Zeitschrift der benediktinischen Gemeinschaften Einsiedeln und Fahr
←
→
Transkription von Seiteninhalten
Wenn Ihr Browser die Seite nicht korrekt rendert, bitte, lesen Sie den Inhalt der Seite unten
SALVE
Zeitschrift der benediktinischen
Gemeinschaften Einsiedeln und Fahr
12. Jahrgang · Ausgabe 2, April/Mai 2020 Jahresthema
Erscheint sechsmal jährlich Silja Walter auf der Bühne – «Lasst uns neue
Menschen machen» 4
Wallfahrt
Liturgischer Kalender 10
Gottesdienste in Einsiedeln 11
Wallfahrtsinformationen 13
Wallfahrtstage grosser Pilgergruppen 14
Der Wallfahrtspater informiert – Pilgerbetreuung 15
Liturgisches Grundwissen – Der Kreuzweg 17
Haben Sie gewusst… 19
Kloster Einsiedeln
Frontseite: «Lasst uns neue Menschen Klosterzeit – Einblicke hinter Klostermauern 20
Marienbild 23
machen» – Christine Lather mit Silja
Psalm 8 – Ein Psalm der Lebensfreude 24
Walter-Texten auf Tournee (Foto: LeeLi |
Konventglöckli 26
Photography).
Stiftsschule
Schulnachrichten 28
Ecke der Eltern 29
Schulseelsorge – Einblick in den Religionsunterricht 30
Personalnachrichten 32
Alumni – Ausserhalb von Mustern denken 34
Internat – Fotoshooting 36
Theaterbericht – «Krach im Hause Gott» 38
St. Gerold
Kurs- und Kulturprogramm 42
Kloster Fahr
Grusswort 49
Verein Pro Kloster Fahr – längste Präsidialzeit 50
«ü30fahrwärts» – Beten mit dem hl. Dominikus 52
Nachrichten Ehemaliger / Veranstaltungen 54
Meditation 56
www.gebetsgemeinschaft.ch Kaleidoskop
www.kloster-einsiedeln.ch Klostersammlung – Der erste Barockbildhauer
www.kloster-fahr.ch in Einsiedeln 58
www.propstei-stgerold.at Fotosammlung: Die ältesten Fotos von China 60
www.siljawalter.ch Bruder Gerold im Gespräch mit FDP-Präsidentin
www.zeitschrift-salve.ch Petra Gössi 62
www.gotteswort.ch Neue Bücher 68
www.GOTTsuchen.ch Impressum 78
2LEITGEDANKE
L iebe Leserin, lieber Leser
Wir alle sind betroffen von den Auswirkungen der Epidemie, die das Corona-
Virus ausgelöst hat. Die Ereignisse überstürzen sich. So ist auch manches, was in
diesem Heft geschrieben steht, bereits überholt. Die angekündigten Gottesdienste
dürfen nicht mehr öffentlich gehalten werden. Das ist sehr schmerzlich, für unsere
Besucherinnen und Besucher, aber auch für uns. Wie lange das so sein wird,
wissen wir nicht. Es gibt Bemühungen, unsere Gottesdienste über das Internet
zugänglich zu machen. Aktuelle Informationen finden Sie auf der
Homepage des Klosters unter www.kloster-einsiedeln.ch.
Aber auch auf andere Artikel hat das Corona-Virus Einfluss
genommen. Erich Liebi musste seinen Beitrag zum Jahresthema
«Theater» ganz neu aufbauen, nachdem die Aufführung des
Stückes «Ich habe den Himmel gegessen» im Kloster Fahr, die
seinem Artikel zugrunde liegen sollte, auf den November verscho-
ben wurde. Er beschreibt, wie Christine Lather, die mit dem Ein-
personenstück mit Texten von Silja Walter zusammen mit dem
Komponisten Felix Huber seit 2018 auf Tournee ist, immer wieder
spürt, wenn sie spielt, dass mit ihren Zuschauern und Zuhörern
etwas Wesentliches geschieht – sie werden «angesteckt» von dem, was Silja Walter
aus ihrer Innenwelt meldet, aber nicht mit Krankheit, sondern mit unverwüstli-
cher Lebenskraft, deren Herkunft wir Christen an Ostern feiern.
Etwas mehr Glück hatten wir mit dem Stiftstheater. Bevor das das Veranstal-
tungsverbot wirksam wurde, konnten wenigstens drei der geplanten fünf Auffüh-
rungen gespielt werden. Wir haben Sie in der letzten Nummer auf das kontroverse
Stück «Krach im Hause Gott» von Felix Mitterer aufmerksam gemacht. Philipp
Lothenbach berichtet, was Oscar Sales Bingisser und die Spielerinnen und Spieler
der Stiftsschule daraus gemacht haben. Auch hier geht es um wesentliche Fragen,
die allerdings weitgehend offen bleiben.
Nun wünsche ich Ihnen, dass Sie und Ihre Angehörigen vom Corona-Virus
verschont werden. Sie dürfen des Gebetes der Schwestern vom Fahr und der
Mönche von Einsiedeln gewiss sein.
Ihr
Pater Markus Steiner
3JAHRESTHEMA
Silja Walter auf der Bühne
«Lasst uns neue
Menschen machen»
Auch dieses Jahr kommt das Stück «Ich habe den Himmel gegessen – Silja Walter –
Eine Reise ins Innere» in der Fahrer Klosterkirche wieder auf die Bühne: am 21. und
22. November, falls «Corona» nicht wieder drein funkt. Unterdessen gehen Chris-
tine Lather und Felix Huber mit ihrem Stück vom Simmental bis an den Bodensee
weiter auf Tournee. Anfang April erscheint ausserdem das neue Buch von Pater
Martin Werlen: «Silja Walter in 30 Tagen». Das Buch und das Stück nehmen uns
mit auf eine spannende Reise – in unsere Mitte, dorthin, wo manchmal Wunder
geschehen und auch heute noch «neue Menschen» gemacht werden. Im Rahmen
unseres Jahresthemas «Theater» widmen wir diesen Beitrag Schwester Hedwig
Silja Walter (1919–2011).
Es ist Sonntag, 8. März, höchste Zeit, den
Leitartikel für diese Ausgabe zu schreiben.
In zehn Tagen wird gedruckt. Aber ein biss
chen speziell ist es auch für mich als alter
Hase schon, über einen Anlass zu schreiben,
der noch gar nicht stattgefunden hat. In
zwischen ist es Dienstag. Und «Corona» hat
es geschafft – der Anlass im Kloster Fahr, ein
zweiter Silja Walter-Tag sozusagen, ist heute
Morgen abgesagt, verschoben worden auf
November dieses Jahres. Auf Zeitliches ist in
diesen Tagen wenig Verlass.
Also lasse ich das Zeitliche zeitlich sein
und halte ich mich ans Zeitlose, Unvergäng
liche – Silja Walters Werk und die Lebens
kraft, die in ihm steckt und wirkt, die Men
schen zu «Brandstiftern» macht, oder dazu
veranlasst, Musik zu ihren Gedichten zu
komponieren, ein Buch herauszugeben oder
ein Theaterstück auf die Bühne zu bringen,
um aus der Resonanz der Theaterbesucher
die Erkenntnis zu gewinnen, dass der «neue
Mensch mit einem zusätzlichen Sinnesor-
gan ausgestattet ist», wie mir Christine Frisch wie der Frühling: Pater Martin Wer-
Lather, die Autorin des Silja-Walter-Stücks lens «Crashkurs» für Silja Walters Meldun-
«Ich habe den Himmel gegessen – Silja gen aus ihrer Innenwelt.
