QUALITÄTSKONFERENZ - Landesärztekammer ...
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Brandenburgisches
Ärzteblatt
Offizielles Mitteilungsblatt der Landesärztekammer Brandenburg | 28. Jahrgang | November 2018 11 | 2018
Klinisches Krebsregister
Brandenburg Berlin
1. QUALITÄTSKONFERENZ
AM 12. DEZEMBER 2018 SEITE 25
Foto: Anja Zimmermann M.A., LÄKB
Medizinische Fachangestellte Warnung vor
Berufsausbildung in Teilzeit Datenschutzauskunft-Zentrale
Seite 5 Seite 10
Morbus Chron: evidenz-basierter 2. Newsletter des Klinischen
Konsens zu Diagnostik u. Therapie Krebsregisters Brandenburg/Berlin
Seite 20 – 21 Seite 22 – 24Jetzt online verfügbar: Ärzte Selbsthilfe Alkohol
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Ein Angebot der Landesärztekammer Brandenburg und der salus kliniken
Hilfe für suchtgefährdete Kolleginnen und Kollegen
Die Vertrauenspersonen der Landesärztekammer Brandenburg beraten und begleiten kollegial, auf Wunsch auch anonym.
Bitte bei E-Mails in der Betreffzeile „Hilfsprogramm“ angeben.
Reto Cina, 16835 Lindow, Tel.: 033933 88110, cina@salus-lindow.de
Weitere Informationen Dr. med. Jürgen Hein, 17291 Prenzlau, Tel.: 03984 808604, jue.hein@web.de
unter „Arzt und
PD Dr. med. Maria-Christiane Jockers-Scherübl, 16761 Hennigsdorf, Tel.: 03302 5454211, jockers@oberhavel-kliniken.de
Gesundheit“ auf
www.laekb.de Dr. med. Timo Krüger, 16761 Hennigsdorf, Tel.: 03302 5454211, timo.krueger@oberhavel-kliniken.de
Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Johannes Lindenmeyer, 16835 Lindow, Tel.: 033933 88110, lindenmeyer@salus-lindow.de
PD Dr. med. Gudrun Richter, 10243 Berlin/ 16278 Angermünde, Tel.: 0170 3136629, gu.richter@gmx.de
Dipl.-Med. Manfred Schimann, 03046 Cottbus, mschimann@web.de
Prof. Dr. med. Ulrich Schwantes, 16766 Kremmen, Tel.: 033055 22488, ulrich.schwantes@praxis-schwante.de
Impressum Redaktion Das Brandenburgische Ärzteblatt erscheint
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Inhaber und Verleger Pressesprecherin: Anja Zimmermann M.A. (Doppelnummer Juli/August).
Landesärztekammer Brandenburg Pappelallee 5, 14469 Potsdam Bezugsgebühr (ab Ausgabe 4/2010):
Präsident: Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz Telefon: 0331 505605-525 jährlich € 35,00; ermäßigter Preis für Studenten
Pappelallee 5, 14469 Potsdam Telefax: 0331 505605-538 € 17,50. Einzelpreis € 3,35.
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Ärzteblatt
Offizielles Mitteilungsblatt der Landesärztekammer Brandenburg | 28. Jahrgang | November 2018 11 | 2018
KAMMERINFORMATIONEN / GESUNDHEITSPOLITIK
Medizinische Fachangestellte – Berufsausbildung in Teilzeit .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
Bei der Landesärztekammer Brandenburg erfolgreich abgeschlossene
Weiterbildungen III/2018 .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Über das Politikversagen, Kernprobleme in der Gesundheitsversorgung
zu erkennen oder wie eine ganze Ärztegeneration diffamiert wird .. . . . . . . . . . . 7
ARZT UND RECHT
Von Fall zu Fall .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Verkehrsrecht – Liste verkehrsmedizinischer Gutachter künftig bei LÄKB .. . 10
Wichtige Information – Warnung vor Datenschutzauskunft-Zentrale! .. . . . . . . 10
Seite 18 Steuertipp .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11
Fortbildungspunkte – Beantragung nicht gleich Zertifizierung! . . . . . . . . . . . . . . . . 11
FORTBILDUNG
Fortbildungsangebote für Ärzte und MFA .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Zertifizierte Kasuistik – Folge 58 .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
AKTUELL
Neue Daten zur Kindergesundheit im Journal of Health Monitoring .. . . . . . . . . 17
Seniorenakademie – Die erste Veranstaltung dieser Art . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Droht uns ein staatliches verordnetes Gesundheitssystem? .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Seite 20 Morbus Crohn: Der Evidenz-basierte Konsens zur Diagnostik und
Therapie von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen –
Morbus Crohn – anhand eines Patientenbeispiels mit seltener
duodenaler Manifestation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
2. Newsletter Klinisches Krebsregister für Brandenburg und Berlin . . . . . . . . . . 22
Eine Gesundheit für Mensch und Tier .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
KKRBB – Einladung zur 1. gemeinsamen Qualitätskonferenz .. . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Marburger Bund – Bundesverband: Personaluntergrenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
Klinikum Barnim – Zweigpraxis für Strahlentherapie in Schwedt .. . . . . . . . . . . . . 26
Robert Koch-Institut – Hochsicherheitslabor im RKI nimmt Betrieb auf . . . . 26
Seite 27
Reha-Zentrum Seehof in Teltow – Posterpreis für Forschergruppe . . . . . . . . . . . . 27
PERSONALIA
Wir gratulieren zum Geburtstag im November . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
Martin Gropius Krankenhaus Eberswalde – Thomas Loos ist neuer
Chefarzt der Forensik .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
KULTURECKE
28. FilmFestival Cottbus – Vielfältiges Osteuropa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
WEITERE RUBRIKEN
Editorial .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Kurse und Fortbildungsangebote . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
KVBB informiert .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
LAVG: Infektionsschutz .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018 | 3EDITORIAL
Werte Kolleginnen und Kollegen,
wir haben einen der schönsten, in- Schichten und die damit verbundene medizinischer Leistungen bzw. die Fra-
teressantesten, abwechslungsreichs- „Erdung“ in der Berufstätigkeit, die es ge, sind wir Ärzte mittlerweile medizini-
ten und erfüllendsten Berufe gewählt, immer wieder möglich macht, die per- sche Dienstleister, die auch einer gewis-
den wir uns vorstellen können. Schon sönliche Bodenhaftung nicht zu ver- sen Beliebigkeit unterworfen sind?
nach diesen ersten Zeilen werden sich lieren und die Lebenswirklichkeit sehr Bezüglich der Endlichkeit der Leistun-
einige fragen, was dieser ungezügelte unterschiedlicher Menschen im Blick gen meine ich, dass nicht alles was me-
Optimismus soll, der aus diesem Satz zu haben. Diese Perspektiven und Ein- dizinisch möglich ist auch medizinisch
spricht. blicke, die unsere Patienten uns immer sinnvoll ist und nicht alles was medizi-
wieder geben, zeigen auch deutlich, nisch möglich ist auch angeboten wer-
Nicht immer war unsere Berufswahl welchen privilegierten und gesellschaft- den sollte, und das wir auch darüber
frei von politischen oder gesellschaftli- lich anerkannten Beruf wir ausüben sprechen müssen, welche Leistungen
Prof. Dr. med. Stefan Kropp chen Einflüssen. Kaum eine Berufswahl dürfen. Dies erfüllt mich immer wieder von der Allgemeinheit übernommen
Foto: privat bzw. die Entscheidung zum Medizin- mit Demut. werden müssen. Nicht alles, was ge-
studium wird auch von außen mit sol- wünscht wird, sollte durch uns erfol-
chem Interesse und interessierter Neu- Ich schätze die hohe Flexibilität, die gen. Jede Ärztin und jeder Arzt ist dafür
gier hinterfragt. sich uns mit dem Medizinstudium eröff- selbst verantwortlich, für sich zu ent-
net. Dies beginnt heute mit der Wahl scheiden, wie weit hier unser Wissen,
Ich komme immer wieder darauf zu- des Fachgebiets, setzt sich bei der re- unsere Erfahrungen, aber auch unsere
rück, dass, wenn ich noch einmal die gionalen Mobilität fort und endet nicht Angebote, ob in der Praxis oder in der
Wahl hätte, doch wieder Arzt werden mit der Möglichkeit, neue persönliche Klinik, gehen sollten. Die ärztliche Kunst
wollte. Warum ist das so? Richtungsentscheidungen zu treffen und die ärztliche Leistung ist keine
(und davon auch gut leben zu können). Dienstleistung, sondern wird immer be-
Zuerst steht hier der Nutzen, den die sonders bleiben und wir tun gut daran,
Berufstätigkeit insgesamt hat, ich muss Großen Optimismus bringe ich bezüg- uns auch manchen Verführungen nicht
auch selten (auch mir selbst) erklären, lich der Digitalisierung mit. Dies wird zu ergeben und zum medizinischen
warum man unsere Arbeit eigentlich die administrativen und bürokratischen Dienstleister zu werden. Wir sollten un-
braucht. Es gibt wenig Erklärungsbedarf Prozesse deutlich verändern und wieder ser ärztliches Ethos pflegen, bewahren
bezüglich des Nutzens der eigentlichen mehr Zeit für unsere Patienten und für und immer aufs Neue hinterfragen, wie
Tätigkeit in all ihren Facetten. die eigentliche Berufsausübung ermög- wir zum Nutzen unserer Patienten tä-
lichen. Allerdings beobachte ich auch tig sein können. Dazu gehört es auch
Vom Grundsatz her ist die Gesunder- Skepsis und Vorbehalte, weil die Durch- zu entscheiden, was aus unserer Sicht
haltung, die Wiederherstellung der Ge- führung von Digitalisierungsschritten nicht dem ärztlichen Selbstverständnis
sundheit aber auch die Prävention et- oder –prozessen vielfach stehen bleibt entspricht.
