Das Magazin der Solothurner Wirtschaft - wirtschaftsflash

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Das Magazin der Solothurner Wirtschaft - wirtschaftsflash
Das Magazin der Solothurner Wirtschaft          2 | Mai 2021 | 42. Jahrgang

                                         KMU Frauen

                                         Tragende
                                         Netzwerke
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                                         Frauenstimmen

                                         Starke Frauen in
                                         der Wirtschaft
                                         und Politik

                                         General Manager

                                         Die Chefin,
                                         die weibliche
                                         Talente fördert
                                         und motiviert

                                         Gender Studies

                                         Forschung über
                                         Hierarchien
                                         und Macht

Kantonal-Solothurnischer
      Gewerbeverband
Das Magazin der Solothurner Wirtschaft - wirtschaftsflash
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                                                                                      kein anderes Element platziert werden!
                                                                                 Ebenso darf der Abstand zu Format- resp. Papierrand
                                                                                           die Schutzzone nicht verletzen!
                                                                                   Hellblauen Rahmen der Schutzzone nie drucken!

                                                                                                    Siehe auch Handbuch
                                                                                  „Corporate Design der Schweizerischen Bundesverwaltung“
                                                                                           Kapitel „Grundlagen“, 1.5 / Schutzzone
                                                                                                  www. cdbund.admin.ch

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Editorial | Inhalt                                                                            Wirtschaftsflash | Mai 2021 | Seite 3

                                            Frauen im Fokus
                                            Diese Ausgabe widmen wir den Frauen. Nach wie vor sind weibliche Führungskräfte
                                            respektive Female Leadership viel diskutierte Themen und nicht selbstverständlich. Wir
                                            wollten wissen, was Frauen in der Politik vor 50 Jahren erlebten und heute noch be-
                                            wegt? Ob Frauen-Verbände noch zeitgemäss sind? Wie hoch der Frauenanteil in der
                                            Politik ist? Und wie hoch er sein sollte? Zu viel des Guten? Nein, sagen die Politikerinnen
                                            und Wirtschaftsführerinnen, mit denen wir gesprochen haben. Die Gleichstellung
                                            von Frau und Mann hat sich in Solothurn positiv entwickelt – manifestiert unter ande-
                                            rem dank der neuen Frauenmehrheit in der Regierung und der neuen kgv-Präsidentin
                                            Pia Stebler. Trotzdem: Gleichstellung ist nicht nur eine Frage der Parität. Auch nicht der
                                            Quotenreglung. Und schon gar nicht der Grammatik. Vielmehr ist Gleichstellung eine
                                            Frage des selbstverständlichen Umgangs von Frauen und Männern; im Business, in der
                                            Politik und in der Gesellschaft. Gute Beispiele haben wir im Kanton Solothurn zuhauf.
                                            Pionierinnen wie Cornelia Füeg, Christine Davatz, Ute Lepple und viele mehr kom-
 Simone Leitner Fischer
 Chefredaktorin Wirtschaftsflash            men in diesem Wirtschaftsflash zu Wort. Und liebe Männer, eines vorneweg: Ohne Ihre
                                            Stimme wären Frauenstimmen nur halb so tragend. Vielen Dank.

Generationeninterview                                                 Beruf und Familie

Frauensache                                                           Kein Kinderspiel

04      Was Frauen in der Politik vor 50 Jahren erlebten
        und heute noch immer beschäftigt. Was die erste
Solothurner Regierungsrätin Cornelia Füeg am 7. Februar
                                                                     24         Familie und Beruf – beides ist mehr Erfüllung, als die
                                                                                Frau oft stemmen kann. Familienergänzende Kinder­
                                                                      betreuung, die den Familien auch Wahlfreiheit und Selbstbe-
1971 machte und was sich Sabrina Weisskopf-Kronenberg                 stimmung gibt, ist im Kanton Solothurn Mangelware. Ein poli­
von den Männern in Politik und Wirtschaft wünscht.                    tisches Thema.

Solothurner Kantonsrat

Frauenanteil                                                          20 | Schillingreport: Zahl der weiblichen CEOs steigt

10        Das föderalistische System teilt den Kantonsparla-
          menten eine gewichtige Rolle zu. Umso wichtiger
ist ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern.
                                                                      22 | Bosch Schweiz: eine Frau an der Spitze
                                                                      26 | Gender Studies: was dahinter steckt
                                                                      28 | Männerdomäne: zwei Macherinnen
Aber reicht das?                                                      30 | Anlagestrategien: ökologischer
                                                                      34 | Pro & Contra: CO2-Gesetz
                                                                      36 | 13. Juni 2021: Abstimmungsvorlagen
Gemeindepräsidentinnen                                                38 | SIX: QR-Rechnung oder eBill
                                                                      40 | GV Solothurner Handelskammer
Minderheit                                                            42 | Impressum | kurz & informativ

12       Sie gehören gesamtschweizerisch zu den raren 16
         Prozent: Gemeindepräsidentinnen. Die 61-jährige
Susanne Koch in Erschwil und die 33-jährige Adriana Gubler
in Kienberg.

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                                                                                                    Female Leadership: Der Frauen­-
KMU Frauen
                                                                                                                                          Bilder Adobe Stock | HO

                                                                                                    anteil in den Schweizer Ge­

14       Frauen in KMU sind für die Wirtschaft unverzicht-
         bar – sowohl als eigenständige Inhaberin, mitarbei-
tende Partnerin oder Geschäftsleitungsmitglied. Rund 150
                                                                                                    schäfts­leitungen steigt erstmals
                                                                                                    um 3 Prozentpunkte (+ 30 %)
                                                                                                    von 10 % auf den neuen Höchst­
                                                                        Titelbild
Frauen vernetzen sich heute bei den KMU Frauen Solothurn.                                           stand von 13 %.
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Frauenstimmen | Interview

                       «Zum Glück haben
                       sich die Schweizer
                       Männer die
                       Blamage eines
                       Neins erspart.»
                       Cornelia Füeg (1941)
                       Anwältin, Politikerin und Mutter
Bild Bernhard Strahm
Das Magazin der Solothurner Wirtschaft - wirtschaftsflash
Wirtschaftsflash | Mai 2021 | Seite 5

  «Es ist wichtig,
 dass Frauen sich
organisieren und
     gegenseitig
  unterstützen.»
  Sabrina Weisskopf-Kronenberg (1990)
        Anwältin, Politikerin und Mutter

                                                   Bild HO
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Frauenstimmen | Cornelia Füeg und Sabrina Weisskopf

             Frauenstimmen
            Was Frauen in der Politik vor 50 Jahren erlebten und heute noch immer beschäftigt.
                   Was die erste Solothurner Regierungsrätin Cornelia Füeg am 7. Februar 1971
              machte und was sich Sabrina Weisskopf-Kronenberg von den Männern in Politik
                                     und Wirtschaft wünscht. Zwei Generationen, ein Gespräch.
                                                                                                          Interview Simone Leitner

