Online-Shops Wie Einzelhändler neue Kunden gewinnen - März 2014 - im Blog der bitpiloten
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„EIN MOTOR DER INNOVATION“
Professor Klaus Zeppenfeld im Interview
LADUNG RICHTIG SICHERN
Neues Forschungs- und Technologiezentrum eröffnet
SONDERTHEMA
Mobilität: Fuhrpark · Leasing · Nutzfahrzeuge
März 2014
Online-Shops
Wie Einzelhändler neue
Kunden gewinnenVertrauen ist die
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Film ansehenEDITORIAL
Europa der Unterschiede
E
nde Mai wählen 380 Millionen Lebensjahrzehnts in die Ren-
Wahlberechtigte aus den 28 EU- te verabschieden.
Ländern die 751 Mitglieder des Sehr unterschiedlich sind
Europäischen Parlaments. Die auch die Erwartungen an ei-
europaweite Wahlbeteiligung erreich- ne EU-Politik in den jewei-
te 2009 einen Tiefststand von 43 Pro- ligen Ländern. Eine Umfra-
zent. Zwischen den EU-Staaten gab es ge der EU-Kommission zeigt,
dabei große Unterschiede. In Luxem- dass die Deutschen gänzlich
burg zum Beispiel lag die Wahlbeteili- andere Zielvorstellungen an
gung bei über 90 Prozent, in Deutsch- die EU haben als Franzosen,
land lag sie mit 43,3 Prozent sehr na- Briten, Italiener und Spanier.
he am europäischen Durchschnitt. So sind für Deutsche insbe-
Ist die Sitzverteilung, die – gemessen sondere Inflation (25 Prozent Reinhard Schulz und Udo Dolezych.
an ihrer Zahl der Wahlberechtigten – der Befragten) und Staats-
große Länder benachteiligt und klei- schulden (23 Prozent) die drängends- und Normengebung, die es verbie-
nere bevorzugt, ein Grund für die Eu- ten Probleme, um die sich die EU küm- tet, vor sieben Uhr Müll zu entsorgen,
ropa-Müdigkeit? mern sollte. Den Bürgern in Frank- die bestimmt, dass Bananen mindes-
So unterschiedlich wie Wahlbetei- reich, Spanien, Italien und Großbri- tens 14 Zentimeter lang und 2,7 Zen-
ligung und Sitzverteilung sind insbe- tannien geht es dagegen vor allem timeter dick sein müssen, oder die seit
sondere die wirtschaftlichen Unter- um die Bekämpfung der Arbeitslosig- Neuestem Olivenöl-Kännchen von Re-
schiede. Dies wird besonders deutlich keit und die Verbesserung der wirt- stauranttischen verbannen will, geht
beim pro Kopf erwirtschafteten Brut- schaftlichen Lage in ihren Ländern. an der Lebensrealität der meisten Bür-
toinlandsprodukt. Hier liegt Luxem- Das spiegelt die teilweise völlig unter- ger sicherlich vorbei. Das sind nicht
burg mit 68.400 Euro einsam an der schiedlichen Ausgangsbedingungen die dringlichen Themen, um die sich
Spitze, gefolgt von den Niederlanden, in den EU-Staaten wider. die EU kümmern muss.
Irland, Österreich, Schweden und an Ein weiterer Beweis für die un- Europa bietet uns schon jetzt viele
sechster Stelle Deutschland (30.300 gleiche Situation in den EU-Ländern Vorteile, beispielsweise für einige
Euro), während in Ländern wie Polen, ist die Staatsverschuldung. Während Staaten eine einheitliche Währung
der Slowakei und Kroatien nicht ein- Deutschland vergleichsweise gut da- (allerdings wird dies von einigen
mal die 20.000-Euro-Grenze erreicht steht, wachsen die wirtschaftlichen Volkswirtschaftlern auch als Nachteil
wird. Die Schlusslichter Bulgarien und sozialen Unterschiede in Portugal gesehen), den gemeinsamen Binnen-
und Rumänien erwirtschaften um die und Griechenland, deren Haushalts- markt, die Abschaffung von Zöllen,
10.000 Euro pro Kopf. verschuldung gemessen am BIP bei die gegenseitige Anerkennung von
Auch die sozialen Unterschie- über 123 beziehungsweise 150 Pro- Schulzeugnissen und Bildungsnach-
de in der EU erreichen enorme Aus- zent liegt. Auch Italien mit 127 Prozent weisen und die Bekämpfung von Ver-
maße. Während z. B. die leistungs- ist kein Vorbild für Solidität. Dies zeigt, brechen durch Europol.
starken Länder des Nordens eine Ar- dass die sogenannten Maastricht-Kri- Hierauf gilt es aufzusatteln. Euro-
beitslosenquote von durchschnittlich terien endgültig gescheitert sind. pa möchte sich von der Friedensunion
rund fünf Prozent erreichen, liegt sie Eine einheitliche Europa-Politik, zu einem wettbewerbsfähigen Wirt-
in Südeuropa bei über 25 Prozent. mit der alle Mitgliedsstaaten zufrie- schaftsraum entwickeln. Nur wie soll
Und gerade die Südländer erlauben den sind, kann es so wohl nicht ge- eine gemeinsame Wirtschafts- und
sich den frühesten Einritt in die Ren- ben. Dieses ist auch durch das Macht- Währungspolitik, eine gemeinsame
te. In Italien geht das mit 62,5 Jahren, Dreieck der EU, bestehend aus Euro- Finanz- oder Sozialpolitik denn aus-
in Malta sogar schon mit 60,5 und päischem Parlament, Rat der Europä- sehen und gestaltet werden? Das sind
Spitzenreiter ist Frankreich: Hier darf ischen Union und Europäischer Kom- die dringlichen Themen, nicht die Ba-
man sich mit Vollendung des sechsten mission nicht möglich. Eine Gesetz- nanen!
Udo Dolezych, IHK-Präsident Reinhard Schulz, IHK-Hauptgeschäftsführer
Ruhr Wirtschaft März 2014 3INHALT
BLICKPUNKT ONLINE-SHOPS
8 Handel im Wandel
Der Einzelhandel steht vor einer großen Herausforderung.
Neue Technologien und moderne Medien ändern das Konsum-
verhalten nachhaltig. Onlineshops werden immer wichtiger.
Wie sich die Unternehmen aus der Region für die Zukunft aufstellen.
10 Veränderte Gesetzgebung
Es sind vor allem drei Themengebiete, die Händler ins Feld
führen, wenn sie dem Onlinehandel mit Skepsis begegnen:
Retoureware, Bezahlsystem, Abmahngefahr.
12 Tipps für Shopbetreiber
Handelsexperte Prof. Gerrit Heinemann nennt fünf
Empfehlungen, die Onlineshops beachten sollten:
Auswahl, keine Umwege, Schnelligkeit, Kanäle, Verbidungen.
RUBRIKEN BLICKPUNKT 22 „Ein schöner Spielzug
ONLINE-SHOPS begeistert“
3 Editorial Hans Ulrich Gumbrecht
8 Handel im Wandel
6 Bild des Monats 24 Nachhaltigkeit fest verankert
10 Veränderte Gesetzgebung
7 Wirtschaft in Zahlen 24 „Kriminelle“ Preisverleihung
12 Tipps für Shopbetreiber
20, 25, 43, 46, 67 Kompakt 25 Poco übernimmt fünf
INTERVIEW Max-Bahr-Standorte
28 Jubiläen
14 „Ein Motor der Innovation“ 26 Murtfeldt: Start der
30 Personalie Klaus Zeppenfeld letzten Bauphase
69 Tipps zum Thema Recht WIRTSCHAFT REGIONAL 27 Einstieg in das Berufsleben
71 IHK-Weiterbildungsprogramm 16 Ein Unternehmen 28 Rundumschlag bei Wilo
in Bewegung
73 Kulturkalender Serie „Familienunternehmen 28 Engel für Huchtemeier
mit Tradition“: Montan-
75 Wirtschaft im TV hydraulik Group 29 Werne auf einen Blick
75 IHK-Veranstaltungskalender 20 Nachwuchs 30 Preise für junge Forscher
Dortmunder Volksbank Regionalwettbewerb
76 Messekalender „Jugend forscht“
20 Mehr Platz für dm-Markt
77 Impressum 31 Augen auf: Stadttour Hamm
21 Sponsoringpreis hilft
Schülerprojekt 32 Entegro punktet in Türkei
4 Ruhr Wirtschaft März 2014WIRTSCHAFT REGIONAL
16 Ein Unternehmen in Bewegung
Hydraulik aus Holzwickede ist weltweit im Einsatz. Bewegt hat die
Montanhydraulik Group schon so einiges – auf hoher See ebenso
wie im Gotthardtunnel, in Vietnam, Laos oder Indien.