was, was wesentlich zum medizinischen und wir in Deutschland deutlich weni-
Fortschritt und zur jetzigen gesundheit- ger in die Digitalisierung investieren als Der Stolz und die Freude über das,
lichen Situation vieler Menschen, auch unsere Nachbarn im europäischen Ver- was mit und in unserem Beruf als Ärz-
bei uns hier im Lande, beigetragen hat gleich. te möglich ist, überwiegen. Wir sollten
und weiter beiträgt. optimistisch weiter „echte Ärzte“ blei-
Medizin und ärztliche Tätigkeit sind ben, dann haben wir nach wie vor den
Gerade wenn man sich die Arbeits- immer auch eine intellektuelle Heraus- schönsten Beruf gewählt, den wir wäh-
welt, aber auch die Berufsausübung forderung, kaum ein Tag gleicht dem len konnten.
vieler unserer Patienten anschaut und anderen, es gibt unendliche Möglich-
die damit einhergehenden Arbeitsbe- keiten, sich weiter zu interessieren, zu
dingungen, so wird deutlich, dass gera- spezialisieren, neue Dinge aufzunehmen
de auch im Bereich der Prävention vieler und an die Patienten weiter zu geben.
Berufskrankheiten, von Unfallschäden, Dieser intellektuelle Stimulus hält uns ■ In diesem Sinne,
aber auch von indirekten Folgen der Ar- hoffentlich rege, interessiert und am Ihr Stefan Kropp
beitstätigkeit, die Medizin einen grossen Geschehen unserer Patienten involviert.
Anteil hatte, die Arbeitswelt sicherer zu Das erlebe ich als sehr bereichernd und
machen. persönlich erfüllend. Jeder Beruf oder
jede Berufsausübung oder jedes Berufs-
Einen weiteren Aspekt der ärztlichen feld hat selbstverständlich auch Gefah-
Tätigkeit möchte ich nicht missen, und ren oder Klippen, die umschifft werden
zwar den Kontakt zu Patienten aus sehr wollen. Eine schwierige Frage, die ich
unterschiedlichen Berufen, Regionen, auch streifen möchte ist, die Endlichkeit
4 | Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018KAMMERINFORMATIONEN/GESUNDHEITSPOLITIK
MEDIZINISCHE FACHANGESTELLTE
Berufsausbildung in Teilzeit
Die Berufsausbildung zur/m Me- fünf Arbeitstage pro Woche verteilt,
anteilige Kürzung der Ausbildungsver-
dizinischen Fachangestellten be- haben z. B. volljährige Teilzeitauszubil-
gütung sachgerecht zu sein. Der Bun-
trägt nach Ausbildungsverordnung dende ebenso Anspruch auf mindes- desverband der Freien Berufe empfiehlt
drei Jahre und ist als Vollzeitaus- tens 20 Arbeitstage Urlaub pro Jahrallerdings, die Ausbildungsvergütung
bildung angelegt. Für einen Teil wie Vollzeitauszubildende. nicht genau proportional der gemin-
der Auszubildenden stellen allein Verteilt sich dagegen die reduzier-
derten Ausbildungszeit zu kürzen.
schon diese beiden Kriterien eine te Wochenarbeitszeit auf weniger alsDas Bundesministerium für Bildung
scheinbar unüberwindbare Hürde Arbeitstage, so haben Teilzeitauszu-
und Forschung gibt in der Broschüre
dar. Für diesen Personenkreis kann bildende nur Anspruch auf reduzier-„Ausbildung in Teilzeit“ (http://www.
die Ausbildung in Teilzeit eine Al- ten Jahresurlaub. Dieser „echte“ Ur-
bmbf.de/pub/ausbildung_in_teilzeit.
ternative bieten, den Berufsab- laubsanspruch lässt sich wie folgt be-
pdf) einen Überblick über verschiedene
schluss dennoch zu erreichen. rechnen: https://www.bmbf.de/pub/Ausbil-
dung_in_Teilzeit.pdf Finanzierungs-
Zielgruppe Urlaub bei Vollzeitausbildung : 5 möglichkeiten des Lebensunterhalts
Arbeitstage x Anzahl der tatsächli- für Auszubildende.
Junge Eltern oder Auszubildende, die chen Wochenarbeitstage
einen Angehörigen pflegen, haben es Beispiel bei einer 4-Tage-Ausbil-
häufig schwer, familiäre Verpflichtun- dungswoche: ■ Kathrin Kießling, Referatsleiterin
gen und Vollzeit-Berufsausbildung zu Ausbildung MFA September 2018
bewältigen. Für diesen Personenkreis 20 Arbeitstage : 5 Arbeitstage x 4
ist es bereits seit 2005 nach § 8 BBiG Arbeitstage = 16 Arbeitstage echter
möglich, die Berufsausbildung in Teil- Urlaubsanspruch
zeit zu absolvieren.
Bei nachweislich berechtigtem Inter- Vergütung
esse können Auszubildende und Aus-
bildende gemeinsam die Teilzeitaus- Auch Teilzeitauszubildende haben An-
bildung bei der Landesärztekammer spruch auf eine angemessene Vergü-
Brandenburg schriftlich beantragen - tung. Aufgrund einer fehlenden spe-
sowohl vor als auch während der Aus- ziellen Regelung scheint eine der ver-
bildung. kürzten Ausbildungszeit entsprechende
Ausbildungszeit
Bei einer wöchentlichen Ausbildungs-
zeit von mindestens 30 Stunden kön-
nen angehende MFA im Land Branden- Akademie für ärztliche Fortbildung Akademie für ärztliche Fortbildung
burg die dreijährige Regelausbildungs-
dauer beibehalten. Aktualisierung der Aktualisierung
Fachkunde & Kenntnisse im der Fachkunde & Kenntnisse
Weitere Reduzierungen sind möglich, Strahlenschutz nach § 18a RöV im Strahlenschutz
jedoch mit einer Verlängerung des nach § 18a RöV und § 30 StrSchV
Ausbildungsvertrages verbunden, da-
mit noch ausreichend praktische Aus-
bildung stattfinden kann.
Landesärztekammer Brandenburg
Landesärztekammer Brandenburg
Ausbildende und Auszubildende klä- 8-Stunden-Aktualisierungskurs nach
Röntgenverordnung
Kombinierter 12-Stunden-Aktuali-
sierungskurs nach Röntgenverordnung
ren gemeinsam, wie die praktische und Strahlenschutzverordnung für in der
Strahlentherapie und Nuklearmedizin Tätige
24. November 2018
Ausbildungszeit auf die einzelnen Wo-
23./24. November 2018
chentage verteilt wird. Die Berufsschu-
le ist in vollem Umfang zu besuchen.
