Humor und Gesundheit 6 Humour et santé 8 Umorismo e salute 10
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
5/2008
für Menschen mit Handicap pour personnes avec handicap per persone con handicap per persunas cun handicap
Humor und Gesundheit 6
Humour et santé 8
Umorismo e salute 10
POLITIK/POLITIQUE PORTRÄT/PORTRAIT
Interview mit Pascal Couchepin Fasziniert vom Tanz
Interview de Pascal Couchepin Fascinée par la danse
Seite 16/Page 18 Seite 52/Page 552 EDITORIAL procap 5/2008 procap 5/2008 RUBRIK
4 CARTOONS
6 SCHWERPUNKT
Humor und Gesundheit: Lachen ohne Vorbehalt
Lachen Sie! 12 HUMOR UND BEHINDERUNG
Jupe Haegler und Reto Meienberg: «Humor ist, wenn man trotz-
«Dürfen Behinderte dem lacht.»
in Flugzeugen immer
am Fenster sitzen?», 16 POLITIK
fragt der Texter Reto Interview mit Bundespräsident Pascal Couchepin
Meienberg und liefert
die Antwort gleich 22 MEDIEN
nach: «Sie dürfen Hinter den Kulissen der «Tagesschau»-Untertitler
nicht, sie müssen.»
Sie wissen nicht warum? Das ist doch klar: 24 MEDIZIN
Damit die Fluchtwege bei einer Evakuierung Delfintherapie: ein krankes Geschäft
frei bleiben. Bleibt Ihnen das Lachen auch im
Hals stecken? Gut so. Denn das ist kein Witz, 26 GESUNDHEIT
sondern die nackte Wahrheit. Und die Kurio- Mentale Fitness: Keep cool!
sitäten des Alltags bergen oft die grössten
Witze in sich – oder muss man sagen: Ironie? 28 KULTUR
Experten darin sind zweifelsohne das Car- Kurzfilmfestival: Behinderte in Haupt- und Nebenrollen
toonistenduo Jupe Haegler und Reto Meien-
berg. Mit ihrem schwarzen Humor, mit ihren 32 FREIZEIT
Ecken und Kanten – «eine Art vorgezogener – Bergsportlager: Fels in eisigen Höhen
Galgenhumor» – stossen sie an und lösen – «Top of Europe» im Rollstuhl
unbequemes Lachen aus. Etwa durch die – Bergtour zur Läntahütte
66 provokativ gestellten Fragen in ihrem
neuen Buch: Ist der Himmel rollstuhlgängig?
Oder: Dürfen Behinderte fröhlich sein? Jupe
Haegler liefert mit schwarzem Strich die
Antwort dazu. Darf man das? Die beiden
dürfen! Diagnose: MS.
Humor hilft aber nicht nur durch den oft
hindernisreichen Alltag. Humor hilft erwie-
senermassen auch in der Pflege. So meint
der Psychotherapeut Peter Hain, dass es 36 PROCAP
schon immer einen engen Zusammenhang Sozialwerke unter Druck
zwischen Humor, guter Gesundheit und kör-
perlichem Gleichgewicht gab. Um Lachen 39 ARBEIT
auszulösen, reichen gemäss dem Kranken- Lukas Hendry: kreative Lösungen
pfleger und Clown Marcel Briand oft kleine
Dinge: eine rote Nase und ein batterie- 44 SEKTIONEN/SPORTGRUPPEN
betriebenes Schweinchen, das den Gang
durchquert – et voilà! 46 AGENDA
Der Unterschied zu Meienberg und
Haegler ist, dass sich die Clowns in der Pfle- 48 KLEININSERATE
ge nicht über Menschen mit Behinderung
lustig machen, sondern mit ihnen. Und die 50 RATGEBER
Frage drängt sich auf: Wo ist die Sch(m)erz- – Mit chronischen Schmerzen umgehen
grenze? Dort, wo die Betroffenheit beginnt – IV wegen chronischer Schmerzen?
beziehungsweise aufhört? Lesen Sie dazu
unseren Schwerpunkt im ersten Teil des 52 PORTRÄT
Magazins – ohne Vorsicht zu geniessen, zu Conny Hasler: «Auf der Bühne zeige ich etwas»
Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie
bitte Ihren Clown oder Cartoonisten.
Adrian Hauser, Chefredaktor
Titelbild/Image de couverture: Phil Hubbeprocap 5/2008 ÉDITORIAL 3
5 CARTOONS
8 POINT FORT
Le rire, à consommer sans modération
14 HUMOUR ET HANDICAP Prière de rire!
Jupe Haegler et Reto Meienberg: «L’humour, c’est quand on rit
tout de même.» «Est-ce que les
personnes handi-
capées ont le droit
de s’asseoir à la
fenêtre, dans les
avions?», demande
le publiciste et
humoriste Reto
Meienberg, qui donne aussitôt la réponse:
«Ça n’est pas un droit, mais une obliga-
18 POLITIQUE tion!» Pourquoi? Mais c’est évident: pour
Interview du Président de la Confédération Pascal Couchepin s’assurer que les voies d’évacuation restent
libres. Vous n’êtes pas certain de trouver
23 MÉDIAS drôle? Tant mieux, car ce n’est malheureu-
La télévision, en toutes lettres sement pas une plaisanterie. Les singulari-
tés du quotidien recèlent parfois les
25 MÉDECINE blagues les plus énormes. Ou faut-il parler
Thérapie par les dauphins: négoce malade d’ironie?
Les caricaturistes Jupe Haegler et Reto
27 SANTÉ Meienberg sont assurément des experts en
Fitness mental: restez cool! la matière. Avec leur humour noir, carré –
«une sorte d’humour funéraire avant
30 CULTURE l’heure» –, ils offusquent et provoquent des
Festival de films: des handicapés dans tous les rôles rires embarrassés. Parmi les 66 questions
qu’ils posent dans leur nouveau livre, il y a
35 LOISIRS celle-ci: le ciel est-il praticable en fauteuil
– «Top of Europe» en fauteuil roulant roulant? Ou alors: les handicapés ont-ils le
– Franches-Montagnes: 40e anniversaire droit d’être heureux? Jupe Haegler répond
d’un trait noir. A-t-on le droit de dire ça?
40 PROCAP Haegler et Meienberg le peuvent: ils ont la
Œuvres sociales sous pression sclérose en plaque.
L’humour n’aide pas seulement dans le
43 TRAVAIL quotidien, souvent rempli d’obstacles: il aide
Lukas Hendry: un prof très à l’écoute aussi dans les soins. Selon le psychothéra-
peute Peter Hain, il y a toujours eu un lien
47 AGENDA entre l’humour, la bonne santé et l’équilibre
du corps. Et pour faire rire, pas besoin de
49 PETITES ANNONCES grand chose: un nez rouge ou un petit
cochonnet à pile qui traverse le couloir suffi-
51 CONSEIL sent, estime l’infirmier et clown Marcel
– Vivre avec des douleurs chroniques Briand – et voilà! La différence avec Haegler
– L’AI pour cause de douleurs chroniques? et Meienberg, c’est que les clowns actifs
dans la santé ne se moquent pas des per-
55 PORTRAIT sonnes handicapées: ils rient avec elles. Pour
le coup, une question nous tarabuste: où est
la limite? Là où commence la stupeur? Lisez
10 FOCUS donc notre Point fort, en début de maga-
L’umorismo può nuocere gravemente alla vostra malattia! In zine – sans limite de plaisir; pour les risques
Svizzera, sono in molti a impegnarsi per dimostrarlo, affinché et effets secondaires, consultez votre clown
l’abitudine di ridere attecchisca durevolmente nella vita della ou caricaturiste.
gente.