WIRTSCHAFT REGIONAL
40 Ladungssicherung erleben
Das Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung Selm
ist eröffnet. F&T LaSiSe will Transport von Ladegütern sicherer,
wirtschaftlicher und innovativer machen.
SERVICE INTERNATIONAL
64 Was bedeutet das
Schweizer Nein?
Die Schweiz hat die Begrenzung der Zuwanderung in ihr Land
beschlossen. Mögliche Auswirkungen erläutert Ralf Bopp,
Direktor der Handelskammer Deutschland-Schweiz, im Interview.
34 Schmackhafte Kost 43 Familie ist Chefsache 67 Die Ukraine im Blick
food|sensation war Erfolg
43 „Pannekopp des Jahres“ 68 Berufsbildung exportieren
35 „Enorme Innovationskraft“ für Schalke
Westfälisches Ruhrgebiet SERVICE BILDUNG
punktet im Wettbewerb 44 Stark im Wettbewerb
IHK-Wirtschaftsgespräch 70 Fette Beats, klare Botschaft
36 Sparkasse Lünen glänzt in Holzwickede Imagevideo der Fakultät für
mit guten Zahlen Informatik an der TU Dortmund
46 Zehn Minuten Zeit
37 Stadtzentrum Unna wird Azubi-Speed-Dating SERVICE KULTUR
zum Hotspot
MEINUNG 72 „Nationalschatz“ kommt
37 Remondis wird Europäische nach Hamm
Aktiengesellschaft 47 Der billige Erhard
Von Roland Tichy 74 Stimmgewaltig
38 Gigantische Drehbänke aus voller Kehle
Serie „Historische Briefköpfe“: SONDERTHEMA Musikfestival Klangvokal
Wagner & Co.
48 Mobilität: Fuhrpark · SERVICE MESSE
39 5. Dortmunder Industrial Leasing · Nutzfahrzeuge
Engineering-Fachtagung 76 Was kommt nach der Schule?
SERVICE INTERNATIONAL Ausbildungsmesse in Dortmund
40 Ladungssicherung erleben
Neues Forschungs- und 64 Was bedeutet das 77 NRW stark auf
Technologiezentrum Schweizer Nein? Hannover Messe
42 IHK-Präsident Dolezych 66 Unterschätzt:
erhält Verdienstorden Die US-Exportkontrolle
Ruhr Wirtschaft März 2014 5BILD DES MONATS
Dortmund auf
Kein Tatort
Dortmund war im Februar
mal kein Drehort für den
Tatort, sondern für eine
besondere Fernsehreihe.
Zur Europawahl im Mai
stellt der Kultursender arte
in jeweils fast halbstün-
digen Dokumentarfilmen
fünf europäische Städte
im Strukturwandel vor.
Strukturwandel
Neben Krakau, Maastricht,
Tallinn und Toulouse ge-
hört auch Dortmund dazu.
Der Titel der Reihe lautet
„Eutopia. Europas Städte
– Europas Zukunft“. Darin
sucht die Anfang 30-jäh-
rige Sarah für sich und ih-
re Familie die ideale Stadt
zum Leben.
Bergmann Bier
Sie fragt nach dem sozi-
alen, kreativen und kul-
turellen Potenzial. Vor
dem Bergmann-Bier-Kiosk
spricht sie mit Kurt Wet-
tengl, Leiter des Muse-
ums Ostwall. Ihr wird be-
richtet von internationa-
len Austauschprogrammen
und historischer Arbeiter-
Kultur.
Europawahl
Ein Filmteam begleitet Sa-
rah: am Phoenix-See, am
Dortmunder U. Sie trifft
Kreative im Quartier Rhei-
nische Straße und Hip-
Hop-Tänzer im Dietrich-
Keuning-Haus. Die Fil-
me sind vor der Europa-
wahl vom 19. bis 23. Mai
im Nachmittagsprogramm
von arte zu sehen.
Foto: IHK/Oliver Schaper
6 Ruhr Wirtschaft März 2014Wirtschaft in Zahlen
Finden Sie Karneval
noch zeitgemäß?
• Ja • Nein • Unentschieden
Der Ausnahmezustand auf den Straßen 65 % 9%
an den tollen Tagen hat offenbar seine
Berechtigung. Zwei Drittel der Bevölke-
rung finden Karneval, Fasching oder Fast-
nacht noch zeitgemäß. Das tun auch viele
Arbeitgeber und gewähren Sonderurlaub 26 %
oder Dienstbefreiung. Spätestens mit dem
Aschermittwoch ist alles vorbei, und die
Fastenzeit beginnt. Dann schnallen viele
den Gürtel enger, sei es aus religiösen, ge-
sundheitlichen Gründen oder um sich zu
disziplinieren.
Welche der folgenden Formen des Karnevals
gefallen Ihnen persönlich am besten?
64 % 58 %
Umzüge mit Wagen Umzüge mit historischen Kostümen
60 % 50 %
Straßenkarneval Büttenreden
58 % 33 %
Verkleidungen Prunksitzungen
Worauf würden Sie in der Fastenzeit
am ehesten verzichten?
67 % 34 %
Alkohol Fernsehen
60 % 31 %
Süßigkeiten Handy
41 % 22 %
Fleisch Computer/Internet
35 % 13 %
Rauchen Auto
Weshalb fasten Sie?
47 %
Um mich zu disziplinieren
38 %
Aus gesundheitlichen Gründen
34 %
Aus religiösen Gründen
12 %
Aus anderen Motiven
Quelle: Statista
Ruhr Wirtschaft März 2014 7Handel
im Wandel
Der Einzelhandel steht vor einer großen
Herausforderung. Neue Technologien und
moderne Medien ändern das Konsumver-
halten nachhaltig. Onlineshops werden
immer wichtiger. Wie sich die Unternehmen
aus der Region für die Zukunft aufstellen.
VON THEO KÖRNER
Sie verkaufen das Zubehör für Kanus und Outdoorkleidung auch online: Ute Schröer und ihr Sohn Kai. Fotos: IHK/Manuela Schwerte
8 Ruhr Wirtschaft März 2014BLICKPUNKT ONLINE-SHOPS
A
ls Ute und Frank Schröer, die das »Der Wandel, der sich durch das Wachstum im
gleichnamige Sportgeschäft in Un- Onlinehandel vollzieht, ist mit der Entwicklung vom
na betreiben, vor 15 Jahren zusätz-
Tante-Emma-Laden zu den Supermärkten vergleichbar.«
lich einen Onlineshop eröffneten,
steckte das Internet noch in den Anfängen. Ulf Wollrath, Handelsexperte der IHK zu Dortmund
Doch den Entschluss zu einem Webstore ha-
ben die Eheleute bis heute nicht bereut. Im
Gegenteil. Der Onlinehandel ist inzwischen
genauso bedeutsam wie das Ladenlokal.
Mit dem Angebot an Kanus, Kajaks und Out-
door-Ausrüstung sprechen Schröers seit je-
her nicht nur eine lokale, sondern vor allem
auch eine überregionale Kundschaft an. Und
genau dieses Publikum lässt sich nach ihren
Erfahrungen mit dem weltweiten Netz ge-
zielt und schnell erreichen. In Zukunft wer-
de der Onlineshop vermutlich noch weiter
an Umsatz gewinnen, sagen die Eheleute, die
auch schon eine eigene Facebookseite eröff-
net haben.