Veranstaltungsort: Veranstaltungsort:
Van der Valk Hotel Berliner Ring Van der Valk Hotel
Urlaub Eschenweg 18
15827 Blankenfelde-Mahlow
Berliner Ring Eschenweg 18
15827 Blankenfelde-Mahlow
(A 10, Abfahrt Rangsdorf) (A 10, Abfahrt Rangsdorf)
Tel 033708 580 Tel 033708 580
Teilzeitauszubildende haben densel- Kursleitung: Kursleitung:
ben Urlaubsanspruch wie Vollzeitaus- Prof. Dr. med. habil. Claus-Peter Muth,
Cottbus
Prof. Dr. med. habil. Claus-Peter Muth,
Cottbus
zubildende.
Ist die reduzierte Ausbildungszeit auf
Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018 | 5KAMMERINFORMATIONEN/GESUNDHEITSPOLITIK
Bei der Landesärztekammer Brandenburg erfolgreich
abgeschlossene Weiterbildungen III/2018
Allgemeinmedizin Innere Medizin und Manuelle Medizin/Chirotherapie
Maximiliane Bauer Gastroenterologie Dr. med. Anja Schaeper
Roy Feurich David Chuquimia Linares Juliane Vock
Maja Glatz Karsten Wilke
Dr. med. Josephine Glawe Innere Medizin und Geriatrie Dr. med. Katja Wilke
Alexandra Charlotte Goertz Meryem Gülfirat
Dr. med. Katrin Hohensee Dr. med. univ. Elvisa Hodzic-Mustafic Notfallmedizin
Dr. med. Patricia Lenke Dr. med. Lukas Kreienbühl
Sabine Roßmann Innere Medizin und Kardiologie Ursi Laaser
Dr. med. Antonia Stahl Dr. med. Branka Bukarica Denise Lehmann
Susan Wolbart Dr. med. Katja Senkel
Mariusz Tomala Palliativmedizin
Anästhesiologie Dipl.-Med. Lutz Falkenberg
Pawel Kowal Innere Medizin und Dipl.-Med. Sylvine Freese
Dr. med. Korinna List Rheumatologie Dr./Rußland Elena Grigoryan
Zahra Sadraei Najafi Ute Grust
Allgemeinchirurgie Anja Hagen
Dr. med. Marcelo Heck Kinder- und Jugendmedizin Dr. med. Stefanie Jahn
dr. med. Tamas Hidas Andrea Rohbeck Dr. med. Simone Ohlendorf
Monzer Issa Svea Wuttke Michael Schmittmann
Cathrin Schötz Dr. med. Jens Stieler
Mikrobiologie, Virologie und
Orthopädie und Unfallchirurgie Infektionsepidemiologie Spezielle Orthopädische Chirurgie
Sandra Lisson Josephine Kaufmann Dr. med. Michael Manthey
Frederik Schumacher
Dr. med. Doreen Wagner Neurologie Spezielle Schmerztherapie
Jessica Fuchß Dr. med. Björn Gröger
Plastische und Sylvia Lemm
Ästhetische Chirurgie Heiko Sczesny Spezielle Unfallchirurgie
Dr. med. univ. Johanna Steiner Ulrike Wolff Alexander Matenov
Anja Roth
Frauenheilkunde und Geburtshilfe Psychiatrie und Psychotherapie
Fery Gunawan Laura Aus Suchtmedizinische
Dr. med. Franziska Lenz Doctor-Medic Peter Sandor Cseh Grundversorgung
Dr. med. Sabrina Marquardt Elsayed Rayyan Priv.-Doz. Dr. med. Andres Neuhaus
Christina Richter
Neonatologie
Innere Medizin dr. med. Ildiko Fazekas
Ioana-Irina Ciursas
Dr. med. Dipl.-Sportwiss. Ärztliches Qualitätsmanagement
Katharina Höhne Christian Lössel
Dr. med. univ. Matthias Kramer
Krum Angelov Krumov Geriatrie
Dorota Matuszak Dr. Anna Kuzma-Richert
Jan Paul Pluta
Ellen Rothmeier Intensivmedizin
Karolina Sawka Heike Keller
Bianca Wander Fabian Wahler
Dr. med. Katrin Ziemann Ärztinnen und Ärzte, die mit der
Veröffentlichung nicht einverstanden
Innere Medizin und Angiologie sind, bitten wir um rechtzeitige Mit-
Mareen Wenzel teilung an das Referat Weiterbildung
schriftlich oder telefonisch unter
0355 78010-382,
E-Mail: weiterbildung@laekb.de.
6 | Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018KAMMERINFORMATIONEN/GESUNDHEITSPOLITIK
ÜBER DAS POLITIKVERSAGEN, KERNPROBLEME IN DER
GESUNDHEITSVERSORGUNG ZU ERKENNEN ODER WIE EINE GANZE
ÄRZTEGENERATION DIFFAMIERT WIRD
In einem der weltbesten Gesund- Anerkennung aus Gesellschaft und Po- vernünftige Steuerung gelang, gab es
heitssysteme der Welt ist es üblich litik, ja auch angemessene Vergütung keinen Scheinzahleinbruch, nein es er-
geworden, durch unwissenschaft- und Spielraum in der Selbstverwaltung, schienen nur mehr wirklich indizierte,
liche, unorthodoxe Analysemetho- denn wir wissen, wie es funktioniert. gebietsspezifische Patienten. Dies führt
den von Beamten und Politikern Ein Systemwechsel muss her. Nur so zu weniger Wartezeiten, zu zufriedenen
zu Diagnose und Therapie des Sys- sind zukünftige Herausforderungen zu Patienten und Ärzten.
tems zu kommen. Das beabsichtig- meistern. Weshalb passiert nun nichts? Weil Po-
te Service- und Versorgungsgesetz Der Hausarzt als Dreh- und Angel- litik und zunehmend auch Selbstverwal-
ist ein Prototyp von Fehlbeobach- punkt, als Primäransprechpartner für tung an Dogmen festhalten, wie freie
tung und Fehleinschätzung. Folg- unsere Patienten, stellt die Schlüsselfi- Arztwahl und Patientenautonomie.
lich, aber konsequent, kommt man gur im System der qualifizierten Steue- Dinge, die die Basispatientenschaft gar
bei Falschanalyse der gegenwärti- rung unserer Patienten dar. 80 Prozent nicht will, aber von Bundestagseliten im-
gen Situation zu entsprechenden aller Krankheiten sind in der Allgemein- mer wieder propagiert wird , als ob man
Einschätzungen, welche bar jegli- medizin zu versorgen oder einer spezi- damit Wahlen gewinnen könnte. Wie
cher Realität nur noch Kopfschüt- ellen gebietsärztlichen Versorgung zu- kommen wir nun raus aus dem Dilem-
teln zur Folge haben. zuführen. 82 Prozent aller Patienten ma? Nun, indem wir es selbst machen.