4JAHRESTHEMA
Die Schauspielerin und Sängerin Christine Lather und der Pianist und Komponist Felix Huber
in ihrem Stück «Ich habe den Himmel gegessen – Silja Walter – Reise ins Innere» (Foto: Lee-
Li | Photography).
alter – Reise ins Innere» im Gespräch er
W vorstehende Silja Walter-Jahr 2019 zu ihrem
klärt. hundertsten Geburtstag, in dessen Rahmen
Das Stück hatte am 10. November 2018 Felix Huber und Christine Lather auch im
in der Klus-Kapelle in Zürich-Hirslanden Pre Kloster Fahr gespielt haben – und es, so Gott
miere – auch im Hinblick auf das damals be will –, dieses Jahr, am 21./22. November noch
einmal tun werden. Wer nicht so lange war
ten mag, hat – «Corona» vorbehalten – am
Samstag, 16. Mai um 19 Uhr in der Prediger
kirche in Zürich bereits Gelegenheit, sich
den «gegessenen Himmel» als Seelenspeise
einzuverleiben (s. Kästchen auf S. 6).
«Kein Kollektivbillet»
Im Programm für den 4. / 5.April war auch
vorgesehen gewesen, dass Pater Martin
Werlen sein neues Büchlein präsentiert:
«30 Tage Silja Walter. Für Anfänger und Fort
geschrittene», in diesen Tagen bei Herder
erschienen. Auch dieser Anlass ist ins Wasser
gefallen. Dass er hier dennoch zur Sprache
Schwester Hedwig Silja Walter am Brunnen kommt, hat mit einem starken inhaltlichen
auf dem Fahrer Klosterplatz (Foto: Liliane Bezug des Buchs zum Theaterstück von
Géraud). Christine Lather und Felix Huber zu tun. Auf
5JAHRESTHEMA
«Ich geh in einen tiefen Wald
am uferlosen See,
dort brennt der Schnee.»
Silja Walter, Mysterienspiel «Taube über Neuenhof» (GA 5).
dem Weg zum Gespräch mit Christine Lather ther: «Kloster Fahr, Dichterin, Schwester von
habe ich ein Zitat aus Pater Martins Buch im Otto F. Walter – was die Leute halt wussten
Gepäck, das mich augenblicklich «an die An über Silja Walter». Wie aber kam die Thea
gel» genommen hat, wie Christine Lather terfrau in Berührung mit den Texten der
sagen würde: «Lasst uns neue Menschen Klosterfrau?
machen», das Pater Martin auf S. 21 seines Es war Theaterarbeit. An einer Schau
Büchleins aus einem Silja Walter-Gedicht zi spielschule gehörte auch ein junger Mann
tiert. Es ist nicht zu überhören, der Autor zu Christine Lathers Schülern. Der Schüler –
nimmt den «neuen Menschen» ganz und gar nennen wir ihn Marius – musste selber einen
ernst und zählt auf das von Silja Walter als Satz auswählen für das Sprachtraining.
seine «Melderin» artikulierte Versprechen:
«Ich gebe dir ein neues Herz».
Herzensangelegenheiten aber sind In
nenangelegenheieten. Und schon verbin Weitere Aufführungen
den sich die zwei Aussagen und geben im
Gespräch mit der Theaterfrau den Ton an: Christine Lather/Felix Huber spielen:
«Neue Menschen» und «Reise ins Innere» «Ich habe den Himmel gegessen – Silja
(mehr dazu weiter unten im Text). Zu dieser Walter – Reise ins Innere» in diesem
Reise muss man höchst persönlich, also al Jahr «Corona» vorbehalten:
lein antreten. Pater Martin schreibt dazu: 16. Mai, 19.00 Uhr, Predigerkirche,
«Die Berufung und die Antwort auf den Ruf Zürich
Gottes sind immer etwas zutiefst Persönli
ches. Und er zitiert wieder Silja Walter: «Es 5. Juni, 21.00 Uhr, ref. Kirche Zwei
gibt kein Kollektivbillet in die Transzen simmen
denz.» 18. September, 20.15 Uhr, Alte Kirche,
Wohlenschwil/AG
Der Schauspielschüler
Von Christine Lather möchte ich wissen, wer 19. September, 19:00 Uhr, Kloster
und was sie veranlasst hat, diese «Reise ins kirche Mariazell, Wurmsbach/SG
Innere» anzutreten. Sie kannte ja die Dichte 15. November, 17.00 Uhr, Kloster
rin «am Fluss» nicht persönlich, im Gegen kirche Paradies, Schlatt/TG
satz zu Pater Martin, der noch als Einsiedler
Abt regelmässig im Fahr weilte und mit Silja 21./22. November wieder im Kloster
Walter befreundet war. Fahr.
Bekannt vorgekommen sei ihr der Name Details auf www.himmelgegessen.ch
Silja Walter aber schon, sagt Christine La
6JAHRESTHEMA
Gedichte, und kam nicht mehr davon los:
«Manchmal hatte ich das Gefühl, sie habe
mich an ihre Angel genommen,» sagt sie
und lacht herzlich. Beeindruckt war Christi
ne Lather vor allem von den Gedichten, ihr
Klang habe sie «wahnsinnig fasziniert». Und
schnell sei für sie klar gewesen, was Silja
Walter in ihren Romanen erzähle über ihre
Beziehung zum Absoluten, das sei «theater
reif».
Wie aber ist dieser Marius zum «uferlo
sen See» gekommen, frage ich Christine La
ther. Und siehe da, auch hier ist ein «Virus»
im Spiel, mit dem Silja Walter still und leise
Leute mit offenem Herz ansteckt – wie Jerzy
Husar, polnischer Musiker und seine Frau
Maria. Er habe seinerzeit Texte von Silja Wal
ter vertont, erzählt Christine Lather, Maria
Husar habe als Schauspieltrainerin gearbei
tet und dafür ebenfalls Texte von Silja Wal
ter verwendet. Marius war ein Schüler Maria
Husars und auch er liess sich anstecken. «Ich
finde es schon schräg, dass Silja Walter in
einer Schauspielschule auftaucht», sagt die
Schauspielerin und gesteht: «Es schauderte
mich, als ich das hörte: ‹Ich geh in einen tie
fen Wald.›»
Und sie machte sich an die Arbeit, las die
Texte nochmal, kopierte sie und breitete sie
als «Auslegeordnung» auf dem Fussboden
Plakatentwürfe für die Premiere «Ich habe ihres Ateliers aus, auf der Suche nach dem
den Himmel gegessen» am 10. November «roten Faden» durch das Leben der Fahrer
2018 (Foto: Erich Liebi). Klosterfrau und ihren «Forschungen» in der
menschlichen Innenwelt.
Marius sagte: «Ich geh in einen tiefen
Wald, am uferlosen See, dort brennt der Wie eine klassische «Heldenreise»
Schnee». Das war für Christine Lather der «Und dann ist der ‹rote Faden› plötzlich auf
Schlüsselsatz. «Es hat in mir sofort etwas ge getaucht, wie eine versunkene Stadt, ich
klingelt und ich fragte Marius: ‹Wer hat das fand heraus, wohin in Silja Walters Leben
geschrieben?› Den Namen Silja Walter strich die einzelnen Gedichte gehören.» Christine
ich in meinem Kopf gleich dick an und nahm Lather baute daraus einen Monolog, schrieb
mir vor, dem nachzugehen: Wer ist diese Sil «ihr» Stück, in dem allerdings «kein einziges
ja Walter?» Wort von mir» vorkomme. Probehalber las
Christine Lather den fertigen Text einigen
«Theaterreif» Fachleuten vor und erhielt in einem Fall die
Das war vor vier oder fünf Jahren. Christine Auskunft, ihr Monolog entspreche exakt der
Lather fing an, Silja Walter zu lesen, ihre Le klassischen «Heldenreise», im Fall von Silja
bensgeschichte, biographische Romane, die Walter der «Heldenreise» einer Mystikerin».
7JAHRESTHEMA
Und mystisch beginnt das Stück. Zu lei waren sehr schwere Jahre für sie am Anfang.
sen, fast schwebenden Klaviertönen «ruft Trotzdem ist sie geblieben, weil sie in dieser
es»: Atmosphäre die Möglichkeit hatte, zu for
«Es ruft über den Fluss. schen und weiter zu kommen. Sie war eine
Über welchen Fluss? neugierige, sehr konsequente und sehr mu
Ich weiss es nicht. tige Frau.»