Das Fachgeschäft Schröer ist eines von
vielen Beispielen für den enorm zunehmen-
den Onlinehandel. Allein im vergangenen
Jahr ist der Gesamtumsatz auf 48,3 Milliar-
den Euro gestiegen, berichtet der Bundes-
verband des Deutschen Versandhandels – ei-
ne Steigerung von 22,9 Prozent gegenüber
2012. Der Anteil am gesamten Einzelhandel Voll im Trend: Online bestellen, der Paketdienst liefert. Foto: Thinkstock
wuchs auf einen neuen Spitzenwert von 11,2
Prozent, so der Verband. Im Vorjahr waren es
noch 9,4 Prozent. der Händler habe es auch selbst in der Hand,
die Kunden zu binden. Zunächst einmal müs-
Das Internet ist der neue Marktplatz se das Geschäft selbst über einen Onlinesto-
Angesichts dieser rasanten Veränderungen re verfügen und diesen auch attraktiv präsen-
appelliert Gerrit Heinemann, Professor für tieren. Der Kunde benötige ebenso die Infor-
BWL, Management und Handel an der Hoch- mation, ob die Ware auch verfügbar ist und
schule Niederrhein, an die Kaufleute, dem es sollte auch das Angebot dazugehören, im
Trend der Zeit zu folgen. Wer sich nicht im Internet georderte Ware abholfertig und ein-
Internet präsentiere, der gefährde seine Zu- getütet im Laden bereitzuhalten. Ist der Kun-
kunft. Das entspricht auch der Position der de in der Stadt, kann er die Ware ohne War-
Industrie- und Handelskammer (IHK) zu tezeiten gleich mitnehmen.
Dortmund, die den Kaufleuten dringend
empfiehlt, zweigleisig zu fahren und neben Unternehmen kooperieren
dem stationären Geschäft einen Onlineshop Ein solcher Service wird ein wesentlicher
zu betreiben. Baustein im Onlineprogramm von Birgit
Die häufig von Kaufleuten geäußerte Sor- Brauch, Geschäftsführerin des gleichnami-
ge, das Internetangebot verringere die Kun- gen Unternehmens für Bürobedarf in Lünen,
denfrequenz im stationären Laden, ist Pro- sein. Diese Dienstleistung sei Teil des Mul-
fessor Heinemann wohlbekannt. Er weiß tichannel-Prinzips, mit dem die Firma ab 1.
um die Angst von Einzelhändlern, Online- Mai einen Shop im Internet eröffnen will, be-
shops würden ihnen das Geschäft verder- richtet sie. Damit beginnt eine neue Ära in
ben oder sie gar ruinieren. Doch seine ein- der 65-jährigen Firmengeschichte. Im B2B-
gehenden Beobachtungen und Forschungen Geschäft besteht schon längst ein Webshop,
besagen das Gegenteil: Wer das Internet als aber noch nicht für den Endverbraucher. Da
Marktplatz verkennt, der verschläft seine Zu- ein solches Angebot gerade in dieser Branche
kunft. Die Bedenken der Kaufleute kommen mit sehr viel Aufwand verbunden ist, „schlie-
natürlich nicht aus dem Ungefähren. Sie be- ßen wir uns mit zwei weiteren Mitbewer-
richten von Kunden, die sich im Laden aus- bern zusammen“. An einem solchen Portal
führlich beraten lassen, um dann online zu führe kein Weg vorbei, betont Birgit Brauch.
günstigen Konditionen und bei der Konkur- „Ob es nun unsere Kunden sind oder ob wir
renz zu bestellen. Solche Fälle mag es sicher- von anderen Branchen sprechen, eines bleibt
lich gegeben haben, meint Heinemann, doch >
Ruhr Wirtschaft März 2014 9gleich: Der Verbraucher sucht erst einmal im
Internet, um sich über das Sortiment oder
den konkreten Artikel zu informieren.“
Um als Fachgeschäft auch wirklich gefun-
den zu werden, ist für den Internetauftritt ei-
ne Suchmaschinenoptimierung unerlässlich,
weiß Andrea von der Heydt, Inhaberin des
Dortmunder Geschäfts FairBleiben. Sie hat
vor drei Jahren den Laden für Modelabels
mit Öko-Standards am Heiligen Weg eröffnet
– nicht gerade im Zentrum der Stadt.
Durch den Onlineshop, der kurze Zeit
später folgte, wurden deutlich mehr Ver-
braucher auf sie aufmerksam. Sie besuchen
FairBleiben nicht nur auf der Homepage,
sondern kommen auch in das Geschäft am
Rande der Innenstadt.
Zwischenzeile
Wie ein Geschäft aber überhaupt herausfin-
det, wer zu seiner Klientel gehört und wel-
che Eigenschaften die Nutzer mit sich brin-
gen, lässt sich durch unterschiedliche Metho-
den ermitteln, die mit dem Begriff „User ex-
Die meisten Bezahlsysteme bieten den Kunden viel Sicherheit. Foto: Thinkstock perience“ zusammengefasst werden. Ob es
sich um junge Besucher handelt, die stets auf
Facebook unterwegs sind, um Senioren, die
Veränderte Gesetzgebung Freizeitangebote suchen, Frauen, die an Life-
Es sind vor allem drei Themengebiete, die Händler ins Feld style interessiert sind oder Männer, die Koch-
führen, wenn sie dem Onlinehandel mit Skepsis begegnen: rezepte haben möchten, lässt sich durch ge-
zielte Recherchen ermitteln. Das erklärte Ziel
besteht darin, Kundenprofile zu kennen. Da-
durch kann ein Geschäft auf die Wünschen
1
Retoureware Sowohl Nicola Straub als auch und Bedürfnisse reagieren und ihnen ent-
Auf dem Gebiet des Re- Gerrit Heinemann geben zu sprechen.
tourservices werde sich bedenken, dass die Rückgabe Um den Geschäftserfolg eines Internet-
mit der ab 13. Juni geltenden von Artikeln auch im stationä- auftritts zu sichern, sollten noch weitere Re-
Gesetzesänderung für Online- ren Laden erfolgen könne und geln beachtet werden, sagt Nicola Straub,
shops Grundlegendes ändern, dann dazu beitrage, dass die Redakteurin von „Shopanbieter“, dem wohl
betont Nicola Straub (Shop- Frequenz erhöht werde und die bedeutendsten Informationsportal für den
anbieter). Bislang kann ein An- Kunden ins Geschäft gelockt deutschen Onlinehandel mit rund 25.000
bieter, vereinfacht gesagt, die würden. Nutzern pro Monat.
Rücksendekosten nicht auf den › Ein jeder Onlineshop braucht ein klares
2
Kunden umlegen. Doch das Bezahlsysteme Konzept. Mit einem solchen Plan lässt sich
wird sich ändern. Diese Auf- Die Bezahlsysteme ha- durchaus Geld sparen, weil ein Rahmen ab-
wendungen sind dem Besteller ben sich inzwischen deut- gesteckt ist, wie der Auftritt aussehen soll.
dann durchaus in Rechnung zu lich verändert, und eine ganze › Die Sortimente von Geschäft und Online-
stellen, erklärt Straub. Darüber Reihe von ihnen bietet ein gro- shop sollten deckungsgleich sein, damit der
hinaus werde auch ein weiteres ßes Maß an Sicherheit – sowohl Kunde nicht irritiert wird und er sich offline
leidiges Problem angegangen: für den Kunden als auch für die und online ein Bild vom Gesamtangebot
Wenn derzeit bestellte Ware Geschäfte. Eine Orientierung machen kann.
zurückgeschickt wird und der bei der Wahl bieten Gütesiegel. › Bilder der Ware sollten regelmäßig erneu-
Kunde sie beschädigt habe, ert werden und Produktinformationen auf
3
dann sei es sehr kompliziert ihn Abmahngefahr dem aktuellen Stand sein.
in Regress zu nehmen. Nach Um der Gefahr von Ab-
dem neuen Gesetz wird der mahnungen zu begegnen, Alle Aufgaben sind damit verbunden, Arbeit,
Händler seine Ansprüche deut- empfehlen die Fachleute, sich Zeit und Geld zu investieren. Doch es zahle
lich einfacher geltend machen juristischen Beistand zu holen. sich am Ende aus – und das in barere Münze,
können. Als Belastung sehen Auch das verursache sicherlich sagt Straub. Bis sich ein Shop wirklich rech-
viele Händler zudem die Men- Kosten, aber es sei unmöglich net, können Untersuchungen zufolge aber
ge an Retoureware, wodurch alle Gesetzesänderungen im vier bis sieben Jahre ins Land gehen.