16 POLITICA
Intervista con il presidente della Confederazione Pascal Couchepin Samuel Schellenberg, rédacteur6 SCHWERPUNKT procap 5/2008
Foto: Samuel Schellenberg
Humor und Gesundheit
Lachen ohne
Vorbehalt
Humor kann einer Krankheit ernsthaft schaden.
In der Schweiz wollen zahlreiche Personen diesen
Beweis erbringen, damit das Lachen einen festen
Platz im Leben einnimmt.
n «Und nun tun wir so, als ob wir Angst Abschied schliesst sie Chrulla-Trulla und eigenen Fehler lachen zu können. Jedoch
hätten!» Was die Clowns Circolina und Circolina fest in ihre Arme. sollten die einen nicht über die anderen
Chrulla-Trulla vorzeigen, ahmen Eliane, Lachen wird seit Langem implizit mit lachen: Sarkasmus ist hier fehl am Platz»,
Sami und Sara nach. Schreie des Entsetzens einer guten Gesundheit in Verbindung hält Peter Hain fest. «Von Menschen mit
hallen durch das Haus der Berner Grossfa- gebracht. «Es gab schon immer einen Humor sagt man, dass sie weniger lang
milie, die auf dem Land am Fusse des Nie- Zusammenhang zwischen dem Humor, leben, da sie sich keinen Kopf um Arztbesu-
sen wohnt. Danach folgt schallendes der Gesundheit und dem Gleichgewicht che machen», erzählt der Clown Marcel Bri-
Gelächter. Die drei Kinder amüsieren sich des Körpers», erklärt der Psychotherapeut and. Bevor er sich die rote Clownsnase auf-
köstlich mit den beiden Frauen der Organi- Peter Hain, der in Zürich und Bremgarten setzte, arbeitete er in einem Pflegeberuf.
sation Huusglön, die Spassmacher mit tätig ist. Der Begriff «Humor» stammt übri- «Ich bin sicher, dass das stimmt! Aber
roten Nasen vereint. Seit 2007 organisiert gens aus dem Lateinischen und steht für zumindest geniessen diese Menschen ihr
der Verein Hausbesuche bei Familien mit «Körpersäfte» wie Blut oder Galle. Erst im Leben bis zum Schluss, ohne grimmig oder
einem behinderten Mitglied, um allen eine 18. Jahrhundert setzte sich die heutige verbittert zu sein.» Es hat also mit Lebens-
kräftige Dosis Humor zu verabreichen. Bedeutung von «Humor» durch. «Lachen qualität zu tun.
hilft dabei, sich wohlzufühlen, sich von Pro-
Was ist zu beachten? blemen zu distanzieren und Stress abzu- Eher in der Deutschschweiz
In dieser Familie hat die Mutter eine Behin- bauen», erklärt Peter Hain. Ein emotional Der amerikanische Journalist und Profes-
derung. Dank dem Besuch der Clowns positiver Zustand lässt sich auf Humor, sor Norman Cousins wird gerne als Pionier
kann sie wieder Luft holen, während die aber auch auf Liebe, Freude oder Opti- auf dem Gebiet der wissenschaftlichen
Rasselbande eine kleine Vorführung vorbe- mismus zurückführen und wirkt sich posi- Forschung rund um das Thema «Humor
reitet. Und sie kann sich amüsieren, wäh- tiv auf die Gesundheit aus. Ausserdem und Gesundheit» genannt. Er litt an Herz-
rend ihre Kinder mit den beiden Clowns reduziert Humor Konflikte zwischen Perso- problemen und Arthritis. Während dieser
die Show präsentieren. Ein einfacher Stuhl nen und vermindert somit auch Stress, bei- Zeit stellte er fest, dass er die Schmerzen
wird heute dank der grenzenlosen Fantasie spielsweise bei der Arbeit. Das Lachen besser ertrug, wenn er zehn Minuten lang
der Gruppe erst zu einer Kuh, dann zu selbst hat einen positiven Einfluss auf die lachte – in seinem Fall über Filme der Marx
einem Auto und schliesslich zu einem Herz-Kreislauf-Funktion, die Drüsenfunk- Brothers. Danach verbreiteten sich die The-
Pferd. «Meine Kinder und ich freuen uns tion, das Immunsystem und auch auf das orien zu dem Thema in den USA, dem Hei-
sehr, von dieser Art Hilfe profitieren zu Nervensystem. Doch Vorsicht: Damit die matland von Arzt und Clown Hunter
können», erzählt die Mutter. Ihr Sehvermö- grösstmögliche Wirkung erreicht wird, «Patch» Adams, der durch einen Kinofilm
gen und ihre Konzentrationsfähigkeit sind braucht es richtiges Gelächter! mit Robin Williams berühmt wurde. In der
stark eingeschränkt, dennoch hat sie keine Was ist bei Spässen zu beachten? «In Schweiz kamen solche Ideen vor allem in
Sekunde der Vorstellung verpasst. Zum einer Gruppe ist es wichtig, über seine der Deutschschweiz an. Peter Hain und einweiterer Psychotherapeut organisieren seit Bern bis nach Zürich gibt es neben Humor- schen mit einer geistigen Behinderung.
1998 Kongresse in Basel. Im Publikum sass Care zahlreiche weitere Verbände wie die Dann mache ich dasselbe wie sonst auch,
einst Beat Hänni, der vom Gehörten sofort Stiftung Humor und Gesundheit, die 2005 doch viel langsamer. Und meist genau
begeistert war. Kurz darauf entwickelte der gegründet wurde. In der französischen dann, wenn ich genug habe vom Ballspie-
Frühpensionierte und ehemalige Manager Schweiz hingegen sind die Clowns der Stif- len, beginnen sie es zu mögen», lacht der
der Basler Pharmaindustrie eine «Humor- tung Theodora die einzigen, welche die Clown. Sie wollen gewöhnlich immer wie-
werkstatt» und stellte die Idee einem Heim Kranken zum Lachen bringen – in diesem der dieselben Witze: «Das ist für sie etwas
vor. «Die Heimleitung antwortete: ‹Das Fall Kinder in Spitälern. Vertrautes und sie fühlen sich wohl.»
wollen wir gleich testen.›» Beat Hänni ist «Wenige Studien haben bisher die kon-
der Nachfolger von Peter Hain als Präsident Nicht so schnell, bitte! krete Wirkung von Humor auf eine Behin-
von HumorCare. Der Verein organisiert Wie bringt man andere zum Lachen? «Eine derung untersucht», stellt Professor Willi-
Workshops in Zürich, Bern und Basel und rote Nase, ein batteriebetriebenes Schwein- bald Ruch fest. Er ist Leiter der Fachgruppe
nimmt in der Schweiz eine Vorreiterrolle chen, das durch den Flur läuft: Einfache Persönlichkeitspsychologie an der Univer-
ein, was die Verbreitung von Humor in der Dinge stellen eine Verbindung her», berich- sität Zürich, die einen Kurs zum Thema
Pflege betrifft. «Achtung, ich bin kein tet Marcel Briand. «Auch die Musik ist sehr «Humor und Lachen» anbietet. Doch im
Clown: Ich wecke den Humor in den Men- wichtig. Sie geht direkt in die Herzen der Allgemeinen wird ein Clown immer von
schen, und durch diesen Ausweg verstärke Menschen.» Zu Besuchen bei älteren demselben Grund angetrieben, egal ob er
ich die Kommunikation in der Gruppe.» Er Patienten zögert der Clown daher nicht, ein Menschen mit Handicap besucht, in ein
arbeitet in Altersheimen, aber auch in Grammofon mitzunehmen, «das kratzig Altersheim geht oder Kinder im Spital
psychogeriatrischen Kliniken. «Wegen klingt». Clownin Chrulla-Trulla erinnert unterhält. Lachen ist universell, nicht?