Es ist nicht eigentlich ein Fluss.
Aber es ruft hinüber. Die Antennen der Schauspielerin
Nach mir.» Und wieder das Schlüsselwort «neue Men
Der Zauber wirkt auf Anhieb. Das Stück schen». Christine Lather erzählt, was ge
ist theatertechnisch zwar ein Monolog, auf schieht, wenn sie auf der Bühne steht.
der Bühne aber ist es sehr deutlich als Dialog «Wenn ich spiele, entsteht eine sehr intensi
wahrnehmbar zwischen den Versen der ve Stimmung. Die Leute sind ganz da. Sie
Dichterin und der Musik, die Felix Huber ei fangen an, anders zuzuhören, haben eine
gens für dieses Stück komponiert hat. Chris andere Aufnahmebereitschaft. Am Schluss
tine Lather ist begeistert: «Felix Huber ist wird manchmal sehr lange nicht geklatscht.
mein absoluter Traumpianist, doch ich Ich finde, die Leute kommen in etwas hinein,
glaubte nicht mehr daran, dass wir je zusam was tatsächlich wie ein «neuer Mensch»
menarbeiten würden. Jetzt sind wir zusam wirkt. Sie hören mit einem neuen Sinn, sie
men auf der Bühne. Wir spielen keinen tro haben einen Sinn mehr als vorher. Es ist kei
ckenen Monolog, die Klänge des Klaviers ner der bekannten, es ist etwas Neues, ein
wirken wie ein Dialog mit Silja Walters Tex neuer Sinn, der seine Fühler ausstreckt. Das
ten.» ist Silja Walters Werk und ihre Sprache, das
spüre ich, wenn ich spiele. Und ich erlebe
Der «neue Mensch» lebt es selber.»
Im Stück kommt der «neue Mensch» nicht Das sei für sie keine blosse Kopfangele
vor, wohl aber in Pater Martins Crashkurs genheit, sagt Christine Lather: «Ich spüre,
«Für Anfänger und Fortgeschrittene». Bei wie die Menschen nach der Aufführung sind
der Vorbereitung des Gesprächs mit Christi – anders! Es ist eine neue Saite in ihnen zum
ne Lather konsultierte ich die Texte des Klingen gekommen. Da wächst etwas Neues.
Stücks und des Büchleins. Und sofort ver Und das ist meine grösste Freude.»
band sich das Buchzitat mit dem Untertitel
zum Theaterstück: «Neue Menschen ma
chen» und «Reise ins Innere» verstanden
sich auf Anhieb. Und mir wurde klar, dass im
Werk Silja Walters eine Lebenskraft stecken
musss, die weit über die Dimensionen kirch
licher Frömmigkeit hinausgeht.
Ich spreche Christine Lather darauf an «Lieber nicht von Gott reden
und der Funke springt: «Da sind wir uns ei
nig. Silja Walter hat danach gesucht, den
als in der alten, verdresch-
Rahmen zu sprengen, sie geht weit über das
Kirchliche hinaus.» Und dann wird sie ganz
ten, verbrauchten Sprache!»
deutlich: «Ich finde, dass sich Silja Walter für Silja Walter im Gespräch mit ihrem Bruder
etwas anderes interessiert hat als für kirchli Otto F. Walter 1983 («Eine Insel finden».
che Frömmigkeit. Spannend finde ich, dass Gesamtausgabe Bd. 6).
sie dann doch ins Kloster gegangen ist und
sich dem Kirchlichen unterworfen hat. Es
8JAW
HRAE
LSLTFH
AEHM
RAT
Christine Lather: «Ich spüre, wie die Men-
schen nach der Aufführung sind – anders»
(Foto: LeeLi | Photography).
Eine neue Sprache finden...
Von diesen Erfahrungen möchte die Künst
lerin etwas weitergeben, in Form eines
Workshops – im Kloster Fahr natürlich – zum
«grossen Thema» bei Silja Walter – eine neue
Sprache finden. Zusammen mit der Philoso
phin Donata Schoeller hat sie einen Work
shop entwickelt. Dabei haben die beiden
Frauen ganz auf die Lebenskraft in Silja Wal
ters Texten vertraut. Im Prospekt zum Work
shop vom 26./27. September schreiben sie:
«Silja Walters Weg und Werk laden uns ein,
aus Staub, Schutt und dem Schatz der Tradi
tion unseren eigenen glühenden Funken zu
heben und zum Ausdruck zu bringen. Die
Schönheit ihrer tänzerischen Texte ist ein
Ansporn, uns selbst noch mehr aus der Ent
fremdung zu wagen.»
Fürs Melden Müssen
Das Schreiben war für Silja Walter ein «Mel
den müssen». «Ich muss melden, denn ich
habe etwas entdeckt», sagte sie damals im
Gespräch mit ihrem Bruder, «ich kann das
Absolute nicht beschreiben. Trotzdem be müssen» aus dem Innen kennen, bekannt
mühe ich mich immer wieder. Ich bemühe vorkommen.
mich, um das Finden von neuen Bildern, Erich Liebi
Symbolen. Aber es bleibt eine Unzulänglich
keit. Unter dieser Unzulänglichkeit leide
ich.» Das dürfte vielen, die das «Melden
9WALLFAHRT
Liturgischer Kalender für April und Mai
APRIL MAI
3. Fr Herz-Jesu-Freitag 1. Fr Hl. Sigismund († 523 / 524)
König und Märtyrer
5. So Palmsonntag Herz-Jesu-Freitag
Tag der Jugend
2. Sa Hochfest
9. Do Hoher Donnerstag Weihe der Klosterkirche und
der Unterkirche
10. Fr Karfreitag (Hl. Athanasius († 373)
Bischof)
11. Sa Karsamstag
3. So 4. Sonntag der Osterzeit
12. So Hochfest 4. Mo Fest
Auferstehung des Herrn Philippus und Jakobus
Apostel
13. Mo Ostermontag
Einsiedler Gebetstag 10. So 5. Sonntag der Osterzeit
für geistliche Berufe
11. Mo Heilige Äbte von Cluny
19. So 2. Sonntag der Osterzeit 13. Mi Einsiedler Gebetstag
Weisser Sonntag für geistliche Berufe
Hl. Gerold († 978) Einsiedler
5. Fr Hl. Pachomius († 346)
21. Di Hl. Anselm († 1109) Abt
Bischof
17. So 6. Sonntag der Osterzeit
25. Sa Fest 21. Do Hochfest
Evangelist Markus Christi Himmelfahrt
26. So 3. Sonntag der Osterzeit 24. So 7. Sonntag der Osterzeit
Welttag der sozialen
29. Mi Fest Katharina Kommunikationsmittel
von Siena († 1380) 31. So Hochfest
Mystikerin, Kirchenlehrerin Pfingsten
Gebetsmeinung Gebetsmeinung
Weltkirche Weltkirche
Wir beten, dass jene, die unter Sucht Wir beten, dass die Diakone durch ihren
erkrankungen leiden, Hilfe und Beistand treuen Dienst am Wort und an den
bekommen. Armen ein inspirierendes Zeichen für
die ganze Kirche sind.
Kirche Schweiz
Wir beten für alle Frauen und Männer, Kirche Schweiz
die an diesem Osterfest getauft werden Wir beten für die Brautpaare, die sich
und ihren Platz in der Kirche suchen. dieses Jahr das Jawort schenken.
10WALLFAHRT
Gottesdienste in Einsiedeln
Keine öffentlichen Gottesdienste im April –
Klosterkirche für das private Gebet geöffnet
Am Abend des 16. März hat der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» ausgerufen und
die Massnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des «Corona-Virus» verschärft. Die
Massnahmen betreffen auch unsere Kloster- und Wallfahrtskirche und dauern voraus
sichtlich bis am 19. April 2020. Somit können wir an dieser Stelle keine Gottesdienstord
nung für den Monat April publizieren. Betroffen sind leider auch alle Gottesdienste der
Karwoche und der Osteroktav.