Personal gebunden werde. Auge zu behalten. >
10 Ruhr Wirtschaft März 2014BLICKPUNKT ONLINE-SHOPS
bitpiloten
D as Unternehmen „bitpiloten“ bie-
tet technische Dienstleistungen für
Onlineshops an. Es wurde 2003 von
Stefan Juhnke gegründet, hat seine Nie-
derlassung an der Kronenburgallee in
Dortmund und zählt rund zehn Mitarbei-
ter. Das Servicepaket beinhaltet vor al-
lem drei Schwerpunkte: Einen Webstore
einzurichten, ihn entsprechend den Mar-
kerfordernissen und technischen Verän-
derungen zu optimieren und bestehende
Shops daraufhin zu prüfen, ob ungenutz-
te Potenziale und Marktplätze aktiviert
werden können. Insbesondere legt „bitpi-
loten“ Wert darauf, allumfassend zu be-
raten, Marktchancen realistisch zu prü-
fen und auch die Anforderung der Wa-
renwirtschaft zu erfüllen, betont Juhnke.
Unter den Referenzen finden sich Namen
wie „Durable“, „City Ring Dortmund“,
„supaevent“, „Revitalash Deutschland“
oder „MS BikeTec“. Zu den Kunden ge-
hört auch der Starfriseur „Philip B“ aus
Hollywood, der eigene Haarpflegemittel
vermarktet. www.bitpiloten.de Die bitpiloten im Einsatz: (v. l.) Markus Roesenberg, Stefan Juhnke, Stefan
Geschwind, Matthias Korb, Dominik Averbeck.
b-schenkt
E in breit gefächertes Sortiment an Ar-
tikeln gehört zum Angebot des Unter-
nehmens „b-schenkt“, das Geschäfts-
führerin Nathalie Antoniewicz vor vier
Jahren in Dortmund gründete. Noch im
selben Jahr folgte der Onlineshop. Das
50 Quadratmeter große Ladenlokal be-
findet sich an der Hörder Semerteichstra-
ße, in direkter Nähe zum Phoenixs-See.
Hier ist eine Wohlfühloase entstanden, in
der Kunden zwischen ausgewählten Ge-
schenkartikeln sowie Koch- und Küchen-
zubehör stöbern können. Hochwertige
Gläser, Messer, Töpfe und Pfannen ge-
hören ebenso zum Sortiment wie Bücher
und Gewürze. Das komplette Angebot fin-
den die Kunden rund um die Uhr im In-
ternet unter www.b-schenkt.de. Auch
beim Standort des Warenlagers setzt
b-schenkt auf regionale Nähe – das
Warenlager befindet sich in Werne.
Das Konzept geht auf: Frau Antoniewicz
beschäftigt inzwischen vier Mitarbeiterin-
nen. www.b-schenkt.de
Wohlfühloase mit regionalen Schwerpunkten: b-schenkt-Inhaberin Nathalie
Antoniewicz (l.) und Mitarbeiterin Eva Wiesjahn.
Ruhr Wirtschaft März 2014 11Im Onlinegeschäft ist das Ende der Be- mann am besten durch exzellente Beratung
quemlichkeit längst erreicht, sagt Gerrit und Service, empfiehlt die IHK in ihrem Han-
Heinemann. In früheren Zeiten sei der Kun- delsreport. Zudem zeigen Statistiken, dass
de aufgrund von Werbung oder Mund-zu- der Kunde durchaus bereit ist, etwas tiefer in
Mund-Propaganda in den Laden gekom- die Tasche zu greifen, wenn sich der Händler
men, doch beim Internethandel sei es mit PR als Dienstleister versteht.
und Marketing allein nicht getan. Die Prä- Die Anforderungen, die das mobile On-
senz im Netz müsse professionellen Ansprü- lineshopping mit sich bringt, werden in
chen genügen, den Kunden ansprechen, ihn Deutschland noch unterschätzt. Auch auf
informieren und Mehrwert bieten. Die Ve- diesem Gebiet haben Amerikaner und Bri-
hemenz, die der Wissenschaftler an den Tag ten die Nase vorn. Sie sind mit Apps im In-
legt, hat gute Gründe. Anbieter aus Ameri- ternet aktiv. Der Verbraucher lädt sie sich auf
Tipps ka und Großbritannien sind es vor allem, die sein Smartphone herunter, und das Unter-
schon einen erheblichen Teil des Umsatzes nehmen kann ihn stets und allerorten über
Handelsexperte Prof. auf dem deutschen Markt abschöpfen. Die Neuheiten informieren. Das Start-up-Unter-
Gerrit Heinemann Quote liegt noch bei zehn Prozent, aber ange- nehmen Appkind, im Ruhrgebiet beheima-
nennt fünf Empfehlun- sichts der Schnelligkeit, die das Internet aus- tet, hat beispielsweise den Trend der Zeit er-
gen, die Onlineshops mache, möchte er lieber keine Prognose wa- kannt und bietet vor allem kleinen und mitt-
beachten sollten: gen, wie es mit dem Verdrängungswettbe- leren Firmen an, eine auf die Erfordernisse
werb weitergeht. Der Handel sei zum schnel- zugeschnittene App zu entwickeln.
1 Auswahl
In den Webshops soll-
te die maximale Auswahl
len Handeln aufgefordert.
Überall zu jeder Zeit bestellen
Dass trotz aller dieser massiven Verände-
rungen noch längst nicht der Abgesang auf
das Ladenlokal intoniert werden kann, zeigt
zu finden sein und nicht Wie rasant sich das Nutzerverhalten ändert, das Beispiel von Martin Krächter. Der 49-Jäh-
ein „Rumpfsortiment“, zeigt sich auch an den mobilen Zugängen rige vertreibt seit vielen Jahren durchaus
wie es gerade bei deut- zum Internet. Weltweit wurde im vergange- hochpreisige Zelte samt Zubehör und liefert
schen Händlern üblich sei. nen Jahr eine Milliarde (!) Smartphones ver- in 82 Länder. Doch er sei jetzt an einem Punkt
kauft, und der Boom hat auch Folgen für den angelangt, der den Vor-Ort-Service erforde-
2 Umwege
Der Kunde ist nicht
bereit, Umwege zu gehen.
Einkauf. Der Kunde kann zu jeder Zeit von
jedem Ort aus bestellen. Er kann sich beim
Kauf im Laden noch fix über die Angebote
re. Eine Vielzahl von Kunden möchte sich die
Zelte vor dem Kauf anschauen, in die Hand
nehmen oder mit einem Verkäufer sprechen,
Das heißt, er setzt sich am des Mitbewerbers informieren, Preisverglei- sagt Krächter. Für ein solches Erlebnis sei der
liebsten gleich mit dem che ziehen, Produktbewertungen abfragen. Kunde durchaus bereit, eine längere Weg-
Hersteller in Verbindung. Einer solchen Handhabe begegnet ein Kauf- strecke in Kauf zu nehmen.
3 Schnelligkeit
Schnelligkeit zählt
vor allem auch bei der Lie-
ferung. Selbst Möbelan-
bieter versprechen, inner-
halb von 24 Stunden die
Ware zuzuschicken.
4 Kanäle
Der Kunde möch-
te gerne auf unterschied-
lichen Kanälen mit dem
Händler in Kontakt tre-
ten.
5 Verbidung
Händler sollten in ih-
ren Geschäften die Smart-
phonenutzung zulassen
oder sogar Wlan-Verbin-
dungen anbieten. Und sie
sollten sich darauf einstel-
len, dass der Kunde über
die Ware informiert ist,
unter Umständen besser
als das Verkaufspersonal. Sport Schröer hat viele überregionale Kunden. Die informieren sich oft erst im Internet und
bei Facebook.