wünschen den Hausarzt als ersten An- Jede regionale Formation aus Hausärz-
Weder Ärztemangel, Wartezeiten sprechpartner. 50 Prozent der 35- bis ten und Gebietsärzten, diesmal ein Vor-
oder „Zwei-Klassen-Medizin“ sind die 44-Jährigen wissen nicht, welchen Ge- teil des Landes Brandenburg, verpflich-
wirklichen Kernprobleme des Gesund- bietsarzt sie bei welchen Leiden aufsu- tet sich freiwillig nur noch grundsätzlich
heitswesens, sondern die zunehmend chen sollen. Die Sachverständigenkom- auf Überweisung zu arbeiten. Hier ist
schlechter werdende Gesundheitskom- mission Gesundheit empfiehlt als Steu- grundsätzlich im juristischen Sprachge-
petenz der Patienten (Deutschland- erungsmechanismus die hausarztzen brauch gemeint, Ausnahmen sind also
studie Kompetenz) und die nicht vor- trierte Versorgung, fast alle anderen eu- gestattet. Keine andere Regulierung ist
handene Steuerung der Patienten im ropäischen Staaten vermeiden das Cha- dann noch nötig. Zufriedenheit und ein
Dschungel des Gesundheitssystems. os des uneingeschränkten Zugangs al- Gefühl der Selbstbestimmung eigener
Sie sind die Stellgrößen, die eine wirk- ler Patienten zu allen Gesundheitsebe- Gesundheitsversorgung werden wieder
lich zukunftsträchtige Gesundheitsver- nen und präferieren das Primärarztsys- Einzug halten. Es sollte eine Plattform
sorgung ausmachen würden. Stattdes- tem. Dabei liegen die Vorteile auf der geschaffen werden, auf der sich freiwil-
sen vertrödelt sich die Politik mit Phan- Hand. Hausärzte diagnostizieren und lig Ärzte eintragen, welche die Prinzi-
tomspielplätzen wie Wartezeiten und im gegebenen Fall wird eine qualifizier- pien der Primärversorgung anerkennen
Ausweitung von Sprechstunden. Nach te Überweisung die Gebietsärzte in die und unter diesen ihre Praxisstrukturen
WHO-Kriterien liegt Deutschland an der Lage versetzen, einen zu ihrem Fach- ausrichten. Das betrifft sowohl Gebiets-
Spitze der geringsten Wartezeiten, lei- gebiet passenden Patienten zu behan- ärzte, als auch Hausärzte. Die Patien-
der ist die Gesundheitskompetenz bei deln. Heutzutage müssen Gebietsärzte ten werden über die Vorteile der neuen
über der Hälfte der Bevölkerung mehr selbst selektieren und es werden primär Herangehensweise informiert und mit
als problematisch und führt zu unkal- Patienten behandelt, die gar nicht ins eben dieser vertraut gemacht (Befund-
kulierbaren Entwicklungen. Als Antwort Fachgebiet passen, teilweise bekom- übermittlung, Steuerung des Gesund-
darauf oder als Ausdruck der Ignoranz men sie auch noch einen schnelleren heitssystems in einer Hand, schnellere
der Gegebenheiten wird nun eine gan- Termin als jene Patienten mit Über- Gebietsarzttermine etc.). Die freie Arzt-
ze Ärztegeneration, welche jahrzehnte- weisung. Dies muss aufhören, da es wahl ist horizontal gewährleistet (jeder
lang weitaus mehr als 20 Stunden für kontraproduktiv im Sinne vernünftiger Patient wählt einen Hausarzt und im
ihre Patienten da war, regelrecht dif- Gesundheitsversorgung ist und eben zu Fachgebiet einen Gebietsarzt), die ver-
famiert und es wird ihnen jahrelange solch fragwürdigen Gesetzen führt, die tikale Arztwahl, nachweislich nicht ziel-
Faulheit unterstellt. Dabei ist es gerade wir jetzt beklagen. Und es wird zuneh- führend, ist nicht die Regel.
diese Ärztegeneration, die das reform- mend an Bedeutung gewinnen, da die Der Hartmannbund Brandenburg und
bedürftige Gesundheitssystem, welches Gesundheitskompetenz unserer Patien- der Hausarztverband Brandenburg sind
von realitätsfremden Politikern und sys- ten im europäischen Maßstab zu wün- gemeinsam bereit, diesem System-
temoptimierenden Krankenkassen re- schen übrig lässt. wechsel eine Stimme zu geben und
gelrecht unterlaufen ist, am Leben er- Dabei ist die Sorge von Gebietsärzten, brandenburgischen Ärzten eine Alter-
halten hat. Wertschätzung sieht anders nicht genügend Patienten im neuen native aufzuzeigen.
aus, aber wir brauchen sie gar nicht, System zu erhalten, völlig unbegründet,
denn wir wissen, dass das Patienten- wie Untersuchungen der KV Branden-
wohl unseren Lohn darstellt. Trotzdem burg zeigen konnten. In der Zeit, in der ■ Dr. Hanjo Pohle, Vorsitzender
fordern wir, als Ärzte, nun Respekt und durch die Praxisgebühr eine halbwegs Hartmannbund Brandenburg
Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018 | 7ARZT & RECHT
ARZT UND ARZTHAFTUNG
VON FALL ZU FALL
Diesmal: Unklare Thoraxschmerzen
Kasuistik diagonalen Astes, eines relativ kleinen beauftragte externe allgemeinmedi-
Gefäßes ohne Interventionsbedarf. zinische Gutachter führt aus, dass für
Eine 55-jährige Patientin stellte sich Echokardiographisch trat nur ein gerin- das Vorliegen eines akuten Koronar-
am 29. November gegen 17 Uhr im ger LV-Schaden auf. Die Kreislauffunk- syndroms folgende Faktoren gespro-
KV-Bereitschaftsdienst vor. Sie gab tion war im weiteren Verlauf unkompli- chen hätten: Das Symptom Thorax-
an, seit dem Vorabend starke Rücken- ziert, das Ausschleichen der Katechola- schmerz sei die eigentliche Beratungs-
schmerzen zu haben. Diese bezögen mine rasch möglich. Nach Hypothermie ursache gewesen. Das Symptom sei
sich auf den BWS-Bereich. Sie sei sich über 24 Stunden erfolgten ein regelhaf- erstmals aufgetreten und habe bereits
nicht sicher, ob die Schmerzen auch in tes Wiedererwärmen und die Beendi- fast 24 Stunden angehalten. Der vor-
die linke Schulter oder den linken Arm gung der Sedierung. Neurologisch fand liegende Bluthochdruck sei ein Hinweis
ausgestrahlt hätten. Wärme (warmes sich jedoch ein ungünstiger Befund mit auf eine mögliche Gefäßerkrankung.
Duschen) habe ihr gutgetan. Eine ar- Koma und Ausfall sämtlicher zentraler Allerdings hätten keine Hinweise auf
terielle Hypertonie sei bekannt und Reflexe. In der cerebralen Computer- eine instabile Situation, keine Schweiß-
behandelt. tomographie fand sich das Bild eines ausbrüche und keine Atemnot bestan-
Die Patientin war laut Unterlagen der schweren hypoxischen Hirnschadens. den. Es sei keine Belastungsabhängig-
behandelnden Ärztin in einem zufrie- In Absprache mit der Familie wurde ein keit der Beschwerden angegeben wor-
denstellenden Allgemeinzustand, es palliatives Therapieziel mit Abbruch al- den. Es seien Muskelverspannungen
hätten sich Verspannungen der Rü- ler lebenserhaltenden Maßnahmen an- der Rückenmuskulatur nachgewiesen
ckenmuskulatur gefunden. Die Lun- gestrebt. Die Patientin verstarb schließ- worden und die Patientin sei jünger als
genauskultation sei unauffällig gewe- lich in intensivmedizinischer Betreuung. 65 Jahre. Das EKG sei unauffällig ge-
sen, der Blutdruck mit 170/120 mm/ wesen.