Neu gelten in Schweizer Verwal­              erfüllen, sondern weil sie mit Fähigkeiten   C. Füeg: Für unsere Mütter und Gross-
tungs­räten Geschlechterrichtwerte.          überzeugen. Ich selber möchte keine          mütter (Vorkriegsgenerationen) wäre es
Welchen Mehrwert bringt diese                Sonderbehandlung wegen meines Ge-            ein Jubeljahr, weil sie mit viel Einsatz
Re­g elung der Wirtschaft und den            schlechts. Ich möchte einfach an den         und Mut seit vielen Jahrzehnten für das
Frauen?                                      gleichen Kriterien gemessen werden, wie      Frauenstimmrecht gekämpft hatten. Für
Cornelia Füeg: Wirtschaftliche Entschei­     meine männlichen Kollegen. Aber viel-        meine Generation war dieser Entscheid
dungen haben immer auch Auswirkun-           leicht führt diese Regulierung ja tatsäch-   überfällig. Ich kann mich auch an keine
gen auf die Gesellschaft. Daher ist es ein   lich zu einem gesellschaftlichen Umden-      hitzigen Debatten um 1970 erinnern,
Vorteil, wenn die Lebenswirklichkeit von     ken, sodass Frauen in Kaderpositionen in     wie sie noch vor der Abstimmung 1958
Männern und Frauen berücksichtigt wer-       einigen Jahren eine Selbstverständlich-      stattgefunden haben. Zum Glück haben
den kann. Davon profitiert die Wirtschaft    keit werden – denn wir haben der Wirt-       sich die Schweizer Männer die Blamage
und die Frauen erhalten die Anerken-         schaft sicherlich viel zu bieten.            eines Neins erspart.
nung, auch in Wirtschaftsfragen kompe-                                                    S. Weisskopf: Beides. Einerseits ist
tent zu sein.                                Blättern wir 50 Jahre zurück: Die            es eine grosse Errungenschaft für die
Sabrina Weisskopf: Ich sehe das kri-         Schweiz war 1971 eines der letzten           Frauen, die man feiern darf. Anderer-
tisch und frage mich, ob eine Quote tat-     europäischen Länder, welches ihren           seits hätte ich von einer vorbildlichen
sächlich zu einem Mehrwert führen kann       Frauen die vollen Bürgerrechte zuge-         und fortschrittlichen Schweiz eigent-
oder ob man damit nicht nur suggeriert,      standen hat. Die Schweiz war aber            lich etwas anderes erwartet.
dass Frauen sich nicht aus eigener Kraft     das erste Land, in dem dies durch
in den Führungsebenen etablieren kön-        den männlichen Teil der Bevölkerung          Frau Füeg, zur gleichen Zeit wurden
nen. Aus meiner Sicht sollten Frauen         geschah. Ist 2021 ein Jubeljahr oder         Sie in Wisen im Kanton Solothurn als
nicht in einen Verwaltungsrat gewählt        die Erinnerung an eine konservative          erste Gemeindeschreiberin gewählt.
werden, um eine bestimmte Quote zu           Schweiz?                                     Sie bestritten den Wahlkampf noch
                                                                                          bevor das Frauenstimmrecht natio-
                                                                                          nal eingeführt wurde. War Ihnen
                                                                                          damals die historische Bedeutung
                                                                                          bewusst?
                                                                                          C. Füeg: In Wisen mit damals rund 220
                                                                                          Einwohnern wollte der Gemeindeschrei-
Cornelia Füeg                                                                             ber 1970 zurücktreten und fragte mei-
                                                                                          nen Ehemann, ob er diese Aufgabe
                                                                                          übernehmen könnte. Das war nicht
Cornelia Füeg-Hitz feiert im Juni 2021 ihren 80. Ge-                                      möglich, da mein Ehemann keine freien
burtstag, studierte Jura an den Universitäten Zürich                                      Kapazitäten hatte und schon als Bauprä-
sowie Berlin und lebt heute mit ihrem Ehemann in Olten.                                   sident engagiert war. Als Lösung des
Als freisinnige Politikerin hat sie kantonale Geschichte ge-                              Personalproblems hatte die Gemeinde
schrieben. Cornelia Füeg wurde 1971 nicht nur erste weib-                                 die Idee, er könne sich doch wählen las-
liche Gemeindeschreiberin, sondern auch erste National­                                   sen und ich würde dann im Hintergrund
rätin und erste Regierungsrätin (1987 – 1997) des Kantons                                 die Arbeiten erledigen. Das kam für uns
Solothurn. Seit 1971 ist sie Mitglied der FDP.Die Liberalen,                              natürlich überhaupt nicht in Frage. Wenn
schaffte 1973 zusammen mit fünf anderen Frauen die                                        man mich schon als fähig betrachtete,
Wahl in den Solothurner Kantonsrat. Auch als erste Frau                                   dann sollte man mich auch wählen. Vor
vertrat sie den Kanton Solothurn 1975 – 1983 im National-                                 der Einführung des Frauenstimm- und
rat. Hier setzte sich Füeg insbesondere für die rechtliche                                -wahlrechts auf eidgenös­  sischer Ebene
Gleichstellung von Frau und Mann ein.                    sls                             hatte der Kanton Solothurn dies den Ge-
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Wirtschaftsflash | Mai 2021 | Seite 7

meinden bereits ermöglicht. Wisen           bleibt gesellschaftlich ein konservatives
musste deshalb schon 1970 dieses Recht      Land. Das betrifft jedoch nicht nur die
einführen, sodass ich am 7. Februar 1971
gewählt werden konnte.
                                            Frauen. Schliesslich haben auch Män-
                                            ner, die sich an der Kinderbetreuung
                                                                                          «Man musste
Am Tag der eigenössischen
                                            beteiligen wollen und ihr Arbeitspens-
                                            um reduzieren, gesellschaftlich und be-
                                                                                         kompetent, aber
Abstimmung …                                ruflich einen schweren Stand.                nicht doppelt so
C. Füeg: Dass meine Wahl mit dem Da-        C. Füeg: Frauen und Männer sind heute
tum der Annahme des eidgenössischen         gleichberechtigt. Aber sobald eine Part-        gut sein.»
Frauenstimm- und Wahlrechts zusam-          nerschaft mit möglichem Nachwuchs
                                                                                                     Cornelia Füeg
menfiel, ist reiner Zufall. Es gab keinen   geplant ist, müssen Rechte und Pflich-
Wahlkampf, keine Aufregung. Man war         ten ausgehandelt werden. Wie werden
einfach froh, dass das Gemeindeschrei-      Kinderbetreuung und Erwerbsarbeit auf­
beramt wieder besetzt war. Auf die          geteilt? Vor allem, wenn man in den         gung, dass wir das ändern können.
Idee, dass diese Wahl historisch sein       ersten zwei bis drei Jahren die Kinder zu   Frauen dürfen sich nicht nur in der Op-
könnte, kam ich nicht. Das Einzige, das     Hause betreuen möchte, bringt die Pa-       ferrolle sehen und hoffen, dass die
mich damals wirklich erstaunt hat, war,     pizeit nicht viel. Das klingt jetzt recht   Männer etwas für die Gleichstellung
dass diese «Petitesse» in der NZZ er-       prosaisch am Anfang einer Beziehung!        tun. Uns stehen längst alle Möglichkei-
wähnt wurde. Ein Heimweh-Solothur-          Ja, vor allem mit der Aufhebung der         ten offen, wir müssen sie einfach nut-
ner in Zürich hatte mir die Zeitungsnotiz   klassischen Rollenzuteilung hat sich vie-   zen. Wir mögen es etwas schwieriger
zugesandt.                                  les verändert.                              haben als Männer. Aber ich habe selber
                                                                                        die Erfahrung gemacht, dass die Ge-
Als die grosse Vorreiterin in der           Frau Füeg, Sie sind Mutter von vier         schlechterfrage in den Hintergrund tritt,
Solo­thurner Politik folgte nach der        Kindern. Sie mussten sich damals            wenn wir ähnlich selbstbewusst auftre-
ersten Gemeindeschreiberin auch             sicher anhören, dass Sie besser zu          ten und zeigen, dass wir kompetent
die Wahl zur ersten Nationalrätin,          Hause als in der Politik wären. Was         sind. Wir müssen das im Unterschied zu
Gemeindepräsidentin und Regie-              haben Sie geantwortet?                      Männern zwar in der Regel zuerst unter
rungsrätin. Mussten Sie mindestens          C. Füeg: Nein! Aber bevor ich 1960 zu       Beweis stellen. Trotzdem fühle ich mich
doppelt so gut sein wie Ihre männ­          studieren begann, sagte man mir immer       nicht grundsätzlich benachteiligt.
lichen Kollegen?                            wieder: Weshalb willst du studieren, du
C. Füeg: Man musste sicher kompe-           heiratest ja doch.                          Frau Füeg, Sie waren 1981 als Natio-
tent, aber nicht doppelt so gut sein                                                    nalrätin für die Verankerung der
wie die männlichen Kollegen. Aber viel-     Frau Weisskopf, Sie sind berufstä-          Gleichstellung in der Bundesverfas-
leicht gründlicher und sich seiner Sache    tig, Politikerin und Mutter von zwei        sung mitverantwortlich. Erlebten
ganz sicher sein, weil die wenigen          Kindern. Gehört eine konservative           Sie feindliche Reaktionen aus den
Natio­nal- beziehungsweise Ständerä-        Einstellung heute völlig der Vergan-        eigenen Reihen?
tinnen be­ kannt waren und damals           genheit an?                                 C. Füeg: Nein, überhaupt nicht. Ich
unter stän­ diger, auch medialer Beob-      S. Weisskopf: Nein, leider noch nicht       habe aber vorher jeweils in vielen inten-
achtung standen.                            ganz. Aber ich bin der festen Überzeu-      siven Diskussionen meine Kollegen zu

