbeitern einen freien Sonntag bieten.“            bündeln. „Es wäre ein schönes Zeichen nach
mer selbst mit der Familie einspringen.“               Je größer die Not Mitarbeiter zu finden wird,   außen, wenn wir als ein Verband auftreten“,
   Alle Versammelten kennen die Situation           desto ungewöhnlichere Lösungen müssten             sagte Eva Rühle. Und auch Rolf Berlin vertrat
nur zu gut, wie in der Diskussion deutlich          sich die Arbeitgeber einfallen lassen, so Eva      zum möglichen Zusammenschluss der Regi-
wurde: Der Personalmangel ist und bleibt ei-        Rühle. Sie nannte ein Beispiel aus ihrem Be-       onalverbände die Meinung: „Das wäre sinn-
nes der drängensten Probleme der Branche.           trieb, der Reha-Klinik Schwäbische Alb in Bad      voll, weil es Zeit spart und das Wir-Gefühl
„Was früher undenkbar war, ist jetzt einge-         Urach, wo es ein Pilotprojekt mit Pflegekräf-      stärkt.“ Abschließend berichtete DEHOGA-
treten: Wir haben mittags geschlossen“, sagt        ten von den Philippinen gäbe. „So etwas wäre       Regionalgeschäftsführer Gunter Egner über
Rolf Berlin, der mit seiner Familie das „Ber-       für unsere Branche auch denkbar“, sagte Eva        aktuelle Gesetze, die viel Bürokratie und Ver-
lins ­Hotel KroneLamm“ in Zavelstein führt.         Rühle und verwies auf das jüngst beschlosse-       antwortung für die Unternehmer bringen, ver-
Wenn der Teildienst wegfällt, können den Mit-       ne Fachkräfte-Einwanderungsgesetz, das neue        wies aber gleichzeitig auf die Unterstützung
arbeitern attraktivere Arbeitszeiten geboten        Aussichten auf Fachkräfte aus dem Ausland          des Verbandes in Form von kostenloser Rechts-
werden.                                             eröffne.                                           beratung, Sparangeboten von Partnern und
   Auch Dieter Wetzel berichtete, dass er sei-         In der derzeit angespannten Personal- und       Weiterbildungsmöglichkeiten an der D­ EHOGA
nen „Schwanen“ in Metzingen sonntags ge-            Ertragslage in vielen gastgewerblichen Betrie-     Akademie. ◀

Die Regionalverbände Nordwürttemberg-Nordbaden und Südwürttemberg-Hohenzollern tagten am 2. Juli gemeinsam in Kornwestheim.       Fotos (3): Reiser/Ohl
Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg
8 DEHOGA MAGAZIN 8.19 Aktuell

 Politisches Sommerfest

Dienstleister im Dialog
mit der Politik
    Fünf Dienstleistungsverbände Baden-Württembergs, darunter der DEHOGA, haben am 9. Juli zum Politischen Sommerfest

    ins Schloss Rosenstein in Stuttgart geladen. Mehr als 300 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft kamen mit den

    Verbandsvertretern über aktuelle Branchenanliegen ins Gespräch.

                                                                                      Christoph Schlenk, Präsident des CDH-Wirtschaftsver-
                                                                                   bands für Vertrieb, hob in seinem Grußwort die Bedeu-
                                                                                   tung der Dienstleistungsbranchen hervor, die gemeinsam
                                                                                   das Politische Sommerfest ausrichten. „Unsere Verbände
                                                                                   stehen für einen starken Teil der baden-württember­gischen
                                                                                   Wirtschaft“, so Schlenk. „Rund 60 Prozent der wirtschaft-
                                                                                   lichen Wertschöpfung und der Arbeitsplätze in Baden-
                                                                                   Württemberg entfallen auf den von uns vertretenen Dienst-
                                                                                   leistungssektor.“ Die Mitgliedsunternehmen der Verbände
                                                                                   der Dienstleistungsbranchen aus dem Einzelhandel, Groß-
                                                                                   und Außenhandel, aus Spedition und Logistik, Handels-
                                                                                   vermittlung und Vertrieb sowie dem Gastgewerbe stehen
                                                                                   für 330 Milliarden Euro Jahresumsatz, für rund 120 000
                                                                                   Unternehmen mit 1,36 Millionen Mitarbeitern und mehr
                                                                                   als 46 800 Auszubildenden.
Peter Reinhart, CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag (l.) und Fritz Engelhardt,       In Richtung des Gastredners, Verkehrsminister Winfried
Vorsitzender des DEHOGA Baden-Württemberg.                    Fotos: Reiser/Ohl   Hermann (Bündnis 90/Die Grünen), betonte Schlenk, wie
                                                                                   existentiell wichtig die Landesverkehrspolitik auch für die
                                                                                   Dienstleistungsbranchen ist, die auf Mobilität, Transport
                                                                                   und belebte Innenstädte angewiesen sind. „Fahrverbote
                                                                                   für Diesel-Pkw sind der falsche Weg und müssen unbe-
                                                                                   dingt vermieden werden“, betonte Schlenk. „Sie treffen
                                                                                   Pendler, das Handwerk und den Mittelstand und all dieje-
                                                                                   nigen, die sich in gutem Glauben einen Diesel gekauft ha-
                                                                                   ben.“ Dort, wo mangels Erreichbarkeit die Kundenfrequenz
                                                                                   fehle, würden auch Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie
                                                                                   und viele weitere Branchen leiden. „Wir erwarten von der
                                                                                   Regierung Rahmenbedingungen, die uns im Mittelstand
                                                                                   unterstützen und damit auch nachhaltig die Arbeitsplätze
                                                                                   in Baden-Württemberg im Dienstleistungsgewerbe sichern.“
                                                                                      Der Minister antwortete mit einer verkehrspolitischen
                                                                                   Grundsatzrede, in der er weit in die Entstehungsgeschich-
                                                                                   te der Eisenbahn und des Automobils zurückging – aber
                                                                                   zu den konkreten Anliegen der Dienstleistungsbranchen
Michael Donth (MdB, CDU) und Peter Ehrhardt (v.l.).                                keine Position bezog. Auf wichtige im Grußwort von Chris-

DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kirchherr, Simeon Schad und FDP-Frak­           Handelsverbands-Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann, SPD-Fraktionsvor-
tionschef Hans-Ulrich Rülke (v.l.).                                                sitzender Andreas Stoch und Eva Rühle (v.l.)
Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg
Aktuell DEHOGA MAGAZIN 8.19 9

                                                                                                                      Die Redner des diesjäh-
                                                                                                                      rigen Politischen Som-
                                                                                                                      merfests: Christoph
                                                                                                                      Schlenk, Präsident des
                                                                                                                      CDH-Wirtschaftsver-
                                                                                                                      bands für Vertrieb (l.),
                                                                                                                      und Winfried Hermann
                                                                                                                      (Bündnis 90/ Die Grü-
                                                                                                                      nen), Verkehrsminister
                                                                                                                      des Landes ­Baden-­
                                                                                                                      Württemberg (r.).

toph Schlenk angesprochene Themen wie die Bedeutung
und Stärkung der Dualen Ausbildung oder die längst ge-
forderte Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes ging Win-
fried Hermann gar nicht ein.
   „Innenstädte mit weniger Autoverkehr sorgen für mehr
Lebensqualität und Platz für alle zum Verweilen. Davon
profitieren auch der Einzelhandel und die Gastronomie“,
so Hermann. Er plädierte dafür, die Zukunft der Mobilität
aktiv mitzugestalten und sich nicht von Entwicklungen
wie dem Klimawandel und der Digitalisierung „überfah-
ren“ zu lassen. „Baden-Württemberg ist das Land der mu-
tigen Erfinder. Ich ermutige alle dazu, neue Lösungen für
die Zukunft zu finden.“ Wie diese Lösungen konkret für
mittelständische Unternehmen aussehen sollen, ließ Her-
mann jedoch offen.
   Nach den Grußworten war Zeit zum weiteren Austausch        Friedlinde Gurr-Hirsch, Thomas Heiling, Waldemar Fretz und
zwischen Verbandsvertretern und Politikern in persönli-       Regina Autenrieth (v.l.).
chen Gesprächen. Neben Verkehrsminister Winfried Her-
mann waren zahlreiche Landtagsabgeordnete zu Gast –
unter anderem die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD
und FDP, Peter Reinhart, Andreas Stoch und Hans-Ulrich
Rülke, sowie Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im
Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum.
   Für den passenden kulinarischen Rahmen sorgte die
Meistervereinigung Gastronom mit ausgezeichneter regio­
naler Küche. Schülerinnen und Schüler der Landesberufs-
schule für das Gastgewerbe in Bad Überkingen überzeug-
ten mit freundlichem, kompetenten Service.
   Das Politische Sommerfest wird ausgerichtet von der
Arbeitsgemeinschaft baden-württembergischer Dienst-
leistungsverbände, die neben dem DEHOGA aus folgen-
den Branchenvertretungen besteht: Handelsverband (HBW),
Verband für Dienstleistung, Groß- und Außenhandel
(VDGA), Wirtschaftsverband für Vertrieb (CDH) und dem
Verband für Spedition und Logistik (VSL). ◀                   Erik Schweickert (FDP, MdL), Klaus-Günther Wiesler und Petra Thollembeek (v.l.).

                                                                                                                      Die gastgewerbliche
                                                                                                                      Branche war auf dem
                                                                                                                      Politischen Sommerfest
                                                                                                                      gut repräsentiert –
                                                                                                                      auch durch den pro­
                                                                                                                      fessionellen Service
                                                                                                                      der Schülerinnen und
                                                                                                                      Schüler der Landes­
                                                                                                                      berufsschule in Bad
                                                                                                                      Überkingen und durch
                                                                                                                      die sehr gute Küche der
                                                                                                                      Meistervereinigung
                                                                                                                      Gastronom.
Tourismuskonzeption: Bedeutung des Gastgewerbes betont - "TOPF SECRET" DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke RASTATT - DEHOGA Baden-Württemberg
10 DEHOGA MAGAZIN 8.19 Aktuell

 DEHOGA-Trendtour

Über den Tellerrand geschaut
    Auf Tour durch Stuttgarter Bars, Clubs und Restaurants konnten

    sich Unternehmerinnen und Unternehmer mit Kolleginnen und

    Kollegen austauschen und neue Ideen für ihren Betrieb sammeln.