Eine Entscheidung, die schmerzt und trotzdem dankbar stimmt
Die vom Bundesrat ausgerufene «ausserordentliche Lage» in unserem Land beeinträch
tigt das spirituelle Leben unseres Wallfahrtsortes massiv. Unserer Klostergemeinschaft
ist bewusst, dass mit dem Verzicht auf die öffentliche Feier der Eucharistie und das Ein
stellen von Seelsorgeangeboten viele Menschen im Zentrum ihres Glaubensvollzugs
getroffen werden. Wir sind dankbar, dass wir unsere Klosterkirche aber weiterhin für das
private Gebet offenhalten können.
Eingeschränkte Öffnungszeiten und Möglichkeit zum persönlichen Gebet
Da für die Feier der Eucharistie unserer Klostergemeinschaft und das fünfmal am Tag
gefeierte Chorgebet keine Personen in der Klosterkirche zugelassen sind, ergeben sich
leicht modifizierte Öffnungszeiten. Bitte informieren Sie sich deshalb vor Ihrem geplan
ten Besuch auf unserer Webseite.
Möglichkeit zum digitalen Gottesdienstbesuch
Dank modernster Technik besteht die Möglichkeit, einzelne Gottesdienste aus der Klos
terkirche im Internet live mitzufeiern. Denn die tägliche Feier des Chorgebets und der
Eucharistie wird von uns Mönchen auch während der «ausserordentlichen Lage» auf
rechterhalten. Stellvertretend für die vielen Menschen, denen ein Gottesdienstbesuch
nicht mehr möglich ist, versammeln wir uns zum Gebet und feiern Eucharistie. Den Link
zur Onlineübertragung der Gottesdienste finden Sie auf unserer Webseite www.kloster-
einsiedeln.ch.
Pater Philipp Steiner OSB
11WALLFAHRT
MAI
Fr 1. Herz-Jesu-Freitag So 17. Sechster Ostersonntag
20.00 Uhr Feierliche Herz-Jesu-Komplet KK 12.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst Kirche in
Not KK
Sa 2. Hochfest der Weihe der 18.30 Uhr 3. Maiandacht GK
Klosterkirche
11.15 Uhr Feierliches Konventamt KK Do 21. Christi Himmelfahrt
16.30 Uhr Feierliche Vesper KK 09.30 Uhr Pontifikalamt KK
15.00 Uhr Gottesdienst Standeswallfahrt
So 3. Vierter Ostersonntag Zug KK
09.30 Uhr Feierliches Konventamt KK 16.30 Uhr Pontifikalvesper KK
Gottesdienst Standeswallfahrt 17.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst Rita
Luzern Rosen KK
12.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst
Rapperswil-Jona KK Fr 22.
18.30 Uhr 1. Maiandacht GK 09.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst Rita
osen KK
R
Sa 9. Gottesdienst
09.30 Uhr Diözesanwallfahrt Vorarlberg KK Sa 23. Einsiedler China-Tag
11.15 Uhr Konventamt mit chinesischen
So 10. Fünfter Ostersonntag Elementen KK
15.00 Uhr Andacht zum Muttertag mit
Einzelsegen GK So 24. Siebter Ostersonntag
18.30 Uhr 2. Maiandacht GK 18.30 Uhr 4. Maiandacht GK
Di 12. Gottesdienst Sa 30. Pfingsten – Vorabend
09.30 Uhr Standeswallfahrt Obwalden KK 16.30 Uhr Feierliche Vesper KK
20.00 Uhr Feierliche Vigil KK
Mi 13. Einsiedler Gebetstag für
geistliche Berufe So 31. Pfingsten
16.00 Uhr Andacht mit Eucharistischem 09.30 Uhr Pontifikalamt KK
Segen UK 12.30 Uhr Wallfahrtsgottesdienst
Portugiesen KK
Do 14. Gottesdienst 16.30 Uhr Pontifikalvesper KK
09.30 Uhr Standeswallfahrt Nidwalden KK 18.30 Uhr 5. Maiandacht GK
Sa 16. Gottesdienst
09.30 Uhr Bezirkswallfahrt Schwyz und
Küssnacht KK
Gottesdienstordnung und Wallfahrten im Mai
Ob sich die Situation rund um das «Corona-Virus» bis im Mai soweit stabilisiert haben
wird, dass die reguläre Gottesdienstordnung wieder in Kraft tritt und die geplanten
Wallfahrten stattfinden können, ist bis zum Augenblick der Drucklegung des «Salve»
unklar. Informieren Sie sich auf www.kloster-einsiedeln.ch
12WALLFAHRT
Wallfahrtsinformationen
Seelsorge Öffnungszeiten
Beichtzeiten Kirchenpforte
Sonn- und Feiertage: Montag bis Samstag:
08.30 – 09.15 / 10.45 –11.00 / 09.00 –11.00 / 13.30 –16.15 / 17.00 –18.00 Uhr
15.00 –16.00 / 17.00 –18.00 Uhr Sonn- und Feiertage:
Montag bis Samstag: 09.00 – 09.15 / 10.30 –11.00 / 11.45–12.00 /
10.00 –11.00 / 15.00 –16.00 / 13.30 –16.15 / 17.15 –18.00 Uhr
17.00 –18.00 Uhr
Wallfahrtsbüro
Sie erreichen uns telefonisch von
Das «Goldene Ohr» Montag bis Freitag
das.goldene.ohr@kloster-einsiedeln.ch 09.00 –11.00 / 13.30 –17.30 Uhr
November bis Februar
sowie während der Sommerferien:
Klosterkirche
09.00 –11.00 Uhr
Ostern bis Allerheiligen: Telefon: +41 (0)55 418 62 70
6.00 – 21.00 Uhr Fax: +41 (0)55 418 62 69
Allerheiligen bis Ostern: wallfahrt@kloster-einsiedeln.ch
6.00 – 20.30 Uhr www.wallfahrt-einsiedeln.ch
Klosterladen
Segnung von
Andachtsgegenständen Sonn- und Feiertage: 10.45–16.30 Uhr
Montag–Freitag: 10.00 –12.00 Uhr /
Montag bis Samstag:
13.30 –17.30 Uhr
12.00 / 14.55 / 16.15 / 17.00 Uhr
Samstags: 10.00 –16.30 Uhr
Sonn- und Feiertage: Telefon: 055 418 64 71
10.45 / 12.00 / 14.55 / 16.15 / 17.00 Uhr www.klosterladen-einsiedeln.ch
Gottesdienste in der Klosterkirche
Sonn- und Feiertage Werktage
17.30 Uhr Vorabendmesse (Hauptaltar) 06.15 Uhr Kapellmesse (Gnadenkapelle)
07.15 Uhr Laudes 07.15 Uhr Laudes
08.00 Uhr Kapellmesse (Gnadenkapelle) 09.30 Uhr Kapellmesse (Gnadenkapelle)
09.30 Uhr Konventmesse (Hauptaltar) 11.15 Uhr Konventmesse (Hauptaltar)
11.00 Uhr Pilgermesse (Hauptaltar) 12.05 Uhr Mittagsgebet
16.30 Uhr Vesper/Salve Regina 16.30 Uhr Vesper/Salve Regina
17.30 Uhr Kapellmesse (Gnadenkapelle) 17.30 Uhr Kapellmesse (Gnadenkapelle)
20.00 Uhr Komplet 20.00 Uhr Komplet
13WALLFAHRT
Der Wallfahrtspater berichtet
Schaffhausen in Einsiedeln
Lorenz Laich, der diesjährige Kantonsratspräsident von Schaffhausen, war am
Freitag, 6. März im Kloster Einsiedeln zu Gast. Er brachte ein besonderes Geschenk
mit und griff damit eine jahrhundertealte Tradition auf.