Frau Weisskopf, müssen Sie heute
noch besser sein als Männer und
mehr leisten als die Ihre Kollegen?
S. Weisskopf: Teilweise. Ich stelle im-
mer wieder fest, dass man uns Frauen
anfänglich weniger zutraut. Diese Hal-                                     Sabrina Weisskopf
tung ändert sich jedoch, wenn eine Frau
zeigt, was sie kann und selbstbewusst
auftritt – das trifft übrigens nicht nur                                   Sabrina Weisskopf-Kronenberg (FDP.Die Liberalen)
auf Männer zu. Ich selber nehme an­                                       ist 31-jährig, Mutter von zwei schulpflichtigen Kin-
dere Frauen nämlich oftmals als grösste                                 dern und selbstständige Rechtsanwältin in einer Solo-
Kritikerinnen der Frauen wahr.                                        thurner Kanzlei. Seit knapp vier Jahren ist sie Gemeinde­
                                                                      rätin in Biberist und Stiftungsrätin der Stiftung Schmelzi.
Das «Fräulein ist tot», Frauen sind                                   2021 kandidierte sie für den Kantonsrat, verfehlte aber
selbstbestimmt und mit Männern                                        den Einzug ins Parlament. Als Gemeinderätin setzt sie sich
auf Augenhöhe. Die Kinderbetreu-                                      für schlanke und effiziente Behördenstrukturen, sparsa-
ung ist geregelt und der Papitag                                      men Steuerhaushalt sowie für moderne Schulen und den
etabliert. Wurden alle alten Kli-                                     Aufbau von Tagesstrukturen ein. Sabrina Weisskopf legt
schees über Bord geworfen?                                            auch Wert auf ökologische Standards, die jedoch auf An-
S. Weisskopf: Nein, so weit sind wir                                  reizen und nicht auf Zwang basieren. Sie macht sich stark
wohl noch nicht. Die Schweiz ist und                                  für eine liberale Wirtschaftspolitik.                  sls
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Frauenstimmen | Cornelia Füeg und Sabrina Weisskopf

überzeugen versucht. Viele haben nach       Für mich sind beispielsweise eine funk-       dentin, Regierungsrätin und Natio-
solchen Gesprächen jeweils gesagt: Das      tionierende Wirtschaft und eine liberale      nalrätin standen Sie unter ständiger
muss ich jetzt einmal mit meiner Frau       Gesetzgebung, die auf Anreize und             Beobachtung. Wer waren Ihre Kriti-
besprechen. Dann wusste ich, dass ich       Eigen­verantwortung setzt, zentraler als      ker, die Männer oder die Frauen?
gewonnen hatte.                             soziale Fragen und Erziehungsthemen.          C. Füeg: Kritik muss man in der Politik
                                            Das hängt wohl aber mit meiner politi-        aushalten können. Gleichgültig ob von
                                            schen Gesinnung zusammen. Umwelt-             Frauen oder von Männern.
                                            fragen beschäftigen uns alle, aber auch
 «Für Frauen ist                            hier verfolge ich einen liberalen Ansatz,
                                            der sich nicht von demjenigen meiner
die Vereinbarkeit                           männlichen Kollegen unterscheidet.

 von Beruf und                              Was löst das Schlagwort Frauen­
                                                                                            «Nehmt die
Familie zentral.»                           solidarität bei Ihnen aus?                      Frauen ernst
                                            C. Füeg: Frauensolidarität ist ein
           Sabrina Weisskopf                schwieriges Thema: Ich habe sie bei den       und unterschätzt
                                            Wahlen 1973 in den Nationalrat so er-
                                            lebt, dass sich einzelne Gruppierungen           sie nicht.»
                                            von Frauen voll für mich eingesetzt ha-                    Cornelia Füeg
Fühlen Sie sich heute in der Politik        ben. Aber sehr oft wurde ich auch sehr
gleichgestellt?                             kritisch beäugt. Kann die das, ich kann
S. Weisskopf: In meiner Tätigkeit als       das doch auch nicht. Der Wahlkampf
Gemeinderätin oder als aktives Partei-      mit der «wilden» Kandidatin 1987 wur-         Haben Sie einen Wunsch an die Män-
mitglied fühle ich mich respektiert und     de vor allem von Frauen initiiert. Des-       ner in der Politik und Wirt­­schaft?
gleichgestellt. Trotzdem haben die Kan-     halb habe ich eine grosse Welle von           C. Füeg: Mein Wunsch an die Männer
tonsratswahlen kürzlich gezeigt, dass       Sympathie und Unterstützung durch die         in der Politik und Wirtschaft: Nehmt die
Frauen es gerade in bürgerlichen Parteien   Frauen erlebt. Diese Unterstützung war        Frauen ernst und unterschätzt sie nicht!
immer noch schwieriger haben, gewählt       so hilfreich, weil die Gegenseite «aus        S. Weisskopf: Ich wünsche mir von
zu werden. Offenbar fällt es den Stimm-     vollen Rohren schoss». Das war Frauen-        den Männern und den Frauen in der
bürgerinnen und den Stimmbürgern, die       solidarität.                                  Politik, dass die Geschlechterfrage an
mich nicht persönlich kennen, immer         S. Weisskopf: Es ist wichtig, dass Frau-      Relevanz verliert und man jede Person
noch schwerer, mir ein solches Amt zuzu-    en sich organisieren, vernetzen und ge-       einzig aufgrund ihrer Fähigkeiten beur-
trauen, als meinen männlichen Kollegen.     genseitig unterstützen. «Frauensolidari-      teilt, unterstützt und fördert. <
                                            tät» ist für mich jedoch nicht der richtige
Sind Parlamentarierinnen heute im-          Begriff. Ich finde es falsch, wenn wir
mer noch stärker an sozialen Fragen,        Frauen einerseits Gleichberechtigung     C
                                                                                          Anzeige
an Umwelt- und Erziehungsthemen             anstreben, uns dann aber in Frauenver-
                                                                                     M
interessiert?                               einigungen wieder abgrenzen. Wir be-              Hosted Exchange für KMU
S. Weisskopf: Nicht unbedingt. Für          nötigen Solidarität zwischen Frauen      Y
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Frauen sind sicherlich Fragen zur Ver-      und Männern, wenn wir gemeinsam         CM

einbarkeit von Beruf und Familie zent-      weiterkommen wollen.                    MY

ral. Daneben setzen wir uns aber – je
                                                                                    CY

                                                                                              Informatik AG
nach politischer Ausrichtung – auch         Frau Füeg, als erste Solothurner Ge-
stark für wirtschaftliche Interessen ein.   meindeschreiberin, Gemeinde­präsi-      CMY

                                                                                     K

   «BusPro würde ich nie mehr hergeben.»
                                         Judith Freudiger, Emmentaler Backwaren Freudiger AG
                    Produktion und Vertrieb von Premium Backwaren und Schokoladeprodukten

  Adress- und Kontaktverwaltung • Dokumentenablage • Fibu • Lohn • Einkauf • Lager
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                                                                                         ch
  Gratis-Fibu, Demo & Infos: www.buspro.ch                                 Genial einfa
                                                                                    ch g e nial!
                                                                            – einfa
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                                                                                                                 Wirtschaft, Handel und Gewerbe.

               RA Roy Pfefferli               RA Martin Schreier (Notar)   RA Andreas Schild
                                                                                                                 Für Unternehmerinnen und
                                                                                                                 Unternehmer – Alles aus
                                                                                                                 einer Hand.

                                                                                                                 KSCP-LEGAL.CH
                                                                                                                 Grenchen | Solothurn | Olten
               RA Riccarda Kummer (Notarin)   RA Sarah Hachen              RA Ralph Kaiser (Notar)

           _RZ_Inserat_WF_2021_175x127mm.indd 1                                                                                                                  25.03.21 09:04

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             Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd                                                  079 103 11 83
             Tel. 062 858 40 80 www.ackermann-treuhand.ch                                        beratung@jolandaeiholzer.ch
                                                                                                 www.jolandaeiholzer.ch

druckfile_inserat_hoch_74x105_ 5                                              7.2. 2020
Das Magazin der Solothurner Wirtschaft - wirtschaftsflash
Kantonsrat | Frauenanteil

                                       Tendenz steigend
     Das föderalistische System teilt den Kantonsparlamenten eine tragende Rolle zu. Umso
    wichtiger ist ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern. Mit 22 Sitzen bleibt
                die FDP zwar grösste Fraktion im Rat, zählt aber nur 2 Frauen in ihren Reihen.
                                                                                                                            Simone Leitner

Legislatur 2021 – 2025: Frauenanteil                       7%                                   den», fasst sie zusammen. Und dass
im Solothurner Kantonsrat                                                                       Frauen immer noch nach äusseren Krite-
                                                                                                rien beurteil werden, lässt sie nur bedingt
                                                                                                gelten: «Es ist so, dass im Wahlkampf
                                                                                    7%          auch Männer nach dem Äusseren beur-
                                                                                                teilt werden.» In diesem Punkt sind sich
             30 %                                                                               die drei befragten Politikerinnen einig:
                                                                                                «Der Wahlkampf der Frauen ist nicht an-
                                                                                  13 %          ders als der von Männern.» Nur ein As-
                                                                                                pekt wird von Karin Kissling, Barbara
                                                                                                Leibundgut und Stephanie Ritschard
                                                                                                unisono betont: Frauen würden sich oft
                                                                                                etwas unter ihrem Wert verkaufen.
                                                                                                Würden auch mehr an sich und ihren
                                                                                  20 %          Fähigkeiten zweifeln. Oder in Ritschards
             23%                                                                                Worten: «Viele Frauen unterschätzen
                                                                                                und einige Männer überschätzen sich.»