                 Die DEHOGA-Trendtour zeigte innovative Konzepte,
              die zwar in der Großstadt liegen – aber auch für kleine
              und mittlere Betriebe auf dem Land Anregungen bieten
              können, wie einer der Teilnehmer, Volker Bauer, vom
              Burghotel „Schöne Aussicht“ in Winnenden-Bürg, bestä-
              tigte: „Man darf nicht stehen bleiben. Ich habe heute viel       Bei der Trendtour gab es Einblicke in die Stuttgarter Bars „Jigger& Spoon“...
              Inspiration bekommen.“ Besonders fasziniert habe ihn
              der digitalisierte Küchenpass in „Carls Brauhaus“, ein Fran-
              chisekonzept der Enchilada Gruppe mitten in Stuttgart,
              das Guest Relation Manager Gianluca Gualardia auf der
              Trendtour vorstellte. Auch in der familiengeführten Indi-
              vidualgastronomie müsse man sich angesichts des Fach-
              kräftemangels überlegen, wie man Arbeit schneller und
              kostensparender erledigen kann, so Volker Bauer. Bei-
              spielsweise mit Digitalisierung.
                 Systematisch aufgebaut ist auch das Konzept von
              „Jigger&Spoon“. Versteckt in einer Seitenstraße, in einem
              ehemaligen Banktresor unter der Erde, mixen Eric Berg-
              mann und seine zwölf Mitarbeiter jeden Abend hochwer-            ... und „The Purple Room“.                                        Fotos (5): Reiser
              tige Mixgetränke aus den insgesamt 700 zur Verfügung
              stehenden Spirituosen.
                 Jedes Detail ist perfekt durchdacht. Gläser, die nicht        übernommen hat und die DEHOGA-Trendtour nutzt, um
              nur „instagrammable“ sind, also auf in sozialen Netzwer-         „über den Tellerrand zu schauen“.
              ken geteilten Fotos gut aussehen, sondern auch praktisch            Ein hochspezialisiertes Konzept auf kleinstem Raum
              zu handhaben sind: Die Gläser lassen sich alle ineinander        verwirklicht auch Dino Zippe im Purple Room auf der
              stapeln und erleichtern so dem Service, schnell und ein-         Stuttgarter Ausgehmeile, der Theodor-Heuss-Straße. Er
              fach einen Tisch oder die Bar abzuräumen.                        bietet Highballs – also Cocktails, die nicht geschüttelt,
                 „Ich bin begeistert, wie strukturiert die Arbeitsabläufe      sondern im Glas aufgebaut werden – und Hotdogs aus
              in der Bar sind, ob nun die stapelbaren Gläser oder der          hochwertigen Zutaten auf einer übersichtlichen Karte.
              selbst gestaltete Mixplatz – ich nehme viele neue Ideen
              für unsere Hotelbar mit“, sagt Johannes Späth, der das                       „Öfter mal was ändern und
              „Best W
                    ­ estern Victoria Hotel“ in Freiburg von seinen E
                                                                    ­ ltern             das Konzept ständig hinterfragen“
                                                                                  Den Umsatz mache er vor allem mit den Getränken.
                                                                               „In Kombination mit den Hotdogs biete ich etwas, das
                                                                               nicht jeder macht. Das spricht sich schnell rum“, erläu-
                                                                               tert Dino Zippe sein Erfolgsrezept. Ein Mittagstisch, der
                                                                               ursprünglich angedacht war, lohne sich an diesem Stand-
                                                                               ort wirtschaftlich nicht. „Ich will nicht in Schönheit ster-
                                                                               ben, sondern mein Geschäft muss funktionieren“, sagt
                                                                               der Gastronom. „Lieber öfters mal was ändern, und das
                                                                               Konzept ständig hinterfragen“, gab er den Teilnehmerin-
                                                                               nen und Teilnehmern der Trendtour mit auf den Weg.
                                                                                  Auch im Amici wurde das Konzept von reiner Speisegas-
                                                                               tronomie zu einer Kombination aus Restaurant und abends
                                                                               „Dinner&Dance“ Club geändert, die nun schon seit Jahr-
                                                                               zehnten Bestand im Stuttgarter Nachtleben hat, wie die Trend-
Stefan Rösslein (links) erklärt das Konzept des Café Königsbau.                tourler von Luigi Aracri erfuhren.
                                                                                  Eine weitere Station der Trendtour war das Café Kö-
                                                                               nigsbau am Stuttgarter Schlossplatz. „Wir kämpfen mit
                                                                               den gleichen Herausforderungen wie Sie alle“, sagte Be-
                                                                               triebsleiter Stefan Rösslein zu den rund 20 Trendtour-Teil-
                                                                               nehmern, die aus unterschiedlichen Betriebsarten und
                                                                               Regionen kamen. Umso wichtiger sei der Zusammenhalt
                                                                               und Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und Kolle-
                                                                               gen wie beispielsweise bei der DEHOGA-Trendtour.
                                                                                  Die Trendtour wurde organisiert von Regina Autenrieth
                                                                               und Andrea Mozer, die die Netzwerke von „Schmeck den
                                                                               Süden“, den DEHOGA-Unternehmerfrauen und dem „Jun-
Rundgang durch das Amici.                  Digitaler Pass in Carls Brauhaus.   gen DEHOGA“ aufbauen und pflegen. ◀
Aktuell DEHOGA MAGAZIN 8.19 11

Der DEHOGA übt massive Kritik an der Veröffentlichung von Hygiene-Kontrollberichten durch das Online-Porta „Topf Secret“.    Visualisierung: mockuuups.studio/Berg