intensiver Behandlungen neigen diese sich an einen Besuch bei einem Jungen
Patienten nicht dazu, viel zu lachen. Aber und einem Mädchen von vier und fünf Jah-
genau hier hatte ich schon die schönsten ren mit einer schweren angeborenen Fehl- Samuel Schellenberg
Erlebnisse. Beispielsweise als eine Person, bildung (Spina bifida). Die ganze Familie
die sich zu Beginn der Werkstatt völlig war versammelt, um einen Geburtstag zu
abgekapselt hatte, am Ende zu mir kam feiern. «Ich begann mit voller Hingabe zu
und sich herzlich bedankte.» singen, und der kleine Junge brach in lau-
Man weiss nicht genau weshalb, aber tes Gelächter aus.» Das kam unerwartet Informationen:
die Theorien zum Thema Humor als und lockerte die Stimmung auf. www.humorcare.ch
Gesundheitsfaktor kommen in der Bei Menschen mit Handicap passen die www.huusgloen.ch
Deutschschweiz besser an als in der West- Clowns ihre Sketche manchmal an. Marcel www.stiftung-humor-und-gesundheit.ch
schweiz oder im Tessin. Von Basel über Briand erklärt: «Ich arbeite oft mit Men-Photo: Samuel Schellenberg
Humour et santé
Le rire, à consommer
sans modération
L’humour peut sérieusement nuire à votre maladie!
En Suisse, de nombreuses personnes s’activent pour
le prouver, afin que le rire s’installe durablement
dans la vie des gens.procap 5/2008 POINT FORT 9
n «Et maintenant, faisons semblant n’a pas sa place ici», estime Peter Hain. «On comme la Stiftung Humor und Gesundheit
d’avoir peur!» Les clowns Circolina et Chrul- dit que les personnes qui ont de l’humour (Fondation humour et santé), fondée en
la-Trulla donnent l’exemple, avant qu’Elia- vivent moins longtemps, parce qu’elles ne 2005. En Suisse romande, par contre, les
ne, Sami et Sara ne les imitent. Ni une ni se préoccupent pas d’aller chez le médecin, clowns de la Fondation Theodora sont
deux, des cris d’effroi résonnent dans la mai- rapporte le clown Marcel Briand, qui a tra- parmi les seuls à faire rire les malades – en
son de cette famille nombreuse de la cam- vaillé dans le domaine des soins avant l’occurrence les enfants, dans les hôpitaux.
pagne bernoise, au pied du majestueux Nie- d’enfiler un nez rouge. Je suis convaincu Comment s’y prendre pour faire rire?
sen. Puis viennent les éclats de rire: les trois que c’est vrai! Mais au moins, ces per- «Un nez rouge, un petit cochonnet à pile
enfants s’amusent comme des petits fous sonnes vivent une vraie vie jusqu’au bout, qui traverse le couloir: des choses simples
avec les deux dames de l’association Huus- sans aigreur ni amertume.» Une affaire de permettent de faire le ‹passage›, raconte
glön, littéralement «clowns de maison», qui qualité de vie, donc. Marcel Briand. La musique aussi est très
réunit des humoristes au nez rouge et se importante: elle va directement au cœur
rend depuis 2007 au domicile de familles Plutôt en allemand des gens.» Ainsi, avec des personnes âgées,
avec une personne handicapée, pour y On cite volontiers le journaliste et profes- le clown n’hésite pas à utiliser un vieux
apporter une grosse dose d’humour. seur étasunien Norman Cousins comme gramophone, «avec un son qui gratte».
Ici, c’est la mère qui est handicapée: la un pionnier des recherches scientifiques Quant à la clown Chrulla-Trulla, elle se sou-
venue des clowns lui permet de respirer, le autour du binôme «humour & santé». Il a vient de cette visite à un garçon et une
temps que l’équipe prépare un petit spec- constaté que dix minutes de rire, dans son fillette de quatre et cinq ans, souffrant
tacle; puis de s’amuser, lorsque ses enfants cas provoquées par les films des Marx Bro- d’une sévère malformation congénitale
et les deux clowns présentent leur création. thers, l’aidaient à supporter la douleur, (spina bifida). Toute la famille était réunie,
Aujourd’hui, une simple chaise devient alors qu’il souffrait de problèmes car- à l’occasion d’un anniversaire. «Je me suis
successivement une vache, une voiture ou diaques et d’arthrite. Par la suite, les théo- mise à chanter avec entrain et le garçon a
un cheval, grâce à l’imagination sans borne ries sur le rire et la bonne santé ont essai- éclaté de rire.» C’était inattendu et a permis
de l’équipe. «Mes enfants et moi sommes mé aux Etats-Unis, patrie du Dr. Hunter de détendre l’atmosphère générale.
très contents de bénéficier de ce genre «Patch» Adams, médecin et clown immor-
d’aide», confie la mère. Elle a d’importants talisé au cinéma par Robin Williams. Plus lentement, s. v. p.!
problèmes de vision et de concentration, En Suisse, c’est par la frontière alle- Face au handicap, les clowns adaptent par-
mais n’a pas raté une bribe du «spectacle». mande que ces idées ont débarqué: deux fois leurs sketches, comme l’explique Mar-
A l’heure des adieux, elle serre Chrulla- psychothérapeutes allemands, dont Peter cel Briand: «J’ai souvent travaillé avec des
Trulla et Circolina dans ses bras. Hain, organisent dès 1998 des colloques à personnes handicapées mentale. Je m’y
Bâle. Dans le public, un certain Beat Hänni prends de la même manière qu’avec les
Contre-indications est immédiatement séduit par ce qu’il autres personnes, mais beaucoup plus len-
Le rire est depuis longtemps l’associé entend. Et peu après, le préretraité de la tement. Et lorsque j’en ai marre de jouer au
implicite de la bonne santé. «Il y a toujours pharma bâloise imagine un «atelier ballon, c’est là qu’elles commencent à
eu un lien entre l’humour, la bonne santé humour», qu’il propose à un home. «La aimer», rigole le clown. Aussi, ces per-
et l’équilibre du corps», explique Peter direction m’a répondu: ‹On essaie tout de sonnes veulent en général les mêmes
Hain, psychothérapeute allemand actif à suite.›» Aujourd’hui, celui qui vient de suc- blagues d’une fois à l’autre: «Ça leur donne
Zurich et à Bremgarten. D’ailleurs, l’origine céder à Peter Hain à la tête de HumorCare, un sentiment de confiance, qui les fait se
latine d’«humour» se réfère aux «hu- pionnière de la promotion de l’humour sentir chez elles.»