                                                                                                Diese Kantonsratssitze sind in Frauen-
  SP (20 Sitze | 9 Frauen)     Grüne (10 Sitze | 6 Frauen)      GLP (6 Sitze | 2 Frauen)
                                                                                                hand: Die SP hat neun, die CVP sieben, die
  CVP (20 Sitze | 7 Frauen)    SVP (21 Sitze | 4 Frauen)        FDP (22 Sitze | 2 Frauen)
                                                                                                Grünen sechs, die SVP vier und die GLP
                                                                                                zwei. Auch nur gerade mal zwei Parlamen-
Neu zählt der Solothurner Kantonsrat 30            Mix», betont die Politikerin, die sich in    tarierinnen vertreten die FDP.Die Libera-
Frauen und 70 Männer. Den grossen                  ihrem Wohnort Riedholz auch im Ge-           len. Wird etwa männliche Politik ge-
Sprung haben die Frauen an den Wahlen              meinderat engagiert. Für Karin Kiss-         macht? Für die FDP-Politikerin Barbara
im März nicht gemacht – es ziehen ledig-           ling-Müller, CVP-Kantonsrätin aus Wolf-      Leibundgut ist klar, dass es mehr frei-
lich drei Politikerinnen mehr ins Parla-           wil, ist der momentane Frauenanteil          sinnige Kantonsrätinnen braucht. Ein
ment ein als in der letzten Legislatur. Fällt      noch weit vom Ideal entfernt. «Anzustre-     Nachwuchs­problem sieht sie aber nicht.
Solothurn damit im schweizerischen Ver-            ben wäre ein ungefähr ausgeglichenes         «Wir haben fähige FDP-Frauen auf dem
gleich ab? Nein, Solothurn ist genau im            Verhältnis von Mann und Frau. Ich fände      ersten Ersatzplatz, die in den Kantonsrat
Durchschnitt – der Frauenanteil in den             es schön, wenn der Geschlechteranteil        nachrücken können.» Dem Kritikpunkt
Schweizer Kantonsparlamenten bewegt                gar kein Thema mehr sein müsste», hält       «männliche Politik» mag weder Stepha-
sich seit drei Jahren bei rund 30 Prozent.         die Anwältin fest. Der gleichen Meinung      nie Ritschard noch Karin Kissling zustim-
Nur der Kanton Neuenburg zeigt sich                ist die freisinnige Gemeindepräsidentin      men. «Eine weibliche oder männliche
progressiver. Zum ersten Mal in der eid-           von Bettlach und Kantonsrätin Barbara        Politik gibt es nicht», sagt Kissling. Und
genössischen Geschichte werden in ei-              Leibundgut. Für sie sollten ebenso viele     Ritschard doppelt nach: «Es geht um
nem Schweizer Kantonsparlament mehr                Frauen wie Männer im Kantonsrat sitzen.      Menschen, es geht um Bürgerinnen und
Frauen als Männer sitzen. Dieses Novum             Quotenfrauen wäre aber das falsche Sig-      Bürger. Männer und Frauen sollen einan-
lässt aufhorchen, den Solothurner Frau-            nal für die FDP-Politikerin.                 der ergänzen. Nicht das Geschlecht, son-
enanteil von 30 Prozent noch einmal                                                             dern einzig die Eignung soll darüber
analysieren und das Ideal hinterfragen.            Ob Frauen einen anderen Wahlkampf            entscheiden, wer welche Funktionen
Für die Solothurner SVP-Kantonsrätin               machen als Männer, ist für Stephanie Rit-    oder welches Amt bekleidet.»
Stephanie Ritschard ist Solothurn auf gu-          schard die falsche Frage. Sie glaubt, dass
tem Weg: «Die Richtung stimmt. Das                 das Kriterium Frau dabei überbetont          Alle drei Kantonsrätinnen machen sich
Ideal liegt dort, wo das Verhältnis in der         wird. «Unterschiedliche Menschen ma-         bei «Helvetia ruft!» stark. Die überpartei-
Bevölkerung ist. Aber es gibt auch ande-           chen unterschiedlichen Wahlkampf. Und        liche Bewegung der Schweizer Frauen in
re Kriterien als die Frauen, die repräsen-         unterschiedliche Menschen müssen un-         die Politik wird heute von Hunderten von
tiert sein sollen. Es braucht einen guten          terschiedlich politisch mobilisiert wer-     Politikerinnen getragen. <
Wirtschaftsflash | Mai 2021 | Seite 11

              FREIHEIT AUF                                                                     Jetzt die Zukunft erfahren!
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Gemeindepräsidentinnen | Interview
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                                                                                           Gemeindepräsidentinnen sind in der Schweiz rares Gut.

                                                                    Spitzenposition
                                                                     Sie gehören gesamtschweizerisch zu den raren 16 Prozent:
                                                                    Susanne Koch (CVP) und Adriana Gubler (FDP.Die Liberalen)
                                                                           sind Gemeindepräsidentinnen. Die 61-jährige Koch in
                                                                     Erschwil und die 33-jährige Gubler in Kienberg. Als Pionie­
                                                                                      rinnen sehen sich die Politikerinnen nicht.
                                                                                                                            Interview Simone Leitner

                          Susanne Koch
                          Erschwil                             Gemäss einer Studie des Schwei­             Engagement wie das Gemeindepräsidi-
                                                               zerischen Gemeindeverbandes von             um unter einen Hut zu bringen. Ich bin
                                                               Januar 2020 sind in der Schweiz             der Überzeugung, dass wir die Verein-
                                                               gerade mal 16 Prozent Frauen ge-            barkeit von Beruf und Familie, aber auch
                                                               wählt, die das Amt der Gemeinde-            von Familie und Politik oder Familie,
                                                               präsidentin innehaben. Wo sehen             Beruf und Politik in der Schweiz stärken
                                                               Sie die Gründe?                             müssen – beispielsweise mit familiener­
                                                               Susanne Koch: Hauptsächlich sehe ich        gänzenden Betreuungsmöglichkeiten.
                                                               die klassische Rollenteilung als Hinder-    Zudem könnte man den Stellenwert von
                                                               nis. Gemeindepräsidenten haben Frau-        solchen Ämtern massiv erhöhen, wenn
                                                               en, die ihnen den Rücken freihalten;        Arbeitgebende Exekutiverfahrung ihrer
                                                               umgekehrt scheint das schwieriger zu        Mitarbeitenden als zusätzliche Qualifi-
                                                               sein, was unter anderem zu einer Angst      kation betrachten und ihre Mitarbeiten-
                                                               vor Überforderung führt. Zudem gibt es      den darin bestärken würden, ein sol-
                                                               wenige «Vorbilder», die vorleben und        ches Amt auszuüben. Ich persönlich
                                                               attestieren können, wie viele Gestal-       hätte nie an eine Kandidatur als Ge-
                                                               tungs- und persönliche Entwicklungs-        meindepräsidentin gedacht, wenn der
                          Adriana Gubler                       möglichkeiten in diesem Amt stecken.        amtierende Gemeindepräsident damals
                          Kienberg                             Adriana Gubler: Es ist wohl nicht ganz      nicht kurzfristig seinen Verzicht bekannt
                                                               einfach, Familie, Job und ein politisches   gegeben hätte.
Wirtschaftsflash | Mai 2021 | Seite 13