Der hohe Gast brachte nämlich nicht nur Mit Schaffhausen war unser Kloster über
den Schaffhausner «Staatswein» ins Kloster. Jahrhunderte eng verbunden, wurde das
Lorenz Laich brachte auch eine mit dem dortige Kloster Allerheiligen doch von Ein
Schaffhauser Kantonswappen verzierte Ker siedler Mönchen im Jahr 1049 besiedelt. Es
ze mit, um sie bei der Gnadenkapelle in un existierte fast fünf Jahrhunderte lang. Noch
mittelbarer Nähe zur Schwarzen Madonna heute zeugt die beeindruckende romani
aufstellen zu lassen. Dort soll sie während sche Basilika von der spirituellen Bedeutung
seiner Amtszeit als «höchster Schaffhause und Ausstrahlung des Einsiedler Tochter
ner» inmitten der anderen Standes- und klosters am Rhein.
Wallfahrtskerzen stehen und an hohen Fei Abt Urban freut sich sichtlich, dass dank
ertagen brennen. Lorenz Laich der Kanton Schaffhausen bei
der Einsiedler Gnadenkapelle präsent ist
und die Beziehung zu Schaffhausen um ein
neues Kapitel reicher wurde. Auch die Pilge
rinnen und Besucher aus dem nördlichsten
Kanton unseres Landes werden sich über die
neue Kerze freuen!
Pater Philipp Steiner
Das Corona-Virus und die Gottes-
dienst- und Wallfahrtsordnung
Leider ist zum Zeitpunkt der Druckle
gung des «Salve» noch nicht bekannt,
welche Auswirkungen das Corona-Virus
auf die Gottesdienste im Kloster Einsie
deln haben wird. Es ist wahrscheinlich,
dass einzelne Wallfahrtsgottesdienste
abgesagt werden müssen und dass auch
die reguläre Gottesdienstordnung be
troffen sein wird. Auf der Webseite
Kantonsratspräsident Lorenz Laich übergibt www.kloster-einsiedeln.ch finden Sie
Abt Urban die Kerze mit dem Schaffhauser aktuelle Informationen.
Wappen (Foto: zVg).
14WALLFAHRT
Der Wallfahrtspater informiert
Einsiedler Pilgerbetreuung
Das Motto für das Wallfahrtsjahr 2020 lautet: «Bei Maria zu Hause». Passend dazu
starten wir ein neues Angebot: eine Pilgerbetreuung durch Ehrenamtliche. Als Aus-
kunftspersonen stehen sie mit Rat und Tat im Dienst der Pilgerinnen und Besucher
unseres Wallfahrtsortes. Durch ihre Präsenz in der Klosterkirche und auf dem Klos-
terplatz helfen sie mit, dass sich in Einsiedeln alle willkommen und ein Stück weit
auch «zu Hause» fühlen können.
Auch wenn der «Corona-Virus» unser Leben cher unseres Wallfahrtsortes reagiert wer
momentan stark beeinträchtigt: Es kommt den. Auch wird dadurch dem Wandel in der
eine Zeit danach – ebenso für den Einsiedler Wallfahrt Rechnung getragen, da die organi
Wallfahrtsbetrieb. Und dafür möchten wir sierten und begleiteten Gruppenwallfahrten
gerüstet sein. rückläufig sind und gleichzeitig der in
dividuelle Besuch des Wallfahrtsortes ausser
Eine Antwort auf den Wandel halb der Gottesdienstangebote zunimmt.
Mit der Pilgerbetreuung soll auf ein konkre Die Pilgerbetreuerinnen und Pilgerbe
tes Bedürfnis der Besucherinnen und Besu treuer halten sich – gut sichtbar und entspre
chend gekennzeichnet – in der Klosterkirche
und auf dem Klosterplatz auf und sind für
alle Menschen Ansprechpartner. Sie beant
worten Fragen rund um den Wallfahrtsbe
trieb, geben Auskunft zum Gottesdienstan
gebot oder weiteren Möglichkeiten, den
Aufenthalt am Wallfahrtsort zu gestalten.
Sie kennen Antworten auf die häufig ge
stellten Fragen und haben ein offenes Ohr
für die Sorgen und Anliegen der Pilgerinnen
und Besucher. Bei Bedarf verweisen sie auf
weitere Auskunftspersonen oder einen
Seelsorger. Auch bei Notfällen können die
PilgerbetreuerInnen helfen oder Fachkräfte
alarmieren.
Spirituelle Dimension ist wichtig
Die Pilgerbetreuung ist als Ergänzung zu
Dem scheidenden Wallfahrtsrektor von Altöt- den von der Tourismusregion Einsiedeln-
ting, Prälat Günter Mandl und seinem Team, Ybrig-Zürichsee initiierten «Friendly Host»
hat Einsiedeln wertvolle Impulse zu verdan- (freundliche Gastgeber) gedacht, welche an
ken (Foto: zVg). bestimmten Tagen im Dorf anzutreffen sind.
15WALLFAHRT
Vorbild für die Einsiedler Pilgerbetreuung ist die seit 2016 im bayrischen Wallfahrtsort Altöt-
ting existierende Pilgerbetreuung (Foto: zVg).
Folglich beschränkt sich der Einsatzbereich Besucheraufkommen ausserhalb der Wall
der PilgerbetreuerInnen auf die Besucherin fahrtsaison. Das Angebot der Pilgerbetreu
nen und Besucher der Klosterkirche und ihre ung ist für die Einsiedler Wallfahrtsleitung
Bedürfnisse rund um den Wallfahrtsort Ein ein Pionierprojekt, die Impulse aus den Rei
siedeln. hen der ehrenamtlichen Pilgerbetreuer wer
Die spirituelle Dimension ist für den den in die Weiterentwicklung und Verbesse
Dienst der Pilgerbetreuung wichtig. Eine rung des Angebots einfliessen.
Identifikation mit dem katholischen Glau Vom Wallfahrtsteam begleiten Marlis
ben und dem Wallfahrtsort Einsiedeln sind Birchler und Pater Philipp die Pilgerbetreuer.
deshalb Voraussetzungen für das Engage Gemeinsam sorgen sie auch für eine fun
ment. Gleichzeitig sollen sich die Pilgerbe dierte Ausbildung der angehenden Pilger
treuer durch eine menschenfreundliche und betreuer. Diese soll so kompakt wie möglich
positive Grundhaltung auszeichnen und die geschehen und in sechs Ausbildungsmodu
Menschen dort abholen, wo diese gerade len alle Themen rund um Kloster und Wall
stehen. Die Pilgerbetreuer sind wie die Mön fahrtsort Einsiedeln vermitteln. Geplant
che und die Mitarbeitenden an der Front sind ein Einführungstag (1. Mai 2020) und
eine «Visitenkarte» für Kloster und Wall ein Ausbildungswochenende (13./14. Juni
fahrtsort Einsiedeln. Gemeinsam möchten 2020). Je nach Entwicklung der Situation
wir durch «wertvolle Begegnungen» Einsie rund um den «Corona-Virus» kann es hier
deln als Gnadenort erfahrbar machen. zeitliche Verschiebungen geben.
Sind Sie – ausserhalb von Zeiten einer
Gezielte Einsätze Epidemie – an einem Engagement in der Pil
Die Pilgerbetreuung wird sich auf stark fre gerbetreuung interessiert? Gerne können
quentierte Pilgertage und Wochenenden sich melden bei: pilgerbetreuung@kloster-
während der Wallfahrtssaison (Ostern – Al einsiedeln.ch.
lerheiligen) konzentrieren, sowie auf einzel Pater Philipp Steiner
ne Feiertage und Zeiträume mit grossem
16WALLFAHRT
Liturgisches Grundwissen
Kreuzweg
Der Glaube setzt Menschen in Bewe
gung. Sie machen sich auf den Weg.
Eine Reise ins Heilige Land und das
Abschreiten der Wege Jesu gehört
seit den ersten christlichen Jahrhun
derten dazu. Seit dem 14. Jahrhun
dert führten Franziskaner die Pilger
auf einen Weg durch die Jerusalemer
Altstadt vom Ort seiner Verurteilung
zum Kalvarienberg. Die Glaubenden
gingen seinen letzten Weg nach.