12 Ruhr Wirtschaft März 2014BLICKPUNKT ONLINE-SHOPS
Osudio
O sudio ist ein Zusammenschluss von
zwei Firmen, die beide auf rund
15-jährige Erfahrung im Bereich
der digitalen Kommunikation und Inter-
netdienstleistungen zurückblicken. Die
Fusion von Softlution und Strawberries
erfolgte zum 1. Oktober 2013. Der Vor-
stand des neuen Unternehmens besteht
aus den Inhabern der beiden bisherigen
Firmen. Das Unternehmen hat seinen
Hauptsitz in Lünen und ist für namhaf-
te deutsche, niederländische und belgi-
sche Firmen tätig. Zu Osudio gehört ein
150-köpfiges Team, das sich auf sechs Bü-
ros in vier Ländern aufteilt. Systeme für
den Onlinehandel, Produktmanagement,
elektronische Bestellabwicklung und Ant-
worten auf die komplexen E-Business-
Anforderungen prägen das Portfolio. Die
Mitarbeiter unterstützen und beraten die
Kunden in den Bereichen Strategie, Sys-
tem- und Prozessoptimierung sowie User
Experience. www.osudio.com
E-Commerce boomt: Osudio-Geschäftsführer Stefan Herold (l.) im Gespräch mit
einem Kunden.
Das Rad Weiterbildung
M it einem Onlineshop hat das Fach-
geschäft „Das Rad“ am Brüder-
weg in Dortmund vor gut vier
Jahren begonnen. Die Branche erlebe ei-
nen Wandel, sagt Peter Precht, einer der
Internet Marketing ist für fast je-
des Unternehmen unverzichtbar – ob
B2B oder B2C. Dabei gibt es zwei As-
pekte: Social Media Marketing um-
schreibt die PR- und Öffentlichkeits-
vier Geschäftsführer. Die Eröffnung des arbeit im Social Web – Online Marke-
Webstores habe mehrere Gründe: Das Ge- ting betrifft im Wesentlichen Goog-
schäft solle die Entwicklung, die das In- le Adwords Kampagnen, Facebook
ternet mit sich bringt, nicht verpassen. Ads, Suchmaschinenoptimierung, Af-
Man wolle ferner Potenziale nutzen und filiate, Newsletter Marketing und an-
Erfahrungen sammeln. Im Onlineshop dere kommerzielle Werbeformen im
findet der Kunde Räder unterschiedlicher Web. Die Business Academy Ruhr
Gattung (zum Beispiel Trekking-, Elektro- GmbH bietet in Kooperation mit der
Falträder), Sättel und Navigationssyste- IHK zu Dortmund einen berufsbe-
me. Der Vertrieb von weiterem Zubehör gleitenden Lehrgang (Start 21. Au-
und Helmen befindet sich noch im Auf- gust) zum Online Marketing Mana-
bau. Im Onlineshop kann sich der Besu- ger (IHK) an. In 60 Stunden lernen
cher zudem über Öffnungszeiten, Repara- die Teilnehmer, im Internet souverän
turdienste und weitere Serviceleistungen zu werben und über Newsletter Kun-
(unter anderem Satteltests, Beratungster- den zu gewinnen und zu binden. Der
mine) informieren. Ferner findet der Nut- Lehrgang kostet insgesamt (Lehrme-
zer eine ganze Reihe von Infofilmen und tarial und Zertifikat inkl.) 1.290 Eu-
GPS-Tourvorschlägen. www.das-rad.com ro. Es kann ggf. über einen Bildungs-
scheck eine Bildungsprämie von 500
„Die Branche erlebt einen Wandel“, Euro beantragt werden. Weitere In-
sagt Stefan Precht. Foto: PR formationen bei Jasmin Wegner, Tel.
0231/5417-416, E-Mail: j.wegner@
dortmund.ihk.de.
Ruhr Wirtschaft März 2014 13INTERVIEW
„Ein Motor der Innovation“
Es gibt Telefonate, an
die erinnert man sich
ein Leben lang. Der
Dortmunder Informa-
tik-Professor Klaus
Zeppenfeld bekam
im Januar 2009 einen
solchen Anruf aus dem
Ministerium in Düssel-
dorf. Ob er nicht Grün-
dungspräsident der
neuen Hochschule
Hamm-Lippstadt wer-
den wolle, lautete die
Anfrage. Fünf Jahre
später ist die HSHL ein
wissenschaftliches Aus-
hängeschild der Regi-
on.
»Wir bieten
eine gute Aus-
bildung, und
die Nachfrage
der Unterneh-
men nach Ab-
solventen der
sogenannten
MINT-Studien-
gänge wird sich
noch verstär-
ken.«
14 Ruhr Wirtschaft März 2014Prof. Zeppenfeld, wie haben Sie trie und einer hervorragenden Ausstat-
damals auf dieses unerwartete tung. Hierdurch kann und will die Hoch-
Angebot reagiert? schule ein Innovationsmotor sein, der
Das Angebot kam in der Tat überra- entscheidend zur Weiterentwicklung
schend. Ich musste einige Tage überle- der Standorte beiträgt.
gen und dies natürlich auch mit meiner
Familie besprechen. Aber diese Aufga- Inwiefern fließen Anregungen der Un-
be hat einen sehr großen Reiz, denn wie ternehmen in die Studiengänge ein?
viele Hochschulen werden in NRW neu Wir arbeiten mit Unternehmen auf meh-
aufgebaut? Deshalb habe ich gerne zu- reren Ebenen direkt zusammen: in For-
gesagt, aber das bedeutet natürlich Ar- schungsprojekten, Praxissemestern,
beit fast rund um die Uhr. Projekt- und Abschlussarbeiten, Gast-
vorträgen, bei der Unterstützung durch
Wie baut man eine Fachhochschule Stipendien oder auch dem Aufbau von Prof. Dr.
aus dem Nichts auf? Anwendungszentren. Wir pflegen eine Klaus Zeppenfeld
Natürlich ist das keine One-Man-Show, direkte Kommunikation, damit wir uns In Werl geboren, studierte
das geht nur in einem motivierten Team. mit unseren Angeboten nah am Arbeits- Zeppenfeld an der Universi-
Ich bin froh, dass die 180 Kolleginnen markt bewegen und damit den Studie- tät Paderborn Informatik mit
und Kollegen diese besondere Grün- renden beste Berufsaussichten ermög- Nebenfach Mathematik. Sei-
dungsmentalität haben. Zu Beginn muss lichen. Alle unsere Professorinnen und ne Promotion reichte er an
die komplette Infrastruktur, sozusagen Professoren stammen aus der Industrie der Universität Osnabrück
auf der grünen Wiese, geplant und auf- und bringen aktuelles Wissen in die Leh- ein. 1997 trat er seine Pro-
gebaut werden. Das ist schon eine gro- re und Forschung ein. So entstanden et- fessur im Fachbereich Infor-
ße Herausforderung, zu der sich paral- wa unsere Studiengänge „Biomedizini- matik an der Fachhochschule
lel die Gestaltung der Lehre und viele Be- sche Technologie“ und „Energietechnik Dortmund an und wurde dort
werbungsgespräche gesellen. Und bei all und Ressourcenoptimierung“. 1999 zum Prodekan gewählt,
diesen Vorgängen darf man nie die Stu- bis er ab 2005 als Dekan die
dierenden vergessen, die sich für mehre- Die HSHL wirbt mit ihren markt- Ausrichtung des Fachbereichs
re Jahre an unseren Standorten heimisch orientierten Studiengängen – Informatik mitbestimmte. Zu-
fühlen und erfolgreich studieren sollen. wie zeigt sich das? dem war Prof. Dr. Zeppen-
Nehmen Sie als Beispiel den neuen Stu- feld wissenschaftlicher Direk-
Zu Beginn waren es in Hamm 40 diengang „Sport- und Gesundheitstech- tor der IT-Center Dortmund
Studierende, aktuell sind es schon nik“. Hier spielen typische Ingenieur- GmbH, einer privaten Ausbil-
1.000. Wo ist die Obergrenze? disziplinen wie Werkstofftechnik, Kon- dungsstätte. Seit 2004 hat er
Die Neubauten am Standort Hamm sind struktions- und Produktgestaltung oder mehrere Lehrbücher verfasst
für bis zu 2.000 Studierende ausgerich- Fertigungsverfahren eine Rolle, kom- und ist seit 2007 Herausgeber
tet. Architektur und Raumprogramm biniert mit einem grundlegenden Ver- der Buchreihe „Informatik im
orientieren sich dabei an den modernen ständnis für den menschlichen Organis- Fokus“ des Springer Verlags.