Stand 2020: Sie sind eine von den                        sicherlich nicht dem typischen Bild, das                    Gespräche statt, wie etwa ein kurzer
352 Frauen, die an der Spitze einer                      der Grossteil der Bevölkerung von einem                     Schwatz beim Dorfspaziergang.
Gemeinde stehen. Fühlen Sie sich                         Gemeindeoberhaupt hat. Das hat auch
als Pionierin?                                           schon dazu geführt, dass ich für die Ge-                    In den Gemeindeexekutiven gibt es
S. Koch: Nein. Zwar bin ich in unserer                   meindeschreiberin gehalten wurde.                           34 Prozent Frauen. Was macht diese
Gemeinde die erste Gemeindepräsiden-                                                                                 Arbeit attraktiver als das Präsidium?
tin, aber mit Amtsantritt 1998 stand die                 Hatten Sie als Gemeindepräsidentin                          A. Gubler: Als Gemeinderätin kann
Thematik Frau / Mann nicht im Vorder-                    in der aktuellen Krise eine besonde-                        man den Politbetrieb sowie das Aufga-
grund. Es ging um inhaltliche Themen,                    re Rolle inne?                                              bengebiet kennenlernen, sich für die
wie die Gemeinde zu organisieren sei.                    A. Gubler: Eher nicht. Die Corona-                          Gemeinde einsetzen und etwas bewe-
Um eine funktionierende Verwaltung                       Krise kann nicht auf kommunaler Ebene                       gen, ohne direkt die volle Verantwor-
mit regulären Abläufen und eingespiel-                   bewältigt werden. Hierzu sind andere                        tung übernehmen zu müssen. Zudem
ten Gremien zu erhalten. Diese Arbeit                    Kräfte gefordert. Wir konnten jedoch in                     ist der Aufwand deutlich geringer im
haben wir damals mit reiner Frauenbe-                    unserer Gemeinde mit kleinen Gesten                         Vergleich zum Gemeindepräsidium.
setzung auf der Verwaltung in Angriff                    ein Zeichen setzen. Zudem bemühen                           S. Koch: Bei Gemeinderatsgremien mit
genommen.                                                wir uns darum, dass wir die Kienberge-                      Ressortsystem können Ressorts über-
A. Gubler: Ich fühle mich nicht als Pio-                 rinnen und Kienberger mit regelmässi-                       nommen werden, zu denen fachlich
nierin, viel eher als Mutmacherin oder                   gen Corona-Updates über die verschie-                       eine Affinität besteht, was den Einstieg
Motivatorin für andere Frauen. In Kien-                  denen Bestimmungen von Bund und                             sicher erleichtert. Die zeitliche Bean-
berg – einer sehr ländlichen Gemein-                     Kanton möglichst gut informieren.                           spruchung ermöglicht eine Vereinbar-
de – werden wir in der neuen Amtsperi-                   S. Koch: Neben der Erarbeitung von                          keit mit dem Berufs- und Privatleben,
ode erstmals eine Frauenmehrheit in                      Schutzkonzepten für Schule und Ver-                         was beim Gemeindepräsidium ungleich
einem vergleichsweise jungen Gemein-                     waltung waren insbesondere vermehrte                        schwieriger ist. Wenn in einem Gemein-
derat haben (drei Frauen, zwei Männer).                  Kontakte mit Vereinsvorständen und                          deratsgremium bereits mehrere Frauen
Das werte ich als spannende Entwick-                     der Bevölkerung zu verzeichnen. Da                          tätig sind, scheint mir die Hürde auch
lung. Als eher junge Frau entspreche ich                 und dort fanden viel mehr informelle                        kleiner zu sein. <

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KMU Frauen | Schweiz

           Unverzichtbar in KMU
  Frauen in KMU sind für die Schweizer Wirtschaft unverzichtbar – sowohl als eigenständige
     Inhaberin, mitarbeitende Partnerin, Geschäftsleitungsmitglied oder als Führungsperson.
       «KMU sind unser Rückgrat und davon lebt unsere Gesellschaft», sagt Christine Davatz,
                                 Vizedirektorin des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv.
                                                                                                                Christine Künzler

Diskussionen über die Rolle und Posi­       arbeitenden Partnerinnen und selbst­       ist es auch gut, wenn Frauen sich dort
tion von Frauen in der Wirtschaft be-       ständigen Unternehmerinnen in KMU          engagieren», so Christine Davatz.
treffen oft nur Grossunternehmen. Das       des sgv gegründet, das heute in allen
Engagement der Frauen in KMU wird in        Kantonen vertreten ist.                    Ein Blick auf kleine Familienbetriebe
der öffentlichen Debatte grundsätzlich                                                 zeigt, dass dort mehr Frauen (60 %) als
zu wenig gewürdigt, obwohl die Be-          Die meisten selbstständigen Frauen         Männer tätig sind. Christine Davatz geht
deutung der KMU für die Schweizer           (148 569) führen ihr Unternehmen al-       jedoch nicht davon aus, dass es Männer
Volkswirtschaft sehr gross ist. Die Stu-    lein. Nur knapp 73 000 Frauen beschäf-     vermehrt in Grossbetriebe zieht. «Füh-
die «Bedeutung und Positionierung von       tigen Mitarbeitende, das entspricht ei-    rungspositionen gibt es ja nicht nur in
Frauen in Schweizer KMU»* der Uni St.       ner Steigerung von 5,5 % gegenüber         Grossbetrieben. Im Fami­lienbetrieb kann
Gallen zeigt, dass in der Schweiz mehr      2012. Die meisten Frauen sind in der       sich das Paar in der Regel die Führung
als 221 000 Frauen selbstständig tätig      Geschäftsleitung von Kleinbetrieben        aufteilen; er arbeitet meist in der Werk-
sind und 55 000 Frauen in Familienbe-       engagiert. «Gemäss der Studie von          statt, respektive Produktion und sie in
trieben mitarbeiten. Die Daten der Stu-     2019 sind in Grossbetrieben mit mehr       der Geschäftsführung oder Administra-
die, die der Schweizerische Gewerbe-        als 250 Arbeitnehmenden übrigens           tion. Beide Partner sind gleich wichtig
verband sgv und die KMU Frauen              auch 51 % Mitarbeiterinnen ohne Vor-       und häufig auch gleich beteiligt.»
Schweiz in Auftrag gab, basieren auf        gesetztenfunktion tätig», gibt Christine
dem Jahr 2017 und gelten als repräsen-      Davatz zu bedenken. «Aber es ist schon     Die grössten Veränderungen zeigen sich
tativ. Demnach sind in der Schweiz          so, dass Frauen in Leitungsfunktion        laut Studie bei weiblichen Angestellten
knapp 2,15 Millionen Frauen erwerbs­        eher in KMU anzutreffen sind.» Sie geht    in Führungspositionen (Unternehmens-
tätig. Das heisst: 46 % aller Berufstäti-   davon aus, dass der Grund dafür eher in    leitung / Vorgesetztenfunktion). Zwischen
gen sind weiblich. Für Christine Davatz,    der Organisation von Grossbetrieben        2012 und 2017 ist der Anteil an Frauen
Vizedirektorin des sgv, keine Über­         liegt. «Will dort eine jüngere Frau auf-   in Leitungspositionen um 13 % gestie-
raschung: «Frauen machen knapp mehr         steigen, muss sie sich in diese Struktu-   gen. Bei den Männern ist die Anzahl um
als die Hälfte der Bevölkerung aus, kön-    ren einfügen und das ist nicht jeder       7 % rückläufig. Daraus lässt sich schlies-
nen sich aus- und weiterbilden, wo im-      Frau’s Sache.» In KMU, sagt sie, finden    sen, dass Positionen in der Unterneh-
mer sie möchten, und das drückt sich        Frauen meist mehr Flexibilität, auch       mensleitung zunehmend häufiger mit
auch in der Erwerbstätigkeit aus.»          wenn es um Familienplanung geht.           Frauen besetzt werden. Die Zahl der
                                                                                                                                    Bild Adobe Stock

Christine Davatz hat sich schon früh mit    «Unsere Schweizer Wirtschaft besteht       Arbeitnehmerinnen mit Vorgesetzten-
Frauen in KMU auseinandergesetzt. So        aus 99,8 % kleinen und mittleren Be-       funktion hat sich um 12 % erhöht, jene
hat sie unter anderem 1994 die «KMU         trieben. Sie sind unser Rückgrat und       der Männer um 4 %. Diese Zahlen sind
Frauen Schweiz», das Netzwerk der mit-      davon lebt unsere Gesellschaft. Deshalb    ein Indiz dafür, dass Frauen vermehrt in
Wirtschaftsflash | Mai 2021 | Seite 15