meurs»: les liquides du corps, comme le dans les soins en Suisse, organise des work- «Pour l’instant, peu d’études ont mesu-
sang ou la bile, et ce n’est qu’au XVIIIe siècle shops à Zurich, Berne et Bâle. «Attention, je ré les effets concrets de l’humour sur le
que le sens actuel d’«humour» s’est imposé. ne suis pas un clown: je mobilise l’humour handicap», constate le professeur Willibald
«Le rire aide à bien se sentir, à prendre de la des gens et je renforce par ce biais la com- Ruch, responsable du département de Psy-
distance avec ses sentiments difficiles ou à munication au sein des groupes.» Il tra- chologie de la personnalité à l’Université de
faire baisser le stress», explique Peter Hain. vaille dans des homes pour personnes Zurich, qui donne un cours sur «Humour et
Un état émotionnel positif – qui découle de âgées, mais aussi au sein des cliniques psy- rire». Toutefois, d’une manière générale, la
l’humour, mais aussi de l’amour, de la joie chogériatriques. «Ces patients ne sont pas raison qui pousse un clown à visiter des
ou de l’optimisme – a un effet bénéfique enclins au rire, à cause des traitements personnes handicapées est identique à
sur la santé. On peut aussi citer l’action de radicaux qu’ils reçoivent. Mais c’est aussi celle qui l’emmène dans un home pour per-
l’humour pour réduire les conflits entre dans ce cadre que j’ai eu les plus grandes sonnes âgées ou dans un hôpital pour
personnes et donc diminuer le stress, par satisfactions, par exemple lorsqu’une per- enfants. Le rire est universel, non?
exemple au travail. Et le rire en lui-même a sonne totalement repliée sur elle-même en
une action positive sur le fonctionnement début d’atelier est venue me remercier cha-
cardio-vasculaire, endocrinien, immunolo- leureusement en fin de session.» Samuel Schellenberg
gique ou encore du système nerveux. Mais Sans que l’on sache trop pourquoi, les
attention, pour que le rire ait un maximum théories autour de l’humour comme fac-
d’effet, il faut qu’il soit vigoureux! teur de santé prennent mieux en Suisse Renseignements:
La rigolade a-t-elle ses contre-indica- allemande que de l’autre côté de la Sarine www.humorcare.ch
tions? «En groupe, il est important de ou au Tessin: de Bâle à Zurich en passant www.huusgloen.ch
savoir rire de ses propres défauts, mais il ne par Berne, de nombreuses associations www.stiftung-humor-und-gesundheit.ch
faut pas rire les uns des autres: le sarcasme sont actives en parallèle à HumorCare,10 FOCUS procap 5/2008
Umorismo e salute
Il riso, da consumare
senza moderazione
L’umorismo può nuocere gravemente alla vostra malattia!
In Svizzera, sono in molti a impegnarsi per dimostrarlo,
affinché l’abitudine di ridere attecchisca durevolmente
nella vita della gente.
n «E adesso facciamo finta di avere lo». All’ora degli addii, stringe Chrulla-Trul- uni degli altri: il sarcasmo è bandito»,
paura!» I clown Circolina e Chrulla-Trulla la e Circolina tra le braccia. osserva Peter Hain. «Si dice che le persone
danno l’esempio per esortare Eliane, Sami e Da tempo il riso è un alleato della salu- che hanno il senso dell’umorismo vivono
Sara a imitarli. Detto fatto, grida di terrore te. «Vi è sempre stato un legame tra l’umo- meno perché non si preoccupano di anda-
riecheggiano nella casa di questa numero- rismo, la salute e l’equilibrio fisico», spiega re dal dottore», riferisce il clown Marcel
sa famiglia nella campagna bernese, ai Peter Hain, psicoterapeuta tedesco che Briand, che ha lavorato nel settore delle
piedi del maestoso Niesen. E poi scoppiano lavora a Zurigo e a Bremgarten. D’altronde cure prima di infilarsi il naso rosso. «Sono
le risa: i tre bambini si divertono come la parola «umorismo» deriva dal latino convinto che è vero! Ma almeno queste
matti con le due signore dell’associazione «umori»: i liquidi del corpo, come il sangue persone vivono fino in fondo, senza acidità
che riunisce umoristi dal naso rosso Huus- o la bile, ed è solo nel diciottesimo secolo né amarezza.» Insomma, è una questione
glön, letteralmente «clown di casa», che dal che si è imposto il significato attuale di di qualità della vita.
2007 va nelle case di famiglie con persone «umorismo». «Ridere aiuta a sentirsi bene, Il giornalista e professore americano
disabili per portarvi una bella dose di umo- a prendere le distanze dai propri sentimen- Norman Cousins è spesso citato quale pio-
rismo. ti difficili o a ridurre lo stress», spiega Peter niere della ricerca scientifica sul binomio
Hain. Uno stato emotivo positivo – che sca- «umorismo & salute». Cousins, che soffriva
Controindicazioni turisce dall’umorismo, ma anche dall’amo- di problemi cardiaci e di artrite, aveva con-
Qui è la mamma a essere disabile: l’arrivo re, dalla gioia o dall’ottimismo – ha un statato che dieci minuti di riso, nel suo caso
dei clown le permette di respirare, mentre effetto benefico sulla salute. Da citare provocati dai film dei Marx Brothers, lo aiu-
la troupe prepara un piccolo spettacolo, e ancora l’azione dell’umorismo per ridurre i tavano a sopportare il dolore. Successiva-
poi di divertirsi quando i bambini e i due conflitti tra le persone e quindi diminuire mente, le teorie sul riso e la salute hanno
clown mettono in scena la loro opera. Oggi, lo stress ad esempio sul lavoro. E il fatto preso sempre più piede negli Stati Uniti,
una semplice sedia diventa successiva- stesso di ridere ha un’azione favorevole sul patria del dottor Hunter «Patch» Adams,
mente una mucca, un’automobile e un sistema cardiovascolare, endocrino, immu- medico e clown immortalato al cinema da
cavallo, grazie all’immaginazione senza nologico o nervoso. Ma attenzione, per far Robin Williams.
limiti della troupe. «I miei bambini e io sì che il riso abbia il massimo effetto, deve
siamo molto felici di beneficiare di questo essere vigoroso! Piuttosto in tedesco
genere di aiuto», confida la madre. Ha gravi La risata ha delle controindicazioni? In Svizzera, queste idee sono sbarcate attra-
problemi di vista e di concentrazione, ma «In gruppo è importante saper ridere dei verso la frontiera con la Germania: due psi-
non si è persa un briciolo dello «spettaco- propri difetti, ma non bisogna ridere gli coterapeuti tedeschi, di cui uno era PeterFoto: Samuel Schellenberg
Hain, organizzano dei convegni a Basilea sando da Berna, accanto a HumorCare ope- mentali. Con loro mi comporto come con le
sin dal 1998. Tra il pubblico, un certo Beat rano numerose associazioni, come la Stif- altre persone, ma molto più lentamente. E
Hänni è immediatamente sedotto da ciò tung Humor und Gesundheit, fondata nel quando sono stufo di giocare con la palla è
che sente. E poco dopo il prepensionato del- 2005. Nella Svizzera romanda, invece, i il momento in cui cominciano a divertirsi»,
l’industria farmaceutica basilese immagi- clown della Fondazione Theodora sono scherza il clown. Inoltre, in generale queste
na un «laboratorio dell’umorismo», che forse gli unici a far ridere i malati – in que- persone vogliono le stesse battute ogni
propone a un istituto. «La direzione mi ha sto caso i bambini ricoverati in ospedale. volta: «Dà loro una sensazione di sicurezza,
risposto: ‹Proviamo subito.›» Oggi, il suc- che li fa sentire a casa loro.»