Streit um „Topf Secret“-Portal

DEHOGA kontert Foodwatch-Attacke
    Der Streit um das Online-Portal „Topf Secret“ verschärft sich.                       In ihrer Antwort auf das DEHOGA-Schreiben hatte die
                                                                                      Ministerin im Januar 2019 auf die Verantwortung der Lan-
    Foodwatch greift dabei zu fragwürdigen Formulierungen, die                        desbehörden „zu einer sachgerechten Handhabung des
                                                                                      Gesetzes unter Wahrung der Belange der betroffenen Un-
    der DEHOGA entschieden zurückweist.                                               ternehmen“ verwiesen.
                                                                                         Mittlerweile haben zahlreiche Verwaltungsgerichte Ent-
                                                                                      scheidungen zu „Topf Secret“ getroffen und bestärken die
                 „Julia Klöckner lässt Gastro-Lobby abblitzen“, betitelt              rechtlichen Zweifel des DEHOGA an der Internetplatt-
              Foodwatch eine Pressemitteilung vom 9. Juli und spricht                 form. Von 28 dem Verband bekannten Gerichtsentschei-
              von einer „schallenden Ohrfeige für die Gastro-Lobby“.                  dungen sind 21 zugunsten der klagenden Betriebe aus-
              Die reißerischen Formulierungen verdecken eine ziem-                    gefallen. In diesen Entscheidungen bestätigen die Ge-
              lich dürftige Fakten-Substanz. Foodwatch bezieht sich im                richte die vom DEHOGA Bundesverband gegenüber
              Pressetext auf einen Schriftwechsel vom Januar 2019 zwi-                Julia Klöckner angesprochenen rechtlichen Bedenken.
              schen dem DEHOGA-Bundesverband und dem Bundes-                          Gegen zwei Urteile des Verwaltungsgerichts Augsburg,
              ernährungsministerium. Der DEHOGA hatte damals er-                      die zugunsten der zuständigen Behörde ausgefallen sind,
              hebliche Zweifel an der rechtlichen Zulässigkeit der On-                haben die unterlegenen Betriebe mittlerweile Berufung
              line-Plattform geäußert, mit der Foodwatch Verbraucher                  eingelegt. „Eine höchstrichterliche Klärung zum Online-
              animiert, Hygienekontrollberichte bei den Lebensmittel-                 portal steht aus. Dieses rechtsstaatliche Prozedere muss
              behörden anzufordern und diese auf Topf Secret für je-                  auch Foodwatch akzeptieren“, schreibt der DEHOGA
              dermann sichtbar zu veröffentlichen (wir berichteten).                  ­Bundesverband.
              Rechtsgrundlage für „Topf Secret“ ist laut Foodwatch das
              Verbraucherinformationsgesetz (VIG).                                              DEHOGA-Geschäftsstellen bieten
                                                                                                  Unterstützung für Betriebe
                          Massive Kritik an „Topf Secret“
                                                                                        Der DEHOGA unterstützt Mitgliedsbetriebe, denen Scha-
                 Der DEHOGA kritisiert „Topf Secret“ massiv. Nach Auf-                den durch „Topf Secret“ droht. Wer Widerspruch gegen
              fassung des Verbandes begründet das Verbraucherinfor-                   eine Veröffentlichung erheben will, kann sich an seine
              mationsgesetz (VIG) zwar einen Informationsanspruch                     DEHOGA-Geschäftsstelle wenden und sich dort kostenlos
              der einzelnen Verbraucher, aber nicht das Recht zur un-                 rechtlich beraten lassen. Kontaktdaten unter:
              geregelten Veröffentlichung von Hygieneberichten. Denn
              die Regeln, die für die Veröffentlichung von Hygiene-Kon-                  → www.dehogabw.de/geschaeftsstellen
              trollberichten durch Lebensmittelbehörden gelten, wer-
              den durch „Topf Secret“ ausgehebelt: Es gibt, anders als                  Die vollständige Stellungnahme des DEHOGA Bundes-
              beim behördlichen „Internet-Pranger“, keinen 350-Euro-                  verbandes zur Foodwatch-Pressemitteilung kann man u
                                                                                                                                        ­ nter
              Bußgeld-Schwellenwert, keine festgelegten Löschfristen                  dem folgenden Link auf der Homepage lesen. ◀
              und keine geregelte Information über die Beseitigung von
              Hygienemängeln.                                                            → www.dehogabw.de/foodwatch
12 DEHOGA MAGAZIN 8.19 Aktuell

Bilanz Digitalisierungsprämie

Steigende Nachfrage aus dem Gastgewerbe
   Für Gastronomen und Hoteliers, die ihren Betrieb digitalisieren      sitiven Ergebnisse zeigten, dass die Digitalisierungsprä-
                                                                        mie auch über das Jahr 2019 hinaus mit entsprechender
   möchten, bietet die Digitalisierungsprämie des Ministeriums          finanzieller Ausstattung fortsetzt werden sollte.
                                                                            Förderfähig sind grundsätzlich die Anschaffung von In-
   für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau eine lohnende                 formations- und Kommunikationstechnologie sowie die
                                                                        damit verbundenen Dienstleistungen. Im Gastgewerbe
   Finanzierungsmöglichkeit. Das Ministerium zieht nach einem           können dies zum Beispiel vernetzte Hotelprogramme mit
                                                                        Anbindung von Channel Managern, Schließanlagen oder
   Jahr eine positive Zwischenbilanz.                                   Restaurantkassen sein. Auch individuell gestaltete, res-
                                                                        ponsive Websites, gegebenenfalls mit Integration von
                                                                        ­Zusatzsoftware wie Bewertungs- oder Gutscheinsysteme
              Mit der Digitalisierungsprämie werden Digitalisierungs-    fallen unter die Förderung.
           maßnahmen von Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbei-               Einfache digitale Systeme, die lediglich die gesetzlichen
           tern mit einem Kostenvolumen bis 100 000 Euro gefördert.      Anforderungen erfüllen oder die Erstellung einer übli-
           Einen Tilgungszuschuss von 5 000 Euro gibt es bereits ab      chen Website zur reinen Unternehmens- oder Produktdar-
           einem Darlehen in Höhe von 10 000 Euro. In in den Jah-        stellung sind von der Förderung ausgenommen.
           ren 2018 und 2019 stehen für die Digitalisierungsprämie          Über die genauen Förderkonditionen informiert die
           insgesamt 24 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge für        ­DEHOGA Beratung, die auch schon mehrere Gastrono-
           die Digitalisierungsprämie können von den Unternehmen          men und Hoteliers bei der Beantragung der Digitalisie-
           über ihre Hausbank bei der L-Bank eingereicht werden.          rungsprämie begleitet hat.
              Anlässlich des einjährigen Jahrestags der Digitalisie-
           rungsprämie am 9. Juli hat die baden-württembergische          Kontakt zur DEHOGA Beratung
           Landesministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungs-          Telefon: 0711-6198837
           bau, Nicole Hoffmeister-Kraut, eine positive Zwischenbi-       E-Mail: info@dehoga-beratung.de
           lanz gezogen. In den vergangenen zwölf Monaten hätten
           in Baden-Württemberg mehr als 2 300 kleinere und mitt-          Wer seinen Betrieb digitalisieren möchte, hat außer-
           lere Unternehmen aus allen Branchen Förderanträge ge-        dem die Möglichkeit, weitere Verbandsangebote zu nut-
           stellt. Davon wurden bereits mehr als 2 200 Förderungen      zen. Die DEHOGA Beratung bietet praxisnahe Unterstüt-
           bewilligt. Auch im Gastgewerbe findet das Förderprogramm     zung in Form eines geförderten „Digital-Checks“. Dabei
           mit rund sechs Prozent der Anträge und weiter steigen-       wird in einem persönlichen Vor-Ort-Termin der individu-
           der Nachfrage guten Anklang, heißt es in der Pressemit-      elle Digitalisierungsgrad des Betriebs erfasst und es wer-
           teilung des Ministeriums.                                    den konkrete Empfehlungen zu relevanten digitalen An-
              „Die Digitalisierungsprämie ist für unsere kleinen und    wendungen gegeben. Durch die Förderung aus Bundes-
           mittleren Unternehmen eine echte Hilfe zur Selbsthilfe       oder Landesmitteln kann diese Beratung besonders
           in Sachen Digitalisierung. Besonders freut es mich, dass     günstig angeboten werden. ◀
           die Unternehmen so rasch in die Umsetzung gehen“, so
           Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Die po-        → www.dehogabw.de/beraten