Hg erhöht. Luftnot oder ein Schweiß- Beanstandung der Der Gutachter führt allerdings aus,
ausbruch seien nicht festgestellt wor- ärztlichen Maßnahmen dass das erstmalige Auftreten von lang
den. Es wurde ein EKG abgeleitet, das anhaltendem Thoraxschmerz mit Aus-
keine pathologischen Veränderungen Es wird um Klärung gebeten, ob sei- strahlung in den Rücken ein schwer-
zeigte: „Keine Erregungsrückbildungs- tens der Ärztin im KV-Notdienst ein Be- wiegendes Symptom sei, das den Aus-
störungen, keine Hinweise auf akuten handlungsfehler begangen worden sei. schluss eines akuten Koronarsyndroms
Myokardinfarkt“. Es wurden der Pati- als bedeutsamste Möglichkeit eines
entin daraufhin unter der Diagnose Stellungnahme Ärztin abwendbar gefährlichen Verlaufs dar-
BWS-Syndrom Novaminsulfon-Tropfen stelle. Ein normales Ruhe-EKG sei hier-
verordnet. Wegen des Hypertonus soll- Auf den Vorwurf fehlerhaften Han- für kein Ausschlusskriterium. Die Kon-
te sie fünf bis sieben Tropfen Nifedipin delns wird ausgeführt, dass die Pati- sequenz sei entsprechend den Leitlini-
einnehmen, die ebenfalls verordnet entin Verspannungen der Rückenmus- en, dass bis zum sicheren Ausschluss in
wurden. Zum Abend sollte sie eine zu- kulatur gehabt habe und in zufrieden- einem derartigen Fall an der Arbeits-
sätzliche Dosis ihres Blutdruckmedika- stellendem Allgemeinzustand gewesen hypothese „akutes Koronarsyndrom“
mentes einnehmen. sei. Der körperliche Untersuchungs- festzuhalten sei. Dies bedeute in der
Nach den Unterlagen des Krankenhau- befund sei bis auf eine Erhöhung des Primärversorgung, den Patienten so-
ses rutschte die Patientin gegen 19.30 Blutdrucks und dem pathologischen fort in eine kardiologische Einrichtung
Uhr plötzlich bewusstlos von der Couch. Befund im Bereich der Rückenmusku- einzuweisen. Die Anamnese erfordere
Der Ehemann habe mit der Laienreani- latur unauffällig gewesen, Luftnot oder zwingend den Ausschluss eines aku-
mation begonnen, der Rettungsdienst ein Schweißausbruch seien nicht fest- ten Koronarsyndroms als wichtigste
Kontakt:
sei durch die Nachbarn informiert wor- gestellt worden. Das EKG habe keine abwendbar gefährliche Diagnose beim
Schlichtungsstelle für den. Bei Eintreffen des Notarztes be- krankhaften Veränderungen gezeigt. Leitsymptom neu aufgetretener lang
Arzthaftpflichtfragen
stand Kammerflimmern. Nach Defibril- Unter der Diagnose eines BWS-Syn- anhaltender Thoraxschmerzen bei Hy-
der norddeutschen
Ärztekammern lation Sinusrhythmus, jedoch kein ad- droms seien Novaminsulfon-Tropfen pertonie. Es könne allerdings nicht si-
äquater Auswurf. Unter fortgesetzter verordnet worden. Insgesamt habe es cher geschlussfolgert werden, dass
Hans-Böckler-Allee 3,
30173 Hannover
Reanimation sei erst nach 37 Minuten keine klinischen Zeichen gegeben, die eine Kausalität zwischen der Behand-
Tel.: 0511 353939-10 ein stabiler Kreislauf aufgetreten. eine umgehende Klinikeinweisung er- lung und dem letalen Verlauf der Er-
oder -12 Im Krankenhaus wurde bei ST-Stre- forderlich gemacht hätten. krankung bestehe. Auch bei richtigem
E-Mail: info@schlich- ckenhebungen im Bereich der Vor- Vorgehen, das heißt Einweisung in eine
tungsstelle.de derwand eine sofortige Koronaran- Gutachten kardiologische Einrichtung, wäre ein
www.norddeutsche- giographie durchgeführt. Hierbei fand Kreislaufstillstand mit Hypoxie wie bei
schlichtungsstelle.de sich lediglich ein Verschluss des ersten Der von der Schlichtungsstelle der Patientin möglich gewesen.
8 | Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018ARZT & RECHT
Bei sorgfältigem Vorgehen wäre der ein Krankenhaus zur weiteren Diagnos- der Verschluss eines kleinen diagona-
Fehler in der damaligen Situation ver- tik erforderlich gewesen. Kardiovasku- len Astes. Die hierdurch ausgelöste Be-
meidbar gewesen, wenn aus der Wich- läre Erkrankungen führen die Todesur- einträchtigung der linksventrikulären
tung der anamnestischen Angaben die sachenstatistik an, sodass bei unklaren, Funktion war gering, sodass die Patien-
richtige Handlungsweise mit dem Ziel anhaltenden, heftigen Thoraxschmer- tin im weiteren Verlauf von Seiten des
des Ausschlusses eines akuten Koro- zen der Ausschluss eines akuten Koro- Herzens ein nicht nennenswert beein-
narsyndroms als abwendbar gefährli- narsyndroms zwingend erforderlich ist. trächtigtes Leben hätte führen können.
cher Ablauf abgeleitet worden wäre. Im vorliegenden Fall sind folglich Ein hypoxischer Hirnschaden wäre bei
Auch bei richtigem Handeln habe das Mängel in der Befunderhebung festzu- zeitgerechter Behandlung des Kam-
Risiko eines letalen Verlaufs der Er- stellen. Es stellt sich daher die Frage, merflimmerns nicht aufgetreten.
krankung bestanden. Es könne des- inwieweit Veränderungen in der Be-
halb nicht geschlussfolgert werden, weislastverteilung zwischen den Partei- Fazit
dass der Tod der Patientin allein infol- en daraus resultieren. Eine fehlerhafte
ge der ambulanten Behandlung einge- Unterlassung der medizinisch gebote- Bei heftigen Thoraxschmerzen muss
treten sei. nen Befunderhebung führt dann zu ei- auch bei Vorliegen von Verspannungen
ner Umkehr der Beweislast hinsichtlich der Rückenmuskulatur ein Herzinfarkt
Stellungnahmen zum der Kausalität des Behandlungsfehlers als lebensbedrohliche behandelbare
Gutachten für den eingetretenen Schaden, wenn Gesundheitsstörung in Betracht gezo-
sich bei der gebotenen Befunderhe- gen werden.
Zu dem Gutachten wurde ärztlicher- bung mit hinreichender Wahrschein-
seits darauf hingewiesen, dass die Pa- lichkeit ein reaktionspflichtiges positi- ■ Prof. Dr. med. Heinz-Jürgen Engel
tientin mit Schmerzen in der hinteren ves Ergebnis gezeigt hätte und wenn Ärztliches Mitglied der Schlichtungsstelle
für Arzthaftpflichtfragen
Thoraxpartie, also am Rücken, gekom- sich die Verkennung dieses Befunds als
men sei. Der Begriff Brustschmerz be- fundamental oder die Nichtreaktion Ass. jur. Kerstin Kols
deute, zumindest umgangssprach- hierauf als grob fehlerhaft darstellen Geschäftsführerin der Schlichtungsstelle
für Arzthaftpflichtfragen
lich, einen Schmerz in der vorderen würde (vgl. BGH NJW 2004, 1871 ff).
Thoraxpartie. Diese Voraussetzungen sind hier er-
füllt: Bei Einweisung in ein Kranken- Hinweis:
Entscheidung haus wäre die Patientin an einem EKG-
Weitere Fälle aus der norddeutschen
der Schlichtungsstelle Monitor überwacht worden. Das Auf-
Schlichtungsstelle finden Interessierte
treten von Kammertachykardien oder im Internet unter www.laekb.de, Rub-
Kammerflimmern mit Herzkreislauf- rik ‚Arzt‘ – ‚Kasuistiken‘
Die Schlichtungsstelle schloss sich un- stillstand wäre innerhalb eines Zeitin- Alle Fälle entstammen der gemeinsa-
ter eigener Urteilsbildung dem Gutach- tervalls von weniger als einer Minute men Fallsammlung der neun Mitglieds-
ten im Ergebnis unter juristischen Ge- festgestellt worden und es hätte in- kammern der norddeutschen Schlich-
sichtspunkten nur teilweise an. nerhalb von weniger als drei Minuten tungsstelle.
Die Patientin suchte am 29. Novem- eine Behandlung stattfinden müssen.
ber gegen 17 Uhr den KV-Notdienst Vor dem Hintergrund der Beweislast
auf, wo sie ärztlich diagnostiziert und umkehr reicht es für den Kausalitäts-
behandelt wurde. Die Patientin klagte nachweis aus, dass die zu unterstellen-
über seit 24 Stunden bestehende hef- de fundamentale Verkennung des zu
tige Thoraxschmerzen im Rückenbe- erwartenden Befunds oder die Nicht-
reich. Anamnestisch war eine arterielle reaktion darauf generell geeignet ist,
Hypertonie bekannt, die Blutdruckwer- einen Schaden der tatsächlich einge-
te waren zum Zeitpunkt der Untersu- tretenen Art herbeizuführen.
chung mit 170/120 mm/Hg erhöht. Der
körperliche Untersuchungsbefund war Gesundheitsschaden
mit Ausnahme von Verspannungen der
Rückenmuskulatur und der arteriellen Die Beweislastumkehr bezieht sich auf
Hypertonie unauffällig. Das EKG zeigte folgende primäre und typischerweise
keine pathologischen Veränderungen. damit verbundene sekundäre Gesund-
Als wichtigste Diagnose mit abwend- heitsschäden: Das Kammerflimmern
bar gefährlichem Verlauf war in dieser mit Kreislaufstillstand führte zu einem
Situation ein akutes Koronarsyndrom schweren hypoxischen Hirnschaden
auszuschließen. Zum Nachweis/Aus- mit Todesfolge.