cessore di Peter Hain a capo di HumorCare, Più lentamente, per favore! «Per il momento sono pochi gli studi
pioniere della promozione dell’umorismo Come fare per far ridere? «Un naso rosso, che hanno misurato gli effetti concreti del-
nelle cure in Svizzera, organizza dei semi- un maialino a batteria che attraversa il cor- l’umorismo sull’handicap», constata il pro-
nari a Zurigo, Berna e Basilea. «Attenzione, ridoio: a ‹spianare la strada› sono cose sem- fessor Willibald Ruch, responsabile del
non sono un clown: mobilito l’umorismo plici», racconta Marcel Briand. «Anche la dipartimento di psicologia della persona-
della gente, rafforzando così la comunica- musica è molto importante: va direttamen- lità all’Università di Zurigo, che dà un corso
zione all’interno dei gruppi.» Lavora in case te al cuore della gente.» Così, con gli anzia- su «umorismo e riso». In generale, tuttavia,
per anziani, ma anche all’interno di clini- ni il clown non esita a utilizzare un vecchio il motivo che spinge un clown ad andare a
che psicogeriatriche. «Non sono pazienti grammofono «con un suono che gratta». trovare persone disabili è identico a quello
inclini al riso a causa dei trattamenti radi- Quanto al clown Chrulla-Trulla, ricorda che lo porta in una casa per anziani o in un
cali che ricevono. Ma è proprio in quest’am- ancora una visita a un bambino e una ospedale pediatrico. Il riso è universale, no?
bito che traggo le maggiori soddisfazioni. bambina di quattro e cinque anni affetti da
Ricordo ad esempio una persona completa- una grave malformazione congenita (spina
mente chiusa in se stessa all’inizio del bifida). Tutta la famiglia era riunita per un Samuel Schellenberg
seminario che alla fine della sessione è compleanno. «Mi sono messa a cantare con
venuta a ringraziarmi calorosamente.» brio e il bambino è scoppiato a ridere.» Una
Senza che si sappia esattamente per- reazione inaspettata, che ha permesso di Informazioni:
ché, le teorie sull’umorismo come fattore di distendere l’atmosfera generale. www.humorcare.ch
salute attecchiscono meglio nella Svizzera Di fronte all’handicap, talvolta i clown www.huusgloen.ch
tedesca che non sull’altra sponda della adattano i loro sketch, come spiega Marcel www.stiftung-humor-und-gesundheit.ch
Sarine o in Ticino: da Basilea a Zurigo, pas- Briand: «Lavoro spesso con handicappati12 HUMOR UND BEHINDERUNG procap 5/2008
Cartoons
«Humor ist, wenn man trotzdem lacht»
Über Behinderte darf man sich nicht
lustig machen. Als Mensch mit Behinde-
rung darf man sich dagegen lustig
machen. Auch über sich selber?
n Jupe Haegler und Reto Meienberg lei-
den beide unter MS. Das Wort «leiden» ist
hier ganz bewusst gewählt: Die Krankheit
ist dumm, gemein. Bei Reto Meienberg
kam die Diagnose, als er 19 war – heute ist
Meienberg 51. Da kann man sich mit der
Krankheit arrangieren, aber sie akzeptieren
wäre zu viel verlangt. Durch eine Radio-
talkshow wurde Jupe Haegler auf Reto
Meienberg aufmerksam.
Bei Haegler kam die Diagnose MS vor 13
Jahren, als er 55 war. Nach einem ersten
Treffen kam die Idee, wie sich die beiden
mit der Krankheit auseinandersetzen woll-
ten: Haegler arbeitete als Illustrator,
Meienberg als Werbetexter – gemeinsam
Was ist so gut am Beindertsein?
entwickeln die beiden Ideen, die sie in Car-
toons umsetzen. Haegler liefert die bitter-
böse Zeichnung, Meienberg den passenden Kein Umdenken toons umgesetzt, Fragen, die leider wirk-
Spruch. Meistens wurde die Ausgangslage Was Haegler und Meienberg in ihren Car- lich gestellt werden. Dazu gehört etwa die
in einer Beiz gesponnen. Im Verlauf der toons und Texten thematisieren, sind ihre Frage «Wozu brauchen Behinderte Ferien?»
Jahre sind auf diese Weise Hunderte Car- täglichen, alltäglichen Beobachtungen. «In oder «Dürfen Behinderte fröhlich sein?».
toons entstanden. Bezug auf die Behindertenemanzipation Die letzte Frage beantworten Haegler und
ist nichts passiert – noch immer ist die Meienberg – wie die meisten andern Men-
Angst der Verleger Devise: nicht zu nah!», zieht Meienberg schen mit Behinderung auch – im täg-
Als die ersten Cartoons gezeichnet waren, eine pessimistische Bilanz. Gefragt seien lichen Leben: indem sie fröhlich sind. Aller-
wollten ihre Schöpfer sie publizieren. Doch «good looking people». Viele wollten zwar dings sind sie, wie auch die meisten Men-
sie bissen auf Granit. Von allen angefrag- ihr Verständnis dokumentieren, «aber sie schen, bei denen keine Behinderung dia-
ten Zeitungen reagierte nur eine: Zurück haben kein Verständnis». Ein Umdenken in gnostiziert wurde, nicht dauernd fröhlich,
kam eine wüste Beschimpfung; was sich Bezug auf den Umgang mit Behinderten sondern gelegentlich nachdenklich, trau-
die beiden da leisteten, sei eine Schande, und mit Behinderung habe nicht stattge- rig, gelegentlich aber auch sarkastisch: «Es
der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Schliess- funden. Dagegen setzen Haegler und ist eine Art vorgezogener Galgenhumor»,
lich fanden sie den Cosmos-Verlag, der die Meienberg nun ihre Sicht zweier Rollstuhl- definiert Haegler.
Cartoons unter dem Titel «Behinderte sind fahrer.