Infoveranstaltung von IHA und HSMA in München

Was Hoteliers zu neuen Anforderungen
an Kartenzahlungen wissen müssen
   Am 28. August findet im Maria Platzl in München von 14.30 Uhr        wichtigsten Handlungsfelder aufzeigen, die Hoteliers bis
                                                                        Mitte September bearbeiten müssen – etwa die Online-
   bis ca. 19 Uhr eine von drei deutschlandweiten Informations­         Buchungsstrecke über die Hotelwebsite.
                                                                            Hauptreferent wird Christian Meissner, Director
   veranstaltungen zu den neuen gesetzlichen Anforderungen              ­E-Distribution & Payment Solutions der Deutschen Hos-
                                                                         pitality AG, sein. Abgerundet werden die Informationen
   bei der Akzeptanz elektronischer Zahlungen statt.                     aus Sicht eines Acquirers durch Concardis und aus Sicht
                                                                         eines ­Kreditkartensystems durch Mastercard. Außerdem
                                                                         wird auch der Bundesverband deutscher Banken vertre-
             Nach Pauschalreiserichtlinie und Datenschutzgrund-          ten sein.
           verordnung kommt jetzt ein neuer Umsetzungskraftakt              Nähere Informationen sind im Netz abrufbar unter:
           auf die Branche zu: Bis zum 14. September müssen alle
           Hotelbetriebe europaweit die Vorgaben der Europäischen         → www.hsma.de/events/iha-hsma-payment-event
           Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zur starken Kundenau-
           thentifizierung aus der „Zahlungsrichtlinie 2“ umgesetzt        Anmeldungen sind ausschließlich über diese Website
           haben.                                                       möglich. Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt. Für DEHOGA-­
             Mit den gemeinsamen „Payment Events“ wollen der            Mitglieder gelten die gleichen Vorzugskonditionen, die
           Hotelverband Deutschland (IHA) und die Hospitality           auch für IHA-Mitglieder gelten. Sie zahlen also netto 49
           Sales & Marketing Association Deutschland (HSMA) die         Euro (Nichtmitglieder 99 Euro). ◀
Aktuell DEHOGA MAGAZIN 8.19 13