verantwortungsvollen, leitenden Stel-                   waltungsratsstudie 2017 beträgt der         sie einem VR-Mandat gewachsen sind.»
lungen tätig sind, auch wenn der Anteil                 Anteil der Frauen im Verwaltungsrat         Um das zu ändern, brauche es ein Um-
der Männer in solchen Positionen nach                   von KMU 14 %, in kleinen Unterneh-          denken. «Für mich ist klar, dass wir als
wie vor höher ist. Ein Zeichen dafür,                   men ist er etwas höher. Im Vergleich zu     Eltern, Lehrpersonen und weitere Ver-
dass bezüglich Gleichstellung von Frau                  den Vorjahren ist der Frauenanteil in       antwortliche bereits im Kleinkinderalter
und Mann Schritte gemacht werden?                       KMU-Verwaltungsräten nicht gestie-          anfangen müssen, viel mehr auf die
Christine Davatz: «Ja, das ist sicher so!               gen, sondern sogar geringfügig gesun-       Eignungen und Neigungen aller Kinder
Einerseits sind, wie gesagt, die Frauen                 ken. «Das erstaunt mich. Ich kann es        zu achten und sie entsprechend zu för-
heute breiter und besser ausgebildet als                mir höchstens so erklären, dass die         dern und zu unterstützen.» Dann kommen
noch vor 20 oder 30 Jahren. Schliesslich                Frauen wirtschaftlich immer mehr Mög-       die Talente zum Zug und es hört viel-
trauen sich die heutigen Frauen zum                     lichkeiten haben, ihren eigenen Interes-    leicht auf mit dem Spruch «Mathematik
Glück auch mehr zu als früher.» Zudem                   sen zu folgen und sich nicht zu stark       ist nichts für Mädchen», oder «sie inte-
gebe es mehr Möglichkeiten, Beruf und                   binden wollen.» Ein Verwaltungsrats-        ressieren sich nicht für Technik» oder
Familie unter einen Hut zu bringen.                     mandat bringt einige Verpflichtungen        umgekehrt «Nähen ist nichts für
«Aber, und das muss auch gesagt sein,                   mit sich, so Christine Davatz. «Am bes-     Jungs», so Christine Davatz. «Gute Bei-
klar ist auch, dass die familienexterne                 ten wäre, wir zeigen mal alle Frauen, die   spiele gibt es bereits, wir müssen ein-
Kinderbetreuung in der Schweiz selbst                   VR-Mandate innehaben und fragen sie         fach aufhören, in den alten Mustern zu
noch etwas in den Kinderschuhen                         direkt.»                                    denken.»
steckt. Das heisst nicht, dass dies eine
Staatsaufgabe sein muss, aber es gäbe                   Stolpersteine für die Frauen könnten        *Die erste Studie «Bedeutung und Posi-
da sicher noch einiges zu tun, damit der                unter anderem fehlende Verbindungen         tionierung von Frauen in Schweizer
Entscheid für Familie und Beruf einfa-                  sein. «Die meisten Frauen haben leider      KMU», welche die Universität St. Gallen
cher gefällt werden könnte.»                            immer noch weniger Netzwerke als            im Auftrag des Schweizerischen Gewer-
                                                        Männer und zudem nutzen sie sie we-         beverbandes sgv und der KMU Frauen
Zwar übernehmen immer mehr Frauen                       niger für ihre beruflichen Interessen.      Schweiz verfasst hat, datiert von 2014.
Führungsverantwortung, die Verwal-                      Dann kommen sie auch weniger zu den         Fünf Jahre später, 2019, hat die HSG
tungsräte jedoch sind nach wie vor                      nötigen Kontakten und sind weniger          diese Studie aktualisiert. <
männerdominiert. Laut der BDO Ver-                      bekannt. Viele sind auch unsicher, ob       www.kmufrauenschweiz.ch

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KMU Frauen | Solothurn

                          KMU Frauen Solothurn:
                          Am 9.9.1999 fand der
                          Gründungsanlass statt.
Bilder Adobe Stock | HO

                                 Vernetzte KMU Frauen
                                 Rund 150 Frauen vernetzen sich heute bei den KMU Frauen Solothurn. Die Vereinigung
                                        ermöglicht ihren Mitgliedern, sich gegenseitig zu unterstützen und zu fördern.
                                  Massgeblich an der Gründung des Frauen-Netzwerks beteiligt war ein Mann: Andreas
                                       Gasche, Geschäftsführer des Kantonal Solothurnischen Gewerbeverbandes kgv.
                                                                                                                                             Christine Künzler

                          Pia Stebler, aktuelle Präsidentin.        Margrit Lutz, erste Präsidentin der KMU       Jahr später stand das erste Jahrespro-
                                                                    Frauen Solothurn, erinnert sich noch gut      gramm, der Werbeflyer war kreiert. Am
                                                                    an die Gründungszeit. Auslöser war ur-        9.9.1999 war es soweit: Rund 50 Frauen
                                                                    sprünglich ein Schreiben von Andreas          nahmen am Gründungsanlass teil. Und
                                                                    Gasche: Er schlug den Mitgliedern des         Margrit Lutz wurde zur ersten Präsidentin
                                                                    kgv, den Kantonsrätinnen und Kantons-         gekürt.
                                                                    räten die Gründung einer Vereinigung für
                                                                    Gewerbefrauen vor. Grund dafür war ein        Die ersten Jahre waren schwierig, erinnert
                                                                    Vorstoss von Christine Davatz, Vizedi-        sie sich. «Geld stand noch keins zur Verfü-
                                                                    rektorin des Schweizerischer Gewerbe-         gung, wir wurden vom kgv finanziert.»
                                                                    verbandes sgv. Sie wollte damit erreichen,    Später dann kamen zwei Sponsoren an
                                                                    dass das Engagement der mitarbeitenden        Bord: BDO und UBS. Sie stehen der Ver-
                                                                    KMU-Partnerinnen und selbstständigen          einigung auch heute noch zur Seite. «Die
                                                                    Unternehmerinnen mehr gewürdigt wird.         von den KMU Frauen organisierten Refe-
                                                                                                                  rate entsprachen jedoch nicht den Erwar-
                                                                    Andreas Gasche und Christine Davatz           tungen, was die Mitgliederwerbung er-
                                                                    stiessen mit ihrem Projekt in Solothurn auf   schwerte. Und die Zusammenarbeit im
                                                                    offene Ohren. Zu Beginn trafen sich je-       Vorstand war alles andere als einfach», so
                                                                    weils acht bis zehn Frauen mit Andreas        Margrit Lutz. «Vorstandsmitglieder sag-
                                 Margrit Lutz, erste Präsidentin.   Gasche zu gemeinsamen Sitzungen. Ein          ten Sitzungen kurzfristig ab, liefen aus der
Wirtschaftsflash | Mai 2021 | Seite 17

                                                etabliert.» Bereits damals zählte die Verei-    gebildet, die sich gegenseitig unterstüt-
                                                nigung über 100 Mitglieder. Heute ist           zen.» In Notlagen sei der Vorstand bei der
                                                Margrit Lutz Ehrenmitglied bei den KMU          Problemlösung behilflich. «Er hat hier eine
                                                Frauen Solothurn. Und sie freut sich über       Drehscheibenfunktion.»
                                                die Wertschätzung, die ihr immer wieder
                                                zuteil wird.                                    Auch haben die Solothurner KMU Frauen
                                                                                                ihr Netzwerk ausgebaut: Sie tauschen
                                                                                                sich regelmässig mit den KMU Frauen

                                                «Die Vereinigung                                Schweiz und anderen Businesswomen-
                                                                                                Organisa­tionen aus und besuchen ge-

                                                bietet mir Unter-                               genseitig Anlässe. Aus der Vernetzung
                                                                                                mit den KMU Frauen Schweiz ist, zusam-
                                                  stützung und                                  men mit den Kolleginnen aus Bern und
                                                                                                Zürich, der praxisorientierte Lehrgang
                                                 Freundschaft.»                                 «KMU Geschäftsfrauen» entstanden, der
                                                                                                sich dann zur Weiterbildung «Unterneh-
                                                 Corinne Belke | Belke Gartenbau AG             mensführung KMU» mit eidgenössi-
                                                                                                schem Fachausweis entwickelt hat. Ein
                                                                                                Lehrgang, der auch Männern offen steht.
                                                Vor 13 Jahren hatte ihre Nachfolgerin Pia
                                                Stebler das Ruder übernommen. Sie hat           «In den letzten 20 Jahren hat sich in der
                                                die vier jährlichen Vereinigungs-­Anlässe       Arbeitswelt sehr viel verändert», zieht
                                                inzwischen mit weiteren ergänzt. Unter          Pia Stebler Bilanz. Auch in Sachen
                                                anderem mit einem ungezwungenen Fei-            Gleichs­tellung. Als erste weibliche kan-
                                                erabendtreff. «Das heutige Programm ist         tonale Finanzverwalterin, zu der sie im
                                                sehr interessant», freut sich Margrit Lutz.     Jahr 2000 vom Solothurner Regierungs-
                                                «Da die Vereinigung nun über mehr Mittel        rat gewählt worden war, sei sie noch
                                                verfügt, können attraktivere Anlässe ge-        aufgefallen. «Frauen in einer Führungs-
                                                boten werden.» Auch die Zahl der Mit-           position waren damals noch eher unüb-
Sitzung oder kamen gar nicht mehr. Das          glieder hat sich erhöht: Aktuell sind es        lich. Ich musste mehrmals die Frage
Netzwerk stand zeitweise auf der Kippe.»        rund 150. Vor allem bei den jungen Mit-         beant­worten, ob ich wirklich gewählte
Aber sie hat auch positive Erinnerungen         gliedern ist ein starker Zuzug zu verzeich-     Finanz­amts­chefin sei. Heute sind weib­
an die Anfangszeit: «Wir organisierten          nen, hält Pia Stebler fest. Und der Um-
jährlich jeweils vier Anlässe. Der allererste   gang untereinander sei im Laufe der Zeit
fand bei der Firma Augsburger statt. Und
der war sehr spannend.»
                                                unkomplizierter geworden, «ich habe
                                                nach meiner Wahl zur Präsidentin das            «In der Pandemie
                                                 eingeführt.»
                                                                                                   profitiere ich
  «Die News zu                                  Die aktuelle Präsidentin will die Vereini-
                                                gung mittels Lobbying vermehrt auch
                                                                                                  von wichtigen
   den Corona-                                  nach aussen tragen. Das schlägt sich unter
                                                anderem in Medienberichten und News-
                                                                                                 Informationen.»
Entschädigungen                                 letters nieder. Aber auch in direkter Hilfe
                                                für die KMU Frauen: «Da die Covid-Mass-
                                                                                                           Yvonne Neff Lüthy
                                                                                                      Direktorin Privatklinik Obach