schluss eines Herzinfarkts wäre eine Bei korrektem Vorgehen wäre nach
Bestimmung der CKMB und des Tro- ärztlicher Erfahrung mit folgendem
ponins indiziert gewesen. Wenn die Verlauf zu rechnen gewesen: Die Ur-
Bestimmung dieser Parameter im Rah- sache des Kammerflimmerns mit Kreis-
men des KV-Notdienstes nicht möglich laufstillstand und der Folge eines töd-
gewesen wäre, wäre die Einweisung in lichen hypoxischen Hirnschadens war
Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018 | 9ARZT & RECHT
VERKEHRSRECHT
Liste verkehrsmedizinischer Gutachter
künftig bei LÄKB
Auf Wunsch des Ministeriums Bescheinigung durch die Landesärzte- bisher geführte allgemeine Gutachter-
für Infrastruktur und Landespla- kammer) erworben haben (neben die- liste der LÄKB – im Internet veröffent-
nung hat die Landesärztekammer ser Möglichkeit kann die verkehrsme- licht sowie Interessierten auf Abruf zu-
Brandenburg (Vorstandsbeschluss dizinische Qualifikation auch auf ande- gesandt.
vom 13.06.2018) die Führung der rem Wege erworben werden, z. B. als
bisher durch das vorgenannte Mi- Bestandteil der Facharztweiterbildung Sollten Sie die Aufnahme in die Liste
nisterium veröffentlichten Liste Arbeits- oder Rechtsmedizin, § 11 Abs. verkehrsmedizinischer Gutachter wün-
verkehrsmedizinischer Gutachter 2 S. 3 FeV). schen und die genannten Vorausset-
übernommen. zungen erfüllen, freuen wir uns über
Voraussetzung für die Aufnahme Ihre Mitteilung: recht@laekb.de oder
Die Landesärztekammer Branden- in die Liste ist gem. o. g. Vorstands- Landesärztekammer Brandenburg,
burg beschränkt sich dabei, wie auch beschluss ferner, dass der Gutach- Referat Recht, Pappelallee 5, 14469
viele andere Landesärztekammern, auf ter Mitglied der Landesärztekammer Potsdam bzw. telefonisch unter 0331-
solche Gutachter, die ihre verkehrs- Brandenburg und auf verkehrsmedizi- 505605-560.
medizinische Qualifikation gem. § 11 nischem Gebiet derzeit aktiv tätig ist
Abs. 2 S. 3 Nr. 1 i. V. m. § 65 S. 2 FeV sowie keine berufsrechtlichen Verfeh-
durch Absolvierung eines durch eine lungen vorliegen. ■ Dr. jur. Daniel Sobotta, Justiziar
deutsche Landesärztekammer aner-
kannten Kurses (einschl. ausgestellter Die Liste wird – wie auch schon die
WICHTIGE INFORMATION
Warnung vor Datenschutzauskunft-Zentrale!
Derzeit kursieren Faxmitteilun- anmutende Schreiben mit der Bitte, dringend von einer Unterschrift ab.
gen einer sog. „Datenschutzaus- ein beigefügtes Formular auszufüllen, Das Schreiben sollte ignoriert werden.
kunft-Zentrale“. Diese will angeb- zu unterschreiben und bis zum Ablauf Bei bereits geleisteter Unterschrift soll-
lich Firmen- und Betriebsdaten er- einer bestimmten Frist gebührenfrei te unverzüglich angefochten werden.
fassen und beruft sich dabei auf an eine Faxnummer zurückzusenden.
die EU-Datenschutzgrundverord- Im Kleingedruckten findet sich auf
nung (DSGVO). der Faxmitteilung jedoch ein Hinweis ■ Dr. jur. Daniel Sobotta, Justiziar
auf die entstehenden Kosten von jähr-
Bei der Datenschutzauskunft-Zent- lich 498 Euro netto. Der Vertrag läuft
rale handelt es sich um einen priva- danach verbindlich für drei Jahre. Die
ten Anbieter. Dieser verschickt amtlich Landesärztekammer Brandenburg rät
IHRE FORTBILDUNGEN Zusatzbezeichnung Notfallmedizin (Notarztkurs)
Zusatzbezeichnung Klinische Notfall- und Akutmedizin
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10 | Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018ARZT & RECHT
STEUERTIPP
Betriebsveranstaltung: Absagen Einzelner gehen
steuerlich nicht zu Lasten der Kollegen
Absagen von Kollegen anläss- Die Klägerin berechnete im Rahmen Teilnehmer ohnehin nach seinem Be-
lich einer Betriebsveranstaltung der Lohnversteuerung die Zuwendung lieben unbegrenzt viele Speisen und
gehen steuerrechtlich nicht zu an die einzelnen Arbeitnehmer, indem Getränke konsumieren dürfen. Mit sei-
Lasten der tatsächlich Feiernden. sie die ursprünglich angemeldeten 27 nem Urteil stellt sich das FG Köln aus-
Dies hat das Finanzgericht (FG) Arbeitnehmer berücksichtigte. Demge- drücklich gegen eine bundeseinheit-
Köln entschieden und stellt sich genüber verlangte das Finanzamt, dass liche Anweisung des Bundesfinanz-
damit ausdrücklich gegen eine auf die tatsächlich teilnehmenden 25 ministeriums an die Finanzämter (vgl.
bundeseinheitliche Anweisung Arbeitnehmer abzustellen sei, so dass BMF-Schreiben vom 14.10.2015, IV C
des Bundesfinanzministeriums an sich ein höherer zu versteuernder Be- 5 - S 2332/15/100001).
die Finanzämter. trag ergab.
Revision eingelegt
Geklagt hatte ein Unternehmen, das Keine Zurechnung von Torsten Feiertag
Foto: privat
Ende des Jahres 2016 die Durchfüh- „No-Shows” bei den Das Finanzamt hat die zugelasse-
rung eines gemeinsamen Kochkurses ne Revision beim Bundesfinanzhof in
Kollegen
als Weihnachtsfeier plante. Nach dem München eingelegt, die unter dem
Konzept des Veranstalters durfte je- Die hiergegen erhobene Klage hatte Aktenzeichen VI R 31/18 geführt wird.
der Teilnehmer unbegrenzt Speisen Erfolg (Urteil vom 27.6.2018, Az. 3 K
und Getränke verzehren. Von den ur- 870/17). Nach der Urteilsbegründung
sprünglich angemeldeten 27 Arbeit- sei es nicht nachvollziehbar, weshalb ■ Torsten Feiertag
nehmern sagten zwei kurzfristig ab, den Feiernden die vergeblichen Auf-
ohne dass dies zu einer Reduzierung wendungen des Arbeitgebers für sog. Kontakt:
der bereits veranschlagten Kosten „No-Shows” zuzurechnen seien. Dies Detlef Gaida
durch den Veranstalter führte. gelte im vorliegenden Fall gerade des- Steuerberater
halb, weil die Feiernden keinen Vorteil Görresstraße 9, 12161 Berlin
Lohnversteuerung der durch die Absage ihrer beiden Kolle- Telefon: 030 859 08 60
Zuwendungen gen gehabt hätten. Denn nach dem Fax: 030 852 03 14
Veranstaltungskonzept habe jeder www.stb-gaida.de
FORTBILDUNGSPUNKTE
Beantragung nicht gleich Zertifizierung! Akademie für ärztliche Fortbildung
Qualifikationskurs für
Transfusionsverantwortliche
Die Zertifizierung von Fortbil- Aus gegebenem Anlass empfehlen und Transfusionsbeauftragte
dungsveranstaltungen ist durch wir in diesen Fällen den Teilnehmern,
die Landesärztekammer Bran- sich vor Veranstaltungsbeginn vom
denburg nach den Vorgaben der Veranstalter bestätigen zu lassen, dass
Fortbildungsordnung sowie den eine Zertifizierung tatsächlich erfolgt
Landesärztekammer Brandenburg
gesetzlichen Anforderungen um- ist. Nur so können die Teilnehmer si- (16 Stunden)
fassend zu prüfen. cher sein, dann auch Fortbildungs-
22./23. Februar 2019
punkte für diese Veranstaltungen zu
Aus verschiedenen Gründen kann es erhalten. Veranstaltungsort:
vorkommen, dass eine Veranstaltung Landesärztekammer Brandenburg
Dreifertstraße 12
nicht anerkannt und demzufolge keine 03044 Cottbus
Telefon: 0355 780100
Fortbildungspunkte vergeben werden. ■ Referat Fortbildung & Qualitätssicherung Seminarraum Neubau – Erdgeschoss
Ist die Zertifizierung durch die Landes-
ärztekammer noch nicht abgeschlos-
Leitung/Moderation:
sen, verwenden viele Veranstalter auf Prof. Dr. med. Rainer Moog, Cottbus
ihren Publikationen dann die Formulie-
rung „Punkte beantragt“.
Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018 | 11FORTBILDUNG
AKADEMIE FÜR ÄRZTLICHE FORTBILDUNG
Fortbildungsangebote für Ärzte und MFA
Fortbildung für Ärzte Teilnehmergebühr: 250 € Teilnehmergebühr: 420 €
Ort: Potsdam Ort: St. Josefs-Krankenhaus
Strukturierte curriculare Fort- Leitung: Dr. med. M. Gremmler, Potsdam
bildung „Medizinische Begut- Hoppegarten Kursleiter: Dr. med. B. Kissig,
achtung“ (64 Std., Modul I-III) Potsdam
Modul I (40 Std.): Allgemeine Orthopädisch-manualmedizini-
Grundlagen, Zustandsbegutach- scher Untersuchungsgang 9 P Intensivvorbereitung auf
tung, Kausalitätsbezogene Begut- 9. Nov. 2018 t! die Kenntnisprüfung 16 P
Ort: Potsdam au sg e b uc h 14./15. Dez. 2018
achtung 40 P
laufender Kurs: Leitung: Dr. med. V. Liefring, Som- Ort: Potsdam
10. Nov. 2018 merfeld Leitung: Dr. med. R. Schrambke,
8. Dez. 2018 Teilnehmergebühr: 120 € Schorfheide
Ort: Potsdam Teilnehmergebühr: 272 €
Teilnehmergebühr: 560 € Kombinierter 12-Stunden-Ak
Kursleiter: Dr. med. J.-M. Engel, tualisierungskurs nach Rönt- 1. Gemeinsame Fortbildungs-
Bad Liebenwerda; Prof. Dr. med. genverordnung und Strahlen- veranstaltung der Landestier-
E. Frantz, Potsdam schutzverordnung 13 P ärztekammer und der Landes-
23./24. Nov. 2018 in ärztekammer Brandenburg 5 P
Ausbilderfortbildung für die Blankenfelde/Mahlow „Eine Gesundheit für Mensch
MFA-Ausbildung Kursleiter: Prof. Dr. med. habil. und Tier“
24. Nov. 2018 8P C.-P. Muth, Cottbus 16. Jan. 2019, 15:00 – 19:00 Uhr
Ort: Potsdam Teilnehmergebühr: 180 € Ort: Potsdam
Teilnehmergebühr: 100 € Kursleiter: Prof. Dr. med. E. Frantz,
Leitung: Dipl.-Med. S. Haußmann, Aktualisierung der Fachkunde Potsdam; Dr. A. Hlinak,
Ludwigsfelde und der Kenntnisse im Strah- Frankfurt (Oder)
lenschutz (8 Stunden) 9P Teilnehmergebühr: 50 €
Kurse im Strahlenschutz gemäß Röntgenverordnung
gemäß Röntgenverordnung 24. Nov. 2018 in Blankenfelde/ Psychosomatische Grundver-
Einführungskurs zur Unterweisung Mahlow sorgung (80 Stunden) 80 P
nach RöV 8P Kursleiter: Prof. Dr. med. habil. gemäß Weiterbildungsordnung der LÄKB
6. Nov. 2018 C.-P. Muth, Cottbus Kurs I:
Teilnehmergebühr: 60 € Teilnehmergebühr: 120 € 26./27. Jan. 2019
Grundkurs im Strahlenschutz 25 P 16./17. Febr. 2019
7./8. Nov. 2018 Seminar Leitender 16./17. März 2019
Teilnehmergebühr: 300 € 4./5. Mai 2019
Notarzt 40 P
Spezialkurs im Strahlenschutz 21 P in Anlehnung an Empfehlungen der 3./4. Aug. 2019
9./10. Nov. 2018 Bundesärztekammer Kurs II:
Teilnehmergebühr: 280 € 3. bis 7. Dez. 2018 18./19. Mai 2019
Ort: Cottbus Ort: Cottbus 15./16. Juni 2019
Kursleiter: Prof. Dr. med. habil. Kursleiter: T. Reinhold, Oranien- 21./22. Sept. 2019
C.-P. Muth, Cottbus burg; Dr. med. F. Mieck, Königs 26./27. Okt. 2019
Wusterhausen 7./8. Dez. 2019
Update Suchtmedizin Teilnehmergebühr: 700 € Ort: Potsdam
„Quo vadis Cannabis“ 4P Kursleitung: R. Suske,
7. Nov. 2018, 15:00 bis 18:15 Uhr Datenschutzbeauftragte/r Werneuchen
Direkt zum Fortbildungs- Ort: Potsdam in Arztpraxen und ärztlich Teilnehmergebühr: 1.360 €
angebot für Ärzte: Kursleitung: PD Dr. med. G. Richter, geleiteten Einrichtungen
Berlin 6./7. Dez. 2018 Sonographie-Grundkurs 30 P
Teilnehmergebühr: 60 € Ort: Potsdam 21. bis 24. Febr. 2019
Teilnehmergebühr: 192 € Teilnehmergebühr: 510 €
Weiterbildungstage Ort: St. Josefs-Krankenhaus
Allgemeinmedizin Sonographie-Grundkurs 30 P Potsdam
Modul 3: 8. bis 10. sg e b t! P
uch27 6. bis 9. Dez. 2018ausgebucht!
auNov. 2018 Kursleiter: Dr. med. B. Kissig,
12 | Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018FORTBILDUNG
Potsdam Teilnehmergebühr 272 €
Impfen in der Praxis – Fallseminar Palliativmedizin
Basiskurs 5P (40 Stunden) 40 P die neue Lichtausstellung in Cottbus
(fachübergreifend für Ärzte und Modul 3: 11. bis 15. März 2019
Praxismitarbeiter) Teilnehmergebühr: 560 €
20. März 2019, 14:00 – 18:15 Uhr Ort: Potsdam
Leuchten für Praxis,
Ort: Potsdam au sg e b uc h
t! Kursleitung: B. Himstedt-Kämpfer, Büro und Wohnräume
Leitung: Dr. med. R. Schrambke, Berlin
Schorfheide
Teilnehmergebühr: 60 € Forum für den Hausarzt und
das Praxispersonal 8P
Qualifikationskurs für Trans- 23. März 2019 in Potsdam
fusionsbeauftragte/Trans 09. Nov. 2019 in Neuruppin
An der Oberkirche Cottbus
fusionsverantwortliche 16 P Teilnehmergebühr: 110 € für Sandower Str. 41 www.lichtgalle.de Anzeige
22./23. Febr. 2019 Ärzte, 80 € für Praxispersonal
Ort: Cottbus Leitung: Dr. med. I. Musche-Amb-
Kursleiter: Prof. Dr. R. Moog, rosius, Potsdam
Cottbus
Teilnehmergebühr: 272 € Grundkurs zum ABS-Beauf-
tragten Arzt (40 Std.) 40 P
Weiterbildungstage Modul 1 nach dem BÄK-Cur- Fortbildung für MFA
Allgemeinmedizin riculum Antibiotic Steward-
Modul 1: 22./23. Febr. 2019 15 P ship (ABS) Refresherkurse
Modul 2: 24./25. Mai 2019 15 P 1. bis 5. April 2019 Notfallmanagement
Teilnehmergebühr: je 60 € Ort: Potsdam 15./16. Nov. 2018 in sgebucht!
auPotsdam
Modul 3: 7. bis 9. Nov. 2019 27 P Kursleitung: Dr. med. M. Seewald, 28./29. Nov. 2018 in sgebucht!