Manipulationssichere Kassen

Scholz räumt Probleme ein
   Weil die neuen Kassenanforderungen zeitlich                                                                                  Weil die neuen Kassen-
nicht umsetzbar sind, plant der Bundesfinanz-                                                                                   anforderungen nicht
minister eine „Nichtbeanstandungsregelung“.                                                                                     fristgerecht erfüllbar
                                                                                                                                sind, plant Bundes­
   Wer als Gastronom mit Registrierkasse(n)                                                                                     finanzminister Olaf
arbeitet, muss diese laut Gesetz zum 1. Janu-                                                                                   Scholz (SPD) eine zeit-
ar 2020 entweder mit einer zertifizierten tech-                                                                                 lich befristete „Nicht-
nischen Sicherheitseinrichtung aufrüsten oder                                                                                   beanstandungsrege-
neue Kassen mit zertifizierter Sicherheitsein-                                                                                  lung“. Unser Bild zeigt
richtung anschaffen. Das Problem: Die zerti-                                                                                    den Minister beim
fizierte Sicherheitseinrichtung gibt es noch                                                                                    ­DEHOGA-Branchentag
nicht. Sie wird voraussichtlich erst im 4. Quar-                                                                                 2018 in Berlin. 
tal 2019 verfügbar sein. Damit ist die Frist zur                                                                                 Foto: DEHOGA/Svea
Umrüstung oder Neuanschaffung für viele                                                                                          Pietschmann
Betriebe nicht einhaltbar.
   Der DEHOGA weist auf Bundes- und Lan-
desebene seit vielen Monaten mit Nachdruck
auf dieses Problem hin und fordert eine Ver-          Wie lange die „Nichtbeanstandungsrege-           behauptet wird. Hinzu kommt der zeitliche
schiebung der gesetzlichen Frist. Bundesfi-        lung“ gelten soll, geht aus dem Schreiben nicht     Vorlauf: Wenn die zertifizierte Sicherheitsein-
nanzminister Olaf Scholz (SPD) hat jetzt re-       hervor. Einen Vorschlag dafür will Minister         richtung verfügbar ist, brauchen große Gas-
agiert: Eine Fristverschiebung könne es zwar       Scholz den obersten Finanzbehörden der Län-         tronomieunternehmen mit vielen Filialen und
nicht geben. Allerdings räumt das Bundesfi-        der zur Abstimmung vorlegen.                        entsprechend vielen Kassen mindestens sechs
nanzministerium ein, dass zum 1. Januar 2020          Für die Gastronomie bedeutet das Fehlen          Monate, um alle Kassen auszutauschen oder
„eine flächendeckende Aufrüstung mit zerti-        einer zertifizierten Sicherheitseinrichtung feh-    vorschriftenkonform aufzurüsten.
fizierten Sicherheitseinrichtungen nicht mehr      lende Planungs- und Investitionssicherheit:            Mit der nun beabsichtigten „Nichtbeanstan-
erreichbar sein dürfte“. Deshalb kündigt das       Wer eine Kasse neu anschafft oder umrüstet,         dungsregelung“ trägt das Bundesfinanzminis-
Ministerium eine zeitlich befristete „Nichtbe-     braucht schließlich Gewissheit, dass sie den        terium (BMF) den sachlich begründeten
anstandungsregelung“ an. Im Klartext: Wer          gesetzlichen Anforderungen, die ab 2020 gel-        ­Einwänden des DEHOGA zumindest teil­weise
die gesetzlichen Anforderungen nicht fristge-      ten, entspricht – und diese Gewissheit ist ohne     Rechnung. Der DEHOGA wird seine Mitglie-
recht erfüllen kann, hat während der „Nicht-       eine zertifizierte technische Sicherheitsein-       der zeitnah über die Entwicklung beim ­Thema
beanstandungsregelung“ keine Sanktionen zu         richtung nicht zu garantieren, auch wenn in        Kassenanforderungen auf dem Laufenden
befürchten.                                        Verkaufsgesprächen mitunter etwas anderes          ­halten. ◀
14 DEHOGA MAGAZIN 8.19 Aktuell

Am 24. September in Grafenhausen-Rothaus

Gastro-Fachtagung mit attraktivem Programm
   Die DEHOGA-Fachgruppe Gastronomie lädt
zur diesjährigen Fachtagung am 24. September
nach Grafenhausen-Rothaus im Schwarzwald
ein. Auf dem Programm stehen spannende The-
men mit hohem praktischen Nutzwert.

   Die Fachtagung beginnt um 9 Uhr mit ei-
ner nicht-öffentlichen Gremiensitzung für die
gewählten Vertreterinnen und Vertreter der
Fachgruppe Gastronomie. Der öffentliche Teil
der Veranstaltung beginnt um 10 Uhr mit Gruß-
worten des stellvertretenden DEHOGA-­
Landesvorsitzenden Dieter Wäschle und des
Vorsitzenden der Fachgruppe Gastronomie,
Thomas Heiling.                                         Prof. Dr. Heiner Lasi und Michael Köhnlein (v. l.) vom Ferdinand-Steinbeis-Institut Stuttgart zeigen am Bei-
   Anhand des Beispiels der Brauerei Rothaus            spiel eines „Testbeds“, wie Gastronomen mehr Umsatz mit Digitalisierung machen können.
wird deren Alleinvorstand Christian Rasch in
seinem Vortrag über nachhaltige Markenfüh-
rung erläutern, wie Marken entstehen und                zes und anderer vorhandener Rahmen­                       ting in Asendorf. Einen Überblick über aktu-
welche Rolle dabei Glaubwürdigkeit, Heimat              bedingungen entsteht, und wie dadurch der                 elle politische und rechtliche Gastronomie-
und Regionalität spielen. Sylke Schröder vom            Ertrag verbessert werden kann. Diese Live-                themen gibt Petra Thollembeek, stellvertre-
Briefstudio Ettersburg widmet sich der „Kunst           Anwendung mit einfacher digitaler Techno-                 tende Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA
der Gastfreundschaft: Beschwerde als Chan-              logie ist im Netzwerk des ­DEHOGA Baden-                  Baden-Württemberg.
ce – Empathie als Grundhaltung – Vorbild als            Württemberg in der Fachgruppe ­Gastronomie                   Zum Abschluss der Tagung gegen 17 Uhr
Methode“, so der Titel ihres Vortrags.                  zusammen mit dem Ferdinand-Steinbeis-In-                  können die Teilnehmer bei einer Führung ei-
                                                        stitut entwickelt worden.                                 nen Blick hinter die Kulissen der Rothaus-
    Mehr Ertrag durch Digitalisierung                      Nach der Mittagspause bringt Steffen Hort,             Brauerei werfen.
                                                        Steuerberater in der Kanzlei Maisenbacher,                   Am öffentlichen Teil der Fachtagung ab 10
  Dann geht‘s um Digitalthemen: Prof. Dr.               Hort & Partner in Karlsruhe, die Tagungsteil-             Uhr können alle interessierten Verbandsmit-
Heiner Lasi und Michael Köhnlein vom Fer-               nehmer auf den neuesten Stand in Sachen                   glieder teilnehmen. Die Teilnahme kostet 70
dinand-Steinbeis-Institut Stuttgart und Mi-             manipulationssichere Kassen und erläutert,                Euro pro Person in bar vor Ort.
chael Steiger, stellvertretender Vorsitzender           was Gastronomen ab 2020 beachten sollten,                    Anmeldungen sind über den Link in der
der Fachgruppe Gastronomie zeigen am Bei-               was es mit dem Thema Verfahrensdokumen-                   Einladungs-E-Mail möglich, die Ende Juli an
spiel eines konkreten „Testbeds“, wie Gast-             tation auf sich hat und wie digitale Buchhal-             die gastronomischen Betriebe versandt wird.
ronomen mehr Umsatz mit Digitalisierung                 tung mit „DATEV Unternehmen Online“ geht.                 Weitere Informationen im Einladungsflyer auf
machen können. Die Tagungsteilnehmer er-                   „Ich fall dann mal aus – denn unverhofft               der Homepage. ◀
leben, wie in einem „digitalen Pub“ neuer               kommt oft“ ist das Vortragsthema von Björn
Nutzen durch Transparenz des Wareneinsat-               Grimm, Geschäftsführer von Grimm Consul-                     → www.dehogabw.de/fggastro