Anforderungen. Auch die gesamte per- mus. Der Stellenwert eines solchen Stu- Im Jahr 2009 wurde Zeppen-
sonelle Infrastruktur ist auf diese Zahl dienangebotes für Hamm angesichts der feld zum Gründungspräsi-
ausgerichtet. Bedeutung des Gesundheitssektors in denten der neuen Hochschu-
der Stadt hat viel Entwicklungspotenzial le Hamm-Lippstadt ernannt.
Wie sieht die Aufteilung zwischen und das nicht nur regional, sondern mei- Zeppenfeld nimmt regelmä-
den beiden Standorten aus? nes Erachtens auch überregional. ßig an Triathlon-Wettbewer-
Wir sehen uns als eine Hochschule an ben teil, ist verheiratet und
zwei Standorten mit unterschiedlichen Woher kommt das Gros hat zwei Kinder.
Studienangeboten. In Hamm bieten wir der Studierenden?
Studiengänge zu den Themen Energie, Gut zwei Drittel der Studierenden kom-
Umwelt, Gesundheit und Biomedizin an, men direkt aus der Region. Aber der An-
in Lippstadt liegen die bisherigen Schwer- teil der auswärtigen Studierenden wird
punkte im Bereich der modernen Ingeni- in Zukunft sicher steigen. Dies liegt an
eurswissenschaften und der Informatik. unseren innovativen Angeboten, die ge-
rade auch für Frauen sehr attraktiv sind.
Sie haben gesagt, die Hochschule Nicht ohne Grund liegt der Frauenanteil
werde für Hamm ein Innovations- an der HSHL bei Professorenschaft und
motor sein. Wie? Erstsemestern über dem bundesdeut-
Das wichtigste Stichwort hierzu lautet schen Durchschnitt. Wir bieten eine gu-
Vernetzung. Denn mit unseren Professo- te Ausbildung und die Nachfrage der Un-
rinnen und Professoren sowie den Stu- ternehmen nach Absolventen der soge-
dierenden, die wir für die Industrie aus- nannten MINT-Studiengänge wird sich
bilden, verfügen wir über Know-how ge- noch verstärken.
paart mit guten Kontakten in die Indus- Das Interview führte Gero Brandenburg
Ruhr Wirtschaft März 2014 15Ein Unternehmen
in Bewegung
Hydraulik aus Holzwickede ist
weltweit im Einsatz. Bewegt
hat die Montanhydraulik
Group schon so einiges –
auf hoher See ebenso
wie im Gotthardtunnel,
in Vietnam, Laos
oder Indien.
Dr. Peter Lipphardt ist seit 1975 Chef des Unternehmens – und jettet noch immer von Baustelle zu Baustelle. Foto: IHK/Schütze
16 Ruhr Wirtschaft März 2014WIRTSCHAFT REGIONAL
VON KATRIN PINETZKI
FOTOS: IHK/SCHÜTZE / MONTANHYDRAULIK GROUP weltweit
vor Ort im
Einsatz,
K
ommen Sie, wir machen einen klei- die An-
nen Rundgang durch unsere Hallen“, triebs-
sagt Dr. Peter Lipphardt einladend. systeme für Schleusen- und Staudammto-
„Gerne!“, ist der erste Gedanke. Der re zu installieren und in Betrieb zu nehmen. Meilensteine
zweite ist: Oje, die armen Mitarbeiter – wie An „Muns Techniek“ aus dem niederländi-
1952
werden sie reagieren, wenn der geschäftsfüh- schen Sleewijk hält Montanhydraulik eine
Erich Lipphardt gründet das
rende Gesellschafter der Montanhydraulik Beteiligung. Das Unternehmen entwickelt
Handelsunternehmen „Mon-
GmbH unangemeldet auftaucht – ein Mann, und fertigt hydraulische Systeme und elektri-
tanbedarf“ auf dem Gelän-
verantwortlich für einen Jahresumsatz von sche Steuerungen für die Offshore-Industrie,
de des ehemaligen Eisen-
250 Millionen Euro und 1.100 Mitarbeiter an den Schiffbau und die Nassbaggerei. Die Be-
bahnausbesserungswerks in
neun Standorten? teiligung an Harry à Wengen im nördlichen
Holzwickede.
Am Ende des Rundgangs, nach Verlassen Schwarzwald sichert der Gruppe Hydrau-
der siebten Halle, kommt einem diese Frage lik-Komponenten von, die für den weltwei- 1960
seltsam vor. Dass der Chef in den Werkshal- ten Einsatz unter extremen klimatischen und Umbenennung in Montan
len auftaucht, wundert hier niemanden – es sicherheitstechnischen Bedingungen gefer- hydraulik GmbH.
ist offenbar völlig normal. Mit leuchtenden tigt wurden. Die Dortmunder Tochter „Mon-
1966
Augen steht der 70-Jährige unter Doppel-T- tanhydraulik Reparatur und Service GmbH“
Die ersten Produktionshallen,
Trägern, deutet hierhin und dorthin. „Diese schließlich hat sich dem Umbau und der Re-
Büro- und Sozialgebäude
weißen Zylinder hier wiegen 15 Tonnen, da- paratur großer Zylinder verschrieben.
entstehen.
von werden 48 Stück in einem einzigen Hub-
schiff verbaut“, sagt er und erklärt den fas- Autokräne und Windkraftanlagen 1990
zinierten Besuchern, dass solche Hubschif- Gemeinsam können sie nicht nur mehr bewe- Die Montanhydraulik Repara-
fe vier bewegliche Beine haben, die bis zu 50 gen – vor allem können sie im Verbund auch tur und Service GmbH grün-
Meter in die Tiefe fahren und das Schiff am mehr Leistungen aus einer Hand anbieten. det sich in Werl.
Boden abstützen können. Das ganze Schiff „Einen Großauftrag wie den für die Mitarbeit 1997
wird so zu einer Hub-Plattform, mit deren am größten Laufwasserkraftwerk in Nahost Im indischen Chennai grün-
Hilfe Offshore-Windkraftparks auf hoher See hätten wir nicht bekommen, wenn wir nicht det sich die Montanhydrau-
aufgebaut werden. Montan India gegründet hätten“, sagt Lipp- lik India.
Zu beinah jedem Zylinder kann Peter hardt. Für das Staudammprojekt in Xayabu-
Lipphardt eine Geschichte erzählen, kann je- ri in Laos liefern die Holzwickeder Hydrau- 1998
de Maschine erklären, vermutlich kennt er lik für Staudamm- und Schiffsschleusentore: Das Unternehmen beteiligt
auch die Namen der meisten Mitarbeiter, die Der Auftrag umfasst 61 Zylinder, 27 Aggre- sich an Agop S.p.a. im italie-
in der Verwaltung und im Werk der Montan- gate, vier mechanische Schiff-Auffangsyste- nischen Spilamberto.
hydraulik in Holzwickede arbeiten – es sind me und die Steuerung für das Schiff-Schleu- 1999
immerhin 450. Im Jahr 1975 haben er und sensystem. Ab dem Jahr 2019 soll die Was- Montanhydraulik übernimmt
sein Cousin Michael das Unternehmen von serkraftanlage eine Jahresleistung von fast die Maschinenfabrik Glückauf
ihren Vätern übernommen, und sie haben die 7.500 Gigawattstunden erbringen. in Gelsenkirchen.
39 Jahre genutzt, um es zu vergrößern, brei- Aufträge wie dieser im Stahlwasserbau
ter aufzustellen und damit zukunftssicher zu sind umso wichtiger, seitdem das klassische 2006
machen. Heute ist die Montanhydraulik ei- Geschäft der Montanhydraulik schwächelt. Übernahme der Harry à
ner der weltweit führenden Hersteller von Noch immer wird gut die Hälfte des Umsat- Wengen Hydraulik GmbH.