auCottbus
Teilnehmergebühr: 90 € Potsdam; PD Dr. med. H. Peltro- 13./14. Febr. 2019
Ort: Potsdam che, Cottbus 19./20. März 2019
Leitung: Dr. med. M. Gremmler, Teilnehmergebühr: 680 € 11./12. April 2019
Hoppegarten 4./5. Juni 2019
Suchtmedizinische Grundver- 18./19. Dez. 2019
Strukturierte curriculare Fort- sorgung 50 P Ort: Potsdam
bildung „Medizinische Begut- gemäß Weiterbildungsordnung der LÄKB
achtung“ (64 Std., Modul I-III) 20./21. Sept. 2019 Forum für den Hausarzt und
Modul II (8 Std.) Fachübergrei- Alkohol, Nikotin und Versorgungs- das Praxispersonal
fende Aspekte 8P system 23. März 2019 in Potsdam
2. März 2019 Kursleiter: PD Dr. med. Maria- 09. November 2019 in Neuruppin
Teilnehmergebühr: 136 € Christiane Jockers-Scherübl, Hen- Teilnehmergebühr: 80 € Ihre Anmeldung
nigsdorf; Dr. med. J. Hein, Prenzlau richten Sie bitte an
Modul III (16 Std.) 16 P Leitung: Dr. med. I. Musche-Amb-
25./26. Okt. 2019 rosius, Potsdam die LÄKB,
Modul Neurologie/Psychiatrie
Drogen- und Medikamentenab- Referat Fortbildung,
25. Mai und 29. Juni 2019
hängigkeit, Substitutionstherapie, Postfach 101445,
Teilnehmergebühr: 272 € Casemanagement – Fallbe-
Notfälle, Toxikologie, Gesetzliche 03014 Cottbus,
Modul III (16 Std.) 16 P gleitung (agnes) Fax:
Modul Innere Medizin/Allgemein- Grundlagen neuer Kurs:
Kursleiter: PD Dr. med. Maria- 0355 78010339,
medizin 15.5. bis 11.12.2019
Christiane Jockers-Scherübl, Hen- E-Mail:
24. Aug. und 14. Sept. 2019
nigsdorf; Dr. med. J. Hein, Prenzlau akademie@laekb.de,
Teilnehmergebühr: 272 € Nichtärztliche/r Praxisassis-
15./16. Nov. 2019 Internet:
Motivational Interviewing tent/in www.laekb.de.
LNA-Refresher-Kurs 18 P 8. Mai bis 13. Dez. 2019
(aufbauend auf den 40-Stunden- Kursleiter: PD Dr. med. Maria-
Qualifikationskurs zum Leitenden Christiane Jockers-Scherübl, Hen- Direkt zum Fortbildungs-
Es gelten die „Teilnahmebedin-
Notarzt) nigsdorf; Dr. med. J. Hein, Prenz- angebot für MFA:
gungen für Fortbildungsveranstal-
Thema: CBRN-Lagen lau; Dipl.-Psych. Dr. phil. C. Veltrup
tungen der Landesärztekammer
8./9. März 2019 Ort: Potsdam
Brandenburg”. Diese sind unter
Ort: Potsdam Teilnehmergebühr: 850 € www.laekb.de (Arzt/Fortbildung/
Kursleiter: T. Reinhold, Oranien- Bestimmungen) einsehbar oder
burg; Dr. med. F. Mieck, Königs telefonisch unter 0355 78010320
Wusterhausen anzufordern.
Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018 | 13FORTBILDUNG
ZERTIFIZIERTE KASUISTIK – FOLGE 58
Patientin mit kardialer Dekompensation und
Elektrolytentgleisung nach PTCA/Stent
Diagnostische und therapeutische Xipamid 10 mg/d, Metoprolol Weiterer Verlauf
Überlegungen 23,75 mg/d, Atorvastatin 20 mg/d, Es erfolgte ein Ausgleich des ent-
Pantoprazol 40 mg, Nikotinpflaster. gleisten Elektrolythaushaltes sowie der
Anamnese Exsikkose mittels intravenöser Flüssig-
Bei einer 60-jährigen Patientin hatte Befunde bei Aufnahme keits-, Elektrolyt- und Aminosäuren-
sich eine koronare Herzerkrankung im Patientin in reduziertem Allgemein substitution. Hierunter kam es zu einer
Rahmen eines akuten Vorderwandin- zustand, wach und orientiert zu Ort, kontinuierlichen Normalisierung des
farktes erstmanifestiert. Akut war aus- Zeit und Person. Dyspnoe in Ruhe, ve- Säure-basen und Elektrolyt-Haushaltes
wärts ein Stenting der medialen LAD sikuläres Atemgeräusch mit seitenglei- und zu einer raschen, vollständigen Re-
(„left anterior descending“ steht für Ra- cher Atemexkursion; Holosystolisches gredienz der vorbestehenden Übelkeit.
mus interventricularis anterior) erfolgt. Geräusch 4/6 über dem gesamtem Nach Stabilisierung konnte eine wei-
Wenige Tage post interventionem Herzen mit punctum maximum über terführende Abklärung mittels kardia-
hatte die Patientin erneut über Dys- Erb’schem Punkt. Keine peripheren ler Magnetresonanztomographie erfol-
pnoe und Angina pectoris sowie rezidi- Ödeme. Abdomen weich; ohne Druck- gen. Anschließend wurde in einer in-
vierendes Erbrechen im Rahmen einer schmerz/Abwehrspannung. Rezidivie- terdisziplinären Falldiskussion das wei-
kardialen Dekompensation mit Pleura- rendes Erbrechen mit fehlender Mög- tere Procedere festgelegt.
ergüssen geklagt. Nach Rekompensati- lichkeit der oralen Aufnahme. Exsikko-
on war unter fortgeführter diuretischer se.
Therapie die Entlassung aus der aus- Herzfrequenz 68/min., Blutdruck ■ Dr. Fabian Brenninger ist Assistenzarzt
wärtigen Klinik in die Rehabilitation er- 88/65 mmHg, Temperatur 37,0° C, in der Abteilung Innere Medizin und
Kardiologie, Dr. Georg von Bodman
folgt. Von dort erfolgte aufgrund einer Atemfrequenz 15/min, SpO2 96 Pro- arbeitet als Leitender Oberarzt in der
progredienten Verschlechterung des zent unter Raumluft. Abteilung Kardiologie und Professor
Allgemeinzustandes und einer neuerli- Dr. Jürgen Pache ist Chefarzt der
Abteilung Kardiologie. Alle Autoren
chen Progredienz der Beschwerden bei Labor: pH 7,7; Kalium 1,5 mmol/l; Na-
arbeiten am Benedictus Krankenhaus
Verdacht auf kardiale Dekompensation trium 115 mmol/l; Chlorid 73 mmol/l; Tutzing.
die Einweisung in unser Krankenhaus. Troponin I 169,9 ng/l; CK 81 U/l;
Bei Aufnahme klagte die Patientin über CK-MB 1,1 µg/l; Kreatinin 1,07 mg/dl; Professor Dr. Malte Ludwig ist Chefarzt
Ruhedyspnoe sowie rezidivierendes Er- Harnstoff 85 mg/dl; LDH 248 U/l der Abteilung Angiologie und Phlebologie
sowie Leiter des Gefäßzentrums
brechen. Elektrokardiographie: ST-Strecken- Starnberger See am Benedictus
hebungen in den Ableitungen V1 - V4 Krankenhaus Tutzing. Er koordiniert und
Weitere Vorerkrankungen (siehe Abbildung 1). begleitet die Reihe inhaltlich.
Nosokomiale Pneumonie nach Myo- Echokardiographie: Mittelgra-
kardinfarkt, arterielle Hypertonie, Ni- dig eingeschränkte links-ventrikuläre
kotinabusus (60 packyears = zwei Pumpfunktion mit apikaler Hypokine-
Packungen Zigaretten pro Tag über sie, diastolische Dysfunktion II, Mitral-
30 Jahre). klappeninsuffizienz Grad 2, Trikuspidal-
Medikation bei Übernahme klappeninsuffizienz Grad 2, pulmonal
ASS 100 mg/d (Tag), Ticagrelor arterieller Druck 55 mmHg; apikaler
90 mg 2x/d, Torasemid 10 mg 2x/d, Links-Rechts-Shunt (siehe Abbildung 2).
Abbildung 1: EKG der
Patientin bei Aufnahme.
Quelle: Benedictus Krankenhaus,
Tutzing
Abbildung 2:
Echokardiographie der
Patientin, links mit und
rechts ohne Farbduplex.
Quelle: Benedictus Krankenhaus,
Tutzing Abb. 1 Abb. 2 Abb. 2
14 | Brandenburgisches Ärzteblatt 11 • 2018Sie können auch lesen