„Ich fall dann mal aus – unverhofft kommt oft“ lautet der Titel des Vortrages von Björn Grimm (links) über ein wichtiges, aber oft verdrängtes Thema. Sylke Schröder
(Mitte) spricht über Gastfreundschaft und Steffen Hort (rechts) berichtet über den neuesten Stand in Sachen manipulationssichere Kassen.

„Midijobber“ dürfen jetzt mehr verdienen
   Neben den im Gastgewerbe beliebten                   versicherungsbeiträgen zwischen 450,01 und                serung gibt es für die „Midijobber“ auch mit
„­Minijobs“ führen „Midijobs“ ein Schattenda-           850 Euro wurde Anfang Juli vom sogenann-                  Blick auf die späteren Rentenansprüche: Sie
sein. Dabei können sie durch reduzierte                 ten „Übergangsbereich“ mit Obergrenze 1300                erwerben nun die gleichen Ansprüche, als
Sozialversicherungsbeiträge für Beschäftigte            Euro abgelöst. Weiterhin gilt, dass der zu ent-           hätten sie den vollen Arbeitnehmeranteil in
durchaus attraktiv sein. Seit 1. Juli 2019 ist          richtende Sozialversicherungbeitragsanteil der            die Rentenversicherung einbezahlt. Die Ren-
diese Attraktivität sogar noch größer gewor-            „Midijobber“ mit zunehmendem Verdienst                    ten-Entgeltpunkte werden dafür jetzt aus dem
den, weil „Midijobber“ seither bis zu 1 300             steigt, es also einen gleitenden Übergang des             tatsächlichen Arbeitsentgelt ermittelt und
Euro pro Monat verdienen dürfen. Die vorher             Arbeitnehmerbeitrags Richtung normalem                    nicht mehr aus dem fiktiven reduzierten bei-
geltende „Gleitzone“ mit reduzierten Sozial-            Sozialversicherungsbeitrag gibt. Eine Verbes-             tragspflichtigen Entgelt. ◀
Aktuell DEHOGA MAGAZIN 8.19 15

Deutsche Hotelklassifizierung

Hotelstars Union legt Entwurf des
Kriterienkatalogs für die Jahre 2020 bis 2025 vor
    Der neue Kriterienkatalog zur Hotelklassifi-      out. „Wir sind im Rahmen der Hotelstars Uni-      Interessierte auf der Website der Hotelstars
zierung wurde zur Information und Diskussion          on beim Self-Check-in dem deutschen               Union downloaden.
veröffentlicht. Er wird voraussichtlich ab dem        Gesetzgeber schon einmal einen Schritt vor-
1. Januar 2020 zum Einsatz kommen.                    ausgeeilt und setzen darauf, dass auch das           → www.hotelstars.eu/de/deutschland/­
                                                      Bundesinnenministerium beim Trend zum             kriterien/kriterienkatalog
   Die Mitgliedsstaaten der Hotelstars Union          digitalen Meldeschein endlich mitzieht und
schreiben alle fünf Jahre den gemeinsamen             die deutsche Hotellerie hier nicht hinter der         Anmerkungen, Kritik und Feedback zum
Kriterienkatalog fort und passen die Anforde-         Entwicklung in den europäischen Nachbar-          neuen Kriterienkatalog 2020-2025 können
rungen den sich ändernden Gästeerwartungen            ländern zurückbleiben muss“, zeigt sich L
                                                                                              ­ uthe    ­interessierte Hoteliers gerne per ­E -Mail
und Markterfordernissen an, damit die Hotel-          zuversichtlich.                                    (info@hotelstars.eu) an die DEHOGA Deutsche
klassifizierung nichts an Aussagekraft und Ak-           Den vorläufigen Kriterienkatalog können         Hotelklassifizierung GmbH richten. ◀
tualität verliert. Der neue Kriterienkatalog wur-
de von 270 auf 250 Kriterien reduziert.
   „Inhaltlich greift der neue Kriterienkatalog
die fast alle Hotelbereiche durchdringende            Urteil des Landgerichts Hessen
Digitalisierung und die immer mehr auch in
den Gästefokus rückenden Nachhaltigkeits-
aspekte auf“, erläutert Markus Luthe, Geschäfts-
führer der DEHOGA Deutsche Hotelklassifi-
                                                      „4-Sterne-Niveau“ ohne
zierung GmbH.