auch nur Menschen» als Buch heraus- Das erste Buch stiess auf so grosses Zukunftsmusik
brachte, ergänzt durch Texte von Reto Interesse, dass nach einem Jahr schon die Diese böse Krankheit MS ist unheilbar, und
Meienberg. zweite Auflage gedruckt werden konnte. sie bringt viele Einschränkungen – eben:
Das Buch wurde ein Erfolg, Haegler und Das führte nicht nur zum Interesse von Behinderungen – mit sich. Die Frage nach
Meienberg machen Lesungen. Diese Auf- Zeitschriften von Behindertenorganisatio- der Zukunft gehört wohl auch zu diesen
tritte stossen auf ein grosses Interesse und nen – andere zieren sich immer noch –, Fragen, die sich Menschen mit Behinde-
erzeugen ein gutes Echo. Menschen mit sondern ermutigte auch zu einem zweiten rung dauernd stellen und die andere Men-
Behinderung lachen an den Lesungen, die Band: «Müssen Behinderte immer auffal- schen einem Behinderten gegenüber nicht
andern sind unsicher, wissen nicht, wie sie len?» ist im letzten Frühjahr erschienen. zu stellen trauen. «Vielleicht wäre es jetzt
reagieren sollen. Sind Behinderte vielleicht Die Frage im Titel ist Programm, Jupe tatsächlich an der Zeit, meine dauernde
doch nicht nur Menschen? Haegler hat 66 Fragen in bitterböse Car- Unsicherheit gegenüber der Zukunft auf-procap 5/2008 HUMOR UND BEHINDERUNG 13
Foto: Peter Anliker
Reto Meienberg (l.) und Jupe Haegler
zugeben und ein paar Schritte in Richtung äussern – obschon etwas Selbstironie von Haegler und Meienberg denn meis-
Gelassenheit zu tun», findet Meienberg in durchaus auch Platz hat –, sondern viel- tens auch keine Scherze, nicht einmal
einem seiner Texte, die die Bücher so mehr über die Art, wie die sogenannt besonders lustig – dennoch zeugen sie vom
lesenswert machen wie die Cartoons. Und Nichtbehinderten mit Behinderten umge- Humor ihrer Schöpfer. Schliesslich wusste
er hat tröstlich feststellen können: «Die hen. Meienberg prangert in einem Text an, ja schon der Schriftsteller Otto Julius Bier-
Angst vor der Zukunft ist um einiges be- dass in seiner Gegenwart über ihn statt mit baum: «Humor ist, wenn man trotzdem
lastender als die Zukunft selbst.» ihm gesprochen wird. «Die Steigerung ist, lacht.» Trotzdem? Noch einmal Reto
Wer der Zukunft mit etwas Gelassen- wenn ich zu einem ‹Es› werde», sagt er im Meienberg: «Es ist ein Trotzdemleben, das
heit entgegengeht, hat auch keine Angst, Gespräch. Dass einem im Bahnhof von wir führen. Aber immerhin ist es mit die-
sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. wildfremden Leuten ein Fünfliber in die sem Trotzdem trotzdem ein gutes Leben.»
Ganz selbstverständlich werden deshalb Hand gedrückt wird, haben schon viele
auch die «letzten Dinge» angesprochen – Behinderte erleben müssen: «Noch schlim-
wiederum auf satirische Art, versteht sich. mer ist es, wenn mir statt dem Fünfliber Peter Anliker
Da fragt beispielweise der Rollstuhlfahrer eine Tafel Schokolade entgegengestreckt
den Sensenmann: «Ist der Himmel roll- wird», ergänzt Meienberg.
stuhlgängig?» Das bringt erneut die Frage
nach der «Scherzgrenze» auf den Tisch: Noch Fragen?
Gibt es auch etwas, worüber man keine In diesem Sinn sind auch die 66 Fragen des
Scherze machen darf? zweiten Bandes zu verstehen: Es sind Fra-
Meienberg schreibt nur über etwas, das gen, die sich nicht die Behinderten stellen, Jupe Haegler und Reto Meienberg: Behin-
ihn angeht. Die Grenze ist dort, wo die sondern «die Andern». Es sind Fragen, die derte sind auch nur Menschen, Cosmos-
Betroffenheit aufhört: billiger Spass auf aus Ahnungslosigkeit und Gedankenlosig- Verlag, Muri bei Bern 2005, 2. Auflage
Kosten anderer – das geht nicht. Haegler keit entstehen. Es ist die Gedankenlosig- 2006, Fr. 25.–
findet ebenfalls, «dass es eigentlich nichts keit, die zu einem Cartoon führt, in dem Jupe Haegler und Reto Meienberg: Müs-
geben sollte, worüber man nichts sagen einem Blinden ein Fensterplatz angeboten sen Behinderte immer auffallen? Cos-
darf». Dazu kommt, dass sich die Cartoons wird: «Selber erlebt!», beteuern die beiden mos-Verlag, Muri bei Bern 2008, Fr. 29.–
des Autorenduos oft nicht über Behinderte Autoren. In diesem Sinn sind die Cartoons14 HUMOUR ET HANDICAP procap 5/2008
Foto: Peter Anliker
Reto Meienberg (à g.) et Jupe Haegler
Cartoons
«L’humour, c’est quand on rit tout de même»
Comment rire du handicap? Jupe Haegler années, le duo a développé des centaines n’a changé, la devise reste: pas trop près de
et Reto Meienberg, auteurs de deux de caricatures. moi!», observe Meienberg, pessimiste. Les
recueils de blagues à succès, ont leur pe- gens veulent voir des belles têtes. Certains
tite idée. La peur des éditeurs vont aux lectures pour montrer de la com-
Dès les premières caricatures, leurs auteurs préhension, «mais ils n’en ont pas». Il n’y a
n Jupe Haegler et Reto Meienberg souf- ont voulu les publier, mais se sont heurtés pas eu de changement d’avis quant à la
frent tous deux de sclérose en plaque. Le à un mur. De tous les journaux qu’ils ont manière de se comporter avec le handicap
verbe «souffrir» a été choisi de manière contacté, un seul a réagi, avec une volée de et les personnes handicapées. Haegler et
consciente: la maladie est bête, odieuse. bois vert: ce que ces deux se permettent est Meienberg, pour le coup, publient leur
Dans le cas de Reto Meienberg, le trouble a une honte, le comble du mauvais goût. point de vue sur la question.
été diagnostiqué à l’âge de 19 ans – aujour- Finalement, les éditions Cosmos-Verlag
d’hui, il en a 51. Le diagnostic, pour Jupe publient un recueil de leurs blagues, titrées Nouvelles questions
Haegler, est tombé il y a 13 ans, lorsqu’il «Les handicapés ne sont guère que des Vu le succès du livre, une deuxième édition
avait 55 ans. Tant bien que mal, on peut humains», avec des textes de Reto Meien- a été imprimée, un an après la première.
composer avec la maladie, mais l’accepter berg. Le livre s’est avéré un succès et les Certaines revues pour personnes handica-
serait trop demander. C’est par le biais auteurs ont été invités à en faire des lec- pées se sont intéressées au phénomène et
d’une émission de radio que Jupe Haegler tures, qui elles aussi ont suscité beaucoup un deuxième volume a pu paraître, au prin-
entend parler de Reto Meienberg. Après d’intérêt et généré de bons échos. Les per- temps: «Les handicapés doivent-ils tou-
une première rencontre, les futurs com- sonnes avec handicap rient pendant les lec- jours se faire remarquer?» Dans le livre,
pères ont l’idée de mettre en commun leurs tures, alors que les autres ne savent pas Jupe Haegler illustre quelque 66 questions
talents – Haegler est illustrateur, alors que comment réagir. Finalement, peut-être que par des caricatures grinçantes. Les interro-
Meienberg est publicitaire –, pour dévelop- les personnes handicapées ne sont pas si gations choisies existent, malheureuse-
per des idées et les transcrire en carica- humaines que ça? ment: «Les handicapés ont-ils vraiment
tures. Haegler se charge des dessins, caus- Dans leurs caricatures et textes, Hae- besoin de vacances?» ou «Les handicapés
tiques, alors que Meienberg écrit les textes gler et Meienberg thématisent leurs obser- ont-ils le droit d’être heureux?» A cette
qui vont avec. Souvent, l’idée première est vations quotidiennes. «Concernant l’éman- question, Haegler et Meienberg répondent
trouvée dans un bistrot. Au cours des cipation des personnes handicapées, rien en étant joyeux au quotidien. Comme toutprocap 5/2008 HUMOUR ET HANDICAP 15
Dürfen Behinderte fröhlich sein? Wann endlich gibt es eine behinderte Miss Schweiz?