 waren für KMU                                  nahmen Einzelunternehme­rinnen beson-
                                                ders hart treffen, habe ich mich schon im
Frauen hilfreich.»                              März 2020 für diese Frauen eingesetzt.          liche Führungskräfte zumindest selbst-
                                                Mein derzeit letztes Engagement betrifft        verständlicher geworden.» Berufstätige
   Anita Panzer | Inhaberin Apacom
                                                die Befreiung von Verzugszinsen auf ge-         Frauen, sagt sie, werden nun als eben-
                                                schuldeten Staatssteuern», so Pia Stebler.      bürtige Fachpersonen akzeptiert. «Es
                                                «Dieses Ziel haben wir erreicht.» Sie will      geht um die Sache und nicht mehr um
«Ausdauer, Hartnäckigkeit und Humor             den Anliegen der Frauen Gehör verschaf-         das Geschlecht.» Fakt ist, es gibt immer
brachten allmählich eine Verbesserung           fen und steht deshalb auch mit Regie-           mehr Frauen in leitenden Stellungen, wie
der Situation», erinnert sich Lutz. Die         rungsrätin Brigit Wyss in engem Kontakt.        eine Studie zeigt (siehe Seite 14). «Wir
kgv-Verbandssekretärin Mirjam Voser             Im Moment ist – wie für sehr viele an­          Frauen sind auf einem guten Weg. Netz-
nahm als Bindeglied Einsitz im Vorstand.        dere – Corona das grösste Problem. Viele        werke, wie die der KMU Frauen, können
«Attraktive Einladungen steigerten zu-          KMU Frauen erleiden durch die Pandemie          uns helfen, höhere Positionen zu errei-
nehmend das Image und Interesse unse-           extreme Umsatzeinbussen. Hier zu helfen,        chen und bilden eine wertvolle Plattform
rer Vereinigung. Nach 10 Jahren Aufbau-         sei nicht einfach, so die Präsidentin. «Mitt-   für den Erfahrungsaustausch.» <
arbeit war das Netzwerk gut unterwegs           lerweile haben sich in unserem Netzwerk
und mit einem konstruktiven Vorstand            auch verschiedene lose Gruppierungen            www.kmufrauen-so.ch
BPW | Solothurn und Olten

       Weltweite
                                                                                                               Netzwerk Business &
                                                                                                               Professional Women BPW:
                                                                                                               Mit Blick auf die ganze Welt.

          Power
   Das Netzwerk Business & Professional Women, kurz BPW,
      ist die bedeutendste Vereinigung berufstätiger Frauen.
   Mitglieder sind einerseits Frauen in verantwortungsvollen
     Positionen, andererseits auch solche, die ihre berufliche
    Laufbahn gerade erst begonnen haben. Im Kanton Solo-
      thurn sind zwei BPW Clubs aktiv: Olten und Solothurn.
                                                                       Christine Künzler

Die erste Präsidentin des Oltner Clubs        schen», sagt die Präsidentin von BPW         schen möglichst vielen Berufsgattungen
der Berufs- und Geschäftsfrauen, so           Olten, Ursina Heimann. Die Gleichstel-       und Generationen wird gefördert», sagt
hiess der BPW damals, war eine Vor-           lung im Berufsleben sei nach wie vor ein     Ursina Heimann. Dazu gehören auch der
kämpferin für das Schweizer Frauen-           grosses Anliegen. «Aus diesem Grunde         Aufbau und die Pflege freundschaft­
stimmrecht. Die FDP-Politikerin Maria         hat BPW den Equal Pay Day ins Leben          licher Beziehungen, das Mentoring-Pro-
Felchlin, die ihr Amt 1954 übernommen         gerufen.» Rechtliche und tatsächliche        gramm sowie weitere Projekte.
hatte, war auch die erste praktizierende      Gleichstellung und insbesondere glei-
Ärztin im Kanton Solothurn. Inzwischen        cher Lohn für gleichwertige Arbeit sind      Der Oltner Club hat keinen direkten Be-
hat sich BPW zur bedeutendsten Verei-         seit 1982 in der Bundesverfassung ver-       zug zum Soloturner BPW. «Jeder Club
nigung für berufstätige Frauen ent­           ankert, gibt sie zu bedenken. «Dank der      organisiert seine Veranstaltungen sel-
wickelt. 1919 in Kentucky gegründet, ist      Bemühungen von Unternehmen und               ber», erklärt sie. «Die BPWs von Solo-
das Netzwerk mittlerweile in über 100         des staatlich unterstützten Lohngleich-      thurn treffen wir jedoch an den natio-
Ländern vertreten. Ziel war und ist es,       heitsdialogs ist es gelungen, die Lohn-      nalen Tagungen.» Grundsätzlich stehe
Frauen eine bessere Zukunft zu ermög-         unterschiede zwischen Frauen und             es jeder Frau frei, an den Anlässen der
lichen, mit wirtschaftlicher Sicherheit       Männern marginal zu verringern. Doch         anderen Clubs teilzunehmen, was gerne
und Unabhängigkeit sowie einem star-          von der realen Lohngleichheit sind wir       in Anspruch genommen werde. Für Ur-
ken Beziehungsnetz. Knapp 30 Jahre            immer noch weit entfernt.»                   sina Heimann «ein Highlight» sind die
später schlossen sich 13 Frauen zu BPW                                                     jährlichen Kerzenlichtfeiern, welche im-
Switzerland zusammen und wählten die                                                       mer im Februar stattfinden. «Diese Fei-
Horgener Fabrikantin Elisabeth Feller zu                                                   ern organisieren wir abwechselnd mit
ihrer Präsidentin. Heute ist das Frauen-
netzwerk in der Schweiz mit 40 Clubs
                                               «Gleichstellung                             den Clubs von Aarau, Zofingen und
                                                                                           Langenthal.»
präsent. Im Kanton Solothurn sind zwei        im Beruf ist nach
BPW Clubs entstanden: in Solothurn                                                         Der Solothurner Club hatte sich vier
und in Olten (beide Kollektivmitglieder          wie vor ein                               Jahre später formiert, also 1958. Elisa-
der Solothurner Handelskammer).
                                              grosses Thema.»                              beth Hattemer-Heilinger war nicht nur
                                                                                           die erste Präsidentin, sie übernahm das
Auch wenn heute die Situation eine an-                    Ursina Heimann                   Amt in einer späteren Phase gleich noch
dere ist als zu Maria Felchlins Zeiten: Die                                                ein zweites Mal. Das diesjährige Solo-
Förderung und Unterstützung berufs­                                                        thurner Jahresprogramm fokussiert die
tätiger Frauen ist nach wie vor oberstes                                                   «Frau». Passend dazu haben die Solo-
Ziel von BPW. «Die offensichtlichste          Die Schwerpunkte von BPW Olten lie-          thurnerinnen abwechslungsreiche Club-
Veränderung betrifft sicher die Kommu-        gen in der lokalen, nationalen und inter-    anlässe kreiert. «Wir vertreten die Inter-
nikation und die Breite der Themen, die       nationalen Vernetzung. «Der Austausch        essen von berufstätigen Frauen. Dazu
wir im Club behandeln und austau-             und das gegenseitige Verständnis zwi-        gehört mehr Sichtbarkeit für deren Po-
Wirtschaftsflash | Mai 2021 | Seite 19