Schreiten ist Verinnerlichung: Sie ban
den ihr eigenes Leben zurück an das
Leben Jesu.
Jerusalem-Pilger brachten diese
Andachtsform in ihre Heimat: Sie bau
ten den Weg nach und fügten Statio
nen ein. Etwa seit dem Jahr 1600 sind
es die bekannten 14 Stationen. Wer
nicht nach Jerusalem pilgern konnte,
folgte Jesus nun daheim auf dessen Auferstehung Christi, Bronzetafel als 15. Sta
letztem Weg. Diese Kreuzwege wa tion am Ortskreuzweg in Auer-Oberdorf /
ren im Freien, oft auf Anhöhen. Um Südtirol (Foto: Hans Steiger/Wikimedia).
1700 begann man die 14 Stationen in
Kirchenräume zu verlegen: 14 Kreuze
und dazu Bilder oder plastische Darstellungen entlang der Wände. Die Kreuzwegan
dacht entstand: Das leibhafte Mitgehen wird zum Gebetsgeschehen.
Der Glaube versetzt noch immer in Bewegung. Deshalb sehen die Betenden auch
an Leiden und Todesschicksalen der heutigen Zeit nicht vorbei, wenn sie einen Kreuz
weg gehen. Sie können dem Dunkel standhalten, weil auf jeden Kreuzweg Ostern
folgt. Deshalb wird die Auferstehung manchmal als 15. Station ergänzt.
(Quelle: Gunda Brüske / Josef-Anton Willa (Hg.), Im Namen ... Amen. Liturgie in Stichworten.
Paulusverlag, Freiburg Schweiz, 2012
Mit freundlicher Genehmigung des Liturgischen Institutes der deutschsprachigen
Schweiz, Fribourg, www.liturgie.ch
17WALLFAHRT
Freiwilligendienst
im Kloster Einsiedeln
für 18 – 25jährige Männer
im Sommer für 14 Tage
www.kloster-einsiedeln.ch/volontariat
18Haben Sie gewusst, dass ...
… wir in unserer schönen Schweizerlandschaft immer wieder auf Lateinisches treffen? Mit dem
Auto fahren wir auf unseren Strassen. Die Italiener sagen einer Strasse «strada», und das ist
schon ganz nahe dem lateinischen «strata». Die Römer legten für ihre Soldaten, die zum
Schutz des Reiches immer wieder verschoben werden mussten, für den Transport von Waren
und die Überbringung von wichtigen Nachrichten Strassen an, die ein möglichst schnelles und
nicht allzu sehr durch Hindernisse erschwertes Vorankommen ermöglichten. Sie legten die
Wege mit Steinen und Steinplatten aus, die das Versinken von Marschierenden, von Zugtieren
und Wagen im Dreck verhinderten. Ein solcher Weg war eine «via strata», ein (mit Steinplat
ten) ausgelegter Weg. Schon römische Texte lassen manchmal das «via» weg und sagen ein
fach «strata». Eine «via» ist ein Weg, ein Pfad, eine «strata» ist ein besserer, ein ausgebauter
Weg. Dass die Römer in ihrem praktischen Sinn Wege anlegten, die ein schnelleres und siche
reres Vorankommen ermöglichten, liess aus einer «strata» die italienische «strada» und die
deutsche «Strasse» werden.
Unsere asphaltierten Strassen und die Autobahnen, auf denen die Autos uns befördern, er
möglichen uns natürlich eine unvergleichlich grössere Schnelligkeit als die Strassen der Römer.
Die Züge, die heute mit bis 300 km pro Stunde fahren, und die Flugzeuge überbieten diese
Geschwindigkeiten um das Vielfache. Das hat uns die Möglichkeit gegeben, entsprechend der
(Foto: Erich Liebi).
Aussage «Zeit ist Geld», die Benjamin Franklin 1748 geprägt hat, in immer weniger Zeit grosse
Strecken zu bewältigen. Doch damit wächst in vielen Menschen auch die Sehnsucht, durch
Wandern auf einem Weg, der nicht einmal eine «strata», sondern ein Feld- oder Bergweg ist,
Zeit zu gewinnen, zu geniessen und zu verkosten, die die Schnelligkeit uns wegstielt. So kann
auch ein einfacher Weg, der nicht einmal eine «strata» ist, zu einer «via sacra», zu einer heili
gen Strasse werden. Pater Alois Kurmann
19KLOSTER EINSIEDELN
«Klosterzeit»
Einblicke ins Leben
hinter den Klostermauern
Für die Nordische Bischofskonferenz den Tagesrhythmus von Gebets- und Arbeits
Mittagskaffee vorzubereiten, bei Sonnen zeiten auszeichnete, aber auch genug Platz
aufgang über den Zürichsee zur Insel Ufnau liess für verschiedene Ausflüge, Spazier
zur Weinernte zu fahren, im Garten zu ar gänge und freie Tage.
beiten oder bei den feierlichen Gottesdiens
ten in der Klosterkirche mitzuwirken, waren Das Schönste und Prägendste
nur ein paar meiner vielfältigen Aufgaben, Das wohl Schönste und Prägendste an die
die ich während meines sechsmonatigen sen sechs Monaten war, dass man einen un
Aufenthalts im Rahmen des Projektes «Klos verfälschteren und authentischeren Einblick
terzeit» in Einsiedeln übernehmen durfte. in das Leben hinter den Klostermauern be
Bei diesem Freiwilligendienst handelt es kommen hat, als es als Gast möglich ist. So
sich um ein Angebot verschiedener Bene weiss ich nun aus eigener Erfahrung, dass
diktinerklöster, die jungen Männern die das Klosterleben nicht immer so ruhig und
Möglichkeit bieten, bei ihnen mitzuleben,
mitzubeten und mitzuarbeiten. Diese Ge
meinschaften befinden sich unter anderem
in Argentinien, den USA, Italien, Südkorea
und eben auch in Einsiedeln.
Verschiedene Motivationen
Die Motivationen für diese einmalige Erfah
rung können z. B. eine Auszeit nach dem
abgeschlossenen Bachelor- oder Masterstu
dium, nach einer Berufsausbildung oder,
wie bei mir, nach der Matura sein.
Ende August begann für mich meine Zeit
in Einsiedeln mit einer Einführungswoche,
in der mir und zwei weiteren Klosterzeitlern,
die danach in andere Länder gingen, wichti
ge Elemente des Mönchtums vorgestellt
wurden; von der Geschichte des Mönchtums
ging es weiter über den Ablauf der Heiligen
Messe, das Gebet bis zum Gregorianischen
Choral. So erhielten wir eine Art Crash-Kurs,
der uns eine stabile Grundlage an Kennt
nissen für unsere Klosterzeit geben sollte.
Daraufhin begann für mich die eigent Pater Thomas Fässler und Elias Staatz beim
liche Klosterzeit, die sich (getreu dem Mot- Wochengespräch im Herrengarten (Foto:
to «ora et labora») durch einen geordneten Bruder Francisco Deighton).