le monde, ils passent aussi par des n’a pas le droit de faire des plaisanteries? mais aussi parce que les gens ne réfléchis-
moments où ils sont moins gais, voire pré- Meienberg n’écrit que sur les sujets qui le sent pas – comme lorsque quelqu’un pro-
occupés ou tristes, mais aussi sarcastiques: concernent. La frontière est donc son pose à un aveugle une place à la fenêtre. «Je
«C’est un genre d’humour funéraire avant propre vécu: pas question de pratiquer de l’ai vécu!», lancent les deux auteurs. Les
l’heure», estime Haegler. l’humour bon marché sur le dos des autres. caricatures de Haegler et Meienberg ne
«Il ne devrait pas y avoir de sujets sur les- sont pas à proprement parler des plaisan-
Musique d’avenir quels on ne puisse faire de blagues», es- teries et parfois, elles ne sont même pas
La méchante maladie qu’est la sclérose en time de son côté Haegler. Toujours est-il spécialement drôles, mais elles témoignent
plaque n’est pas guérissable et elle que le duo ne fait pratiquement pas de néanmoins de l’humour de leurs créateurs.
implique de nombreuses restrictions. La blagues sur les personnes handicapées, à L’écrivain Otto Julius Bierbaum l’avait dit:
question de l’avenir fait partie de ces inter- part peut-être par le biais de l’autodérision. «L’humour, c’est quand on rit tout de
rogations qui préoccupent de nombreuses C’est plutôt la manière dont les personnes même.» Tout de même? Reto Meienberg:
personnes handicapées, mais que les dites «normales» se comportent avec les «Nous vivons une vie ‹tout de même›. Mais
autres personnes n’osent pas aborder avec handicapés qui sert de sujet aux vignettes. néanmoins, malgré ce ‹tout de même›, c’est
elles. «Peut-être qu’il serait temps que Dans l’un de ses textes, Meienberg note tout de même une bonne vie.»
j’abandonne mon manque d’assurance que les gens parlent de lui plutôt qu’avec
quant au futur et que je fasse quelques pas lui, même lorsqu’il est présent. «Il y a du
en direction d’une attitude plus flegma- progrès lorsque je deviens ‹il›», explique-t- Peter Anliker
tique», estime Meienberg dans l’un de ses il. Et puis, de nombreuses personnes handi-
textes. Ailleurs, il estime aussi que «la peur capées ont eu la surprise de recevoir une
du futur est parfois plus lourde à supporter pièce de cinq francs de la part d’inconnus,
que le futur lui-même». alors qu’ils traversent la gare. «Mais le pire
Un brin de flegme aide aussi face à la est quand on nous tend un plaque de cho-
perspective de la mort. Car les «dernières colat», remarque Meienberg. Jupe Haegler et Reto Meienberg: Behin-
choses» sont également abordées dans les derte sind auch nur Menschen, Cosmos-
blagues, de manière satirique, il va de soi. D’autres questions? Verlag, Muri bei Bern 2005, 2e édition
Ainsi, une personne en fauteuil roulant C’est aussi de cette manière qu’il faut com- 2006, 25.–
demande à la Grande Faucheuse: «Le ciel prendre les 66 interrogations du deuxième Jupe Haegler et Reto Meienberg: Müssen
est-il adapté aux chaises roulantes?» Ce album: les questions ne sont pas celles des Behinderte immer auffallen? Cosmos-
genre d’humour soulève la question de la personnes handicapées mais des «autres». Verlag, Muri bei Bern 2008, 29.–
limite: existe-t-il des sujets sur lesquels on Elles sont posées pour cause d’ignorance,16 POLITIK procap 5/2008
Zusatzfinanzierung: Interview mit Bundespräsident Pascal Couchepin
«Jenen mit weniger Chancen helfen»
Bundespräsident Pascal Couchepin stellt sere Solidarität gegenüber den Menschen Invalidität funktionieren. Es braucht bei
sich ganz klar hinter die Zusatzfinanzie- mit Behinderung brauchen. den IV-Stellen aber Zeit, um das System zu
rung der Invalidenversicherung. Forde- ändern und die neuen Instrumente anzu-
rungen, die Invalidenversicherung (IV) Man müsste die Leute sicher auch vom wenden. Es wird zwei, drei Jahre dauern,
nur über Sparmassnahmen zu finanzie- generellen Nutzen der Invalidenversiche- bis man das wirkliche Ausmass der Aus-
ren, betrachtet er als unsozial und unver- rung überzeugen können. wirkungen erkennen kann.
tretbar. Hat der FDP-Bundesrat etwa eine Niemand bestreitet den Nutzen der Invali-
soziale Ader? denversicherung. Auch wenn es solche Ist es vor diesem Hintergrund denn schon
gibt, die behaupten, die Zahl der Missbräu- an der Zeit, über eine 6. Revision zu diskutie-
n Procap Magazin: Herr Bundespräsident che sei so hoch, dass eine Zusatzfinanzie- ren, wenn man die Auswirkungen der 5. –
Pascal Couchepin, wir stehen kurz vor einer rung umgangen werden könnte. Wenn die wie Sie sagen – erst in zwei, drei Jahren sieht?
für uns sehr wichtigen Abstimmung über Sanierung nur über Sparmassnahmen lau- Das war kein Entscheid von uns im
die Zusatzfinanzierung der Invalidenversi- fen sollte, müsste man aber 40 Prozent der Bundesrat, sondern vom Parlament. Es ver-
cherung. Wie beurteilen Sie generell die Renten streichen. Und das ist nicht mög- langt, dass wir vor 2010 Vorschläge für eine
Chancen dieser Abstimmung? lich, das ist nicht vertretbar, das ist nicht neue Revision ins Parlament bringen. Ich
Bundespräsident Pascal Couchepin: Die sozial. bin der Diener des Parlaments und des Vol-
Chancen sind nicht gut, aber ich hoffe auf kes. (lacht)
eine gut geführte Kampagne der Verbände, Und wie erklären Sie dem Volk, dass der
da wir diese Zusatzfinanzierung wirklich Bund für die Sanierung UBS derart viel Geld Wie hat sich die Arbeitsweise der IV-Stellen
brauchen. Ich meinerseits werde alles bereitstellt, für die IV aber offensichtlich mit der 5. IVG-Revision verändert?
daran setzen, die Leute von der Notwendig- kein Geld da ist? Also mit der 4. und 5. Revision. Ich denke,
keit der Zusatzfinanzierung zu überzeu- Ich sage, dass Bund, Kantone, Gemeinden man sollte die beiden Revisionen gemein-
gen. Doch ich brauche nicht nur die Hilfe und private Gönner in die Schweizer Sozial- sam betrachten: Das System und die Kultur
von verschiedenen Parlamentariern, son- versicherungen pro Jahr 120 Milliarden haben sich geändert und meine Mitarbei-
dern auch von den Organisationen im stecken. Bund, Kantone und Gemeinden ter haben diese Geschäfte mit einer sehr
Behindertenbereich. bezahlen allein 20 Milliarden Franken pro positiven Haltung umgesetzt. Das führte
Jahr für die Sozialwerke. Ich behaupte, dass zu Resultaten.
Was können Sie als Bundesrat tun? die Intervention bei der UBS eine gute
Ich wiederhole systematisch in den Investition ist. Was geschah denn konkret?