                                                                                                                        Bilder Adobe Stock | HO
                                  tenziale und Kompetenzen», so die ak-       Verbundenheit.» Die 2300 Mitglieder
                                  tuelle Präsidentin Jsabella Stampfli.       von BPW Switzerland zeigen auf, wie
                                  «Wir sind Partnerinnen für Wirtschaft,      gross das Potenzial an weiblichen Füh-
                                  Politik und Organisationen.» Auch hier      rungskräften ist. «Immer mehr Frauen
                                  gehört die Förderung der Gleichstellung     gründen Unternehmen, besetzen be-
                                  der Frau zum Programm. Aktuell sind         deutende Wirtschaftspositionen und
                                  dem Solothurner Club 60 Mitglieder an-      übernehmen politische Führung», stellt
                                  geschlossen, davon drei Young BPW und       sie fest. «BPW bieten ein Netzwerk pro-
                                  zwei Ehrenmitglieder mit einer Mitglied-    fessioneller und kompetenter Berufs-
                                  schaftsdauer von 63 Jahren. «Wir freuen     frauen, einen spannenden persönlichen
                                  uns sehr über Interessentinnen oder neue    und beruflichen Austausch, Weiterent-
                                  Mitglieder», betont Jsabella Stampfli.
                                  Eine Führungsposition sei für die Mit-
                                  gliedschaft nicht erforderlich. «Als Kol-
   Ursina Heimann,
Präsidentin BPW Olten.
                                  lektivmitglied der Solothurner Handels-
                                  kammer profitieren unsere Mitglieder
                                                                               «Partnerinnen
                                  nicht nur von deren Unter­stützungs- und     für Wirtschaft,
                                  Ausbildungsangeboten, sondern auch
                                  von den sehr hilfreichen Corona-Updates        Politik und
                                  mit wichtigen Hinweisen für Selbststän-
                                  dige und Unternehmen.»                      Organisationen.»
                                                                                         Jsabella Stampfli
                                  Seit Jahresbeginn führt der Solothurner
                                  Club seine Anlässe nur noch online
                                  durch. «Ältere Mitglieder, welche sich
                                  mit den Online-Tools weniger gut aus-       wicklung durch Referate, Workshops
                                  kennen, unterstützen wir.»                  und Veranstaltungen zu aktuellen The-
                                                                              men sowie Einblicke in Bereiche, die
                                  «Die Anlässe vieler Schweizer BPW           Privatpersonen nicht offen stehen, wie
                                  Clubs finden vermehrt online statt. Sie     etwa Firmenbesuche.» Zudem können
                                  können von allen Mitgliedern mehrheit-      die Mitglieder an nationalen Anlässen,
                                  lich kostenlos besucht werden, was teil-    Ausbildungsangeboten sowie interna­
                                  weise auch für die Anlässe anderer eu-      tionalen Kongressen teilnehmen. <
                                  ropäischer BPW Clubs gilt», so Jsabella
          Jsabella Stampfli,      Stampfli. «Dies führt zu einem interes-     www.bpw-olten.ch
     Präsidentin BPW Solothurn.   santen Austausch und einem Gefühl der       www.bpw-solothurn.ch
Frauen in der Wirtschaft | Schillingreport 2021

                                           Gute Aussichten
                              Die Schweizer Wirtschaft bewegt sich in Bezug auf Gender Diversity
                        nachhaltig und ist im Generationenprojekt von der Sensibilisierungsphase
                           definitiv in der Bewusstseinsphase angekommen. Dies manifestiert sich
                          in der positiven Entwicklung des Frauenanteils sowohl in der Geschäfts­
                                                               leitung als auch im Verwaltungsrat.
                                                                                                                  Simone Leitner

                                                                                       und 22 %). «Die zukunftsorientierten
                                                                                       Unternehmen schaffen bereits konse-
                                                                                       quent Voraussetzungen, um den Frauen
                                                                                       attraktive Perspektiven zu ermöglichen»,
                                                                                       so Guido Schilling.

                                                                                       Noch nie wurden in den Geschäftslei-
                                                                                       tungen der Privatwirtschaft so viele
                                                                                       Frauen in eine Core-Business-Funktion
                                                                                       berufen: 52 % (Vorjahr 39 %) der neuen
                                                                                       weiblichen Geschäftsleitungsmitglieder
                                                                                       übernahmen eine umsatz- respektive
                                                                                       ergebnisrelevante Rolle. Lediglich 48 %
                                                                                       (Vorjahr 61 %) traten eine Service-Stelle
                    Der Frauenanteil in der Wirtschaft steigt stetig.                  wie etwa Human Resources oder Legal
                                                                                       an. Bei den bestehenden weiblichen
                                                                                       Geschäftsleitungsmitgliedern sind knapp
Der Frauenanteil in den Schweizer Ge-      grössten Arbeitgebenden legte der           zwei Drittel (65 %) für Service-Funktio-
schäftsleitungen steigt erstmals um 3      Frauenanteil von 23 % auf 24 % zu, wie      nen zuständig. «Das Engagement der
Prozentpunkte (+ 30 %) von 10 % auf        der Schillingreport 2021 aufzeigt. Nach     Unternehmen, Frauen für umsatz- und
den neuen Höchststand von 13 %. Die        einer langen Phase der Sensibilisierung     marktbezogene Geschäftsleitungsfunk-
Zahl der weiblichen CEOs erhöht sich       betreffend Gender Diversity sind die        tionen zu gewinnen, ist auch in meinem
von 3 auf 5 Personen – und wird im lau-    meisten Unternehmen in der Bewusst-         Geschäftsalltag stark spürbar», sagt
fenden Jahr auf 8 zunehmen, wird im        seinsphase angekommen. Sie haben er-        Schilling. «Deshalb rate ich den jungen
Schillingreport 2021 publiziert. Der öf-   kannt, wie zentral eine eigene Pipeline     Frauen und Männern immer, sich im
fentliche Sektor beschäftigt im Topka-     mit weiblichen Talenten für den Ge-         Kerngeschäft des Unternehmens zu ent-
der bereits 21 % Frauen. Dieser Vor-       schäftserfolg ist. So ging die Zahl jener   wickeln und Erfahrungen im Ausland zu
marsch weiblicher Führungskräfte wird      Unternehmen, die keine Frau in der Ge-      sammeln, wenn sie eine Laufbahn ins
dadurch unterstrichen, dass die gröss-     schäftsleitung haben, jüngst auf 42 %       Topmanagement anstreben.»
ten Arbeitgebenden zuletzt jede vier-      (Vorjahr 47 %) zurück.
te vakante Geschäftsleitungsposi­tion                                                  Mit 24 % (Vorjahr 23 %) erreichte der
(26 %) mit einer Frau besetzten (Vor-      Um den Frauenanteil auf Stufe Ge-           Frauenanteil auch in den Verwaltungs-
jahr 21 %). Die Guido Schilling AG un-     schäftsleitung und Topkader zu antizi-      räten einen neuen Höchststand. Mehr
tersucht seit 2006 die Zusammenset-        pieren, ist die Gender-Diversity-Pipeline   als jeder dritte vakante Sitz (34 %, Vor-
zung der Geschäftsleitungen sowie seit     der massgebliche Indikator. Seit fünf       jahr 32 %) wurde mit einer Frau besetzt.
2010 die Verwaltungsräte der rund          Jahren investieren Unternehmen subs-        Gleichzeitig sank der Anteil von Unter-
100 grössten Schweizer Arbeitgeben-        tanziell in eine grössere Gender Diver­     nehmen mit keiner oder nur einer Frau
den. Ergänzend werden seit 2016 die        sity im Mittelbau und ernten nun die        in 4 Jahren von 53 % auf 35 %. Erfreu-
Zusammensetzung der Führungsgremi-         Früchte. Im Sample der Privatwirtschaft     lich ist, dass in 90 % der Gremien mitt-
en des öffentlichen Sektors sowie die      beträgt der Frauenanteil im Middle          lerweile eine Frau einsitzt.
Gender-Diversity-Pipeline der Schweizer    Management 25 % (2019 24 %) und im
Wirtschaft durchleuchtet.                  Topmanagement 18 % (2019 16 %).             «Wie bereits 2017 prognostiziert, wird
                                                                                                                                   Bild Adobe Stock

                                           Breiter ist die Pipeline im öffentlichen    der Geschlechterrichtwert im Verwal-
Der öffentliche Sektor hat für 29 % der    Sektor, der sowohl im Middle Manage-        tungsrat per Ende 2025 problemlos er-
Vakanzen im Topkader eine Frau beru-       ment als auch im Topmanagement be-          reicht werden», ist Guido Schilling über-
fen. In den Verwaltungsräten der 100       reits 29 % Frauen vorweist (2019 28 %       zeugt. <
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