         Digitalisierung im Fokus
                                                      Klassifizierung ist irreführend
                                                         Ein Hotel, das mit der Aussage „4-Sterne-      keine offizielle Hotelklassifizierung. Das Land-
   So werden mit dem neuen Katalog klassi-            Niveau“ wirbt, verhält sich wettbewerbs­widrig,   gericht Essen stufte dies daher als irrefüh-
fizierte Hotels beispielsweise ermutigt, den          wenn es über keine offizielle Hotelklassifizie-   rend ein.
Gästen ein Opt-out bei der täglichen Zimmer-          rung verfügt, so lautet ein Urteil des Landge-       Denn der durchschnittliche Verbraucher
reinigung anzubieten, Ladestationen für Elek-         richts Essen vom 4.4.2019 (Az.: 43 O 151/18).     werde die Werbeaussage so verstehen, als ob
trofahrzeuge zu installieren oder weniger Plas-       Die Beklagte betrieb ein Hotel und bewarb         es sich um eine offizielle Klassifizierung ­handle.
tikverpackungen im Badezimmer zu verwen-              ihre Einrichtung online wie folgt: „Zimmer:       Der Verbraucher gehe von einer bestimmten
den. Zudem hält die Digitalisierung nicht nur         Unsere 28 Doppelzimmer sind mit einer ­Größe      Komfort- und Qualitätskategorie aus, die von
im Bereich der Informationselektronik auf             von ca. 23 m3[sic!] auf 4-Sterne Niveau* und      einer neutralen Stelle getestet und bewertet
den Hotelzimmern Einzug in den Kriterien-             besitzen eine hochwertige Ausstattung. Jedes      worden sei. Dies sei aber gerade nicht der
katalog, sondern auf ebenso freiwilliger Basis        Zimmer verfügt über: (...)“                       Fall, sodass der potenzielle Kunde in die Irre
unter anderem auch beim Check-in und Check-              Die Einrichtung verfügte allerdings über       geführt werde. ◀

Booking.com gibt aktualisierte AGB heraus                                                               Wettbewerbsverzerrung
Kein Handlungsbedarf                                                                                    etwas entschärft
für Hoteliers                                                                                              Mitte Juli verkündete die zuständige
                                                                                                        ­ U-Kommissarin für Verbraucherschutz nach
                                                                                                        E
                                                                                                        einjährigen Verhandlungen eine Einigung mit
   Per Serienbrief an alle Hotelpartner in Euro-      eine notwendige Anforderung der Vertrags-         der Sharing-Plattform, die auch die Wettbe-
pa hat das Buchungsportal Booking.com in der          bedingungen im Extranet vorgesehen, erst ei-      werbsverzerrungen zu Lasten traditioneller
28. Kalenderwoche über eine AGB-Änderung              nige Tage später wurden dem Hotelier dann         Beherbergungsbetriebe etwas entschärfen
informiert. Dies ist lediglich die Umsetzung e
                                             ­ iner   die AGB per Mail zugesandt.                       wird.
EU-Entscheidung, für Hoteliers besteht kein              Unabhängig von der rechtlichen Frage, ob          So verpflichtet sich Airbnb dazu, nur noch
Handlungsbedarf.                                      die neuen AGB von Booking.com auf diese           Gesamtpreisangebote darzustellen, die von
                                                      Weise rechtswirksam eingebunden worden            vornherein alle Gebühren und Abgaben (wie
   Sofern Hoteliers mit ihrem Betrieb Vertrags-       sind, ergibt sich nach Prüfung des Verbands       zum Beispiel Service- und Reinigungsgebüh-
partner von Booking.com sind, gelten in die-          kein Handlungsbedarf hinsichtlich der in 4.3.     ren oder lokale Steuern) enthalten. Ebenfalls
ser Geschäftsbeziehung seit 15.7.2019 neue            geänderten Booking-AGB, da diese eine EU-         werden die Nutzer zukünftig leicht unterschei-
AGB, falls diesen nicht innerhalb von 15 Ta-          Entscheidung umsetzen, wonach Unterneh-           den können, ob eine Unterkunft von einem
gen nach Erhalt des entsprechenden Ankün-             men frei bestimmen können müssen, welche          privaten Gastgeber oder einem professionel-
digungsschreibens widersprochen wurde, was            sogenannten „Google-AdWords-Begriffe“ sie         len Anbieter angeboten wird. Zugleich res-
jedoch von Booking.com zugleich als Vertrags-         bieten, anderslautende Absprachen, wie sie        pektiert Airbnb die grundlegenden Rechte der
kündigung gewertet worden wäre.                       auch die alten Booking-AGB enthielten, wä-        Nutzer, einen Gastgeber im Falle von Perso-
   Den DEHOGA haben verschiedentlich Mit-             ren dadurch ohnehin unzulässig geworden.          nen- oder Sachschäden verklagen zu können.
gliederanfragen erreicht, die sich irritiert und         Booking.com war somit kraft behördlicher          Insgesamt ist dies aus Sicht des DEHOGA
besorgt über diese Maßnahme des Buchungs-             Anordnung zu einer Änderung der AGB ver-          ein Schritt in die richtige Richtung, für voll-
plattformmarktführers zeigten, zumal man              pflichtet und hat diese in 4.3. der AGB (On-      ständig vergleichbare Wettbewerbsbedingun-
als Hotelier gar nicht in der Lage war, die           line Marketing und PPC-Werbung) umgesetzt.        gen zwischen klassischer Hotellerie und
neuen AGB unmittelbar zur Kenntnis zu neh-            Rein aus der Aktualisierung heraus ergibt sich    ­Sharing-Angeboten wie Airbnb wird der Ver-
men. Booking.com hatte dafür den Weg über             somit für Hoteliers kein Handlungsbedarf. ◀        band jedoch weiter streiten müssen. ◀
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