20KLOSTER EINSIEDELN
entspannt ist, wie es auf den ersten Blick
aussehen mag. Neben den Gebeten, zu wel Längere Auszeit
chen man stets pünktlich sein sollte, kommt
ja schliesslich auch die Arbeit, die oftmals Eingeladen sind Männer zwischen 18
doch sehr viel und eben auch hektisch sein und anfangs 30, für eine Zeit von sechs
kann. bis zwölf Monaten in Einsiedeln oder in
Allerdings möchte ich auch betonen, einem anderen Benediktinerkloster mit
dass die Mönche stets ein offenes Ohr für zuleben, mitzuarbeiten und mitzube
mich hatten und mir mit Rat und Tat zur Sei ten. Auch ein Aufenthalt in mehreren
te standen, wenn ich z. B. einmal nicht ge Klöstern ist möglich. Das Projekt eröff
nau wusste, in welchem Raum der grossen net damit die Chance, eine längere Aus
Klosteranlage dieser oder jener Termin ge zeit spannend und bereichernd zu ge
nau stattfand oder wie eine Arbeit genau stalten. www.klosterzeit.org
zu erledigen sei. Auch die Wochengesprä
che mit Pater Thomas, dem Koordinator der
Klosterzeit, über meine Eindrücke, positi sei es in der Arbeit mit den Ministranten
ven Erlebnisse sowie Fragen waren sehr sinn oder der Pfadi, sei es eben an der Pforte, wo
voll und erleichterten das Einleben. Menschen Rat und Trost suchen, sei es in der
Arbeit der Mönche im Spital, der Sorge um
Positives Miteinander Bedürftige oder eben im alltäglich Mitei
Gerade dieses positive Miteinander bleibt nander.
mir in sehr guter Erinnerung. Wenn man Ein Mönch sagte mir einmal, dass er noch
ausserdem einmal die abendliche Rekreati nie so viel guten Willen gesehen habe, wie
on, das gemütliche Beisammensein, die Läs hier im Kloster. Ich denke, dass ich in diesem
se (Klosterferien) oder sonstige Anlässe se halben Jahr nachvollziehen konnte, was er
hen würde, könnte man manchmal glatt damit meinte. Alles in allem war diese Zeit
den Eindruck haben, dass nirgends so viel wirklich wunderschön und bereichernd.
gelacht wird wie im Kloster. Die schöne Liturgie, die Musik, der ge
Aber natürlich ist auch dort, wie bei je ordnete und strukturierte Tagesablauf, d ie
der Gruppe von Individuen, die Stimmung vielen unterschiedlichen Arbeiten und Pro
nicht immer die beste, denn, obwohl alle jekte, bei denen ich mithelfen und die ich
einem Kloster angehören, bleibt jeder doch auch teilweise mitinitiieren konnte (z. B. das
ein Original. So hat jeder Mönch seine Talen Weihnachtsvideo 2019), sowie all die Be
te und schätzenswerten Seiten sowie eben kanntschaften und sonstigen Eindrücke, die
auch seine Fehler und Eigenarten. Vielleicht ich schliessen und sammeln konnte, machen
macht aber gerade das eine Gemeinschaft diese sechs Monate zu einer Erfahrung, die
erst wirklich lebendig. ich nicht mehr missen möchte.
Ein wirklicher Gnadenort Zur Nachahmung empfohlen
Ein anderer prägender Aspekt waren die Zuletzt bleibt mir, allen interessierten Le
vielen Gespräche, die sich z. B. durch meine sern dieses Projekt herzlich zu empfehlen
Arbeit an der Pforte ergaben und die mir (Voraussetzungen siehe oben «Längere Aus
zeigten, dass Einsiedeln wirklich ein Gna zeit») und mich bei Abt Urban, den Oberen,
denort ist, ein Ort, an dem Menschen etwas Pater Thomas, dem gesamten Konvent und
von der Liebe und Gnade Gottes erleben bei allen, die für diese wunderschöne Zeit
dürfen; sei es in der Stiftsschule, deren Lehr verantwortlich waren, zu bedanken.
kräfte ein ehrliches Interesse am Schicksal Elias Staatz
und an der Zukunft jedes Einzelnen hegen,
21Muttergottes mit Jesuskind – Vignette aus dem Buch «Geistliche Walfahrt Nachher Maria Einsidlen / Den Ablass Gebetts-weiss zu erlangen / wann es in Person
KLOSTER EINSIEDELN
nicht geschehen kann. – Gedruckt in dem befreyten Königlichen Reichsstüfft Salmanschweyl / durch Jacob Müller / anno 1717» (Foto: Bruder Gerold Zenoni).
Das geistliche Up-Date auf Facebook
www.facebook.com/GOTTsuchen.ch
Die Haltung des Suchens nach Gott, nach dem Ursprung und Ziel der Welt, nach dem
Sinn des Lebens sowie nach dem persönlichen Weg zu Glück und Segen hat das Mönch
tum seit seinen Anfängen geprägt – bis heute.
So ist auch das Kloster Einsiedeln seit über tausend Jahren ein Ort der Gottsuche.
Als Erben einer langen Tradition wollen wir Benediktiner von heute aus diesem rei
chen Schatz schöpfen und ihn für unsere Zeit fruchtbar machen. Dabei geben uns die
modernen Kommunikationsmittel neue, schier unbegrenzte Möglichkeiten in die
Hand, Gedanken innert Sekunden mit der ganzen Welt zu teilen.
Auf der Facebook-Seite «GOTTsuchen» versuchen wir Mönche, den Menschen von
heute mit ihren Fragen nahe zu sein und sie mit einem kurzen Impuls zu Beginn einer
jeden neuen Woche auf ihrem persönlichen Weg der Gottsuche ein Stück weit zu
begleiten. Kommen doch auch Sie mit auf diesen Weg und besuchen Sie unsere Seite!
Wir freuen uns auf Ihre Kommentare und Fragen.
Auch wer Facebook nicht verwendet, kann unsere Impulse trotzdem im Internet
nachlesen unter der Adresse: www.GOTTsuchen.ch.
22KLOSTER EINSIEDELN
Psalm 8
1 Für den Chormeister. Nach dem Kelterlied. Ein Psalm Davids
2 Herr, unser Herr,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde,
der du deine Hoheit gebreitet hast über den Himmel.
3 Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge
hast du ein Bollwerk errichtet
wegen deiner Gegner,
um zum Einhalten zu bringen Feind und Rächer.
4 Seh ich deine Himmel, die Werke deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:
5 Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
6 Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
du hast ihn gekrönt mit Pracht und Herrlichkeit.
7 Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über die Werke deiner Hände,
alles hast du ihm gelegt unter seine Füsse:
8 Schafe und Rinder, sie alle,
und auch die wilden Tiere,
9 die Vögel des Himmels und die Fische im Meer,
was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.
10 Herr, unser Herr,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!
24KLOSTER EINSIEDELN
Ein Psalm der Lebensfreude
«Die Herrlichkeit Gottes ist
der lebendige Mensch»
Die Anrede Gottes in Vers 2 «Herr, unser Aber nicht nur die Kinder, sondern der
Herr» tönt Menschen unserer Zeit, die ge Mensch überhaupt ist trotz seiner Kleinheit
genüber Herren, Männern, Herrschern vor von Gott mit Grösse und Macht, mit Pracht
sichtig, skeptisch reagieren, nicht beson- und Herrlichkeit ausgestattet (Vers 4 – 9).
ders einladend. In der Übersetzung der Bi Dabei wird die Grösse des Menschen da
bel, der «Einheitsübersetzung», die 2016 durch betont, dass er mit der Pracht der
erschienen ist, wird der hebräische Aus- Schöpfung zusammengesehen wird. Gerade
druck «Jahwe», der der Name Gottes ist, wenn man den Menschen mit der Schöp
durchgehend mit «Herr» wiedergeben. Im fung vergleicht, sieht man, wie ausserge
Hebräischen lautet der Anfang des Psalms wöhnlich Gott ihn ausgestattet hat: Er ist
«Jahwe, unser Herr» (oder Herrscher). Dass «wenig geringer als Gott», er ist Herrscher
für «Jahwe» die Übersetzung «Herr» ge über alles, was Gott geschaffen hat. Die Aus
wählt wird, ist dadurch bedingt, dass die sagen sind ein deutlicher Anklang an den
Juden in späterer Zeit den Gottesnamen Schöpfungsbericht der Bibel, wo den Men
«Jahwe» aus Ehrfurcht nicht mehr ausspre schen gesagt wird: «Füllt die Erde und unter
chen, sondern «Adonaj» oder etwas ande werft sie euch und herrscht über die Fische
res sagen. Die Übersetzung «Herr» ist aus des Meeres, über die Vögel des Himmels und
Respekt vor den Juden gewählt, und sollte über alle Tiere, die auf der Erde kriechen.»