Medien, dass man sich keine Illusionen Die IV-Stellen wurden sich bewusst, dass es
machen soll und es diese Zusatzfinanzie- Wie würde sich eine Ablehnung der Vorlage möglich ist, Leute verstärkt zu reintegrie-
rung wirklich braucht. Es ist zwar unange- auf eine 6. IVG-Revision auswirken, die ja ren. Zudem gab es viele Fälle, denen man
nehm, Steuern zu erhöhen, aber hier geht schon ins Haus steht? keine Rente zusprechen durfte, weil es
es um einen Akt der Solidarität. Wenn es Wir werden vor der Abstimmung über die nicht berechtigt ist. Und die Betroffenen
ein Nein gibt, ist die IV als solches in Frage Zusatzfinanzierung einen ersten Teil der verstehen das, wenn man das gut erklärt.
gestellt und der Zusammenhalt der 6. Revision in die Vernehmlassung schicken. Ich erzähle Ihnen eine kleine Geschichte:
Schweiz in Gefahr. Wenn die Zusatzfinanzierung scheitert, Als ich einmal morgens früh aus dem Haus
was ich nicht hoffe, muss unter den Ver- ging, traf ich eine Frau auf der Strasse. Ich
Welchen Einfluss hat die internationale antwortlichen eine Diskussion geführt habe sie gegrüsst und gefragt, ob sie arbei-
Finanzkrise auf die Abstimmung? Vor die- werden. Die Leute, die für ein Nein sind, ten gehe. Sie sagte, nein, sie hätte eine IV-
sem Hintergrund wird die Bereitschaft, müssen dann aber Lösungen und nicht nur Rente und helfe heute ihrer Tochter in Lau-
mehr Steuern zu zahlen, relativ gering sein. Schlagworte präsentieren. sanne umzuziehen. Das war sechs Uhr
Das kann man noch nicht abschliessend morgens und sie war voller Elan.
beurteilen, weil die Abstimmung ja erst im Welche Erfolge kann die 5. IVG-Revision in
nächsten Frühling stattfindet. Gewisse Ihren Augen bisher verzeichnen? So bezahlt quasi die IV den Umzug.
Leute werden sicher Angst haben und sich Schauen Sie die gesunkene Zahl der Neu- Genau. Aber das ist wahrscheinlich eine
gegen diese immerhin bescheidene Steuer- renten an. Und damit ist man erst am Ausnahme. Es ist vielleicht ein Missbrauch,
erhöhung wehren. Aber man kann es auch Anfang, denn die Revision trat ja erst zu aber kein Skandal. Wenn ich Zeit gehabt
anders anschauen und sagen, dass wir Beginn dieses Jahres in Kraft. Die Massnah- hätte, so hätte ich mit ihr diskutiert. Aber
besonders in schwierigen Zeiten eine grös- men zur frühzeitigen Verhinderung von das ist nicht mein Job, ich bin kein Polizist.procap 5/2008 POLITIK 17
Foto: Claude Giger
ren Sie uns!» Ich sehe vor allem in der Ver- Was sagen Sie als verantwortlicher Bundes-
waltung von Bund, Kantonen und Gemein- rat zu der Missbrauchsdebatte?
den noch Potenzial. Aber man muss mit Man soll Missbräuche sicher bekämpfen,
den Leuten sprechen und auf sie zugehen. aber ich denke nicht, dass Missbräuche die
Es ist auch Sache von den Mitarbeitenden Mehrheit ausmachen. Man kann Missbräu-
der IV, die Leute zu überzeugen. Und wenn che bekämpfen, ohne die berechtigten
das in der Verwaltung gelingt, wird man sozialen Anliegen kaputt zu machen.
auch andere Arbeitgeber davon überzeu-
gen können, dass es möglich ist, die Fähig- Und genau diese sind in Gefahr mit einer
keiten von Menschen mit Behinderung solchen Polemik.
besser zu nutzen. Richtig. Diese Ansicht teile ich.
Mit der Revision 6a und 6b ist noch mehr Bei den Umfragen sind Sie regelmässig einer
Leistungsabbau zu erwarten. der unpopulärsten Bundesräte. Ein Handi-
Nein. Es geht hauptsächlich um bessere cap oder gibt das eine gewisse Freiheit?
Integration. Also ich habe nicht den Eindruck, unpopu-
lär zu sein (lacht). Man respektiert mich,
Uns ist aber immer noch ein wenig schleier- auch wenn ich nicht von allen geliebt
haft, wie Sie diese bessere Integration hin- werde. Vergleichen wir meine Popularität
kriegen wollen. Das ist ein hoch gestecktes mit der Popularität meiner Partei: Meine
Ziel. Das ist schwierig. Partei macht 17 Prozent der Stimmen und
Ja, sicher. Aber es geht nicht um Zehntau- ich mache doppelt so viel im Parlament.
sende von Leuten, sondern um einige tau- Also kann es nicht so schlimm sein.
Bundesrat Pascal Couchepin
send Leute pro Jahr. Und das ist möglich.
Wir wollen das in kleinen Schritten errei- Sie sind ja auch schon lange in der Politik.
Wenn man dieser Person helfen würde, chen. Zu grossen Schritten werden wir Noch nicht müde?
könnte man wahrscheinlich eine Rente gezwungen sein, wenn die Zusatzfinanzie- Ich bin nicht nie müde und bald werde ich
vermeiden. rung scheitert. einen letzten Akt spielen. Doch ich sage
nicht, wann.
Wussten Sie denn, warum diese Dame IV Aber es gab doch ein wenig Leistungsabbau.
bezogen hat? Welchen denn? Haben Sie einen persönlichen Bezug zum
Ich weiss es nicht und ich will auch keine Thema Behinderung?
Untersuchung machen. Aber ich sehe die Die Ehepartnerrente fiel zum Beispiel weg. Ja, ich war während 20 Jahren Präsident
Situation. Aber das ist doch kein Leistungsabbau bei der Behindertenorganisation emera im
den Betroffenen. Es ist eine Anpassung an Wallis. Ich wollte neben meinem Erwerbs-
Bei der Integration hat sich bestimmt etwas die Lage der neuen Rentner. Alle sind jetzt leben immer ein freiwilliges Engagement
getan. Trotzdem wissen wir als Verband von auf dem gleichen Niveau. haben, bei dem ich Probleme konkret lösen
vielen Personen mit Behinderung, die gerne kann.
arbeiten möchten, es aber nicht können. Wo Aber bei einem Ehepaar mit einem gemein-
klemmt es also? samen Budget macht das Ende Monat einen Dann hat Herr Couchepin also eine soziale
Eine der grössten Illusionen ist, dass man Unterschied. Aus deren Perspektive ist das Ader?
die Arbeitgeber zwingen kann. ganz klar ein Leistungsabbau. Ich glaube, das ist richtig. Ich will nicht nur
In diesem Sinne bin ich mit Ihnen einver- gute Politik machen, sondern ich habe
Nein, ein Arbeitsverhältnis unter Zwang standen. Ja, da haben sie recht. auch Freude daran, jenen zu helfen, die
funktioniert sicher nicht. Das sehen wir. weniger Chancen haben.
Aber vielleicht gibt es andere Mittel? Dann gibt es keine neuen «Anpassungen»?
Man muss es halt ständig wieder sagen: Das Niveau der Renten ist nicht so hoch,
«Hier gibt es Leute, die da sind, die Fähig- dass man noch viel reduzieren kann. Insbe- Adrian Hauser und Samuel Schellenberg
keiten haben, die gerne arbeiten wollen – sondere die Kinderrenten will ich nicht
also bitte, nehmen Sie diese und kontaktie- anrühren.Sie können auch lesen