Hydraulikzylindern, eine starke Gruppe, die zes mit Automobilkränen gemacht. Wann im- 2007
aus mehreren mittelständischen Tochter-Un- mer es in den vergangenen 30 Jahren Neu- Das Emscherstadion in Holz-
ternehmen besteht – in Indien, Italien und entwicklungen im Bereich hydraulischer Te- wickede erhält den Namen
den Niederlanden, in Hamm, Gelsenkirchen, leskopkrane gab – Montanhydraulik war ga- Montanhydraulik-Stadion.
Dortmund und Werl. rantiert daran beteiligt. Zahlreiche Patente
2009
zeugen davon. Liebherr oder Caterpillar sind
Globales Netzwerk Das vietnamesische Fern-
die namhaften Kunden. „Wenn solche Unter-
sehen zeigt die Unterzeich-
Gemeinsam können sie einfach „mehr bewe- nehmen in einer Flaute schwächeln, macht
nung des Vertrags für den
gen“, so der Claim der Gruppe: In der Regi- uns das schon zu schaffen“, sagt Lipphardt.
größten Staudamm Süd-
on – also in Holzwickede, Werl, Gelsenkir- Das parallele Wachstum im boomenden Off-
ostasiens Son La.
chen und Hamm – werden Zylinder bis zu ei- shore-Bereich kompensiert, was dauerhaft
ner Länge von 40 Metern produziert. Auch wegfällt – und auch der geplante Bau neu- 2011
im italienischen Spilamberto werden bei Zy- er Stromtrassen lässt das Unternehmen auf Mit der Muns Techniek B.V.
linder und Schwenkantriebe hergestellt. Die neue Aufträge hoffen. in den Niederlanden kommt
Niederlassung in Indien fertigt hydraulische Hydraulik aus Holzwickede findet sich eine weitere Beteiligung
Aggregate sowie elektrische und elektroni- weltweit auf allen Kontinenten, sie steckt in hinzu.
sche Steuerungssysteme für den Staudamm- den höchsten Hydraulikbaggern und in den
bau, außerdem ist Montanhydraulik India größten Autokränen – in Kränen, die 1.000
Ruhr Wirtschaft März 2014 17WIRTSCHAFT REGIONAL
1 2
Tonnen heben können und beim Aufbau von nenschirmen der Superlative: Sie haben ei-
Windkraftanlagen eingesetzt werden. Sie ne Spannweite von 25 mal 25 Metern, wie-
»Fluktuation haben steckt in den größten Tunnelbohrmaschi- gen 45 Tonnen, bieten Sonnenschutz für 800
wir eigentlich vor nen, die sich mit 16 Metern Durchmesser Menschen – und sind mit einer vergoldeten
durch den Berg fressen – zum Beispiel in je- Spitze und Krone verziert. Der Standort: Me-
allem dadurch, dass
nen Maschinen, die im Gotthardtunnel im dina, Pilgerstadt der Muslime. Liebherr hat-
mal jemand in Ruhe- Einsatz sind. Massenprodukte sind das mit- te den Auftrag für 250 Schirme bekommen
stand geht.« nichten: Die Hydraulikzylinder aus Holzwi- und die Fertigung der Rohre samt Streben
Dr. Peter Lipphardt ckede werden häufig für spezielle Anforde- an Montanhydraulik übertragen. „Ablehnen
rungen von Kunden individuell entwickelt. kam nicht in Frage – allerdings hatten wir
„Fast jede unserer Lösungen ist eine Spezial- überhaupt keine Halle, die für diesen Auftrag
anwendung“, sagt Lipphardt – getreu der Un- groß genug war“, erinnert sich Lipphardt. Sei-
ternehmensleitlinie „Intelligent Power“ – in- ne erste Idee: Bauen wir halt eine neue Hal-
telligente Kraft. Erdacht wird sie unter ande- le auf dem Grundstück. Doch auch die wäre
rem im Technologie-Zentrum am Hauptsitz zu klein geraten. „Ich habe dann den Immo-
in Holzwickede, in dem Forschung, Entwick- bilienverwalter des Nachbargrundstücks an-
lung und Neukonstruktion unter einem Dach gerufen, ihm ein Grundstück abgekauft und
vereint sind. dort eine Sonnenschirmhalle gebaut“, sagt
Manchmal steckt die Hydraulik auch in Lipphardt lachend. Es war die Halle Nummer
ganz profanen Gegenständen – zum Bei- sieben auf dem Gelände nahe des Holzwicke-
spiel in Sonnenschirmen. Allerdings in Son- der Bahnhofs. Die ersten beiden Hallen hatte
Staudamm Indira Sagar in Indien: Montanhydraulik India übernahm die die Pro-
jektleitung für die gesamte Hydraulik. Auch beim Bau des Staudamms in Xayaburi Hydraulisches Hubsystem für Offshore-Hub-
in Laos kommt die Technik aus Holzwickede zum Einsatz. plattform „Thor“.
18 Ruhr Wirtschaft März 2014Historie
1 Einweihung der ersten
Produktionshalle 1968 mit
Firmengründer Erich Lipp-
hardt (l.) und dem damaligen
Kultusminister von NRW
Jürgen Girgensohn (2. v. l.).
2 Erweiterung der Produk-
tion um komplette hydrauli-
sche Antriebe und Steuerun-
gen von Selbstentladern.
3 Firmenchef Peter Lipp-
3 hardt vor weißen Zylindern,
wie sie in Hubschiffen für
Offshore-Windkraftparks zum
noch der Vater gebaut: Erich Lipphardt grün- Geiste eines Familienunternehmers“, sagt Einsatz kommen. Alle Produk-
dete das Unternehmen 1952, da war Sohn Lipphardt. Noch allerdings hat er sein Bü- te sind Maßanfertigungen
Peter neun Jahre alt. Die Montanhydrau- ro in der Holzwickeder Bahnhofstraße, noch nach Kundenwünschen.
lik GmbH war zunächst ein Service-Betrieb, jettet er wie eh und je von Baustelle zu Bau- Foto: IHK/Schütze
man reparierte Schüttgut-Waggons, die Koh- stelle – sei sie nun in Vietnam oder Laos. Trips
le und Erz transportierten. „Mein ältester On- innerhalb Europas fliegt er auch schon mal
kel hat diese Waggons bei der Waggon Union selbst, mit der eigenen Maschine, die am Air-
in Siegen gebaut. Der zweitälteste hatte ei- port Dortmund steht. Ein persönlicher Ein-
ne Industrievertretung und verkaufte sie an satz, der vor der Personalpolitik keinen Halt
Hoesch und die Stahlindustrie. Der Jüngste – macht. Jüngst wurde Montanhydraulik von
mein Vater – hat die Hydraulik erst gewartet der IG Metall als ausbildungsfreundlicher Be-
und dann selbst gebaut“, erzählt Lipphardt. trieb ausgezeichnet. Die Ausbildungsquote
beträgt 12 Prozent, über 90 Prozent der Azu-
Ein Leben für das Unternehmen bis bleiben beim Unternehmen. „Fluktuation
Sein ganzes Leben ist mit dem Unternehmen haben wir eigentlich vor allem dadurch, dass
verknüpft. „Ich habe hier als Schüler gearbei- mal jemand in Ruhestand geht“, sagt Lipp-
tet, habe das Fachpraktikum im Studium hier hardt. So wie er selbst demnächst. Aber bis es
gemacht. Hier habe ich meine ersten Verlet- soweit ist, wird er sich kümmern – sei es um
zungen bekommen“, erinnert er sich. Vor einen Mitarbeiter, der Probleme mit seinem
fast 40 Jahren, 1975, übernahm Peter Lipp- Darlehen hat, oder um die nächste Großbau-
hardt dann nach Maschinenbaustudium und stelle irgendwo auf der Welt.