darum nicht «patriarchalisch» empfunden Der Lobpreis des Menschen ist einge
werden. rahmt von den gleichlautenden Versen 2
Der Psalm gibt auch sogleich unüberhör und 10: «Herr, unser Herr, wie gewaltig ist
bar die richtige Sicht auf Gott. Er ist nicht dein Name auf der ganzen Erde.» Der Kir
absoluter Herrscher, der neben sich nichts chenvater Irenäus von Lyon hat im 2. Jahr
und niemanden gelten lässt. Gott ist der, der hundert die Grösse des Menschen im ergrei
den Menschen Grösse und Macht gibt, die fenden Satz ausgedrückt: «Die Herrlichkeit
seiner eigenen Grösse vergleichbar ist. Das Gottes ist der lebendige Mensch.» Es ist
wird schon an den Kindern und Säuglingen wunderbar, dass es neben den vielen Psal
sichtbar, die nach Vers 3 ein «Bollwerk» ge men, mit denen wir unsere Not, unsere Kla
gen die Gegner Gottes sind. Die Kinder, die gen und Anklagen ausdrücken dürfen, auch
nach einem Wort Jesu besonders nahe bei diesen Psalm gibt, mit dem wir Gott für
Gott sind, sind durch diese Nähe wie eine die Grösse danken, die er uns mit dem Ge
uneinnehmbare Festung, die selbst Gott ge schenk unseres Lebens gibt. Dass er nach
gen seine Feinde schützen. Wahrscheinlich der Melodie des «Kelterliedes» zu singen ist,
versteht der Psalm aber unter den «Kindern» wie die Überschrift sagt – dessen Melodie
das kleine und schwache Volk Gottes und wir leider nicht kennen – drückt die ganze
die wehrlosen Armen darin, inmitten der Lebensfreude aus, die dieser Psalm aus
grossen Völkerwelt, insofern diese in ihrer strahlt!
Treue zu Gott wie eine Schutzburg Gottes
gegen Gottes Feind sind. Pater Alois Kurmann
25KLOSTER EINSIEDELN
K O N V E N T Diese Einladung geschieht anstelle des ehe
mals traditionellen Mittagessens mit den
GLÖCKLI Ärzten.
27. Januar
Fünf Stiftsschülerinnen und Stiftsschüler
beginnen ihren dreiwöchigen Echange am
Lycée-Collège de l’Abbey de St-Maurice.
3. – 7. Februar
R Ü C K BLI C K Eine Gruppe von Restauratorinnen arbeitet
im Naturalienkabinett. Während dieser und
6. Januar zwei weiteren Wochen (9. bis 13. März und
Am Dreikönigstag empfing Abt Urban die 30. März bis 3. April) führen sie Reinigungs-
Lehrpersonen und ihre Partner/innen im und Konservierungsarbeiten aus, welche wir
Hofspeisesaal zum traditionellen Neujahrs dank einer grossen Schenkung in Auftrag
essen mit Ansprache. Unser Kollege Fran geben können.
cesco De Vecchi hatte zuvor nach dem Apéro
im Musikhaus mit einem Melodram im Mu 6. Februar
siksaal aufgewartet, begleitet von Lukas Am Elternabend der 3. Klasse informieren zu
Meister am Klavier. Beginn Claudia Kälin-Treina über Gesund
heit und Suchtprävention, anschliessend
11. Januar Annelies Künzler über die Dienstleistungen
Am Informationsmorgen zum Langzeitgym der kantonalen Berufs- und Studienbera
nasium gab es eine Premiere: Infolge des tung in Pfäffikon. Beim Apéro herrscht gute
Besucheransturms mussten im Theatersaal Stimmung. Viele Eltern bedanken sich für
einzelne Gäste sogar auf der Empore Platz die gute Atmosphäre und dafür, dass ihre
nehmen. Gegen 25 Kolleginnen und Kolle Kinder an der Stiftsschule so gut aufgeho
gen, die Studentenmusik und der Chor ben sind.
«Cum Anima» waren im Einsatz und führten
ab 10.20 Uhr die Gäste durch den Schultrakt. 3. / 4. März
Leider fehlte dieses Jahr der Schnee und Für die Klostertage der 5. Klasse sind am
unser Eisfeld präsentierte sich immer noch Dienstag, 3. März höchstens sechs Burschen
aper. und am Mittwoch 4. März höchstens neun
Burschen beim Mittagessen und Kaffee
21. Januar anwesend. Sie werden begleitet von Pater
Am Meinradstag laden wir um 16.30 Uhr Cyrill.
die Ärzte und Therapeuten, die Mitglieder Mit den jungen Frauen verbringt Pater
der Konkordia, der SOB, der Post und der Martin diese Klostertage im Kloster Fahr.
Polizei zur Pontifikalvesper in die Klosterkir
che ein.
Anschliessend empfangen wir sie im Grossen
Saal zu einem Referat von Hanspeter James
Kälin und von Abt Urban über die Geschich
te des Welttheaters. Danach offerieren wir
allen einen Apéro riche im Hofspeisesaal.
26KLOSTER EINSIEDELN
PER SO N ELLES Vom 10. bis 17. Februar kann Pater Martin
das zweite Mal zusammen mit Abt Richard
Pater Thomas ist am Samstag, 18. Januar, zur Yeo die kanonische Visitation in der Erzab-
diesjährigen Fachtagung des «Historischen tei St. Martin in Pannonhalma halten, dem
Vereins Zentralschweiz» zum Thema «Mik Geburtsort des heiligen Martin.
rogeschichte» an der Universität Luzern ein
geladen. An der ganztägigen Veranstaltung 8. Februar
hält er ein Referat über die Rezeption auf Am heutigen Kapitel gibt Abt Urban einen
klärerischer Postulate durch Einsiedler Mön wichtigen Personalwechsel bekannt: Pater
che im ausgehenden 18. Jahrhundert, mit Kolumban wird am 16. August als Propst in
einem besonderen Fokus auf entsprechen St. Gerold durch Pater Martin abgelöst. Da
de Neuerungen im Bereich des Unterrichts mit dieser aber nicht alle Arbeit überneh
wesens. Die breite Themenvielfalt der Vor men muss, wird gleichzeitig neu die Stelle
träge, gehalten mehrheitlich von Dozenten eines Bereichsleiters geschaffen und mit
verschiedener Universitäten, verspricht ein dem St. Gerolder David Ganahl besetzt.
spannendes Programm.
16. Februar
27. Januar – 1. Februar Nachdem Pater Gerhard seinen Dienst in der
Bruder Anton, Bruder Michael und Bruder Pfarreiseelsorge Ende letzten Jahres been
Francisco besuchen den Brüderkurs in Beu det hat, tritt er nun ein wohlverdientes
ron zum Thema «Reformbewegungen im Sabbatical an. Pater Daniel begleitet ihn
Benediktinerorden». Vortragende sind nach Innsbruck ins Stift Wilten, wo er bis
Schwester Michaela Puzicha aus dem Klos- zum 15. Juni weilen wird. In Innsbruck wird
ter Varensell bzw. Institut für benediktini er auch Gelegenheit haben, einzelne theo
sche Studien in Salzburg, Prof. Dr. Wilfried logische Vorlesungen und Seminare zu be
Eisele von der Theologischen Fakultät der suchen.
Universität Tübingen und Pater Aloysius Pater Lorenz Moser
Maria Zierl OCist aus dem Zisterzienser
priorat Neuzelle / Brandenburg.
4. Februar
Pater Oswald darf seinen 80. Geburtstag
feiern. Wir gratulieren ihm dazu und wün
schen ihm auch für die kommenden Jahre
Gottes Segen. Da Abt Urban nicht am Mit
tagstisch ist, feiern wir den Geburtstag im
Rahmen des Abendessens.
6. Februar
Pater Mauritius hält einen Vortrag über die
heiligen Stätten im Hl. Land für eine Gruppe
von Schweizergardisten, die sich auf eine
Pilgerreise dorthin vorbereiten.
27Sie können auch lesen