Promotion die Geschäftsführung von seinem
Vater. Seine beiden Brüder schlugen ande-
re Wege ein, wurden Lehrer und Arzt. Nun
steht Lipphardt selbst kurz vor dem Ausschei-
den – damit endet die Geschichte der Mon-
tanhydraulik als Familienunternehmen. Be-
reits Ende der 1960er Jahre wurden zwei
leitende Angestellte mit 5-Prozent-Gesell-
schaftsanteilen bedacht. Vor einigen Jah-
ren entschied die Familie, externe Unterneh-
mensführungen einzustellen – aus der Fami-
lie rückte niemand mehr nach. Als kaufmän-
nischer Geschäftsführer ist Josef Mertens
seit mehreren Jahren an Bord. Vorsitzen-
der der Geschäftsführung ist seit vergange-
nem Jahr Dr. Ralf Becker. „Die Chemie pass-
te, das funktioniert. Er denkt und handelt im
Montanhydraulik in Holzwickede: Seit Jahrzehnten ist das Unternehmen eng
mit der Kommune verbunden. Foto: IHK/Schütze
Ruhr Wirtschaft März 2014 19WIRTSCHAFT REGIONAL
Kompakt
Dortmunder Fotografen
Auszeichnung mit
drei Sternen
Die Fotografen Nadja und Polichro-
nis Moutevelidis aus Dortmund ha-
ben im Rahmen der alle zwei Jah-
re durchgeführten Neubewertung
für ihre qualitativ hochwertige Fo-
tografie und professionelle Internet-
präsentation das „Qualitätszertifi-
kat mit drei Sternen“ des bund pro-
Nachwuchs fessioneller portraitfotografen (bpp)
erhalten. Dieses Qualitätssiegel ver-
lieh der bpp bislang erst an 19 von
Seit Januar hat die Dortmunder Volksbank 30 neue Bankkaufleute. Aus Dortmund über 10.000 Fotografen in Deutsch-
und den Zweigniederlassungen Hamm, Unna, Schwerte und Castop-Rauxel haben land und im benachbarten Aus-
nach zweieinhalb Jahren Ausbildung insgesamt 16 junge Frauen und 14 Männer ihre land. Es dient Kunden und Fotogra-
Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden. In dieser Zeit wurden die Auszubilden- fen gleichermaßen zur qualitativen
den in unterschiedlichen Abteilungen und Filialen eingesetzt. Wer Interesse an der Orientierung. Die internationale Be-
Ausbildung zum Bankkaufmann/zur Bankkauffrau hat, der sollte sich jetzt für das rufsinitiative bpp, welche mit über
Jahr 2015 bewerben. Foto: Dortmunder Volksbank 650 Mitgliedern zu einer der größ-
ten Vereinigungen von Porträt- und
Hochzeitsfotografen in Europa an-
gehört, vergibt das Zertifikat nur bei
Mehr Platz für dm-Markt guter bis exzellenter Qualität der
Außenpräsentation und überprüft
regelmäßig die Nutzungsberechti-
gung des Qualitätssiegels.
dm schafft mit dem Umzug zusätzliche Arbeitsplätze. Neuer Markt
bietet breit gefächertes Sortiment mit 12.500 Drogerieartikeln. Wissensgipfel in der DASA
Tagung am 31. März
Am 31. März findet der zweite Wis-
D irekt gegenüber dem bisheri-
gen Standort in der Waltroper
Straße in Lünen hat am 20. Fe-
bruar in der Mengeder Straße 7 der
neue dm-Markt seine Pforten geöff-
dem Umzug hat dm auch zusätzliche
Arbeitsplätze geschaffen. „Wir freuen
uns, drei neue Kollegen in unserem
Team zu begrüßen.” Zudem sucht das
dm-Team für das kommende Ausbil-
sensgipfel Ruhr in der DASA statt.
Die Tagung unter dem Motto „Pla-
nen, Organisieren, Zukunft gestal-
ten. Gemeinsam für die Wissens-
metropole Ruhr“ wird veranstaltet
net. „Wir sind zwar nur wenige Meter dungsjahr einen Lehrling. vom Regionalverband Ruhr und den
weitergezogen, haben aber viel Platz Der neue dm-Markt bietet ein breit Industrie- und Handelskammern im
hinzu gewonnen und somit rund 640 gefächertes Sortiment mit 12.500 Ruhrgebiet mit Unterstützung des
Quadratmeter Verkaufsfläche“, sagt Drogerieartikeln aus den Bereichen Initiativkreises Ruhr. Mit diesem
dm-Filialleiterin Ramona Ruhl. Mit Schönheit, Düfte, Körperpflege, Foto, Veranstaltungsformat bieten die In-
Baby, Gesundheit und Haushalt sowie dustrie- und Handelskammern so-
Bio-Lebensmittel und Tiernahrung wie der Regionalverband Ruhr eine
an. Der hell und freundlich gestaltete Plattform, um Modellprojekte vor-
Babybereich ist ganz auf die Bedürf- zustellen, miteinander ins Gespräch
nisse von Familien abgestimmt. Als zu kommen, voneinander zu lernen
Service stehen dort ein Wickeltisch und gemeinsame Strategien zu ent-
mit kostenlosen Windeln und dm- wickeln. Beim zweiten Wissensgip-
Pflegeprodukten sowie ein Lernwür- fel Ruhr stellen Kommunen im Ruhr-
fel zur Verfügung. Zum Sortiment ge- gebiet ihre konkreten Ansätze zur
hören neben Windeln und Babynah- Stärkung des Wissenschaftsstand-
rung auch Kindertextilien sowie Zu- orts Ruhr vor. Ihre räumlichen Ent-
behör für Spiel und Sicherheit. Ein be- wicklungspläne und Marketingkon-
sonderes Schmuckstück ist die 20 Me- zepte zielen darauf ab, die Stadt-
ter lange Kosmetiktheke. Eine helle entwicklung mit den Bedarfen der
Beleuchtung und Schminkspiegel la- Hochschulen und Forschungsein-
Das Team freut sich, drei neue Kollegen begrü- den dort zum Ausprobieren der zahl- richtungen zu verknüpfen.
ßen zu können. Foto: dm reichen Make-up-Produkte ein. www.metropoleruhr.de
20 Ruhr Wirtschaft März 2014Sonderanfertigungen und Zuschnitte
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Christian Osthof (r.), Marketingleiter bei Progas, freute sich gemeinsam mit Jürgen
Wallinda-Zilla (l.), Geschäftsführer der Zilla Medienagentur und Initiator des Dortmunder www.entegro.eu
Sponsoringpreises, den Spendenscheck an Heike Klute, Vorsitzende des InSuSDo e. V.,
zu überreichen. Foto: Lutz Kampert
®
Sponsoringpreis Strompreis zu hoch?
Mit einer eigenen Photovoltaikanlage
hilft Schülerprojekt produzieren Sie Ihren Strom selbst!
Dortmunder Unternehmen Progas setzt sich mit Geldspende für
soziales Projekt aus der Region ein.
D as Dortmunder Unternehmen
Progas hat der Initiative für
Schülerinnen und Schüler in
Dortmund e. V. (InSuSDo) im Rah-
men des Dortmunder Sponsoring-
be gemacht, ganztägig für Schülerin-
nen und Schüler vor Ort zu sein und
sie ganzheitlich zu unterstützen. Al-
tersnahe Ehrenamtliche sind für die
Jungen und Mädchen Ansprechpart- ern Sie sich
ich I
S
hr
preises eine Geldspende in Höhe von ner, Bezugsperson und Lernbegleiter
en
NUTZEN
JETZT D SIE
5.000 Euro überreicht. „Dadurch kön- zugleich. In den Schulpausen unter- IE VORTE
E: IL
nen wir unseren Ehrenamtlichen zu- stützen die engagierten jungen Leute Strom z
um
sätzliche Schulungen ermöglichen. die Jugendlichen in Konfliktsituatio- Festpre
is!
We
tb ! il
Aber auch unsere bewährten AGs und nen und bei anderen Problemen.
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e r b s vo r te
den Schülerclub möchten wir mit wei- Am Vormittag begleiten die fünf
teren Materialien ausstatten“, freut Bundesfreiwilligendienstleistenden WIR SIND AUF DER BAUMESSE
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